{"id":121206,"date":"2010-09-01T12:00:00","date_gmt":"2010-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/09\/ryser-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:33:09","modified_gmt":"2023-08-23T21:33:09","slug":"ryser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/09\/ryser\/","title":{"rendered":"Nachhaltigkeit in allen Ern\u00e4hrungsfragen \u2013 eine komplexe Aufgabe"},"content":{"rendered":"<p>Der Grundsatz \u00abGlobal denken \u2013 lokal handeln\u00bb gewinnt in Bezug auf die zus\u00e4tzliche Dimension der Nachhaltigkeit in allen aktuellen Fragen zur Ern\u00e4hrung auf dramatische Weise an Bedeutung. Zudem f\u00fchrt er bei Anbietern wie auch bei Konsumenten h\u00e4ufig zu Entscheidungs- und Handlungsnot. Die thematische Komplexit\u00e4t verunm\u00f6glicht eindeutige Hilfestellungen und Empfehlungen f\u00fcr den Alltag. Allerdings sind die Auswirkungen der Lebensmittelauswahl \u2013 im Vergleich zu Bereichen wie Mobilit\u00e4t und Wohnen \u2013 relativ gering. So verursacht die Bereitstellung und Zubereitung von Nahrungsmitteln nur knapp ein F\u00fcnftel der Umweltbelastungen, die durch Konsumentenhandlungen entstehen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine intakte Umwelt gilt als Voraussetzung schlechthin f\u00fcr ein nachhaltiges globales Ern\u00e4hrungssystem. Allgemeine Ern\u00e4hrungsempfehlungen reichen indes alleine nicht aus, neben dem Anspruch auf Gesundheit auch dem der Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Zum Beispiel weisen frische, unverarbeitete Lebensmittel nicht generell mehr Vitamine und Mineralstoffe auf als schonend verarbeitete Lebensmittel. Deshalb sind naturnah produzierte Lebensmittel weder merkbar ges\u00fcnder noch sicherer als konventionell produzierte Produkte. Zu pr\u00e4zisieren ist einzig, dass Bio-Lebensmittel mit weniger Zusatzstoffen hergestellt werden und dementsprechend auch weniger R\u00fcckst\u00e4nde und teilweise etwas mehr N\u00e4hrstoffe enthalten. Es gibt jedoch viele andere wichtige Gr\u00fcnde (z.B. die Belastung der Umwelt durch die Nahrungsmittelproduktion und Verteilung), um regionale, saisonale oder naturnah produzierte Produkte zu kaufen.&#13;<\/p>\n<h2>Die Qual der Wahl<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Schweiz werden auch konventionell hergestellte Lebensmittel nach hohen Standards und \u00f6kologisch nachhaltig produziert. Es liegt im pers\u00f6nlichen Ermessen, welche Lebensmittel man w\u00e4hlt und welche Produktionsweise man damit unterst\u00fctzt. F\u00fcr die Gesundheit weit bedeutender als die Herstellungsweise sind Kalorien-, Fett-, Zucker- und Nahrungsfasergehalt der konsumierten Lebensmittel. Im Konkreten bedeutet dies zum Beispiel, dass ein hoher Konsum von Fr\u00fcchten und Gem\u00fcse empfohlen wird, weil diese viele Mikron\u00e4hrstoffe und sekund\u00e4re Pflanzenstoffe enthalten, die mit verschiedenen positiven Effekten auf die Gesundheit einhergehen. Hierbei k\u00f6nnen sowohl die Sorte als auch die Anbauweise, die Umweltbedingungen sowie zahlreiche weitere Vor- und Nacherntefaktoren \u2013 wie die Lagerung und Zubereitung \u2013 betr\u00e4chtliche Auswirkungen auf die Konzentration und das Profil von Mikron\u00e4hrstoffen und sekund\u00e4ren Pflanzenstoffen haben. Lebensmittelhersteller, Handel und Konsumenten haben also einen Einfluss auf das N\u00e4hrwertprofil von Fr\u00fcchten und Gem\u00fcse.Bei tierischen Lebensmitteln stellt sich eine weitere grosse Herausforderung, denn in 30 Jahren m\u00fcssten theoretisch weltweit doppelt so viele tierische Lebensmittel produziert werden wie heute, um die Nachfrage zu erf\u00fcllen. Obwohl die Leistung der Tiere im Bezug auf die Fleisch-, Milch- und Eierquantit\u00e4t enorm gestiegen ist, bleibt die steigende Nachfrage eine Herausforderung.&#13;<\/p>\n<h2>Die Rolle der Konsumenten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nKonsumenten haben durch ihre Wahl einen wesentlichen Einfluss auf die Umweltbelastung durch die Lebensmittelproduktion. So belasten z.B. mit dem Flugzeug transportierte Produkte die Umwelt generell wesentlich st\u00e4rker. Da das \u00f6ffentliche Interesse f\u00fcr das Thema hoch ist, stellt die Lebensmittelauswahl einen guten Ansatzpunkt f\u00fcr Verhaltens\u00e4nderungen dar. Problematisch ist jedoch, dass die Zeit f\u00fcr den Entscheid vor dem Regal im Laden oft knapp ist und dass teilweise gegenl\u00e4ufige Empfehlungen mit den eigenen W\u00fcnschen in Einklang gebracht werden m\u00fcssen. Die ausgewogene Ern\u00e4hrung nach der Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (SGE) beinhaltet denn auch die Empfehlung, wenn immer m\u00f6glich auf regionale Herkunft und saisonale Verf\u00fcgbarkeit von Lebensmitteln zu achten. Ebenso kann mit dem Verzicht auf Gew\u00e4chshausprodukte, der Reduktion des Fleisch- und Milchkonsums, autofreiem Einkaufen, der Vermeidung von Abfall und nicht zuletzt energiesparendem Kochen und K\u00fchlen viel zur F\u00f6rderung eines nachhaltig ausgerichteten globalen Ern\u00e4hrungssystems beigetragen werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Weitere Informationen&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Schweizerische Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (SGE) ist die nationale Fachorganisation f\u00fcr Ern\u00e4hrung. Sie kl\u00e4rt sowohl die Bev\u00f6lkerung als auch Fachleute mit wissenschaftlich abgesicherten Informationen zu Ern\u00e4hrungsfragen auf.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKontakt&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSchweizerische Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung SGE, Schwarztorstrasse 87, Postfach 8333, 3001 BernTel. 031&nbsp;385 00 00, Fax 031&nbsp;385 00 05Mail: <i><a href=\"mailto:info@sge-ssn.ch\">info@sge-ssn.ch<\/a>,<\/i> Internet: <i>www.sge-ssn.ch<\/i><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Grundsatz \u00abGlobal denken \u2013 lokal handeln\u00bb gewinnt in Bezug auf die zus\u00e4tzliche Dimension der Nachhaltigkeit in allen aktuellen Fragen zur Ern\u00e4hrung auf dramatische Weise an Bedeutung. Zudem f\u00fchrt er bei Anbietern wie auch bei Konsumenten h\u00e4ufig zu Entscheidungs- und Handlungsnot. Die thematische Komplexit\u00e4t verunm\u00f6glicht eindeutige Hilfestellungen und Empfehlungen f\u00fcr den Alltag. Allerdings sind die [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3497,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[67],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3497,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, Schweizerische Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung SGE","seco_author_post_occupation_fr":"Directeur, Soci\u00e9t\u00e9 suisse de nutrition SSN","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":121209,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8457","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/559e3d86c920f"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121206"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3497"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=121206"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121206\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127702,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121206\/revisions\/127702"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3497"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=121206"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=121206"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=121206"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=121206"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=121206"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=121206"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}