{"id":121396,"date":"2010-06-01T12:00:00","date_gmt":"2010-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/06\/kuhn-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:34:11","modified_gmt":"2023-08-23T21:34:11","slug":"kuhn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/06\/kuhn\/","title":{"rendered":"Nutzen und Grenzen des Standardkostenmodells: Eine Beurteilung der Anwendbarkeit aus kantonaler Sicht"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem Pilotprojekt im Bereich Brandschutz haben die Kantone Aargau, Luzern und St. Gallen zusammen mit dem Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft erstmals auf kantonaler Ebene mit dem Standardkostenmodell (SKM) administrative Kosten gemessen. Die Studie zeigt Nutzen und Grenzen der Methode auf. Das SKM bietet eine exakte Messung der administrativen Kosten und ist auch auf kantonaler Ebene gut nutzbar. Wird die Methode f\u00fcr einen interkantonalen Vergleich von Regelungen herangezogen, zeigt sich am Beispiel des Brandschutzes, dass eine reine Messung der administrativen Kosten etwas kurz greift und die Kombination mit einer qualitativen Prozessanalyse sinnvoll ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm gemeinsamen Pilotprojekt untersuchten die Kantone Aargau, Luzern und St.Gallen sowie das Seco die administrative Belastung im Bereich Brandschutz f\u00fcr das Jahr 2008 mit dem SKM. Die Methode wird in der Schweiz auf Bundesebene seit 2007 erfolgreich angewendet; im europ\u00e4ischen Umfeld hat sich die Methode in den letzten rund zehn Jahren etabliert. Mit dem interkantonalen Pilotprojekt konnten nun erstmalig Erfahrungen auf kantonaler Ebene gewonnen werden. Die Untersuchung wurde von der Firma Ramboll Management durchgef\u00fchrt.&#13;<\/p>\n<h2>Kosten und Vollzugsprozesse im Vergleich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZu Beginn des Pilotprojekts setzten die Projektpartner das Ziel, neben einer reinen Kostenmessung auch qualitative Aspekte zum Brandschutz zu beleuchten und einen Vergleich der kantonalen Vollzugsprozesse in die Untersuchung aufzunehmen. Diese methodische Entscheidung hat sich positiv auf die Resultate der Studie ausgewirkt. Ein interkantonaler Vergleich der im Bereich Brandschutz anfallenden administrativen Kosten hat sich aufgrund der sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in den Kantonen als anspruchsvoll erwiesen. So k\u00f6nnte die unterschiedlich starke Baut\u00e4tigkeit etwa zu ungleichen Fallzahlen im Untersuchungszeitraum gef\u00fchrt haben, was grossen Einfluss auf die ermittelten Kosten nach dem SKM \u2013 gem\u00e4ss der Formel \u00abPreis*H\u00e4ufigkeit\u00bb \u2013 hat. Mittels Normierung der Fallzahlen an Kantonsgr\u00f6ssen kann jedoch eine markante Verbesserung der Vergleichbarkeit der Resultate erreicht werden. Die in verschiedenen Experteninterviews erg\u00e4nzend gewonnenen Erkenntnisse zu den Vollzugsprozessen erm\u00f6glichten ein umfassendes interkantonales Benchmarking und f\u00fchrten zu kantonsspezifischen Optimierungsvorschl\u00e4gen.&#13;<\/p>\n<h2>Nutzen und Grenzen des SKM<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit dem SKM k\u00f6nnen administrative Kosten konkret berechnet und die gr\u00f6ssten Kostentreiber identifiziert werden. Dar\u00fcber hinaus erm\u00f6glicht die Methode eine klare Zuweisung der Verantwortlichkeiten f\u00fcr die Informationspflichten zwischen verschiedenen Regulierungsebenen: Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF), Verband Schweizerischer Errichter von Sicherheitsanlagen (SES) oder kantonale Stellen.Die Ergebnisse des Pilotprojekts machen deutlich, dass die anfallenden administrativen Kosten im Bereich Brandschutz in allen Kantonen nicht allzu hoch und um Gr\u00f6ssenordnungen kleiner sind als die materiellen Kosten. Aufgrund der Erfahrungen im Pilotprojekt zeigt sich, dass die Methode vor allem bei h\u00e4ufigen und standardisierten administrativen Aufgaben mit hohen Fallzahlen nutzbringend ist. Da der Aufwand der Messung der administrativen Kosten mit dem SKM relativ gross ist, lohnt sich eine sorgf\u00e4ltige Abw\u00e4gung. Insbesondere wenn mehrere Regulierungsebenen in die Messung einbezogen werden, steigt die Komplexit\u00e4t an. Mit der Methode erfolgt keine inhaltliche Beurteilung des Vollzugs oder des Nutzens des Brandschutzes, da ausschliesslich standardisierte administrative Kosten abgebildet werden.&#13;<\/p>\n<h2>Kombination der Methoden verbessert Ergebnisse<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Standardkostenmodell eignet sich auch in den Kantonen bestens zur Identifizierung und Berechnung administrativer Kosten bei standardisierten Prozessen mit hohen Fallzahlen. Die Anwendung des Modells kann aber je nach zu untersuchendem Regulierungsbereich relativ komplex und aufw\u00e4ndig sein. F\u00fcr interkantonale Vergleiche im Sinne eines Benchmarking gilt es beispielsweise die unterschiedliche Ausgangslage \u2013 resp. variierende Variablen wie z.B. Fallzahlen \u2013 durch Normierung an der Kantonsgr\u00f6sse oder an der Anzahl Betriebe zu beachten. F\u00fcr umfassende Vergleiche kantonaler Regulierungen sollte nach Ansicht des Verfassers zus\u00e4tzlich immer eine qualitative Prozessanalyse gepr\u00fcft werden. Mit der Kombination quantitativer und qualitativer Vorgehensweisen kann die Qualit\u00e4t der Ergebnisse noch verbessert und zudem allf\u00e4lliger Handlungsbedarf bei den Regelungen identifiziert werden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Pilotprojekt im Bereich Brandschutz haben die Kantone Aargau, Luzern und St. Gallen zusammen mit dem Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft erstmals auf kantonaler Ebene mit dem Standardkostenmodell (SKM) administrative Kosten gemessen. Die Studie zeigt Nutzen und Grenzen der Methode auf. 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