{"id":121071,"date":"2010-11-01T12:00:00","date_gmt":"2010-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/11\/grueter-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:32:53","modified_gmt":"2023-08-23T21:32:53","slug":"grueter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/11\/grueter\/","title":{"rendered":"Rohstoffpreise: Risiken und Absicherung"},"content":{"rendered":"<p>Die erh\u00f6hte Volatilit\u00e4t bei den Rohstoffpreisen in den vergangenen Jahren sowie die dadurch entstanden Kostensteigerungen und Planungsunsicherheiten haben dazu gef\u00fchrt, dass die Bedeutung einer aktiven Bewirtschaftung der Rohstoffrisiken im Rahmen der Unternehmenssteuerung stark zugenommen hat. Im folgenden Artikel werden diesbez\u00fcglich zentrale Fragestellungen diskutiert: Sind s\u00e4mtliche relevanten Risiken und zentralen Risikoparameter identifiziert? Wie k\u00f6nnen die Risiken, d.h. die Auswirkungen von Preisschwankungen auf die Ertragslage, retro- und prospektiv quantifiziert werden? Stimmt die Risikostrategie und -steuerung mit dem Gesch\u00e4ftsmodell und den vom Unternehmen definierten Risikoprofil \u00fcberein?&#13;<\/p>\n<h2>Volatile M\u00e4rkte \u2013 keine \u00c4nderungen in Sicht<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Krisenjahr 2008 stieg der Preis f\u00fcr ein Fass Roh\u00f6l der Sorte Brent auf fast 150 US-Dollar an und st\u00fcrzte schon kurze Zeit darauf auf unter 40 US-Dollar ab. Anfang Mai dieses Jahres notierte der Preis wiederum bei rund 80 US-Dollar. Dies ist eine exemplarische Entwicklung, die stellvertretend f\u00fcr den gesamten Rohstoffmarkt steht. Die Kupferpreise schwankten in derselben Zeitperiode um mehr als 50%. \u00c4hnlich dramatisch entwickelten sich die Preise f\u00fcr Aluminium, Blei, Nickel, Zink und Zinn sowie Agrarg\u00fcter wie Baumwolle, Weizen und Soja.Die Rohstoffm\u00e4rkte werden von den verschiedenen Akteuren auf den Finanzm\u00e4rkten als sehr interessantes Bet\u00e4tigungsfeld erachtet. Daf\u00fcr gibt es verschiedenste Gr\u00fcnde: \u2212 Rohstoffintensive Industrieunternehmen oder Logistik-\/Mobilit\u00e4tsdienstleister sichern sich bereits systematisch gegen Preisschwankungen im Rohstoffbereich ab.\u2212 Verm\u00f6gensverwalter sehen hohe Renditeentwicklungen aufgrund immer knapper werdender Ressourcen.\u2212 H\u00e4ndler nutzen die teilweise enormen Volatilit\u00e4ten, um entsprechende Gewinnchancen zu realisieren. Die rohstoffintensiven Infrastruktur- und Bauprojekte, welche durch milliardenschwere Konjunkturpakete von Industriestaaten und Schwellenl\u00e4ndern \u2013 wie Indien und China \u2013 finanziert werden, haben die Nachfrage nach Rohstoffen wieder anziehen lassen. An den aktuellen Verh\u00e4ltnissen wird sich auch mittelfristig nichts \u00e4ndern \u2013 ganz im Gegenteil. Durch zunehmende Verknappung sowie die Tatsache, dass zahlreiche Rohstoffe aus politisch instabilen Regionen importiert werden m\u00fcssen, wird die Marktlage in Zukunft eher komplexer und schwieriger f\u00fcr alle Marktteilnehmer, vor allem aber f\u00fcr Preisnehmer.&#13;<\/p>\n<h2>Risikomanagement der Unternehmen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Finanzkontrolle innerhalb eines Unternehmens ist eine un\u00fcbertragbare und unentziehbare Aufgabe des Verwaltungsrates. Seit 2008 m\u00fcssen im Anhang zum Gesch\u00e4ftsbericht Angaben zur Risikobeurteilung aufgef\u00fchrt werden. Das bedeutet, dass ein rohstoffsensibles Unternehmen in der einen oder anderen Form das eingegangene Rohstoffrisiko steuern muss. Dazu geh\u00f6rt im Vorfeld der Steuerung zun\u00e4chst einmal die systematische Erfassung und Bewertung von Finanzrisiken. Zu den Finanzrisiken z\u00e4hlt \u2013 neben dem Kredit- und Liquidit\u00e4tsrisiko \u2013 auch das Marktrisiko, unter welchem das Rohstoffrisiko subsummiert wird.&#13;<\/p>\n<h2>Kennen Unternehmen die Risiken?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie ad\u00e4quate Quantifizierung dieser Risiken ist ein integraler Bestandteil einer erfolgreichen Absicherungsstrategie. Idealerweise erfolgt dies in einem in Geldeinheiten ausgedr\u00fcckten Risikomass, mit dem das eingegangene Risiko und der erwartete Ertrag in ein Verh\u00e4ltnis zueinander gesetzt werden k\u00f6nnen. Dabei sind auch die Kredit- und Zahlungsrisiken mit einzubeziehen. Die Quantifizierung dient als Grundlage f\u00fcr sp\u00e4tere Sicherungsentscheidungen. Immer wieder ist zu sehen, dass Unternehmen trotz \u00fcbereinstimmender Rohstoffversorgungsbed\u00fcrfnisse unterschiedlich mit den stark schwankenden Preisen zurechtkommen. Neben einer erfolgreichen Strategie ist ein effizientes Risikocontrolling ein wesentliches Element dieses Erfolges. Prim\u00e4r gilt es zu wissen, in welchen Bereichen des Unternehmens diese Risiken entstehen und in welchem Umfang Abh\u00e4ngigkeiten zu unterschiedlichsten Rohstoffen bestehen. Mittels entsprechender Kosten- und Korrelationsanalysen sowie aufbauender Szenarien\/Stresstests sind anschliessend die Mengen, der Zeitpunkt und die finanziellen Auswirkungen auf die Ergebnissituation zu eruieren und zu simulieren. Im n\u00e4chsten Schritt ist der Entstehungszeitpunkt der Risikoexposures zu definieren, um den eigentlichen Risikohorizont&#13;<br \/>\nDabei sollte stets die Unterscheidung zwischen dem buchhalterischen Risikohorizont (ab Rechnungsstellung bis Bezahlung) und dem \u00f6konomischen Risikohorizont (z.B. ab Preiskalkulation bis Bezahlung) beachtet werden. zu ermitteln. Ein einfaches Beispiel zeigt, welche Auswirkungen nur ein einzelner rohstoffgetriebener Kostenblock haben kann. Betr\u00e4gt der Anteil des Nickels beim Einkaufsvolumen 20% und erh\u00f6ht sich dessen Preis um 30% (Preisanstieg 2010), so steigt das gesamte Einkaufsvolumen um 6%. Die j\u00fcngste Wirtschaftkrise hat auch das Kontrahentenausfallrisiko st\u00e4rker in den Fokus ger\u00fcckt. Es beschreibt den Fall, dass ein Kontrahent w\u00e4hrend der Laufzeit eines Vertrages ab dem Abschlusszeitpunkt seinen Liefer-, Abnahme- bzw. k\u00fcnftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Denn beim Ausfall eines Lieferanten m\u00fcssen Unternehmen h\u00e4ufig die Rohstoffe teuer am Markt einkaufen. Die Risiken des Rohstoffeinkaufs werden zus\u00e4tzlich dadurch erh\u00f6ht, dass der Kauf und die Absicherung von Rohstoffen meist in einer ausl\u00e4ndischen W\u00e4hrung erfolgen. Das hat zur Folge, dass allenfalls auch das Wechselkursrisiko abgesichert werden muss.&#13;<\/p>\n<h2>Strategische Management\u00fcberlegungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDa weiterhin mit extremen Preisschwankungen zu rechnen ist, sollten rohstoffsensible und -intensive Unternehmen sicherstellen, dass sie basierend auf einer klar definierten Absicherungsstrategie systematische Absicherungsmassnahmen entwickeln, um sowohl die eigene \u00dcberlebens- und Wettbewerbsf\u00e4higkeit als auch die Planungssicherheit zu gew\u00e4hrleisten. Entscheidend f\u00fcr die zu w\u00e4hlende Risikomanagementstrategie und die daraus abzuleitenden Massnahmen zur Reduktion von Rohstoffrisiken ist die Risikoaffinit\u00e4t des Unternehmens. Bei Industrieunternehmen entscheiden somit das individuelle Gesch\u00e4ftsmodell sowie die Haltung des Verwaltungsrates und der Unternehmensf\u00fchrung \u00fcber die Risikoeinstellung. Ein entscheidender Faktor ist die Risikotragf\u00e4higkeit, gemessen an der M\u00f6glichkeit, volatile Ergebnisse verkraften zu k\u00f6nnen. Hierbei ist der m\u00f6gliche Cashflow-Effekt zwingend einzubeziehen. Bez\u00fcglich der Risikoneigung wird grunds\u00e4tzlich zwischen Risikoneutralit\u00e4t, Risikoaversion und Risikofreude unterschieden: \u2212 Von <i>Risikoneutralit\u00e4t<\/i> wird gesprochen, wenn ein Unternehmen der m\u00f6glichen Abweichung vom durchschnittlichen Erwartungswert k\u00fcnftiger Ergebnisse wenig Bedeutung beimisst.\u2212 Bei <i>Risikoaversion<\/i> betreibt das Unternehmen ein proaktives Risikomanagement, um erkannte Risiken m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig und vollst\u00e4ndig abzusichern. Es verzichtet dabei auf m\u00f6gliche Chancen zur Ergebnisverbesserung. \u2212 <i>Risikofreudigere<\/i> Unternehmen sind dagegen bereit, das Risikoprofil zu erh\u00f6hen, wenn das Management die Chance eines zus\u00e4tzlichen Profits aus Risikopositionen sieht. Die Rohstoffabsicherungsstrategie sollte somit immer im Gesamtkontext des unternehmensspezifischen Risikomanagements (Enterprise Risk Management) betrachtet werden. Zentral scheint auch, dass Auswirkungen von Ver\u00e4nderungen im Rohstoffmarkt systematisch weiterverfolgt werden (Risikocontrolling), um Anpassungen von preistreibenden Parametern \u00fcber entsprechende Fr\u00fchwarnsysteme im Voraus zu erkennen und daraus die n\u00f6tigen strategischen Massnahmen abzuleiten. Als preistreibende Parameter gelten vor allem wirtschaftliche Zyklen, politische Ver\u00e4nderungen in Regionen des Rohstoffvorkommens und in der F\u00f6rderpolitik sowie das Ansteigen von Lagerbest\u00e4nden. Generell beobachten wir, dass die Managementinstrumentarien bei vielen Unternehmen diesem Anspruch noch nicht gen\u00fcgen, um eine effektive, systematische und proaktive Steuerung der Rohstoffrisiken \u2013 auch im Sinne der Share-\/Stakeholder \u2013 zu gew\u00e4hrleisten.&#13;<\/p>\n<h2>Umsetzung einer optimalen Hedging-Strategie<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEs kann vorkommen, dass f\u00fcr die abzusichernde Rohstoffqualit\u00e4t an einer Rohstoffb\u00f6rse kein Standardkontrakt vorhanden ist oder der Kontrakt nur \u00fcber eine geringe Liquidit\u00e4t verf\u00fcgt. Ist dies der Fall, muss ein anderes Absicherungsprodukt als Substitut gefunden werden. Eine Sicherungsbeziehung ist allerdings nur buchhalterisch wie auch risikom\u00e4ssig effektiv, wenn die Preisentwicklungen des Grundgesch\u00e4fts und des Absicherungsprodukts nahezu identisch sind. Dies kann mittels einer Korrelationsanalyse ermittelt und nachgewiesen werden. Beinhalten die Grundgesch\u00e4fte jedoch einen Grundrohstoff in unterschiedlicher G\u00fcte\/Qualit\u00e4t, so werden alternativ auch sog. Produktk\u00f6rbe zusammengestellt, um eine m\u00f6glichst hohe Korrelation zwischen Grund- und Sicherungsgesch\u00e4ft herzustellen.<i>Ein Beispiel aus der chemischen Industrie<\/i> soll das Prinzip verdeutlichen. Die Produkte der chemischen Industrie, wie zum Beispiel Ethylen, basieren gr\u00f6sstenteils auf \u00d6l. Will man sich gegen das Preis\u00e4nderungsrisiko bei Ethylen absichern, obwohl keine liquiden Sicherungsprodukte f\u00fcr Ethylen verf\u00fcgbar sind, so kann dies \u00fcber einen entsprechenden \u00d6lsicherungskontrakt erfolgen, sofern eine positive Korrelation zwischen Ethylen und \u00d6l (Preisentwicklung ist nahezu identisch) mit der Korrellationsanalyse nachgewiesen wird. Dabei besteht jedoch die Gefahr einer unterschiedlichen Marktwertver\u00e4nderung der Rohstoffgrundposition und des Absicherungsprodukts. Einerseits kann ein wenig liquider Rohstoff durch eine zeitweise Verknappung des Marktes einen unerwarteten Preisschub erfahren; andererseits kann im Extremfall eine der beiden Positionen pl\u00f6tzlich gar nicht mehr verf\u00fcgbar sein. Dies kann beispielsweise bei der Absicherung von raffinierten \u00d6lprodukten \u00fcber \u00d6l-Sicherungskontrakte auftreten, wenn eine \u00fcblicherweise vorhandene Raffineriekapazit\u00e4t \u2212 z.B. durch Brand oder aus anderen Gr\u00fcnden \u2212 f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Zeitraum ausf\u00e4llt. Die hohe Korrelation zwischen den beiden Positionen kann dadurch zeitweise signifikant ver\u00e4ndert werden. Dieses Risiko nennt man ein <i>Basisrisiko<\/i>.&#13;<\/p>\n<h2>Auch einfache Instrumente k\u00f6nnen erfolgreich sein<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine hohe Sicherungseffizienz l\u00e4sst sich \u2013 neben vielen komplexen Produkten \u2013 auch durch einfache Produkte erreichen. Die einfachste Variante ist ein <i>Warentermingesch\u00e4ft<\/i>: F\u00fcr eine Lieferung zu einem definierten Zeitpunkt wird ein fester Preis vereinbart. Bei diesem Gesch\u00e4ft findet eine physische Lieferung des Rohstoffs statt. Diese Gesch\u00e4ftsart ist besonders geeignet, wenn der Rohstoff direkt verarbeitet wird.Ist eine physische Lieferung nicht m\u00f6glich oder sinnvoll, kann ein <i>derivatives<\/i> Termingesch\u00e4ft mit <i>Cash Settlement<\/i> eingesetzt werden. Dieses Hedging-Instrument sch\u00fctzt \u2013 wie das Warentermingesch\u00e4ft \u2013 ebenfalls gegen Preisrisiken. Bei F\u00e4lligkeit erfolgt jedoch keine physische Lieferung, sondern ein Zahlungsausgleich aus der Preisdifferenz zwischen Sicherungspreis und dem aktuellen Marktpreis. Je nachdem, ob der Marktpreis h\u00f6her oder niedriger als der vereinbarte Festpreis ist, bekommt oder zahlt das Unternehmen die Differenz (Cash Settlement) an den Kontrahenten. In Kombination mit einem Rohstoffkauf oder -verkauf zu Marktpreisen ergibt sich somit ein Fixpreis f\u00fcr ein Unternehmen, da die Preisentwicklungen von Sicherung und Grundgesch\u00e4ft gegenl\u00e4ufig sind.Als weitere M\u00f6glichkeit der Preissicherungen bieten sich <i>Optionen<\/i> an. Bei den vorher beschriebenen Absicherungsmethoden wird der Preis unweigerlich fixiert. Damit erzielt man vollst\u00e4ndige Planungssicherheit, verzichtet jedoch auf m\u00f6gliche zus\u00e4tzliche Gewinne durch Partizipation an positiven Preisentwicklungen. Mit Optionen wird ebenfalls ein maximal zu zahlender Preis festgelegt; das Unternehmen kann aber von fallenden Preisen profitieren. Da die Option im Falle sinkender Preise nicht ausgef\u00fchrt wird, kann man billiger im Markt kaufen. Ein Nachteil der Rohstoffoption ist die hohe Pr\u00e4mie, welche beim Abschluss zu bezahlen ist. Rohstoffe haben in der Vergangenheit eine deutlich h\u00f6here Volatilit\u00e4t gezeigt als W\u00e4hrungen. Aus diesem Grund sind Optionspr\u00e4mien zur Absicherung von Rohstoffrisiken verh\u00e4ltnism\u00e4ssig teuer.Eine andere L\u00f6sung zur Reduktion von Rohstoffrisiken ist das <i>Weiterreichen an Lieferanten oder an Kunden<\/i> durch sog. <i>Adjustment Factors<\/i>. Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass sich diese Vorgehensweise als \u00abStandard\u00bb in einem Markt etabliert hat. Kritisch bei dieser Art der Risikosteuerung ist die Durchsetzbarkeit. Diese Strategie gelingt nur, wenn der Wettbewerb durch eine \u00e4hnliche Vorgehensweise der Konkurrenten sie zul\u00e4sst, sie von den K\u00e4ufern akzeptiert wird oder der Verk\u00e4ufer\/K\u00e4ufer gen\u00fcgend Marktmacht besitzt.&#13;<\/p>\n<h2>Sicherstellung einer effizienten Steuerung und \u00dcberwachung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAlle Hedge-Transaktionen sowie das zugrunde liegende Gesch\u00e4ft sind unverz\u00fcglich nach Abschluss in ein ad\u00e4quates IT-System aufzunehmen und zu bewerten. Die Berichterstattung \u00fcber die Entwicklung der Rohstoffpositionen sollten nach dem Umfang des Risikos und der Bedeutung f\u00fcr die Unternehmung idealerweise monatlich, zumindest aber quartalsweise an die Gesch\u00e4ftsleitung erfolgen. Entscheidet sich ein Unternehmen daf\u00fcr, Handelspostionen einzugehen, sollte eine t\u00e4gliche Bewertung der Position vom Controlling vorgenommen werden. Die Besonderheiten des Rohstoffhandels und deren Absicherung f\u00fchren dazu, dass nicht alle IT-Systeme die Rohstoffgesch\u00e4fte vollst\u00e4ndig und korrekt abbilden k\u00f6nnen. Deshalb ist es wichtig, diesen Aspekt fr\u00fchzeitig in die \u00dcberlegungen mit einzubeziehen. Dies ist besonders wichtig zur ad\u00e4quaten Abbildung der eingesetzten Sicherungsinstrumente im Einklang mit internationalen Rechnungslegungsstandards (z.B. IAS 39\/IFRS 7) sowie zur Identifikation und Verarbeitung von Marktdaten zur Bewertung derivativer Rohstoffprodukte bzw. derer Grundgesch\u00e4fte.Um Friktionen und einen kontraproduktiven Umgang mit Rohstoffrisiken zu vermeiden, ist die Verantwortung f\u00fcr Risiken an einer Stelle im Unternehmen zu konzentrieren. In der Praxis wird diese Verantwortung meistens in enger Abstimmung mit Einkauf und Vertrieb dem <i>Treasury Management<\/i> \u00fcbertragen. Mit diesem Vorgehen k\u00f6nnen in einem zentralen Portfoliomanagement die Bezugs- und Absatzvertr\u00e4ge bez\u00fcglich eines Rohstoffes in einem Portfolio bewirtschaftet werden. Mit dieser Aufgabenverteilung k\u00f6nnen sich Vertriebs- und Produktionsbereiche auf die Sicherung einer angemessenen Marge und tiefer Produktionskosten konzentrieren, w\u00e4hrend Preisrisiken bei der zentralen Stelle gesteuert werden.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie obigen Ausf\u00fchrungen zeigen die hohe Komplexit\u00e4t in der Handhabung der Rohstoffrisiken, denen rohstoffsensible Unternehmen ausgesetzt sind. Hierbei geht es nicht prim\u00e4r darum, die ideale\/beste Absicherungsstrategie zu entwickeln, sondern eine dem eigenen Risikoprofil entsprechende und mit allen betroffenen Unternehmensbereichen abgestimmte Strategie zu verfolgen. Die Auswirkungen der daraus resultierenden Massnahmen auf das Gesamtrisiko und die Ertragslage der Unternehmung sind systematisch zu quantifizieren, um stets aussagef\u00e4hig gegen\u00fcber allen relevanten Stake- und Shareholdern zu sein. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Unternehmen vorhandene Rohstoffrisiken und den Einfluss auf die Profitabilit\u00e4t immer noch untersch\u00e4tzen, da sie oftmals nicht \u00fcber ausreichende Erfahrung im Umgang mit solch komplexen Themen verf\u00fcgen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abRegelkreis des Rohstoffrisikomanagements\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abRohstoffeinkauf \u2013 Terminkauf und Long Put\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erh\u00f6hte Volatilit\u00e4t bei den Rohstoffpreisen in den vergangenen Jahren sowie die dadurch entstanden Kostensteigerungen und Planungsunsicherheiten haben dazu gef\u00fchrt, dass die Bedeutung einer aktiven Bewirtschaftung der Rohstoffrisiken im Rahmen der Unternehmenssteuerung stark zugenommen hat. Im folgenden Artikel werden diesbez\u00fcglich zentrale Fragestellungen diskutiert: Sind s\u00e4mtliche relevanten Risiken und zentralen Risikoparameter identifiziert? 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