{"id":121146,"date":"2010-10-01T12:00:00","date_gmt":"2010-10-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/10\/egger-14\/"},"modified":"2023-08-23T23:33:02","modified_gmt":"2023-08-23T21:33:02","slug":"egger-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/10\/egger-13\/","title":{"rendered":"Schweizer Direktinvestitionen in Indonesien und Bangladesh"},"content":{"rendered":"<p>Swisscontact ist die Organisation der Schweizer Wirtschaft f\u00fcr die Zusammenarbeit mit Entwicklungsl\u00e4ndern. Die 1959 gegr\u00fcndete unabh\u00e4ngige Stiftung f\u00fchrt in 25 L\u00e4ndern Projekte mit dem Ziel der Armutsreduzierung durch. Sie unterst\u00fctzt Unternehmen und weiterbildungsinteressierte Arbeitskr\u00e4fte bei ihren Anstrengungen, durch Eigeninitiative ihre Einkommen zu verbessern und sich einen Arbeitsplatz zu sichern. Die Projektt\u00e4tigkeiten werden entscheidend vom jeweiligen Umfeld in den einzelnen Partnerl\u00e4ndern beeinflusst. Die Entwicklung der lokalen Wirtschaft ist f\u00fcr Schweizer Firmen, welche dort investieren, ein entscheidender Erfolgsfaktor. Der Artikel zeigt anhand der beiden L\u00e4nderbeispiele Indonesien und Bangladesh, wie die wirtschaftliche T\u00e4tigkeit von Schweizer Firmen in Entwicklungsl\u00e4ndern sinnvoll mit Entwicklungszusammenarbeit untermauert werden kann.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201010_10_Egger_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Indonesien bricht auf<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nS\u00fcdostasiens gr\u00f6sste Volkswirtschaft d\u00fcrfte 2010 mit \u00fcber 6% wachsen. Der globale Konjunktureinbruch der letzten beiden Jahre scheint ohne Schaden vor\u00fcbergegangen zu sein. Das war nicht immer so. Die Asienkrise von 1998 hat zu einem dramatischen R\u00fcckgang des BIP pro Kopf gef\u00fchrt. Der damit verbundene politische Wandel in Richtung Demokratisierung scheint nun nach einigen Jahren Fr\u00fcchte zu tragen. Unter dem aktuellen Pr\u00e4sidenten Susilo Bambang Yudhoyono hat sich das Land stabilisiert, was zu einem Anstieg der ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen von 4 auf 145 Mrd. US-Dollar (2009) gef\u00fchrt hat. Im Vergleich zu China sind diese Zahlen zwar wenig beeindruckend, doch kann Indonesien sein junges Arbeitskr\u00e4fte-Reservoir in den n\u00e4chsten Jahren in die Waagschale werfen. Entscheidend f\u00fcr den Einsatz dieser Arbeitskr\u00e4fte sind ihre Ausbildung und ihr Arbeitswille. Swisscontact hat in den 1980er- und 1990er-Jahren mit dem Aufbau von Technikerschulen im ganzen Land massgebend dazu beigetragen, dass heute qualitativ gute und praxisorientierte Ausbildungsinstitutionen bestehen. Diese sind oft noch immer Partner bei der Abwicklung von Projekten, wie z.B. nach dem Tsunami-Ungl\u00fcck beim Aufbau von Ausbildungsg\u00e4ngen f\u00fcr baubezogene Berufe in Sumatra.&#13;<\/p>\n<h2>Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Indonesien<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAm 26. November 2009 wurde die <i>Joint Economic and Trade Commission (JETC)<\/i> etabliert. Mit dieser Kommission sollen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und Indonesien als strategischem Partner ausgebaut werden. Schweizerische Direktinvestitionen haben in der Periode von 2000 bis 2009 740 Mio. US-Dollar erreicht, was im internationalen Vergleich Rang 15 bedeutet. Diese Investitionen stehen f\u00fcr 120 Projekte verschiedenster Schweizer Firmen. Auch im Moment sind weitere Investitionen geplant. So will Holcim f\u00fcr eine gr\u00f6ssere Anlage 450 Mio. US-Dollar investieren. Auch Novartis plant weitere Investitionen. Dank dieser Investitionen soll letztlich auch der Handel zwischen den beiden L\u00e4ndern gesteigert werden. Zurzeit besteht hier ein Ungleichgewicht, da die Exporte aus der Schweiz nach Indonesien mit 350 Mio. US-Dollar doppelt so hoch sind wie die Importe aus Indonesien. Die Schweiz exportiert in erster Linie Maschinen sowie Nahrungsmittel, chemische Erzeugnisse, Pharmaprodukte und Uhren. Aus Indonesien werden vor allem Textilien und Agrarg\u00fcter eingef\u00fchrt. Das Potenzial f\u00fcr Importe in die Schweiz w\u00e4re allerdings wesentlich gr\u00f6sser. So werden bereits heute indonesische Rohstoffe in Singapur veredelt und dann von dort her in die Schweiz importiert. Die w\u00e4hrend des Besuchs von Bundespr\u00e4sidentin Leuthard angestossenen Verhandlungen im Rahmen der Europ\u00e4ischen Freihandelsassoziation (Efta) haben u.a. das Ziel, den direkten Handel zwischen den beiden L\u00e4ndern auszubauen. Ausserdem ist Indonesien eines der sieben Schwerpunktl\u00e4nder der wirtschaftlichen Zusammenarbeit des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco). Ein Teil dieser Zusammenarbeitsprojekte \u2013 z.B. zur Tourismusentwicklung in Flores \u2013 wird \u00fcber Swisscontact abgewickelt. Wie diese Projekte zur wirtschaftlichen Entwicklung in Indonesien beitragen, wird im Rahmen dieses Artikels weiter unten aufgezeigt.&#13;<\/p>\n<h2>Wirtschaftswachstum in Bangladesh dank Direktinvestitionen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBangladesh ist eines der \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt. Mit einer Bev\u00f6lkerung von 160 Mio. Menschen und einer Fl\u00e4che, die nur gut dreimal so gross ist wie die Schweiz, ist es gleichzeitig eines der am dichtesten besiedelten L\u00e4nder. Der \u00fcberwiegende Teil der Bev\u00f6lkerung lebt auf dem Lande und somit auch von der Landwirtschaft. Die zehntausenden von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die j\u00e4hrlich auf den l\u00e4ndlichen Arbeitsmarkt dr\u00e4ngen, k\u00f6nnen jedoch vom Agrarsektor nicht alle besch\u00e4ftigt werden. Die Migration inner- oder ausserhalb des Landes ist f\u00fcr sie der einzige Ausweg, Arbeit und Einkommen zu finden. In den letzten 20 Jahren fanden viele Bangladeshi im arabischen Raum (v.a. in den Vereinigten Arabischen Emiraten) Besch\u00e4ftigung. Doch mit der Finanzkrise der letzten beiden Jahre wurden viele entlassen oder nicht mehr bezahlt. Dies bewirkte eine eigentliche R\u00fcckwanderungswelle nach Bangladesh. Angesichts dieses doppelten Zuwanderungsdruckes auf die st\u00e4dtischen R\u00e4ume \u2013 speziell in die Hauptstadt Dhaka \u2013 ist es umso wichtiger, dass Investitionen im industriellen Sektor Arbeitspl\u00e4tze schaffen. Der positive Zusammenhang zwischen Direktinvestitionen und Wirtschaftswachstum sowie Devisenreserven wurde in unz\u00e4hligen Untersuchungen aufgezeigt. Entscheidend sind die Rahmenbedingungen f\u00fcr diese Investitionen. Die Stabilit\u00e4t des politischen Systems und die Rechtssicherheit f\u00fcr die Investoren sind dabei die bestimmenden Faktoren. Die politische Stabilit\u00e4t ist seit der Unabh\u00e4ngigkeit von Bangladesh im Jahre 1971 der kritische Faktor. Die Politik wird stark durch Gewalt, Demonstrationen und Streiks beeinflusst. Der regelm\u00e4ssige Machtwechsel zwischen den zwei verfeindeten grossen Parteien erzeugt eine permanente politische Instabilit\u00e4t. Von Zeit zu Zeit interveniert die Armee und setzt eine neutrale Technokratenregierung ein. Dies sorgt dann zwar kurzfristig f\u00fcr Entspannung, l\u00f6st das Problem aber nicht an der Wurzel und hat wenig gemein mit unseren Vorstellungen von Demokratie. Im Moment hat Bangladesh eine gew\u00e4hlte Regierung, und die Lage ist relativ ruhig. Die n\u00e4chsten Spannungen sind jedoch vorprogrammiert.Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen weist Bangladesh \u00fcber die letzten 15 Jahre ein konstantes j\u00e4hrliches Wirtschaftswachstum von 5%\u20136% auf. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 300 US-Dollar geh\u00f6rt das Land aber immer noch zu den L\u00e4ndern mit tiefen Einkommen. Der Sprung in die Gruppe der L\u00e4nder mit mittlerem Einkommen d\u00fcrfte auf absehbare Zeit nicht gelingen. Der Staat versucht mit Anreizen, Direktinvestitionen anzulocken. Seit der entsprechenden Gesetzes\u00e4nderung vom Jahre 1980 haben diese auch deutlich zugenommen und sind nun in nahezu allen Sektoren zugelassen. Ausnahmen bilden der R\u00fcstungssektor, die Eisenbahnen, die Forstwirtschaft und die Nuklearenergie. Gleichzeitig machte sich die Wirtschaftskrise auch in Bangladesh bemerkbar, was zu einem R\u00fcckgang der Investitionen f\u00fchrte. F\u00fcr das Fiskaljahr 2009\/10 werden Direktinvestitionen im Umfang von 590 Mio. US-Dollar erwartet. Dabei f\u00e4llt auf, dass 80% davon aus Saudi-Arabien stammen. S\u00fcdkorea und China sind ebenfalls wichtige Investoren. Der gr\u00f6sste Teil der Gelder fliesst in die Sektoren f\u00fcr Telekommunikation, Energie und Textilien. In den letzten Jahren wurde allerdings auch der Dienstleistungssektor immer wichtiger. Schweizerische Investoren sind kaum auszumachen und daher statistisch nicht erfasst.&#13;<\/p>\n<h2>Die Ans\u00e4tze von Swisscontact zur lokalen Wirtschaftsf\u00f6rderung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Arbeitsweise von Swisscontact basiert auf der \u00dcberzeugung, dass die private Initiative der Motor f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung ist, welche wiederum zur Reduktion der Armut f\u00fchrt. Der Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Armutsreduktion wurde vielfach bewiesen. Damit Arme vom Wirtschaftswachstum profitieren k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie allerdings den Zugang zu Ressourcen und M\u00e4rkten erhalten. Swisscontact unterst\u00fctzt durch ihre Projekte diejenigen Armen, welche diesen Zugang suchen. In der internationalen Entwicklungszusammenarbeit hat sich in den letzten 40 Jahren ein Paradigmenwechsel vollzogen: Die Privatinitiative wird mittlerweile als wichtiges Kriterium f\u00fcr den Erfolg von Entwicklungsprogrammen angesehen. Die Ans\u00e4tze der Privatwirtschaftsf\u00f6rderung sind heute weitgehend anerkannt, werden jedoch nicht in allen Projekten v.a. \u00f6ffentlicher Akteure auch tats\u00e4chlich umgesetzt. Erfolgreiche Programme der Privatwirtschaftsf\u00f6rderung m\u00fcssen sich an folgenden Grunds\u00e4tze orientieren:\u2212 <i>Subsidiarit\u00e4t:<\/i> Nur unterst\u00fctzen, was Staat oder Private nicht ohnehin tun w\u00fcrden.\u2212 <i>D<\/i>ialog zur Wirtschaftspolitik (Makroebene) sowie <i>St\u00e4rkung \u00f6ffentlicher und privater Akteure<\/i> der regionalen und lokalen wirtschaftlichen Entwicklung (Mesoebene).\u2212 <i>Konzentration auf Klein- und Mittelunternehmen (KMU)<\/i> als flexibelste und erfolgreichste Unternehmensform, insbesondere im Hinblick auf ihre ausgleichende Funktion bei Schwankungen in der Besch\u00e4ftigung.\u2212 Die <i>Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft<\/i> in der Schweiz und in den Partnerl\u00e4ndern wird nicht nur toleriert, sondern ist erw\u00fcnscht und wird unterst\u00fctzt (Public-Private Partnerships).Der Staat hat eine komplement\u00e4re Position gegen\u00fcber dem Privatsektor einzunehmen: W\u00e4hrend der Privatsektor das unternehmerische Wissen und das Kapital zur Verf\u00fcgung stellt und damit auch das unternehmerische Risiko tr\u00e4gt, definiert der Staat die gesetzlichen Rahmenbedingungen und setzt diese durch. Dieses idealtypische Bild ist in vielen Entwicklungsl\u00e4ndern allerdings bei weitem noch nicht erreicht. Ausserdem haben alle Staaten inzwischen aufgrund internationaler Vereinbarungen Pl\u00e4ne zur Armutsreduktion erstellt. Die Entwicklungszusammenarbeit stellt ihre Projektarbeit jeweils in den Rahmen solcher Armutsreduktionsstrategien.Damit diese erfolgreich sind, braucht es wirtschaftliches Wachstum, da nur so zus\u00e4tzliche Besch\u00e4ftigungs- und Einkommensm\u00f6glichkeiten geschaffen werden. Wachstum allein ist jedoch nicht hinreichend, um Armut zu verringern. Dar\u00fcber hinaus muss die arme Bev\u00f6lkerung in der Lage sein, am Wachstum direkt teilzunehmen. Swisscontact zielt deshalb darauf ab, M\u00f6glichkeiten zu schaffen, damit arme Schichten direkt vom Wirtschaftswachstum profitieren k\u00f6nnen. Dies tut die Stiftung, indem sie sich in folgenden Bereichen engagiert: F\u00f6rderung von Klein- und Mittelunternehmen (inkl. Finanzdienstleistungen), Berufsbildung und Umweltschutz. Dabei wird darauf geachtet, dass die eingesetzten Instrumente marktkonform sind und eine m\u00f6glichst geringe marktverzerrende Wirkung haben. Swisscontact ist auch bestrebt, die Rahmenbedingungen f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung der Armen g\u00fcnstig zu beeinflussen (Pro-Poor Growth). Dabei ist der Politikdialog ein wichtiges Instrument, um den Eingriff des Staates in die individuelle Freiheit zu reduzieren und regulatorische Massnahmen auf eine g\u00fcnstige wirtschaftliche Entwicklung hin auszurichten.&#13;<\/p>\n<h2>KMU F\u00f6rderung in Indonesien<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nChili ist in Indonesien der Kosename f\u00fcr KMU. So wie die kleine Schote einem ganzen Eintopf W\u00fcrze verleiht, sind die unz\u00e4hligen Klein- und Kleinstbetriebe eine wichtige Ingredienz der indonesischen Wirtschaft. Handwerker, Verkaufsl\u00e4den, Lebensmittelhersteller oder Bauernbetriebe mit einer Handvoll Mitarbeitenden \u2013 oft auch nur mit einer oder einem einzigen \u2013 bieten Millionen Menschen Arbeit und ein bescheidenes Einkommen. Gleichzeitig k\u00e4mpfen viele dieser KMU t\u00e4glich um ihr \u00dcberleben oder sind mit fast un\u00fcberwindbaren H\u00fcrden konfrontiert, die ihnen ein betriebliches Wachstum verunm\u00f6glichen. Viele Unternehmer haben keinen oder kaum Zugang zu Information, Finanzdienstleistungen und M\u00e4rkten. Sie k\u00f6nnen weder Reserven anlegen noch ihr Gesch\u00e4ft ausbauen. Sie bewegen sich permanent am Abgrund und k\u00f6nnen deswegen keinen Beitrag dazu leisten, dass die Unterschicht am Wachstum der indonesischen Wirtschaft teilhat, was eigentlich ihre Rolle sein k\u00f6nnte. Mit dem Projekt <i>Access<\/i> versucht Swisscontact, KMU den Zugang zu Information, Finanzdienstleistungen und neuen M\u00e4rkten zu erm\u00f6glichen. Ein wichtiges Instrument ist eine Fernsehsendung \u00fcber KMU namens Cabe Rawit, was w\u00f6rtlich Chili bedeutet und die Abk\u00fcrzung ist f\u00fcr Cara Berpikir Rahasia Wiraswastawan (Geheimnisse des unternehmerischen Denkens). Ein Privatsender produziert das Gef\u00e4ss auf Anregung von Swisscontact in Eigenregie und auf eigene Rechnung. Damit auch Kleinunternehmen Kredite erhalten und Versicherungen abschliessen k\u00f6nnen, arbeitet Access mit spezialisierten ausl\u00e4ndischen Firmen zusammen. Auf diese Weise hat die Allianz-Versicherung als erstes grosses Unternehmen die Kleinbetriebe als brachliegenden Markt f\u00fcr spezielle Versicherungen entdeckt.Zugang zu neuen M\u00e4rkten erhalten Hersteller diverser Nahrungsmittel (z.B. Kaffee, Tee, konservierte Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse, N\u00fcsse, Honig, pflanzliche \u00d6le), die mit potenziellen Abnehmern in \u00dcbersee vernetzt werden. Ein Erfolg dieser Initiative ist etwa, dass ein US-Detailh\u00e4ndler indonesischen Waldhonig anbietet. Der Kontakt zu nationalen und internationalen K\u00e4uferm\u00e4rkten dient indes nicht nur Verkaufszwecken. Die KMU lernen auf diesem Weg auch Produktstandards kennen, die sie weiter antreiben, ihr Angebot zu verbessern. Die Rolle der Chilis in der K\u00fcche der indonesischen Wirtschaft geht somit weit \u00fcber die eines Gew\u00fcrzes hinaus: Die KMU sind das Treibmittel, das den Kuchen vergr\u00f6ssert und auf die Tische der unteren Gesellschaftsschichten bringt.&#13;<\/p>\n<h2>Berufliche Bildung f\u00fcr junge Bangladeshi<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Jahre 2006 zeigte eine Umfrage, dass 40% der Bangladeshi im arbeitsf\u00e4higen Alter \u00fcber keinerlei Schulbildung verf\u00fcgten. Das Berufsbildungssystem f\u00fcr technische Berufe bietet den Armen kaum M\u00f6glichkeiten. Insgesamt absolvieren nur 3% der Bev\u00f6lkerung eine Berufsausbildung. Zudem haben die wenigen Berufsbildungseinrichtungen kaum oder gar keine Kontakte zur Industrie. Deshalb werden die Lernenden nicht mit denjenigen Fertigkeiten ausgestattet, die in der Industrie und auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind.Swisscontact hat in Bangladesh daher ein Projekt gestartet, das arbeitslosen und unterbesch\u00e4ftigten Jugendlichen erm\u00f6glicht, einen Beruf zu erlernen, der auf dem Arbeitsmarkt auch tats\u00e4chlich nachgefragt wird. Der Kreislauf ist klar: Eine bessere Qualifikation der Arbeitskr\u00e4fte erh\u00f6ht die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Wirtschaft Bangladeshs, was wiederum die Nachfrage nach ausgebildeten Arbeitnehmenden weiter steigert. Swisscontact bringt Ausbildungsanbieter mit den entsprechenden Industrievertretern zusammen, damit die Ausbildung den Bed\u00fcrfnissen und Anforderungen der Arbeitgeber entspricht. Dabei werden im Rahmen des Projekts die Ausbildungseinrichtungen bez\u00fcglich der Verbesserung ihrer Lehrg\u00e4nge beraten. Im Mittelpunkt stehen die Sektoren Tourismus, Handwerk und Bauwirtschaft, Schiffsbau, M\u00f6belherstellung, Leichtindustrie, Leder- und Schuhproduktion, Kleiderproduktion sowie Automobil. Die lokalen Experten und Partner des Projekts achten auch auf die speziellen Bed\u00fcrfnisse der grossen Gruppe der Wanderarbeiter, wenn sie Lehrg\u00e4nge weiterentwickeln. Ausserdem stellt Swisscontact Verbindungen zwischen Finanzinstituten (Banken, Versicherungen), Ausbildungsanbietern und potenziellen Berufssch\u00fclern her, damit sich mehr junge Frauen und M\u00e4nner \u00fcberhaupt eine Ausbildung leisten k\u00f6nnen. Insgesamt zeigt Bangladeshs wirtschaftliche Entwicklung und Integration im Weltmarkt, dass die Bev\u00f6lkerung f\u00e4hig ist, die Armut aus eigener Kraft zu \u00fcberwinden. Eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr mehr Arbeit und Einkommen im s\u00fcdasiatischen Staat ist ein modernes, marktorientiertes Berufsbildungssystem.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Swisscontact&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Stiftung Swisscontact wurde 1959 von Pers\u00f6nlichkeiten der schweizerischen Wirtschaft und Wissenschaft gegr\u00fcndet. Sie ist politisch und konfessionell neutral. \u00dcber 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ausland sowie rund 25 Personen in der Schweiz engagieren sich bei Swisscontact. Zus\u00e4tzlich leisten die Experten unseres Senior Expert Corps ehrenamtliche Beratungseins\u00e4tze. Die Stiftung ist steuerbefreit und von der Zentralstelle f\u00fcr Wohlfahrtsunternehmen (ZEWO) als gemeinn\u00fctzige Organisation anerkannt. Das Managementsystem von Swisscontact ist von der internationalen Controlling-Organisation SGS zertifiziert.Wichtigstes Ziel ist es, die nachhaltige \u2013 d.h. wirtschaftlich, sozial und \u00f6kologisch vertr\u00e4gliche \u2013 Entwicklung in ausgew\u00e4hlten L\u00e4ndern zu f\u00f6rdern. Swisscontact sucht in erster Linie die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern nach dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Swisscontact ist die Organisation der Schweizer Wirtschaft f\u00fcr die Zusammenarbeit mit Entwicklungsl\u00e4ndern. Die 1959 gegr\u00fcndete unabh\u00e4ngige Stiftung f\u00fchrt in 25 L\u00e4ndern Projekte mit dem Ziel der Armutsreduzierung durch. Sie unterst\u00fctzt Unternehmen und weiterbildungsinteressierte Arbeitskr\u00e4fte bei ihren Anstrengungen, durch Eigeninitiative ihre Einkommen zu verbessern und sich einen Arbeitsplatz zu sichern. 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