{"id":121774,"date":"2009-12-01T12:00:00","date_gmt":"2009-12-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2009\/12\/eberle-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:35:11","modified_gmt":"2023-08-23T21:35:11","slug":"eberle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2009\/12\/eberle\/","title":{"rendered":"Anreizorientierte Gesetzgebung und Umsetzungsorganisation der Wirtschaft f\u00fcr den Erfolg wichtig"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) hilft Unternehmen, ihre individuellen klima- und energiepolitischen Ziele zu erreichen und die in diesem Bereich geltenden Gesetze m\u00f6glichst effizient und wirkungsvoll umzusetzen. Dank verschiedener Anreize und dem Engagement der Unternehmen wurden die wirtschaftlichen Massnahmen erkannt und unter Wahrung der Konkurrenzf\u00e4higkeit umgesetzt. Auch im Rahmen der revidierten CO2-Gesetzgebung wird die EnAW als Umsetzungsorganisation die Mitgliederfirmen bestm\u00f6glich in diesen Prozessen unterst\u00fctzen, damit sie die von Politik und Gesellschaft gesetzten Ziele wirtschaftsvertr\u00e4glich erreichen k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBis 2010 m\u00fcssen die CO2-Emissionen in der Schweiz auf Werte gesenkt werden, die 10% unter jenen von 1990 liegen. So will es das CO2-Gesetz, das auf dem Kyoto-Protokoll basiert. Fest steht auch, wie die Reduktion erreicht werden soll: durchschnittlich 15% weniger Emissionen bei den Brennstoffen und 8% weniger bei den Treibstoffen. Zur Erreichung dieser Ziele wird der Bund ab 2006\/2007 eine CO2-Lenkungsabgabe auf Brennstoffen einf\u00fchren. Ausserdem wird dem Klimarappen als freiwillige Massnahme im Treibstoffbereich eine befristete Chance einger\u00e4umt. Die EnAW koordiniert und begleitet die konkreten Massnahmen, vor allem im Bereich Brennstoffe. Angestrebtes Ziel ist es, dass 45% des Energieverbrauches in den Bereichen Industrie und Dienstleistung in Zielvereinbarungen eingebunden sind.&#13;<\/p>\n<h2>Resultate der bestehenden Gesetzgebung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie EnAW ist Ende 2001 mit weniger als 100 Unternehmen gestartet. Heute haben sich rund 1900 Betriebe in \u00fcber 80 Gruppen im Rahmen der EnAW engagiert. Gesamthaft emittieren die Teilnehmer der EnAW rund 3,5 Mio. Tonnen CO2. Zusammen mit den Emissionen aus der Zementindustrie sind \u00fcber 40% der CO2-Emissionen im Brennstoffbereich der Wirtschaft durch Zielvereinbarungen abgedeckt. Allein im Jahr 2008 wurden im Vergleich zu einer unbeeinflussten Entwicklung knapp 1 Mio. Tonnen CO2 eingespart; der Energieverbrauch hat sich um rund 5700 GWh reduziert. Rund ein Drittel dieser Einsparungen sind als direkte Folge der Anstrengungen im Zusammenhang mit den EnAW-Zielvereinbarungen zu werten und gelten als freiwillige Massnahmen im Sinne des CO2-Gesetzes.&#13;<\/p>\n<h2>Erfolgsfaktoren<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Erfolg dieser Umsetzung ist unter anderem auf die spezifische Ausgestaltung der im CO2-Gesetz angelegten Anreizmechanismen zur\u00fcckzuf\u00fchren, die im Prinzip aus einer Kombination von Zielvereinbarungen mit einer echten Lenkungsabgabe bestehen. Beim heutigen Mechanismus der Zielvereinbarungen ist entscheidend, dass die CO2-Reduktionsziele mit den M\u00f6glichkeiten und Bed\u00fcrfnissen des Unternehmens abgestimmt sowie mit dem Bund vereinbart werden. Die zur Umsetzung der Ziele notwendigen Massnahmen m\u00fcssen dabei immer auch messbar und rentabel sein. Wichtig ist auch, dass mit der im Gegenzug erhaltenen Befreiung von der CO2-Abgabe dem Unternehmen die finanziellen Mittel zur Investition in Effizienzsteigerung erhalten bleiben. Die M\u00f6glichkeit, CO2-Emissionsrechte an die Stiftung Klimarappen verkaufen zu k\u00f6nnen, motiviert zudem zu Mehrleistungen. \u00a0Daneben profitieren viele EnAW-Unternehmen von zus\u00e4tzlichen Anreizen wie verg\u00fcnstigten Stromtarifen oder administrativer Befreiung von kantonalen Auflagen. Aufgrund eines Abkommens mit der Klimastiftung erhalten kleine und mittlere Unternehmen eine finanzielle Erleichterung beim Abschluss und der Umsetzung einer EnAW-Zielvereinbarung.&#13;<\/p>\n<h2>Fortf\u00fchrung bew\u00e4hrter Elemente<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit der Ende August 2009 vom Bundesrat ver\u00f6ffentlichten Botschaft zur Revision des CO2-Gesetzes zeigt sich, dass verschiedene bew\u00e4hrte Elemente des bestehenden Gesetzes \u00fcbernommen wurden. So sind weiterhin freiwillige Massnahmen und die M\u00f6glichkeit der Abgabenbefreiung vorgesehen. Neu werden unter anderem Regelungen zur Anbindung an ein europ\u00e4isches Emissionshandelssystem aufgestellt. \u00a0Die EnAW wird sich weiterhin als Umsetzungsorganisation der Wirtschaft f\u00fcr die Unternehmen der Schweiz engagieren. Wir sind \u00fcberzeugt, auch k\u00fcnftig auf der Grundlage der bestehenden Erfolgsfaktoren eine wichtige Rolle zur Umsetzung der rechtlichen Vorgaben zu spielen. Entscheidend ist, dass die Unternehmen auch weiterhin Anreize haben werden, ihre individuellen Potenziale optimal auszusch\u00f6pfen. Wichtige Anreize dazu bilden nicht nur eine zu vermeidende Abgabe, sondern auch die Verminderung von Transaktionskosten, die Einf\u00fchrung von Managementsystemen sowie die Kombination mit weiteren Zusatznutzen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13; &#13; Die Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) hilft Unternehmen, ihre individuellen klima- und energiepolitischen Ziele zu erreichen und die in diesem Bereich geltenden Gesetze m\u00f6glichst effizient und wirkungsvoll umzusetzen. Dank verschiedener Anreize und dem Engagement der Unternehmen wurden die wirtschaftlichen Massnahmen erkannt und unter Wahrung der Konkurrenzf\u00e4higkeit umgesetzt. 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