{"id":121226,"date":"2010-09-01T12:00:00","date_gmt":"2010-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/09\/anwander-8\/"},"modified":"2023-08-23T23:33:38","modified_gmt":"2023-08-23T21:33:38","slug":"anwander-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/09\/anwander-7\/","title":{"rendered":"Wettbewerb, der \u00fcber kurzfristige Preisoptimierung hinausgeht"},"content":{"rendered":"<p>Die Versorgung einer wachsenden Bev\u00f6lkerung sowohl weltweit als auch in der Schweiz stellt grosse Herausforderungen an das ganze Ern\u00e4hrungssystem. Die Aufgabe von Coop als Konsumgenossenschaft ist es, die Versorgung mit qualitativ hochwertigen G\u00fctern zu g\u00fcnstigen Preisen sicherzustellen. Um diesem Auftrag nachzukommen, setzt Coop zunehmend auf kooperative Ans\u00e4tze mit den Produzenten und auf einen Wettbewerb, der \u00fcber die kurzfristige Preisoptimierung hinausgeht. Die Qualit\u00e4tsstrategie des Bundes, wie sie als Begleitmassnahmen zur Markt\u00f6ffnung diskutiert wird, geht in die gleiche Richtung und wird von Coop unterst\u00fctzt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Weltbev\u00f6lkerung wird in den n\u00e4chsten 20 Jahren auf 9 Mrd. Menschen ansteigen. Aufgrund von Klimawandel, Wasserknappheit, Verknappung fossiler Brennstoffe sowie des zunehmenden Drucks auf Menge und Qualit\u00e4t des fruchtbaren Bodens stellt die Versorgung der wachsenden Bev\u00f6lkerung eine grosse Herausforderung dar. Welche Formen von Landwirtschaft sind in der Lage, steigende Ertr\u00e4ge ohne zunehmende Beanspruchung von Ressourcen zu erzeugen? Wo gibt es noch Potenziale f\u00fcr die Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion und wie lassen sich diese nutzen? Wie k\u00f6nnen starke Schwankungen von Preis und Qualit\u00e4t der Rohstoffe vermieden werden? Wie wird der Zugang zu Ackerland und Wasser f\u00fcr die Versorgung der lokalen Bev\u00f6lkerung geregelt?Wichtige Fragen \u2013 doch was muss sich ein Schweizer Detailhandelsunternehmen darum k\u00fcmmern? Die Gestelle sind voll mit G\u00fctern aus nah und fern, es ist wieder die Rede von Milchseen und Butterbergen. Die Preise f\u00fcr Nahrungsmittel sind \u00fcber die letzten Jahre stetig gesunken.&#13;<\/p>\n<h2>Versorgungsauftrag einer Konsumgenossenschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAls Konsumgenossenschaft hat Coop statutengem\u00e4ss den Auftrag, die Versorgung ihrer \u00fcber 2,3 Mio. Mitglieder mit qualitativ hochwertigen G\u00fctern zu g\u00fcnstigen Preisen sicherzustellen. Coop nimmt diesen Auftrag ernst und engagiert sich f\u00fcr ressourcenschonende Anbausysteme, namentlich den biologischen Landbau. Die Unterst\u00fctzung des fairen Handels leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass Kleinbauern in Entwicklungsl\u00e4ndern die finanziellen M\u00f6glichkeiten haben, nicht nur den Lebensunterhalt aus ihrer landwirtschaftlichen T\u00e4tigkeit heraus zu decken, sondern auch in neue Produktionsmittel zu investieren. Mit der F\u00f6rderung von Produkten aus dem Berggebiet unterst\u00fctzen wir die Erhaltung der Wertsch\u00f6pfung und der Verarbeitungskapazit\u00e4ten. Mit dem Verkauf von alten Sorten tragen wir zur Erhaltung der genetischen Vielfalt bei. Aufgrund von \u00d6kobilanzen hat sich Coop bereits 2008 entschieden, alle Flugtransporte auszuloben und den damit verbundenen CO<i>2<\/i>-Austoss zu kompensieren. Dar\u00fcber hinaus werden grosse Anstrengungen unternommen, den CO<i>2<\/i>-Ausstoss und den Energieverbrauch in der Logistik, aber auch in den L\u00e4den und den eigenen Produktionsbetrieben zu reduzieren.Diese Anstrengungen dienen letztlich alle dazu, die k\u00fcnftigen Herausforderungen zu antizipieren und damit den Versorgungsauftrag auch in Zukunft zu erf\u00fcllen. Eine weitere Folge davon ist, dass in verschiedenen Bereichen die Beschaffung direkt und vertraglich abgesichert erfolgt.&#13;<\/p>\n<h2>Dort produzieren, wo die Bedingungen optimal sind<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nRessourceneffiziente Produktion bedingt, dass die Produktion verst\u00e4rkt dort stattfindet, wo die nat\u00fcrlichen Voraussetzungen optimal sind. In der Schweiz sind dies vor allem die Gr\u00fcnlandnutzung, der Obstbau und der Zuckerr\u00fcbenanbau. Bei der absehbaren \u00d6ffnung der Grenzen bzw. beim politisch geforderten Abbau des Grenzschutzes im Agrarbereich wird es vermehrt darauf ankommen, die in der Schweiz zur Verf\u00fcgung stehenden Ressourcen optimal, nachhaltig und im Einklang mit der Natur zu n\u00fctzen. Damit k\u00f6nnen wir einen Beitrag leisten zur Sicherung der Versorgung der wachsenden einheimischen Bev\u00f6lkerung mit Lebensmitteln, die in der Schweiz optimale Produktionsbedingungen finden, eine hohe Wertsch\u00f6pfung erm\u00f6glichen und bei denen die Schweizer Herkunft als Mehrwert am Markt honoriert wird. Die zurzeit laufende Erarbeitung der Qualit\u00e4tsstrategie f\u00fcr die Schweizer Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft verfolgt genau diese Ziele und wird deshalb von Coop unterst\u00fctzt. Die \u00d6ffnung der Grenzen wird durch standortgerechte Produktion auch aus \u00f6kologischer Sicht Vorteile bringen. Gleichzeitig muss aber die Absicherung gegen\u00fcber den Schwankungen auf den Weltm\u00e4rkten, die mit dem Klimawandel erwartungsgem\u00e4ss zunehmen, neu \u00fcberdacht werden. Die entsprechenden Vorarbeiten laufen im Rahmen der reservesuisse.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Versorgung einer wachsenden Bev\u00f6lkerung sowohl weltweit als auch in der Schweiz stellt grosse Herausforderungen an das ganze Ern\u00e4hrungssystem. Die Aufgabe von Coop als Konsumgenossenschaft ist es, die Versorgung mit qualitativ hochwertigen G\u00fctern zu g\u00fcnstigen Preisen sicherzustellen. 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