{"id":121496,"date":"2010-05-01T12:00:00","date_gmt":"2010-05-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/05\/roth-8\/"},"modified":"2023-08-23T23:34:24","modified_gmt":"2023-08-23T21:34:24","slug":"schlup-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/05\/schlup-3\/","title":{"rendered":"Mit geb\u00fcndelter Kraft von Schweizer KMU zum Erfolg auf Auslandsm\u00e4rkten"},"content":{"rendered":"<p>Exportplattformen sind Industrienetzwerke, an welchen sich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit \u00e4hnlichen Interessen beteiligen k\u00f6nnen. Mit dem Aufbau solcher Plattformen sollen exportorientierte Unternehmen rasch gest\u00e4rkt werden, indem das Angebot an Beratungs- und Informationsdienstleistungen f\u00fcr die Erschliessung und Bearbeitung von Absatzm\u00e4rkten ausgebaut wird. Zudem sollen Unternehmen in innovativen Branchen f\u00fcr die Zeit nach der Krise m\u00f6glichst vorteilhaft auf internationalen M\u00e4rkten positioniert werden. Die Exportf\u00f6rderagentur Osec setzt Plattformen in den Bereichen Cleantech, Medizinaltechnik sowie Architektur und Design um.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBlickt man auf die Jahre 2008 und 2009 zur\u00fcck, zeigt sich deutlich, dass der Export die Achillesferse der konjunkturellen Entwicklung der Schweiz darstellte. Der massive Einbruch der Nachfrage auf den Weltm\u00e4rkten l\u00f6ste im 4. Quartal 2008 einen R\u00fcckgang der Schweizer Waren- und Dienstleistungsexporte um fast 10% aus. Noch nie seit Beginn der Quartalsreihe 1980 war ein so starker Einbruch der Exporte zu verzeichnen (vgl. <i>Grafik 1<\/i>). Empfindliche und teilweise existenzbedrohende Bestellr\u00fcckg\u00e4nge pr\u00e4gten auch 2009 das Bild in zahlreichen Branchen. Insbesondere die Maschinen-, Textil-, Metall- und Kunststoffindustrie hatten sich mit historisch einmaligen Umsatzeinbr\u00fcchen auseinanderzusetzen. Angesichts der Wichtigkeit des Exportsektors f\u00fcr die nationale Wohlfahrt \u2013 jeder zweite Franken wird im Ausland verdient \u2013 war dies eine folgenreiche Entwicklung. Aufgrund der sich deutlich abzeichnenden konjunkturellen Verschlechterungen entschied der Bundesrat im Herbst 2008, mit fiskalischen Massnahmen konjunkturstabilisierend einzugreifen. Wegen der grossen Unsicherheit \u00fcber die Tiefe und die Dauer des Abschwungs wurde ein stufenweises Vorgehen gew\u00e4hlt. Insgesamt wurden drei Konjunkturpakete geschn\u00fcrt. Das letzte wurde vom Parlament in der Herbstsession 2009 verabschiedet. Alle drei Pakete enthielten auch Massnahmen zur Exportf\u00f6rderung.&#13;<\/p>\n<h2>Rasche Reaktion auf die Krise in der Exportwirtschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nOsec Business Network Switzerland ist als privatrechtlicher Verein vom Bund mit der Exportf\u00f6rderung betraut. Die Organisation wurde aufgrund der Krise mit vielf\u00e4ltigen Herausforderungen konfrontiert. W\u00e4hrend die \u00abexotischen\u00bb M\u00e4rkte aufstrebender Volkswirtschaften vorher eine hohe Attraktivit\u00e4t besassen, richtete sich der Fokus vieler Schweizer KMU in der Krise wieder verst\u00e4rkt auf die umliegenden M\u00e4rkte. Dank ihrer Plattformstrategie, welche auf dem Einbezug von privaten Beratern und Experten beruht, konnte Osec ihr Angebot rasch an die ge\u00e4nderten Bed\u00fcrfnisse anpassen. Zus\u00e4tzliche Mittel aus dem ersten Stabilisierungspaket \u2013 je 5 Mio. Franken f\u00fcr die Jahre 2009 und 2010 \u2013 erm\u00f6glichten den Ausbau von Informationsveranstaltungen und L\u00e4nderberatungen f\u00fcr Schweizer KMU. Gleichzeitig begann Osec damit, besonders stark von der Krise betroffene Branchen gezielt \u00fcber neue Absatzm\u00e4rkte zu informieren. Nachdem beim zweiten Stabilisierungspaket im Bereich der Exportwirtschaft eine Erweiterung des Angebots der Exportkreditversicherung (Serv) beschlossen worden war, stand im Rahmen des dritten Pakets das Konzept der Exportplattformen im Vordergrund. Neben der unmittelbar anzustrebenden, konjunkturstabilisierenden Wirkung geht es dabei auch darum, Schweizer KMU l\u00e4ngerfristig auf Auslandm\u00e4rkten erfolgreich zu positionieren. Die Vorarbeiten liefen nach dem positiven Parlamentsentscheid vom Herbst 2009 umgehend an. Mit der Freigabe der Budgetmittel konnte das Vorhaben am 1. Januar 2010 formell lanciert werden.&#13;<\/p>\n<h2>Gemeinsames Dach f\u00fcr Exporte von Schweizer KMU<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZahlreiche KMU verf\u00fcgen \u00fcber ein Wachstumspotenzial im Exportgesch\u00e4ft, sehen sich aber mit erheblichen internen und externen H\u00fcrden konfrontiert. Als Teilnehmer an einer Exportplattform sollen Schweizer KMU von umfassenden Synergien profitieren und dank einer gemeinsamen Dachmarke einen starken Auftritt im Ausland erhalten. Exportplattformen enthalten einen eigenen <i>Brand<\/i> und werden entsprechend vermarktet. Das Ziel besteht darin, innovativen Schweizer KMU den Zugang zu neuen Exportm\u00e4rkten zu erleichtern und Exporte in bestehende Absatzm\u00e4rkte zu steigern. Die Exportplattformen setzen beim Umstand an, dass Erfolge im Exportgesch\u00e4ft Wissen \u00fcber das Potenzial fremder M\u00e4rkte und deren regionale und lokale Besonderheiten voraussetzen. Ebenso wichtig sind aber auch Kenntnisse \u00fcber die Kundenbed\u00fcrfnisse und \u00fcber politische beziehungsweise reglementarische Vorgaben in den Exportm\u00e4rkten (z.B. in Zoll-, Steuer- und Finanzfragen). Oft m\u00fcssen Produkte, die f\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt entwickelt wurden, anders verpackt oder angepasst werden, weil sie beispielsweise robuster sein m\u00fcssen. Zudem ben\u00f6tigen Schweizer Unternehmen Kontakte und Gesch\u00e4ftspartner vor Ort. Gerade KMU verf\u00fcgen jedoch h\u00e4ufig nicht \u00fcber die finanziellen und personellen Ressourcen, Fremdsprachenkenntnisse und Netzwerke, um tragf\u00e4hige Exportl\u00f6sungen zu entwickeln. Der Aufwand f\u00fcr Internationalisierung, Markterschliessung und Bewerbung der Produkte \u00fcbersteigt vielfach ihre M\u00f6glichkeiten. Wie eine k\u00fcrzlich realisierte Umfrage des Branchenverbandes <i>Medical Cluster<\/i> ergab, favorisieren dessen Mitglieder Unterst\u00fctzungsmassnahmen von branchennahen Organisationen, die mit den Besonderheiten der Medizintechnikindustrie bestens vertraut sind. Neben Angeboten, die spezifisch auf Herstellerfirmen oder Zulieferunternehmen zugeschnitten sind, wurde allgemein die M\u00f6glichkeit eines verst\u00e4rkten Austausches mit Firmen und Spezialisten gew\u00fcnscht, welche im Export mit denselben Herausforderungen konfrontiert sind oder bereits \u00fcber spezifische Erfahrungen in interessanten M\u00e4rkten verf\u00fcgen. F\u00fcr eine solche Vernetzung sind Exportplattformen pr\u00e4destiniert.&#13;<\/p>\n<h2>Synergiegewinne und zus\u00e4tzliche Marktchancen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSofern die Bereitschaft vorhanden ist, eigene Erfahrungen und Kontakte mit Unternehmen zu teilen, welche auf dem Heimmarkt direkte Konkurrenten sein k\u00f6nnen, kann die Vernetzung im Exportbereich Transaktionskosten senken. Exportplattformen informieren ihre Teilnehmer \u00fcber Trends, Chancen und Gesch\u00e4ftsm\u00f6glichkeiten in Zielm\u00e4rkten. Die Teilnehmer erhalten leichter Zugang zu Marktstudien und massgeschneiderten Beratungsdienstleistungen. Weiter besteht die M\u00f6glichkeit, sich bei Ausschreibungen zu Syndikaten zusammenzuschliessen. Messeteilnahmen, Fachtagungen, Publikationen, Delegationsreisen und Matchmaking-Missionen sind weitere m\u00f6gliche Plattformaktivit\u00e4ten. Besonders hervorzuheben ist, dass ein gemeinsamer Auftritt von innovativen Firmen im Ausland leichter eine \u00abkritische Masse\u00bb ergibt, um sich auf dem entsprechenden Markt erfolgreich zu positionieren und als Gruppe von Qualit\u00e4tsattributen zu profitieren, welche die potenziellen Kunden mit der Schweiz assoziieren. Im Rahmen der zuk\u00fcnftigen Exportplattformen sollen deshalb bewusst Markennamen wie \u00abCleantech Switzerland\u00bb oder \u00abMedtech Switzerland\u00bb aufgebaut werden, mit welchen sich die Schweizer KMU assoziieren und so im Ausland eine gr\u00f6ssere Visibilit\u00e4t erlangen k\u00f6nnen. Nicht zuletzt lassen sich Effizienz- und Synergieeffekte bei Osec erzielen, wenn gleichartige Firmen bez\u00fcglich derselben M\u00e4rkte im Pool beraten und gef\u00f6rdert werden.&#13;<\/p>\n<h2>Eigenes Engagement der Industrie<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInsgesamt hat das Parlament f\u00fcr die Schaffung von Exportplattformen einen Betrag von bis zu 25 Mio. Franken gesprochen. Damit verbunden ist die Vorgabe, dass die ausgew\u00e4hlten Branchen beziehungsweise die k\u00fcnftigen Betreiber der Plattformen diese dann sp\u00e4ter selbst\u00e4ndig weiterf\u00fchren. Die Auswahl der Branchen erfolgt(e) hinsichtlich verschiedener Faktoren: Grunds\u00e4tzlich in Frage kommen Branchen, die \u00fcber ein steigerungsf\u00e4higes Exportpotenzial und die kritische Gr\u00f6sse verf\u00fcgen sowie bisher wenig organisiert sind. Seitens der Unternehmen muss ein klares Interesse an Internationalisierung, eine Bereitschaft zum Informationsaustausch und zur Zusammenarbeit sowie der Bedarf an Unterst\u00fctzung ersichtlich sein. Zudem braucht es einen nachfrageseitigen Bedarf: Der Aufbau einer Exportplattform ist nur dann sinnvoll, wenn in ausgew\u00e4hlten Ziell\u00e4ndern f\u00fcr die entsprechenden Produkte ein deutliches Nachfragepotenzial besteht. Besonders interessant sind dabei Ziell\u00e4nder, in welchen beispielsweise neue rechtliche Regelungen gr\u00f6ssere Investitionen in bestimmten Bereichen \u2013 etwa im Umweltbereich \u2013 erwarten lassen. Da die Exportplattformen nur in der Anfangsphase staatlich unterst\u00fctzt werden sollen, m\u00fcssen die Nutzniesser zudem \u00fcber das Potenzial zu einer tragf\u00e4higen Partnerschaft verf\u00fcgen und sich zu einem Engagement im Rahmen eines eigenst\u00e4ndigen Weiterbetriebs der Plattformen bekennen.&#13;<\/p>\n<h2>Drei Bereiche mit grossem Potenzial<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nKonkret ist vorgesehen, dass die Mittel aus dem dritten Stabilisierungspaket f\u00fcr den Aufbau von Plattformen in den Bereichen Cleantech, Medizinaltechnik sowie Architektur und Design (inklusive Engineering) verwendet werden. Als <i>Cleantech<\/i> bezeichnet man Verfahren, G\u00fcter und Dienstleistungen, die zum Ziel haben, die Umweltbelastung zu reduzieren und eine nachhaltige Nutzung der nat\u00fcrlichen Ressourcen zu erm\u00f6glichen. Cleantech-Branchen winkt ein grosses Potenzial: Gem\u00e4ss einer vom Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD) in Auftrag gegebenen Studie wird das weltweite Marktvolumen f\u00fcr Cleantech-Anwendungen im Jahr 2020 auf 3352 Mrd. Franken gesch\u00e4tzt; das sind 5,5%\u20136% der gesamten wirtschaftlichen T\u00e4tigkeit weltweit.&#13;<br \/>\nErnst Basler + Partner AG und Nowak Energie &amp; Technologie, Cleantech Schweiz \u2013 Studie zur Situation von Cleantech-Unternehmen in der Schweiz, Oktober 2009. Heute liegt dieser Anteil bei 3,2%. W\u00e4hrend die h\u00f6chste Marktdynamik den Segmenten erneuerbare Energien und Materialeffizienz zugeschrieben wird, liegt bei der Energieeffizienz das gr\u00f6sste weltweite Marktvolumen. Als international f\u00fchrender Innovationsstandort hat die Schweiz gute Chancen, vermehrt Cleantech-Produkte und -Dienstleistungen auf dem internationalen Markt abzusetzen. Die entsprechende Exportplattform soll einen Beitrag dazu leisten und dabei auch das Image der Schweiz als umweltfreundliches, naturverbundenes Land nutzen. Heute h\u00e4ngt die T\u00e4tigkeit von sch\u00e4tzungsweise 160&nbsp;000 Besch\u00e4ftigten (4,5%) in unserem Land mit dem Cleantech-Bereich zusammen, welche einen Anteil von rund 3,5% am Bruttosozialprodukt erwirtschaften. Mit 38% sind bereits \u00fcberdurchschnittlich viele Schweizer Cleantech-Unternehmen im Export t\u00e4tig; davon exportieren jedoch 62% nur nach Europa. Die Schweizer <i>Medizinaltechnik-Branche<\/i> verzeichnete in den letzten Jahren Wachstumsraten, die klar \u00fcber dem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum der Schweiz lagen. Neben bekannten und etablierten Grossunternehmen sind zahlreiche kleine, sehr innovative, aber noch wenig bekannte Unternehmen in diesem Bereich t\u00e4tig. Gem\u00e4ss den Angaben des Medical Cluster umfasst die Schweizer Medizinaltechnik-Industrie rund 250 Unternehmen, welche eigene Produkte herstellen respektive f\u00fcr die Inverkehrbringung verantwortlich zeichnen. Die Zahl der Zulieferbetriebe wird auf weitere 500 Unternehmen gesch\u00e4tzt. Aktuell besch\u00e4ftigt diese Branche in der Schweiz rund 45&nbsp;000 Personen. Obwohl dies nur rund 1,2% der erwerbst\u00e4tigen Bev\u00f6lkerung entspricht, tr\u00e4gt die Branche rund 2,3% zum BIP bei. Die Unternehmenslandschaft im <i>Architektur- und Designbereich<\/i> ist sehr heterogen und zumeist wenig organisiert; sie besteht zu grossen Teilen aus Kleinst- und Kleinunternehmen. Daneben sind jedoch auch grosse Industriefirmen \u2013 zumindest mit gewissen Produkten \u2013 in diesem Sektor aktiv. Insgesamt verf\u00fcgen 95% aller Unternehmen im Architekturbereich \u00fcber weniger als 10 Angestellte. Es wird gesch\u00e4tzt, dass in diesem Bereich rund 36&nbsp;000 Besch\u00e4ftigte und ca. 11&nbsp;000 Unternehmen t\u00e4tig sind. Die Exporteinnahmen tragen heute durchschnittlich erst zu rund 20% zum Unternehmensumsatz bei, wobei grosses Potenzial ungenutzt bleibt. In allen drei Bereichen hat die Osec in Zusammenarbeit mit den k\u00fcnftigen Plattformbetreibern Gesch\u00e4ftsmodelle und Businesspl\u00e4ne ausgearbeitet und ist daran, die notwendigen schlanken Strukturen aufzubauen. Um m\u00f6glichst rasch auch konjunkturwirksam zu sein, werden bereits Spezialprojekte umgesetzt. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist das Projekt Masdar City, das insbesondere Unternehmen aus dem Cleantech- und Bausektor anspricht. Das Projekt hilft diesen Unternehmen, sich am Aufbau der abfall- und CO<i>2<\/i>-neutralen Stadt in Abu Dhabi zu beteiligen. Im Bereich der Medizinaltechnik laufen bereits Vorbereitungen f\u00fcr die Teilnahme an wichtigen internationalen Fachmessen.&#13;<\/p>\n<h2>Staatliche F\u00f6rderung gemeinwirtschaftlicher G\u00fcter<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Exportplattformen werden durch die Osec aufgebaut, aber nicht von ihr selbst betrieben. Gef\u00fchrt werden die Exportplattformen im Sinne von Vereinen. Mitglieder des Vereins k\u00f6nnen Branchenverb\u00e4nde, Handelskammern und bei einzelnen Plattformen auch Firmen werden. Ein Vorstand steht der Plattformgesch\u00e4ftsstelle vor. Diese wird in der Regel einer Firma oder einer Organisation \u00fcbertragen, die bereits gut in der entsprechenden Branche vernetzt ist und \u00fcber die n\u00f6tigen Kompetenzen verf\u00fcgt.Eine besondere Herausforderung besteht darin, die staatliche Intervention so zu gestalten, dass sie im Sinne einer Initialz\u00fcndung einen Projektstart erm\u00f6glicht, ohne dass sich die \u00f6ffentliche Hand l\u00e4ngerfristig engagiert. Die Exportplattformen sollen deshalb im Sinne einer Public-Private-Partnership-Vereinbarung umgesetzt werden. Der Bund hat Osec den Auftrag f\u00fcr die Projektumsetzung \u00fcbertragen. In Zusammenarbeit mit den relevanten Bundesstellen koordiniert und leitet diese den Aufbau und gew\u00e4hrt organisatorische und marketingm\u00e4ssige Unterst\u00fctzung. Da die \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung im Sinne einer Anschubfinanzierung zeitlich begrenzt ist, m\u00fcssen die Plattformen finanziell selbsttragend werden. Damit kommt den Anreizen f\u00fcr eine rasche Verantwortungs\u00fcbernahme durch die interessierten Branchen beziehungsweise Vereinigungen ein grosses Gewicht zu. Wie auch in der regul\u00e4ren Exportf\u00f6rderung will der Bund private Unternehmen unterst\u00fctzen, ohne sich selber unternehmerisch zu bet\u00e4tigen. Grunds\u00e4tzlich sind die Aktivit\u00e4ten des Bundes deshalb darauf ausgerichtet sicherzustellen, dass gemeinwirtschaftliche G\u00fcter, die vom Markt nicht oder nicht im gew\u00fcnschten Ausmass erbracht werden, zur Verf\u00fcgung stehen. Mit der (weitgehenden) Beschr\u00e4nkung der F\u00f6rdert\u00e4tigkeit auf gemeinwirtschaftliche Aspekte soll die durch den staatlichen Eingriff entstehende Wettbewerbsverzerrung minimiert werden. Im Bezug auf die Exportplattformen bedeutet dies, dass einzelbetrieblich ausgerichtete Unterst\u00fctzungsleistungen den Firmen deshalb grunds\u00e4tzlich in Rechnung gestellt werden. Die entsprechend generierten Einnahmen sollen \u2013 neben Sponsoringeinnahmen \u2013 die l\u00e4ngerfristige Weiterf\u00fchrung von Plattformaktivit\u00e4ten sicherstellen. Nebst dem Gebot, private Anbieter nicht durch staatliches Handeln zu konkurrenzieren, sollen bei der Unterst\u00fctzung insbesondere bestehende Strukturen und Synergien mit \u00e4hnlichen Aktivit\u00e4ten genutzt werden. Die Koordination mit den verschiedenen Stakeholdern stellt deshalb ein zentrales Element dar.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie wichtigsten Grundlagen f\u00fcr die St\u00e4rke Schweizerischer KMU auf den Auslandsm\u00e4rkten sind konjunkturresistent: Ihre Erfolge beruhen im Wesentlichen auf Kreativit\u00e4t, Dynamik, Innovation und Leistungsst\u00e4rke. Mit diesem R\u00fcstzeug k\u00f6nnen sie im internationalen Wettbewerb bestehen und bei offenen Weltm\u00e4rkten ihre \u2212 nach wie vor verh\u00e4ltnism\u00e4ssig gute \u2212 Ausgangslage erfolgreich nutzen.Mit den Exportplattformen wird nun ein Instrument geschaffen, welches KMU in zweifacher Weise zus\u00e4tzlich helfen soll. Erstens: Unternehmen k\u00f6nnen unmittelbar von erleichtertem Zugang zu ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkten profitieren, indem Aktivit\u00e4ten vorgezogen werden und \u2013 wie beim Projekt Masdar City \u2013 parallel zum Aufbau der Plattformen laufen. Zweitens: In einer mittel- und l\u00e4ngerfristigen Perspektive soll die Plattformbildung den betreffenden Branchen international zu einer besseren Sichtbarkeit verhelfen und damit zus\u00e4tzliche Exporterl\u00f6se generieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abSchweiz: Warenexporte real, 1999\u20132009\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Exportplattformen sind Industrienetzwerke, an welchen sich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit \u00e4hnlichen Interessen beteiligen k\u00f6nnen. 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