{"id":121825,"date":"2009-12-01T12:00:00","date_gmt":"2009-12-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2009\/12\/saucy-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:35:42","modified_gmt":"2023-08-23T21:35:42","slug":"saucy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2009\/12\/saucy\/","title":{"rendered":"Konjunkturindikatoren: Die Besch\u00e4ftigungsstatistik"},"content":{"rendered":"<p>Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingef\u00fchrte Besch\u00e4ftigungsstatistik (Besta) beruht auf einer konjunkturbasierten Befragung, die viertelj\u00e4hrlich bei den Betrieben und Unternehmen des sekund\u00e4ren und terti\u00e4ren Sektors stattfindet. Ziel der Statistik ist es, die Lage und die Entwicklung der Besch\u00e4ftigung in der Schweiz zu beschreiben. Die Besta deckt vier Themen ab: Besch\u00e4ftigte, offene Stellen, Schwierigkeiten bei der Rekrutierung und voraussichtliche Besch\u00e4ftigungsentwicklung. 15% der Betriebe in der Schweiz (mit 60% der Besch\u00e4ftigten) f\u00fcllen zur Datenerhebung einen kurzen Fragebogen aus. Mit einer R\u00fccklaufquote von rund 90% und einem Variationskoeffizienten von 0,2% f\u00fcr die Gesamtbesch\u00e4ftigung stellt die Erhebung den zahlreichen Nutzern zuverl\u00e4ssige Ergebnisse auf Stufe Wirtschaftsabteilungen und Grossregionen bereit, die nach verschiedenen Kriterien aufgeschl\u00fcsselt sind.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200912_21_Saucy_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Die Anf\u00e4nge der Besta<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie 1921 geschaffene und 1924 als Quartalserhebung eingef\u00fchrte Besch\u00e4ftigungsstatistik Vgl. Die Volkswirtschaft 1969\/5, S. 236-243 geh\u00f6rt &#8211; zusammen mit der Arbeitslosenstatistik &#8211; zu den \u00e4ltesten schweizerischen Konjunkturbefragungen im Bereich Arbeitsmarkt. Die Besta beschr\u00e4nkte sich anf\u00e4nglich auf die Baubranche und die wichtigsten Industriezweige und umfasste 1924 rund 1300 Unternehmen mit 180000 Besch\u00e4ftigten. Vgl. Sozialstatistische Mitteilungen, ver\u00f6ffentlicht vom Eidgen\u00f6ssischen Arbeitsamt, 1925, S. 15-25. Damals wurden die Daten durch die Arbeitgeberverb\u00e4nde und via direkte Befragung der Betriebe erhoben. Die urspr\u00fcnglich vom Eidgen\u00f6ssischen Arbeitsamt (heute: Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft, Seco) durchgef\u00fchrte Befragung wurde schrittweise auf die \u00fcbrigen Wirtschaftszweige ausgedehnt: 1939 auf den gesamten sekund\u00e4ren Sektor, 1961 auf den gesamten terti\u00e4ren Sektor und 1981 auf die Detailstufe der einzelnen Wirtschaftszweige des terti\u00e4ren Sektors.&#13;<\/p>\n<h2>Verlegung ins BFS 1989<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\n1989 wurde die Befragung zum Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) verlegt und umfassend revidiert. Seither wird sie anhand von Zufallsstichproben durchgef\u00fchrt und statt in Form eines Indexes in absoluten Werten ver\u00f6ffentlicht. Die Umrechnung der fr\u00fcheren Daten erm\u00f6glichte es, lange Zeitreihen zu bilden. Vgl. Die Volkswirtschaft 2000\/3, S. 58-63. Die Statistik erfuhr seither noch einige geringf\u00fcgige \u00c4nderungen: 1992 kam eine Frage zu den offenen Stellen hinzu; 2004 folgten Anpassungen bei den seit 1924 unver\u00e4nderten qualitativen Fragen. Auch die Definitionen wurden im Laufe der Zeit schrittweise so angepasst, dass unter einer Stelle bzw. einer besch\u00e4ftigten Person dasselbe verstanden wird wie in den jeweiligen Betriebsz\u00e4hlungen (BZ).&#13;<\/p>\n<h2>Revisionen und Modernisierungsprojekte<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nTrotz dieser schrittweisen Anpassungen ist die Befragung einfach und nahe bei der urspr\u00fcnglichen Form geblieben. An den Zielen hat sich nichts ge\u00e4ndert. Der Fragebogen besteht nach wie vor aus einer einzigen Seite, was zur hohen R\u00fccklaufquote von rund 90% beitr\u00e4gt. Hingegen wurde die Stichprobe aufgestockt (62 000 Betriebe und 60% der Besch\u00e4ftigten), und die Erhebungsmethode wurde mit der Einf\u00fchrung eines Online-Fragebogens (eSurvey) 2003 modernisiert. Zudem wird ein wachsender Anteil der Daten in elektronischer Form eingereicht. Den Rahmen dazu bildet das Projekt Profiling, eine Partnerschaft zwischen dem BFS und den gr\u00f6ssten Unternehmen der Schweiz. Heute gelangen deshalb nur noch rund 35% der Daten auf Papier zum BFS. \u00a0Auch die Sch\u00e4tzmethoden wurden stetig modernisiert: im Jahr 2000 mit der Einf\u00fchrung der individuellen Gewichtung der Beobachtungen Vgl. Die Besch\u00e4ftigungsstatistik (BESTA): Methodische Grundlagen 2000, BFS, Neuenburg, 2002. sowie 2007 mit der erstmaligen j\u00e4hrlichen Erneuerung von Stichprobe und dessen Rahmen, Statistique de l&#8217;emploi, R\u00e9vision 2007: cadre de sondage et \u00e9chantillonnage, BFS, Neuenburg 2008 (nur Franz\u00f6sisch). mit der entsprechenden Anpassung der ver\u00f6ffentlichten Datenreihen sowie mit aktualisierten Methoden zu Gewichtung, Kalibrierung, Einsetzungen und Umgang mit Ausreissern. Vgl. Statistique de l&#8217;emploi, R\u00e9vision 2007: M\u00e9thodes d&#8217;estimation, BFS, Neuenburg 2008 (nur Franz\u00f6sisch). Ein methodischer Steckbrief fasst die wichtigsten Merkmale der Erhebung und verschiedene qualitative Kriterien zusammen (R\u00fccklaufquote, Variationskoeffizienten der Sch\u00e4tzungen usw.). Die Revision f\u00fcgt sich in einen gr\u00f6sseren Rahmen ein, der sich am Programm Gesamtsystem der Unternehmensstatistiken (GUS) orientiert. Deren Stossrichtung wird in den kommenden Jahren f\u00fcr die meisten Unternehmensstatistiken wegweisend sein. Die n\u00e4chsten Revisionsschritte sind f\u00fcr das 2. Quartal 2010 vorgesehen. Sie betreffen die Stichprobenziehung gem\u00e4ss Noga 2008 und die Anpassung der ver\u00f6ffentlichten Datenreihen an die neuen Referenzwerte der letzten Betriebsz\u00e4hlung (BZ2008). Die vollst\u00e4ndige Integration der Besta ins neue, harmonisierte System der Unternehmensstatistik ist f\u00fcr 2014-2015 geplant.&#13;<\/p>\n<h2>Konzepte und Definitionen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Besta bezieht sich auf die Betriebe &#8211; im Sinne von \u00f6rtlichen Einheiten aus dem Betriebs- und Unternehmensregister BUR &#8211; des sekund\u00e4ren und terti\u00e4ren Sektors im Schweizer Wirtschaftsgebiet (Inlandkonzept). Nicht ber\u00fccksichtigt sind Betriebe des prim\u00e4ren Sektors (Landwirtschaft, Jagd, Forstwirtschaft, Fischerei und Fischzucht), Betriebe, in denen weniger als 20 Wochenstunden gearbeitet wird und Angestellte von Privathaushalten. Zwecks Einheitlichkeit gelten in der Besta dieselben Definitionen wie im BUR und in der BZ. Der Fragebogen besteht aus vier Fragen, deren Ergebnisse in vier getrennten Statistiken ver\u00f6ffentlicht werden. Kernthema ist die Zahl der Besch\u00e4ftigten.&#13;<\/p>\n<h2>Stichprobenrahmen, Stichproben und Berechnungsmethoden<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Erhebung beruht auf einem Stichprobenrahmen und einer Zufallsstichprobe von Betrieben aus dem BUR. Die Stichprobe ist nach Wirtschaftsabteilungen (Noga 2002), nach Grossregionen und nach Betriebsgr\u00f6sse (gemessen in Vollzeit\u00e4quivalenten) geschichtet. Die Kantone und die grossen St\u00e4dte k\u00f6nnen seit 2001 auf Wunsch regionale Stichprobenaufstockungen finanzieren. Das BUR dient als Grundgesamtheit f\u00fcr den Stichproben- und den Hochrechnungsrahmen f\u00fcr die Anzahl Besch\u00e4ftigter. Dank der j\u00e4hrlichen Erneuerung werden in der Besta auch die Aktualisierungen im BUR sowie die Ver\u00e4nderung der Besch\u00e4ftigtenzahl infolge von Betriebser\u00f6ffnungen und -schliessungen ber\u00fccksichtigt.&#13;<\/p>\n<h2>Ver\u00f6ffentlichte Informationen und Anwender<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAls Konjunkturerhebung beschreibt die Besta viertelj\u00e4hrlich die Besch\u00e4ftigungsentwicklung im sekund\u00e4ren und terti\u00e4ren Sektor in Form von Zeitreihen und aufgeschl\u00fcsselt nach verschiedenen Kriterien wie Wirtschaftsabteilungen, Grossregionen, Geschlecht, Besch\u00e4ftigungsgrad, Stellenzahl in Vollzeit\u00e4quivalenten (VZ\u00c4) und saisonbereinigte Reihen. Sie liefert den Index der offenen Stellen sowie Indikatoren zu den Besch\u00e4ftigungsaussichten und zu den Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung. Die Ergebnisse werden viertelj\u00e4hrlich in einer Medienmitteilung mit dem Titel \u00abBesch\u00e4ftigungsbarometer\u00bb ver\u00f6ffentlicht und in Form von Tabellen bereitgestellt, die im Statistischen Lexikon des BFS abrufbar sind. Die Besta ist zudem eine wichtige Datenquelle f\u00fcr verschiedenste Statistiken. Dazu geh\u00f6ren etwa die Erwerbst\u00e4tigenstatistik (ETS), die Grenzg\u00e4ngerstatistik (GGS), die Wertsch\u00f6pfungsstatistik (WS), die Berechnung des viertelj\u00e4hrlichen BIP durch das Seco und des j\u00e4hrlichen BIP durch das BFS. Auch bei der Aktualisierung des BUR wird sie herangezogen. Schliesslich stellt die Besta eine wichtige Informationsquelle f\u00fcr zahlreiche Anwenderinnen und Anwender dar. Dazu geh\u00f6ren das Seco, die Schweizerische Nationalbank, Institute f\u00fcr Konjunkturforschung und -prognosen, verschiedene Berufsverb\u00e4nde und die Allgemeinheit. Die Besta entspricht den internationalen Bestimmungen und liefert Informationen an zentrale Statistikzentren wie Eurostat oder die entsprechenden Abteilungen von IWF und OECD, welche die Daten in ihre Analysen und Publikationen einbeziehen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abEntwicklung der Gesamtbesch\u00e4ftigung in der Schweiz, 1961-2009\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abAuszug aus dem Besch\u00e4ftigungsbarometer, 2.\u00a0Quartal 2009\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Besch\u00e4ftigungsstatistik (Besta) &#8211; Steckbrief Kurzbeschreibung: Die Besta beruht auf einer repr\u00e4sentativen Stichprobe von 62&#8217;000 Betrieben des sekund\u00e4ren und terti\u00e4ren Sektors. Ziel der Statistik ist die Produktion von Konjunkturindikatoren, um die Entwicklung der Besch\u00e4ftigung in der Schweiz zu verfolgen. Zust\u00e4ndige Institution\/Sektion: Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS); Sektion Konjunkturerhebungen. Gesetzliche Grundlagen: Verordnung vom 30. Juni 1993. Art der Erhebung: Die Erhebung wird bei einer Zufallsstichprobe von Betrieben (im Sinne von \u00f6rtlichen Einheiten), die aus dem Betriebs- und Unternehmensregister (BUR) gezogen werden, vorgenommen. Die Stichprobe ist nach Wirtschaftsabteilungen (Noga), Grossregionen und Betriebsgr\u00f6sse (gemessen in Vollzeit\u00e4quivalenten) geschichtet. Die Daten werden entweder durch einen Papierfragebogen oder elektronisch mittels Internet, E-Mail oder Datentr\u00e4ger eingeholt. Grundgesamtheit und Erhebungseinheiten: Besch\u00e4ftigte gem\u00e4ss Inlandkonzept in den Betrieben des sekund\u00e4ren und terti\u00e4ren Sektors, in denen mindestens 20 Stunden pro Woche gearbeitet wird. Als Besch\u00e4ftigte gelten alle Personen, die (gegen Entgelt oder unentgeltlich) im Betrieb arbeiten, einschliesslich Inhaber, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende, Lernende, Praktikanten und Aussendienstpersonal. Ausgeklammert werden: Besch\u00e4ftigte des prim\u00e4ren Sektors; ausserbetrieblich Besch\u00e4ftigte (Angestellte von Privathaushalten, selbst\u00e4ndig Erwerbende ohne Betrieb). Erfasste Merkmale:- Besch\u00e4ftigte nach Geschlecht und drei Besch\u00e4ftigungsgraden, Vollzeitstellen (mind. 90% der betriebs\u00fcblichen Arbeitszeit), Teilzeit I (50% bis 89%), Teilzeit II (weniger als 50%, aber mindestens 6 Stunden pro Woche);- Grenzg\u00e4nger\/innen nach Geschlecht;- Anzahl offener Stellen nach ausgew\u00e4hlten Noga-Wirtschaftsabteilungen und nach Gross-regionen;- Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung nach 4 Ausbildungskategorien, nach Noga-Wirtschaftsabteilungen und nach Grossregionen;- Voraussichtliche Besch\u00e4ftigungsentwicklung nach Noga-Wirtschaftsabteilungen und nach Grossregionen. Regionalisierungsgrad: Schweiz und Grossregionen. Referenzperiode: Letzter Arbeitstag des jeweiligen Quartals (M\u00e4rz, Juni, September, Dezember). Periodizit\u00e4t: Viertelj\u00e4hrlich.Qualit\u00e4t der statistischen Informationen: Variationskoeffizient kleiner als 0,5% f\u00fcr die Gesamtzahl der Besch\u00e4ftigten (kleiner als 1% nach Wirtschaftssektoren und kleiner als 2% nach Grossregionen und Wirtschaftssektoren). Revisionen: 2000, 2003, 2007, 2010, 2014.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingef\u00fchrte Besch\u00e4ftigungsstatistik (Besta) beruht auf einer konjunkturbasierten Befragung, die viertelj\u00e4hrlich bei den Betrieben und Unternehmen des sekund\u00e4ren und terti\u00e4ren Sektors stattfindet. Ziel der Statistik ist es, die Lage und die Entwicklung der Besch\u00e4ftigung in der Schweiz zu beschreiben. 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