{"id":121738,"date":"2010-01-01T12:00:00","date_gmt":"2010-01-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/01\/kappeler-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:35:11","modified_gmt":"2023-08-23T21:35:11","slug":"kappeler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/01\/kappeler\/","title":{"rendered":"Vermittlung \u00f6konomischen Wissens im Zeitalter des Internets"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr den Praktiker und Nutzer \u00f6konomischen Wissens hat das Internet fast alles revolutioniert. Als Praktiker sprechen wir Journalisten, Unternehmer, \u00f6ffentliche Verwaltungen, Verb\u00e4nde und den interessierten Laien an. Die Umw\u00e4lzung war gleich vierfach: Sie betraf den Zugang, das Tempo, das Volumen und sicher auch die Qualit\u00e4t wirtschaftlichen Wissens. Denn nicht nur der Kanal der Vermittlung \u2013 also das Internet im engeren Sinne \u2013 bietet sich nun an. Hinzugetreten sind die Digitalisierung aller Informationen, die Buchf\u00fchrungstransparenz der Wirtschaft und schliesslich der gesetzlich garantierte Zugang zu staatlichen Quellen. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201001_17_Kappeler_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"248\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Wie war das noch damals?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Zeiten der Informationsbeschaffung in Sachen Wirtschaft waren vor noch weniger als 20 Jahren gem\u00e4chlicher und beschwerlicher zugleich. Brachte die \u00abHerald Tribune\u00bb drei Zeilen \u00fcber ein neues Umweltgesetz Kaliforniens, dann suchte man in der internationalen Telefonzentrale auf der Hauptpost Bern oder Z\u00fcrich das Telefonbuch von Sacramento nach der Adresse des Umweltamts durch, ging nach Hause und schrieb einen Brief. Sechs Wochen sp\u00e4ter kam vielleicht das Gesetz per Post, vielleicht ein Communiqu\u00e9 dar\u00fcber, vielleicht nichts. Auch dies schadete nicht sonderlich, denn in der Schweiz hatte niemand anderer dieses Gesetz in den H\u00e4nden \u2013 kein Journalist, kein Verband, keine Amtsstelle. Das gleiche Vorgehen dr\u00e4ngte sich auf bei Studien der Weltbank oder von Universit\u00e4ten, bei Gesch\u00e4ftsberichten in- und ausl\u00e4ndischer Firmen sowie bei Dokumenten von Amtsstellen. Will hingegen heute eine Amtsstelle, eine Firma oder ein Journalist den geplatzten Klimagipfel von Kopenhagen 2009 beurteilen, dann klinkt man sich auf die Webseiten der wichtigsten L\u00e4nder ein; auch die chinesische Haltung ist unter <i><a href=\"http:\/\/www.gov.cn\">http:\/\/www.gov.cn<\/a><\/i> sofort und in Englisch zug\u00e4nglich. Nach einer knappen Stunde hat man ein Panorama der Positionen beisammen, f\u00fcr welches man vor 20 Jahren mehrere Wochen gebraucht h\u00e4tte. Russland, China w\u00e4ren schon aus sprachlichen Gr\u00fcnden aussen vor geblieben.&#13;<\/p>\n<h2>Irrgarten Internet? Auf das Sichten kommt es an<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Internet platzt also vor lauter Informationen, und wir subsumieren hier darunter auch \u00abWissen\u00bb, ohne lange zu streiten, welches die Unterschiede sind. Viele klagen, dass gerade deswegen das Internet zu einem Irrgarten geworden sei, dass zu viel Information das Wissen abt\u00f6te. Doch dieser Schluss l\u00e4uft selbst in die Irre. Es ist n\u00e4mlich etwas Erstaunliches geschehen: Die klassische Hierarchie von Informations- und Wissensquellen h\u00e4lt sich. Niemand zitiert im Ernst irgendeinen Blog, einen Meinungsfetzen ohne Quelle, eine wissenschaftliche Sektenseite. Wie im altschriftlichen Zeitalter sehen wir nur die anerkannten Universit\u00e4ten, Wissenschaftler, Amtsstellen oder internationalen Organisationen als massgeblich an. Wir sichten die Quellen sodann nach dem Parallelogramm der wirklichen Akteure in Wirtschaft und Gesellschaft. Wir sehen jene Parteizentrale im Web an, die eine Initiative startet, eine Firmenmitteilung zu einer Fusion, einen Wissenschafter zu einem brennenden Problem. Im Internet mag Redundanz herrschen und viel Schrott zirkulieren. Doch der wirtschaftlich Interessierte ordnet dies alles nach dem Schema gesellschaftlicher Interaktion und Bedeutung, das er selbst im Kopfe hat. Das Vorwissen um Wirtschaft und Gesellschaft steuert seine Internetnutzung. Auf diese Weise kann man Information und Wissen auseinanderhalten \u2013 es braucht wirtschaftliches Wissen, um die Informationsf\u00fclle des Internets produktiv zu sichten. Dies ist auch eine beruhigende Botschaft an Sekundarschulen und Hochschulen. Es w\u00e4re \u2013 wie manche immer noch meinen \u2013 falsch, die Sch\u00fcler und Studenten zuallererst als Web-Nutzer kundig zu machen und \u00abInformatik\u00bb in dieser Form zu f\u00f6rdern. Das machen die Youngsters von selbst und zu Hause. Sondern es kommt weiterhin darauf an, dass sie lernen, wie Gesellschaft und Wirtschaft funktionieren, wo Interessen liegen, wie die Prozesse verlaufen, welches die Akteure sind. Das bl\u00e4ut man ihnen sogar besser an der schwarzen Tafel als irgendwo im Internet ein. Und sie sollen es von Hand abschreiben. Sonst geht vergessen, dass Lernen vom Ohr und Auge nur ins Gehirn geht und dort bleibt, wenn auch das eigene ausdr\u00fcckliche Formulieren \u2013 der \u00abAusdruck\u00bb eben \u2013 es mitliefert und st\u00fctzt.&#13;<\/p>\n<h2>Digitalisierung aller Wissensinhalte<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Internet ist aber nur der Kanal \u2013 eine Form, ein Medium, welche Wissen und Informationen transportieren. Das Internet h\u00e4tte praktisch nichts gebracht, w\u00e4re es nur \u00fcber die Buch- und Papierwelt der 1960er- und 1970er-Jahre gest\u00fclpt worden. Denn die Revolution lief auf einer zweiten Welle: Alle Inhalte sind jetzt digital verf\u00fcgbar. Man kann es sich heute schon fast nicht mehr vorstellen, wie wenig Studien, B\u00fccher da waren, wie streng sie in Bibliotheken geh\u00fctet wurden, wie peinlich genau sie bezahlt werden mussten. Die statistischen \u00c4mter von Kantonen und Bund z\u00e4hlten vor allem das, was Subventionen bekam oder Steuerbasis war. Heute haben sie dazu ein eigenes Erhebungsprogramm, das soziologischen und wirtschaftlichen Leitlinien folgt. Die Studien von Weltbank, OECD und andern Organisationen waren fr\u00fcher noch \u00fcberschaubar und mussten gekauft werden. Wissenschafter schrieben nur B\u00fccher; interne \u00abWorking Papers\u00bb der Universit\u00e4ten zirkulierten kaum ausw\u00e4rts. Konjunkturelle Erhebungen gingen kaum \u00fcber veraltete Preisindizes, Arbeits- und Exportstatistiken hinaus. Heute flimmern st\u00fcndlich mehrere Einkaufsmanager-Indizes, Konjunkturbarometer, Zins- und Rohstoffmeldungen durchs Netz. Fr\u00fcher erkundigte man sich telefonisch bei der B\u00f6rsenabteilung seiner Bank \u00fcber die Tendenz am Markt, oder man beschied sich mit den Radio-B\u00f6rsenkursen um 13.50 Uhr. Heute kann man nicht nur online alle Kurse weltweit sehen, sondern auch kaufen und verkaufen.Die kleinliche Verk\u00e4ufermentalit\u00e4t ist verschwunden. Studien, Indizes, Statistiken und ganze B\u00fccher sind gratis abrufbar. Das Gesch\u00e4ftsmodell hat sich dahin gewandelt, dass eine Firma, eine Universit\u00e4t, ein Amt, ein Autor gerne vorzeigen, was man kann und weiss. Das bringt Auftr\u00e4ge, Bekanntheit, Status; es n\u00fctzt indirekt, aber nachhaltig. Man schliesst wieder an Albrecht von Haller an, der in 17&nbsp;000 Briefkorrespondenzen mit Kollegen, Konkurrenten und wissenschaftlichen Gesellschaften preisgab, was er wusste \u2013 und bekam, was er wissen wollte. Diese gesamteurop\u00e4ische \u00abr\u00e9publique des lettres\u00bb des 18. Jh. ist wieder erstanden, diesmal weltweit, schwerelos, volumin\u00f6s.&#13;<\/p>\n<h2>Recht auf Information \u2013 Pflicht zur Information<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDamit verbunden aber ist die dritte Welle der Revolution \u2013 das Recht auf wirtschaftliche Informationen. Gegen\u00fcber dem Staat haben B\u00fcrger, Firmen oder Verb\u00e4nde heute das Recht, alle Studien, Entscheide, Abl\u00e4ufe zu kennen. Der \u00abFreedom of Information Act\u00bb von 1966 in den USA hat sich in allen demokratischen L\u00e4ndern verbreitet.Doch auch die Firmen sind auskunftspflichtig geworden. Das Aktienrecht schreibt die minimale Gliederung von Jahresrechnung und Bilanz vor. Private Normenvereinigungen gehen noch weiter, und jede Firma, die etwas auf sich h\u00e4lt (vor allem aber, wenn sie an der B\u00f6rse gehandelt wird), muss diese Anspr\u00fcche auf Information erf\u00fcllen. Es waren heroische K\u00e4mpfe Ende der 1980er-Jahre in verschiedenen eidgen\u00f6ssischen Kommissionen n\u00f6tig, um den hiesigen Wirtschaftsvertretern die grundlegende angels\u00e4chsische, kapitalistische Informationshaltung nahezulegen. Der damalige Chef des \u00abVororts\u00bb (heute Economiesuisse) pflegte zu sagen: \u00abDie Schweizer Wirtschaft kann ohne stille Reserven nicht leben.\u00bb Die Weltfirma Hoffmann-La Roche gab im Jahresbericht die Einnahmen und Aufwendungen in je zwei bis drei Zeilen bekannt. Doch die Auskunftspflichten hier wie in der \u00fcbrigen Welt hoben die Information, dann das Wissen um wirtschaftliche Fakten und Abl\u00e4ufe auf diese Weise ums Millionenfache an. Wie kam man vor dem Internet an die Jahresberichte der schweizerischen Firmen aus den Vorjahren? Entweder schrieb man die Firmen an und hoffte auf baldige Antwort. Oder man ging physisch in die Nationalbibliothek, ins Wirtschaftsarchiv der Universit\u00e4t Basel oder, als Privileg, in die interne Sammlung der UBS in Z\u00fcrich. Vor den Preis hatten die Bibliotheken aber den Schweiss gesetzt \u2013 es waren Zettelk\u00e4sten zu durchbl\u00e4ttern, Bestellzettel auszuf\u00fcllen, Verteilzeiten abzuwarten. Um die Zahlen und Fakten mitzunehmen, musste man sie entweder abschreiben oder hoffen, man finde ein Kopierger\u00e4t in der N\u00e4he, man habe das Kleingeld dabei und man d\u00fcrfe die Dokumente \u00fcberhaupt aus dem Saal nehmen. Dann zur\u00fcck an den heimischen Schreibtisch, und wehe, es ging einem auf, dass ein wichtiges Detail via Fussnote auf eine andere, nicht kopierte Seite verwiesen war: \u00abThe same procedure again.\u00bb&#13;<\/p>\n<h2>Die Folgen: Grosse Gewinne \u2026<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie verhundertfachte Daten- und Textproduktion von Firmen, Organisationen, Universit\u00e4ten und Amtsstellen schafft die Ausgangslage f\u00fcr \u00abSynthetisierer\u00bb. Neue Studien entstehen daraus, Statistiken, \u00dcbersichten, Artikel. Unsere Gesellschaft ist dadurch ausserordentlich reich an Wissen und an Synthesen geworden. Dieser Reichtum schl\u00e4gt sich auch materiell nieder. Zum einen haben sich die Berufe der Synthetisierer massiv vervielfacht in Wissenschaft, Medien, Beratung. Zum anderen sind die Akteure in der Wirtschaft viel informierter geworden und treffen \u2013 hoffentlich \u2013 informiertere Entscheide. Die Synthesen sind kompetitiver erarbeitet, kontrastierter, pluralistischer \u2013 also besser. Der materielle und hedonische Wohlstand unserer Gesellschaft hebt sich deutlich.&#13;<br \/>\nUnter hedonischem Wohlstand versteht man nicht direkt messbare Verbesserungen, hier eben den wirklich besseren Informationsstand, die Freude am Durchblick, die Passion an pluralistischen Quellen, an laufenden Debatten quer durch die Welt. \u00dcber meinen PC laufen t\u00e4glich die \u00abNew York Times\u00bb, die \u00abFinancial Times\u00bb ein und BBC, CNN-Money, Finance.Yahoo, Al-Jazeera, China Daily sind \u2013 wie vieles andere auch \u2013 in den Lesezeichenlisten. Wir sind \u00abOne World\u00bb geworden, das Wort ist nicht zu gross.&#13;<\/p>\n<h2>\u2026und tragbare Opfer<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nLeicht deprimierend f\u00fcr alle, die vor dem Internet gelebt, gedacht und geschrieben haben, bleibt die \u00abdamnatio memoriae\u00bb. Wie bei abgesetzten Kaisern Roms gedenkt man ihrer kaum mehr \u2013 diesmal nicht aus Wut, sondern weil man sie nur \u00fcber den komplizierten Weg der Bibliotheken ausfindig machen und in Debatten einspeisen k\u00f6nnte. In der redundanten Welt des Internet ist aber alles schon mehrfach drin, was an Konzepten, Ideen, Fakten gilt. Es lohnt sich f\u00fcr den Praktiker selten, den Aufwand des Ausgrabens zu treiben.&#13;<br \/>\nF\u00fcr Historiker sieht es anders aus; m\u00f6gen sie weiterhin f\u00fcr uns wertvolle Synthetisierer sein.Der \u00abgrosse Text\u00bb schliesslich wird zu einem weiteren Opfer. Man merkt, dass anstelle vieler Fachb\u00fcchern eine kluge Systematik im Wikipedia-Format gen\u00fcgt. Der Hauptgedanke vieler Schriften und Texte ist schnell mal umschrieben. Die Nobelpreis-gekr\u00f6nten Schriften des \u00d6konomen Ronald Coase sind leicht auf gut einem Dutzend Seiten hingeworfen; Albert Einsteins drei umwerfende Thesen des Jahres 1905 machen noch weniger aus. Gute, weltbekannte \u00d6konomen setzen ihre Ideen, Papiere, Tagesmeinungen in Kurzform auf ihre Homepage. Wir brauchen das ganze Ged\u00f6ns grosser, dicker W\u00e4lzer nicht. Vielleicht braucht es sogar keine B\u00fccher mehr im herk\u00f6mmlichen Sinn. Denn die digitale Informationswelt nimmt neue Wege \u2013 mit dem \u00abKindle\u00bb, dem elektronischen Buch \u00fcber G3, und dem Mobilphone, das sich als kommendes Universalger\u00e4t zeigt und alle Ger\u00e4te, alle Informationswege konvergieren l\u00e4sst. Bequemer ist die Welt nicht unbedingt geworden. Anstatt in den Bibliotheken Zettelk\u00e4sten zu sortieren, muss der Informationsbeflissene heute im Internet surfen, und zwar bei allen denkbaren Quellen, stundenlang. Es gibt keine Entschuldigung mehr, man habe etwas nicht gefunden oder eine Quelle sei per Post nicht eingetroffen. Ubiquit\u00e4r, Instant, weltweit \u2013 das ist die Wirklichkeit.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Wie man sich 1988 \u00fcber die EU informierteIm Fr\u00fchsommer 1988 signalisierte ich dem Redaktor der \u00abGewerkschaftlichen Rundschau\u00bb, dass meiner Ansicht nach Europa ein Thema auch in der Schweiz und f\u00fcr den Gewerkschaftsbund SGB werden d\u00fcrfte und dass ich ein Sonderheft dazu machen werde. Meine Informationen kamen aus t\u00e4glicher Lekt\u00fcre der \u00abFinancial Times\u00bb, der \u00abHerald Tribune\u00bb und der NZZ. Doch die ausgeschnittenen Artikel waren oft vage und allgemein. Deshalb begab ich mich in den Keller des Volkswirtschaftlichen Instituts der Universit\u00e4t Bern, wo einige Schriften verstaubten. \u00dcber den Europ\u00e4ischen Gewerkschaftsbund erhielt das SGB-Sekretariat sehr selektiv Unterlagen zu Arbeits- und Sozialpolitik. Sodann abonnierte ich einen Pressedienst aus Br\u00fcssel, der auf blauem Papier zwei Mal w\u00f6chentlich Interna und Inhaltsangaben geplanter oder beschlossener Richtlinien auff\u00fchrte. Fachb\u00fccher zur EG waren schon zwei, drei Jahre alt und brachten Fakten, die beim Verfassen auch schon drei, vier Jahre alt gewesen waren. Kam man irgendwo an Volltexte der EG-Richtlinien heran, dann musste man erfolgte Erg\u00e4nzungen mit einer unm\u00f6glichen Nomenklatur auf Jahre hinaus suchen und einkleben. Das Integrationsb\u00fcro des Bundes seinerseits lieferte sporadisch ebenfalls gewisse Unterlagen, damals noch meist kleine Handelsprobleme betreffend. Die Nummer der \u00abRundschau\u00bb erschien dann im Sp\u00e4tsommer, ohne grosses Echo zu erzeugen. Im Januar 1989 warf Kommissionspr\u00e4sident Jacques Delors den Vorschlag zu einem Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum in die Debatte. Erst das Internet brachte ab 1995 Originaltexte und viel mehr.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Internetrecherche am Beispiel dieses ArtikelsNur schon f\u00fcr diese Passage hat das Internet seine Wunder gewirkt. Ich hatte von der Ausstellung im Berner Historischen Museum 2009 her noch die Zahl von 17&nbsp;000 Briefen im Kopf, also schnell googeln \u00abAlbrecht von Haller 17 000\u00bb \u2013 und die Best\u00e4tigung kam. Der \u00abFreedom of Information Act\u00bb (Wird er so geschrieben? Wann war das?) gab sich innert Sekunden preis. Und ohne die vielen roten B\u00e4nde der systematischen Sammlung des Bundesrechts zu besitzen, findet man auch die helvetische Variante im Web-Auftritt des Bundes sofort: BG\u00f6, SR 152.3.Diese drei Ausk\u00fcnfte h\u00e4tten vor dem Internet sicher einen halben Tag verschlungen. Eher h\u00e4tte man den gebr\u00e4uchlichen Ausweg gew\u00e4hlt und viel allgemeiner formuliert. Deshalb lasen sich Fachb\u00fccher, vor allem aber Zeitungsartikel damals recht allgemein, vage.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 3: Die Volkswirtschaft \u2013 eine st\u00e4ndige BegleiterinDas Magazin Die Volkswirtschaft begleitet mich seit dem Studium Ende der 1960er-Jahre. Damals in diskretem Graugr\u00fcn gehalten, kostete sie im Jahr 5 Franken. Sie enthielt keine wohlwollenden Begr\u00fcssungstexte von Bundesr\u00e4ten und Honoratioren, sondern die paar n\u00fcchternen Statistiken, welche die Nationalbank, das Bundesamt f\u00fcr Industrie, Gewerbe und Arbeit, das Amt f\u00fcr Landwirtschaft, die Oberzolldirektion und einige andere f\u00fchrten. Die periodischen Erhebungen lieferten etwas Abwechslung, etwa die Volksz\u00e4hlung und Wohnungs-, Miet- und Preiserhebungen. Weil solche Erhebungen oft f\u00fcr Subventionen oder Besteuerung dienten, nahmen Bienenv\u00f6lker und Schweine im Industriestaat Schweiz einen prominenten Platz ein.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr den Praktiker und Nutzer \u00f6konomischen Wissens hat das Internet fast alles revolutioniert. Als Praktiker sprechen wir Journalisten, Unternehmer, \u00f6ffentliche Verwaltungen, Verb\u00e4nde und den interessierten Laien an. Die Umw\u00e4lzung war gleich vierfach: Sie betraf den Zugang, das Tempo, das Volumen und sicher auch die Qualit\u00e4t wirtschaftlichen Wissens. 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