{"id":120820,"date":"2011-03-01T12:00:00","date_gmt":"2011-03-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/03\/muller-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:32:04","modified_gmt":"2023-08-23T21:32:04","slug":"muller-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/03\/muller-3\/","title":{"rendered":"M\u00f6gliche administrative Entlastung f\u00fcr KMU im Bereich Zollverfahren"},"content":{"rendered":"<p>Von Zollverfahren sind die meisten Unternehmen betroffen. Das gilt nicht nur f\u00fcr die exportorientierten Unternehmen, sondern auch f\u00fcr jene, die h\u00e4ufig oder auch nur sporadisch G\u00fcter importieren. Im internationalen Vergleich sind diese Verfahren in der Schweiz zwar sehr effizient. Dennoch besteht ein Potenzial f\u00fcr administrative Entlastung, vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Die ausserparlamentarische Kommission \u00abKMU-Forum\u00bb hat sich 2010 mit diesem Thema befasst. Sie hat mehrere Massnahmen identifiziert, mit denen die administrative Belastung und Kosten f\u00fcr KMU in diesem Bereich reduziert werden k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h2>Internetplattform f\u00fcr Verzollungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGegenw\u00e4rtig steht die M\u00f6glichkeit der elektronischen Verzollung von G\u00fctern nur jenen Unternehmen offen, die \u00fcber eine spezielle Applikation verf\u00fcgen. Das KMUForum ist der Ansicht, dass eine Internet-Schnittstelle f\u00fcr Verzollungen eingerichtet werden sollte, auf die alle Unternehmen Zugriff haben. Dadurch k\u00f6nnten auch KMU von den Vereinfachungen der elektronischen Abwicklung profitieren, die nur eine bescheidene Anzahl von Deklarationen pro Jahr haben und f\u00fcr welche die Entwicklung oder Anschaffung einer Applikation zu kostspielig ist. Angesichts der finanziellen und administrativen Belastung w\u00e4re eine solche L\u00f6sung vorteilhaft und f\u00fcr zahlreiche KMU n\u00fctzlich. Das KMU-Forum schl\u00e4gt vor, die Funktionalit\u00e4ten der Applikation \u00abWeb-Dec\u00bb, die gegenw\u00e4rtig bei der Eidg. Zollverwaltung (EZV) entwickelt wird, so auszubauen, dass die Interoperabilit\u00e4t verbessert wird. Diese Empfehlung tr\u00e4gt den immer wiederkehrenden Anfragen von Unternehmen Rechnung und liegt auch auf der Linie der wichtigsten Dachverb\u00e4nde.&#13;<\/p>\n<h2>Interaktion mit den Verzollungssystemen der EU-Staaten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Europ\u00e4ische Kommission hat vor einigen Jahren zwei Projekte lanciert: einerseits der gemeinschaftliche Zollkodex und andererseits der papierlose, vollelektronische Zollverkehr innerhalb der EU. Deren Ziel ist es unter anderem, die Zollsysteme der einzelnen L\u00e4nder untereinander kompatibel zu gestalten, den Informationsaustausch der Beh\u00f6rden zu verbessern, die elektronische Deklaration als Standard zu etablieren sowie ein zentralisiertes Verzollungssystem zu schaffen. Diese Neuerungen sollen die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Unternehmen verbessern, indem sie die Kosten reduzieren und die Sicherheit erh\u00f6hen. In dieser Optik w\u00e4re es w\u00fcnschenswert, den direkten Austausch der Verzollungssysteme der Schweiz und unserer Partner zu erm\u00f6glichen und so die Daten\u00fcbermittlung f\u00fcr die betroffenen Unternehmen im Vergleich zu heute einfacher und wirtschaftlicher zu gestalten. Dadurch w\u00fcrde der Handel \u2013 insbesondere f\u00fcr KMU \u2013 wesentlich erleichtert. Das KMU-Forum empfiehlt deshalb, so schnell wie m\u00f6glich Gespr\u00e4che mit der EU zur M\u00f6glichkeit einer zuk\u00fcnftigen Zusammenarbeit in diesem Bereich aufzunehmen. Es begr\u00fcsst die dahingehende Entscheidung des Bundesrates im Dezember 2010.&#13;<\/p>\n<h2>Sicherheitsmassnahmen: Administrative Belastung begrenzen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn den letzten Jahren wurden weltweit neue Sicherheitsmassnahmen \u2013 u.a. in den Bereichen Personentransport und Luftfracht \u2013 ergriffen. K\u00fcrzlich hat die EU f\u00fcr den G\u00fcteraustausch mit den Drittstaaten eine Bestimmung erlassen, wonach Importe und Exporte zum Voraus deklariert werden m\u00fcssen. Um die weitreichenden Konsequenzen zu vermeiden, welche diese Regelung f\u00fcr den bilateralen Handel zwischen der Schweiz und den EU-L\u00e4ndern h\u00e4tte haben k\u00f6nnen, wurde ein neues Abkommen zur Zollvereinfachung und Zollsicherheit ausgehandelt. Es beinhaltet die gegenseitige Anerkennung der Sicherheitsnormen, damit der Austausch ohne Verz\u00f6gerung weiterl\u00e4uft. Gleichzeitig ist der Handel mit Drittstaaten seit dem 1. Januar 2011 neuen und strengeren Sicherheitsnormen unterworfen. Um die administrative Belastung und die Kosten f\u00fcr die betroffenen Unternehmen zu reduzieren, wurden f\u00fcr die AEO-zertifizierten Unternehmen <i>(Authorised Economic Operator)<\/i> Vereinfachungen vorgesehen. F\u00fcr das KMU-Forum gehen diese Massnahmen zwar in die richtige Richtung, sollten aber noch verbessert werden. Generell besteht im Bereich der Sicherheitsvorschriften ein Risiko der administrativen \u00dcberbelastung. Es gilt daher in den kommenden Jahren, wachsam zu bleiben und die Belastung der Unternehmen \u2013 speziell der KMU \u2013 in finanzieller wie auch administrativer Hinsicht in akzeptablen und vern\u00fcnftigen Grenzen zu halten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Zollverfahren sind die meisten Unternehmen betroffen. Das gilt nicht nur f\u00fcr die exportorientierten Unternehmen, sondern auch f\u00fcr jene, die h\u00e4ufig oder auch nur sporadisch G\u00fcter importieren. 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