{"id":121291,"date":"2010-07-01T12:00:00","date_gmt":"2010-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/07\/bonvin-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:34:10","modified_gmt":"2023-08-23T21:34:10","slug":"bonvin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/07\/bonvin\/","title":{"rendered":"Die Zusammenarbeit der Schweiz im Bereich Wasser"},"content":{"rendered":"<p>Wasser ist eine lebensnotwendige, facettenreiche Ressource und ein Motor des Wirtschaftswachstums. Die verschiedenen Funktionen der Ressource sind jedoch oft durch Probleme bei der Verf\u00fcgbarkeit, Verteilung und rationellen Nutzung gest\u00f6rt. W\u00e4hrend im Jahr 2000 8% der Weltbev\u00f6lkerung von chronischem Wassermangel betroffen waren, werden es im Jahr 2050 bereits 45% oder 4 Mrd. Menschen sein. Bei der Wassernutzung bestehen konkurrenzierende Interessen, die auch zu Konflikten f\u00fchren k\u00f6nnen. Wasser ist daher h\u00e4ufig Gegenstand von Verhandlungen, die auch Gelegenheit zum Dialog bieten. Der folgende Artikel skizziert die Herausforderungen, die sich im Zusammenhang mit Wasser in menschlicher, \u00f6konomischer und \u00f6kologischer Hinsicht stellen und pr\u00e4sentiert die Ziele und L\u00f6sungsans\u00e4tze der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit in diesem Bereich.&#13;<br \/>\nDer Autor bedankt sich bei Fran\u00e7ois M\u00fcnger, Chef der Sektion Wasser Initiativen, Direktionsbereich Globale Zusammenarbeit der Direktion f\u00fcr Zusammenarbeit und Entwicklung (Deza) und Johan G\u00e9ly, Mitarbeiter der Sektion Wasser Initiativen, f\u00fcr ihre Mithilfe beim Verfassen dieses Artikels. Der Beitrag versteht sich nicht als Ersatz f\u00fcr die Dokumente der offiziellen Stellen.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201007_16_Bonvin_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"278\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Wasser \u2013 ein einzigartiges und komplexes Gut<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWasser ist nicht nur das wichtigste Lebensmittel; es ist auch ein bedeutender Hygienetr\u00e4ger, ein wichtiger Produktionsfaktor und ein Grundbaustein des \u00d6kosystems. Wasser ist somit ein Schl\u00fcsselfaktor der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung sowie der Erhaltung der nat\u00fcrlichen Ressourcen. Dies alles macht den Bereich Wasser zu einem komplexen System. Auch das so genannte \u00abvirtuelle Wasser\u00bb beeinflusst weitgehend die ganze Wertsch\u00f6pfungskette: 80% des Wassers, das in den in der Schweiz konsumierten G\u00fctern enthalten ist, stammt aus dem Ausland. Unsere wirtschaftliche Entwicklung h\u00e4ngt somit stark von der Verf\u00fcgbarkeit von Wasser in anderen Regionen der Welt ab. Wasser ist somit als \u00f6ffentliches Gut zu betrachten, dessen Bereitstellung und Schutz mit der Wahrnehmung \u00f6ffentlicher Interessen sowie mit den Grundrechten zu tun hat. <i>Grafik 1<\/i> zeigt die komplexen Beziehungen des Wasserkreislaufes von der Gewinnung bis zur Abwasserreinigung.Aufgrund dieser Eigenschaften und Funktionen braucht es ein angemessenes und transparentes Wassermanagement. Nur so kann ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum garantiert und folglich die Armut reduziert werden. Vorsichtig gesch\u00e4tzt generiert ein in diesem Bereich investierter Franken einen Nutzen von 3 bis 5 Franken, wenn die vermiedenen Ausgaben und die Produktivit\u00e4tssteigerung mit ber\u00fccksichtigt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Herausforderungen im Bereich Wasser<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2>Versorgungssicherheit und \u00f6kologische Nachhaltigkeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie zuverl\u00e4ssige und ausreichende Versorgung mit Wasser ist sowohl f\u00fcr den Staat wie auch f\u00fcr die Gesellschaft zentral und stellt eine Vorbedingung f\u00fcr Wirtschaftswachstum dar. F\u00fcr die politisch Verantwortlichen im Bereich Wasser geht es darum, den Konsumenten Zugang zu Wasser in gen\u00fcgender Menge und Qualit\u00e4t zu erm\u00f6glichen. Weltweit haben \u00fcber 1 Mrd. Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Eines der Millennium-Entwicklungsziele ist denn auch, diese Zahl bis 2015 zu halbieren. Dieses Ziel d\u00fcrfte jedoch verfehlt werden, wenn keine aussergew\u00f6hnlichen Anstrengungen unternommen werden. Gleiches gilt f\u00fcr Abwassersysteme, an die 2,6 Mrd. Menschen keinen Anschluss haben.Die Verbesserung der \u00f6kologischen Nachhaltigkeit fordert auch die Gew\u00e4hrleistung der Wasserqualit\u00e4t. Leider lassen sich viele Politiker von den kurzfristigen Kosten der Abwasserentsorgung abschrecken und vernachl\u00e4ssigen diese zugunsten der Trinkwasserversorgung, die in der \u00d6ffentlichkeit ein besseres Image hat. Die Konsequenz daraus sind stark negative Wirkungen auf die Umwelt, die sich in der Verschmutzung von Wasser und B\u00f6den \u2013 und den damit einhergehenden betr\u00e4chtlichen Risiken f\u00fcr die \u00f6ffentliche Gesundheit \u2013 manifestieren. Im Bereich der Bew\u00e4sserung kommt zum Mengenproblem der Aspekt der saisonalen Verf\u00fcgbarkeit hinzu, der \u00fcberdies mit anderen Nutzungsarten \u2013 wie z.B. der Energiegewinnung \u2013 konfligieren kann.&#13;<\/p>\n<h2>Effizienz der Wassersysteme<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Effizienz der Produktions- und Verteilsysteme und die umweltgerechte Abwasserentsorgung sind oft das gr\u00f6ssere Problem als die Menge des verf\u00fcgbaren Wassers an der Quelle. Die entsprechenden Infrastrukturen befinden sich \u2013 sofern vorhanden \u2013 denn auch h\u00e4ufig in einem Zustand des fortgeschrittenen Zerfalls. Dies f\u00fchrt zu einer schlechten Wasserqualit\u00e4t und zu Mengenverlusten von zum Teil \u00fcber 50%. Ausserdem erh\u00f6ht sich dadurch der Stromverbrauch, vor allem bei Pumpen und Aufbereitungsanlagen. Die Achillesferse der Wassersysteme im l\u00e4ndlichen wie im st\u00e4dtischen Raum liegt aber vielfach in ihrer \u00f6konomischen und technischen Bewirtschaftung. Sie \u00e4ussert sich in Betriebsst\u00f6rungen, Verlusten und mangelnden Eink\u00fcnften, welche f\u00fcr die Funktionst\u00fcchtigkeit des Systems notwendig sind. Dar\u00fcber hinaus ist die Effizienz von Bew\u00e4sserungssystemen ebenso wichtig.&#13;<\/p>\n<h2>Rahmenbedingungen f\u00fcr eine nachhaltige Finanzierung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Wassersektor hat mit einem bedeutenden strukturellen Finanzierungsproblem zu k\u00e4mpfen: F\u00fcr den Aufbau und Unterhalt leistungsf\u00e4higer Infrastrukturen sind grosse Investitionen notwendig \u2013 dies in einem polit-\u00f6konomisch oft sehr riskanten Umfeld und mit unattraktiven Ertragsaussichten. Die Kunden sind nur selten in der Lage, die Produktionskosten des verbrauchten Wassers vollumf\u00e4nglich zu bezahlen. Sch\u00e4tzungen zufolge sollten die Kosten f\u00fcr den Wasserverbrauch 4% des verf\u00fcgbaren Einkommens nicht \u00fcbersteigen. Die Massnahmen zur Verbesserung der finanziellen Nachhaltigkeit sind indes schwierig umzusetzen. Die Wahrnehmung der Probleme und Herausforderungen ist zumeist auf die jeweilige Verbrauchsart beschr\u00e4nkt. Die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen oder Ministerien ist nicht immer optimal, weshalb die L\u00f6sungsans\u00e4tze oft l\u00fcckenhaft sind. Widerspr\u00fcchliche politische Interessen f\u00fchren zudem zu falschen finanziellen Anreizen, was einen sparsameren Umgang mit Wasser kaum f\u00f6rdert. Nur selten besteht eine klare Vorstellung dar\u00fcber, welche Bereiche mit Steuern und welche mit Abgaben finanziert werden sollen. Das trifft insbesondere f\u00fcr planwirtschaftliche Systeme nach sowjetischem Vorbild zu.&#13;<\/p>\n<h2>Wasser in der industriellen Produktionskette<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWasser ist nicht nur ein Bestandteil vieler mehr oder weniger stark verarbeiteter Nahrungsmittel. Es wird auch in zahlreichen industriellen Prozessen als Produktsfaktor bei der Fertigung (Reinigung, Verdampfung) verwendet. Der Anteil dieses \u00abvirtuellen Wassers\u00bb variiert stark je nach Produkt. Eine schlechte Wahl kann sowohl in der Industrie wie auch in der Landwirtschaft eine grosse Zunahme der Wassernachfrage \u2013 und entsprechend h\u00f6here Produktionskosten \u2013 zur Folge haben.&#13;<\/p>\n<h2>Kompetenzen in der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcnf Bundes\u00e4mter leisten einen aktiven und konzertierten Beitrag im Bereich Wasser. Der <i>Interdepartementale Ausschuss Nachhaltige Entwicklung (Idane)<\/i> gew\u00e4hrleistet die Koh\u00e4renz der T\u00e4tigkeiten. Dazu st\u00fctzt sich der Ausschuss auf bedeutende Finanzierungsinstrumente, insbesondere des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) und der Direktion f\u00fcr Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza), die Festsetzung der Priorit\u00e4ten aller involvierten Akteure und eine gemeinsame Entscheidungsfindung im internationalem Rahmen. Diese \u00abVergemeinschaftung\u00bb der Anstrengungen verleiht der Schweiz einen Einfluss, den sie rein aufgrund ihres relativ geringen finanziellen Beitrags sonst nicht aus\u00fcben k\u00f6nnte.W\u00e4hrend das Bundesamt f\u00fcr Umwelt (Bafu) die globale Debatte um die Zerst\u00f6rung von \u00d6kosystemen pr\u00e4gt, engagiert sich das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) zum Thema Wasserqualit\u00e4t. Das Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft (BLW) schliesslich konzentriert sich auf die landwirtschaftliche Produktivit\u00e4t des Wassers und die Bek\u00e4mpfung der Verschmutzung durch Agrarprodukte.Die Zusammenarbeit umfasst zwei Stossrichtungen: die <i>wirtschaftliche Zusammenarbeit<\/i> und die Entwicklungszusammenarbeit. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit wird vom Seco (EVD) wahrgenommen. Sie kann \u00fcber zwei Jahrzehnte Erfahrung im Bereich Wasser und Abwasser im st\u00e4dtischen Raum vorweisen. Durchschnittlich werden 15 bis 20 Mio. Franken pro Jahr daf\u00fcr aufgewendet. Aktuell sind 16 Projekte im Gang; die Gesamtsumme des Engagements bel\u00e4uft sich auf 131 Mio. Franken. Die <i>Entwicklungszusammenarbeit<\/i> ist bei der Deza (EDA) angesiedelt und geht auf die ersten Projekte in den 1970er-Jahren zur\u00fcck. Im Zentrum der Aktivit\u00e4ten steht hier der l\u00e4ndliche Raum mit den Schwerpunkten Trinkwasser, Abwasser (40 Mio. Franken pro Jahr) und Bew\u00e4sserung.Die Komplementarit\u00e4t der beiden Ans\u00e4tze hat zur Herausbildung spezifischer Kompetenzen gef\u00fchrt:\u2212 Die <i>wirtschaftliche Zusammenarbeit<\/i> ist bekannt f\u00fcr ihre Aktivit\u00e4ten zur St\u00e4rkung der Regulierungsbeh\u00f6rden, zum Aufbau von finanziellen und technischen Managementkapazit\u00e4ten im Bereich der Wasserversorgung sowie zur F\u00f6rderung eines sparsamen Umgangs mit Wasser des Privatsektors (Industrie). Sie beg\u00fcnstigt einen auf den nationalen, regionalen oder lokalen \u2013 staatlichen oder parastaatlichen \u2013 Strukturen aufbauenden Ansatz.\u2212 Die <i>Entwicklungszusammenarbeit<\/i> ist bekannt f\u00fcr ihren partizipativen Ansatz bei der Wasserbewirtschaftung sowie f\u00fcr ihre dezentralisierten Systeme in l\u00e4ndlichen Regionen, die sowohl der Bew\u00e4sserung als auch der Trinkwasserversorgung dienen. Ihre Repr\u00e4sentanten haben eine wichtige Stimme auf den internationalen Foren der Sektorpolitiken und spielen eine f\u00fchrende Rolle bei den Diskussionen um die Wasserversorgung als Teil der Menschenrechte.\u2212 Durch den multifunktionellen Charakter des Wassers wurde auch bei der Interaktion mit anderen Sektoren besonderes Know-how aufgebaut: Wasser-Energie (Seco), Wasser-Landwirtschaft (Deza) und Wasser-Gesundheit (Deza, siehe <i>Kasten 1<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn Zentralasien ist Wasser ein st\u00e4ndiges Streitobjekt zwischen den Anrainerstaaten der grossen Fl\u00fcsse Amu-Darja und Syr-Darja. Die Landwirtschaft, Einkommensquelle eines grossen Teils der Bev\u00f6lkerung, hat w\u00e4hrend der Sommermonate einen hohen Wasserverbrauch. Im Winter w\u00fcrde der Energiesektor dieses Wasser ben\u00f6tigen, um der grossen K\u00e4lte in den Hochl\u00e4ndern zu begegnen. Gleichzeitig besteht ein hoher Bedarf an Trinkwasser, der durch ein marodes und leckes Netz verteilt wird. In einer konzertierten Aktion finanziert das Seco in Usbekistan (mit der Weltbank), Kirgisistan und Tadschikistan (mit der EBRD) die Instandsetzung der st\u00e4dtischen Wasserversorgung; die Deza unterst\u00fctzt ihrerseits Projekte zur Wasserverteilung in l\u00e4ndlichen Gebieten sowie den Unterhalt der Bew\u00e4sserungskan\u00e4le im dicht besiedelten Fergana-Tal, das sich \u00fcber alle drei L\u00e4nder erstreckt. Mit diesem Ansatz wurde ein sektorieller Dialog \u00fcber die Finanzierung institutioneller Strukturen angeregt. Durch den Einsatz von leistungsf\u00e4higen Schweizer Ger\u00e4ten konnte bis zu 15% an Pumpenergie eingespart werden. Das Seco unterst\u00fctzt zudem den schwierigen Dialog zwischen den L\u00e4ndern der Region \u00fcber die Aufteilung der Wasser- und Energieressourcen mit der Bereitstellung von Experten mittels eines Finanzierungsfonds der Weltbank.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n).&#13;<\/p>\n<h2>L\u00f6sungsans\u00e4tze und Priorit\u00e4ten der Zusammenarbeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie soziale und wirtschaftliche Entwicklung ist untrennbar mit dem Wasser \u2013 insbesondere der Infrastruktur und Wasserbewirtschaftung \u2013 verbunden. Der Umweltschutz ist der Schl\u00fcssel zur Nachhaltigkeit und zur langfristigen Wirtschaftlichkeit des Sektors. Voraussetzung dazu ist eine effiziente Nutzung des vorhandenen Wassers in seinen verschiedenen Funktionen und eine konsequente Abwasserreinigung. Die Qualit\u00e4tssicherung des lebenswichtigen Gutes \u2212 von der Quelle \u00fcber die Aufbereitung und Verteilung bis zur Behandlung \u2212 ist ein Produktionskostenfaktor, der gr\u00f6sstenteils von den Konsumenten\/Steuerzahlenden getragen werden muss. Diese haben somit das Recht auf eine gerechte und transparente Bewirtschaftung dieses kostbaren Gutes.Die schweizerische Zusammenarbeit begegnet den Herausforderungen mit einem Beitrag zu den folgenden Zielen:&#13;<\/p>\n<h2>Verbesserung der Wasserversorgung von Bev\u00f6lkerung und Wirtschaft in den Partnerl\u00e4ndern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Bereitstellung einer effizienten und nachhaltigen Wasserversorgung ist ein grundlegender Beitrag zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Ziel der schweizerischen Finanzierungen ist eine Ausweitung der Netze und des Zugangs zu einer zuverl\u00e4ssigen, qualitativ guten und preiswerten Wasserversorgung auch f\u00fcr die \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerungsschichten. Dazu geh\u00f6ren auch physische Massnahmen wie z.B. die Installation von Wasserz\u00e4hlern, um den Zugang und \u2013 bei Bedarf \u2013 den Handel mit Wasser nachvollziehbar zu gestalten (siehe <i>Kasten 2<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn Albanien haben fast ein Viertel der Bev\u00f6lkerung keinen Anschluss an eine zentrale Wasserversorgung; und weniger als die H\u00e4lfte sind an ein Abwassernetz angeschlossen. Nur gerade drei Kl\u00e4ranlagen sind in Betrieb. Mit der Finanzierung des Seco und der deutschen Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau (KfW) wurde in der Stadt Pogradec die Wasserversorgung und -entsorgung saniert, der Strombedarf um 20% reduziert, Wasserz\u00e4hler installiert und die Wassergesellschaft auf Vordermann gebracht. Am Ufer des Ohridsees, der zum Welterbe der Unesco geh\u00f6rt und ein betr\u00e4chtliches touristisches Potenzial aufweist, wurde eine Kl\u00e4ranlage gebaut. Das in Pogradec gew\u00e4hlte Vorgehen mit der pragmatischen Umsetzung einer integrierten Wasserbewirtschaftung wurde zum Vorbild f\u00fcr eine Strategie auf nationaler Ebene. Dieses Vorgehen wurde nun auch f\u00fcr das Projekt in der albanischen Stadt Shkodra gew\u00e4hlt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n).&#13;<\/p>\n<h2>Verbesserung des Zugangs zu Abwasserreinigung von Bev\u00f6lkerung und Wirtschaft in den Partnerl\u00e4ndern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWirtschaftliche und soziale Entwicklung beruht zu einem grossen Teil auch auf dem Zugang zu einer funktionierenden Abwasserreinigung. Die Schweiz unterst\u00fctzt die Verbesserung dieser Systeme aus gesundheitlichen und Umweltschutzgr\u00fcnden. Dabei geht es haupts\u00e4chlich um Zuverl\u00e4ssigkeit, Qualit\u00e4t und Kostenkontrolle. Da der Nutzen f\u00fcr die Beg\u00fcnstigten nicht direkt sichtbar ist, wird der Abwasserbereich in den Projekten meist stiefm\u00fctterlich behandelt. Deshalb braucht es hier besondere Anstrengungen.&#13;<\/p>\n<h2>Institutionelle St\u00e4rkung sowie F\u00f6rderung der wirtschaftlichen, \u00f6kologischen und technischen Tragf\u00e4higkeit der \u00f6ffentlichen Unternehmen im Bereich Wasser und Abwasser<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nHier geht es darum, die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Wasserversorgungsunternehmen mittels technischer Hilfe zu verbessern. Wichtige Stichworte sind: Einf\u00fchrung von Managementprinzipien, St\u00e4rkung der F\u00fchrungsstrukturen und der internen Kontrollorgane, Investitionsplanung und Kostentransparenz. Ziel ist die Reduktion der kommerziellen Verluste und eine gr\u00f6ssere Kundenfreundlichkeit. Unterst\u00fctzt werden auch die fachlichen Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Unterhalt und Nutzung der Anlagen. Der \u00f6ffentliche Sektor kann auch von der Erfahrung des privaten Sektors profitieren, etwa in Form von Public-Private Partnerships (Managementvertr\u00e4ge) oder Beratungsaktivit\u00e4ten bei den Wasserversorgungsunternehmen (siehe <i>Kasten 3<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Erfahrung des Privatsektors im Bereich Unternehmensf\u00fchrung kann im \u00f6ffentlichen Sektor dazu genutzt werden, um die Strukturen zu st\u00e4rken und die Nutzung effizienter zu gestalten. Dieser Know-how-Transfer kann in Form von Managementvertr\u00e4gen im Sinne von PPP oder in Form von Beratungsaktivit\u00e4ten bei den Wasserversorgungsunternehmen erfolgen. In jedem Fall ist der institutionelle Rahmen eines solchen Transfers genau zu definieren. Zudem muss sichergestellt sein, dass die Interessen aller Beteiligten ber\u00fccksichtigt sind.Gem\u00e4ss einer k\u00fcrzlich publizierten Studie der Weltbank schneiden PPP in Form von Verwaltungsmandaten am besten ab, wenn es darum geht, die Leistungsf\u00e4higkeit der Wasserversorgung zu verbessern. Die von ihnen geschaffenen Partnerschaften sind mehrheitlich lokal und regional verankert und weniger international ausgerichtet. Hingegen gelingt es mit PPP nur selten, zus\u00e4tzliches Kapital zur Modernisierung eines Netzes zu generieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n).&#13;<\/p>\n<h2>Institutionelle St\u00e4rkung sowie F\u00f6rderung der wirtschaftlichen, \u00f6kologischen und technischen Tragf\u00e4higkeit der Wasserversorgung in l\u00e4ndlichen und periurbanen Gebieten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich handelt es sich um \u00e4hnliche technische Hilfe bezogen auf l\u00e4ndliche Gebiete. Planung, Bewirtschaftung, Unterhalt und Nutzung beruhen hier auf einem Gemeinwesen, das sich selber organisieren muss, um seine Bed\u00fcrfnisse \u2013 h\u00e4ufig in Zusammenarbeit mit dem \u00f6ffentlichen oder dem lokalen privaten Sektor \u2013 erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Es handelt sich also um einen partizipativen und sozialen Ansatz.&#13;<\/p>\n<h2>Reduktion des spezifischen Verbrauchs an realem oder virtuellem Wasser der Wirtschaft in den Partnerl\u00e4ndern mit gezielten Massnahmen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAufgrund mangelhafter Systeme kommen beim Endverbraucher zumeist nur 30% bis 80% des an der Quelle verf\u00fcgbaren Wassers an. Um die Belastung f\u00fcr Konsumenten, Gesellschaft und Natur ertr\u00e4glicher zu gestalten, wird bei den von der Schweiz finanzierten Projekten systematisch darauf geachtet, dass die Verluste in den Wassernetzen reduziert und die Effizienz der Behandlung sowie die industriellen Prozesse verbessert werden. Die dadurch erzielten Einsparungen im spezifischen Wasserverbrauch pro Person (oder Wirtschaftseinheit) haben generell einen sehr positiven Effekt auf die Energieeffizienz der Wassersysteme. Zudem hat die Reduktion des in landwirtschaftlichen und verarbeiteten Produkten enthaltenen virtuellen Wassers einen realen positiven Effekt auf die Infrastrukturkosten. Von einer Reduktion des Anteils an virtuellem Wasser in den Endprodukten profitieren schlussendlich alle. Diese Aspekte sind besonders wichtig in L\u00e4ndern mit grossem Wassermangel (siehe <i>Kasten 4<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nFast alle unsere Konsumg\u00fcter ben\u00f6tigen bei der Produktion enorme Wassermengen. Diese werden jedoch zumeist von L\u00e4ndern aus ariden oder semi-ariden Klimazonen importiert. Die Deza hat in Kolumbien ein Pilotprojekt lanciert, bei dem sechs Schweizer Unternehmen (Nestl\u00e9, Syngenta, Holcim, Novartis, Clariant und Alpina) auf allen Produktionsstufen Wassereinsparungen erzielen wollen. Erstmals arbeiten Unternehmen aus so verschiedenen Industriesektoren zur Reduzierung des Wasserverbrauchs zusammen. Im Jahr 2009 hat die Schweiz vorgeschlagen, eine entsprechende internationale Norm zu schaffen; der Vorschlag wurde von der International Organization for Standarization (ISO) begr\u00fcsst. Die Ausarbeitung der Norm wird von der waadtl\u00e4ndischen Firma Quantis geleitet, die auf \u00d6kobilanzen spezialisiert ist. Das Projekt hat von der Grundlagenarbeit des Cleaner Production Center bei der Industrie profitiert; es wurde in der Aufbauphase ebenfalls vom Seco finanziert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n).&#13;<\/p>\n<h2>Verbesserung der wirtschaftlichen, \u00f6kologischen und sozialen Koh\u00e4renz des Umgangs mit Wasser auf nationaler, regionaler oder kommunaler Ebene mittels Rahmenbedingungen, technischer Hilfe und Politikdialog<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schaffung guter Rahmenbedingungen im Hinblick auf einen transparenten Betrieb der Wassersysteme und auf die Projektfinanzierung ist unabdingbar f\u00fcr die Nachhaltigkeit des Sektors. Die diesbez\u00fcgliche Unterst\u00fctzung geschieht hier in Form von technischer Hilfe und Politikdialog, um die Wasserversorgung und Abwasserreinigung effizient regulieren zu k\u00f6nnen. Der rechtliche Rahmen umfasst die St\u00e4rkung der Aufsicht, Leistungsvertr\u00e4ge, die Verbesserung der finanziellen und tarif\u00e4ren Strukturen sowie die Schaffung eines sozialen Auffangnetzes. Aufgrund des konkreten und lokalen Charakters des Wassers k\u00f6nnen \u00fcberdies Fragen rund um Dezentralisierung und Regierungsf\u00fchrung zur Diskussion gestellt werden.Bei der Strategie zur langfristigen Finanzierung dieser Infrastrukturen sowie ihres Ausbaus ist ein heikles Gleichgewicht zwischen dem zentralistischen Ansatz und der m\u00f6glichst weitgehenden Anwendung des Subsidiarit\u00e4tsprinzips zu finden. W\u00e4hrend Ersterer den sektorspezifischen budget\u00e4ren Aspekten Rechnung tr\u00e4gt, ist Letzterer an den echten Bed\u00fcrfnissen der Nutzer sowie ihren sozialen und wirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten ausgerichtet (siehe <i>Kasten 5<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine Investition verbessert die Qualit\u00e4t einer Dienstleistung f\u00fcr die Kunden, macht aber zumeist eine Anpassung der Geb\u00fchren notwendig, welche von den Konsumenten angenommen werden muss. Wie die Erfahrung zeigt, ist es notwendig, die Investitionen an Strukturreformen zu koppeln, welche die finanzielle Nachhaltigkeit der Wasserversorgungsgesellschaft sicherstellen. Dies bedingt die Erhebung einer Geb\u00fchr, welche im Minimum die operationellen Kosten deckt. Dieser Paradigmawechsel ist \u2013 speziell in L\u00e4ndern mit Planwirtschaft oder mit staatlicher Subventionierung der Dienste \u2013 nicht selbstverst\u00e4ndlich. Die aktive Unterst\u00fctzung der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen bei der Erh\u00f6hung ihres Deckungsgrades auf Stufe der Z\u00e4hlung (\u00fcber 50%) und des Inkasso (\u00fcber 80%) sowie der Buchhaltungstransparenz l\u00f6st oft eine positive R\u00fcckkoppelung aus: Es k\u00f6nnen dann \u2013 noch bescheidene \u2013 Investitionen zur Verbesserung der Dienste und der Wartung get\u00e4tigt werden. Die Unternehmen k\u00f6nnen so ihre Attraktivit\u00e4t auf dem Kreditmarkt steigern und damit ihren Zugang zu notwendigen Krediten verbessern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n).&#13;<\/p>\n<h2>Mittel und Partnerschaften<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Infrastruktur zur Wasserversorgung eines Landes oder einer Region ben\u00f6tigt grosse finanzielle Mittel. Aus diesem Grund braucht es wichtige Geldgeber \u2212 wie etwa die Weltbankgruppe oder die regionalen Entwicklungsbanken, welche den Empf\u00e4ngerl\u00e4ndern Darlehen oder Kredite gew\u00e4hren. Demgegen\u00fcber gen\u00fcgen f\u00fcr Demonstrationsprojekte, die Strukturreformen oder innovative Ans\u00e4tze f\u00f6rdern sollen, begrenzte Mittel im Bereich von 10 bis 50 Mio. Franken. Diese k\u00f6nnen von einem Geber, mehreren bilateralen Gebern oder einer Gruppe von Financiers bereitgestellt werden.Die Mittel der schweizerischen Zusammenarbeit werden vom Parlament gesprochen. Sie verteilen sich auf verschiedene Rahmenkredite, die auf die jeweilige Interventionsregion ausgerichtet sind. Drei Instrumente stehen bei der Umsetzung im Vordergrund:\u2212 Zusch\u00fcsse f\u00fcr Projektfinanzierung, die entweder bilateral oder im Rahmen von internationalen Finanzierungsinstitutionen \u2013 wie z.B. der Weltbank, der Europ\u00e4ischen Bank f\u00fcr Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) oder der Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau (KfW) \u2013 geleistet werden;\u2212 Programm- oder sektorspezifische Beitr\u00e4ge \u00fcber entsprechende Fazilit\u00e4ten entlang der oben beschriebenen operationellen Achsen;\u2212 Beitr\u00e4ge in Form von Zusch\u00fcssen oder Garantien zur St\u00e4rkung von Public-Private Partnerships (wie z.B. die Public-Private Infrastructure Advisory Facility PPIAF oder die Private Infrastructure Development Group PIDG) und \u00e4hnlichen Finanzierungsmechanismen.Schliesslich wird ein wichtiger Teil des verf\u00fcgbaren Know-hows und der Technologie der schweizerischen Zusammenarbeit im Bereich Wasser von der Industrie und den Beratern geliefert, die im Bereich Wasser- und Abwasser-Bewirtschaftung von Einzugsgebieten t\u00e4tig sind. Dabei variieren die n\u00f6tigen Kompetenzen stark \u2212 je nachdem, ob ein Land ganz am Anfang des wirtschaftlichen Transitionsprozesses steht, wie etwa in Zentralasien, oder ob es sich um \u00f6stliche EU-L\u00e4nder handelt. Die Schweizer Fachleute haben ein ausgewiesenes Know-how zur Steuerung der komplexen Wasserfl\u00fcsse und die damit zusammenh\u00e4ngenden Abw\u00e4gungen aufgebaut. Die Projekte der schweizerischen Zusammenarbeit dienen auch dem Transfer dieses Know-how.Die schweizerische Zusammenarbeit verf\u00fcgt \u00fcber ein vielf\u00e4ltiges, durch Eigenst\u00e4ndigkeit, Unabh\u00e4ngigkeit und Flexibilit\u00e4t charakterisiertes Instrumentarium. Damit kann sie einen bescheidenen, aber wichtigen Betrag zur nachhaltigen und gerechten Bewirtschaftung des kostbaren Gutes Wasser leisten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abSchematischer \u00dcberblick der Wassernutzung und der Einsatzbereiche der schweizerischen Zusammenarbeit (rot umrandete Felder)\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Wasser \u2013 ein Instrument des Dialogs in Zentralasien&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn Zentralasien ist Wasser ein st\u00e4ndiges Streitobjekt zwischen den Anrainerstaaten der grossen Fl\u00fcsse Amu-Darja und Syr-Darja. Die Landwirtschaft, Einkommensquelle eines grossen Teils der Bev\u00f6lkerung, hat w\u00e4hrend der Sommermonate einen hohen Wasserverbrauch. Im Winter w\u00fcrde der Energiesektor dieses Wasser ben\u00f6tigen, um der grossen K\u00e4lte in den Hochl\u00e4ndern zu begegnen. Gleichzeitig besteht ein hoher Bedarf an Trinkwasser, der durch ein marodes und leckes Netz verteilt wird. In einer konzertierten Aktion finanziert das Seco in Usbekistan (mit der Weltbank), Kirgisistan und Tadschikistan (mit der EBRD) die Instandsetzung der st\u00e4dtischen Wasserversorgung; die Deza unterst\u00fctzt ihrerseits Projekte zur Wasserverteilung in l\u00e4ndlichen Gebieten sowie den Unterhalt der Bew\u00e4sserungskan\u00e4le im dicht besiedelten Fergana-Tal, das sich \u00fcber alle drei L\u00e4nder erstreckt. Mit diesem Ansatz wurde ein sektorieller Dialog \u00fcber die Finanzierung institutioneller Strukturen angeregt. Durch den Einsatz von leistungsf\u00e4higen Schweizer Ger\u00e4ten konnte bis zu 15% an Pumpenergie eingespart werden. Das Seco unterst\u00fctzt zudem den schwierigen Dialog zwischen den L\u00e4ndern der Region \u00fcber die Aufteilung der Wasser- und Energieressourcen mit der Bereitstellung von Experten mittels eines Finanzierungsfonds der Weltbank.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Das Engagement des Seco in Albanien&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn Albanien haben fast ein Viertel der Bev\u00f6lkerung keinen Anschluss an eine zentrale Wasserversorgung; und weniger als die H\u00e4lfte sind an ein Abwassernetz angeschlossen. Nur gerade drei Kl\u00e4ranlagen sind in Betrieb. Mit der Finanzierung des Seco und der deutschen Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau (KfW) wurde in der Stadt Pogradec die Wasserversorgung und -entsorgung saniert, der Strombedarf um 20% reduziert, Wasserz\u00e4hler installiert und die Wassergesellschaft auf Vordermann gebracht. Am Ufer des Ohridsees, der zum Welterbe der Unesco geh\u00f6rt und ein betr\u00e4chtliches touristisches Potenzial aufweist, wurde eine Kl\u00e4ranlage gebaut. Das in Pogradec gew\u00e4hlte Vorgehen mit der pragmatischen Umsetzung einer integrierten Wasserbewirtschaftung wurde zum Vorbild f\u00fcr eine Strategie auf nationaler Ebene. Dieses Vorgehen wurde nun auch f\u00fcr das Projekt in der albanischen Stadt Shkodra gew\u00e4hlt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 3: Beitrag des Privatsektors im Bereich Wasser&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Erfahrung des Privatsektors im Bereich Unternehmensf\u00fchrung kann im \u00f6ffentlichen Sektor dazu genutzt werden, um die Strukturen zu st\u00e4rken und die Nutzung effizienter zu gestalten. Dieser Know-how-Transfer kann in Form von Managementvertr\u00e4gen im Sinne von PPP oder in Form von Beratungsaktivit\u00e4ten bei den Wasserversorgungsunternehmen erfolgen. In jedem Fall ist der institutionelle Rahmen eines solchen Transfers genau zu definieren. Zudem muss sichergestellt sein, dass die Interessen aller Beteiligten ber\u00fccksichtigt sind.Gem\u00e4ss einer k\u00fcrzlich publizierten Studie der Weltbank schneiden PPP in Form von Verwaltungsmandaten am besten ab, wenn es darum geht, die Leistungsf\u00e4higkeit der Wasserversorgung zu verbessern. Die von ihnen geschaffenen Partnerschaften sind mehrheitlich lokal und regional verankert und weniger international ausgerichtet. Hingegen gelingt es mit PPP nur selten, zus\u00e4tzliches Kapital zur Modernisierung eines Netzes zu generieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 4: Virtuelles Wasser: Anstrengungen von Schweizer Unternehmen zur Reduktion ihres Wasserverbrauchs in Kolumbien&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nFast alle unsere Konsumg\u00fcter ben\u00f6tigen bei der Produktion enorme Wassermengen. Diese werden jedoch zumeist von L\u00e4ndern aus ariden oder semi-ariden Klimazonen importiert. Die Deza hat in Kolumbien ein Pilotprojekt lanciert, bei dem sechs Schweizer Unternehmen (Nestl\u00e9, Syngenta, Holcim, Novartis, Clariant und Alpina) auf allen Produktionsstufen Wassereinsparungen erzielen wollen. Erstmals arbeiten Unternehmen aus so verschiedenen Industriesektoren zur Reduzierung des Wasserverbrauchs zusammen. Im Jahr 2009 hat die Schweiz vorgeschlagen, eine entsprechende internationale Norm zu schaffen; der Vorschlag wurde von der International Organization for Standarization (ISO) begr\u00fcsst. Die Ausarbeitung der Norm wird von der waadtl\u00e4ndischen Firma Quantis geleitet, die auf \u00d6kobilanzen spezialisiert ist. Das Projekt hat von der Grundlagenarbeit des Cleaner Production Center bei der Industrie profitiert; es wurde in der Aufbauphase ebenfalls vom Seco finanziert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 5: Koppelung von Investitionen und Strukturreformen ist notwendig&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine Investition verbessert die Qualit\u00e4t einer Dienstleistung f\u00fcr die Kunden, macht aber zumeist eine Anpassung der Geb\u00fchren notwendig, welche von den Konsumenten angenommen werden muss. Wie die Erfahrung zeigt, ist es notwendig, die Investitionen an Strukturreformen zu koppeln, welche die finanzielle Nachhaltigkeit der Wasserversorgungsgesellschaft sicherstellen. Dies bedingt die Erhebung einer Geb\u00fchr, welche im Minimum die operationellen Kosten deckt. Dieser Paradigmawechsel ist \u2013 speziell in L\u00e4ndern mit Planwirtschaft oder mit staatlicher Subventionierung der Dienste \u2013 nicht selbstverst\u00e4ndlich. Die aktive Unterst\u00fctzung der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen bei der Erh\u00f6hung ihres Deckungsgrades auf Stufe der Z\u00e4hlung (\u00fcber 50%) und des Inkasso (\u00fcber 80%) sowie der Buchhaltungstransparenz l\u00f6st oft eine positive R\u00fcckkoppelung aus: Es k\u00f6nnen dann \u2013 noch bescheidene \u2013 Investitionen zur Verbesserung der Dienste und der Wartung get\u00e4tigt werden. Die Unternehmen k\u00f6nnen so ihre Attraktivit\u00e4t auf dem Kreditmarkt steigern und damit ihren Zugang zu notwendigen Krediten verbessern.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wasser ist eine lebensnotwendige, facettenreiche Ressource und ein Motor des Wirtschaftswachstums. Die verschiedenen Funktionen der Ressource sind jedoch oft durch Probleme bei der Verf\u00fcgbarkeit, Verteilung und rationellen Nutzung gest\u00f6rt. 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