{"id":121061,"date":"2010-11-01T12:00:00","date_gmt":"2010-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/11\/flessenkaemper-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:33:05","modified_gmt":"2023-08-23T21:33:05","slug":"flessenkaemper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/11\/flessenkaemper\/","title":{"rendered":"Die Strategie der wirtschaftlichen Landesversorgung im Lichte ver\u00e4nderter weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen"},"content":{"rendered":"<p>Die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr eine sichere Versorgung der Schweiz haben sich ver\u00e4ndert. Eine zunehmend vernetzte, automatisierte und dynamisierte Wirtschaft f\u00fchrt zu fragilen und verletzlichen Versorgungsstrukturen. Die wirtschaftliche Landesversorgung tr\u00e4gt mit ihrer Strategie den ver\u00e4nderten Herausforderungen Rechnung. Sie sorgt mit geeigneten Massnahmen daf\u00fcr, dass drohende Versorgungskrisen in der Schweiz nicht zu Katastrophen werden. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201011_09_Flessenkaemper_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"273\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nFragen der Versorgungssicherheit gewinnen im Lichte von Turbulenzen auf den globalen Rohstoffm\u00e4rkten und der zunehmenden weltweiten Ressourcenverknappung an Bedeutung. Globalisierte M\u00e4rkte funktionieren nicht immer st\u00f6rungsfrei. Es bedarf deshalb einer differenzierten Auseinandersetzung mit folgenden Fragen: Wie haben sich die Rahmenbedingungen der nationalen Versorgungssicherheit ver\u00e4ndert? Welche zentralen Herausforderungen ergeben sich daraus f\u00fcr Wirtschaft und Staat? Und welchen Beitrag leistet die wirtschaftliche Landesversorgung (WL) zur Versorgungssicherung?Eine der gr\u00f6ssten Herausforderungen der n\u00e4chsten Jahrzehnte d\u00fcrfte die zunehmende weltweite Rohstoff- und Ressourcenverknappung sein. Die ressourcenarme \u00d6konomie liegt noch in weiter Ferne. Der zunehmende Wohlstand der Bev\u00f6lkerung insbesondere in den aufstrebenden M\u00e4rkten Brasilien, Russland, Indien und China f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig zu Konkurrenz um knappe Rohstoffe. Die Weltwirtschaftskrise hat nur vor\u00fcbergehend einen Einbruch der globalen Ressourcennachfrage bewirkt.&#13;<\/p>\n<h2>Rohstoff- und ressourcenabh\u00e4ngige Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweiz verf\u00fcgt \u00fcber praktisch keine Rohstoffe und ist in diesem Bereich auf Importe angewiesen. Das zeigt sich darin, dass t\u00e4glich \u00fcber 100&nbsp;000 Tonnen Rohstoffe, Halbfertig- und Fertigprodukte in unser Land eingef\u00fchrt werden. Bekannt sind die Beschaffungs- und zunehmend die Verf\u00fcgbarkeitsrisiken bei der Energieversorgung. Diese h\u00e4ngt in der Schweiz zu mehr als der H\u00e4lfte von Erd\u00f6limporten ab, deren Preisgestaltung und F\u00f6rdermengen nicht beeinflusst werden k\u00f6nnen. Auch Erdgas wird zu 100% aus dem Ausland eingef\u00fchrt. Den gr\u00f6ssten Bedeutungszuwachs unter den Energietr\u00e4gern erf\u00e4hrt heute zweifellos die Elektrizit\u00e4t. Hier ist die Schweiz ebenfalls zeitweise (vor allem im Winter) auf Importe angewiesen. Unabh\u00e4ngig davon w\u00e4chst die Stromabh\u00e4ngigkeit der Wirtschaft generell: Strom wird immer mehr zum Motor unserer Gesellschaft.Auch die Nahrungsmittelversorgung ist auf grenz\u00fcberschreitende Versorgungsketten angewiesen. Die landwirtschaftliche Produktion in der Schweiz deckt \u2013 trotz Futtermittelimporten \u2013 nur rund 60% des Kalorienverbrauchs. Dank verbesserter Anbautechniken, effizientem Einsatz von Produktionsmitteln und gezielter Z\u00fcchtung konnte die Produktivit\u00e4t in den letzten 40 Jahren zwar deutlich gesteigert werden. Der verf\u00fcgbare ackerf\u00e4hige Boden hat jedoch aufgrund der Siedlungsausdehnung und der Bev\u00f6lkerungszunahme deutlich abgenommen. Das heisst, dass die Ern\u00e4hrungsbasis der Schweiz beschr\u00e4nkt ist und mit entsprechenden Einfuhren erg\u00e4nzt werden muss. Praktisch vollst\u00e4ndig importiert werden zudem zahlreiche Heilmittel, auf die das Schweizer Gesundheitswesen nicht verzichten kann. Kritische Abh\u00e4ngigkeiten bestehen bei den Antibiotika und den Insulinen, aber auch bei gewissen Medizinprodukten, wie etwa Atemschutzmasken, Untersuchungshandschuhen oder Einweg-Plastikutensilien (z. B. Spritzen, Infusionsbestecke, Systeme zur Blutentnahme). Bei bestimmten Ereignissen \u2013 etwa einer weltweiten Pandemie \u2013 kann die globale Nachfrage nach solchen Produkten, die oftmals nur aus bestimmten Weltregionen (z.B. Asien) beschafft werden, sprunghaft ansteigen.&#13;<\/p>\n<h2>Zunehmende Vernetzung versorgungskritischer Infrastrukturen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Globalisierung hat zu einer rasanten Beschleunigung des weltweiten Austauschs von G\u00fctern, Dienstleistungen und Kapital gef\u00fchrt. Dank hocheffizienten Dienstleistungen und entsprechenden Infrastrukturen k\u00f6nnen sich die globalisierten M\u00e4rkte entfalten. Gerade im Bereich der Transportlogistik tr\u00e4gt der technologische Wandel zur Beschleunigung der Austauschprozesse bei und erm\u00f6glicht die Abwicklung des weltweit stark anschwellenden G\u00fcterstroms. Das intensive Zusammenspiel international vernetzter Wirtschaftskr\u00e4fte entlang globaler Supply Chains ist auf die Unterst\u00fctzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) angewiesen. IKT sind neben der Elektrizit\u00e4t und der Logistik zum R\u00fcckgrat des modernen Wirtschaftens geworden. Der globalisierte Austausch von G\u00fctern und Dienstleistungen wirkt sich positiv auf die weltweite Wertsch\u00f6pfung aus, f\u00fchrt aber gleichzeitig zu einer immer st\u00e4rkeren Vernetzung nationaler Volkswirtschaften \u00fcber versorgungskritische Infrastrukturen und damit zu wachsenden Abh\u00e4ngigkeiten.Auch die Versorgung der Schweiz ist in einer globalisierten, automatisierten und dynamisierten Wirtschaft von jederzeit funktionierenden Stromversorgungsinfrastrukturen, IKT sowie Transport- und Logistiknetzen abh\u00e4ngig. Rohstoffe, Halbfertigprodukte und Endprodukte sind nur dank ausgekl\u00fcgelten IKT-gest\u00fctzten Transport- und Logistiksystemen zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Diese funktionieren wiederum nur, wenn gen\u00fcgend elektrische Energie zur Verf\u00fcgung steht. Energienetze sind ihrerseits wieder von funktionierenden IKT-Systemen abh\u00e4ngig. Kritische Versorgungsinfrastrukturen befinden sich heute weitgehend in privater Hand. Der Schutz kritischer Infrastrukturen im Dienst nationaler Versorgungssicherheit ist nicht die Aufgabe von Privatunternehmen, die unter marktwirtschaftlichen Bedingungen operieren m\u00fcssen. Der freie Markt schafft zwar Anreize, St\u00f6rungen und Ausf\u00e4lle von Gesch\u00e4ftsprozessen zu vermeiden. Diese reichen jedoch nicht aus, um einen gesamtwirtschaftlichen Schutz kritischer Versorgungsinfrastrukturen sicherzustellen. Hier sind L\u00f6sungen gefragt, um die Verf\u00fcgbarkeit solcher Infrastrukturen \u2013 und damit die Versorgungssicherheit in Krisenf\u00e4llen \u2013 zu gew\u00e4hrleisten.&#13;<\/p>\n<h2>Auftrag und Strategie der Landesversorgung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Versorgungsauftrag gem\u00e4ss Artikel 102 der Bundesverfassung (siehe <i>Kasten 1<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Verfassungsauftrag der wirtschaftlichen Landesversorgung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n7. Abschnitt: Wirtschaft, Artikel 102 Bundesverfassung1 <i>Der Bund stellt die Versorgung des Landes mit lebenswichtigen G\u00fctern und Dienstleistungen sicher f\u00fcr den Fall machtpolitischer oder kriegerischer Bedrohungen sowie in schweren Mangellagen, denen die Wirtschaft nicht selbst zu begegnen vermag. Er trifft vorsorgliche Massnahmen.2 Er kann n\u00f6tigenfalls vom Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit abweichen.<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n) ist aus den erw\u00e4hnten Gr\u00fcnden aktueller denn je. Grunds\u00e4tzlich ist die Versorgung des Landes mit den lebensnotwendigen G\u00fctern und Dienstleistungen Aufgabe der Wirtschaft. Die WL kommt im Sinne der Subsidiarit\u00e4t erst dann zum Einsatz, wenn die Wirtschaft ihre Versorgungsfunktion nicht mehr wahrnehmen kann. Heute fokussiert die WL auf schwere Mangellagen, die durch Marktst\u00f6rungen entstehen und denen die Wirtschaft nicht selber zu begegnen vermag. Tritt eine solche St\u00f6rung auf, ergreift die WL geeignete Massnahmen. Die Verfassung erlaubt dem Bund dabei die Einschr\u00e4nkung der Wirtschaftsfreiheit \u2013 allerdings nur, wenn die Versorgungssicherung auf anderem Wege nicht mehr erreicht werden kann. Der Interventionspunkt bestimmt sich aufgrund des Ausmasses und der voraussichtlichen Dauer einer Unterversorgung. Dabei ist ein blosser Preisanstieg bei ausreichendem Angebot kein Interventionsgrund. F\u00fcr eine Intervention muss die Nachfrage nach lebensnotwendigen G\u00fctern w\u00e4hrend voraussichtlich l\u00e4ngerer Zeit durch das Angebot nicht mehr gedeckt werden k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h2>Interventionen in drei Schritten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZur Vermeidung von abrupten Konjunktureinbr\u00fcchen hat sich die WL zum Ziel gesetzt, den Markt vom Interventionspunkt an w\u00e4hrend sechs Monaten zu 100% mit lebenswichtigen G\u00fctern zu versorgen. Dieses Versorgungsziel wird in einem <i>ersten Schritt<\/i> mit der Freigabe von Pflichtlagerbest\u00e4nden erreicht. Pflichtlager werden von der Privatwirtschaft im Auftrag der WL f\u00fcr G\u00fcter der Grundversorgung in den Bereichen Ern\u00e4hrung, Energie und Heilmittel im Sinne der Krisenvorsorge gehalten und sind Eigentum der Lagerhalter. Eine Pflichtlagerfreigabe ist somit das Instrument der ersten Stunde. Reichen Pflichtlagerfreigaben zur Wiederherstellung der Versorgungssicherheit nicht aus, k\u00f6nnen in einem <i>zweiten Schritt<\/i> weitere Massnahmen zur Angebotslenkung im Bereich der Importf\u00f6rderung und der Produktionslenkung ergriffen werden. Unter Produktionslenkung werden Massnahmen zur Steigerung bzw. Umstellung der Produktion verstanden. Im Krisenfall sollen Rohstoffe in erster Linie zur Herstellung lebenswichtiger G\u00fcter gebraucht werden. Im Hinblick auf die Importf\u00f6rderung stellt die WL u.a. Transportkapazit\u00e4ten sicher. So k\u00f6nnte im Falle einer Versorgungskrise beispielsweise auf die aktuell 37 Hochseeschiffe, die unter Schweizer Flagge auf den Weltmeeren unterwegs sind, zur\u00fcckgegriffen werden. Damit liessen sich lebenswichtige Versorgungsg\u00fcter aus \u00dcbersee beschaffen oder Schweizer Exportprodukte und Halbfabrikate in ihre Bestimmungsl\u00e4nder transportieren. Kann mit diesen Angebotslenkungsmassnahmen keine hundertprozentige Marktversorgung gew\u00e4hrleistet werden, kommen in einem <i>dritten Schritt<\/i> zus\u00e4tzlich Nachfragelenkungsmassnahmen zum Einsatz. Bei der Nachfragelenkung geht es darum, einerseits den Verbrauch zu drosseln und andererseits die Vorr\u00e4te, die produzierten G\u00fcter sowie eventuell noch m\u00f6gliche Importe m\u00f6glichst gerecht und gleichm\u00e4ssig zu verteilen. Zur Verbrauchslenkung k\u00f6nnen gezielte Einschr\u00e4nkungen angeordnet werden. Weiter stehen die Instrumente der Kontingentierung und Rationierung der knapp gewordenen G\u00fcter zur Verf\u00fcgung.&#13;<\/p>\n<h2>Vorsorgliche Massnahmen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNeben diesem g\u00fcterfokussierten Ansatz unterst\u00fctzt die Landesversorgung auch vorsorglich die Verf\u00fcgbarkeit versorgungskritischer Infrastrukturen insbesondere in den Bereichen IKT, Transportlogistik und Trinkwasserversorgung mit Massnahmen zur F\u00f6rderung der Systemstabilit\u00e4t. In diesem Sinn arbeitet die WL einerseits auf freiwilliger Basis mit den entsprechenden Infrastrukturbetreibern zusammen und koordiniert andererseits ihre T\u00e4tigkeiten mit den staatlichen Akteuren, die in diesem Bereich aktiv sind.Da sich die Versorgungssicherung in einer global vernetzten Wirtschaft kaum mehr auf rein nationale Massnahmen beschr\u00e4nken l\u00e4sst, pflegt die WL mit anderen Staaten und internationalen Organisationen einen intensiven Informations- und Erfahrungsaustausch. F\u00fcr Fragen der Erd\u00f6lversorgung engagiert sie sich in der Internationalen Energieagentur (IEA) und strebt auch im Rahmen der zivilen Programme der Partnerschaft f\u00fcr den Frieden zwischenstaatliche Kooperationen an, die in einer globalisierten Wirtschaft unerl\u00e4sslich sind.Insgesamt verfolgt die WL das Ziel, die Wirtschaft in Krisensituationen mit hoheitlichen Massnahmen so lange wie n\u00f6tig zu unterst\u00fctzen, bis diese ihre Versorgungsfunktion wieder vollst\u00e4ndig wahrnehmen kann. Die langfristige Versorgungspolitik liegt hingegen nicht im Aufgabenbereich der WL, sondern in der Verantwortung der fachlich zust\u00e4ndigen Departemente und \u00c4mter.&#13;<\/p>\n<h2>An der Schnittstelle zwischen Staat und Wirtschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Versorgungssicherung des Landes erfolgt sowohl in der sogenannten st\u00e4ndigen Bereitschaft \u2013 d.h. in normalen Zeiten \u2013 wie auch in einer Krisensituation in enger Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatwirtschaft. Dies widerspiegelt sich auch in der Organisation der wirtschaftlichen Landesversorgung (siehe <i>Grafik 2<\/i>): Das Bundesamt f\u00fcr wirtschaftliche Landesversorgung (BWL), ein kleiner professioneller Stab, unterst\u00fctzt die Milizorganisation der Landesversorgung in ihrer Arbeit. Die rund 300 Vertreter aus der Privatwirtschaft und verschiedenen Verwaltungszweigen, welche dieser Milizorganisation angeh\u00f6ren, stellen ihre Expertise und ihre Erfahrung in den Dienst der WL. Die Milizorganisation ist in die Bereiche Ern\u00e4hrung, Energie, Heilmittel, IKT, Transporte, Industrie und Arbeit gegliedert. Die Aktivit\u00e4ten in den verschiedenen Bereichen werden durch st\u00e4ndige Gesch\u00e4ftsstellen unterst\u00fctzt, die in das BWL eingegliedert sind. Auch in den Kantonen und Gemeinden bereiten sich Fachleute darauf vor, im Bedarfsfall Anweisungen des Bundes zu Gunsten der WL auszuf\u00fchren.Die Fachspezialisten der Milizorganisation treffen sich regelm\u00e4ssig, um sich innerhalb und zwischen ihren Fachbereichen auszutauschen, Konzepte f\u00fcr WL-Interventionen zu erarbeiten und eine laufende Lagebeurteilung der Versorgungslage sowie der allf\u00e4lligen Risiken vorzunehmen. Periodisch f\u00fchrt die WL eine umfassende Gef\u00e4hrdungs- und Verwundbarkeitsanalyse durch, welche jeweils die Grundlage f\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung der Strategie, Instrumente und Massnahmen der WL bildet. Dabei werden die verschiedenen M\u00e4rkte der relevanten Versorgungsbereiche analysiert und m\u00f6gliche Gefahrentrends eruiert. Ber\u00fccksichtigt werden auch kritische Abh\u00e4ngigkeiten zwischen den verschiedenen Wirtschaftssektoren. Die letzte umfassende Gef\u00e4hrdungsanalyse der WL wurde im Fr\u00fchling 2010 abgeschlossen.&#13;<br \/>\nSiehe <a href=\"http:\/\/www.bwl.admin.ch\">http:\/\/www.bwl.admin.ch<\/a>. Sie verdeutlicht f\u00fcr s\u00e4mtliche von der WL abgedeckten Wirtschaftsbereiche die hohe Fragilit\u00e4t wichtiger Versorgungsstrukturen der Schweiz, zeigt die starke Abh\u00e4ngigkeit der Versorgungssicherheit von globalen Entwicklungen auf und erlaubt die Fokussierung der WL-Aktivit\u00e4ten auf die relevanten Handlungsfelder.Eine global vernetzte und von kritischen Abh\u00e4ngigkeiten gepr\u00e4gte Wirtschaft erfordert von Seiten der Landesversorgung einen hohen Bereitschaftsgrad. Dieser setzt die Fokussierung auf wirksame und effiziente Massnahmen und Instrumente voraus, welche auf die ver\u00e4nderten weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen abgestimmt sind und es der WL erlauben, im Krisenfall schnell und effektiv zu handeln. Dabei ist die Vernetzung versorgungsrelevanter Wirtschaftssektoren zur landesweit koordinierten Krisenvorsorge von zentraler Bedeutung. Nur so kann die Landesversorgung an der Schnittstelle zwischen Staat und Wirtschaft ihren Verfassungsauftrag \u2013 die Sicherstellung lebenswichtiger G\u00fcter und Dienstleistungen im Hinblick auf Versorgungskrisen \u2013 erf\u00fcllen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abVersorgungsstrategie der wirtschaftlichen Landesversorgung\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abOrganigramm der wirtschaftlichen Landesversorgung\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Verfassungsauftrag der wirtschaftlichen Landesversorgung&#13;<\/p>\n<h3>Verfassungsauftrag der wirtschaftlichen Landesversorgung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n7. Abschnitt: Wirtschaft, Artikel 102 Bundesverfassung1 <i>Der Bund stellt die Versorgung des Landes mit lebenswichtigen G\u00fctern und Dienstleistungen sicher f\u00fcr den Fall machtpolitischer oder kriegerischer Bedrohungen sowie in schweren Mangellagen, denen die Wirtschaft nicht selbst zu begegnen vermag. Er trifft vorsorgliche Massnahmen.2 Er kann n\u00f6tigenfalls vom Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit abweichen.<\/i><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr eine sichere Versorgung der Schweiz haben sich ver\u00e4ndert. Eine zunehmend vernetzte, automatisierte und dynamisierte Wirtschaft f\u00fchrt zu fragilen und verletzlichen Versorgungsstrukturen. Die wirtschaftliche Landesversorgung tr\u00e4gt mit ihrer Strategie den ver\u00e4nderten Herausforderungen Rechnung. 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