{"id":121753,"date":"2010-01-01T12:00:00","date_gmt":"2010-01-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/01\/sheldon-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:35:22","modified_gmt":"2023-08-23T21:35:22","slug":"sheldon-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2010\/01\/sheldon-3\/","title":{"rendered":"Der Schweizer Arbeitsmarkt seit 1920: Langfristige Tendenzen"},"content":{"rendered":"<p>Die Entwicklung des Schweizer Arbeitsmarktes seit 1920 kann in Bezug auf die Arbeitslosigkeit in drei Phasen unterteilt werden: Die Jahre 1920\u20131945 sind gepr\u00e4gt durch zwei grosse Wirtschaftskrisen, welche jeweils die Arbeitslosigkeit in die H\u00f6he schnellen liessen. In den Boom-Jahren 1946\u20131973 verschwand die Arbeitslosigkeit in der Schweiz praktisch vollst\u00e4ndig; die herrschende Knappheit an Arbeitskr\u00e4ften wurde im Ausland kompensiert. Die Jahre 1974\u20132010 sind gekennzeichnet durch einen strukturellen Umbruch und einen tendenziellen Anstieg der Sockelarbeitslosigkeit. Der folgende Beitrag zeichnet diese Entwicklungen nach und beleuchtet die Hintergr\u00fcnde. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201001_06_Sheldon_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"261\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Die Krisenjahre 1920\u20131945<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Periode 1920\u20131945 ist durch zwei grosse Krisen gekennzeichnet, die zu starken Anstiegen der Arbeitslosenquote f\u00fchrten (vgl. <i>Grafik 1<\/i>).&#13;<br \/>\nDieser Abschnitt st\u00fctzt sich auf ESO (2009). Die erste Krise begann mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914. Zu diesem Zeitpunkt blickte die Schweiz auf rund 70 Jahre fast ununterbrochenen Wirtschaftswachstums zur\u00fcck, in denen ein Eisenbahnnetz entstand und die Industrialisierung der Schweiz erfolgte. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs fand die Periode der wachsenden Prosperit\u00e4t ein abruptes Ende. Durch die Aufgabe des Goldstandards zur \u00abFinanzierung\u00bb der kriegsbedingten Knappheit und die damit verbundene starke Ausweitung der Geldmenge stieg der Konsumentenpreisindex von 100 im Jahre 1914 auf 229 im Jahre 1918. Im Gegenzug fielen die Reall\u00f6hne um 25% bis 30%. Hinzu kam die mehr schlecht als recht administrierte Kriegswirtschaft, im Rahmen derer Grundnahrungsmittel rationiert wurden. Die wachsende Unzufriedenheit der Bev\u00f6lkerung gipfelte im November 1918 in einem landesweiten Generalstreik.In diesen Zeiten des Aufruhrs entschied die Schweizerische Nationalbank (SNB) der steigenden Inflation endlich die Spitze zu brechen und beschloss folglich, das Preisniveau radikal zu senken und zum alten Goldstandard zur\u00fcckzukehren. In der Folge sank die Jahresinflationsrate von rund +25% im Jahre 1918 auf das heute kaum vorstellbare Niveau von \u201320% im Jahre 1922. Als Folge brach die Wirtschaft zusammen, und die Arbeitslosenquote schnellte bis 1922 auf 3,4% hoch.Danach folgten Jahre der relativen Prosperit\u00e4t, bevor die Schweiz 1931 von der zweiten grossen Krise dieser Epoche erfasst wurde: der weltweiten Depression. Sie liess 1936 die durchschnittliche Arbeitslosenquote auf 4,5% ansteigen. Vor allem die Frankenabwertung durch die SNB und die milit\u00e4rische Aufr\u00fcstung, welche die Wehranleihe 1936 erm\u00f6glichte, brachte die Arbeitslosenquote jedoch rasch wieder zum Sinken.Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg waren auch von einem sektoralen Wandel in der Wirtschaft gekennzeichnet. Die Heimarbeit, die in der Weberei Ende des 19. Jahrhunderts noch ein betr\u00e4chtliches Ausmass gehabt hatte, verschwand vollst\u00e4ndig. Zudem verlagerte sich die Besch\u00e4ftigung zunehmend von der Textilindustrie zum Maschinenbau. W\u00e4hrend um 1910 noch \u00fcber 56% aller industriell-gewerblichen Arbeitskr\u00e4fte in der Textilindustrie t\u00e4tig waren, sank dieser Anteil bis 1950 auf knapp 30%. Im Gegenzug wuchs die relative Zahl der Besch\u00e4ftigten in der Maschinen- und Metallindustrie bis 1950 auf 40%. Auch der Bankensektor gewann an Bedeutung, stieg doch dort die Zahl der Besch\u00e4ftigten von 1910 bis 1930 um 125%.&#13;<\/p>\n<h2>Die Boomjahre 1946\u20131973<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNach dem Zweiten Weltkrieg folgten Jahre des starken Breitenwachstums, in denen die Arbeitslosigkeit fast verschwand. Die bestehende allgemeine Arbeitskr\u00e4fteknappheit war nur durch den Zuzug ausl\u00e4ndischer Arbeitskr\u00e4fte zu \u00fcberwinden. So stieg der Ausl\u00e4nderanteil, der in der Zwischenkriegszeit von 15,4% (1914) auf 5,2% (1941) stark gesunken war, bis 1970 wieder auf 17,2% an. Interessanterweise war damit lediglich der Stand vor dem Ersten Weltkrieg leicht \u00fcberschritten. Allerdings dauerte es zuvor fast 65 Jahre (1850-1914), den Ausl\u00e4nderanteil von 4,6% auf 15,4% zu verdreifachen. Nach dem Zweiten Weltkrieg geschah dies innerhalb von nur 20 Jahren, was die damals aufkommenden \u00dcberfremdungs\u00e4ngste verst\u00e4ndlich macht. Auch die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen nahm w\u00e4hrend der Boomjahre rapide zu (vgl. <i>Grafik 2<\/i>). Wuchs die Zahl der Besch\u00e4ftigten in der Zwischenkriegszeit lediglich um 0,4% pro Jahr, stieg sie zwischen 1946 und 1973 mit einer Jahresrate von 1,7%, d.h. mit der vierfachen Geschwindigkeit.&#13;<\/p>\n<h2>Die Jahre des Umbruchs 1974\u20132010<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Zeitraum nach den Boomjahren kam es zu wiederholten Besch\u00e4ftigungseinbr\u00fcchen, welche die Arbeitslosigkeit f\u00fcnfmal deutlich ansteigen liessen. Der erste Einbruch ereignet sich im Anschluss an die erste Erd\u00f6lpreiskrise 1973\/74 und der zweite im Gefolge des zweiten Erd\u00f6lpreisschocks 1982. Der dritte war gewissermassen selbst induziert, da er aus der restriktiven Geldmengenpolitik der Nationalbank Anfang der 1990er-Jahre resultierte. Die letzten zwei Einbr\u00fcche r\u00fchren von Entwicklungen auf den Finanzm\u00e4rkten her: dem Platzen der Dotcom-Blase Anfang der 2000er-Jahre und der Bankenkrise, die 2007 einsetzte.&#13;<\/p>\n<h2>Zunehmende Geschlossenheit des Schweizer Arbeitsmarktes<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMerkw\u00fcrdigerweise stieg die Arbeitslosigkeit in den Krisenjahren im umgekehrten Verh\u00e4ltnis zur St\u00e4rke der Besch\u00e4ftigungseinbr\u00fcche. So nahm die Besch\u00e4ftigung zwischen 1973 und 1978 um knapp 8% ab; das ist der gr\u00f6sste Besch\u00e4ftigungsr\u00fcckgang, den ein OECD-Land im Gefolge der ersten \u00d6lpreiskrise zu verzeichnen hatte. Dennoch \u00fcberschritt die Arbeitslosenquote nicht einmal die 1%-Marke. Dagegen fiel die Besch\u00e4ftigung zwischen 1991 und 1997 \u00ablediglich\u00bb um 3%; trotzdem stieg die Arbeitslosenquote auf 4,7% an \u2013 und damit auf ein h\u00f6heres Niveau als w\u00e4hrend der grossen Depression. Wie ist diese \u00fcberraschende Entwicklung zu erkl\u00e4ren? Ein Hauptgrund liegt darin, dass der Schweizer Arbeitsmarkt seit Anfang der 1970er-Jahre wesentlich geschlossener geworden ist. Mitte der 1970er-Jahre war die Arbeitslosenversicherung (ALV) hierzulande noch nicht obligatorisch. Lediglich ein F\u00fcnftel der Erwerbsbev\u00f6lkerung war gegen Arbeitslosigkeit versichert. Zudem war ein Grossteil der ausl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4fte in der Schweiz nicht sesshaft und besass keinen Anspruch auf Niederlassung. Ohne einen Anspruch auf Versicherungsleistungen bzw. ohne das Recht, auch stellenlos in der Schweiz zu verweilen, meldete sich die Mehrzahl der Erwerbspersonen beim Verlust ihres Arbeitsplatzes nicht beim Arbeitsamt. Somit wurden die Betroffenen von der Arbeitsmarktstatistik nicht erfasst.Inzwischen ist der Anteil der sesshaften Ausl\u00e4nder jedoch gestiegen, und die Zahl der Stellenlosen, die einen Anspruch auf Taggeldzahlungen geltend machen k\u00f6nnen, hat zugenommen. Ein gegebener Stellenabbau schl\u00e4gt sich heute wesentlich st\u00e4rker in der Arbeitslosenstatistik nieder als fr\u00fcher.&#13;<\/p>\n<h2>Ansteigende Sockelarbeitslosigkeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSeit 1973 ist ferner zu erkennen, dass die Arbeitslosigkeit \u2013 im Unterschied zu den fr\u00fcheren Epochen \u2013 trendm\u00e4ssig zunimmt. Am Ende jeder konjunkturellen Erholung kommt die Arbeitslosigkeit auf einem h\u00f6heren Niveau zum Stehen als vor dem vorherigen Besch\u00e4ftigungseinbruch. Dies ist am Anstieg der Tiefswerte \u2013 der sogenannten Sockelarbeitslosigkeit \u2013 zu erkennen.Ein Grund f\u00fcr den trendm\u00e4ssigen Anstieg der Sockelarbeitslosigkeit liegt am kontinuierlichen Ausbau der ALV. Wie <i>Grafik 3<\/i> zeigt, ist die maximale Frist f\u00fcr den Bezug von Arbeitslosenentsch\u00e4digung oder Taggeld bei jedem erneuten Anstieg der Arbeitslosigkeit verl\u00e4ngert worden. Dass der Versicherungsschutz bei wachsender Arbeitslosigkeit ausgedehnt wird, ist im Grundsatz zu begr\u00fcssen. Auf diese Weise bleibt die Kaufkraft der Stellenlosen l\u00e4nger erhalten, was die Konjunktur st\u00e4rkt und allen letztendlich zugute kommt.Problematisch wird eine solche Erweiterung jedoch dann, wenn sie \u2013 wie in der Schweiz \u2013 auch dann bestehend bleibt, wenn die schlechte Konjunkturlage, die zu ihr f\u00fchrte, nicht mehr vorherrscht. Empirische Untersuchungen zeigen auch f\u00fcr die Schweiz, dass eine Verl\u00e4ngerung der Taggeldbezugsfrist von einem gegebenen Umfang die Dauer der Stellensuche \u2013 unabh\u00e4ngig von der Konjunkturlage \u2013 um rund 20% dieses Betrags erh\u00f6ht.&#13;<br \/>\nVgl. die \u00dcbersicht in Sheldon (1997). \u00dcbertragen auf die Schweiz heisst das, dass die Erh\u00f6hung der Bezugsfrist von 50 Wochen 1984 auf 104 Wochen 1997 eine versicherungsinduzierte Verl\u00e4ngerung der Arbeitssuche um fast 11 Wochen zur Folge hatte. Ein solcher Effekt resultiert daraus, dass Stellenlose am Anfang ihrer Arbeitslosigkeit in der Regel weniger intensiv nach Arbeit suchen, wenn sie notfalls auf langfristige Bezugsm\u00f6glichkeiten zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen. Das war mit ein Grund f\u00fcr die Verk\u00fcrzung der Regelbezugsfrist im Juli 2003 auf 80 Wochen.&#13;<\/p>\n<h2>Wandel der Arbeitskr\u00e4ftenachfrage<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine weitere Eigenart der j\u00fcngsten Arbeitsmarktepoche besteht darin, dass die Besch\u00e4ftigung mit einer Rate von mehr als 1,3% pro Jahr \u2013 d.h. fast so schnell wie w\u00e4hrend der Boomjahre 1946\u20131973 \u2013 zunahm, w\u00e4hrend die Sockelarbeitslosigkeit kontinuierlich anstieg. Dies deutet auf eine wachsende Diskrepanz zwischen den nachgefragten und angebotenen Qualifikationsprofilen der Stellensuchenden hin. Verantwortlich daf\u00fcr sind drei Trendentwicklungen, die gegenw\u00e4rtig die Arbeitsm\u00e4rkte s\u00e4mtlicher moderner Industriestaaten tangieren:\u2013 die wachsende Internationalisierung der Arbeitsteilung, die daf\u00fcr sorgt, dass immer mehr einfache, repetitive T\u00e4tigkeiten ins Ausland abwandern und einen wachsenden Anteil an anspruchsvolleren Besch\u00e4ftigungen zur\u00fccklassen, die h\u00f6here Qualifikationen erfordern;\u2013 der bildungsintensive (\u00abskill-biased\u00bb) technische Fortschritt, der eine steigende Nachfrage nach H\u00f6herqualifizierten zu Lasten von Un- und Angelernten ausl\u00f6st;\u2013 die Tertiarisierung der Berufswelt, d.h. eine kontinuierliche Verlagerung der Besch\u00e4ftigung von den gewerblich-industriellen T\u00e4tigkeiten hin zu den Dienstleistungsberufen, die verst\u00e4rkt von qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften ausge\u00fcbt werden.Die Folgen dieser Ver\u00e4nderungen lassen sich besonders deutlich am Wandel des Qualifikationsmix der im Ausland rekrutierten Arbeitskr\u00e4fte ablesen (vgl. <i>Grafik 4<\/i>). Waren \u00fcber Jahrzehnte mehr als 50% der neu einwandernden ausl\u00e4ndischen Vollzeiterwerbst\u00e4tigen ohne Berufsausbildung und hatten weniger als 20% einen Hochschulabschluss, hat sich dieses Verh\u00e4ltnis seit Mitte der 1990er-Jahre diametral gekehrt: 50% weisen seitdem einen Hochschulabschluss auf und nur noch rund 20% sind ungelernt. Der gegenw\u00e4rtige Anteil an Akademikern unter den neu einreisenden ausl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4ften \u00fcbertrifft den entsprechenden Anteil in der heimischen Erwerbsbev\u00f6lkerung um das Zweifache. Ein Fehlbedarf an Lehrabsolventen hingegen zeichnet sich in dieser Hinsicht derzeit nicht ab, was auch an ihrer wachsenden Arbeitslosigkeit gegen\u00fcber Akademikern zu sehen ist (vgl. <i>Grafik 5<\/i>).&#13;<\/p>\n<h2>Steigende Arbeitslosigkeit niedrig qualifizierter Arbeitskr\u00e4fte<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie abnehmende Nachfrage der Firmen nach niedrig qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften hat auch Folgen f\u00fcr die bereits in der Schweiz befindlichen Arbeitnehmenden. Grunds\u00e4tzlich ist zu erwarten, dass eine nachlassende Nachfrage nach Ungelernten deren L\u00f6hne gegen\u00fcber anderen Arbeitskr\u00e4ften senkt und\/oder deren Arbeitslosigkeit erh\u00f6ht. In angels\u00e4chsischen L\u00e4ndern trifft vor allem Ersteres zu, w\u00e4hrend im Kontinentaleuropa eher Letzteres gilt \u2013 so auch in der Schweiz. Das Verh\u00e4ltnis der Arbeitslosenquote von Niedrigqualifizierten zu jener von Hochqualifizierten ist seit 1991 von knapp unter 2 auf \u00fcber 3 angestiegen, w\u00e4hrend sich das entsprechende Lohnverh\u00e4ltnis \u00fcberhaupt nicht bewegt hat. Da aufgrund der langj\u00e4hrigen Rekrutierung ungelernter Arbeitskr\u00e4fte die Mehrheit der ausl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4fte hierzulande niedrig qualifiziert sind, sind Ausl\u00e4nder von der abnehmenden Nachfrage nach Niedrigqualifizierten besonders stark betroffen (vgl. <i>Grafik 6<\/i>). Wie zu erkennen ist, nimmt der Anteil der Ausl\u00e4nder im Arbeitslosenbestand wesentlich st\u00e4rker zu als deren Anteil an der Erwerbsbev\u00f6lkerung. Die Ausl\u00e4nder sind also im Arbeitslosenbestand zunehmend \u00fcbervertreten, derzeit um das Zweifache. Ursache daf\u00fcr ist allerdings nicht \u2013 wie manche vermuten \u2013 die Personenfreiz\u00fcgigkeit, sondern die verfehlte Ausl\u00e4nderpolitik der Vergangenheit.&#13;<\/p>\n<h2>Ausblick<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVom erh\u00f6hten Bildungsstand der ausl\u00e4ndischen Wohnbev\u00f6lkerung d\u00fcrfte die Schweiz in Zukunft stark profitieren. Auf der Basis ausl\u00e4ndischer Untersuchungen ist unter anderem zu erwarten, dass der verbesserte Qualifikationsstand zu weniger Arbeitslosigkeit, mehr Wirtschaftswachstum und einer verbesserten Fiskalbilanz der Migration f\u00fchrt. Demnach steht der Schweiz eine neue \u00c4ra wachsender Prosperit\u00e4t bevor.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abArbeitslosenquote der Schweiz, 1914\u20132009\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abErwerbst\u00e4tige und Arbeitslose in der Schweiz, 1915\u20132009\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abTaggeldbezugsfrist und Arbeitslose in der Schweiz, 1970\u20132010\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 4 \u00abBildungsstand der in den jeweils vorausgegangenen f\u00fcnf Jahren zugewanderten ausl\u00e4ndischen Vollzeiterwerbst\u00e4tigen \u00fcber 29 Jahre, 1970\u20132000\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 5 \u00abVerh\u00e4ltnis der L\u00f6hne und Arbeitslosenquoten (ALQ) nach Bildungsstand, 1991\u20132007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 6 \u00abAnteil der Ausl\u00e4nder an der Erwerbsbev\u00f6lkerung und dem Arbeitslosenbestand, 1975\u20132008\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Literatur\u2013 Degen, B. (2009): Arbeitslosigkeit, Historisches Lexikon der Schweiz, <i>www.hls-dhs-dss.ch\/textes\/d\/D13924.php<\/i>, 26. November.\u2013 ESO (2009): Entwicklung der Schweiz 1850\u20132000, Economic and Social History Online, <i><a href=\"http:\/\/www.eso.uzh.ch\">http:\/\/www.eso.uzh.ch<\/a><\/i>, Themen.\u2013 Sheldon, G. (1997): Unemployment and Unemployment Insurance in Switzerland, in: P. Bacchetta, W. Wasserfallen (Hrsg.): Economic Policy in Switzerland, London: Macmillan, S. 62\u201392.\u2013 Wyss, S. (2008): Ist die relative Schlechterstellung niedrig qualifizierter Arbeitskr\u00e4fte Mythos oder Realit\u00e4t? Eine Analyse der Schweizer Disparit\u00e4t von Lohn und Arbeitslosenquote nach Qualifikation, WWZ-Studie, Universit\u00e4t Basel, August.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Entwicklung des Schweizer Arbeitsmarktes seit 1920 kann in Bezug auf die Arbeitslosigkeit in drei Phasen unterteilt werden: Die Jahre 1920\u20131945 sind gepr\u00e4gt durch zwei grosse Wirtschaftskrisen, welche jeweils die Arbeitslosigkeit in die H\u00f6he schnellen liessen. 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