{"id":121840,"date":"2009-12-01T12:00:00","date_gmt":"2009-12-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2009\/12\/anwander-6\/"},"modified":"2023-08-23T23:35:59","modified_gmt":"2023-08-23T21:35:59","slug":"anwander-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2009\/12\/anwander-5\/","title":{"rendered":"Unternehmen k\u00f6nnen beim Klimaschutz eine zentrale Rolle einnehmen"},"content":{"rendered":"<p>Die Botschaft des Bundesrates zur Revision des CO2-Gesetzes sieht vor, dass die Emissionen der Schweiz bis 2020 um mindestes 20% gegen\u00fcber 1990 gesenkt werden sollen. Auf dem Weg zu diesem Ziel k\u00f6nnen gerade Unternehmen eine zentrale Rolle einnehmen, da bei Produktion, Transport, Verkauf und Gebrauch von Produkten bzw. bei der Erbringung von Dienstleistungen CO2-Emissionen anfallen. Coop nimmt ihre Verantwortung wahr und hat \u00fcber die CO2-Zielvereinbarungen mit dem Bund hinaus die Vision, bis 2023 in den direkt beeinflussbaren Bereichen CO2-neutral zu werden. Coop braucht bei ihrem Engagement f\u00fcr den Klimaschutz &#8211; so wie alle Unternehmen &#8211; entsprechende fachliche und regulatorische Unterst\u00fctzung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Detailhandel steht im mehrfachen Sinn in der Verantwortung, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Zum einen muss er seine eigenen CO2-Emissionen in den Bereichen Logistik, Verkauf und Verwaltung reduzieren. Zum anderen hat er auch seine Gatekeeper-Funktion bez\u00fcglich Produktsortiment wahrzunehmen und muss im Gespr\u00e4ch mit den Vorstufen dazu beitragen, dass die ganze Wertsch\u00f6pfungskette klimafreundlicher wird. Der Detailhandel kann dar\u00fcber hinaus die Konsumenten f\u00fcr den Klimaschutz sensibilisieren und Produkte anbieten, welche den Energieverbrauch &#8211; und somit die CO2-Emissionen der privaten Haushalte &#8211; reduzieren.&#13;<\/p>\n<h2>Verbindliche Ziele, freiwillige und ambiti\u00f6se Vision<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nCoop ging 2004 als erste Grossverteilerin der Schweiz konkrete CO2-Zielvereinbarungen mit dem Bund ein. Im Bewusstsein, dass f\u00fcr den Klimaschutz noch mehr getan werden muss, fasste die Gesch\u00e4ftsleitung 2008 den mutigen Beschluss, innerhalb von 15 Jahren &#8211; d.h. bis 2023 &#8211; in den von Coop direkt beeinflussbaren Bereichen CO2-neutral zu werden. Dies bedeutet, dass Coop alle technisch m\u00f6glichen und finanziell vertretbaren Massnahmen ergreift, um den Energiebedarf um fast 20% sowie den CO2-Ausstoss um \u00fcber 50% gegen\u00fcber 2008 zu reduzieren. Derjenige Teil der CO2-Emissionen, der nur in Verbindung mit unverh\u00e4ltnism\u00e4ssigen Kosten oder gar nicht vermieden werden kann, wird \u00fcber geeignete Projekte im In- und Ausland kompensiert. \u00a0Bei der finanziellen Bewertung von Investitionen im Rahmen ihrer Energie\/CO2-Vision wendet Coop einen innovativen Ansatz an. Einerseits wird als Abschreibungsdauer bei Investitionen im Energiebereich die gesamte Lebensdauer herangezogen. Zus\u00e4tzlich wird f\u00fcr jede geplante Investition mindestens eine Alternative gesucht, die zu einer CO2-Reduktion f\u00fchrt. Anschliessend werden die Kosten f\u00fcr die CO2-Reduktion den zuk\u00fcnftig anstehenden Kompensationskosten der Referenzvariante gegen\u00fcbergestellt und die g\u00fcnstigere Variante gew\u00e4hlt. Investitionen in den Klimaschutz und Kosteneinsparungen m\u00fcssen sich nicht ausschliessen: Die bis 2023 geplanten Massnahmen zur Reduktion des Energiebedarfs und der CO2-Emissionen f\u00fchren zu Kosteneinsparungen von insgesamt \u00fcber 70 Mio. Franken. Klimaschutz steigert also die Wettbewerbsf\u00e4higkeit, was bei weiter steigenden Energiekosten k\u00fcnftig noch st\u00e4rker ins Gewicht fallen wird. \u00a0Energiesparen und die damit einhergehende Reduktion von CO2-Emissionen werden bei Coop auch bei den Produkten gross geschrieben. So f\u00fchrt Coop z.B. unter dem Label Oecoplan zahlreiche energiesparende Produkte. Im Transportbereich wird bereits ein grosser Teil des Warenumschlags per Bahn abgewickelt. Flugtransporte von Waren l\u00e4sst Coop nur zu, wenn diese &#8211; z.B. aus Qualit\u00e4tsgr\u00fcnden &#8211; unvermeidbar sind. Dar\u00fcber hinaus werden die CO2-Emissionen aus Flugtransporten, Auslieferungen von coop@home und s\u00e4mtlichen Gesch\u00e4ftsreisen kompensiert.&#13;<\/p>\n<h2>Fachliche und regulatorische Unterst\u00fctzung notwendig<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm im Klimaschutz eine zentrale Rolle einnehmen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigen Unternehmen sowohl fachliche als auch regulatorische Unterst\u00fctzung. Fachliche Unterst\u00fctzung in der Schweiz bietet die Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW), die eng und partnerschaftlich mit dem Bund sowie den technischen Planungsb\u00fcros zusammenarbeitet. Damit regulatorische Instrumente die Unternehmen bei ihrer CO2-Reduktion auch wirklich unterst\u00fctzen, m\u00fcssen sie wirkungsorientiert und wettbewerbsneutral, aber auch staatsquotenbzw. kaufkraftneutral sowie minimal vollzugsaufw\u00e4ndig und verl\u00e4sslich sein. Deshalb sollten Unternehmen fr\u00fchzeitig in den Gesetzgebungsprozess eingebunden werden. Der Gesetzgeber kann so vom Wissen der Unternehmen profitieren und ein besseres Verst\u00e4ndnis f\u00fcr unternehmerischen Klimaschutz erlangen. Dadurch wird nicht nur Effizienz des Gesetzgebungsprozesses verbessert, sondern auch die regulatorische Unsicherheit f\u00fcr Unternehmen vermindert. All dies steigert die Effektivit\u00e4t von Gesetzen zur CO2-Reduktion und verk\u00fcrzt den Weg zu einem besseren Klima.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Botschaft des Bundesrates zur Revision des CO2-Gesetzes sieht vor, dass die Emissionen der Schweiz bis 2020 um mindestes 20% gegen\u00fcber 1990 gesenkt werden sollen. Auf dem Weg zu diesem Ziel k\u00f6nnen gerade Unternehmen eine zentrale Rolle einnehmen, da bei Produktion, Transport, Verkauf und Gebrauch von Produkten bzw. bei der Erbringung von Dienstleistungen CO2-Emissionen anfallen. 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