{"id":121026,"date":"2010-11-01T12:00:00","date_gmt":"2010-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/11\/altfelder-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:32:45","modified_gmt":"2023-08-23T21:32:45","slug":"altfelder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/11\/altfelder\/","title":{"rendered":"Warum eine Deutsche Rohstoffagentur?"},"content":{"rendered":"<p>Die zunehmende Bedeutung von Fragen der Rohstoffsicherung erfordert eine zentrale Schnitt- und Informationsstelle, die das Themenfeld umfassend vertritt und vernetzt. Davon profitiert nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern letztlich die Gesellschaft als Ganzes. Auch die Politik profitiert von einer Rohstoffagentur: Aufbauend auf den Informationen, die sie zur Verf\u00fcgung stellt, k\u00f6nnen politische Entscheidungen zur Rohstoffsicherung unterst\u00fctzt und fachlich flankiert werden. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201011_07_Altfelder_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"248\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Aktuelle Situation auf den Rohstoffm\u00e4rkten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie weltweite Rohstoffsituation hat sich in den vergangenen f\u00fcnf Jahren grunds\u00e4tzlich ge\u00e4ndert. Infolge des rasanten Wirtschaftswachstums der Schwellenl\u00e4nder \u2013 allen voran Chinas \u2013 ist der Rohstoffbedarf in diesen L\u00e4ndern deutlich gestiegen. W\u00e4hrend beispielsweise China in den 1980er- und 1990er-Jahren ein grosser Rohstoffexporteur war, ist das Land heute bei vielen Rohstoffen der gr\u00f6sste Verbraucher und importiert Rohstoffe in grossem Massstab. Wichtige rohstoffverbrauchende Schwellenl\u00e4nder haben mittlerweile ihre Rohstoffpolitik strategisch ausgerichtet und entsprechende rohstoffwirtschaftliche Massnahmen ergriffen. Auch Wettbewerbsverzerrungen \u2013 wie z. B. chinesische Exportz\u00f6lle und -quoten auf Seltene Erden \u2013 behindern den freien Zugang zu Rohstoffen. Zudem sind im globalen Massstab einige wichtige Rohstoffe auf wenige Firmen und L\u00e4nder konzentriert. Dar\u00fcber hinaus gef\u00e4hrdet die politische Instabilit\u00e4t einiger dieser L\u00e4nder die kontinuierliche Rohstoffversorgung.Bezogen auf Baurohstoffe, Industrieminerale, Stein- und Kalisalz sowie Braunkohle ist Deutschland ein rohstoffreiches Land. Deutschland ist jedoch bei Energierohstoffen zu einem sehr hohen Anteil und bei Metallrohstoffen zu 100% von Importen abh\u00e4ngig. Die Rohstoffversorgung ist sozusagen die Achillesferse f\u00fcr die deutsche Wirtschaft, insbesondere f\u00fcr Schl\u00fcsseltechnologien und Hightech. Auch in Hinblick auf neue Technologieentwicklungen, vor allem beim Ausbau der erneuerbaren Energien und der Elektromobilit\u00e4t, ist in den n\u00e4chsten Jahren mit einem steigenden Bedarf an Metallrohstoffen \u2013 speziell an sogenannten Hightechrohstoffen wie Seltenen Erden, Lithium, Tantal, Indium, Germanium etc. \u2013 zu rechnen. Diese Gesamtsituation kann mittelfristig Auswirkungen f\u00fcr deutsche und europ\u00e4ische Unternehmen beim Zugang zu Rohstoffen haben. Geschlossene Stoffkreisl\u00e4ufe, bei denen die Nachfrage vollst\u00e4ndig aus Recyclingmaterial gedeckt wird, sind nach \u00fcberwiegender Expertenmeinung in absehbarer Zukunft nicht erreichbar. In der rohstoffverarbeitenden Industrie setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass Verknappungen an den Rohstoffm\u00e4rkten zu Produktionseinschr\u00e4nkungen f\u00fchren und Innovationen behindern k\u00f6nnen. Steigende Rohstoffpreise und Probleme bei der Verf\u00fcgbarkeit erfordern daher auch ein verst\u00e4rktes politisches Handeln.&#13;<\/p>\n<h2>Initiativen auf nationaler und europ\u00e4ischer Ebene<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung Deutschland unter Federf\u00fchrung des Wirtschaftsministeriums im Jahr 2007 auf der Grundlage eines intensiven Dialoges zwischen Wirtschaft und Politik die <i>Elemente einer Rohstoffstrategie der Bundesregierung Deutschland<\/i> entwickelt und auf dem <i>2. BDI-Rohstoffgipfel<\/i> im Jahre 2007 vorgestellt. Ein Ergebnis dieses Gipfels war die Einrichtung des interministeriellen Ausschusses Rohstoffe. Diese strategischen Ans\u00e4tze sind auch massgeblich in die rohstoffpolitische Diskussion der EU eingeflossen, mit dem Ergebnis, dass die EU 2008 die <i>EU Raw Materials Initiative<\/i> ver\u00f6ffentlicht hat (KOM 2008 699). Ende 2010 beabsichtigt die EU, Schlussfolgerungen und Empfehlungen in einer weiteren Mitteilung vorzulegen. Ziele sind der diskriminierungsfreie Zugang zu Rohstoffen auf dem Weltmarkt \u2013 insbesondere durch Massnahmen der Handels- und Wettbewerbspolitik \u2013 und die st\u00e4rkere Versorgung mit Rohstoffen aus europ\u00e4ischen Quellen. Die Senkung des Prim\u00e4rrohstoffverbrauchs soll durch Recycling sowie Forschung und Entwicklung in den Bereichen Rohstoffsubstitution bzw. -effizienz erreicht werden. Im Fr\u00fchjahr 2010 hat der Bundeswirtschaftsminister auf nationaler Ebene den Rohstoffdialog zwischen Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft initiiert. In diesen Dialog sind auf Regierungsebene insbesondere das Ausw\u00e4rtige Amt und das Bundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eingebunden. Die Ergebnisse dieses Dialoges werden in einer Rohstoffstrategie der Bundesregierung m\u00fcnden. Als eine strukturelle Massnahme im Rahmen der Rohstoffstrategie hat Bundeswirtschaftsminister Br\u00fcderle am 4. Oktober 2010 die Deutsche Rohstoffagentur in der Bundesanstalt f\u00fcr Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) gegr\u00fcndet. Die Rohstoffagentur dient als Schnittstelle und fungiert f\u00fcr Wirtschaft und Politik als zentrale Informations- und Beratungsplattform. Ordnungspolitisch gilt in Deutschland, dass es grunds\u00e4tzlich Aufgabe der Wirtschaft ist, ihre Rohstoffversorgung sicherzustellen. Die staatlichen Aktivit\u00e4ten konzentrieren sich darauf, die politischen, rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen f\u00fcr eine international wettbewerbsf\u00e4hige Rohstoffversorgung zu setzen. Die flankierenden Massnahmen betreffen vor allem die Unterst\u00fctzung der Wirtschaft durch rohstoffpolitische F\u00f6rderinstrumente, Forschungsf\u00f6rderung sowie die aussen- und entwicklungspolitische Begleitung von Rohstoffinteressen im Ausland.&#13;<\/p>\n<h2>Aufgaben und Ziele der Deutschen Rohstoffagentur<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBereits seit ihrer Gr\u00fcndung unterst\u00fctzt die BGR die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft in rohstoffwirtschaftlichen und geowissenschaftlichen Fragen. Im Rohstoffsektor hat die BGR langj\u00e4hrige Erfahrungen in der Lagerst\u00e4tten- und Rohstoffforschung sowie in der Rohstoff- und Bergwirtschaft. Dar\u00fcber hinaus ist sie durch ihre Arbeiten in der Entwicklungszusammenarbeit weltweit im Geo- und Rohstoffsektor vernetzt. Die politische Entscheidung, die neugegr\u00fcndete Deutsche Rohstoffagentur in die BGR zu integrieren, war der folgerichtige Schritt. Das vorhandene Know-how und die bestehende Infrastruktur ist eine ideale Ausgangsbasis f\u00fcr die Einrichtung der Agentur.In der derzeitigen Aufbauphase sowie im laufenden Betrieb wird die deutsche Wirtschaft eng in den Entwurf und die Weiterentwicklung des Agenturkonzeptes eingebunden. Die zuk\u00fcnftigen Produkte und Dienstleistungen der Agentur orientieren sich am Bedarf der Wirtschaft, der \u00fcber die beteiligten Wirtschaftsverb\u00e4nde \u2013 vor allem den BDI als Dachverband der Industrie \u2013 mittels Umfragen, Konferenzen und Netzwerke ermittelt wird. Als Dienstleister der rohstoffexplorierenden, -gewinnenden und -verarbeitenden Wirtschaft sowie der Bergbautechnik-Industrie stellt die Agentur eine rohstoffwirtschaftliche Wissensbasis zur Verf\u00fcgung, die in Deutschland einmalig ist. Die Rohstoffagentur kooperiert auch mit rohstoffreichen Drittl\u00e4ndern \u2013 vor allem mit Entwicklungsl\u00e4ndern \u2013 bei der nachhaltigen Nutzung ihrer Rohstoffpotenziale und der Integration in die internationale Rohstoffwirtschaft. Ziel ist eine zum gegenseitigen Nutzen geschlossene Partnerschaft mit Deutschland.Die Rohstoffagentur ber\u00e4t die deutsche Wirtschaft in fachlichen Fragen zu allen Aspekten der Metalle, Industrieminerale, Steine und Erden sowie Energierohstoffe. Die vollst\u00e4ndige Betrachtung aller Rohstoffgruppen erlaubt die flexible und vorausschauende Reaktion auf den Bedarf in einem sich kontinuierlich wandelnden Markt. Inhaltlich konzentriert sich die Agentur auf die Bewertung der globalen Verf\u00fcgbarkeit von Rohstoffen und die Versorgungssicherheit Deutschlands. Weitere Themen sind neue Rohstoffpotenziale, die nachhaltige Nutzung von Rohstoffen und Rohstoffeffizienz.&#13;<\/p>\n<h2>Konzeption mit f\u00fcnf Modulen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Konzept der Deutschen Rohstoffagentur sieht f\u00fcnf Module vor, die im Folgenden kurz vorgestellt werden. Bereits seit Mai 2010 steht ein Kontaktb\u00fcro f\u00fcr Anfragen zur Verf\u00fcgung. Ein stufenweiser Aufbau der Agentur in der BGR ist bis Ende 2013 bzw. Anfang 2014 vorgesehen.&#13;<\/p>\n<h2>Rohstoffinformationssystem<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nKernst\u00fcck der Deutschen Rohstoffagentur ist das Rohstoffinformationssystem. Im internationalen Wettbewerb auf den Rohstoffm\u00e4rkten ist Information ein wertvolles Gut, das die Transparenz von M\u00e4rkten erh\u00f6ht und im Rahmen der Rohstoffsicherung sachlich fundierte Entscheidungen unterst\u00fctzt.Im Portfolio des Rohstoffinformationssystems sollen vielf\u00e4ltige Informationen aktuell wissenschaftsbasiert zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Dazu geh\u00f6ren Bewertungen zur aktuellen und zuk\u00fcnftigen Marktsituation von Rohstoffen und Rohstoffgruppen sowie der gesamten Marktentwicklung anhand von Fr\u00fchindikatoren. Weiterhin sind rohstoffbezogene L\u00e4nderinformationen vorgesehen. Auch der BGR-Preisindex zur Darstellung der Preisentwicklung und -volatilit\u00e4t soll weiterentwickelt werden. Die Einrichtung einer Rohstoff-Kontaktplattform steht noch am Anfang, ebenso wie die Etablierung von j\u00e4hrlichen Rohstofftagungen. Es ist vorgesehen, die inhaltliche Grundausstattung des Informationssystems in Hinblick auf den externen Bedarf kontinuierlich anzupassen. F\u00fcr die digital vorgehaltenen Produkte ist ein Internetportal in Planung, das den h\u00fcrdenfreien Zugang zu allen aktuellen Informationsangeboten der Deutschen Rohstoffagentur gew\u00e4hrleisten wird.&#13;<\/p>\n<h2>Service f\u00fcr die deutsche Wirtschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Engagement deutscher Unternehmen im Rohstoffbereich nimmt aufgrund der aktuellen Entwicklungen in diesem Sektor wieder kontinuierlich zu. Die Deutsche Rohstoffagentur ist in der g\u00fcnstigen Situation, das in der BGR vorhandene Know-how und die L\u00e4ndererfahrung f\u00fcr die direkte Beratung von Unternehmen einsetzen zu k\u00f6nnen. Kundenspezifische Bewertungen zur Marktsituation von Rohstoffen, die Analyse von produktspezifischen Beschaffungsrisiken und die Flankierung von Massnahmen zur Rohstoffsicherung und -diversifizierung er\u00f6ffnen Unternehmen die Chance, sich individuell auf die Marktsituation einzustellen und\/oder sich gezielt in Rohstoffprojekten zu engagieren. Ziel ist es, insbesondere die klein- und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen (KMU) zu unterst\u00fctzen.&#13;<\/p>\n<h2>Fachliche Unterst\u00fctzung von Rohstofff\u00f6rderprogrammen der Bundesregierung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nRohstofff\u00f6rderprogramme sind kein neues Instrument der Politik. Bis in die 1980er-Jahre gab es das sogenannte Explorationsf\u00f6rderprogramm, das zwar sehr erfolgreich war, aber aufgrund der entspannten Rohstoffm\u00e4rkte und des teilweisen \u00dcberangebotes von Rohstoffen in den 1990er-Jahren an Nachfrage verlor. Gegenw\u00e4rtig unterst\u00fctzt die Bundesregierung f\u00f6rderungsw\u00fcrdige Rohstoffvorhaben im Ausland mit Investitionsgarantien, insbesondere die Garantien f\u00fcr ungebundene Finanzkredite. Die Deutsche Rohstoffagentur wird die heutigen und zuk\u00fcnftigen F\u00f6rderinstrumentarien der Bundesregierung auf den Gebieten der Rohstofferkundung, Rohstoffgewinnung, der Rohstoff- und Materialeffizienz etc. fachlich flankieren.&#13;<\/p>\n<h2>Vorfeldarbeiten und Projekte mit der Industrie<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nForschungs- und Entwicklungsarbeiten (F&amp;E) in der Lagerst\u00e4tten- und Meeresforschung sowie in der Rohstoff- und Bergwirtschaft haben an der BGR eine lange Tradition. Noch intensiver als in der Vergangenheit soll im Rahmen der Deutschen Rohstoffagentur daran gearbeitet werden. M\u00f6gliche Themenschwerpunkte sind marine Rohstoffpotenziale, innovative Lagerst\u00e4ttenkonzepte und nichtkonventionelle Energierohstoffe. Aktuell werden z. B. marine Manganknollen untersucht \u2013 mit Blick auf einen m\u00f6glichen Meeres- und Tiefseebergbau der Zukunft. Die Ergebnisse aus derartigen Vorfeldarbeiten sollen in industrielle Aktivit\u00e4ten m\u00fcnden. Gemeinsam mit der Wirtschaft werden dar\u00fcber hinaus neue Ans\u00e4tze und\/oder Projekte mit Pilot- und F&amp;E-Charakter bearbeitet. Ein Beispiel ist das zurzeit laufende Pilotprojekt zum Aufbau von zertifizierten Rohstoffhandelsketten f\u00fcr Coltan, Zinn und Wolfram zwischen ruandischen Produzenten und europ\u00e4ischen Abnehmern. Weitere Themenschwerpunkte sind Rohstoffeffizienz \u2013 z. B. Effizienzpotenziale bei der Prim\u00e4rgewinnung und Rohstoffpotenziale in Bergbaureststoffen \u2013 und die nachhaltige Nutzung von Rohstoffen.&#13;<\/p>\n<h2>Kooperationen mit Rohstoffl\u00e4ndern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Kooperation mit rohstoffreichen L\u00e4ndern \u2013 haupts\u00e4chlich mit Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern \u2013 basiert auf den langj\u00e4hrigen Erfahrungen der BGR in der technischen Zusammenarbeit mit Entwicklungsl\u00e4ndern. Hierbei sollen schwerpunktm\u00e4ssig rohstoffwirtschaftliche Partnerschaften mit ausgew\u00e4hlten L\u00e4ndern aufgebaut werden. Die gemeinsame Durchf\u00fchrung von Leuchtturmprojekten in enger Abstimmung mit der Entwicklungszusammenarbeit wird f\u00fcr die Integration der L\u00e4nder in die internationale Rohstoffwirtschaft und die Nachhaltigkeit des Bergbaus wegweisend sein. Die Erarbeitung von Investorenhandb\u00fcchern und die Bewertung von neuen bzw. alternativen Rohstoffpotenzialen werden m\u00f6gliche Investitionsentscheidungen deutscher Unternehmen in den L\u00e4ndern unterst\u00fctzen. Durch diese intensiven und langfristigen Kooperationen wird auch der Zugang der deutschen Wirtschaft zu Rohstoffen in rohstoffreichen L\u00e4ndern unterst\u00fctzt. Ziel ist eine Win-win-Situation. Leitmotiv der gemeinsamen Projekte, an denen auch die Wirtschaft beteiligt werden soll, ist die nachhaltige Entwicklung.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDeutschland braucht eine Rohstoffagentur, da sich aktuell die weltweite Rohstoffsituation deutlich ge\u00e4ndert hat und die deutsche Rohstoffwirtschaft vor neuen Herausforderungen steht. Eine in Eigenregie betriebene, umfassende Information \u00fcber die aktuellen Entwicklungen auf den Rohstoffm\u00e4rkten sowie m\u00f6gliche Investitionsbewertungen im Rohstoffsektor \u00fcberfordert viele KMU. Die individuellen rohstoffbezogenen Probleme bei Produktionsfragen und\/oder Investitionsentscheidungen der Unternehmen sind sehr \u00e4hnlich. Eine B\u00fcndelung der flankierenden Aktivit\u00e4ten in Form einer Rohstoffagentur ist daher sinnvoll und schafft auf effiziente Art einen Mehrwert f\u00fcr Wirtschaft und Gesellschaft.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abSelbstversorgungsgrad Deutschlands, Datenbasis 2008\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abRohstoffimporte Deutschlands, 2009\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Mineralische Rohstoffe und ihre Verf\u00fcgbarkeit&#13;<\/p>\n<h3>Mineralische Rohstoffe und ihre Verf\u00fcgbarkeit<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nMineralische Rohstoffe sind Bodensch\u00e4tze aus nat\u00fcrlichen Lagerst\u00e4tten, die durch Bergbau gewonnen werden. Lagerst\u00e4tten sind durch geologische Prozesse als Anreicherungen von bestimmten Stoffen entstanden. Sie sind damit ortsgebunden, r\u00e4umlich begrenzt und in menschlichen Zeitr\u00e4umen nicht erneuerbar. In absehbarer Zeit sind bei Rohstoffen weltweit keine physischen Verknappungen zu erwarten; einzige Ausnahme d\u00fcrfte Erd\u00f6l sein. Alle anderen Rohstoffe sind weltweit auch langfristig in ausreichendem Masse geologisch verf\u00fcgbar. Verknappungen k\u00f6nnen aber vor\u00fcbergehend entstehen, wenn zu wenig exploriert wird oder Engp\u00e4sse bei den Gewinnungs-, Transport- oder Verarbeitungskapazit\u00e4ten auftreten. Dies f\u00fchrt vor\u00fcbergehend zu Ungleichgewichten von Angebot und Nachfrage mit den damit verbundenen Preissignalen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zunehmende Bedeutung von Fragen der Rohstoffsicherung erfordert eine zentrale Schnitt- und Informationsstelle, die das Themenfeld umfassend vertritt und vernetzt. Davon profitiert nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern letztlich die Gesellschaft als Ganzes. 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