{"id":121522,"date":"2010-05-01T12:00:00","date_gmt":"2010-05-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/05\/waltenskirchen-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:34:23","modified_gmt":"2023-08-23T21:34:23","slug":"waltenskirchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/05\/waltenskirchen\/","title":{"rendered":"Exportchancen f\u00fcr Cleantech-Produkte in den USA optimieren"},"content":{"rendered":"<p>Die Gesch\u00e4ftswelt ist sich einig: Cleantech ist Big Business. Weltweit sollen heuer in diesem Sektor 900 Mrd. US-Dollar umgesetzt werden, 40% davon allein in den USA. Diese Feststellung erstaunt, gelten doch die Amerikaner \u2013 im Gegensatz zu uns Schweizern \u2013 nicht als besonders umweltfreundlich. Mittlerweile sind sich Politik, Wirtschaft und Bev\u00f6lkerung in den USA jedoch bewusst geworden, welch hohen politischen und wirtschaftlichen Preis das Land f\u00fcr seine Abh\u00e4ngigkeit von Energieimporten zahlt. Dadurch wurde ein tief greifender Meinungswandel bewirkt. Ein wachsender Teil der Bev\u00f6lkerung f\u00e4llt seine Kaufentscheide aufgrund von Kriterien wie Gesundheit und Lebensqualit\u00e4t. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201005_22_Waltenskirchen_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"273\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Schweiz ist im Umweltbereich ein Vorl\u00e4uferland. Unser Umweltschutzgesetz geht auf das Jahr 1983 zur\u00fcck. Mit der Annahme der Volksinitiative zum Schutz des Alpengebiets vor dem Transitverkehr hat das Schweizervolk den Auftrag zum Jahrhundertwerk der Neat erteilt. So wundert es nicht, dass diese Haltung international anerkannt und bekannt ist. Die Schweiz ist Spitzenreiterin des <i>Environmental Performance Index<\/i> der Yale University (1. Platz 2008; 2. Platz 2010).&#13;<\/p>\n<h2>Cleantech-Markt in den USA<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEnde 2008 waren in den USA 25&nbsp;000 MW Produktionskapazit\u00e4t f\u00fcr <i>Windenergie<\/i> installiert. Etwa vier F\u00fcnftel davon wurden nach 2005 erstellt. Leader im Windenergieanlagenmarkt ist GE Wind mit einem Anteil von 42%, gefolgt von Vestas (13%) und Siemens (9%). Der Anteil von <i>Solarenergie<\/i> an der in den USA installierten erneuerbaren Energie ist geringer; doch hat dieses Marktsegment hohe Dynamik. Zwischen 2007 und 2008 nahm die installierte Solarenergie um 67%, in Kalifornien gar um 95% zu. Der Grossteil der Solaranlagen wird importiert, haupts\u00e4chlich aus Deutschland, China, Japan und Taiwan. Gut ein Drittel des Marktes wird von vier Firmen \u2013 Q-Cell, First Solar, Suntech und Sharp Corp. \u2013 beherrscht. Im Jahr 2007 wurden 7% des Energiebedarfs durch erneuerbare Energie befriedigt (Nuklearenergie 8%). Aus <i>Biomasse<\/i> gewonnene Energie hatte daran einen Anteil von etwas mehr als der H\u00e4lfte. Im Unterschied zur Schweiz setzen die USA stark auf Ethanol (2009 wurden 41,6 Mrd. Liter vermarktet) und Biodiesel, deren Verwendung von Gesetzes wegen vorgeschrieben wird. Die Versorgung mit <i>Wasser<\/i> und die Entsorgung der Abw\u00e4sser ist in den USA eine grosse Herausforderung. Das bestehende Leitungsnetz ist vielerorts \u00fcberaltert und in schlechtem Zustand. Gem\u00e4ss einer Studie der Environmental Protection Agency wird der Aufwand f\u00fcr den Unterhalt der Trinkwasserversorgung auf insgesamt 335 Mrd. US-Dollar gesch\u00e4tzt. 2009 wurden f\u00fcr diese Sanierung 25 Mrd. US-Dollar aufgewendet; die Ausgaben sollen bis 2016 auf 49 Mrd. US-Dollar pro Jahr steigen. F\u00fcr die Sanierung im Abwasserbereich wird mit durchschnittlich 46 Mrd. US-Dollar pro Jahr gerechnet. Weitere Marktchancen bestehen u. a. bei Ger\u00e4ten und Sensoren zur \u00dcberwachung der Wasserqualit\u00e4t oder bei Membranen, welche bei der anaeroben Verg\u00e4rung von Kl\u00e4rschlamm verwendet werden. Neuere Trends in diesem Markt sind UV-Wasserdesinfektion, biologischer Abbau von Phosphor und Stickstoff, D\u00fcngerherstellung aus Kl\u00e4rschlamm, Biogasproduktion mit Fault\u00fcrmen oder die Verarbeitung von gekl\u00e4rtem Abwasser zu Brauchwasser. Im Jahr 2008 wurden auf dem Markt <i>Green-Building-<\/i>Baumaterialien f\u00fcr 57 Mrd. US-Dollar umgesetzt. Experten prognostizieren, dass die Ums\u00e4tze j\u00e4hrlich um 7,2% zunehmen und im Jahr 2013 \u00fcber 80 Mrd. US-Dollar betragen. Dieser Markt ist f\u00fcr Schweizer Lieferanten von Dichtungen, D\u00e4mpfungen, W\u00e4rmepumpen, Messtechnik, Sensoren, innovativen Abwasserl\u00f6sungen, Isolierverglasung, Solarenergie usw. von Interesse. Dabei gilt es zu beachten, dass US Green Building nicht den fortschrittlichen Schweizer Minergie-Standard anwendet, sondern sich an das LEED Punkte-System h\u00e4lt.&#13;<\/p>\n<h2>Chancen und H\u00fcrden f\u00fcr die Schweizer Zulieferer<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie arbeitsteilige globalisierte Produktionsweise ist f\u00fcr die Schweizer Zulieferindustrie eine enorme Chance. F\u00fcr die Maschinen- und Werkzeugmaschinenindustrie er\u00f6ffnet Cleantech neue M\u00e4rkte. Beispielsweise haben GE Wind und andere Hersteller von Windanlagen die Herstellung der Getriebe, welche dazu dienen, die vom Wind \u00fcber die Rotorenbl\u00e4tter erzeugte kinetische Energie auf den Generator zu \u00fcbertragen, outsourced. Auch der Windanlagen-Ersatzteilemarkt bietet wegen der unterschiedlichen Lebensdauer der Komponenten (elektronische Kontrolle 3 Jahre, Getriebe 10 Jahre, Generator 11 Jahre usw.) interessante Chancen. Die Hersteller von Solarzellen versuchen ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit durch Zusammenarbeit mit Lieferanten zu verbessern. Weil C-Silikon ann\u00e4hernd die H\u00e4lfte der Herstellungskosten von Solarzellen ausmacht, sind beispielsweise S\u00e4getechniken, bei denen m\u00f6glichst wenig Abfall erzeugt wird, gesucht. Diesen Chancen stehen erhebliche H\u00fcrden gegen\u00fcber. Dazu geh\u00f6ren logistische Herausforderungen, der in den USA gnadenlose Wettbewerb, unterschiedliche Normen, ein anderes Rechtssystem sowie bestimmte Kundenerwartungen, etwa dass der Lieferant 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr erreichbar sein soll. Zudem fehlen vielen potenziell interessierten Schweizer KMU die Kenntnisse \u00fcber den Markt und Markteintrittsstrategien.&#13;<\/p>\n<h2>Wie helfen die Osec, die Botschaften und die Swiss Business Hubs?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZusammen mit der im Aufbau befindlichen Exportplattform Cleantech stellen die Osec, die Schweizer Botschaft und die Konsulate in den USA mit dem Swiss Business Hub USA die folgenden Instrumente zur Verf\u00fcgung, um die Marktchancen der KMU in diesem profitablen und schwierigen Markt zu erh\u00f6hen. \u2013 <i>Zielgerichtete Informationen:<\/i> Der Swiss Business Hub USA hat bereits im September 2009 eine Studie publiziert, die beim Autor gratis bestellt werden kann. Das Dokument gibt Antworten zu Marktchancen in den \u00abgr\u00fcnen\u00bb Sektoren, zum regulatorischen Umfeld, zu rechtlichen Fragen, zur Haftpflicht und Absicherung des Produktehaftpflicht-Risikos, zur Finanzierung sowie zu Subventionen. Die Studie soll in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden aktualisiert werden.\u2013 <i>Positionierung der Schweiz als Cleantech-Nation:<\/i> Das Cleantech-System Schweiz wird in den USA bereits seit Oktober 2009 durch gezielte Massnahmen bei ausgew\u00e4hlten Zielgruppen bekannter gemacht. So haben wir im Oktober 2009 mit amerikanischen Journalisten eine Mediatour in der Schweiz organisiert. Im Januar haben wir zusammen mit der Universit\u00e4t Georgia Tech in Atlanta ein von rund 200 Personen besuchtes Seminar \u00fcber die Neat durchgef\u00fchrt. An den Olympischen Winterspielen von Vancouver haben wir eine Brosch\u00fcre verteilt und ein High Level Meeting organisiert. Im April wird Bundespr\u00e4sidentin Leuthard in Washington zu \u00abCleantech and Job Creation\u00bb auftreten. Weitere Massnahmen sind geplant.\u2013 <i>Dienstleistungen im Heim- und Zielmarkt:<\/i> Schweizer Unternehmen werden sowohl in der Schweiz wie auch in den USA verschiedene Dienstleistungen angeboten. Vom 24. bis 27. M\u00e4rz hat die Osec einen Schweizer Pavillon an der Globe 2010 in Vancouver durchgef\u00fchrt. Weitere Messebeteiligungen sind geplant. In der Schweiz und in den USA bieten wir gratis eine Erstberatung sowie individuelle Marktstudien und die Suche von Gesch\u00e4ftspartnern durch erfahrene Branchen-Scouts an.\u2013 <i>Identifikation von Investitionsprojekten und Businessanbahnung:<\/i> Zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt wird die Cleantech-Plattform in den USA Investitionsvorhaben und -projekte von Regierungsstellen identifizieren und nach ausl\u00e4ndischen Unternehmen suchen, die als Multiplikations- oder Abwicklungspartner dienen k\u00f6nnen. Die selektierten Projekte sollen anschliessend via Internet-Plattform den in Frage kommenden Unternehmen angeboten werden. Geplant ist ausserdem <i>begleitender Support<\/i> bei Markteintritt, Marktbearbeitung und konkreten Projekten. Schweizer Cleantech-Firmen k\u00f6nnen \u00fcber die Exportplattform Unterst\u00fctzung bei ihrem individuellen Markteintritt, der Marktbearbeitung und der Offertstellung bei konkreten Projekten anfordern. Wo die Exportplattform diese Dienstleistung nicht selbst erbringen kann, vermittelt sie geeignete Experten. Schweizer Cleantech-Unternehmen k\u00f6nnen die L\u00e4nderscouts und Senior Industry Advisors zur individuellen Erg\u00e4nzung ihrer eigenen Akquisitionskr\u00e4fte nutzen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gesch\u00e4ftswelt ist sich einig: Cleantech ist Big Business. Weltweit sollen heuer in diesem Sektor 900 Mrd. US-Dollar umgesetzt werden, 40% davon allein in den USA. Diese Feststellung erstaunt, gelten doch die Amerikaner \u2013 im Gegensatz zu uns Schweizern \u2013 nicht als besonders umweltfreundlich. 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