{"id":121176,"date":"2010-10-01T12:00:00","date_gmt":"2010-10-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/10\/tilebalieva-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:33:02","modified_gmt":"2023-08-23T21:33:02","slug":"tilebalieva","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/10\/tilebalieva\/","title":{"rendered":"Unterst\u00fctzung von KMU in Lateinamerika durch Sifem"},"content":{"rendered":"<p>Trotz der entscheidenden Rolle von KMU als Treiber des Wirtschaftswachstums sind diese in ihrer Entwicklung mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert \u2013 allen voran dem mangelnden Zugang zu langfristigem Kapital. Die lokalen und internationalen Finanzierungskan\u00e4le in Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern sind \u00fcblicherweise den grossen Gesellschaften und multinationalen Konzernen vorbehalten und somit f\u00fcr KMU verschlossen. Die bl\u00fchende Mikrofinanzindustrie ist ihrerseits auf viel kleinere, informelle Gesch\u00e4fte und Einzelpersonen ausgerichtet. Die KMU bilden somit eine Art \u00abfehlende Mitte\u00bb, da sie punkto Finanzierung viel h\u00f6heren Einschr\u00e4nkungen ausgesetzt sind als Unternehmen der beiden anderen Kategorien. Hier springt Sifem in die L\u00fccke. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201010_09_Tilebalieva_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"278\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin gesunder Privatsektor ist ein Schl\u00fcssel f\u00fcr ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Das gilt f\u00fcr Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4nder ebenso wie f\u00fcr hoch entwickelte L\u00e4nder. Der Grossteil der Privatwirtschaft in Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern l\u00e4sst sich der Kategorie kleiner und mittelgrosser Unternehmen (KMU) zuordnen. Gegenw\u00e4rtig kursiert eine Vielzahl unterschiedlicher und umstrittener Definitionen von KMU. Generell k\u00f6nnen sie als jene Gruppe von Unternehmen definiert werden, die zu gross sind, um in die Kategorie der informellen Mikrofinanz zu fallen, aber zu klein, um als Gesellschaften zu gelten. KMU sind die treibende Kraft zur Schaffung regul\u00e4rer Stellen sowie f\u00fcr den Transfer und die Einf\u00fchrung neuer Technologien. Sie erweitern die Steuerbasis, spielen eine wichtige Rolle bei der regionalen und globalen Wirtschaftsintegration und tragen mit ihrem Angebot an G\u00fctern und Dienstleistungen zur Steigerung des Lebensstandards der Bev\u00f6lkerung bei.&#13;<\/p>\n<h2>Rolle des Seco bei der KMU-Finanzierung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) hat die Bedeutung der KMU in Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern erkannt und f\u00f6rdert die langfristige KMU-Finanzierung durch den Swiss Investment Fund for Emerging Markets (Sifem AG). Konzipiert in der ersten H\u00e4lfte der 1990er-Jahre innerhalb des Ressorts Privatsektorf\u00f6rderung, wuchs die KMU-F\u00f6rderung des Seco bis 2005 zu einem Portfolio von 179 Mio. US-Dollar. Mit dem raschen Wachstum dieser Projekte wurde es zunehmend schwierig, das Management innerhalb des Seco sicherzustellen. Der steigende Bedarf an Ressourcen und Infrastruktur f\u00fchrte schliesslich zur Gr\u00fcndung von Sifem, die heute als Investment Advisor f\u00fcr das KMU-Finanzierungsportfolio des Seco fungiert. Sifem ist in Bern ans\u00e4ssig und verf\u00fcgt \u00fcber eine schlanke Organisationsstruktur mit zehn Mitarbeitenden, angef\u00fchrt von Managing Director Claude Barras. 2009 umfasste das Seco-Investitionsportfolio Engagements von \u00fcber 400 Mio. US-Dollar in mehr als 30 L\u00e4ndern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas sowie Ost- und S\u00fcdosteuropas. Davon profitieren \u00fcber 360 KMU verschiedener Branchen.&#13;<\/p>\n<h2>Effiziente L\u00f6sungen mit dem Gesch\u00e4ftsmodell des Dachfonds<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine Vielzahl von Studien identifizieren den Zugang zu Kapital \u2013 insbesondere Wachstumskapital \u2013 als wichtige H\u00fcrde der Finanzierung von KMU. Gleichzeitig bergen direkte Kapitalinvestitionen in aufstrebenden M\u00e4rkten bedeutend h\u00f6here Risiken als solche in hoch entwickelten Volkswirtschaften. Sie ben\u00f6tigen oft eine permanente Pr\u00e4senz vor Ort und Kenntnisse der lokalen Gegebenheiten. Um der Nachfrage der KMU nach langfristigem Wachstumskapital effizient nachkommen zu k\u00f6nnen, hat Sifem das Modell der indirekten Investition \u00fcber einen Private-Equity-Dachfonds gew\u00e4hlt. Sifem beaufsichtigt die lokalen Private-Equity-Manager und investiert Kapital in deren Fonds, die ihrerseits Gelder von Sifem zur Bereitstellung von langfristigem Wachstumskapital verwenden. Diese Fonds haben normalerweise eine Lebensdauer von 10\u201312 Jahren, wobei Neuinvestitionen in den ersten 4\u20136 Jahren get\u00e4tigt werden. Die restliche Zeit wird daf\u00fcr verwendet, die Unternehmen wachsen zu lassen und f\u00fcr den Ausstieg zu positionieren. Die Optionen sind dabei der Verkauf an einen anderen Investor oder an die Eigent\u00fcmer und \u2013 bei gen\u00fcgend starkem Wachstum f\u00fcr eine Notierung \u2013 der B\u00f6rsengang. In den meisten F\u00e4llen erh\u00e4lt Sifem beim Ausstieg zus\u00e4tzlich zu ihrem investierten Kapital einen Gewinnanteil, sofern ein solcher nach Abzug des Honorars f\u00fcr den Fonds-Manager des laufenden Gesch\u00e4fts erzielt werden kann. Auf diese Weise kann Sifem KMU in Schwellenl\u00e4ndern nachhaltig und effizient unterst\u00fctzen, ihre schlanke Organisationsstruktur in Bern beibehalten und das lokale Know-how ihrer Fonds-Manager vor Ort nutzen.&#13;<\/p>\n<h2>Ein ganzheitlicher und umfassender Investitionsansatz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSifem unterzieht alle potenziellen Investitionen vor der endg\u00fcltigen Auswahl einer eingehenden \u00dcberpr\u00fcfung und \u00fcbernimmt nach der Verpflichtung der Fonds eine aktive Rolle in ihrem Management. F\u00fcr Private-Equity-Funds intergriert Sifem typischerweise die Erf\u00fcllung \u00f6kologischer, sozialer und Corporate-Governance-Anforderungen (so genannte ESG&#13;<br \/>\nEnvironmental, social and corporate governance compliance.) in rechtliche \u00dcbereink\u00fcnfte und nimmt \u2013 als Teil der Corporate-Governance-Kriterien \u2013 Einsitz in den Aufsichts- und Verwaltungsr\u00e4ten der Fonds. Das Sifem-Investment-Team reist regelm\u00e4ssig in die Regionen, um die Fonds und die beg\u00fcnstigten Unternehmen zu besuchen. Zus\u00e4tzlich zum Jahresbericht sowie den viertel- oder halbj\u00e4hrlichen Finanzberichten verlangt Sifem von den Fonds einen j\u00e4hrlichen ESG-Compliance-Bericht. Bei Krediten an KMU- oder Mikrofinanzbanken sowie andere Finanzinstitute baut Sifem Best-Practice-Kreditklauseln in ihre rechtlichen \u00dcbereink\u00fcnfte ein und verpflichtet die Institute, \u00fcber die Einhaltung dieser Klauseln viertelj\u00e4hrlich Bericht zu erstatten. Alle zwei Jahre \u00fcberpr\u00fcft Sifem die Entwicklungseffekte ihrer Projekte mit Hilfe des GPR, eines Instruments der Deutschen Investitions-und Entwicklungsgesellschaft (DEG). GPR kann entweder vor der Investition zur Absch\u00e4tzung der zu erwartenden Entwicklungswirkungen angewendet werden oder nach der Investition, um die erzielten Resultate festzustellen. Es misst Entwicklungen in Gebieten wie Arbeitsmarkt, Ausbildung, industrielle Durchdringung oder Unternehmensentwicklung bez\u00fcglich Strategie, Corporate Governance, Buchf\u00fchrung und Reporting.&#13;<\/p>\n<h2>Sifem in Lateinamerika<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Portfolio des Seco in Lateinamerika geht zur\u00fcck auf die Investition in Profund, dem weltweit ersten Mikrofinanz-Private-Equity-Fund im Jahr 1995. Seither ist der Anteil in S\u00fcdamerika auf rund 16% des Gesamtportfolios angewachsen (ca. 64 Mio. US-Dollar im Jahr 2009). Die Schwerpunktl\u00e4nder von Sifem in Lateinamerika sind Bolivien, Kolumbien, Peru und die L\u00e4nder Mittelamerikas ausser Mexiko. Investiert wurde in sechs Private-Equity-Funds, die auf KMU spezialisiert sind, drei Mikrofinanz-Institute, die eine breite Palette von Kreditprodukten f\u00fcr lateinamerikanische Mikrofinanzinstitutionen (MFI) anbieten, sowie zwei Finanzinstitutionen (eine Bank und eine Leasinggesellschaft).In den Andenstaaten Peru und Kolumbien hat Sifem den Aufbau eines der ersten Private-Equity-Funds unterst\u00fctzt und damit zum Aufbau der Private-Equity-Industrie beigetragen, welche den Weg f\u00fcr lokale und internationale Investoren geebnet hat. So geh\u00f6rte der Seaf Trans Andean Fund 2002 zu den ersten Private-Equity-Funds in Peru. Dieser Fonds war der Testfall des von den Beh\u00f6rden entwickelten Private-Equity-Rahmens, der lokalen Pensionskassen erstmals erlaubte, in diese Anlageklasse zu investieren. Lokale Pensionskassen geh\u00f6ren neben Sifem zu den Investoren von TAF-Peru und dessen Nachfolge-Fonds. Heute ist Private Equity eine florierende Industrie in Peru geworden, zumal andere Private-Equity-Funds institutionelle Anleger gewinnen konnten und so die Abh\u00e4ngigkeit des Landes von volatilem ausl\u00e4ndischem Kapital zu reduzieren vermochten.&#13;<\/p>\n<h2>Caseif II \u2013 Beispiel einer Investition in Lateinamerika<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Jahr 2007 hat Sifem 5 Mio. US-Dollar in den Central American Small Enterprise Investment Fund II (Caseif II) investiert, ein Private-Equity-Fund, der den wachsenden Bedarf an Kapital von zentralamerikanischen KMU bedient. Als einer der ersten Investoren war Sifem von Beginn an bei Caseif II engagiert und half mit, die Investment-Strategie zu verfeinern, das Management mit der Anstellung eines zus\u00e4tzlichen Private-Equity-Spezialisten zu verst\u00e4rken und die ESG-Einhaltung bei allen Operationen der Gesellschaft zu festigen. Mit den Mitteln von Sifem war Caseif II in der Lage, ihr operationelles Team zu erweitern: einerseits mit einem Accoutant Controller, der alle Partnergesellschaften bei ihren Finanzberichterstattung unterst\u00fctzt, und andererseits einem ESG-Consultant, der aktiv mit den Partnern bez\u00fcglich der Implementierung und Verbesserung ihres ESG-Systems oder der entsprechenden Standards zusammenarbeitet. Zus\u00e4tzlich zu seinem Engagement mobilisierte Sifem eine Fazilit\u00e4t f\u00fcr technische Unterst\u00fctzung des Seco in der H\u00f6he von 170&nbsp;000 US-Dollar, das Beg\u00fcnstigten von Caseif II hilft, ihre Gesch\u00e4fte in Bereichen wie Strategie, Corporate Governance und ESG zu formalisieren. Bis heute ist Sifem aktiv am Investment Committee und am Verwaltungsrat von Caseif II beteiligt.Caseif II investiert in nicht notierte KMU in den zentralamerikanischen L\u00e4ndern Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Panama und der Dominikanischen Republik. Der Fonds investiert haupts\u00e4chlich in Unternehmen bis zu 100 Mitarbeitenden und 5 Mio. US-Dollar Umsatz; bis zu 30% des Bestandes k\u00f6nnen aber auch an mittelgrosse Unternehmen (100\u2013300 Mitarbeitende, 5\u201310 Mio. US-Dollar Umsatz) fliessen. Er h\u00e4lt bedeutende Minderheitsanteile (mindestens 30%, 250&nbsp;000 bis 3 Mio. US-Dollar) sowie wandelbare und nicht wandelbare Anleihen. Da Caseif II dringend ben\u00f6tigte Mittel f\u00fcr KMU zur Verf\u00fcgung stellt, sind fast alle beg\u00fcnstigten Unternehmen Familienbetriebe mit grossem Bedarf an Institutionalisierung und weiterer Formalisierung. Der Fonds sucht deshalb die praktische und aktive Zusammenarbeit mit den beg\u00fcnstigten Unternehmen in Bereichen wie strategische Entwicklung, Corporate Governance und Unternehmensorganisation. Aufgrund der famili\u00e4ren Besitzstruktur vieler unterst\u00fctzter Firmen setzt Caseif II seine technische Unterst\u00fctzungsfazilit\u00e4t zur Verbesserung der Corporate Governance ein und f\u00fchrt jedes Jahr entsprechende Ausbildungsprogramme f\u00fcr alle beg\u00fcnstigten Unternehmen durch.&#13;<\/p>\n<h2>Tecnosol \u2013 ein Endbeg\u00fcnstigter von Sifem-Geldern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine der Investitionen, in der Caseif-II-Gelder von Sifem platziert hat, ist das in Nicaragua und El Salvador t\u00e4tige Unternehmen Tecnosol. Das Unternehmen, von dem der Fonds 2009 einen Kapitalanteil von 35% erwarb, kann als gutes Beispiel eines Endbeg\u00fcnstigten der Sifem-Finanzierung herangezogen werden.Tecnosol wurde 1998 vom heutigen CEO Vladimir Delagneau, einem Elektroingenieur mit Fachbereich erneuerbare Energien, und seiner Frau gegr\u00fcndet. Es entwirft, verkauft und installiert erneuerbare Energiesysteme und Zubeh\u00f6r in l\u00e4ndlichen Gebieten und verkauft\/installiert Solaranlagen in st\u00e4dtischen Zonen. In den 12 Jahren seiner Existenz hat Tecnosol \u00fcber 40&nbsp;000 Solaranlagen in Gegenden installiert, die von Versorgungsunternehmen nicht ber\u00fccksichtigt werden. Seit 2005 ist das Unternehmen stark gewachsen und hat eine beeindruckende Durchdringung des Marktes f\u00fcr erneuerbare Energien in Nicaragua erreicht. Durch Tecnosol wird die lokale Bev\u00f6lkerung \u00fcber die Vorz\u00fcge und Potenziale der Solaranergie informiert. 2009 begann das Unternehmen mit der Expansion nach El Salvador. Caseif II stellte das dringend ben\u00f6tigte Kapital f\u00fcr ein Wachstum ausserhalb des Heimmarktes zur Verf\u00fcgung. In El Salvador installierte Tecnosol mittlerweile bereits \u00fcber 800 Solaranlagen in l\u00e4ndlichen Gebieten.Die T\u00e4tigkeit von Tecnosol hat einen deutlichen Entwicklungseffekt in den von ihr versorgten Gemeinden. Dieser Effekt besteht einerseits in der Anhebung der Lebensqualit\u00e4t, indem arme Familien ohne Anschluss ans Stromnetz eine Energieversorgung erhalten. Andererseits leistet das Unternehmen einen aktiven Beitrag zur Entwicklung der Gemeinschaft, indem es Sportanl\u00e4sse unterst\u00fctzt oder l\u00e4ndlichen Ortschaften mit Schulsachen, Lampen und Solarpanels versorgt. Im Jahr 2009 besch\u00e4ftigte Tecnosol 87 Mitarbeitende; 57% davon waren Frauen und 55% junge Mitarbeitende im Alter von 18\u201330 Jahren. Das Unternehmen beteiligt sich ausserdem dauerhaft an lokalen Schulen, Universit\u00e4ten und technischen Instituten, um das Know-how bez\u00fcglich alternativer Energiel\u00f6sungen zu verbreitern.Die von Tecnosol installierten erneuerbaren Energiesysteme ersetzen Anlagen, welche auf fossilen Energiequellen basieren. Das Unternehmen hat somit eine positive Wirkung auf die Umwelt, die in ersetzten Tonnen CO<i>2<\/i>-\u00c4quivalenten quantifiziert werden kann (nicht produzierte Tonnen CO<i>2<\/i>). 2008 bis 2009 betrug dieser Wert rund 14&nbsp;600 Tonnen CO<i>2<\/i>, 2010 noch 10&nbsp;400. 2010 war Tecnosol Finalist der London Ashden Awards f\u00fcr innovative und erfolgreiche nachhaltige Energieinitiativen. Zudem wurde V. Delagneau beim World Economic Forum in Cartagena de Indias (Kolumbien) als lateinamerikanischer Social Entrepreneur of the Year ausgezeichnet.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Investitionst\u00e4tigkeit von Sifem stellt den KMU, der vernachl\u00e4ssigten \u00abfehlenden Mitte\u00bb, auf nachhaltige und operationell effiziente Art und Weise dringend ben\u00f6tigtes langfristiges Kapital zur Verf\u00fcgung. Die damit erzielten Expansionen und Kapazit\u00e4tserweiterungen generieren Wachstum. Sie st\u00e4rken zudem die Besch\u00e4ftigung, f\u00f6rdern die Formalisierung des Gesch\u00e4ftsablaufs in den Bereichen Corporate Governance, Accounting und Reporting, erm\u00f6glichen die Aus- und Weiterbildung lokaler Arbeitskr\u00e4fte und beg\u00fcnstigen den Nord-S\u00fcd- sowie S\u00fcd-S\u00fcd-Technologietransfer. Das Wirtschaftswachstum, zu dem Sifem beitr\u00e4gt, resultiert folglich aus zwei Aspekten: einerseits der Verbesserung des Lebensstandards mit der St\u00e4rkung der lokalen Produktion von G\u00fctern und Dienstleistungen, und andererseits aus der st\u00e4rkeren lokalen und globalen Integration, indem die Exportg\u00fcter auf den internationalen M\u00e4rkten konkurrenzf\u00e4higer werden. Die Dachfonds-Struktur von Sifem mit dem Einbezug starker lokaler Partner, welche die Fonds verwalten, sorgt f\u00fcr eine effiziente Allokation der Ressourcen des Seco bei der Finanzierung von KMU in Entwicklungsl\u00e4ndern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abAktive Beteiligungen nach Region, Dezember 2002\u2013M\u00e4rz 2010\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abInvestitionsvolumen nach Sektor, 31.12.2009\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Triple Bottom Line Investment: Die Raison-d\u2019\u00eatre von Sifem&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Investment-Philosophie von Sifem ist vom Glauben geleitet, dass Investitionen in KMU aus Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern nachhaltige, langfristige Entwicklungseffekte auf lokale Gesellschaften aus\u00fcben kann. Gleichzeitig ist es das Ziel, dem Risiko entsprechende Gewinne zu erzielen und damit privates Kapital anzuziehen, das an die Stelle der Sifem-Finanzierung tritt. Sifem sieht sich also als Triple-Bottom-Line-Investor, der in all seinen Projekten finanzielle, \u00f6kologische und \u00f6konomische Nachhaltigkeit anstrebt.Das Mandat des Seco f\u00fcr Sifem besteht darin, ein umfassendes Portfolio mit Kapitalbeteiligungen an Pivate-Equity-Funds in M\u00e4rkten der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit aufzubauen. Die Organisation kann auch als Co-Investor in den untergeordneten Portfolio-Gesellschaften ihrer Private-Equity-Funds fungieren und Direktinvestitionen in Finanzinstitutionen mit Fokus auf KMU- oder Mikrofinanzkredite t\u00e4tigen. Alle Sifem-Investitionen mit Seco-Mandat sollen die Profitschwelle erreichen und m\u00fcssen zus\u00e4tzlich folgende Kriterien erf\u00fcllen:\u2013 <i>Leverage:<\/i> Risiko- und Gewinnbeteiligung von privaten Investoren bei Maximierung des privaten Investitionsflusses in Richtung der Ziell\u00e4nder;\u2013 <i>Subsidiarit\u00e4t:<\/i> Zielunternehmen ohne Zugang zu Kapitalm\u00e4rkten zu vern\u00fcnftigen Konditionen;\u2013 <i>Additionalit\u00e4t:<\/i> Steigerung der Investment-Performance durch aktives Bereitstellen von Managementwissen an die Portfolio-Unternehmen, Einf\u00fchrung geeigneter Managementpraktiken sowie Verbesserung von Buchf\u00fchrung, Corporate Governance, Reporting, Qualit\u00e4tskontrolle, Marketing und Strategie;\u2013 <i>Nachhaltigkeit:<\/i> Festhalten an sozialen und \u00f6kologischen Nachhaltigkeitsprinzipien.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz der entscheidenden Rolle von KMU als Treiber des Wirtschaftswachstums sind diese in ihrer Entwicklung mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert \u2013 allen voran dem mangelnden Zugang zu langfristigem Kapital. Die lokalen und internationalen Finanzierungskan\u00e4le in Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern sind \u00fcblicherweise den grossen Gesellschaften und multinationalen Konzernen vorbehalten und somit f\u00fcr KMU verschlossen. Die bl\u00fchende Mikrofinanzindustrie ist [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3511,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[97],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3511,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Investment Officer, Swiss Investment Fund for Emerging Markets SIFEM, Bern","seco_author_post_occupation_fr":"Responsable des investissements, Fonds d\u2019investissement suisse pour les march\u00e9s \u00e9mergents SIFEM, Berne","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":121179,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8489","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/559e2022f0e3d"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121176"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3511"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=121176"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121176\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127696,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121176\/revisions\/127696"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3511"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=121176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=121176"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=121176"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=121176"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=121176"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=121176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}