{"id":121885,"date":"2009-11-01T12:00:00","date_gmt":"2009-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2009\/11\/ausschreibung-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:36:24","modified_gmt":"2023-08-23T21:36:24","slug":"ausschreibung-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2009\/11\/ausschreibung-3\/","title":{"rendered":"Ausschreibung von Studien zum Dienstleistungshandel"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweiz belegte 2008 im Dienstleistungshandel den zw\u00f6lften Rang unter den Exportnationen. Verschiedene Herausforderungen stehen indes an: International ist eine Zunahme regulatorischer T\u00e4tigkeiten mit Auswirkungen auf den Handel mit Dienstleistungen festzustellen; die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Regulierungsarbitrage nehmen ab; dem freien Markt nicht zug\u00e4ngliche Dienstleistungssektoren verursachen unterschiedliche Vorleistungskosten; und der globale Standortwettbewerb nimmt in den f\u00fcr die Schweiz in Bezug auf die Wertsch\u00f6pfung besonders wichtigen Dienstleistungen &#8211; wie Forschung, Beratung, Finanzierung und Versicherung &#8211; zu.<\/p>\n<h2>Forschungsziele<\/h2>\n<p>Mit den Studien sollen folgende Themenbereiche analysiert werden: Das wirtschaftliche Potenzial f\u00fcr die Schweiz, welches durch Markt\u00f6ffnungen f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Dienstleistungen erzielt werden kann; die wirtschaftspolitischen und regulatorischen Herausforderungen im grenz\u00fcberschreitenden Handel mit Dienstleistungen; die Auswirkungen einer Markt\u00f6ffnung in bisher f\u00fcr ausl\u00e4ndische Anbieter nicht zug\u00e4nglichen Sektoren; die volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Unternehmensentscheiden internationaler Unternehmen, ihre T\u00e4tigkeit mittels Outsourcing und\/oder Offshoring zu verfolgen.<\/p>\n<h2>Fragestellungen<\/h2>\n<p>Die folgenden Fragestellungen sollen in den Studien prim\u00e4r untersucht werden. Es steht den Bewerbern offen, Offerten f\u00fcr eine oder mehrere Teilfragen oder, bei einer Konzentration auf einen einzelnen Sektor, f\u00fcr eine Kombination einzelner Teilfragen einzureichen.<\/p>\n<h3>a) Analyse der Nutzung bestehender dienstleistungsrelevanter Abkommen zwischen der Schweiz und der EU durch Schweizer Unternehmen<\/h3>\n<p>Welche Interaktionen bestehen zwischen der Dienstleistungserbringung von Unternehmen ab Standort Schweiz und jener ihrer Tochtergesellschaften im Ausland? Gibt es bei den Firmen des Infrastruktursektors (Land- &amp; Luftverkehr, Post, Telekom, Energie) Unterschiede in Abh\u00e4ngigkeit des Vorliegens\/Nicht-Vorliegens eines sektoriellen Abkommens? Welche Hemmnisse bestehen f\u00fcr Schweizer Firmen in der EU im Bereich der im Freiz\u00fcgigkeitsabkommen enthaltenen 90-Tage-Regel? Welche Wirtschaftsakteure in der Schweiz benutzen die 90-Tage-Regel? Welche Auswirkungen hat das bilaterale Vertragswerk mit der EU namentlich auf den Export von unternehmensbezogenen Dienstleistungen aus der Schweiz, und welche Akteure in der Schweiz sind dabei beteiligt? Ist die Dynamik des grenz\u00fcberschreitenden Dienstleistungshandels der Schweiz vergleichbar mit jener anderer europ\u00e4ischer Kleinstaaten?<\/p>\n<h3>b) Ex-post-Analyse \u00fcber die Nutzung von dienstleistungsrelevanten Abkommen weltweit durch Schweizer Unternehmen<\/h3>\n<p>Inwieweit erm\u00f6glichen das WTO-Abkommen \u00fcber den Handel mit Dienstleistungen (GATS), die Doppelbesteuerungsabkommen, die Investitionsschutzabkommen und Freihandelsabkommen eine Zunahme der Direktinvestitionen (FDI) und ein Wachstum der Dienstleistungsexporte ab der Schweiz? Wo liegen die komparativen Vorteile von Schweizer Unternehmen?<\/p>\n<h3>c) Ex-ante-Analyse des volkswirtschaftlichen Potenzials einer Markt\u00f6ffnung f\u00fcr die grenz\u00fcberschreitenden Dienstleistungserbringung in ausgew\u00e4hlten Dienstleistungsbranchen (z.B. Gesundheit, Bildung und Transport)<\/h3>\n<p>Je geschlossener eine Branche, desto schwieriger ist die Sch\u00e4tzung der Auswirkungen einer \u00d6ffnung. Von Interesse sind deshalb insbesondere unterschiedliche methodische Ans\u00e4tze zur Sch\u00e4tzung der durch Markt\u00f6ffnung zu erzielenden Exportvolumina im Bereich der grenz\u00fcberschreitenden Dienstleistungserbringung (z.B. Einf\u00fchrung der Patientenmobilit\u00e4t).<\/p>\n<h3>d) Onshoring und Offshoring als Strategie im Bereich der Finanzdienstleistungen (Banken &amp; Versicherungen)<\/h3>\n<p>Welche wirtschaftspolitischen Folgerungen sind aus der Allokation von Unternehmensfunktionen in der Schweiz und im Zielland zu ziehen? Welcher Einfluss auf die Wertsch\u00f6pfung hat eine Verlagerung einzelner Unternehmensfunktionen ins Ausland in der Schweiz? Welche Bereiche des Finanzdienstleistungssektors sind von einer Verlage-rung der Unternehmensfunktion besonders betroffen? Welche Rolle kommt dabei dem regulatorischen Umfeld im Ausland in Bezug auf die grenz\u00fcberschreitende Erbringung zu?<\/p>\n<h3>e) Auswirkungen der Globalisierung der konzerninternen Leistungsfl\u00fcsse<\/h3>\n<p>In multinationalen Unternehmen werden Funktionen &#8211; wie Konzernstandort oder Forschung &amp; Entwicklung &#8211; zunehmend internationalisiert. Wie lassen sich diese Entwicklungen statistisch erfassen? Welche Anpassungen in Statistiken w\u00e4ren vordringlich? Welche Vorteile ziehen Firmen aus weltweiten Umstrukturierungen? f) Volkswirtschaftliche Potenziale und Risiken des Transithandels in der Schweiz &nbsp;Wie haben sich die Determinanten des Transithandels (Merchanting) in der Schweiz entwickelt? Welche wirtschaftlichen Potenziale und Risiken (z.B. Transparenz im OTC-Gesch\u00e4ft) bestehen?<\/p>\n<h2>Offerten<\/h2>\n<p>Die Offerte muss eine Auseinandersetzung mit der ge-w\u00e4hlten Fragestellung, eine Beschreibung der Methodik und der zu Grunde liegenden Daten enthalten sowie die Qualifikation der Beteiligten, die Planung der Forschungsschritte und eine Aufteilung der Kosten nach Projektphase und Art des Aufwandes (Honorare, administrative Arbeiten, Reise- und andere Spesen, MWST) darlegen. Die Studien sollen nach M\u00f6glichkeit im 3. Quartal 2010, sp\u00e4testens aber im 4. Quartal 2010 abgeschlossen werden. Insgesamt steht ein Budget von 500&nbsp;000 Franken zur Verf\u00fcgung. Die Projektvergabe erfolgt im Januar 2010.<\/p>\n<h2>Vergabekriterien<\/h2>\n<p>Massgebend ist das Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis. Leistungsmerkmale sind die Relevanz und Qualit\u00e4t des vorgeschlagenen Forschungsansatzes (bevorzugt quantitativ), die Eignung der gew\u00e4hlten Methodik, die Eignung der vorgesehenen Datenbasis und die Qualifikation des Forschungsteams. &nbsp;Offerten sind bis am 1. Dezember 2009 an folgende Adresse einzureichen: &nbsp;&nbsp;Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft SECO Direktion f\u00fcr Wirtschaftspolitik, DPWW Effingerstrasse 1 3003 Bern isabelle.schluep@seco.admin.ch<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz belegte 2008 im Dienstleistungshandel den zw\u00f6lften Rang unter den Exportnationen. 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