{"id":121101,"date":"2010-11-01T12:00:00","date_gmt":"2010-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/11\/scheidegger-13\/"},"modified":"2023-08-23T23:32:56","modified_gmt":"2023-08-23T21:32:56","slug":"scheidegger-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/11\/scheidegger-13\/","title":{"rendered":"Position des KMU-Forums zur Umfrage der Treuhand-Kammer"},"content":{"rendered":"<p>Das KMU-Forum hat die Ergebnisse der Untersuchung der Treuhand-Kammer mit Interesse zur Kenntnis genommen. Die Schlussfolgerungen dieser Studie sowie weiterer, k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrter Untersuchungen best\u00e4tigen, dass das neue Revisionsrecht bei KMU zu unverh\u00e4ltnism\u00e4ssiger administrativer Belastung und externen Kosten f\u00fchrt. Branchenexperten wie betroffene Unternehmen sind der Ansicht, dass die Schwellenwerte und Kriterien zur Unterstellung unter die ordentliche Revision angehoben werden m\u00fcssen. Das KMU-Forum hat im vergangenen Juni diesen Antrag sowie weitere Empfehlungen und Verbesserungsvorschl\u00e4ge an das Bundesamt f\u00fcr Justiz gerichtet. Das Forum w\u00fcnscht, dass die \u00abKinderkrankheiten\u00bb des neuen Revisionsrechts rasch korrigiert werden.&#13;<\/p>\n<h2>Viele Unternehmen zur ordentlichen Revision verpflichtet<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Ergebnisse der Untersuchung der Treuhand-Kammer haben in Bezug auf die ordentliche Revision ein neues Element hervorgehoben. Die Zahl der Unternehmen, die zu dieser Revisionsart ihrer Rechnung verpflichtet sind, ist erheblich gr\u00f6sser als urspr\u00fcnglich angenommen. Entgegen den bisherigen Evaluationen innerhalb von Bundesverwaltung und Revisionsbranche betrage ihre Zahl nicht 5500, sondern etwa 21&nbsp;500.Das bedeutet, dass die ordentliche Pr\u00fcfung, welche mit bedeutender administrativer Belastung und hohen Kosten einhergeht, nicht nur grosse Unternehmen betrifft, sondern auch gewisse KMU-Kategorien. Damit stellt die Schweiz im internationalen Vergleich, wo im Allgemeinen ausschliesslich die b\u00f6rsenkotierten Unternehmen zu derart detaillierten Revisionen verpflichtet sind, eine Ausnahme dar.Das KMU-Forum empfiehlt auf Grundlage dieser neuen Elemente eine Anhebung der Schwellenwerte, so dass ausschliesslich grosse Unternehmen zur ordentlichen Revision verpflichtet sind. Zur Vereinheitlichung schl\u00e4gt es vor, die vom St\u00e4nderat im neuen Rechnungslegungsrecht beschlossenen Kriterien zu \u00fcbernehmen: \u2013 Bilanzsumme 20 Mio. Franken; \u2013 Umsatzerl\u00f6s 40 Mio. Franken; \u2013 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt 250.&#13;<\/p>\n<h2>Honorare der Revisionsstellen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Honorare der Revisionsstellen stellen lediglich einen kleinen Teil der zus\u00e4tzlichen Kosten dar, die das neue Revisionsrecht nach sich zieht. Zur Berechnung der von Unternehmen zu tragenden Gesamtkosten m\u00fcssen noch die interne administrative Belastung sowie die Honorare der Treuh\u00e4nder und Berater ber\u00fccksichtigt werden, die zur Vorbereitung der Rechnungslegung nach den gesetzlichen Anforderungen beigezogen werden. Wenn diese verschiedenen Elemente ber\u00fccksichtigt werden, sind die Ergebnisse der Untersuchung der Treuhand-Kammer weitgehend mit jenen der Studie des KMU-Forums vereinbar.&#13;<\/p>\n<h2>Verbesserungen des laufenden Systems<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Bundesrat hat im Rahmen seiner Botschaft zur Revision des Aktien- und Rechnungslegungsrechts bereits vorgeschlagen, gewisse problematische Punkte aufzuheben, die mit dem neuen Revisionsrecht eingef\u00fchrt worden waren. Er schl\u00e4gt vor, die kleinen Unternehmen, deren Rechnung einer eingeschr\u00e4nkten Revision unterliegt, von der Pflicht zur Durchf\u00fchrung einer Risikobeurteilung auszunehmen. Unternehmen, die zur ordentlichen Revision verpflichtet sind, werden ihrerseits die Angaben zu dieser Beurteilung im Jahresbericht machen k\u00f6nnen, der von der Revisionsstelle nicht gepr\u00fcft wird. In Bezug auf die neu anwendbaren Regeln im Bereich der Revisionsaufsicht sind im Parlament mehrere Vorst\u00f6sse eingereicht worden. Die strengeren Anforderungen, die die Stellen k\u00fcnftig erf\u00fcllen m\u00fcssen, werden von den Fachleuten, aber auch von ihren Kunden kritisiert. Die Ergebnisse der Untersuchung des KMU-Forums haben gezeigt, dass bei der eingeschr\u00e4nkten Revision die fachlichen Anforderungen und die Anforderungen hinsichtlich der Unabh\u00e4ngigkeit als unangemessen beurteilt werden. Angesichts dieser Ergebnisse, der bedeutenden Anzahl parlamentarischer Vorst\u00f6sse und der negativen R\u00fcckmeldungen von Fachleuten empfiehlt das KMU-Forum, diese Regeln zu \u00fcberpr\u00fcfen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Das KMU-Forum&#13;<\/p>\n<h3>Das KMU-Forum<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas KMU-Forum ist eine Kommission von ausserparlamentarischen Expertinnen und Experten, die der Bundesrat 1998 ins Leben gerufen hat. Seine Mitglieder sind mehrheitlich Unternehmer. Bei Vernehmlassungen pr\u00fcft das Forum die Entw\u00fcrfe, welche Auswirkungen auf die Wirtschaft haben, und gibt eine Stellungnahme aus KMU-Sicht ab. Das Forum befasst sich ausserdem mit bestehenden Regulierungen und schl\u00e4gt, falls erforderlich, Vereinfachungen vor. Es ist dem Bundesrat wichtig, die m\u00f6glichen Massnahmen zu ergreifen, um zu gew\u00e4hrleisten, dass die KMU nicht durch administrative Aufgaben \u00fcberlastet werden, um ihnen zus\u00e4tzliche Investitionen oder Hindernisse bei der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung zu ersparen und um ihren Handlungsspielraum so wenig wie m\u00f6glich einzuschr\u00e4nken.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das KMU-Forum hat die Ergebnisse der Untersuchung der Treuhand-Kammer mit Interesse zur Kenntnis genommen. Die Schlussfolgerungen dieser Studie sowie weiterer, k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrter Untersuchungen best\u00e4tigen, dass das neue Revisionsrecht bei KMU zu unverh\u00e4ltnism\u00e4ssiger administrativer Belastung und externen Kosten f\u00fchrt. Branchenexperten wie betroffene Unternehmen sind der Ansicht, dass die Schwellenwerte und Kriterien zur Unterstellung unter die ordentliche [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":2752,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[67],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[],"post_content_subject":[230],"acf":{"seco_author":2752,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Dr. rer. pol., Leiter der Direktion f\u00fcr Wirtschaftspolitik und stv. Direktor, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco), Bern","seco_author_post_occupation_fr":"Chef de la Direction de la politique \u00e9conomique et directeur suppl\u00e9ant, Secr\u00e9tariat d\u2019\u00c9tat \u00e0 l\u2019\u00e9conomie (Seco), Berne","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":121104,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8523","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55244bf183275"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121101"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2752"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=121101"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121101\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127681,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121101\/revisions\/127681"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2752"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=121101"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=121101"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=121101"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=121101"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=121101"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=121101"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}