{"id":121241,"date":"2010-09-01T12:00:00","date_gmt":"2010-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/09\/codoni-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:33:34","modified_gmt":"2023-08-23T21:33:34","slug":"codoni-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/09\/codoni-3\/","title":{"rendered":"Lageanalyse des Schweizer Tourismus"},"content":{"rendered":"<p>Der Tourismus ist f\u00fcr die Schweizer Volkswirtschaft von grosser Bedeutung. Die Einnahmen beliefen sich gem\u00e4ss Satellitenkonto Tourismus im Jahr 2008 auf 36 Mrd. Franken. Mit Exporteinnahmen von gut 15,6 Mrd. Franken (2008) ist der Tourismus f\u00fcr die Schweiz der viertwichtigste Exportsektor. Insbesondere f\u00fcr die alpinen Regionen ist er ein Leitsektor mit strategischer Bedeutung. Im Bericht \u00abWachstumsstrategie f\u00fcr den Tourismusstandort Schweiz\u00bb wird die aktuelle Situation des Schweizer Tourismus dargestellt. Die St\u00e4rken werden gegen die Schw\u00e4chen abgewogen und daraus Herausforderungen abgeleitet. Nachfolgend werden die wichtigsten Aussagen zur Lageanalyse des Schweizer Tourismus zusammengefasst. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201009_20_Codoni_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Entwicklung des Schweizer Tourismus<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZwischen 1950 und 1970 entwickelte sich der Wintertourismus rasch zum lukrativen Gesch\u00e4ft; die Schweizer Alpen wurden damals fl\u00e4chendeckend erschlossen. Die Hotel\u00fcbernachtungen verdoppelten sich von 15 auf rund 35 Millionen. Dieser Aufschwung wurde vor allem durch die ausl\u00e4ndischen G\u00e4ste getragen. Seit den fr\u00fchen 1970er-Jahre stagnieren mengenm\u00e4ssig die Hotel\u00fcbernachtungen und seit dem Beginn der 1980er-Jahre die \u00dcbernachtungen in der vermieteten Parahotellerie. Eine \u00fcberdurchschnittliche Entwicklung verzeichneten hingegen in den letzten 15 Jahren der St\u00e4dtetourismus sowie grosse alpine Destinationen, die international ausgerichtet sind (vgl. <i>Kasten 1<\/i>&#13;<\/p>\n<p class=\"c1\"><i>Angebotsseitige Definition:<\/i> Eine Destination ist eine Konzentration mehrerer touristischer Branchen an einem Ort bzw. in einem Raum. Sie kann auch als eine touristische Agglomeration bezeichnet werden, in der touristische Einzelleistungen in Form von Wertsch\u00f6pfungssystemen zu Aufenthalts-, Reise- und Ferienerlebnissen verschmelzen. Touristische Agglomerationen k\u00f6nnen auf unterschiedlichen geografischen Massstabsebenen definiert werden. Sowohl ein Ort, eine Region als auch ein Land k\u00f6nnen eine touristische Agglomeration bzw. eine Destination darstellen. Die angebotsseitige Definition des Destinationsbegriffs legt den Fokus auf die touristischen Unternehmen und Branchen sowie deren Interaktion. Neben der angebotsseitigen Definition existiert auch eine nachfrageseitige Definition des Destinationsbegriffs, welcher insbesondere f\u00fcr das Tourismusmarketing wichtig ist.<i>Nachfrageseitige Definition:<\/i> Eine Destination wird nachfrageseitig definiert als geografischer Raum, den der jeweilige Gast als Reiseziel ausw\u00e4hlt. Sie enth\u00e4lt s\u00e4mtliche f\u00fcr den Aufenthalt notwendigen Einrichtungen f\u00fcr Beherbergung, Verpflegung und Unterhaltung. Der durch den Nachfrager wahrgenommene Raum stellt ein Leistungsb\u00fcndel dar, nicht notwendigerweise einen Ort. Die Destination kann f\u00fcr den Gast entsprechend seiner Wahrnehmung ein Ort, eine Region oder ein Land sein.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n). Insgesamt entwickelte sich die schweizerische Hotellerie zwischen 2000 und 2008 leicht schw\u00e4cher als jene unserer Nachbarl\u00e4nder (vgl. <i>Grafik 1<\/i>).&#13;<\/p>\n<h2>Schweizer Tourismus mit grossem Potenzial<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Globalisierung hat den Tourismus stark ver\u00e4ndert: 1950 geh\u00f6rte die Schweiz zu den f\u00fcnf gr\u00f6ssten Tourismusl\u00e4ndern. Heute belegt die Schweiz den Rang 27. Der Tourismus ist weltweit mit j\u00e4hrlichen Wachstumsraten von 4% bis 5% einer der am st\u00e4rksten wachsenden Wirtschaftssektoren. Gem\u00e4ss Prognosen der Weltorganisation f\u00fcr Tourismus (UNWTO) wird der grenz\u00fcberschreitende Tourismus in den n\u00e4chsten 10 Jahren um durchschnittlich rund 4% pro Jahr zunehmen. Das touristische Potenzial der Schweiz ist gem\u00e4ss der Beurteilung durch das WEF sehr gross.&#13;<br \/>\nThe Travel &amp; Tourism Competitiveness Report 2009, World Economic Forum. Der Schweizer Tourismus verf\u00fcgt \u00fcber viele <i>St\u00e4rken<\/i>. So bietet die Schweiz viele nat\u00fcrliche Vorteile f\u00fcr den Tourismus, wozu insbesondere die attraktive Landschaft z\u00e4hlt. Das touristische Angebot ist vielseitig und attraktiv; das Wissen und K\u00f6nnen im Tourismus ist ausgewiesen und auf hohem Niveau.Der Schweizer Tourismus weist aber auch ernst zu nehmende <i>Schw\u00e4chen<\/i> auf. Dazu geh\u00f6ren zersplitterte Destinations- und kleingewerbliche Betriebs- und Branchenstrukturen. Zudem hat der Schweizer Tourismus mit Kostennachteilen und einer geringen Arbeitsproduktivit\u00e4t zu k\u00e4mpfen.&#13;<\/p>\n<h2>Herausforderungen des Tourismuslandes Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAusgehend von den vorhandenen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen werden im Folgenden wichtige Herausforderungen f\u00fcr den Schweizer Tourismus abgeleitet. Bedeutende Treiber der zuk\u00fcnftigen Entwicklung sind die Globalisierung, die Ver\u00e4nderung im Nachfrageverhalten, die technologische Entwicklung sowie der Klimawandel. Die vielf\u00e4ltigen Ver\u00e4nderungen, die innerhalb des Tourismus stattgefunden haben, aber auch die ver\u00e4nderten Rahmenbedingungen erschweren das Heraussch\u00e4len der zentralen Herausforderungen; diese werden auf folgende f\u00fcnf Herausforderungen reduziert.&#13;<\/p>\n<h2>Fortschreitende Globalisierung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAngebot und Nachfrage werden in Zukunft weltweit deutlich zunehmen. Die wichtigste Ursache der Globalisierung sind die sinkenden Distanzkosten. Darunter versteht man Transportkosten, Handelshindernisse, aber auch Zeitfaktoren und \u00c4hnliches. Sinkende Distanzkosten verbilligen Waren und Dienstleistungen, erleichtern den Austausch von Ideen und erh\u00f6hen die Mobilit\u00e4t der Touristen. Insgesamt wird sich dadurch der Wettbewerbs- und Konkurrenzdruck auf die Schweizer Tourismuswirtschaft erh\u00f6hen. Gleichzeitig bietet die Globalisierung aber auch Chancen zur Erschliessung und Bearbeitung neuer M\u00e4rkte.&#13;<\/p>\n<h2>Ver\u00e4nderungen im Nachfrageverhalten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEuropa- und weltweit ver\u00e4ndert sich die Alterspyramide. Im Jahr 2050 wird auf der Erde jeder f\u00fcnfte Mensch 60 Jahre oder \u00e4lter sein. Somit werden in Zukunft mehr \u00e4ltere Menschen reisen. Aufgrund der wachsenden Reiseerfahrung steigen die Anspr\u00fcche. Der Trend zur Individualisierung der Gesellschaft macht vor dem Tourismus nicht halt. Insgesamt werden die G\u00e4ste anspruchsvoller. Sie werden h\u00f6here Erwartungen an die Qualit\u00e4t der touristischen Angebote haben, was einen dauernden Anpassungsdruck auf die Tourismusunternehmen ausl\u00f6st.&#13;<\/p>\n<h2>Technologischer Fortschritt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer technologische Wandel hat den Tourismus in den vergangenen 50 Jahren vor allem \u00fcber die zunehmende Motorisierung und die Weiterentwicklung der Flugtechnik stark beeinflusst. Diese Dynamik wird weiter auf den Tourismus einwirken. Im Individualverkehr wartet man auf die Verbreitung umweltfreundlicher Technologien, welche die heutigen Unterschiede zwischen dem \u00f6ffentlichen und privaten Verkehr nivellieren k\u00f6nnten. Im Flugverkehr vollzieht sich ein weiterer Schritt in Richtung Grossraumflugzeuge. Eine weitere Senkung der Distanzkosten ist trotz steigender Energiepreise wahrscheinlich. Hierf\u00fcr spricht die zunehmende Ressourceneffizienz (vgl. <i>Kasten 2<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nRessourceneffizienz: Ressourceneffizienz besagt, dass mit dem geringstm\u00f6glichen Input an Ressourcen (Kapital, Arbeit, Boden, Umwelt, Wissen) ein gegebener Output erreicht oder mit den gegebenen Ressourcen der bestm\u00f6gliche Output angestrebt werden soll.<i>\u00d6ffentliche G\u00fcter:<\/i> \u00d6ffentliche G\u00fcter werden gemeinsam genutzt. Der Konsum ist nicht rivalisierend und der Ausschluss vom Konsum ist unm\u00f6glich oder sehr aufw\u00e4ndig. Das Tourismusimage der Schweiz ist ein Beispiel f\u00fcr ein \u00f6ffentliches Gut.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n).Gr\u00f6ssere technische Ver\u00e4nderungen werden in der Distribution erwartet. Die Tourismuswirtschaft wird die neuen technischen M\u00f6glichkeiten im Bereich des Mobile Computing und der Informationsvisualisierung systematisch nutzen. Die Online-Vermarktung senkt die Markteintritts- und Marktaustrittsbarrieren und intensiviert den Wettbewerb. Auf Basis massgeschneiderter Ferien (Dynamic Packaging) k\u00f6nnen die G\u00e4ste die gesamte Reise zusammenstellen und zu tagesaktuellen Preisen buchen. Diese Entwicklungen erh\u00f6hen den Innovationsdruck im Schweizer Tourismus.&#13;<\/p>\n<h2>Klimawandel und Umweltgef\u00e4hrdung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Klimawandel ist f\u00fcr den Schweizer Tourismus eine schleichende Herausforderung und wird die Destinationen dauerhaft ver\u00e4ndern. Dabei wird es Gewinner und Verlierer geben. W\u00e4hrend die Mittelmeerregionen in den Sommermonaten vermehrt Hitzewellen erleben werden, leiden tief gelegene Alpenregionen zunehmend unter verminderter Schneesicherheit. Die steigende Schneesicherheitsgrenze ist die im Alpenraum am h\u00e4ufigsten im Zusammenhang mit dem Tourismus diskutierte Konsequenz einer Klimaver\u00e4nderung. Die Schweizer Tourismuswirtschaft muss sich anpassen und ihr Angebot diversifizieren. Das heisst der <i>Diversifikationsdruck<\/i> wird zunehmen.Aber auch der Nachhaltigkeitsdruck wird steigen: Zu den Herausforderungen geh\u00f6ren die Erhaltung der Landschaftsqualit\u00e4t und eine geordnete Siedlungsentwicklung in touristischen Gebieten, insbesondere beim Bau von Zweitwohnungen. Tourismus- und Raumentwicklung sind so aufeinander abzustimmen, dass die Ressourceneffizienz des Tourismus steigt.&#13;<\/p>\n<h2>Strukturelle Defizite<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Destinationsstrukturen in der Schweiz sind historisch gewachsen und entsprechen nur teilweise den Anforderungen der globalisierten M\u00e4rkte. Auf Destinationsebene besteht die Herausforderung prim\u00e4r darin, marktwirtschaftliche Prozesse und \u00f6ffentliche Strukturen in \u00dcbereinstimmung zu bringen. Die Destination ist in vielen Belangen ein \u00f6ffentliches Gut (vgl. <i>Kasten 2<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nRessourceneffizienz: Ressourceneffizienz besagt, dass mit dem geringstm\u00f6glichen Input an Ressourcen (Kapital, Arbeit, Boden, Umwelt, Wissen) ein gegebener Output erreicht oder mit den gegebenen Ressourcen der bestm\u00f6gliche Output angestrebt werden soll.<i>\u00d6ffentliche G\u00fcter:<\/i> \u00d6ffentliche G\u00fcter werden gemeinsam genutzt. Der Konsum ist nicht rivalisierend und der Ausschluss vom Konsum ist unm\u00f6glich oder sehr aufw\u00e4ndig. Das Tourismusimage der Schweiz ist ein Beispiel f\u00fcr ein \u00f6ffentliches Gut.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n), namentlich deren Marke, welche durch das Destinationsmarketing aufgebaut wird. Die wichtigen Fragen im Destinationsmanagement sind die richtige Aufgabenteilung, die Finanzierung sowie die Gestaltung einer f\u00fcr die Besucher attraktiven Atmosph\u00e4re. \u2013 <i>Aufgabenteilung:<\/i> Trotz grossen Bem\u00fchungen sind die historisch gewachsenen Destinationsstrukturen in der Schweiz nach wie vor zu fragmentiert, zu vielschichtig und zu kompliziert. Die zahlreichen \u00f6ffentlichen und gemischtwirtschaftlichen Tourismusorganisationen sollten zu Organisationen angemessener Gr\u00f6sse zusammengefasst werden. \u2013 <i>Finanzierung:<\/i> Zur Finanzierung des Destinationsmanagements und insbesondere des Tourismusmarketings existieren heute im Schweizer Tourismus verschiedene Modelle und Ans\u00e4tze. Neben Kurtaxen und Tourismusf\u00f6rderungsabgaben werden insbesondere auch allgemeine Steuermittel eingesetzt. Die Finanzierungssysteme sind h\u00e4ufig schwerf\u00e4llig und im Vollzug mit einem hohen administrativen Aufwand verbunden.\u2013 <i>Gesamtatmosph\u00e4re:<\/i> Viele der historisch gewachsenen Schweizer Destinationen weisen grosse atmosph\u00e4rische Defizite wegen M\u00e4ngel in der Erlebnisinszenierung auf. Handlungsbedarf besteht bez\u00fcglich der Dichte an Attraktionen, der Gestaltung der Szenerie oder der Besucherlenkung. \u2013 <i>Einzelbetriebliches Angebot:<\/i> Auch auf einzelbetrieblicher Ebene ist das Angebot zu fragmentiert. Die Beherbergungswirtschaft hat vor allem zwei Strukturprobleme: Zum einen ist der Anteil der kleinen Betriebe noch immer sehr hoch. Zum andern belastet das partielle \u00dcberangebot an Zweitwohnungen die Beherbergungsstruktur. Je intensiver und professioneller die G\u00e4stebetten bewirtschaftet werden, desto besser werden auch die \u00fcbrigen touristischen Kapazit\u00e4ten ausgelastet. In vielen Schweizer Regionen ist der Zweitwohnungsanteil ausgesprochen hoch: Er macht vielerorts mehr als 50% des Gesamtwohnungsbestandes aus. In den Regionen Wallis, Tessin und in den Waadtl\u00e4nder Alpen ist nur rund jedes zehnte G\u00e4stebett ein Hotelbett.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Schweizer Tourismus m\u00fcssen Produktivit\u00e4t und Rentabilit\u00e4t erh\u00f6ht werden. Im internationalen Wettbewerb f\u00fchren die vorhandenen strukturellen Defizite zu einem andauernden Wandlungsdruck. Das Potenzial, das im Schweizer Tourismus steckt, muss noch besser genutzt werden. Basis f\u00fcr eine erfolgreiche Entwicklung des Schweizer Tourismus ist die neue Wachstumsstrategie.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abEntwicklung der Anzahl Hotel\u00fcbernachtungen in der Schweiz und den umliegenden L\u00e4ndern, 2000\u20132008\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abWichtigste Herausforderung f\u00fcr den Schweizer Tourismus\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Was ist eine Destination?&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<i>Angebotsseitige Definition:<\/i> Eine Destination ist eine Konzentration mehrerer touristischer Branchen an einem Ort bzw. in einem Raum. Sie kann auch als eine touristische Agglomeration bezeichnet werden, in der touristische Einzelleistungen in Form von Wertsch\u00f6pfungssystemen zu Aufenthalts-, Reise- und Ferienerlebnissen verschmelzen. Touristische Agglomerationen k\u00f6nnen auf unterschiedlichen geografischen Massstabsebenen definiert werden. Sowohl ein Ort, eine Region als auch ein Land k\u00f6nnen eine touristische Agglomeration bzw. eine Destination darstellen. Die angebotsseitige Definition des Destinationsbegriffs legt den Fokus auf die touristischen Unternehmen und Branchen sowie deren Interaktion. Neben der angebotsseitigen Definition existiert auch eine nachfrageseitige Definition des Destinationsbegriffs, welcher insbesondere f\u00fcr das Tourismusmarketing wichtig ist.<i>Nachfrageseitige Definition:<\/i> Eine Destination wird nachfrageseitig definiert als geografischer Raum, den der jeweilige Gast als Reiseziel ausw\u00e4hlt. Sie enth\u00e4lt s\u00e4mtliche f\u00fcr den Aufenthalt notwendigen Einrichtungen f\u00fcr Beherbergung, Verpflegung und Unterhaltung. Der durch den Nachfrager wahrgenommene Raum stellt ein Leistungsb\u00fcndel dar, nicht notwendigerweise einen Ort. Die Destination kann f\u00fcr den Gast entsprechend seiner Wahrnehmung ein Ort, eine Region oder ein Land sein.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Weitere Definitionen&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<i>Ressourceneffizienz:<\/i> Ressourceneffizienz besagt, dass mit dem geringstm\u00f6glichen Input an Ressourcen (Kapital, Arbeit, Boden, Umwelt, Wissen) ein gegebener Output erreicht oder mit den gegebenen Ressourcen der bestm\u00f6gliche Output angestrebt werden soll.<i>\u00d6ffentliche G\u00fcter:<\/i> \u00d6ffentliche G\u00fcter werden gemeinsam genutzt. Der Konsum ist nicht rivalisierend und der Ausschluss vom Konsum ist unm\u00f6glich oder sehr aufw\u00e4ndig. Das Tourismusimage der Schweiz ist ein Beispiel f\u00fcr ein \u00f6ffentliches Gut.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tourismus ist f\u00fcr die Schweizer Volkswirtschaft von grosser Bedeutung. Die Einnahmen beliefen sich gem\u00e4ss Satellitenkonto Tourismus im Jahr 2008 auf 36 Mrd. Franken. 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