{"id":120805,"date":"2011-03-01T12:00:00","date_gmt":"2011-03-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/03\/hauri-10\/"},"modified":"2023-08-23T23:31:58","modified_gmt":"2023-08-23T21:31:58","slug":"hauri-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/03\/hauri-9\/","title":{"rendered":"E-Economy in der Schweiz \u2013 Situation und Potenziale aus volkswirtschaftlicher Sicht"},"content":{"rendered":"<p>Die Digitalisierung der Gesellschaft schreitet unaufhaltsam voran. Die damit verbundene Umgestaltung der Wirtschaft birgt ein enormes Potenzial, das es zur Wahrung der Attraktivit\u00e4t der Schweiz als Lebens- und Wirtschaftsstandort zu nutzen gilt. Der nachfolgende Artikel nimmt eine Analyse der Situation vor und zeigt die Potenziale der E-Economy Schweiz aus volkswirtschaftlicher Perspektive auf. Entgegen gewisser Unkenrufe deutet wenig auf eine allgemein ungen\u00fcgende Anpassungsf\u00e4higkeit der Schweizer Volkswirtschaft an die neuen Technologien hin. Dennoch lassen sich diverse Bereiche identifizieren, in welchen verbesserte Rahmenbedingungen die fr\u00fchzeitige und umfassende Nutzung IKT-spezifischer Potenziale erleichtern w\u00fcrden.&#13;<br \/>\nDiese Studie wurde finanziell durch das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) unterst\u00fctzt.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201103_04_Hauri_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"248\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Volkswirtschaftliche Effekte der Digitalisierung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind im Begriff, Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig umzugestalten. Die neuen M\u00f6glichkeiten der Speicherung, Verarbeitung und Verbreitung von Daten verf\u00fcgen \u00fcber das Potenzial, wirtschaftliche Abl\u00e4ufe aller Art effizienter zu gestalten, neue Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen und den Wohlstand zu vermehren. In Bezug auf die Arbeitsproduktivit\u00e4t lassen sich <i>drei Wirkungskan\u00e4le<\/i> unterscheiden, die in <i>Grafik 1<\/i> schematisch dargestellt sind. Ausgangspunkt und Triebfeder der produktivit\u00e4tsf\u00f6rdernden Effekte ist der <i>rapide technische Fortschritt im IKT-Bereich.<\/i> Dem IKT-Sektor gelingt es seit Jahrzehnten, immer leistungsf\u00e4higere Produkte und Dienstleistungen herzustellen, was sich volkswirtschaftlich in einer vom IKT-Sektor ausgehenden Erh\u00f6hung der totalen Faktorproduktivit\u00e4t \u2013 d.h. der Effizienz des kombinierten Einsatzes von Human- und Sachkapital \u2013 widerspiegelt (1. Kanal). Sinnbildlich f\u00fcr diesen technischen Fortschritt ist das ber\u00fchmte Moore\u2019s Law, das in etwa besagt, dass sich die Leistungsf\u00e4higkeit von Computerchips alle anderthalb bis zwei Jahre verdoppelt. Das 1965 formulierte \u00abGesetz\u00bb wird h\u00e4ufig zitiert, weil es die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte recht gut beschreibt und bis heute kein Abflachen dieses exponentiellen Trends abzusehen ist. Der technische Fortschritt sorgt f\u00fcr einen anhaltenden Preiszerfall von IKT-G\u00fctern<i>.<\/i> Ein Computer, der vor zehn Jahren mehrere 1000 Franken kostete, ist heute f\u00fcr einige 100 Franken erh\u00e4ltlich. Diese Entwicklung f\u00f6rdert die <i>Erneuerung und Erh\u00f6hung des Sachkapitalbestandes<\/i> in den Betrieben, wodurch die Pro-Kopf-Produktivit\u00e4t in den IKT-nutzenden Industrien steigt (2. Kanal). Dem dritten Wirkungskanal wird in der Literatur eine besonders tiefgreifende und nachhaltige Bedeutung beigemessen. Er beschreibt <i>Effizienzsteigerungen<\/i><i>in der gesamten Wirtschaft<\/i>, die sich durch den zunehmend <i>zielgerichteten Einsatz von IKT<\/i> ergeben: IKT erm\u00f6glichen betriebliche Prozess-innovationen, lassen neue Business-Modelle entstehen, f\u00f6rdern die Entwicklung komplement\u00e4rer Folgeinnovationen und vieles mehr. Eine wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang Netzwerkeffekte \u2013 also der Umstand, dass der von Plattformen wie dem Internet ausgehende Nutzen f\u00fcr alle Beteiligten je gr\u00f6sser ist, je mehr Nutzer vorhanden sind. So ist E-Commerce als Gesch\u00e4ftsmodell erst attraktiv, seit die Zahl der Internet-User eine kritische Schwelle \u00fcberschritten hat. Die Transformation neuer technischer M\u00f6glichkeiten in erh\u00f6hte Effizienz erfordert Lern- und Anpassungseffekte auf betrieblicher und gesellschaftlicher Ebene. Die F\u00e4higkeit einer Volkswirtschaft, diesen zeitintensiven Prozess so kurz wie m\u00f6glich zu halten, ist im Zeitalter der Digitalisierung ein zentrales Erfolgskriterium.&#13;<\/p>\n<h2>Schweizer Paradox?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer ber\u00fchmte Wachstums\u00f6konom Robert Solow befand im Jahre 1987 sp\u00f6ttisch, das Computerzeitalter sei \u00fcberall zu sehen ausser in den Produktivit\u00e4tsstatistiken. Tats\u00e4chlich gestaltet sich die Suche nach klarer empirischer Evidenz auch heute noch schwierig, namentlich auf volkswirtschaftlich aggregierter Ebene.&#13;<br \/>\nHierzu tragen allerdings auch methodische Herausforderungen sowie fehlende Datengrundlagen bei. Immerhin gibt es klare Indizien, dass die Schere des Produktivit\u00e4tswachstums, die sich zwischen den USA und Europa ab Mitte der 1990er-Jahre zu \u00f6ffnen begann, massgeblich auf die in den USA effizientere Nutzung von IKT zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Analysen auf Branchenebene zeigen, dass die Produktivit\u00e4t in den USA v.a. in jenen Branchen stieg, in welchen aufgrund des T\u00e4tigkeitsfeldes eine intensive IKT-Nutzung zu erwarten ist. F\u00fcr die Schweiz sind auf der volkswirtschaftlichen Ebene nach Kenntnisstand der Autoren keine Analysen verf\u00fcgbar. Die F\u00e4higkeit der Schweizer Volkswirtschaft, die zunehmende Digitalisierung in Produktivit\u00e4tsfortschritte und Wettbewerbsvorteile umzum\u00fcnzen, wurde in den vergangenen Jahren mehrfach in Frage gestellt. Hintergrund der Skepsis ist die Feststellung, dass in der Schweiz nachweislich kr\u00e4ftig in IKT investiert wird, aber kein sonderlich grosser IKT-Sektor vorhanden ist und die Wachstumsraten der zentralen Produktivit\u00e4tskennziffern im \u00fcberschaubaren Rahmen verharren.&#13;<br \/>\nDer Begriff \u00abSchweizer Paradox\u00bb wurde in diesem Zusammenhang von Comtesse (2005) gepr\u00e4gt. Ein zweiter Kritikpunkt ist, dass die Schweiz \u00fcber keine integrale IKT-F\u00f6rderstrategie verf\u00fcgt, was als Bedrohung f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Standortes interpretiert wird. Tats\u00e4chlich wurden in der j\u00fcngeren Vergangenheit vielerorts entsprechende Programme aufgegleist. Beispiele sind Digital Europe und i2010 auf EU-Ebene, France Num\u00e9rique, Digital Britain oder der US Broadband Plan. Vor diesem Hintergrund wurde das Institut f\u00fcr Wirtschaftsstudien Basel (IWSB) vom Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) beauftragt zu analysieren, ob die staatlichen Rahmenbedingungen die Herstellung, Umsetzung und Nutzung von IKT-Produkten und -Dienstleistungen in der Schweiz f\u00f6rdernd oder hemmend beeinflussen und durch welche Impulse das brachliegende Potenzial besser ausgesch\u00f6pft werden kann.&#13;<\/p>\n<h2>Ergebnisse der sektoralen Analyse<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn zunehmender Zahl stehen E-Readiness-Studien zur Verf\u00fcgung, welche die Staaten dahingehend einstufen, inwieweit sie f\u00fcr das digitale Zeitalter gewappnet sind. Die Analyse dieser Studien sowie der offiziellen statistischen Daten zur Informationsgesellschaft erh\u00e4rtet den Eindruck, dass sich die Schweiz im internationalen Vergleich in den meisten relevanten Bereichen (Infrastruktur, IKT-Nutzung etc.) keineswegs im R\u00fcckstand befindet. Sowohl die statistischen Daten als auch die E-Readiness-Rankings sind jedoch in verschiedener Hinsicht mit Vorsicht zu interpretieren. Verl\u00e4ssliche Hinweise, wo in der Schweiz ungenutztes Potenzial liegt, lassen sich letztlich nur aus der konkreten Analyse einzelner Bereiche und Sektoren extrahieren. Bei der Auswahl der zu analysierenden Bereiche wurde die Hypothese unterstellt, dass die Nutzung von IKT auf Dauer nur dort ineffizient sein kann, wo kein Markt gegeben ist oder dieser durch Regulierungen gesch\u00fctzt oder verzerrt wird. Unternehmen, die in einem kompetitiven (internationalen) Umfeld t\u00e4tig sind, k\u00f6nnen sich keine ineffiziente Allokation ihrer Produktionsfaktoren erlauben. Nachfolgend werden die Ergebnisse von einigen der untersuchten Bereiche summarisch dargestellt.&#13;<br \/>\nDownload der kompletten Studie unter http:\/\/e-economy.ch\/dokumentation.&#13;<\/p>\n<h2>Bildung und Bef\u00e4higung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie IKT-Potenziale lassen sich volkswirtschaftlich nur dann voll realisieren, wenn m\u00f6glichst alle Einwohner \u00fcber (minimale) IKT-Kompetenzen verf\u00fcgen und bereit sind, diese zu nutzen. Andernfalls kommt es u.a. zu Duplizierungen, weil traditionelle L\u00f6sungen weitergef\u00fchrt werden m\u00fcssen (z.B. im Bereich der Beh\u00f6rdendienste). Im internationalen Vergleich scheint der \u00abdigitale Graben\u00bb in der Schweiz nicht sonderlich ausgepr\u00e4gt zu sein; doch sind auch hierzulande Bev\u00f6lkerungsgruppen mit stark unterdurchschnittlichen IKT-Nutzungsquoten auszumachen. Der Bildungsstand spielt hierbei eine zentrale Rolle. Erfolgsversprechend sind in erster Linie Massnahmen, die auf schulischer Ebene ansetzen, da sie hier eine pr\u00e4ventive Wirkung entfalten. Die Identifikation und Mobilisierung betroffener Erwachsener gilt demgegen\u00fcber als schwierig und ist h\u00e4ufig von geringem Erfolg gekr\u00f6nt. Massnahmen zur \u00abSymptombek\u00e4mpfung\u00bb sind nicht g\u00e4nzlich abzulehnen, sollten jedoch ex ante umsichtig geplant und hinsichtlich ihres Erfolges laufend evaluiert werden.&#13;<\/p>\n<h2>E-Government<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEurop\u00e4ische Vergleichsstudien zeigen deutlich, dass die Schweiz bez\u00fcglich des elektronischen Beh\u00f6rdenverkehrs weit im R\u00fcckstand liegt (vgl. <i>Grafik 2<\/i>). Dies betrifft sowohl die Anzahl der verf\u00fcgbaren Dienste als auch deren Reifegrad. Zur Sicherung qualitativ hochwertiger und effizienter Beh\u00f6rdenkontakte sind deswegen klare staatliche Massnahmen gefordert. Der Bund hat den Bedarf erkannt und die Weiterentwicklung des E-Government zu einem Schwerpunkt der Strategie f\u00fcr eine Informationsgesellschaft in der Schweiz auserkoren. Die ergriffenen Massnahmen mit klar definierten Priorit\u00e4ten weisen in die richtige Richtung. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, \u00fcber Beh\u00f6rden und Verwaltungseinheiten hinweg das richtige Mass an Koordination zu finden, damit der F\u00f6deralismus als Triebfeder und nicht als Hemmnis f\u00fcr die weitere Entwicklung von E-Government wirkt.&#13;<\/p>\n<h2>E-Health<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Gesundheitswesen ist geradezu pr\u00e4destiniert, von den neuen M\u00f6glichkeiten der IKT zu profitieren, da kaum eine andere Industrie \u00e4hnlich informations- und kommunikationsintensiv ist. Die Bandbreite der bereits heute verf\u00fcgbaren Anwendungsm\u00f6glichkeiten ist ausgesprochen gross und verspricht sowohl qualitative Verbesserungen als auch \u2013 langfristig \u2013 Einsparpotenzial bei den Kosten. Die Bestandesaufnahme zeigt, dass die Schweiz im Bereich elektronischer Gesundheitsdienste heute keineswegs eine f\u00fchrende Stellung einnimmt. Von Seiten der Leistungserbringer sind zudem deutliche Vorbehalte gegen\u00fcber dem Einsatz von IKT festzustellen. Die F\u00f6rderung von E-Health ist deswegen vom Bund \u2013 neben E-Government \u2013 zur zweiten Priorit\u00e4t auf dem Weg zu einer Informationsgesellschaft bestimmt worden, was angesichts der hohen Regulierungsdichte im Gesundheitswesen sinnvoll erscheint. Die Herausforderungen sind indes zahlreich und reichen von Fragen des Datenschutzes \u00fcber die Festlegung von interoperablen Standards bis hin zur Schaffung von Effizienzanreizen in der Leistungserbringung. Letztere sind freilich nicht mit einer E-Health-Strategie zu erreichen, sondern erfordern einen vertieften Diskurs \u00fcber die allgemeine Weiterentwicklung des Gesundheitswesens.&#13;<\/p>\n<h2>Smart Grids<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIntelligente \u2013 d.h. IKT-gest\u00fctzte \u2013 Stromnetze (Smart Grids) sind heute noch Zukunftsmusik, obwohl die technischen M\u00f6glichkeiten weitgehend gegeben sind. In der Steuerungszentrale eines intelligenten Netzes k\u00f6nnte beispielsweise einprogrammiert sein, dass Ger\u00e4te im Leerlauf (Standby) bei sich abzeichnender Verknappung in der Produktion via Impuls automatisch ab- und danach wieder eingeschaltet werden. Das Potenzial von Smart Grids umfasst sowohl massive Einsparungen beim Stromverbrauch als auch einen signifikanten Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen. Die Bestandesaufnahme zeigt, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen in der Schweiz der Entwicklung von Smart Grids nicht f\u00f6rderlich sind. Das Haupthindernis d\u00fcrfte die enorme Zersplitterung der Versorgung in kleine und kleinste Elektrizit\u00e4tswerke darstellen, wobei auch andere Faktoren hemmend wirken. Weil die Schaffung IKT-gest\u00fctzter Netze viel Zeit in Anspruch nimmt, sind kurzfristige Impuls-Strategien kein taugliches Instrument. Es gilt, auf politischer Ebene Ziele und Anforderungen f\u00fcr Smart Grids zu erarbeiten und diese in die Revision des gesetzlichen Rahmens f\u00fcr die Elektrizit\u00e4tsversorgung einzubringen.&#13;<\/p>\n<h2>Smart Homes and Buildings<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\n\u00c4hnliches wie f\u00fcr Smart Grids gilt f\u00fcr intelligente Geb\u00e4ude und Anlagen (Smart Homes and Buildings), wobei das Energiesparpotenzial hier bottom-up und nicht top-down erfolgt. Analog zu Thermostaten, die Heizungen schon seit Jahrzehnten sozusagen thermomechanisch regulieren, k\u00f6nnten Helligkeitsmesser, Luftfeuchtigkeitsmesser, Bewegungsmelder und andere Sensoren via IKT erwirken, dass Lampen, L\u00fcftungen, Luftbefeuchter, Sonnenstoren, Bew\u00e4sserungsanlagen und dergleichen nur dann und nur so lange und so intensiv in Betrieb genommen werden, wie dies n\u00f6tig und sinnvoll ist. IKT-gest\u00fctztes Geb\u00e4udemanagement wird heute in Industrie- und Verwaltungsgeb\u00e4uden, in grossen Wohnsiedlungen sowie in Spit\u00e4lern und Pflegeheimen bereits relativ h\u00e4ufig umgesetzt. Es existieren in der Schweiz Geb\u00e4udemanagementunternehmen, welche entsprechende Dienste im In- und Ausland anbieten. Solange aber dem Geb\u00e4udemanagement nicht die Dienste und der Informationsfluss intelligenter Netze zur Verf\u00fcgung stehen, bleibt das Energie- und Umweltpotenzial eingeschr\u00e4nkt. Es ist absehbar, dass IKT-gest\u00fctzte Geb\u00e4ude mit der Schaffung IKT-gest\u00fctzter Netze massiv zunehmen werden. Die beste Politik zur F\u00f6rderung von Smart Homes and Buildings besteht folglich darin, die Entwicklung intelligenter Netze voranzutreiben.&#13;<\/p>\n<h2>Smart Transportation<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Einsatz von IKT zur integrierten Steuerung des Verkehrs (Strasse und \u00d6V) verspricht ein hohes Produktivit\u00e4ts-, Energie- und Umweltpotenzial. Asiatische L\u00e4nder wie Japan und S\u00fcdkorea gelten weltweit als f\u00fchrend, w\u00e4hrend die Schweiz die entsprechenden Potenziale heute noch kaum nutzt. Als internationale Verkehrsdrehscheibe und erfolgreicher Wirtschaftsstandort wird sie allerdings zunehmend darauf angewiesen sein, den Transport effizienter zu gestalten. Heute existieren in der Schweiz wie auch in den Nachbarstaaten diverse Forschungen und Planvorstellungen im Bereich IKT-gest\u00fctzter Strassen, doch sind daraus noch keine Strategien und verbindliche Planungen hervorgegangen. Priorit\u00e4r sollte ermittelt werden, was die Schweiz im Alleingang erreichen kann und in welchen Bereichen eine Koordination mit dem Ausland erforderlich ist.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit und Politikempfehlungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWas l\u00e4sst sich aus der Analyse ableiten? Dort, wo der Markt spielt, lassen sich kaum Hinweise auf ungen\u00fcgende oder ineffiziente IKT-Nutzung finden. Den zentralen Beitrag zur F\u00f6rderung der digitalen Wirtschaft kann der Bund dadurch leisten, dass er der Erhaltung eines allgemein kompetitiven wirtschaftlichen Umfelds Sorge tr\u00e4gt. Daneben existieren durchaus Sektoren, in welchen der Staat \u00fcber ein Gestaltungspotenzial verf\u00fcgt, das er \u2013 unter Ber\u00fccksichtigung liberaler ordnungspolitischer Prinzipien \u2013 auch nutzen sollte. Unbefriedigend ist die Situation namentlich in den Bereichen E-Government, E-Health und Smart Transportation, wo beim heutigen Stand die Feststellung eines Regulierungsversagens nahe liegt. Der Vorwurf eines IKT-spezifischen \u00abSchweizer Paradoxes\u00bb wirkt indessen insgesamt eher polemisch.Zus\u00e4tzlich zu den bereits genannten Empfehlungen ist die Implementierung eines aussagekr\u00e4ftigen Monitorings der E-Economy Schweiz zu fordern, damit sich die Entwicklung permanent evaluieren l\u00e4sst. Ausserdem ist eine IKT-spezifische Vorbildfunktion von Seiten des Bundes anzustreben. Ein sinnvoller Schritt w\u00e4re die Schaffung einer IKT-Regulierungsrichtlinie, gem\u00e4ss welcher die antragsstellenden Beh\u00f6rden bei s\u00e4mtlichen Vorlagen zu Gesetzen und Verordnungen verpflichtet sind, sich eingehend Gedanken \u00fcber die Folgen neuer Regeln auf den produktiven Einsatz von IKT zu machen und diese den Entscheidungsbeh\u00f6rden zur Kenntnis zu bringen. Als h\u00e4ufige Transaktionspartner von B\u00fcrgern und Unternehmen verf\u00fcgen Bund und Beh\u00f6rden ausserdem \u00fcber die grosse Chance, die Akzeptanz von elektronischen Gesch\u00e4ftsprozessen in der gesamten Volkswirtschaft \u2013 also auch B2C, B2B \u2013 zu f\u00f6rdern, indem sie selber von den hierf\u00fcr geeigneten Instrumenten aktiv Gebrauch machen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abWirkungskan\u00e4le des Einflusses von IKT auf die Arbeitsproduktivit\u00e4t\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abE-Government: Online-Verf\u00fcgbarkeit von 20 grundlegenden Diensten (in&nbsp;%)\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Literatur&#13;<\/p>\n<h3>Literatur<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n\u2212 Capgemini (2009), Smarter, Faster, Better eGovernment \u2013 8th Benchmark Measurement, <i><a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/information_\">http:\/\/ec.europa.eu\/information_<\/a> society\/eeurope\/i2010\/pc_post-i2010\/ index_en.<\/i>\u2212 Comtesse, Xavier (2005), Dartfish, Logitech, Swissquote und Co., Avenir Suisse (Hrsg.), Orell F\u00fcssli Verlag AG, Z\u00fcrich.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Digitalisierung der Gesellschaft schreitet unaufhaltsam voran. 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