{"id":120800,"date":"2011-03-01T12:00:00","date_gmt":"2011-03-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/03\/granqvist-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:31:41","modified_gmt":"2023-08-23T21:31:41","slug":"granqvist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/03\/granqvist\/","title":{"rendered":"Das Potenzial von E-Zoll in der Schweiz aus der Sicht der Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Die starke Aussenhandelsverflechtung der Schweiz bedingt, dass Unternehmen beim grenz\u00fcberschreitenden Handel Zollregulierungen und -formalit\u00e4ten unterworfen sind. Diese k\u00f6nnen administrative Zusatzbelastungen, logistischen Mehraufwand und Konformit\u00e4tskosten verursachen. Die Firmenumfrage fokussiert auf die Kosten der heutigen Zollveranlagungsverfahren. Ziel ist es, jene Bereiche zu identifizieren, in denen Potenzial f\u00fcr Kostenreduktionen und Effizienzsteigerungen besteht. Die Reichweite und Priorit\u00e4ten f\u00fcr E-Zoll-Dienste werden dabei thematisiert. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201103_07_Granqvist_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"234\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Rahmen der Abkl\u00e4rungen der interdepartementalen Expertengruppe zur Frage einer m\u00f6glichen Teilnahme der Schweiz am E-Zoll-Projekt der EU wurde im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) eine externe Studie durch die Cross-border Research Association (CBRA), Lausanne, verfasst. Die Umfrage bei Firmen, die im grenz\u00fcberschreitenden Handel t\u00e4tig sind, wurde im Mai 2010 begonnen. Der Schlussbericht mit den Gesamtresultaten wurde im Dezember 2010 vorgelegt.&#13;<\/p>\n<h2>Vorgehen und Zielgruppe<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nHauptinstrument zur Datenerhebung war ein 15-seitiger Fragenkatalog mit rund 30 Fragen. Der getestete Fragebogen wurde an mehr als 1000 Unternehmen \u00fcber verschiedene Kan\u00e4le verschickt \u2212 unter anderem \u00fcber Economiesuisse, das Swiss Shippers Council und den Schweizerischen Gewerbeverband. Hauptzielgruppe waren Gewerbebetriebe sowie Einzel-\/Grosshandelsunternehmen, die Importe, Exporte und\/oder Transitgesch\u00e4fte t\u00e4tigen. Es konnten Daten von 70 Unternehmen erhoben werden. \u00dcber 80% der antwortenden Unternehmen hatten mit Import- und oder Exportverfahren zu tun und knapp 20% mit Transitverfahren. Die Umfrageteilnehmer k\u00f6nnen als aktive Player im internationalen Handel bezeichnet werden: \u00dcber 60% des Anschaffungswerts wurde in die Schweiz importiert, und \u00fcber 75% des Verkaufswerts wurde exportiert. Rund 75% der teilnehmenden Betriebe waren kleine und mittlere Unternehmen (KMU).Die Studie hatte, was die Anzahl Zolldeklarationen betrifft, eine grosse Reichweite: Die minimale Anzahl Importdeklarationen, die ein Unternehmen pro Jahr t\u00e4tigte, belief sich auf 11, die maximale Anzahl auf rund 100&nbsp;000. Die EU war der mit Abstand bedeutendste Handelspartner. Als Zollregion wurde am meisten Schaffhausen benutzt, gefolgt von Basel, Genf und Lugano. Die Strasse war der am h\u00e4ufigsten gew\u00e4hlte Transportweg, gefolgt von Luftweg, Bahn und Binnenschifffahrt.&#13;<\/p>\n<h2>Haupterkenntnisse der Studie<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie antwortenden Unternehmen praktizieren verschiedene Arten der Vorbereitung, Eingabe und Ablage ihrer Zolldeklarationen. Gegen ein Drittel der Unternehmen benutzen eigene IT- oder Warenbewirtschaftungs-Systeme mit automatisierten Abl\u00e4ufen f\u00fcr Aufgaben im Zusammenhang mit Zollveranlagungen im Export. Gemietete oder geleaste Systeme finden in ca. 15% der Unternehmen \u2013 speziell im Transit- oder Export \u2013 Anwendung. Mehr als zwei Drittel aller Unternehmen verwenden f\u00fcr Exportzollanmeldungen die Plattform <i>e-dec<\/i>. Rund ein Viertel der Unternehmen reichen nach wie vor Deklarationen in Papierform ein; 6% w\u00e4hlen andere Kommunikationsformen wie Fax, Telefon oder m\u00fcndliche Mitteilung. Die Aufbewahrung der Dossiers erfolgt zum gr\u00f6ssten Teil in Papierform; insbesondere f\u00fcr Importe legen nahezu alle Unternehmen ihre Archive in dieser Form an. Bei Exporten ist die elektronische Ablage viel weiter verbreitet. Rund die H\u00e4lfte der Unternehmen nehmen f\u00fcr die Vorbereitung und Einreichung der Deklarationsdaten \u2013 v.a. f\u00fcr den Import \u2013 die Dienste von Drittanbietern (z.B. Spediteuren oder Zolldienstleister) in Anspruch.Etwa die H\u00e4lfte der Unternehmen haben keine Kenntnisse der gesamten Konformit\u00e4tskosten im Zollbereich. Die restlichen Unternehmen geben entweder an, eine \u00abfundierte Sch\u00e4tzung\u00bb machen zu k\u00f6nnen, oder sie verf\u00fcgen \u00fcber die tats\u00e4chlichen Zahlen zu den Kosten pro Jahr oder Deklaration. Die durchschnittlichen Kosten pro Deklaration betragen 56 Franken; die Zahlen schwanken von 3 bis 186 Franken. Von den vier typischen Komponenten der Konformit\u00e4tskosten sind die internen Humanressourcen die wichtigsten, gefolgt von Kosten f\u00fcr externe IT-Systeme. In den Budgets 2010\/11 erscheinen die internen IT-Systeme als wichtigster Investitionsbereich; neuen Investitionen in externe Zollkonformit\u00e4tsdienste wird demgegen\u00fcber eine sehr kleine Priorit\u00e4t einger\u00e4umt. Ein weiterer Aspekt der Konformit\u00e4tskosten: Bei Nutzung von Drittanbietern zeigt sich, dass bei Exporten die Kosten pro Deklaration f\u00fcr Unternehmen, welche externe Dienste in Anspruch nehmen, rund 30% h\u00f6her liegen als jene der anderen Unternehmen. Bei Importen ist keine solche Differenz feststellbar. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Kostendifferenz sind vielf\u00e4ltig: Nebst hohen Drittleistungspr\u00e4mien k\u00f6nnten sie auch darin begr\u00fcndet sein, dass Unternehmen, die keine Drittleistungen beanspruchen, nicht alle internen Kosten ber\u00fccksichtigen, die bei der Sicherstellung der Konformit\u00e4t beim Export anfallen. Dieser Umstand m\u00fcsste allerdings noch weiter untersucht werden.Angesichts des potenziellen Nutzens ist eine Verbesserung der Interaktion von Handel und Zoll sowie ein Ausbau von E-Zoll- und E-Government-Diensten in der Schweiz angezeigt. Folgende sechs Aspekte sind besonders erfolgversprechend: \u2212 Erleichterung der Exportabfertigung;\u2212 h\u00f6here Flexibilit\u00e4t bei der Zusammenarbeit mit dem Zoll;\u2212 Vermeidung von mehrfachen Dateneingaben im Verlauf der Deklarationsprozesse;\u2212 Erm\u00f6glichung eines medienbruchfreien Datenflusses zwischen den beteiligten Stellen sowie der Wiederverwendung von Daten;\u2212 bessere Vorhersehbarkeit der Zollabfertigung und des G\u00fcterumschlags;\u2212 Reduktion weiterer administrativer Kosten.Am anderen Ende der Priorit\u00e4tenskala befinden sich die Erleichterungen der Transitabl\u00e4ufe, die Koordination des Ansatzes zur G\u00fcterkontrolle und Rechtsanwendung sowie der Schutz sensitiver Handelsdaten.&#13;<\/p>\n<h2>Spezifische Ergebnisse f\u00fcr KMU<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nKMU, die drei Viertel der untersuchten Firmen ausmachten, ben\u00fctzen zur Vorbereitung und Eingabe von Zolldeklarationen weniger oft Informationssysteme (eigene IT- oder Warenbewirtschaftungs-Systeme) als gr\u00f6ssere Unternehmen. Je nach Informationssystem und Zollveranlagungsverfahren verwenden 0%\u201318% der KMU die Daten oder Funktionalit\u00e4ten dieser Systeme; die restlichen m\u00fcssen sich auf weniger automatisierte Systeme verlassen. Andere Arten der Automatisierung \u2013 wie <i>e-dec<\/i> oder das <i>New Computerized Transit System (NCTS)<\/i> \u2013 sind ebenfalls seltener als bei gr\u00f6sseren Unternehmen. Demgegen\u00fcber sind (digitale) Speichermedien der alten Deklarationen und der Einbezug von Drittanbietern (v.a. Zolldienstleister und gemietete Software) auf einem \u00e4hnlichen Niveau. KMU sind sich den Kosten der Zollkonformit\u00e4t \u2013 pro Jahr oder Deklaration \u2013 weniger bewusst als die gr\u00f6sseren Unternehmen. Die Differenz ist am h\u00f6chsten beim Import: Mehr als die H\u00e4lfte aller KMU kennen die Kosten nicht; bei gr\u00f6sseren Unternehmen ist es rund ein Drittel.Mit durchschnittlich 62 Franken pro Deklaration weisen KMU weit h\u00f6here Kosten aus als die gr\u00f6sseren Unternehmen, die daf\u00fcr 37 Franken aufwenden. Damit best\u00e4tigen sich die typischen Skalenertr\u00e4ge im Bereich der Zollkonformit\u00e4t. Betrachtet man die Entwicklungsbudgets f\u00fcr Zollkonformit\u00e4t, planen KMU in erster Linie Investitionen in interne IT-Systeme, w\u00e4hrend gr\u00f6ssere Firmen haupts\u00e4chlich in externe IT-L\u00f6sungen oder -Dienste investieren.&#13;<\/p>\n<h2>Wichtigste Probleme der Interaktion von Handel und Zoll<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBefragt man den privaten Sektor \u2212 in welchem Land auch immer \u2212 zu den wichtigsten Problemen im Bereich der Zolladministration, fehlt es in der Regel nicht an Kritik. Dieser Umstand h\u00e4ngt eng mit der schwierigen Doppelrolle des Zolls als Kontrollinstanz, die gleichzeitig den Handel erleichtern sollte, zusammen, was sie anf\u00e4llig f\u00fcr Beschwerden macht.Im Folgenden werden die Schl\u00fcsselthemen f\u00fcr die befragten Unternehmen zusammengefasst, im Bestreben, die ge\u00e4usserte Kritik so klar wie m\u00f6glich wiederzugeben:\u2212 An erster Stelle stehen lange Transit-Durchlaufzeiten, die von mindestens 15 Unternehmen beanstandet werden. Die Kommentare reichen von generellen Aussagen wie: <i>\u00abDie Durchlaufzeiten m\u00fcssen reduziert werden\u00bb<\/i> bis zu spezifischen Bedenken wie etwa Einbussen bei der Wettbewerbsf\u00e4higkeit \u2013 speziell im Vergleich zu EU-Konkurrenten, aber auch, was den Kundenservice betrifft. Ein Unternehmen bemerkt dazu: <i>\u00abDer Transport von der Schweiz nach Stuttgart ben\u00f6tigt drei Tage, davon einen Tag f\u00fcr den Zoll. Der Transport nach Asien ben\u00f6tigt vier Tage\u00bb.\u2212 Zweitens f\u00fchren mehrere Unternehmen Bedenken bez\u00fcglich den Gesamtkosten der Zollkonformit\u00e4t an. Mindestens 12 Unternehmen heben die Bedeutung der Kostenreduktion bei jedweder Art des Ausbaus von E-Zoll hervor.\u2212 Drittens \u00e4ussern einige Unternehmen Kritik an der <i>e-dec-L\u00f6sung.<\/i> Sie beklagen sich \u00fcber mangelnde Flexibilit\u00e4t, hohe Fehlerquoten und Update-Kosten. Ein Unternehmen erkl\u00e4rt: <i>\u00abWir haben grosse Probleme in der Kommunikation mit den Systemen \u2026 e-dec hat Daten, welche der Zoll nicht einsehen kann\u00bb.<\/i> Ein anderes Unternehmen: <i>\u00abBisher ist uns kein Nutzen (durch e-dec) bekannt. Im Gegenteil: Wir finden e-dec kompliziert und anf\u00e4llig f\u00fcr Informatikfehler \u2026\u00bb.\u2212 Last but not least profitierten 60% der antwortenden Unternehmen von der Vereinfachten Ausfuhrregelung (VAR), die am 31.3.2010 abgeschafft worden ist. Etwa 70% dieser fr\u00fcheren VAR-Beg\u00fcnstigten stellen seither eine Erh\u00f6hung ihrer Konformit\u00e4tskosten fest, haupts\u00e4chlich bedingt durch Investitionen in neue Soft- oder Hardware. Sechs Unternehmen weisen detaillierte Zahlen aus. Sie reichen von 3400 Franken (KMU) bis zu 128&nbsp;000 Franken (Grossunternehmen). <\/i><\/i>&#13;<\/p>\n<h2>Empfehlungen der Privatwirtschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der EU ans\u00e4ssige Wettbewerber haben einen Wettbewerbsvorteil beim Handel innerhalb der EU. Aus der Perspektive der Privatwirtschaft k\u00f6nnen gut ausgestaltete und implementierte E-Zoll-Dienste dazu beitragen, die Zollkonformit\u00e4tskosten zu verringern, sowie die grenz\u00fcberschreitenden Operationen effizienter und reibungsloser zu gestalten. Allerdings sind bei der Ausgestaltung und Implementierung solcher Dienste viele Details zu beachten; eine Patentl\u00f6sung gibt es daf\u00fcr nicht.&#13;<\/p>\n<h2>Reichweite und Priorit\u00e4ten f\u00fcr E-Zoll-Dienste<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine E-Zoll-Plattform kann aus vielen verschiedenen Diensten bez\u00fcglich Inhalt und Funktionalit\u00e4ten bestehen, die sich alle dem Ziel unterordnen, das grenz\u00fcberschreitende Konformit\u00e4tsmanagement f\u00fcr den Privatsektor schneller und billiger zu gestalten. Folgende Elemente von E-Zoll wurden von den Teilnehmenden identifiziert:\u2212 Vorbereitung der Deklarationen;\u2212 Eingabe der Deklarationen;\u2212 Anzeige des Status von eingegebenen Deklarationen;\u2212 Speicherung der Deklarationen;\u2212 Eingabe und Speicherung aller anderen Dokumente des Privatsektors f\u00fcr den Zoll, inkl. Monatsberichte mit spezifischen Tarifposten;\u2212 Zugriff auf alle Formulare betreffend grenz\u00fcberschreitenden Handel und Logistik, auch ausserhalb des Zolls.Als weitere m\u00f6gliche Komponenten einer zuk\u00fcnftigen E-Zoll-L\u00f6sung in der Schweiz wurden das Ausdrucken von Import-, Export- und Transitdokumenten (bei Bedarf in Papierform) oder -statistiken sowie ein Backup f\u00fcr die Deklarationsdaten erw\u00e4hnt. Beim Vergleich mit anderen E-Zoll-L\u00f6sungen im Ausland sollten auch Elemente wie interaktive Tarifklassifikationssysteme, offizielle Wechselkurse und bindende Weisungen in Betracht gezogen werden.&#13;<\/p>\n<h2>Verbesserung der Service-Qualit\u00e4t<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVerschiedene Antwortende w\u00fcrden eine m\u00f6glichst fr\u00fchzeitige Information \u00fcber kommende Anpassungen und Updates \u2013 sei es in Zusammenhang mit Prozeduren, Datenanforderungen oder anderen regulatorischen Dingen \u2013 begr\u00fcssen. Damit k\u00f6nnten Unternehmen den Zeitdruck mindern, so etwa beim Update ihrer eigenen Prozesse oder Systeme sowie der Schulung ihrer Mitarbeitenden. Eine E-Zoll-Plattform kann auch als proaktiver Informationskanal bei der Befriedigung dieses Bed\u00fcrfnisses dienen. Die M\u00f6glichkeit der kontinuierlichen Abwicklung von Zollangelegenheiten \u2013 z.B. unabh\u00e4ngig von B\u00fcrozeiten \u2013 wurde von mehreren Antwortenden als wichtiges Ziel erw\u00e4hnt. Angesichts der Tatsache, dass viele Aspekte die Mitwirkung von Beamten im Dienst ben\u00f6tigen, k\u00f6nnte eine E-Zoll-Plattform eine Art virtueller 24\/7-Kundendienst f\u00fcr Unternehmen sein, der w\u00e4hrend der Nachtstunden und\/oder an Wochenenden aktiv ist. Mindestens ein Teilnehmer hat den Wunsch ge\u00e4ussert, direkt mit Key Account Managern oder Mitarbeitenden mit detailliertem oder spezifischem Fachwissen zu bestimmten Tarifposten\/Versorgungsketten in Kontakt treten zu k\u00f6nnen. Auf diese Weise k\u00f6nnten Unternehmen es vermeiden, den Zoll bez\u00fcglich ihrer Spezialgebiete immer wieder neu \u00abbelehren\u00bb zu m\u00fcssen. Eine E-Zoll-Plattform k\u00f6nnte diesen Prozess mit der Bereitstellung einer effizienten Interaktion zwischen spezifischen Kunden und geeignetem Personal vereinfachen, und zwar landesweit. Und viertens \u2013 mit den vorangegangenen Punkten zusammenh\u00e4ngend \u2013 w\u00fcrde ein teilnehmendes Unternehmen es sch\u00e4tzen, wenn der Zoll mehr Schulung zum aktuellen und zuk\u00fcnftigen Konformit\u00e4ts-Management anbieten w\u00fcrde. Eine solche Schulung k\u00f6nnte durch eine E-Zoll-Plattform vereinfacht werden, sofern die n\u00f6tigen Ressourcen daf\u00fcr bereitgestellt w\u00fcrden. Die insgesamt neun Punkte umfassende \u00abWunschliste\u00bb der Privatwirtschaft zur Verbesserung der Interaktion mit dem Zoll ist in <i>Grafik 1<\/i> dargestellt.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGut ausgestaltete und implementierte E-Zoll-Dienste k\u00f6nnen Wegbereiter f\u00fcr ein 100% elektronisches Management aller zollspezifischen Daten sein. Das oberste Ziel ist der automatische Austausch sowohl von Export- wie auch von Import- und \u2013 wo m\u00f6glich \u2013 Transit-Deklarationsdaten zwischen zwei oder mehreren L\u00e4ndern. Dazu sind aber verschiedene politikbezogene, legislative, operationelle und technische Herausforderungen zu \u00fcberwinden; E-Zoll-Dienste k\u00f6nnen selbst keinen solchen Paradigmawandel einleiten. Bei Entscheiden bez\u00fcglich der n\u00e4chsten Generation von E-Zoll-Diensten in der Schweiz sollten die geeigneten finanziellen und personellen Ressourcen daf\u00fcr bereitgestellt werden, ohne dass dies auf Kosten der aktuellen Entwicklungen geht. Das Resultat sollte allen in der Schweiz ans\u00e4ssigen Benutzern frei zug\u00e4nglich und mit keinem Nutzungszwang verbunden sein. Der Entwicklungsprozess sollte sehr partizipativ und transparent und unter Einbezug aller involvierten staatlichen und privaten Akteure vor sich gehen. Und schliesslich sollten alle M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine weitere Harmonisierung, Integration und Automatisierung von grenz\u00fcberschreitendem Handel und Logistik zwischen der Schweiz und der EU ernsthaft gepr\u00fcft werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abWunschliste der Privatwirtschaft zur Verbesserung der Handel-Zoll-Interaktion\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die starke Aussenhandelsverflechtung der Schweiz bedingt, dass Unternehmen beim grenz\u00fcberschreitenden Handel Zollregulierungen und -formalit\u00e4ten unterworfen sind. Diese k\u00f6nnen administrative Zusatzbelastungen, logistischen Mehraufwand und Konformit\u00e4tskosten verursachen. Die Firmenumfrage fokussiert auf die Kosten der heutigen Zollveranlagungsverfahren. Ziel ist es, jene Bereiche zu identifizieren, in denen Potenzial f\u00fcr Kostenreduktionen und Effizienzsteigerungen besteht. 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