{"id":121406,"date":"2010-06-01T12:00:00","date_gmt":"2010-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/06\/roethlisberger-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:34:11","modified_gmt":"2023-08-23T21:34:11","slug":"roethlisberger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/06\/roethlisberger\/","title":{"rendered":"Effiziente Zusammenarbeit zwischen \u00f6ffentlicher und privater Arbeitsvermittlung zu Gunsten der Stellensuchenden"},"content":{"rendered":"<p>Sowohl in wirtschaftlich guten als auch in schlechten Zeiten verfolgen die \u00f6ffentliche und die private Arbeitsvermittlung ein gemeinsames Ziel: Die rasche Reintegration der Stellensuchenden in den Arbeitsmarkt. Ein weiteres Ziel ist, den Wirtschaftsstandort Schweiz zu st\u00e4rken. Unsere Unternehmen funktionieren nur, wenn sie die richtigen Mitarbeitenden haben. Deshalb ist die Zusammenarbeit zwischen den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) und den privaten Vermittlern einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren f\u00fcr beide Seiten. Zurzeit werden neue Ans\u00e4tze entwickelt, um das vorhandene Kooperationspotenzial noch besser aussch\u00f6pfen zu k\u00f6nnen. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201006_13_Roethlisberger_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Steuerungsmodell der Arbeitslosenversicherung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Vollzug des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AVIG) und des Arbeitsvermittlungsgesetztes (AVG) ist Aufgabe der Kantone und somit dezentral organisiert. Das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) als Ausgleichstelle der Arbeitslosenversicherung (ALV) und eidgen\u00f6ssische Arbeitsmarktbeh\u00f6rde steuert die kantonalen Vollzugsstellen wirkungsorientiert nach dem Prinzip des Management by Objectives (MbO): Der Bund gibt messbare Ziele vor, und die kantonalen Vollzugsstellen sind f\u00fcr deren Umsetzung verantwortlich. Dieses Steuerungsmodell ist in einer wirkungsorientierten Vereinbarung auf Regierungsebene geregelt. Im Besonderen tragen die Vollzugsstellen durch die rasche und dauerhafte Wiedereingliederung von Taggeldbez\u00fcgern zur Schadenminderung der ALV bei.Die im AVIG als Ziel formulierte rasche und dauerhafte Wiedereingliederung der Stellensuchenden wird durch vier sogenannte Wirkungsindikatoren operationalisiert:\u2013 Durchschnittliche Taggeld-Bezugsdauer;\u2013 Anteil langzeitarbeitslose Taggeldbez\u00fcger;\u2013 Anteil ausgesteuerte Taggeldbez\u00fcger;\u2013 Anteil wiederangemeldete Taggeldbez\u00fcger.Da die Ausgleichsstelle haupts\u00e4chlich \u00fcber diese Wirkungsindikatoren und nicht \u00fcber Leistungsindikatoren \u2013 wie z.B. die Anzahl Vermittlungen \u2013 steuert, haben die RAV einen starken Anreiz zur Zusammenarbeit mit den privaten Arbeitsvermittlern. Um die Dauer der Arbeitslosigkeit zu verk\u00fcrzen und damit eine Schadenminderung f\u00fcr die Versicherung zu erm\u00f6glichen, m\u00fcssen alle Integrationskan\u00e4le genutzt werden.Innerhalb der gesetzlichen Bestimmungen sind die Kantone bei der Ausgestaltung und F\u00fchrung der RAV weitgehend autonom. Der stark f\u00f6derale Vollzug bewirkt einen betr\u00e4chtlichen Gestaltungs- und Organisationsfreiraum, impliziert aber ebenso eine grosse Eigenverantwortung f\u00fcr die kantonalen Vollzugsstellen. Dementsprechend k\u00f6nnen die Kantone ihre Zusammenarbeitsstrategie mit den privaten Arbeitsvermittlern selbst definieren.&#13;<\/p>\n<h2>Hauptsache Arbeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Unterschied zu den meisten anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern spielt die private Arbeitsvermittlung in der Schweiz eine besonders wichtige Rolle. Dies l\u00e4sst sich einerseits damit begr\u00fcnden, dass in vielen umliegenden L\u00e4ndern die private Arbeitsvermittlung bis vor wenigen Jahrzehnten verboten war. Andererseits hat die \u00f6ffentliche Arbeitsvermittlung seit jeher die Zusammenarbeit mit den privaten Vermittlern gesucht, weil sie eine subsidi\u00e4re Rolle&#13;<br \/>\nIn der Schweiz wechseln jedes Jahr ungef\u00e4hr 300&nbsp;000 Arbeitnehmende den Arbeitsplatz. Die \u00f6ffentliche und private Arbeitsvermittlung ist dabei nur bei gut der H\u00e4lfte der Jobwechsel involviert: Die privaten Vermittler verzeichneten 2008 rund 130&nbsp;000, die RAV 35&nbsp;000 Vermittlungen. Somit liegt der Marktanteil der \u00f6ffentlichen Arbeitsvermittlung \u2013 gemessen am Total der privaten und \u00f6ffentlichen Vermittlungen \u2013 bei lediglich 21%. innehat. F\u00fcr die RAV steht die Eigeninitiative der Stellensuchenden im Vordergrund. Hier setzen denn auch die Bem\u00fchungen der Personalberatenden der RAV prim\u00e4r an. Sie sorgen mit Beratungen und gezielten Zuweisungen in arbeitsmarktliche Massnahmen daf\u00fcr, dass die Stellensuchenden bei der Jobsuche optimal unterst\u00fctzt werden. Dazu geh\u00f6rt selbstverst\u00e4ndlich auch die verantwortliche Nutzung der privaten Vermittlungskan\u00e4le.Im M\u00e4rz 2010 waren bei den RAV 231&nbsp;497 Stellensuchende gemeldet. Im gesamtschweizerischen Durchschnitt erfolgten im Jahr 2009 zwei Drittel aller Abmeldungen aufgrund eines Stellenantrittes. Drei Viertel davon haben eine Stelle selber gefunden (wobei durchaus m\u00f6glich ist, dass auch RAV oder private Arbeitsvermittler beigezogen wurden); knapp ein F\u00fcnftel wurde durch die RAV vermittelt. Dieses Verh\u00e4ltnis bleibt \u00fcber die Jahre stabil, unabh\u00e4ngig davon, ob die Wirtschaftslage gut oder schlecht ist. Die Saisonalit\u00e4t hat einen grossen Einfluss auf den Indikator \u00abAbmeldungen mit Stellenantritt\u00bb. Deshalb variiert die Summe der Abmeldungen von Quartal zu Quartal stark.&#13;<\/p>\n<h2>Zusammenarbeitsmodell in der Praxis<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nLaut einer nicht repr\u00e4sentativen Umfrage \u2013 befragt wurden 191 Personalberater aus 20 Kantonen \u2013 des Verbandes der Personaldienstleister der Schweiz (Swissstaffing) bei seinen Mitgliedern kann die Zusammenarbeit zwischen \u00f6ffentlicher und privater Arbeitsvermittlung grunds\u00e4tzlich als positiv bezeichnet werden. In gewissen Bereichen besteht jedoch Verbesserungspotenzial.Im Informationssystem f\u00fcr die Arbeitsvermittlung und Arbeitsmarktstatistik (AVAM) erfassen die Personalberater der RAV alle f\u00fcr die Arbeitsvermittlung notwendigen Daten. Seit M\u00e4rz 2004 k\u00f6nnen die privaten Arbeitsvermittler \u00fcber eine passwortgesch\u00fctzte Online-Schnittstelle (AVAMSTS&#13;<br \/>\nInternetdatenbank, die den privaten Stellenvermittlern vermittlungsrelevante Daten von stellensuchenden Personen, die daf\u00fcr ihr Einverst\u00e4ndnis gegeben haben, bereitstellt.) auf diese tagesaktuellen Daten zugreifen. Voraussetzung ist, dass die Stellensuchenden ihre Daten zur Publikation freigegeben haben. Je nach erteilter Erlaubnis des betroffenen Stellensuchenden werden die Daten in anonymisierter Form (d.h. mit Angabe des zust\u00e4ndigen RAV-Personalberaters) oder offener Form (d.h. mit Personalien und Kontaktdaten) ver\u00f6ffentlicht. Ende M\u00e4rz 2010 waren die Daten von 85&nbsp;302 Stellensuchenden mit Personalien und Adresse\/Telefonnummer sowie von 75&nbsp;403 Stellensuchenden anonym f\u00fcr die privaten Arbeitsvermittler verf\u00fcgbar, welche \u00fcber eine AVG-Bewilligung verf\u00fcgen und beim Seco einen Account beantragt hatten. Die Statistik f\u00fcr das Jahr 2008 weist insgesamt 4641 bewilligte Vermittlungs- und Verleihbetriebe auf. Von diesen haben bisher 826 den Zugriff auf die Internetdatei beim Seco verlangt und auch erhalten. Es herrscht also noch ein beachtliches Steigerungspotenzial. In der Praxis bestehen \u2013 je nach Strategie der Kantone und der privaten Arbeitsvermittler \u2013 unterschiedliche Zusammenarbeitsmodelle. Auf der Grundlage von Artikel 85 Absatz 1 Buchstabe a, Artikel 85b Absatz 2 AVIG und Artikel 119cbis AVIV k\u00f6nnen die Kantone zu Lasten ihrer Vollzugskostenentsch\u00e4digungsbudgets die privaten Stellenvermittler f\u00fcr die vereinbarten Dienstleistungen entsch\u00e4digen. Der Kanton hat also die Kompetenz zu entscheiden, ob er beispielsweise mehr RAV-Personalberater anstellen oder die Zusammenarbeit mit den privaten Stellenvermittlern intensivieren m\u00f6chte.&#13;<\/p>\n<h2>Handlungsfelder<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSowohl die private als auch die \u00f6ffentliche Arbeitsvermittlung sind daran interessiert, die Zusammenarbeit k\u00fcnftig weiter auszubauen. In diesem Sinne wurde gemeinsam mit Kantonsvertretern und Swissstaffing beschlossen, in vier Handlungsfeldern konkrete Verbesserungsvorschl\u00e4ge zu erarbeiten (siehe <i>Grafik 3<\/i>):&#13;<\/p>\n<h2>Potenzial von AVAMSTS besser nutzen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAlle privaten Arbeitsvermittler, welche eine AVG-Bewilligung haben, sollen in Zukunft die Datenbank AVAMSTS verst\u00e4rkt nutzen. Zurzeit hat \u2013 wie oben erw\u00e4hnt \u2013 nur jeder f\u00fcnfte private Arbeitsvermittler Zugriff auf diese Datenbank. Auf Wunsch der privaten Partner werden k\u00fcnftig die Suchkriterien erweitert und optimiert, um den Vermittlungsprozess zu vereinfachen. Auf der anderen Seite soll der Anteil der Stellensuchenden, die einverstanden sind, ihre Daten an die privaten Arbeitsvermittler weiterzugeben, erh\u00f6ht werden. Momentan nehmen 70% der Stellensuchenden diese zus\u00e4tzliche Dienstleistung in Anspruch. Mit guten Argumenten \u2013 zum Beispiel zusammengefasst in einem Merkblatt \u2013 sollen die RAV-Personalberatenden die Stellensuchenden vermehrt davon \u00fcberzeugen, ihre Daten zu ver\u00f6ffentlichen. Dies tr\u00e4gt dazu bei, ihre Wiedereingliederungschance zu erh\u00f6hen. Gleichzeitig wird das monatliche Monitoring von AVAMSTS durch das Seco in einem Standardreporting sichergestellt. Die Datenqualit\u00e4t bez\u00fcglich der Kontaktdaten sowie der Publikationscodes der Stellensuchenden wird gepr\u00fcft und den Kantonen gemeldet.&#13;<\/p>\n<h2>Erreichbarkeit und Reaktionsgeschwindigkeit der RAV erh\u00f6hen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm die Erreichbarkeit und die Reaktionsgeschwindigkeit der RAV zu erh\u00f6hen, k\u00f6nnten in Zukunft vermehrt Key Account Manager f\u00fcr die privaten Partner in den RAV eingesetzt werden. Diese m\u00fcssten in die jeweilige kantonale Struktur passen. Damit k\u00f6nnten nicht nur die Kundenprozesse optimiert, sondern auch die Marktn\u00e4he sichergestellt werden. F\u00fcr die noch nicht zugeteilten privaten Arbeitsvermittler w\u00e4re m\u00f6glicherweise eine Hotline aufzubauen. Diese w\u00fcrde den Key Account aktivieren. Die bisherigen Erfahrungen der Kantone, welche Key Account Manager einsetzen, sind positiv. Um den interkantonalen Wissenstransfer zu stimulieren, soll diese Thematik im Rahmen des bereits bestehenden institutionalisierten Erfahrungsaustauschs der Vollzugsstellen diskutiert werden. Dieser Ansatz bringt folgende Vorteile sowohl f\u00fcr Arbeitgeber als auch f\u00fcr die privaten Partner:\u2013 intensiven Kundenkontakt;\u2013 einen zentralen Ansprechpartner;\u2013 einheitliche Dienstleistungsstandards;\u2013 Zeitersparnis f\u00fcr Stellenmeldung;\u2013 schnelle und effiziente Vermittlung;\u2013 und letztlich Einsparungen f\u00fcr die Arbeitslosenversicherung.&#13;<\/p>\n<h2>Einf\u00fchrung eines finanziellen Anreizsystems f\u00fcr private Stellenvermittler<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSwissstaffing schl\u00e4gt ein Bonusmodell vor, mit dem die Zusammenarbeit zwischen privater und \u00f6ffentlicher Arbeitsvermittlung intensiviert werden k\u00f6nnte. Pro Vermittlung einer beim RAV gemeldeten stellensuchenden Person in ein unbefristetes Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis erh\u00e4lt der private Arbeitsvermittler gem\u00e4ss diesem Vorschlag eine Provision von 1000 Franken. F\u00fcr Vermittlungen in Tempor\u00e4reins\u00e4tze w\u00fcnschen die privaten Arbeitsvermittler eine Entsch\u00e4digung von 2 Franken pro geleistete Arbeitsstunde.Das Anreizmodell wurde durch das Seco gepr\u00fcft. Weil die Zusammenarbeit bereits heute gut funktioniert und die Gefahr von Mitnahmeeffekten besteht, lehnt das Seco den oben beschriebenen Vorschlag ab. Unter den geltenden gesetzlichen Bestimmungen und aufgrund der bisherigen Erfahrungen d\u00fcrften die kantonalen Vollzugsstellen kaum bereit sein, nennenswerte Mittel aus ihren Verwaltungskostenbudgets f\u00fcr ein solches Anreizsystem zur Verf\u00fcgung zu stellen. Entsprechend sind f\u00fcr die Arbeitslosenversicherung negative finanzielle Auswirkungen zu erwarten. Deshalb neigt das Seco dazu, finanzielle Anreize nur f\u00fcr die Vermittlung von Stellensuchenden zu gew\u00e4hren, die eine verminderte Vermittlungsf\u00e4higkeit aufweisen. Damit k\u00f6nnten die Mitnahmeeffekte minimiert werden. Ein Pilotversuch gem\u00e4ss Artikel 75a AVIG erscheint somit nur f\u00fcr eine bestimmte Zielgruppe von schwierig vermittelbaren Stellensuchenden sinnvoll. Ob ein Kanton f\u00fcr einen solchen Versuch gewonnen werden kann, wird zurzeit durch Swissstaffing abgekl\u00e4rt.&#13;<\/p>\n<h2>Einf\u00fchrung eines gemeinsamen Verhaltenskodexes<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm die Zusammenarbeit zwischen der \u00f6ffentlichen und privaten Arbeitsvermittlung weiter zu f\u00f6rdern, soll die zurzeit geltende Rahmenvereinbarung zwischen dem Seco und Swissstaffing durch einen Verhaltenskodex abgel\u00f6st werden. Zurzeit wird durch den Verband Schweizerischer Arbeits\u00e4mter (VSAA) und Swissstaffing ein erster Entwurf ausgearbeitet. Der Verhaltenskodex soll als Grundlage f\u00fcr k\u00fcnftige Rahmenvereinbarungen zwischen den kantonalen Vollzugsstellen und den privaten Arbeitsvermittlern dienen. Gleichzeitig k\u00f6nnte er dem Seco zur Qualit\u00e4tssicherung der Zugriffserteilung auf die Datenbank AVAMSTS dienen.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine enge und intensive Kooperation von privater und \u00f6ffentlicher Arbeitsvermittlung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor f\u00fcr einen effizienten Arbeitsmarktausgleich. Sie erm\u00f6glicht, dass offene Stellen schnell und passgenau besetzt und die Stellensuchenden m\u00f6glichst rasch und dauerhaft in den Arbeitsmarkt integriert werden k\u00f6nnen. Aus diesem Grund ist es besonders wertvoll, wenn die bisher schon gute Zusammenarbeit zwischen beiden Partnern weiter ausgebaut und verbessert wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abAbmeldungen mit Stellenantritt, 1. Quartal 2004\u20131. Quartal 2010\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abWeitergabe der Daten an private Arbeitsvermittler\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3: \u00abBeschlossene Handlungsfelder\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Praxisbeispiel: Zusammenarbeit im Kanton Freiburg&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Kanton Freiburg besteht eine enge Zusammenarbeit mit den privaten Arbeitsvermittlern. Zwischen dem kantonalen Amt f\u00fcr Arbeit, seinen RAV und der Association fribourgeoise des entreprises de placement priv\u00e9 et de travail temporaire (Afept) finden regelm\u00e4ssig Gespr\u00e4che statt. J\u00e4hrliche Treffen sind mit den Hauptvermittlern des Kantons organisiert.Zurzeit gibt es im Kanton Freiburg rund 70 bewilligte Vermittlungs- und Verleihbetriebe. Von diesen haben bisher 65 Benutzer den Zugriff auf die Internetdatei beim Seco beantragt und auch erhalten. Entsprechend werden die Stellensuchenden im Rahmen der kantonalen Vermittlungsstrategie auf private Vermittlungsagenturen aufmerksam gemacht. Dank dieser klaren Ausrichtung bewerben sich mehr als 50% der Stellensuchenden regelm\u00e4ssig oder spontan bei privaten Arbeitsvermittlern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrundlage der Zusammenarbeit&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZwischen den RAV und den privaten Vermittlern besteht keine formale Vereinbarung, welche die Zusammenarbeit regelt. Beide Partner sind der Meinung, dass die regelm\u00e4ssigen Kontakte eine ausreichende Grundlage f\u00fcr eine gute und nutzbringende Zusammenarbeit sind. Fast die H\u00e4lfte der 70 Vermittlungs- und Verleihbetriebe steht regelm\u00e4ssig mit dem Amt f\u00fcr Arbeit des Kantons Freiburg in Kontakt. Ein Viertel der offenen Stellen werden durch die privaten Arbeitsvermittler und drei Viertel werden durch die Arbeitgeber gemeldet oder direkt vom Personalberater akquiriert. Laut Aussage von beiden Partnern besteht eine konstruktive Zusammenarbeit. Die RAV und die privaten Arbeitsvermittler folgen dem gleichen Ziel, n\u00e4mlich die Stellensuchenden rasch und dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu reintegrieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nProzess der Zusammenarbeit&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Die privaten Stellenvermittler erstellen und verschicken die gesuchten Profiltypen an die RAV-Personalberater, die f\u00fcr den Kontakt mit den Firmen zust\u00e4ndig sind.\u2013 Die privaten Stellenvermittler melden parallel dazu auch die offenen Stellen nach Branchen an den zust\u00e4ndigen RAV-Personalberater.\u2013 Nach einer \u00dcberpr\u00fcfung der Datenqualit\u00e4t werden die offenen Stellen in die Datenbank AVAM aufgenommen.\u2013 Die Bewerbungen werden durch den zust\u00e4ndigen RAV-Personalberater ausgew\u00e4hlt und eine Liste mit passenden Kandidaten wird den privaten Vermittlungsagenturen zugestellt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSchwierigkeiten der Zusammenarbeit&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Es bleibt schwierig, die Zusammenarbeit zu standardisieren, da die Personalfluktuation bei den privaten Arbeitsvermittlern vergleichsweise hoch ist.\u2013 Die von den privaten Arbeitsvermittlern gesuchten Kandidaten sind oft schwierig auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Deswegen suchen sie die Hilfe der RAV, die teilweise aber auch nicht \u00fcber die geeigneten Kandidaten verf\u00fcgen.\u2013 Der Stand der Vermittlungen der privaten Stellenvermittler wird den RAV nicht immer kommuniziert, sodass es schwierig ist, die Datenbank \u00e0 jour zu halten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVerbesserungsmassnahmen&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAus der Sicht der \u00f6ffentlichen Arbeitsvermittlung w\u00e4re es w\u00fcnschenswert, regelm\u00e4ssig R\u00fcckmeldungen \u00fcber die Leistungen der privaten Vermittler \u2013 insbesondere \u00fcber den Status der abgeschlossenen Vermittlungen \u2013 zu erhalten, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sowohl in wirtschaftlich guten als auch in schlechten Zeiten verfolgen die \u00f6ffentliche und die private Arbeitsvermittlung ein gemeinsames Ziel: Die rasche Reintegration der Stellensuchenden in den Arbeitsmarkt. Ein weiteres Ziel ist, den Wirtschaftsstandort Schweiz zu st\u00e4rken. Unsere Unternehmen funktionieren nur, wenn sie die richtigen Mitarbeitenden haben. Deshalb ist die Zusammenarbeit zwischen den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3459,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[76],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3459,"seco_co_author":[3460,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Leiter Steuerung und F\u00fchrungsunterst\u00fctzung, Ressort Markt und Integration, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco), Bern","seco_author_post_occupation_fr":"Chef du groupe Pilotage et aide \u00e0 la d\u00e9cision, secteur March\u00e9 du travail et r\u00e9insertion, Secr\u00e9tariat d\u2019\u00c9tat \u00e0 l\u2019\u00e9conomie (Seco), Berne","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":3460,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Wissenschaftlicher Mitarbeiter RAV-Koordination, Direktion f\u00fcr Arbeit, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft SECO, Bern","seco_co_author_post_occupation_fr":"Collaborateur scientifique, Coordination des ORP, Direction du travail, Secr\u00e9tariat d\u2019\u00c9tat \u00e0 l\u2019\u00e9conomie SECO, Berne"}],"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":121409,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8385","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/559f7a608d64e"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121406"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3459"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=121406"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121406\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127742,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121406\/revisions\/127742"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3460"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3459"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=121406"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=121406"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=121406"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=121406"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=121406"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=121406"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}