{"id":121936,"date":"2009-11-01T12:00:00","date_gmt":"2009-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2009\/11\/kissling-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:36:17","modified_gmt":"2023-08-23T21:36:17","slug":"kissling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2009\/11\/kissling\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchphase und Risikokapital-Beschaffung von technologieorientierten Start-ups"},"content":{"rendered":"<p>Die Beschaffung von Fr\u00fchphasen-Geldern und Risikokapital stellt f\u00fcr die meisten Start-ups eine grosse H\u00fcrde auf dem Weg in die erfolgreiche unternehmerische Zukunft dar. F\u00fcr einige Technologien und Branchen liegt die Messlatte f\u00fcr das finanzielle Engagement von Business Angels und Venture-Capital-Gesellschaften aber h\u00f6her als f\u00fcr andere. Aus Sicht der staatlichen Innovationsf\u00f6rderung stellt sich die Frage, inwieweit und in welcher Form der Staat bei der L\u00f6sung dieses Problems Hand bieten kann und soll. F\u00fcr Kommentare und Hinweise danken wir Michael Sidler, Jean-Pierre Vuilleumier, Urs Althaus, Martin Bopp, Markus Scharnowski und Manfred Grunt. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200911_20_Kissling_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nLange bevor Kreditinstitute Fremdkapital an Unternehmen vergeben, sind Neugr\u00fcnder und Jungunternehmen auf das Eigenkapital von Investoren angewiesen. Dessen Beschaffung ist eine grosse Herausforderung. Oft schl\u00e4gt die Suche nach Geld fehl. W\u00e4hrend Gr\u00fcnder und Jungunternehmer das Fehlen von ausreichendem Eigenkapital und den mangelnden Willen potenter Investoren beklagen, konterten Investoren in der Vergangenheit mit dem Hinweis, dass &#8211; verglichen mit dem Ausland &#8211; gute Start-up-Ideen in der Schweiz rar sind und die Kleinheit des Binnenmarktes die Wachstumschancen vieler Start-up-Projekte schm\u00e4lert.\u00a0Heute ist die Situation allerdings anders: Die Schweiz wird mittlerweile auch bei Investoren als innovativer Standort mit einer interessanten Start-up-Szene wahrgenommen. Neben der momentanen Rezession besteht aber in der Kapitalbeschaffung je nach Technologie und Branche ein mehr oder weniger grosses strukturelles Problem, das im Folgenden n\u00e4her beleuchtet wird.&#13;<\/p>\n<h2>Business Angels und Venture-Capital-Gesellschaften &#8211; Unterschiede und Gemeinsamkeiten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie beiden g\u00e4ngigsten Varianten der Kapitalbeschaffung f\u00fcr Start-ups durch Business Angels (BA) oder Venture-Capital-Gesellschaften (VCG) unterscheiden sich vor allem hinsichtlich des Zeitraums und des zur Verf\u00fcgung stehenden Investitionsvolumens.\u00a0Business Angels als branchen- und f\u00fchrungserfahrene Privatpersonen konzentrieren ihre Unterst\u00fctzung auf die Anfangsoder die Gr\u00fcndungsphase (Seed Stage Capital), ohne einen expliziten Schwerpunkt auf die sp\u00e4teren Entwicklungsphasen zu setzen. Neben der Einlage von Eigenkapital in das Start-up-Projekt \u00fcbernehmen sie die wichtige Funktion, die dem Start-up eigenen Kenntnisse, Erfahrungen und Netzwerke in der betreffenden Branche zur Verf\u00fcgung zu stellen. Zus\u00e4tzlich unterst\u00fctzt der BA das meist unerfahrene F\u00fchrungsteam bei den Aufgaben im operativen und strategischen Management sowie in der n\u00e4chsten Finanzierungsrunde.\u00a0Venture-Capital-Gesellschaften fokussieren sich h\u00e4ufiger auf die sp\u00e4teren Entwicklungsphasen (Later Stage Capital) des Start-ups. Verglichen mit der Fr\u00fchphase sind hier die Risiken in der Gesch\u00e4ftsentwicklung des Jungunternehmens besser kalkulierbar und High Potentials deutlicher erkennbar. Dies h\u00e4ngt auch damit zusammen, dass zwei entscheidende Bewertungsfaktoren an Kontur gewonnen haben: Die Managementf\u00e4higkeiten der unternehmerischen F\u00fchrung des Start-ups treten im Vergleich zur Anfangs- und Gr\u00fcndungsphase klarer hervor; Professionalit\u00e4t, betriebswirtschaftliches Denken und Stressresistenz, aber auch die Wachstumschancen sowie die Absatzm\u00e4rkte sind besser einsch\u00e4tzbar. Auf Grund des geringeren Investitionsrisikos werden von VCG vergleichsweise h\u00f6here Kapitalbetr\u00e4ge zur Verf\u00fcgung gestellt. Unmittelbare Rentabilit\u00e4ts\u00fcberlegungen spielen gegen\u00fcber dem l\u00e4ngerfristigen Engagement der BA eine gr\u00f6ssere Rolle.&#13;<\/p>\n<h3>Zusammenarbeit bringt Vorteile<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEine enge Zusammenarbeit zwischen BA und VCG kann grosse Vorteile bringen. Die VCG kann dem BA bei der Beurteilung des Start-ups helfen und gibt eine gewisse Perspektive f\u00fcr die weitere Finanzierung. Der BA kann seinerseits die fr\u00fche Entwicklung des Start-ups unterst\u00fctzen und der VCG einen besseren Einblick in die Entwicklung der Firma geben. Diese wichtige Art von Zusammenarbeit unterst\u00fctzt u.a. die Investorenplattform CTI Invest. \u00a0Eine Br\u00fccke zwischen BA und VCG versuchen heute auch viele Kantonalbanken und Stiftungen mit so genannten Mezzanine-Finanzierungen zu bauen. Meistens wird dabei ein Wandeldarlehen eingesetzt, welches dann beim Einstieg der VCG zu Eigenkapital wird.\u00a0Die Finanzierung von Start-ups mittels Eigenkapital Dritter liegt ausserhalb des Einflussbereiches der Unternehmensgr\u00fcnder, wie bei eigenen oder famili\u00e4ren Ersparnissen. Ungeachtet dieser Unterschiede ist ein zentraler Punkt gemeinsam: Innovation, k\u00fcnftiges Gesch\u00e4ftsfeld und M\u00f6glichkeit der sp\u00e4teren Exits bei Start-up-Projekten m\u00fcssen f\u00fcr die Investoren vorstellbar und fassbar sein. Genau an diesem Punkt unterscheiden sich Start-up-Projekte je nach Technologie und Branche teilweise fundamental voneinander.&#13;<\/p>\n<h2>Die Bewertung von Gesch\u00e4ftsfeld und Branche entscheidet<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin Blick auf die Finanzierungssituation in den Life Sciences &#8211; insbesondere der pharmazeutischen Industrie &#8211; verdeutlicht diesen Punkt. Zwar ben\u00f6tigen gerade hier Start-ups wegen ihrer ressourcenintensiven Produktforschung Investitionen in erheblichem Umfang. So geh\u00f6ren auch von der F\u00f6rderagentur f\u00fcr Innovation KTI unterst\u00fctzte Life-Science-Projekte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft typischerweise zum Bereich mit den h\u00f6chsten F\u00f6rdervolumina. Anwendungsm\u00f6glichkeiten zeichnen sich aus den Ergebnissen der anwendungsorientierten Forschung bereits in der Entwicklungsphase f\u00fcr Start-up-Investoren vergleichsweise deutlich ab. \u00dcberdies erfolgt die eigentliche Produktlancierung durch die grossen Akteure im Pharmabereich, die am Standort Schweiz wie in keiner anderen Branche konzentriert sind. So kann ein Exit &#8211; und damit auch der Return on Investment &#8211; f\u00fcr den Investor h\u00e4ufig schon stattfinden, bevor das Produkt \u00fcberhaupt auf den Markt kommt. Diese Risikominimierung macht Eigenkapitalinvestitionen von BA und VCG vergleichsweise attraktiv.\u00a0Der f\u00fcr Investoren besser kalkulierbare Return on Investment h\u00e4ngt auch damit zusammen, dass die globalen Marktchancen f\u00fcr Start-ups im Bereich Life Science von Beginn an bewertbar sind. Die Investoren in der Schweiz verstehen zudem traditionellerweise den Life-Science-Bereich besser; hingegen sind die Renditen (mit Ausnahmen) eher tief. Hinzu kommt, dass insbesondere der Biotech-Bereich einen Boom erfahren hat, von dem das ganze finanzielle Umfeld profitiert und der fachkundige Unternehmer sowie Investoren hervorbringt.&#13;<\/p>\n<h3>Fehlendes finanzielles Umfeld im Cleantech-Bereich<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Cleantech-Bereich Im Rahmen der im 2. Stabilisierungspaket durchgef\u00fchrten Sondermassnahmen in der Forschungs- und Innovationsf\u00f6rderung versteht die KTI darunter u.a. die folgenden Teilbereiche: Erneuerbare Energie, Energiespeicherung und -verteilung, Energie in Geb\u00e4uden, Energieeffizienz, Entsorgung (Abwasser, Abfall etc.), L\u00e4rm- und Emissionsreduktion, Rohstoffrecycling, Nachhaltige Mobilit\u00e4t. fehlt dieses finanzielle Umfeld weitgehend. Zwar h\u00e4tte die Schweiz grunds\u00e4tzlich die Voraussetzungen, ein besseres Umfeld zu schaffen, denn mit grossen Unternehmen (wie z.B. ABB, Alstom, Sulzer, Rieter, GF oder Holcim) und f\u00fchrenden Forschungsinstituten (wie die beiden Eidg. Technischen Hochschulen, die Empa, das Paul-Scherrer-Institut und die Eawag) verf\u00fcgt sie \u00fcber eine gute Ausgangsbasis. Die Aussicht auf im Branchenvergleich geringere Renditen ist per se nur ein Erkl\u00e4rungsgrund f\u00fcr die fr\u00fchen Finanzierungsh\u00fcrden des Sektors. Andere Erkl\u00e4rungen liegen in der unterschiedlichen Ausgangslage und Wirtschaftsstruktur f\u00fcr einzelne Branchen und Technologien.\u00a0Im Vergleich zu den Life Sciences ist die M\u00f6glichkeit einer \u00dcbernahme von Start-ups durch globale Akteure relativ unwahrscheinlich, da das Wachstum gr\u00f6sserer Unternehmen anders verl\u00e4uft und Zuk\u00e4ufe kleinerer Unternehmen nicht die Regel sind. Die Schweizer Cleantech-Szene ist klein strukturiert und die Unternehmen relativ jung. Attraktive Renditen f\u00fcr Investoren k\u00f6nnen also kaum durch den Verkauf des Start-ups an grosse Unternehmen entstehen &#8211; es sei denn, ausl\u00e4ndische Unternehmen treten als Interessenten auf. Damit entf\u00e4llt auch die M\u00f6glichkeit, Innovationen von Start-ups in die Produktpalette und Vertriebskan\u00e4le international t\u00e4tiger Konzerne einzuschleusen. Investoren gehen also ein relativ grosses Risiko bei Cleantech-Start-ups ein, zumal der Sprung auf die f\u00fcr das Wachstum notwendigen internationalen M\u00e4rkte aus dem organischen Wachstum des Start-ups entstehen muss. Auch wenn der Schweizer Heimmarkt als anspruchsvoller Testmarkt gilt, erschwert seine Kleinheit den notwendigen Aufbau kritischer Masse f\u00fcr den Sprung ins Ausland.\u00a0Das Spektrum der Gr\u00fcndungsideen im Bereich Cleantech reicht von privaten Stiftungen \u00fcber Non-Profit-Organisationen zu Vereinen oder verbands\u00e4hnlichen Strukturen und gr\u00fcndet in intrinsischen Motivationen. Kenner des Cleantech-Bereichs stellen zudem fest, dass unternehmens\u00fcbergreifende Formen der Zusammenarbeit und des Informationsaustausches zu schwach entwickelt sind. Diese Zusammenarbeit ist jedoch eine wichtige Voraussetzung, kritische Masse an Know-how und Investitionen schaffen zu k\u00f6nnen. F\u00fchrungsteams von Start-ups in Cleantech fokussieren zudem nicht ausschliesslich auf den Markt und unternehmerischen Erfolg, sondern auch auf umweltpolitische Aspekte wie gesellschaftliche Antworten auf den Klimawandel. Investoren beklagen denn auch, dass nicht nur zu wenig gute Projektideen zur Verf\u00fcgung stehen, sondern auch, dass die investorgerechte Aufbereitung von Start-up-Projekten in Form von Businesspl\u00e4nen und \u00fcberzeugenden Gesch\u00e4ftsmodellen unbefriedigend ist. Letzteres ist auch in anderen Bereichen der Fall. \u00a0Es gilt die Faustregel, dass das Risiko der Investoren bei Start-ups steigt, je h\u00f6her der Grad der notwendigen Eigenleistungen des Start-ups und je l\u00e4nger der Zeitraum bis zu einem klaren Exporterfolg sind. Auch die Tatsache, dass Cleantech-Start-ups f\u00fcr den Aufbau einer Pilotanlage h\u00e4ufig ein gr\u00f6sseres Investitionsvolumen ben\u00f6tigen als beispielsweise Start-ups im Bereich ICT, erschwert die Kapitalbeschaffung zus\u00e4tzlich.\u00a0Bei Start-ups in Branchen, deren Fr\u00fchphase aus technologischen oder marktbedingten Gr\u00fcnden mehr Zeit in Anspruch nimmt, sind somit die Risiken f\u00fcr BA h\u00f6her, weil der sp\u00e4tere Einstieg von VCG das Ertragspotenzial von fr\u00fchen Investoren ausd\u00fcnnt. Dies wirkt als Bremse f\u00fcr eine Finanzierung in der fr\u00fchen Phase. VCG hingegen wollen erst ab h\u00f6heren Geldbetr\u00e4gen einsteigen, da sich f\u00fcr sie der Aufwand (Due Diligence, Administration) sonst nicht lohnt. Sie leben von der Management Fee, die zwischen 2% und 3% betr\u00e4gt. Bei einem grossen Fonds k\u00f6nnen aber keine kleinen Investments gemacht werden, da der Verwaltungsaufwand sonst \u00fcberm\u00e4ssig gross w\u00fcrde. Deshalb kann zwischen der Finanzierung durch Mithilfe von Freunden und Familienmitgliedern &#8211; Family, Friends and Fools &#8211; und den VCG eine Finanzierungsl\u00fccke entstehen, die strukturell bedingt ist und auch von den BA nicht \u00fcberbr\u00fcckt werden kann. Es gibt mittlerweile vereinzelte gr\u00f6ssere, st\u00e4rker institutionalisierte BA &#8211; sogenannte Super Angels &#8211; oder \u00abangelartige\u00bb VCG, die sich auf diese Finanzierungsl\u00fccke zu fokussieren beginnen. Zus\u00e4tzlich beobachten Investoren, dass Schweizer Jungunternehmen zu wenig mutig und wachstumsorientiert sind und entsprechend viel zu bescheiden auftreten. M\u00f6gliche Marktpotenziale einer an sich guten Idee etwa im Ausland werden oft erst gar nicht ber\u00fccksichtigt.\u00a0Als eines der gr\u00f6ssten Probleme im Cleantech-Bereich gilt die Tatsache, dass die Anwendungen oft auf Gedeih und Verderb von staatlichen Gesetzgebungen abh\u00e4ngen: kein Katalysator ohne Abgasvorschrift, kein Alternativstrom ohne Einspeiseverg\u00fctung. Einmal in Kraft, k\u00f6nnen diese gesetzlichen Vorgaben Nischenm\u00e4rkte schaffen. Aber oft dauert es viel zu lange, bis die Regulierungen in Kraft gesetzt werden. Auch die Energiepreise sind in diesem Zusammenhang ein weiterer Umfeld- und Unsicherheitsfaktor. Die Rahmenbedingungen im Bereich Cleantech sind somit weniger g\u00fcnstig und berechenbar als im Life-Science-Bereich.&#13;<\/p>\n<h2>Vergleich mit dem Ausland<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin Blick zu den europ\u00e4ischen Nachbarn der Schweiz zeigt, dass Unternehmensgr\u00fcnderinnen und -gr\u00fcnder dort eine breite Palette von Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten vorfinden, die neben der Beschaffung von Risikokapital auch die Finanzierung in der Fr\u00fchphase vorsieht. So stellt beispielsweise der von der deutschen Bundesregierung und mehreren Grossunternehmen gemeinsam ge\u00e4ufnete und mit 272 Mio. Euro dotier-te Hightech-Gr\u00fcnderfonds-Risikokapital f\u00fcr junge, chancenreiche Technologie-Unternehmen bereit, die vielversprechende Forschungsergebnisse unternehmerisch umsetzen. Mithilfe der Seedfinanzierung von bis zu 500&nbsp;000 Euro k\u00f6nnen die Start-ups ihre Vorhaben bis zur Bereitstellung eines Prototypen beziehungsweise eines Proof of Concept oder zur Markteinf\u00fchrung bringen. \u00a0In der Schweiz wurde aus ordnungspolitischen Gr\u00fcnden auf vergleichbare staatliche Finanzierungsangebote in der Fr\u00fchphase verzichtet. Die Finanzierung erfolgt hier auf marktwirtschaftlicher Grundlage aus der \u00dcberzeugung, dass nur unternehmerisch handelnde Menschen &#8211; Gr\u00fcnder und Investoren &#8211; die Risiken zutreffend beurteilen k\u00f6nnen und so Fehlallokationen durch staatliche Eingriffe vermieden werden k\u00f6nnen. Die schliesst jedoch Transparenz schaffende Massnahmen, Schulungen, Trainingsangebote und Coachings nicht aus, wie sie auf bundesstaatlicher Ebene seit 1996 mit grossem Erfolg von der F\u00f6rderagentur f\u00fcr Innovation KTI durchgef\u00fchrt werden (siehe&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1<\/b>&#13;<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich m\u00fcssen die Kenntnisse von angehenden Jungunternehmern und vor allem von Ingenieuren hinsichtlich der M\u00f6glichkeiten der Start-up-F\u00f6rderung und des Wissens um die Vermarktungsanforderung guter Start-up-Ideen verbessert werden. Mit der Initiative Venturelab stehen geeignete Bildungsinstrumente heute schon zur Verf\u00fcgung.).\u00a0Von den mehr als 1800 Projekten, die seit 1996 durch erfahrene Experten gepr\u00fcft worden sind, haben bis heute gut 200 Start-ups das begehrte CTI-Start-up-Label erhalten. Von diesen sind \u00fcber 85% noch im Gesch\u00e4ft &#8211; ein weit \u00fcberdurchschnittlicher Erfolg, der auch vom Markt honoriert wird, gelingt es den ausgezeichneten Firmen doch, j\u00e4hrlich mehr als 200 Mio. Franken Risikokapital anzuziehen.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie gezeigten Unterschiede in den Finanzierungsm\u00f6glichkeiten von Start-ups in Abh\u00e4ngigkeit von Technologie und Branche sprechen daf\u00fcr, dass im beschriebenen Handlungsrahmen bestimmten Themen &#8211; wie etwa Cleantech &#8211; nicht zuletzt mit Blick auf ihre gesellschaftspolitische Relevanz besonderes Augenmerk geschenkt werden sollte.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abUnternehmens- und Finanzierungsphasen von Jungunternehmen\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abUnterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten der KTI in den Entwicklungsphasen einer Jungunternehmung\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1 \u00abHandlungsspielr\u00e4ume der staatlichen Innovationsf\u00f6rderung am Beispiel Cleantech\u00bb<\/b>&#13;<br \/>\nWelche M\u00f6glichkeiten bestehen staatlicherseits, um Start-ups wie jenen im Cleantech-Bereich bessere Erfolgschancen zu geben? Im Folgenden dazu eine \u00fcbersicht an Handlungsoptionen aus Sicht der F\u00f6rderagentur f\u00fcr Innovation KTI:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSchulung von Ingenieuren im Bereich Start-up\/Venture:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich m\u00fcssen die Kenntnisse von angehenden Jungunternehmern und vor allem von Ingenieuren hinsichtlich der M\u00f6glichkeiten der Start-up-F\u00f6rderung und des Wissens um die Vermarktungsanforderung guter Start-up-Ideen verbessert werden. Mit der Initiative Venturelab stehen geeignete Bildungsinstrumente heute schon zur Verf\u00fcgung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKTI-Coaching und -Labelling:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie F\u00f6rderagentur f\u00fcr Innovation KTI bietet seit Jahren ein sehr erfolgreiches Coaching von Start-ups an. Teil dieses Coaching-Prozesses kann die Vergabe des sog. CTI-Labels sein. Dieses Label kann viel versprechenden Cleantech-Projekten auch als T\u00fcr\u00f6ffner f\u00fcr die Beschaffung von weiterem Eigen- und Fremdkapital dienen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBestehende Netzwerke nutzen:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch im Cleantech-Bereich haben sich in der Schweiz in den letzten Jahren zahlreiche Plattformen und Netzwerke gebildet. Aussichtsreiche Start-up-Projekte m\u00fcssen darin gef\u00f6rdert werden, sich an den entsprechenden Messen und Konferenzen zu pr\u00e4sentieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTransparenz f\u00fcr Start-ups und Investoren schaffen:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nOberste Priorit\u00e4t hat die Verst\u00e4rkung des Matching zwischen Start-ups und Investoren auf der Basis verbesserter Informationen und erh\u00f6hter Transparenz bez\u00fcglich der zur Verf\u00fcgung stehenden Projektideen und m\u00f6glicher Investitionsquellen. In diesem Zusammenhang ist auch \u00fcber die M\u00f6glichkeit von Road Shows geeigneter Start-up-Projekte bei Investoren nachzudenken. Ebenfalls ist die Beteiligung von Start-ups an den renommierten Businessplan-Wettbewerben der Schweiz \u2013 wie z.B. De Vigier, Venture 2010, Venturekick und IMD \u2013 st\u00e4rker zu f\u00f6rdern. Des Weiteren ist die Nutzung der Investorenplattform CTI Invest bei der Kapitalbeschaffung zu intensivieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nPilotanlagen:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAufgrund der Notwendigkeit einer h\u00f6heren Marktdurchdringung werden durch das einzelne Jungunternehmen h\u00f6here Eigenleistungen im Bereich Pilotanlagen, Pilotprodukte, Nachweis von Systemkompatibilit\u00e4ten und Einhaltung internationaler Standards verlangt. Diese Vorleistungen k\u00f6nnen viele Jungunternehmen nicht selber erbringen oder durch Investoren finanzieren lassen. Sofern Pilotanlagen einen wissenschaftsbasierten Konnex aufweisen, gilt es zu pr\u00fcfen, ob Hochschulen bei der Erstellung solcher Pilotanlagen Hand bieten k\u00f6nnen. Die Finanzierung w\u00e4re durch die staatliche Innovationsf\u00f6rderung zu gew\u00e4hrleisten. Voraussetzung ist eine neue gesetzliche Grundlage.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nExportplattformen:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Sinne der F\u00f6rderung einer vollst\u00e4ndigen Wertsch\u00f6pfungskette von der Forschung bis zur Vermarktung der Produkte auf den globalen M\u00e4rkten kann mit den neu geschaffenen Exportplattformen der OSEC und des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) auch im Cleantech-Bereich von Seiten des Staates ein effizientes Instrument angeboten werden, um Start-ups und Jungunternehmen die Eigenpromotion auf ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkten zu erleichtern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie hier beschriebenen Massnahmen haben subsidi\u00e4ren Charakter. Sie zeigen aber dennoch, dass der Staat mit Transparenz st\u00fctzenden und informationsf\u00f6rdernden Massnahmen wesentlich zum besseren Gelingen von Start-up-Projekten beitragen kann.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Beschaffung von Fr\u00fchphasen-Geldern und Risikokapital stellt f\u00fcr die meisten Start-ups eine grosse H\u00fcrde auf dem Weg in die erfolgreiche unternehmerische Zukunft dar. F\u00fcr einige Technologien und Branchen liegt die Messlatte f\u00fcr das finanzielle Engagement von Business Angels und Venture-Capital-Gesellschaften aber h\u00f6her als f\u00fcr andere. 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