{"id":121557,"date":"2010-04-01T12:00:00","date_gmt":"2010-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/04\/duerr-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:34:27","modified_gmt":"2023-08-23T21:34:27","slug":"duerr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/04\/duerr\/","title":{"rendered":"Gemeinsam das Wachstum des Finanzplatzes sichern"},"content":{"rendered":"<p>Der internationale Standortwettbewerb ist in den vergangenen Jahren sch\u00e4rfer geworden. Die Versicherer m\u00fcssen sich in einem von Innovation gepr\u00e4gten, dynamischen internationalen Wettbewerbsumfeld behaupten. Vor diesem Hintergrund begr\u00fcsst der Schweizerische Versicherungsverband SVV, dass das Eidg. Finanzdepartement (EFD) endlich die Ziele und strategischen Stossrichtungen f\u00fcr die Finanzmarktpolitik der Schweiz definiert hat. Insbesondere begr\u00fcsst der SVV, dass der Bund f\u00fcr die Erarbeitung der Finanzmarktstrategie den Dialog mit den Akteuren des Finanzplatzes gesucht hat. Bei den geplanten Massnahmen sind jedoch Korrekturen angezeigt, damit sie der strategischen Stossrichtung auch tats\u00e4chlich gerecht werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Privatversicherer tragen mit ihrer hohen Wertsch\u00f6pfung und Produktivit\u00e4t \u00fcberdurchschnittlich zum Wohlstand in der Schweiz bei. Ihre knapp 50&nbsp;000 Besch\u00e4ftigten in der Schweiz \u2013 rund 1% der Erwerbst\u00e4tigen in unserem Land \u2013 erzielen rund 4,2% des BIP. Damit weist die Assekuranz die h\u00f6chste Wertsch\u00f6pfung pro Arbeitsplatz aller Branchen auf. Unsere Versicherer sind heute hervorragend positioniert und international stark vernetzt. Und morgen?Die Integrit\u00e4t des Finanzplatzes steht derzeit im Fokus der \u00f6ffentlichen Diskussion. Wir kennen in der Schweiz kein Versicherungsgeheimnis. Es sind daher zuvorderst andere Akteure des Finanzplatzes gefordert, hier gemeinsam mit dem Bund Antworten zu finden, die auch morgen noch Bestand haben. Einen automatischen Informationsaustausch lehnen die Versicherer gleichwohl ab, da er Privatsph\u00e4re und Rechtssicherheit gef\u00e4hrdet. Es w\u00e4re zudem wenig zielf\u00fchrend, wenn sich die Akteure des Finanzplatzes vom Ausland gegeneinander ausspielen liessen.&#13;<\/p>\n<h2>Strategische Stossrichtungen konsequent verfolgen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer im Dezember 2009 vorgestellten Finanzmarktstrategie kommt das Verdienst zu, dass die Analyse der Ausgangslage f\u00fcr den Bereich der Versicherungswirtschaft objektiv und umfassend ist und dass die Entwicklungsperspektiven des Schweizer Finanzplatzes aufgezeigt werden. Die Versicherer teilen die von den Zielen abgeleiteten strategischen Hauptstossrichtungen: St\u00e4rkung der internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Finanzsektors, Sicherung und Verbesserung der Marktzutritte, Verbesserung der Krisenresistenz des Finanzsektors und Sicherstellung der Integrit\u00e4t des Finanzplatzes.Die vom Bund geplanten Massnahmen werden indes nur teilweise ihren strategischen Stossrichtungen gerecht. Der Ausbau der risikoorientierten Aufsicht im Bereich der kollektiven Kapitalanlagen sowie der Ausbau der Sorgfalts-, Offenlegungs- und Aufkl\u00e4rungspflichten ist unn\u00f6tig. Die Versicherer w\u00fcrden zudem die Erstellung eines verbindlichen Zeitplans zur Umsetzung der Massnahmen begr\u00fcssen.&#13;<\/p>\n<h2>Swiss Finish vermeiden<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nRegulatorische Anstrengungen m\u00fcssen international abgest\u00fctzt sein. Die Versicherer teilen die Ansicht des Bundes, dass die Gleichwertigkeit der Aufsichtsprinzipien von SST und Solvency II sichergestellt sein muss. Es w\u00e4re aber auch dringend geboten, gleichzeitig das Nebeneinander von verschiedenen Berichts- und Solvenzsystemen aufzuheben. Den so genannten \u00abSwiss Finish\u00bb, die \u00dcbernahme von Regulierungen anderer Finanzpl\u00e4tze bei gleichzeitiger Versch\u00e4rfung, lehnen die Versicherer ab. Es gilt, \u00dcberregulierung sowie hohe Kapital- und Compliance-Kosten zu verhindern.Branchenspezifische staatliche Regulierungen und das steuerliche Umfeld spielen eine grosse Rolle bei der Schaffung optimaler Rahmenbedingungen. Die Versicherer setzen sich daher f\u00fcr die sofortige Abschaffung der Stempelabgaben bei Lebensversicherungen und ein mehrj\u00e4hriges Phasing Out in anderen Versicherungsbereichen ein. Studien haben gezeigt, dass Stempelabgaben die gesamte Schweizer Wirtschaft behindern.&#13;<\/p>\n<h2>Verbesserung der Marktzutritte f\u00fcr k\u00fcnftiges Wachstum entscheidend<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEs gilt, den Finanzplatz Schweiz gemeinsam mit dem Bund und den anderen Akteuren des Finanzplatzes gezielt weiterzuentwickeln. Dabei spielt die Verbesserung der Marktzutritte eine wichtige Rolle. Langfristig ist ein Wachstum der Privatassekuranz in der Schweiz ohne erweiterten Zugang zum EU-Markt unm\u00f6glich. Wie dieser erreicht werden kann, ist aus Sicht der Versicherer zweitrangig. Der Bund hat im Februar 2010 die Idee eines umfassenden Dienstleistungsabkommens mit der EU als zu aufw\u00e4ndig verworfen. Die Versicherer erwarten daher, dass sich der Bund rasch dazu bekennt, ein Finanzdienstleistungsabkommen mit der EU auszuhandeln. Ein derartiges Abkommen ist aus Sicht der Versicherer derzeit das erfolgversprechendste Mittel, um den erweiterten Marktzugang zu erreichen. Erste Reaktionen der EU sind bisher zur\u00fcckhaltend ausgefallen. Dabei ist aber unklar, ob diese Haltung seitens der EU bereits taktisch gepr\u00e4gt ist.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der internationale Standortwettbewerb ist in den vergangenen Jahren sch\u00e4rfer geworden. Die Versicherer m\u00fcssen sich in einem von Innovation gepr\u00e4gten, dynamischen internationalen Wettbewerbsumfeld behaupten. Vor diesem Hintergrund begr\u00fcsst der Schweizerische Versicherungsverband SVV, dass das Eidg. Finanzdepartement (EFD) endlich die Ziele und strategischen Stossrichtungen f\u00fcr die Finanzmarktpolitik der Schweiz definiert hat. 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