{"id":121436,"date":"2010-06-01T12:00:00","date_gmt":"2010-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/06\/zaugg-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:34:19","modified_gmt":"2023-08-23T21:34:19","slug":"zaugg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/06\/zaugg\/","title":{"rendered":"Anwendung der rechtlichen Anforderungen im Bereich Brandschutz bei den Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p>Die Sicherheit der Geb\u00e4ude (neu oder bestehend) und ihrer Bewohner zu garantieren, ist eines der Hauptziele des Arbeitsgesetzes (ArG) und des Bundesgesetzes \u00fcber die Unfallversicherung (UVG)&#13;<br \/>\nSR 822.11 \/ SR 832.20 sowie der Brandschutzvorschriften (BSV) der Vereinigung der Kantonalen Feuerversicherung (VKF). Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine einheitliche und koordinierte Anwendung der verschiedenen Anforderungen sowohl auf Ebene der Kontrollorgane (Beh\u00f6rden) wie auch auf Unternehmensebene notwendig. Dies ist zurzeit noch nicht der Fall.&#13;<\/p>\n<h2>Unterschiedliche Praxis der Kontrollorgane<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei einem Gesuch eines Unternehmens um Abweichung von den Vorschriften fallen die Kontrollen und Stellungnahmen der zust\u00e4ndigen Organe zu f\u00e4lligen Kompensationsmassnahmen manchmal uneinheitlich und unkoordiniert aus \u2013 vor allem bei bestehenden Bauten. Das kann zu unbefriedigenden Situationen \u2013 wie z.B. einer Wiedererw\u00e4gung des Falls \u2013 f\u00fchren, was die Behandlungsdauer entsprechend verl\u00e4ngert. Davon kann auch die Geb\u00e4udesicherheit betroffen sein: So sind z.B. Fluchtwege ohne Unterteilung in Brandabschnitte ohne konkrete oder valable Kompensationsmassnahme gegenw\u00e4rtig noch zul\u00e4ssig.Die nicht reglementskonforme L\u00e4nge (&gt;50m) von Fluchtwegen in grossfl\u00e4chigen Geb\u00e4uden (z.B. Einkaufszentren) ist zurzeit Gegenstand unterschiedlicher Positionen der Kontrollorgane ArG-UVG und BSV; dabei geht es speziell um die Anzahl obligatorischer Notausg\u00e4nge je nach Lokalkonfigurierung.Gewisse Vorschriften in der Wegleitung des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) zum ArG und den entsprechenden Verordnungen&#13;<br \/>\nVgl. <a href=\"http:\/\/www.seco.admin.ch\">http:\/\/www.seco.admin.ch<\/a>, Rubriken \u00abDokumentation\u00bb, \u00abPublikationen und Formulare\u00bb, \u00abMerk- und Informationsbl\u00e4tter\u00bb. sind weder aus der Warte der Brandbek\u00e4mpfungsvorschriften noch aus \u00f6konomischer Perspektive realistisch; sie sind deshalb f\u00fcr die neuen Geb\u00e4ude zu \u00fcberarbeiten. Ein Beispiel ist die Kompensation von \u00fcberlangen Fluchtwegen mit dem Erstellen eines Fluchtwegs im Untergeschoss des Geb\u00e4udes.&#13;<\/p>\n<h2>Die heutige Situation hat vielf\u00e4ltige Ursachen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nW\u00e4hrend die Gesundheit und die Sicherheit am Arbeitsplatz im Bundesrecht geregelt werden, sind f\u00fcr den Brandschutz die Kantone zust\u00e4ndig. Dies hat auch unabh\u00e4ngige Kompetenzen und Umsetzungsverfahren zur Folge, was die heutige Situation im Wesentlichen erkl\u00e4rt.Das Fehlen eines einheitlichen Ansprechpartners auf Ebene der kantonalen Brandschutzbeh\u00f6rden (theoretisch die VKF) sowie die uneinheitliche Anwendung der Brandschutzvorschriften&#13;<br \/>\nSiehe <a href=\"http:\/\/bsvonline.vkf.ch\">http:\/\/bsvonline.vkf.ch<\/a>. durch diese Beh\u00f6rden f\u00fchren dazu, dass die Kontakte zwischen den Kontrollorganen von ArG-UVG und BSV haupts\u00e4chlich auf der Ebene jedes einzelnen Kantons stattfinden.Die kantonalen Brandschutzvorschriften nehmen \u00c4nderungen, die dem Stand der Technik geschuldet sind, schneller auf als die eidgen\u00f6ssische Gesetzesbasis. Dies liegt insbesondere an der st\u00e4ndigen Kontrolle durch die VKF, welche Baustoffe und Brandschutzprodukte hinsichtlich der technischen und rechtlichen Konformit\u00e4t unterworfen sind.&#13;<br \/>\nDiese Kompetenz geh\u00f6rt gerade nicht zum Pflichtenheft der Kontrollorgane des ARG.W\u00e4hrend bei Verfahren rund um Baugesuche die BSV massgebend sind, m\u00fcssen Pl\u00e4ne und Betriebsbewilligungen f\u00fcr Unternehmen dem ArG und UVG entsprechen. Die jeweils zust\u00e4ndigen Kontrollorgane haben somit auch einen grunds\u00e4tzlich anderen Zugang zu den Projekten: Im Bereich Brandschutz hat die Technik Vorrang. Im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheit ist der Zugang subjektiver, da auch die Verh\u00e4ltnism\u00e4ssigkeit der gesetzlichen Vorschriften und die Kosten, die mit den damit verbundenen Massnahmen verursacht werden, zu beachten sind.&#13;<\/p>\n<h2>Trotz Fortschritten sind grunds\u00e4tzliche Verbesserungen notwendig<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Zusammenarbeit der Kontrollorgane ArG-UVG und BSV, die anf\u00e4nglich noch informell war, ist mittlerweile regelm\u00e4ssiger geworden. Auch die Koordinierung bei Dossiers und Problembehebung funktioniert besser. Ein bedeutender Fortschritt wurde in den letzten zehn Jahren damit erzielt, dass die technischen Wegleitungen aller beteiligten Partner in etwa die gleichen Schutzziele verfolgen.&#13;<br \/>\nWegleitung zum Arbeitsgesetz und den dazugeh\u00f6rigen Verordnungen, Wegleitung durch die Arbeitssicherheit (<a href=\"http:\/\/www3.ekas.ch\/scripts\/f\/index.asp\">http:\/\/www3.ekas.ch\/scripts\/f\/index.asp<\/a>), Weisungen und Arbeitshilfen BSV. Damit wurde eine einheitlichere Interpretation der rechtlichen Anforderungen \u2013 vor allem bei den Unternehmen \u2013 erreicht.Die erw\u00e4hnten Anwendungsbeispiele zeigen aber, dass weitere Verbesserungen erzielt werden m\u00fcssen, wenn die Zusammenarbeit der Kontrollorgane untereinander und mit den Unternehmen effizienter gestaltet werden soll. In diesem Zusammenhang sind mittelfristig vertieftere Diskussionen zwischen dem Seco, der Suva und den zust\u00e4ndigen kantonalen Stellen zu f\u00fchren, damit gemeinsam konkrete und nachhaltige L\u00f6sungen etabliert werden k\u00f6nnen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sicherheit der Geb\u00e4ude (neu oder bestehend) und ihrer Bewohner zu garantieren, ist eines der Hauptziele des Arbeitsgesetzes (ArG) und des Bundesgesetzes \u00fcber die Unfallversicherung (UVG)&#13; SR 822.11 \/ SR 832.20 sowie der Brandschutzvorschriften (BSV) der Vereinigung der Kantonalen Feuerversicherung (VKF). 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