{"id":121276,"date":"2010-09-01T12:00:00","date_gmt":"2010-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/09\/kaempf-6\/"},"modified":"2023-08-23T23:33:37","modified_gmt":"2023-08-23T21:33:37","slug":"kaempf-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/09\/kaempf-5\/","title":{"rendered":"Wachstumsstrategie f\u00fcr den Tourismusstandort Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Der Schweizer Tourismus soll in Zukunft seine volkswirtschaftliche Bedeutung in der Schweiz behaupten und im europ\u00e4ischen Alpenraum Marktanteile gewinnen k\u00f6nnen. Mit einer wachstumsorientierten Politik will der Bundesrat \u2212 unter Ber\u00fccksichtigung der Grunds\u00e4tze der nachhaltigen Entwicklung \u2212 den Schweizer Tourismus im Standortwettbewerb st\u00e4rken und daf\u00fcr sorgen, dass sein Potenzial k\u00fcnftig noch besser ausgenutzt werden kann. Die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Tourismusunternehmen sollen verbessert, die Attraktivit\u00e4t des touristischen Angebots gesteigert und der Marktauftritt des Tourismuslandes Schweiz gest\u00e4rkt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie vom Bundesrat am 18. Juni 2010 verabschiedete \u00abWachstumsstrategie f\u00fcr den Tourismusstandort Schweiz\u00bb definiert einen mittel- bis langfristigen Orientierungsrahmen f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Entwicklung des Schweizer Tourismus. Die Vision und die Leits\u00e4tze der nationalen Tourismuspolitik zeichnen das Bild eines attraktiven und erfolgreichen Tourismuslandes Schweiz. Die Schweiz geh\u00f6rt zu den wettbewerbsf\u00e4higsten Tourismusl\u00e4ndern der Welt. Sie ist eine einmalige, weltweit bekannte und nur schwer kopierbare Destination und verf\u00fcgt \u00fcber eine ausserordentliche Dichte touristischer Attraktionen. In Zukunft soll es der Schweiz gelingen, im europ\u00e4ischen Alpenraum Marktanteile zu gewinnen.Der Schweizer Tourismus soll in Zukunft sein aussergew\u00f6hnliches Potenzial besser aussch\u00f6pfen und mittels Wachstum Arbeitspl\u00e4tze schaffen sowie die Wertsch\u00f6pfung f\u00fcr die Regionen erh\u00f6hen. Innerhalb der Schweizer Volkswirtschaft soll der Tourismus seine Bedeutung behaupten. Die Schweizer Tourismusunternehmen haben Erfolg auf den globalisierten M\u00e4rkten. Sie tragen zum nationalen und regionalen Wirtschaftswachstum bei. Das touristische Angebot der Schweiz ist von h\u00f6chster Qualit\u00e4t und zeichnet sich durch herausragende einzelbetriebliche Dienstleistungen sowie ein hervorragendes Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis aus. Der Schweizer Tourismus ist beispielhaft nachhaltig und verbessert laufend seine Ressourceneffizienz.Aufbauend auf Vision und Leits\u00e4tzen (siehe <i>Grafik 1<\/i>) will der Bundesrat die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Tourismusunternehmen verbessern und den Tourismusstandort Schweiz gezielt f\u00f6rdern. Mit einer wachstumsorientierten Politik will der Bundesrat \u2212 unter Ber\u00fccksichtigung der Grunds\u00e4tze der nachhaltigen Entwicklung \u2212 den Schweizer Tourismus im Standortwettbewerb st\u00e4rken und daf\u00fcr sorgen, dass sein Potenzial k\u00fcnftig noch besser ausgenutzt werden kann.&#13;<\/p>\n<h2>Kernstrategien und Handlungsfelder der neuen Tourismuspolitik<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZur Erreichung der tourismuspolitischen Ziele des Bundes st\u00fctzt sich die Tourismuspolitik auf vier Kernstrategien (siehe <i>Grafik 2<\/i>). Mittels eines strategischen Issue Managements (<i>Strategie 1<\/i>) und einer verst\u00e4rkten Wahrnehmung der Querschnittsaufgaben (<i>Strategie 2<\/i>) sollen die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Tourismusunternehmen bestm\u00f6glich ausgestaltet werden. Die Tourismus-Standortf\u00f6rderung soll mithelfen, die Attraktivit\u00e4t des Angebots zu steigern (<i>Strategie 3<\/i>) und den Marktauftritt des Tourismuslandes Schweiz zu st\u00e4rken (<i>Strategie 4<\/i>).&#13;<\/p>\n<h2>Strategie 1: Themen fr\u00fchzeitig erkennen und aufgreifen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Umfeld f\u00fcr den Schweizer Tourismus wandelt sich rasch. Mit einem strategischen Issue Management will der Bund tourismuspolitische Themen fr\u00fchzeitig aufgreifen und weiterentwickeln. Der Bund soll vermehrt die Themenf\u00fchrerschaft im Tourismus \u00fcbernehmen und so die Tourismuspolitik positionieren. Politik\u00fcbergreifende Themen \u2013 wie etwa die Klima\u00e4nderung \u2013 sollen aus der Sicht des Tourismus aufbereitet werden.Ein strategisches Issue Management soll sicherstellen, dass die Tourismuspolitik des Bundes die sich bietenden Chancen fr\u00fchzeitig erkennt und nutzt. Zudem soll es daf\u00fcr sorgen, dass Risiken fr\u00fchzeitig identifiziert und notwendige Massnahmen ergriffen werden. Ein wesentliches Element des Issue Managements ist die Identifikation von Konfliktpotenzialen im Schweizer Tourismus. Im Rahmen des Issue Managements sollen die Grundlagen f\u00fcr die Tourismuspolitik verbessert und die internationale Zusammenarbeit verst\u00e4rkt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Verbesserung der Grundlagen f\u00fcr die Tourismuspolitik<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der Verbesserung der Grundlagen f\u00fcr die Tourismuspolitik stehen die Verbesserung der statistischen Grundlagen sowie der Aufbau und der Betrieb des \u00abTourismus Forum Schweiz\u00bb im Vordergrund. Umfassende statistische Grundlagen sind f\u00fcr die Konzeptionierung und den Vollzug der Tourismuspolitik eine Notwendigkeit. Sie bilden zudem eine wichtige Grundlage f\u00fcr eine erfolgreiche Entwicklung der Tourismusstandorte und -unternehmen (siehe <i>Kasten 1<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin wichtiges Projekt zur Verbesserung der Grundlagen f\u00fcr die Tourismuspolitik ist der Aufbau des Tourismus Forum Schweiz (TFS). Der Bundesrat beabsichtigt damit, eine Austauschplattform zu strategischen Fragen der Tourismuspolitik aufzubauen. Unter der Bezeichnung \u00abTourismus Forum Schweiz\u00bb (TFS) sollen regelm\u00e4ssige Treffen zwischen Vertretern des Bundes, der Tourismusregionen und -kantone sowie der Tourismuswirtschaft stattfinden. Ziel des regelm\u00e4ssigen Gedankenaustausches ist es, f\u00fcr das Tourismusland Schweiz wichtige Themen fr\u00fchzeitig anzugehen und zu diskutieren. Das TFS ist eine Plattform, um neue L\u00f6sungen zu finden und anstehende Herausforderungen f\u00fcr den Tourismusstandort Schweiz zu bew\u00e4ltigen. Die Bem\u00fchungen von Bund, Tourismuswirtschaft sowie Kantonen und Tourismusregionen zur St\u00e4rkung des Tourismusstandortes Schweiz sollen mithilfe des TFS besser koordiniert werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n).&#13;<\/p>\n<h2>Verst\u00e4rkung der internationalen Zusammenarbeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Globalisierung des Tourismus bedingt eine Verst\u00e4rkung der tourismuspolitischen Zusammenarbeit auf internationaler Ebene. Die Schweiz setzt sich auf internationaler Ebene f\u00fcr eine m\u00f6glichst ungehinderte Reiset\u00e4tigkeit ein, sie unterst\u00fctzt die Erarbeitung von internationalen Standards (z. B. in der Tourismusstatistik) und den internationalen Wissensaustausch. In der internationalen Zusammenarbeit sollen insbesondere die Interessen der Schweiz als Tourismusstandort vertreten werden. Die Schweiz konzentriert ihre Anstrengungen auf die multilaterale Ebene. Sie ist Mitglied des Tourismuskomitees der OECD sowie der Welttourismusorganisation (UNWTO). Bilaterale Formen der Zusammenarbeit sind die Ausnahme. Sie stehen beim Kontakt mit den Nachbarl\u00e4ndern im Vordergrund.&#13;<\/p>\n<h2>Strategie 2: Koordination und Kooperation verst\u00e4rken<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nViele Bereiche der Politik beeinflussen die unternehmerischen Entwicklungsm\u00f6glichkeiten. Die Tourismuspolitik sorgt daf\u00fcr, dass diese Politiken in der Summe die Chancen der Tourismusunternehmen auf den M\u00e4rkten erh\u00f6hen. Diese Aufgaben der Tourismuspolitik werden als Querschnittsaufgaben bezeichnet. Die Querschnittsaufgaben umfassen nicht nur wirtschaftspolitische Massnahmen, sondern s\u00e4mtliche tourismusrelevanten Politikbereiche.&#13;<\/p>\n<h2>Einbettung in die Standort- und Wirtschaftspolitik<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine optimale Einbettung der Tourismuspolitik in die Standort- und Wirtschaftspolitik der Schweiz ist wichtig. So ist der Tourismus auf Preisstabilit\u00e4t angewiesen und profitiert von einer verl\u00e4sslichen Fiskalpolitik mit tiefen Steuern, der Schaffung eines unternehmensfreundlichen Rechtsrahmens sowie vom Abbau unn\u00f6tiger administrativer H\u00fcrden. Ein wesentlicher Aspekt zur Verbesserung der Rahmenbedingungen ist die Markt\u00f6ffnung. Die dadurch entstehende erh\u00f6hte Wettbewerbsintensit\u00e4t regt die Marktteilnehmer zu Innovationen an. Ebenso erh\u00f6ht sich die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Betriebe, indem die Kosten f\u00fcr Vorleistungen sinken. Von grosser Bedeutung f\u00fcr den Schweizer Tourismus ist eine kontrollierte \u00d6ffnung des Schweizer Arbeitsmarktes f\u00fcr ausl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4fte.Die beim Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) angesiedelte Standortf\u00f6rderung des Bundes umfasst neben der Tourismus-Standortf\u00f6rderung die KMU-Politik, die Regionalpolitik sowie die Exportf\u00f6rderung und Standortpromotion. F\u00fcr den Tourismus sind s\u00e4mtliche Bereiche der Standortf\u00f6rderung des Bundes wichtig, und es bestehen viele Querbeziehungen. So profitiert die kleingewerbliche Tourismuswirtschaft in besonderem Masse von der KMU-Politik, wie etwa von der administrativen Entlastung. Enge Beziehungen bestehen auch zwischen der Neuen Regionalpolitik (NRP) und der Tourismuspolitik.&#13;<\/p>\n<h2>Koordination und Kooperation in der Bundespolitik<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEs ist Aufgabe der Tourismuspolitik, die f\u00fcr den Tourismus relevanten Querschnittsthemen anzugehen. Mit den Koordinations- und Kooperationsbestrebungen soll die Koh\u00e4renz zwischen den Politikbereichen verbessert werden. Wichtig sind f\u00fcr den Tourismus u.a. folgende Politikbereiche:<i>Raumordnung und Raumplanung:<\/i> Der Raumbezug der Tourismuspolitik ist bedeutend. Der Tourismus entwickelt sich dort, wo die touristischen Rohstoffe sind: Zermatt liegt am Fusse des Matterhorns, Luzern am Vierwaldst\u00e4ttersee. Diese nat\u00fcrlichen Gegebenheiten sind vorgegeben und nur beschr\u00e4nkt beeinflussbare Bestimmungsfaktoren der touristischen Entwicklung. Wichtig ist insbesondere ihr langfristiger Schutz.<i>Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft:<\/i> Die Nutzung vorhandener Synergien zwischen der Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft sowie dem Tourismus hat hohe Priorit\u00e4t. Insbesondere soll das Potenzial des Agrotourismus besser erschlossen werden. Mit der am 31. Mai 2010 erfolgten Gr\u00fcndung der Dachorganisation \u00abAgrotourismus Schweiz\u00bb ist ein wichtiger Meilenstein erreicht worden.<i>Umwelt- und Klimapolitik:<\/i> Der Tourismus ist herausgefordert, sich beim Klimawandel aktiv an den Anpassungs- und Verminderungsmassnahmen zu beteiligen. Das Seco (Ressort Tourismus) bringt die tourismusspezifischen Themen in die \u00fcbergeordneten klimapolitischen Bem\u00fchungen des Bundes ein.<i>Strategie Nachhaltige Entwicklung:<\/i> Die Ber\u00fccksichtigung der Grunds\u00e4tze der Nachhaltigen Entwicklung ist eines der tourismuspolitischen Ziele des Bundesrates. Diesbez\u00fcgliche Projekte und Massnahmen haben bei der Umsetzung der Wachstumsstrategie eine hohe Priorit\u00e4t.&#13;<\/p>\n<h2>Strategie 3: Attraktivit\u00e4t des touristischen Angebots steigern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDamit der Tourismusstandort Schweiz wettbewerbsf\u00e4hig bleibt, muss die Attraktivit\u00e4t des touristischen Angebots stetig verbessert werden. Die Verantwortung hierf\u00fcr liegt haupts\u00e4chlich bei den Tourismusunternehmen. Der Bund kann mittels Innovations-, Kooperations- und Investitionsanreizen diese Aufgabe erleichtern und die Unternehmen unterst\u00fctzen.&#13;<\/p>\n<h2>F\u00f6rderung von Innovation, Zusammenarbeit und Wissensaufbau (Innotour)<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie touristische Innovations- und Kooperationsf\u00f6rderung durch den Bund soll ab 2012 auf der Basis des revidierten Bundesgesetzes \u00fcber die F\u00f6rderung von Innovation und Zusammenarbeit im Tourismus (Innotour) erfolgen.&#13;<br \/>\nDer Bundesrat hat am 25. Juni 2010 die Vernehmlassung zur Totalrevision des Bundesgesetzes \u00fcber die F\u00f6rderung von Innovation, Zusammenarbeit und Wissensaufbau im Tourismus (Innotour) er\u00f6ffnet. Die Vernehmlassungsfrist l\u00e4uft bis am 1. Oktober 2010. Mit dem Wissensaufbau soll es in Zukunft einen dritten Schwerpunkt erhalten und in ein unbefristetes Gesetz \u00fcberf\u00fchrt werden.<i>Innovationen:<\/i> Die Innovationsf\u00f6rderung bleibt die wichtigste Stossrichtung. Innotour will das Innovationsklima in Destinationen verbessern, Innovationen ausl\u00f6sen und damit die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Destinationen st\u00e4rken.<i>Zusammenarbeit:<\/i> Pr\u00e4gendes Merkmal des Tourismus ist die Verkn\u00fcpfung einzelner Dienstleistungen zu einem Gesamtpaket \u00abFerien\u00bb. Kooperationen dienen dazu, gemeinsame Produktentwicklungen zu verwirklichen und diese auf dem Markt gemeinsam abzusetzen. Damit k\u00f6nnen Kosten eingespart und der Nutzen f\u00fcr die Kunden gesteigert werden.<i>Wissensaufbau:<\/i> Der neue dritte Schwerpunkt von Innotour ist der Wissensaufbau, der auch die Wissensdiffusion umfasst. Das vorhandene Wissen wird f\u00fcr den Erfolg im internationalen Standortwettbewerb immer wichtiger. In Zukunft sind insbesondere Anstrengungen n\u00f6tig, das Erfahrungswissen im Tourismus zu st\u00e4rken und besser zu nutzen (siehe <i>Kasten 2<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nErfahrungswissen ist Wissen, das durch \u00abLearning by Doing\u00bb erworben wird. Im Kontext der touristischen Innovationsf\u00f6rderung (Innotour) geht es um Wissen, das am Arbeitsplatz entsteht und Arbeitsabl\u00e4ufe, Prozesse und produktbezogenes Wissen umfasst. Das Erfahrungswissen spielt im Wirtschaftsleben und im Innovationsprozess eine entscheidende Rolle.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n).&#13;<\/p>\n<h2>F\u00f6rderung der Beherbergungswirtschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Beherbergungswirtschaft ist die Leitindustrie des Tourismus. Wer in einem Hotel \u00fcbernachtet, gibt am Ort auch Geld f\u00fcr eine Vielzahl weiterer Waren und Dienstleistungen aus. Ein Tourismusland wie die Schweiz braucht deshalb ein attraktives Portfolio von wettbewerbsf\u00e4higen Hotels.Die Beherbergungswirtschaft hat mit hohen Produktionskosten am Standort Schweiz zu leben. Hinzu kommen sinkende Transportkosten, die den globalen Wettbewerb zus\u00e4tzlich versch\u00e4rfen. Nachfrageseitig ist die Beherbergungswirtschaft mit einer zunehmend anspruchsvollen und gut informierten Kundschaft konfrontiert, deren Erwartungen hoch und deren Bed\u00fcrfnisse komplex sind.Der Bund hat die Aufgabe der F\u00f6rderung der Beherbergungswirtschaft an die Schweizerische Gesellschaft f\u00fcr Hotelkredit (SGH) ausgelagert. Die SGH ist eine \u00f6ffentlich-rechtliche Genossenschaft, die \u00fcber zinsfreie Darlehen des Bundes im Umfang von rund 136 Mio. Franken verf\u00fcgt. Die SGH ist in zwei Gesch\u00e4ftsfeldern t\u00e4tig: Sie gew\u00e4hrt nachrangige Darlehen an Beherbergungsbetriebe in Fremdenverkehrsgebieten und Badekurorten und bietet Beherbergungsbetrieben sowie Tourismusunternehmen in der ganzen Schweiz Beratungst\u00e4tigkeiten an.&#13;<\/p>\n<h2>Strategie 4: Marktauftritt des Tourismuslandes Schweiz st\u00e4rken<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Bund unterst\u00fctzt die F\u00f6rderung der Nachfrage f\u00fcr die Schweiz als Reise- und Tourismusland. Dadurch sollen Marketinganstrengungen zum einen der Unternehmen, zum andern der Tourismusorganisationen auf lokaler, regionaler und kantonaler Ebene verst\u00e4rkt und koordiniert werden.&#13;<\/p>\n<h2>Touristische Landeswerbung (Schweiz Tourismus)<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Tourismusland Schweiz braucht einen \u00fcberzeugenden und geschlossenen Marktauftritt. Die vom Bund finanzierte touristische Landeswerbung \u00fcbernimmt diese Aufgabe. Aufgrund der zunehmenden Internationalisierung des Tourismus ist die Bedeutung der nationalen Tourismusorganisationen gestiegen. Die immense touristische Markterweiterung und die damit verbundene Zunahme der Destinationen zwingen zur B\u00fcndelung der Kr\u00e4fte der Leistungstr\u00e4ger. Die vertikale touristische Kooperation zwischen regionaler und nationaler Ebene ist deshalb notwendig. Sie verschafft der zersplitterten und kleingewerblichen Tourismuswirtschaft unter Bedingungen globaler Konkurrenz die notwendige Marktbeachtung.Im Rahmen der Arbeitsteilung mit den lokalen und regionalen Tourismusorganisationen hat Schweiz Tourismus in erster Linie f\u00fcr die Erschliessung der neuen und entfernteren M\u00e4rkte zu sorgen. Bei den Aktivit\u00e4ten von Schweiz Tourismus auf dem Heimmarkt Schweiz erfolgt eine Koordination mit den Partnern. Schweiz Tourismus steht bei der Entwicklung international marktg\u00e4ngiger Produkte beratend zur Seite. Mit dem Einsatz der eigenen Distributionskan\u00e4le unterst\u00fctzt ST die Anbieter vor Ort und hilft mit, neue Produktlinien zu entwickeln.&#13;<\/p>\n<h2>Koordination und Kooperation in der Standortpromotion des Bundes<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas touristische Landesmarketing ist einer der wichtigsten Imagetr\u00e4ger der Schweiz und wesentlicher Bestandteil der Promotion des Wirtschaftsstandortes Schweiz. Die Koordination und Kooperation des touristischen Landesmarketings mit den \u00fcbrigen f\u00fcr die Kommunikation und Promotion des Wirtschaftsstandortes Schweiz zust\u00e4ndigen Stellen soll fortgef\u00fchrt und weiter verst\u00e4rkt werden.<i>Standortpromotion Schweiz:<\/i> Von grosser Bedeutung ist die Zusammenarbeit zwischen Schweiz Tourismus und dem privatrechtlichen Verein Osec Business Network Switzerland, welcher seit dem 1. Januar 2008 die operative Verantwortung f\u00fcr die Standortpromotion des Bundes wahrnimmt. Schweiz Tourismus und die Osec arbeiten in ausgew\u00e4hlten Bereichen bereits erfolgreich zusammen. Zurzeit sind die beiden Organisationen in einer Pilotphase daran, M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine Erweiterung und Vertiefung der Zusammenarbeit zu pr\u00fcfen.<i>Exportf\u00f6rderung f\u00fcr den Agrarstandort Schweiz:<\/i> Wesentliche Synergien bietet die Verst\u00e4rkung der Koordination zwischen dem touristischen Landesmarketing und der Absatz- und Exportf\u00f6rderung f\u00fcr den Agrarstandort Schweiz. Der Auftritt der Schweiz als Tourismus- sowie als Agrar- und Landwirtschaftsstandort sollen st\u00e4rker aufeinander abgestimmt werden.<i>Touristisches Landesmarketing und Landeskommunikation:<\/i> Die Aktivit\u00e4ten von Schweiz Tourismus werden mit der Landeskommunikation Schweiz koordiniert. Koordination und Kooperation zwischen dem touristischen Landesmarketing und der Landeskommunikation wird von Schweiz Tourismus und Pr\u00e4senz Schweiz auf Projektebene bereits heute wahrgenommen. Die Zusammenarbeit soll weitergef\u00fchrt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Umsetzung der Tourismuspolitik des Bundes ab 2012<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Wachstumsstrategie ist mittel-\/langfristig ausgelegt. F\u00fcr die Konkretisierung werden vom Seco \u2212 in Konsultation mit der Tourismuswirtschaft sowie den Kantonen und Tourismusregionen Umsetzungsprogramme erarbeitet, das erste f\u00fcr die Periode 2012\u20132015. Die Umsetzungsprogramme werden entscheidend zum Erfolg der neuen Wachstumsstrategie f\u00fcr den Tourismusstandort Schweiz beitragen. Dank den Umsetzungsprogrammen wird es beispielsweise m\u00f6glich sein, die Tourismuspolitik periodisch zu evaluieren und bei Bedarf die Schwerpunkte anzupassen.Die Arbeiten f\u00fcr das erste Umsetzungsprogramm wurden in der zweiten Jahresh\u00e4lfte 2010 begonnen. F\u00fcr jede der vier Kernstrategien werden Ziele und Handlungsfelder sowie konkrete Projekte und Massnahmen erarbeitet.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abVision und Leits\u00e4tze\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abTourismuspolitik des Bundes \u2013 ein \u00dcberblick\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Tourismus Forum Schweiz&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin wichtiges Projekt zur Verbesserung der Grundlagen f\u00fcr die Tourismuspolitik ist der Aufbau des Tourismus Forum Schweiz (TFS). Der Bundesrat beabsichtigt damit, eine Austauschplattform zu strategischen Fragen der Tourismuspolitik aufzubauen. Unter der Bezeichnung \u00abTourismus Forum Schweiz\u00bb (TFS) sollen regelm\u00e4ssige Treffen zwischen Vertretern des Bundes, der Tourismusregionen und -kantone sowie der Tourismuswirtschaft stattfinden. Ziel des regelm\u00e4ssigen Gedankenaustausches ist es, f\u00fcr das Tourismusland Schweiz wichtige Themen fr\u00fchzeitig anzugehen und zu diskutieren. Das TFS ist eine Plattform, um neue L\u00f6sungen zu finden und anstehende Herausforderungen f\u00fcr den Tourismusstandort Schweiz zu bew\u00e4ltigen. Die Bem\u00fchungen von Bund, Tourismuswirtschaft sowie Kantonen und Tourismusregionen zur St\u00e4rkung des Tourismusstandortes Schweiz sollen mithilfe des TFS besser koordiniert werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Erfahrungswissen&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nErfahrungswissen ist Wissen, das durch \u00abLearning by Doing\u00bb erworben wird. Im Kontext der touristischen Innovationsf\u00f6rderung (Innotour) geht es um Wissen, das am Arbeitsplatz entsteht und Arbeitsabl\u00e4ufe, Prozesse und produktbezogenes Wissen umfasst. Das Erfahrungswissen spielt im Wirtschaftsleben und im Innovationsprozess eine entscheidende Rolle.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schweizer Tourismus soll in Zukunft seine volkswirtschaftliche Bedeutung in der Schweiz behaupten und im europ\u00e4ischen Alpenraum Marktanteile gewinnen k\u00f6nnen. Mit einer wachstumsorientierten Politik will der Bundesrat \u2212 unter Ber\u00fccksichtigung der Grunds\u00e4tze der nachhaltigen Entwicklung \u2212 den Schweizer Tourismus im Standortwettbewerb st\u00e4rken und daf\u00fcr sorgen, dass sein Potenzial k\u00fcnftig noch besser ausgenutzt werden kann. 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