{"id":121091,"date":"2010-11-01T12:00:00","date_gmt":"2010-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/11\/oberle-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:32:55","modified_gmt":"2023-08-23T21:32:55","slug":"oberle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/11\/oberle\/","title":{"rendered":"Umweltpolitik als Ressourcenpolitik"},"content":{"rendered":"<p>Unser Wohlergehen h\u00e4ngt stark von der Verf\u00fcgbarkeit nat\u00fcrlicher Ressourcen ab. Sie sind die Grundlage unseres Lebens und dienen der Wirtschaft als wichtige Produktionsfaktoren. Dennoch werden die nat\u00fcrlichen Ressourcen heute stark \u00fcbernutzt. Es ist Aufgabe des Staates, die Rahmenbedingungen der Wirtschaftst\u00e4tigkeit so zu setzen, dass eine effiziente und nachhaltige Nutzung der nat\u00fcrlichen Ressourcen erreicht wird. Wir brauchen eine \u00abgr\u00fcne\u00bb Wirtschaft. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201011_10_Oberle_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"250\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNat\u00fcrliche Ressourcen sind unerl\u00e4ssliche Lebensgrundlagen. Neben den verschiedenen Rohstoffen z\u00e4hlen Biodiversit\u00e4t, saubere Luft, aber auch ein stabiles Klima zu den nat\u00fcrlichen Ressourcen. F\u00fcr das wirtschaftliche und gesellschaftliche Wohlergehen ist eine intakte Umwelt wesentlich, die sich durch Stabilit\u00e4t von Qualit\u00e4t und Menge der nat\u00fcrlichen Ressourcen auszeichnet. Heute \u00fcbernutzen wir unsere Umwelt; wir zehren am Kapitalstock anstatt von seinen Zinsen zu leben. Wenn beispielsweise die Fischfangquote die nachhaltige Nutzungsrate \u00fcbersteigt, leben wir vom Kapitalverzehr. Die \u00dcberfischung f\u00fchrt im schlimmsten Fall zum Aussterben einer Spezies. Nur eine der Reproduktionsf\u00e4higkeit des Fischbestands angepasste Nutzung der Leistung dieses \u00d6kosystems garantiert den langfristigen Bestand dieser nat\u00fcrlichen Ressource.&#13;<\/p>\n<h2>\u00dcbernutzung nat\u00fcrlicher Ressourcen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine \u00dcbernutzung verursacht aber auch erhebliche volkswirtschaftliche Kosten. Um die \u00dcbernutzung der nat\u00fcrlichen Ressourcen fassbar zu machen, sch\u00e4tzen \u00d6konomen den Wert des Verlustes nat\u00fcrlicher Ressourcen. 2006 wurde im Auftrag der britischen Regierung der <i>Stern-Report<\/i> ver\u00f6ffentlicht, der die Kosten der Unt\u00e4tigkeit im Klimabereich sch\u00e4tzt. Er kommt zum Schluss, dass die Gesamtkosten der Klima\u00e4nderung \u00fcber die n\u00e4chsten beiden Jahrhunderte ohne weitere Emissionsreduktion gleichbedeutend sind mit einer durchschnittlichen Reduktion des globalen BIP zwischen 5% und 20% pro Jahr.&#13;<br \/>\nVgl. Stern (2007).Die \u00dcbersichtsstudie <i>The Economics of Ecosystems and Biodiversity (TEEB)<\/i> unter \u00c4gide der UNO sch\u00e4tzt den weltweiten Wohlfahrtsverlust bis im Jahr 2050 auf j\u00e4hrlich rund 7% des weltweiten BIP, wenn der kontinuierlichen Abnahme von \u00d6kosystemleistungen nicht durch eine entschiedene Biodiversit\u00e4tspolitik Einhalt geboten wird.&#13;<br \/>\nVgl. Braat, ten Brink (2008). Selbstverst\u00e4ndlich sind solche Prognosen immer mit grossen Unsicherheiten verbunden. Sie machen aber deutlich, dass der Verlust an Biodiversit\u00e4t nicht \u00abnur\u00bb ein ethisches, sondern auch ein \u00f6konomisches Problem darstellt. Die Autoren der TEEB-Studie empfehlen den verst\u00e4rkten Einsatz \u00f6konomischer Instrumente, um wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten und den Naturschutz in Einklang zu bringen sowie den Umweltschutz dadurch wirksamer und effizienter zu gestalten.&#13;<br \/>\nVgl. z.B. ten Brink et al. (2009).Wertvolles Naturkapital wurde im April dieses Jahres durch die Explosion auf der Erd\u00f6lplattform \u00abDeepwater Horizon\u00bb im Golf von Mexiko zerst\u00f6rt. Der amerikanische \u00d6konom Costanza sch\u00e4tzt den Verlust der Biodiversit\u00e4t und der dadurch verloren gegangenen \u00d6kosystemleistungen auf einen Wert, der den gesamten Marktwert von BP vor der Katastrophe \u00fcbersteigt.&#13;<br \/>\nVgl. Costanza et al. (2010).Sowohl Produktion als auch Konsum tragen zur Umweltbelastung und Ressourcen\u00fcbernutzung bei. Der Konsum macht dabei einen gewichtigen Teil aus. Eine erfolgreiche Umweltpolitik muss deshalb auch bei der Verringerung der Umweltsch\u00e4digung durch die konsumierten Produkte ansetzen. Die Umweltbelastung des Konsums sollte in dem Masse reduziert werden k\u00f6nnen, dass der Ressourcenverbrauch insgesamt sinkt und langfristig der Zugang zu den nat\u00fcrlichen Ressourcen gesichert ist. Dabei ist zu ber\u00fccksichtigen, dass ein Grossteil der Umweltbelastung des inl\u00e4ndischen Konsums durch den Import umweltsch\u00e4dlicher Produkte im Ausland anf\u00e4llt.&#13;<\/p>\n<h2>Klare Ziele f\u00fcr eine effiziente Ressourcennutzung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNat\u00fcrliche Ressourcen sind h\u00e4ufig \u00f6ffentliche G\u00fcter, frei zug\u00e4nglich und ohne Marktpreis. Deshalb werden sie so genutzt, als ob sie unbegrenzt vorhanden w\u00e4ren, und weitaus st\u00e4rker beansprucht, als dies aus einer Gesamtwohlfahrtsperspektive gerechtfertigt w\u00e4re: Zu viel \u00d6l wird gef\u00f6rdert, zu viel CO<i>2<\/i> wird in die Atmosph\u00e4re emittiert. F\u00fcr eine wirksame Umweltpolitik m\u00fcssen deshalb klare Ziele bez\u00fcglich der Ressourcennutzung gesetzt werden. In der Luftreinhaltung oder der Klimapolitik ist der Einsatz von Zielvorgaben \u2013 wie z.B. Immissionsgrenzwerte f\u00fcr Feinstaub und Ozon oder das 2-Grad-Ziel f\u00fcr die Klimapolitik \u2013 bereits etabliert. In Umweltbereichen wie z.B. der Biodiversit\u00e4t m\u00fcssen solche Ziele erst noch formuliert und eingesetzt werden. Dasselbe gilt f\u00fcr die Gesamtumweltbelastung einer Volkswirtschaft.Die Schweiz will die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20% bis 30% reduzieren. F\u00fcr Politik und Wirtschaft ist neben diesen Zielwerten die Vorgabe von Etappenzielen bzw. Absenkungspfaden vorteilhaft. Es sind j\u00e4hrliche (\u00abdynamische\u00bb) Zielvorgaben denkbar, wie dies eine 2006 ver\u00f6ffentlichte Studie des Wuppertal-Instituts f\u00fcr Klima, Umwelt, Energie vorschl\u00e4gt.&#13;<br \/>\nVgl. Kristof et al. (2006). Die Autoren formulieren darin verschiedene Zielwerte, um den Verbrauch von nat\u00fcrlichen Ressourcen in Deutschland mittel- bis langfristig zu halbieren. Einer davon wird gem\u00e4ss dem Wuppertal-Institut an das Wirtschaftswachstum gebunden: Die j\u00e4hrliche Ressourcenproduktivit\u00e4t muss demnach j\u00e4hrlich mindestens 1% \u00fcber dem Wirtschaftswachstum liegen, mindestens aber 4% pro Jahr betragen.&#13;<\/p>\n<h2>Schulterschluss von \u00d6kologie und \u00d6konomie<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine nachhaltige, gesunde wirtschaftliche Entwicklung ist nur durch einen effizienten Umgang mit den nat\u00fcrlichen Ressourcen m\u00f6glich. Deren Schutz und Erhaltung ist ein entscheidender Faktor f\u00fcr Wirtschaft und Gesellschaft und damit f\u00fcr Produktion und Konsum. Innovationen im Bereich der sauberen Technologien sind ein gewichtiger Beitrag f\u00fcr eine nachhaltige Wirtschaft. Sie werden unter dem Begriff Cleantech zusammengefasst und bezeichnen Herstellverfahren und Dienstleistungen, die zum Schutz und zur Erhaltung der nat\u00fcrlichen Ressourcen und Systeme beitragen. Dazu geh\u00f6rt der Umwelt- und Energiebereich, mit den Themen erneuerbare Energien, Messtechnik, Wasser- und Abfallwirtschaft, Recycling sowie Elektrizit\u00e4tsspeicher. Cleantech ist keine Branche im herk\u00f6mmlichen Sinne, sondern zieht sich quer durch alle Wirtschaftszweige. Es sind beispielsweise verschiedene Branchen beteiligt, wenn beim Kompogas-Verfahren aus kommunalen und gewerblichen Bioabf\u00e4llen nachhaltig und sicher Biogas produziert wird. Im Cleantech-Bereich sind in der Schweiz aktuell rund 160&nbsp;000 Personen t\u00e4tig. Mit einer j\u00e4hrlichen Bruttowertsch\u00f6pfung von nahezu 20 Mrd. Franken leistete Cleantech im Jahr 2008 einen Beitrag von mehr als 3% an das Bruttoinlandprodukt (BIP).&#13;<br \/>\nVgl. Ernst Basler und Partner (2009). Cleantech ist wichtig, weil dieser Bereich dazu beitr\u00e4gt, das Umweltkapital langfristig zu erhalten. Umweltkapital wiederum ist ein relevanter Produktionsfaktor. So beruht beispielsweise die Lebensmittelproduktion auf sauberem Trinkwasser. Wirtschaft und Umwelt sind aufeinander angewiesen. Und von einer Steigerung der Ressourceneffizienz k\u00f6nnen beide Bereiche profitieren.Als eines der innovativsten L\u00e4nder in Europa hat die Schweiz gute Chancen, mit Cleantech die Ressourceneffizienz substanziell zu erh\u00f6hen und zugleich den Wirtschaftsstandort und Werkplatz Schweiz zu st\u00e4rken. Je nach Cleantech-Teilbereich wird bis zum Jahr 2020 weltweit ein j\u00e4hrliches Wachstum zwischen 3% bis 8% prognostiziert (siehe <i>Grafik 1<\/i>). Um die Innovationskraft der Schweiz im Cleantech-Bereich zu st\u00e4rken, braucht es Anstrengungen in der Forschung und Entwicklung, beim Wissens- und Technologietransfer, in der Exportf\u00f6rderung, in der Bildung und bei der Gestaltung innovationsfreundlicher Rahmenbedingungen. Speziell der Know-how-Transfer von den Hochschulen zur Unternehmenspraxis muss deutlich verbessert werden. Grossen Einfluss auf die Innovationen im Umwelt- und Energiebereich haben die staatlichen Regulierungen. Diese sind vermehrt so auszugestalten, dass sie innovativen Technologien und Produkten Vorteile im Markt verschaffen. Erreicht wird dies etwa durch die dynamische Ausgestaltung von Vorschriften oder durch den Einsatz marktwirtschaftlicher Instrumente.Eine so verstandene Ressourcenpolitik verbessert die Umsetzung neuer L\u00f6sungen im Bereich der Ressourceneffizienz. Damit kann sich die Schweizer Wirtschaft strategische Wettbewerbsvorteile verschaffen. Dies bietet sowohl f\u00fcr die Wirtschaftsbranchen als auch f\u00fcr die Gesellschaft grosse Chancen, in Zukunft Wohlstand und Lebensqualit\u00e4t zu sichern. Deshalb ist Ressourcenpolitik auch Wirtschaftspolitik.&#13;<\/p>\n<h2>\u00d6kologische Markttransparenz notwendig<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nCleantech ist ein wichtiger Pfeiler zu einer gr\u00fcnen Wirtschaft. Um aber den Ressourcenverbrauch auf ein \u00f6kologisch tragbares Niveau senken zu k\u00f6nnen, ist zudem ein \u00dcbergang zu ressourceneffizienten Konsummustern wesentlich. Der Staat muss hier geeignete Rahmenbedingungen schaffen, so dass eine gr\u00fcne Wirtschaft Wirklichkeit werden kann. Damit der Konsum \u2013 vom t\u00e4glichen Konsumbedarf \u00fcber das Freizeitverhalten bis zum Bodenverbrauch und der Mobilit\u00e4t \u2013 nachhaltiger werden kann, m\u00fcssen Informationen zur Verf\u00fcgung stehen, die ressourcenschonende Kauf- und Nutzungsentscheide \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glichen. Die Energieetikette oder Nahrungsmittellabels helfen den Konsumentinnen und Konsumenten, die Umweltbelastung besser einzusch\u00e4tzen, welche mit dem Kauf und der Nutzung von G\u00fctern und Dienstleistungen verbunden sind. Und doch besteht hier ein enormer Handlungsbedarf: So zeichnen die Labels h\u00e4ufig nur die besten Produkte in einer Produktgruppe aus, und viele Produktgruppen kennen gar keine Umweltkennzeichnung. Existierende Informationen erfassen h\u00e4ufig nicht den ganzen Lebensweg eines Produktes, der vom Anbau \u00fcber die Herstellung und Transport bis zum Verbrauch und zur Entsorgung geht. Zudem werden oft nicht alle relevanten Umweltbelastungen ber\u00fccksichtigt; h\u00e4ufig fehlen Angaben zu Treibhausgas-Emissionen, Energie-, Wasser-, Bodenverbrauch oder zur Beeintr\u00e4chtigung der Biodiversit\u00e4t. Die Verbesserung der \u00f6kologischen Markttransparenz ist f\u00fcr eine umfassende Beurteilung der Umweltbelastung eines Produktes als Orientierungshilfe f\u00fcr Konsumentinnen und Konsumenten ein entscheidender Punkt.Auf der volkswirtschaftlichen Ebene gilt \u00c4hnliches: Da das BIP selbst bei \u00dcbernutzung der nat\u00fcrlichen Ressourcen zumindest mittelfristig wachsen kann, richtet sich eine Politik, die alleine am Wachstum des BIP orientiert ist, nach den falschen Signalen aus.&#13;<br \/>\nVgl. Ott, Staub (2009). Zur \u00dcberpr\u00fcfung, ob sich ein Land auf dem zukunftsf\u00e4higen Weg der gr\u00fcnen Wirtschaft bewegt, sind deshalb Informationen notwendig, die \u00fcber das BIP hinausgehen und Auskunft geben \u00fcber den Gesamtumweltverbrauch einer Volkswirtschaft sowie \u00fcber die Entwicklung der \u00d6kosystemleistungen als Beitrag der Umwelt zu Wohlfahrt und Lebensqualit\u00e4t.Neben der Informationsbereitstellung sind Regulierungen ein wichtiges Instrument der Umwelt- und Ressourcenpolitik: fiskalische Anreize, F\u00f6rderungsmassnahmen, technische Regulierungen, innovationsf\u00f6rdernde Rahmenbedingungen \u2013 wo m\u00f6glich mittels marktwirtschaftlicher Anreize zur Internalisierung externer Kosten, wo n\u00f6tig mittels Vorschriften. Mit diesen Regulierungsinstrumenten k\u00f6nnen wirksame Anreize f\u00fcr eine erh\u00f6hte Ressourceneffizienz gesetzt und ein schonender Umgang mit den nat\u00fcrlichen Ressourcen gef\u00f6rdert werden. Die Leistungsabh\u00e4ngige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) ist ein gutes Beispiel f\u00fcr ein marktwirtschaftliches Instrument zur Internalisierung der verkehrsbedingten externen Kosten.&#13;<\/p>\n<h2>Internationale Entwicklung in Richtung gr\u00fcner Wirtschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer einzelne Nationalstaat kann mittels Sensibilisierung und Regulierung einiges bewirken. Es gibt jedoch gewichtige Gr\u00fcnde f\u00fcr einen globalen Konsens bez\u00fcglich Zielvorgaben und besserer Regelungen im Umweltbereich: Beispielsweise profitiert der ganze Globus von einem stabilen Klima, w\u00e4hrend die Kosten zur Vermeidung des Klimawandels indes die einzelnen L\u00e4nder in ungleichem Ausmass treffen. Ebenfalls nur durch global gesetzte Regeln vermeidbar ist \u00d6kodumping. Ein globaler Konsens ist auch deswegen notwendig, weil ein Grossteil der durch den Konsum verursachten Umweltbelastung im Ausland anf\u00e4llt. Dies gilt vor allem f\u00fcr Industriestaaten mit einem grossen Dienstleistungssektor. Es ist klar, dass ein solcher Konsens auch Massnahmen vorsehen muss, um die Schw\u00e4chsten dabei zu unterst\u00fctzen, einen nachhaltigen Entwicklungspfad einzuschlagen. Die Staatengemeinschaft hat bereits namhafte Initiativen lanciert, die das politische Handeln in Richtung Ressourceneffizienz bewegen wollen. Die EU sieht in ihrer Wirtschaftsstrategie bis 2020 im Bereich der ressourcenschonenden, umweltfreundlichen und wettbewerbsf\u00e4higen Wirtschaft ein vorrangiges Thema. Sie schl\u00e4gt eine Umgestaltung der Wirtschaft durch gezielte Regulierung und F\u00f6rderungsmassnahmen vor. Weitere Beispiele sind die <i>Green Growth Strategy<\/i> der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD oder die <i>Green Economy Initiative<\/i> des UNO-Umweltprogramms Unep. Nicht zuletzt setzt der UNO-Umweltgipfel 2012 in Rio de Janeiro auf Themen wie globale Gouvernanz der Umweltressourcen und Strategien zu einer gr\u00fcnen Wirtschaft. Die Schweiz steht also mit ihrem Ansatz zu einer gr\u00fcnen Wirtschaft nicht alleine da. Und sie tut gut daran, noch weitere Schritte in diese Richtung zu gehen.&#13;<\/p>\n<h2>Die Vision 2050 des World Business Council<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuch grosse, global agierende Unternehmen erkennen immer mehr, dass sich Ressourceneffizienz aus \u00f6konomischer Sicht langfristig lohnt. Dies zeigt sich an der <i>Vision 2050<\/i> des World Business Council for Sustainable Development.&#13;<br \/>\nVgl. Sandberg, Khan, Leong (2010). Diese Organisation umfasst rund 200 der weltweit gr\u00f6ssten Unternehmen, unter anderem auch die Schweizer Firmen Novartis, Syngenta und Holcim. Die Vision 2050 basiert auf Dialogen mit mehreren hundert Unternehmen und Experten aus 20 L\u00e4ndern. Eine der wichtigsten Schlussfolgerungen besteht in der Erkenntnis, dass das Ziel eine 4- bis 10-fache Effizienzsteigerung im Verbrauch von Ressourcen sein muss. Dabei sollen Abf\u00e4lle bis 2050 zu 100% wiederverwertet werden. Ein weiteres Ziel ist die komplette Internalisierung bis 2050 aller negativen externen Kosten von Umweltsch\u00e4digungen. Daraus soll eine hoch produktive, innovative Wirtschaft mit einer effizienten und umweltschonenden Produktionsweise resultieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abWeltweite Marktvolumina 2005 und 2020 sowie Wachstumsprognosen f\u00fcr Cleantech-Teilbereiche\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Literatur&#13;<\/p>\n<h3>Literatur<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n\u2212 BAFU (2008): Die Umweltpolitik des Bundes \u2013 Grunds\u00e4tze f\u00fcr die Umsetzung und Weiterentwicklung. Bern.\u2212 Braat L., ten Brink P. (Hrsg.) (2008): The Cost of Policy Inaction. The Case of Not Meeting the 2010 Biodiversity Target. A Study for the European Commission, Environment DG. Wageningen, Br\u00fcssel, <i><a href=\"http:\/\/www.teebweb.org\">http:\/\/www.teebweb.org<\/a>.<\/i>\u2212 Costanza R., Batker D., Day J., Feagin R., Martinez M., Roman J. (2010): The Perfect Spill: Solutions for Averting the Next Deepwater Horizon. In: Solutions, 16. Juni, <i><a href=\"http:\/\/www.thesolutionsjournal.com\/node\/629\">http:\/\/www.thesolutionsjournal.com\/node\/629<\/a>.<\/i>\u2212 Dettling E. (2010): Schweizer High-Tech gegen \u00d6lteppich im Golf von Mexiko. Swissinfo, 15. Juni 2010, <i><a href=\"http:\/\/www.swissinfo.ch\">http:\/\/www.swissinfo.ch<\/a>.<\/i>\u2212 Ernst Basler und Partner (2009): Cleantech Schweiz \u2013 Studie zur Situation von Cleantech-Unternehmen in der Schweiz. Bundesamt f\u00fcr Berufsbildung und Technologie (Hrsg.), Bern.\u2212 Ott W., Staub C. (2009): Wohlfahrtsbezogene Umweltindikatoren. Eine Machbarkeitsstudie zur statistischen Fundierung der Ressourcenpolitik. Econcept, Bundesamt f\u00fcr Umwelt (Hrsg.), Bern, <i>www.umwelt-schweiz.ch\/wirtschaft.<\/i>\u2212 Perrez F., Ziegerer D. (2008): A Non-Institutional Proposal to Strenghten International Environmental Governance. In: Environmental Policy and Law, 28\/5, S. 253\u2013261.\u2212 Roland Berger Strategy Consultants (2007): Umwelttechnologien \u2013 Wachstumschance f\u00fcr \u00d6sterreichs Wirtschaft. Wien.\u2212 Stern N. (2007): The Economics of Climate Change: The Stern Review. Cambridge and New York: Cambridge University Press.\u2212 Ten Brink P., Bergh\u00f6fer A., Schr\u00f6ter-Schlaack C., Sukhdev P., Vakrou A., White S., Wittmer H. (2009): TEEB for Policy Makers. UNEP, <i><a href=\"http:\/\/www.teebweb.org\">http:\/\/www.teebweb.org<\/a>.<\/i>\u2212 Sandberg P., Khan N., Leong L., (2010): Vision 2050. The New Agenda for Business. World Business Council of Sustainable Development, Genf.\u2212 Kristof K., Bleischwitz R., Liedtke C., T\u00fcrk V., Bringezu S., Ritthof M., Schweinefurth A. (2006): Ressourceneffizienz \u2013 eine Herausforderung f\u00fcr Politik und Wirtschaft. Wuppertal Institut f\u00fcr Klima, Umwelt, Energie, Wuppertal.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Wohlergehen h\u00e4ngt stark von der Verf\u00fcgbarkeit nat\u00fcrlicher Ressourcen ab. Sie sind die Grundlage unseres Lebens und dienen der Wirtschaft als wichtige Produktionsfaktoren. Dennoch werden die nat\u00fcrlichen Ressourcen heute stark \u00fcbernutzt. Es ist Aufgabe des Staates, die Rahmenbedingungen der Wirtschaftst\u00e4tigkeit so zu setzen, dass eine effiziente und nachhaltige Nutzung der nat\u00fcrlichen Ressourcen erreicht wird. Wir [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3531,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[97],"post_content_subject":[230],"acf":{"seco_author":3531,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Direktor des Bundesamtes f\u00fcr Umwelt BAFU, Ittigen b. Bern","seco_author_post_occupation_fr":"Directeur de l\u2019Office f\u00e9d\u00e9ral de l\u2019environnement OFEV, Ittigen (BE)","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":121094,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8519","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/559cf236a247e"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121091"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3531"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=121091"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121091\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127679,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121091\/revisions\/127679"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3531"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=121091"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=121091"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=121091"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=121091"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=121091"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=121091"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}