{"id":121011,"date":"2010-12-01T12:00:00","date_gmt":"2010-12-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/12\/rohner-6\/"},"modified":"2023-08-23T23:32:40","modified_gmt":"2023-08-23T21:32:40","slug":"rohner-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/12\/rohner-5\/","title":{"rendered":"Ein sorgf\u00e4ltig austariertes Massnahmenpaket"},"content":{"rendered":"<p>In einer Marktwirtschaft muss jedes Unternehmen, welches im Markt versagt hat, untergehen k\u00f6nnen. Oft geht vergessen, dass zum Prozess der \u00absch\u00f6pferischen Zerst\u00f6rung\u00bb von Joseph Schumpeter die Sch\u00f6pfung von Neuem ebenso wie der Untergang gescheiterter Firmen, Branchen oder Strukturen geh\u00f6rt. In diesem Sinne hat sich die Credit Suisse immer f\u00fcr eine L\u00f6sung ausgesprochen, welche es erlaubt, systemkritische Banken in geordnetem Rahmen abwickeln zu lassen, und dies ohne Belastung des Steuerzahlers. Die Credit Suisse hat in ihrer \u00fcber 150-j\u00e4hrigen Unternehmensgeschichte nie staatliche Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigt, und das soll auch in Zukunft so bleiben.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas von der Expertenkommission nun vorgeschlagene Massnahmenpaket st\u00e4rkt als Ganzes die Systemstabilit\u00e4t und l\u00f6st das Problem der impliziten Staatsgarantie, ohne die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweizer Grossbanken und unseres Finanzplatzes \u00fcber Massen zu beeintr\u00e4chtigen. Einerseits erh\u00f6hen die einzelnen Massnahmen die F\u00e4higkeit von Banken zur Absorption von Verlusten und wirken damit pr\u00e4ventiv. Andererseits erlauben sie, im Krisenfall die systemrelevanten Aktivit\u00e4ten \u2013 wie Zahlungsverkehr, Kredite und Depositenge-sch\u00e4ft \u2013 sicherzustellen, selbst wenn der Bank Konkurs droht bzw. dieser unvermeidlich wird. Die hart errungenen und breit abgest\u00fctzten, gemeinsamen Empfehlungen von Aufsichtsbeh\u00f6rden, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft stellen einen integrierten Policy Mix dar, der sorgf\u00e4ltig austariert und in sich schl\u00fcssig ist.&#13;<\/p>\n<h2>Massive Anstrengungen der Grossbanken<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDiese Massnahmen erfordern von den Grossbanken w\u00e4hrend der n\u00e4chsten Jahre massive Anstrengungen zur St\u00e4rkung der Kapitalbasis und im organisatorischen Bereich. Dabei wird nicht nur ein \u00e4usserst diszipliniertes Risikomanagement zwingend sein; durch die neuen Eigenkapitalanforderungen wird auch der Kosten- und Margendruck f\u00fcr die Grossbanken zunehmen. Die Credit Suisse hat sich seit einiger Zeit auf diese aufsichtsrechtlichen Entwicklungen vorbereitet, namentlich durch die konsequente Implementierung einer kundenorientierten, kapitaleffizienten Gesch\u00e4ftsstrategie. Wir sind deshalb heute zuversichtlich, die sehr strengen neuen Anforderungen durch Aufbau von Kapital aus Gewinnen erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, ohne bei unseren Wachstumspl\u00e4nen oder bei der Dividendenpolitik einschneidende \u00c4nderungen vornehmen zu m\u00fcssen.&#13;<\/p>\n<h2>Auch andere Akteure sind gefordert<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie systemrelevanten Schweizer Grossbanken sind also gefordert. Aber auch andere Akteure m\u00fcssen f\u00fcr ein gutes Gelingen nun ihren Beitrag leisten: Die Schweizer Regulatoren haben sich nun konsequenterweise auf internationaler Ebene f\u00fcr \u00e4hnlich strenge Regelungen einzusetzen, um Wettbewerbsnachteile f\u00fcr den Finanzplatz Schweiz zu verhindern, aber auch um die Systemstabilit\u00e4t des globalen Finanzsystems als solches zu st\u00e4rken. Im Inland gilt es sicherzustellen, dass Fristen und Regeln im internationalen Gleichschritt gesetzt werden, um regulatorischer Arbitrage vorzubeugen. Parlament, Regierung und Verwaltung stehen vor der Herausforderung, in einem anspruchsvollen innenpolitischen Umfeld die Empfehlungen der Kommission so umsetzen zu k\u00f6nnen, dass nicht nur die Stabilit\u00e4t des Finanzsystems gef\u00f6rdert wird, sondern auch das Wachstum unserer Volkswirtschaft gew\u00e4hrleistet bleibt. Es ist zwar richtig, dass Banken zu wichtig f\u00fcr unser Land sind, als dass sie einer ungen\u00fcgenden Regulierung \u00fcberlassen werden k\u00f6nnen. Mit der gleichen Begr\u00fcndung muss aber auch sichergestellt werden, dass Erfolg und Wachstum solcher f\u00fcr unsere Volkswirtschaft so bedeutenden Unternehmen nicht durch unverh\u00e4ltnism\u00e4ssige oder gar untaugliche Vorschriften gef\u00e4hrdet werden.&#13;<\/p>\n<h2>Eine zukunftsgerichtete Konsensl\u00f6sung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Credit Suisse hat zur L\u00f6sung der Too-big-to-fail-Problematik beigetragen, indem sie im Rahmen der Expertenkommission ihr Know-how umfassend zur Verf\u00fcgung gestellt und konstruktiv an der Ausarbeitung des Massnahmenpakets mitgewirkt hat. Trotz harten Diskussionen und einschneidenden Vorschl\u00e4gen stellt das Resultat eine wenn auch in vielen Bereichen schmerzhafte, aber letztlich f\u00fcr die Stabilit\u00e4t unserer Volkswirtschaft wichtige und zukunftsgerichtete Konsensl\u00f6sung dar.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer Marktwirtschaft muss jedes Unternehmen, welches im Markt versagt hat, untergehen k\u00f6nnen. Oft geht vergessen, dass zum Prozess der \u00absch\u00f6pferischen Zerst\u00f6rung\u00bb von Joseph Schumpeter die Sch\u00f6pfung von Neuem ebenso wie der Untergang gescheiterter Firmen, Branchen oder Strukturen geh\u00f6rt. 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