{"id":121986,"date":"2009-10-01T12:00:00","date_gmt":"2009-10-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2009\/10\/aeppli-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:36:29","modified_gmt":"2023-08-23T21:36:29","slug":"aeppli-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2009\/10\/aeppli-3\/","title":{"rendered":"Welche Sozialhilfebez\u00fcger finden eine dauerhafte Erwerbsarbeit?"},"content":{"rendered":"<p>Eine neue Untersuchung f\u00fcr f\u00fcnf Schweizer St\u00e4dte beleuchtet die Frage, wie viele und welche Personen, die sich bei der Sozialhilfe anmelden, in einem Zeitraum von zwei bis vier Jahren eine Erwerbsarbeit aufnehmen und sich damit von der Sozialhilfe abl\u00f6sen. Gem\u00e4ss dieser Untersuchung vermochten sich 60% der neuen Sozialhilfebez\u00fcger der Jahre 2005 und 2006 zumindest vor\u00fcbergehend von der Sozialhilfe zu l\u00f6sen. 28% fanden keine Arbeit und waren dauernd auf Sozialhilfe angewiesen. 11% verf\u00fcgten zwar \u00fcber eine Arbeit, waren aber erg\u00e4nzend auf Sozialhilfe angewiesen. Mehr als drei Viertel aller Befragten waren bereits einmal oder mehrmals bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) als arbeitslos gemeldet. Und 38% hatten schon zuvor einmal Sozialhilfe beansprucht. Der vorliegende Artikel wurde von Thomas Ragni mitverfasst. Auf eine Auff\u00fchrung als Co-Autor wurde verzichtet, da er im vorausgehenden Artikel als Hauptautor zeichnet.&#13;<\/p>\n<h2>Wie viele Sozialhilfebez\u00fcger finden eine dauerhafte Erwerbsarbeit?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVon jenen Personen, welche sich in den Jahren 2005 und 2006 in den St\u00e4dten Basel, Biel, Lausanne, Luzern und St. Gallen neu bei der Sozialhilfe anmeldeten, vermochten sich bis zum Zeitpunkt unserer Untersuchung (September 2008 bis Januar 2009) durchschnittlich 60% von der Sozialhilfe abzul\u00f6sen. In Biel gelang dies mit 47% anteilsm\u00e4ssig deutlich weniger Personen als in den anderen vier St\u00e4dten. Spitzenreiter war St. Gallen mit einer Abl\u00f6sequote von 67%.\u00a0Zum Zeitpunkt der Untersuchung verf\u00fcgten 52% aller Befragten \u00fcber eine Erwerbsarbeit. Weitere 9% waren zeitweilig erwerbst\u00e4tig, verloren die Stelle sp\u00e4ter aber wieder. 39% blieben \u00fcber den gesamten Zeitraum ohne Stelle. Am h\u00f6chsten lag der Anteil an Personen mit einer Erwerbsarbeit zum Befragungszeitpunkt in Luzern mit 60%, am niedrigsten in Biel mit 44%. \u00a0Diese Ergebnisse korrespondieren gut mit jenen der Studie \u00fcber die Situation der Ausgesteuerten im Jahre 1999. Vgl. Aeppli (2000). Damals gingen 51% der Ausgesteuerten rund ein Jahr nach der Aussteuerung einer Besch\u00e4ftigung nach. Die Jahre 1999 und 2008 sind relativ gut vergleichbar. In beiden Jahren herrschte eine gute Konjunktur, und die Arbeitslosenquote lag mit 2,7% (1999) respektive 2,6% fast gleich hoch. \u00a0Betrachtet man die Erwerbssituation der Befragten etwas genauer, stellt man deutliche Unterschiede fest (vgl. Tabelle 1):\u00a0&#8211; 23% aller antwortenden Personen waren dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert. Sie hielten seit mehr als sechs Monaten die gleiche Stelle mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag und bezogen keine Sozialhilfe mehr. \u00a0&#8211; 3% waren selbstst\u00e4ndig erwerbend, ohne Sozialhilfe zu beziehen.\u00a0&#8211; 6% verf\u00fcgten \u00fcber eine Stelle mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag, waren aber seit weniger als sieben Monaten an der gleichen Stelle.\u00a0&#8211; 9% hatten eine befristete Stelle, tempor\u00e4re Arbeit oder Arbeit auf Abruf.\u00a0&#8211; 9% fanden zuerst eine Stelle, verloren diese aber wieder oder gaben sie auf.\u00a0&#8211; 11% verf\u00fcgten \u00fcber eine Arbeitsstelle, mussten aber daneben noch Sozialhilfe beziehen (Working Poor).\u00a0&#8211; 28% fanden keine Arbeit und waren dauerhaft auf die Sozialhilfe angewiesen.\u00a0&#8211; 11% waren von der Sozialhilfe abgemeldet, hatten aber seither nie Arbeit gefunden oder keine Arbeit gesucht.&#13;<\/p>\n<h2>Sozialhilfequoten und Arbeitsmarktintegration<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nJe h\u00f6her die Sozialhilfequote in einer Stadt lag, desto seltener gelang den neuen Sozialhilfebez\u00fcgern eine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt. Biel wies mit 11,0% von den f\u00fcnf untersuchten St\u00e4dten die h\u00f6chste Sozialhilfequote Quelle: Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS), Sektion Sozialhilfe. Die Angaben beziehen sich auf das Jahr 2007. Die Referenzgr\u00f6sse ist die st\u00e4ndige Wohnbev\u00f6lkerung. auf und verzeichnete mit 15% den geringsten Anteil an dauerhaft integrierten Personen. In Lausanne, wo der Anteil an Personen mit dauerhafter Arbeit mit 20% ebenfalls unter dem Durchschnitt lag, betrug die Sozialhilfequote 9,9%. In den drei St\u00e4dten mit \u00fcberdurchschnittlichen Anteilen an dauerhaft integrierten Personen lagen die Sozialhilfequoten deutlich niedriger (Basel 6,9%, St.Gallen 4,6% und Luzern 3,8%). Wie die Zahlen zeigen, haben Sozialhilfebez\u00fcger in St\u00e4dten mit hohen Sozialhilfequoten offenbar geringere Chancen, sich dauerhaft in der Arbeitswelt zu integrieren als solche in St\u00e4dten mit tieferen Sozialhilfequoten. Anders ausgedr\u00fcckt, weisen St\u00e4dte, welche bei der Reintegration ihrer Sozialhilfebez\u00fcger weniger erfolgreich sind, h\u00f6here Sozialhilfequoten auf. \u00a0Die durchschnittliche Sozialhilfequote f\u00fcr die ganze Schweiz betrug 3,1%. Die vorliegende Untersuchung liefert ein repr\u00e4sentatives Bild der st\u00e4dtischen Sozialhilfe in der Schweiz, welche im Vergleich zum Schweizer Durchschnitt mit teils deutlich h\u00f6heren Sozialhilfequoten konfrontiert ist.&#13;<\/p>\n<h2>Welchen Personen gelang die Arbeitsmarktintegration am besten?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nPersonen im Alter von 50 bis 65 Jahren blieben mit 38% anteilsm\u00e4ssig deutlich h\u00e4ufiger ohne Arbeit und dauerhaft auf Sozialhilfe angewiesen als j\u00fcngere Personen mit rund 25%. Die 30- bis 49-J\u00e4hrigen konnten sich mit 27% anteilsm\u00e4ssig am h\u00e4ufigsten dauerhaft in die Arbeitswelt integrieren. Es folgen die 18- bis 29-j\u00e4hrigen Personen mit einer Integrationsquote von 22%. Von den 50- bis 65-J\u00e4hrigen gelang nur 17% eine dauerhafte Integration. Auch die Aufnahme einer befristeten Erwerbst\u00e4tigkeit gestaltete sich f\u00fcr \u00e4ltere Sozialhilfebez\u00fcger schwieriger. Der Anteil von Personen mit eher instabilen Arbeitsverh\u00e4ltnissen (B1-B3) nimmt mit ansteigendem Alter deutlich von 33% auf 16% ab. \u00a017% der 50- bis 65-J\u00e4hrigen meldeten sich von der Sozialhilfe ab, ohne Arbeit gefunden zu haben. Dieser Anteil lag bei den j\u00fcngeren Altersgruppen mit unter 10% deutlich tiefer. Hauptgrund f\u00fcr eine Abmeldung von der Sozialhilfe ohne Arbeit d\u00fcrfte der Zuspruch einer IV-Rente sein. 54% dieser Personen nannten nach Abmeldung von der Sozialhilfe u.a. die IV als Einkommensquelle.&#13;<\/p>\n<h2>Die Arbeit der Personen, die eine Stelle haben<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVon den befragten Personen, welche eine Erwerbst\u00e4tigkeit aus\u00fcbten (52% aller Befragten), arbeiteten 45% Teilzeit. Damit lag der Anteil deutlich \u00fcber dem Durchschnitt der st\u00e4ndigen Erwerbsbev\u00f6lkerung von 31%. Am meisten Teilzeitbesch\u00e4ftigte fanden sich mit einem Anteil von 47% in der Stadt Luzern, am wenigsten mit einem Anteil von 41% in Lausanne. Ein hoher Anteil, n\u00e4mlich 40% der Teilzeitbesch\u00e4ftigten, arbeitete unfreiwillig Teilzeit und h\u00e4tte eine Vollzeitstelle bevorzugt. Am h\u00f6chsten lag dieser Anteil mit 49% in Lausanne, am tiefsten mit 35% in der Stadt St.Gallen. \u00a0Zwei Drittel der Personen, die sich von der Sozialhilfe abl\u00f6sten und \u00fcber Arbeit verf\u00fcgten (40% der Befragten), verdienten an der neuen Stelle mehr, als sie zuletzt an Sozialhilfe bezogen. 18% verdienten gleich viel und 16% erzielten einen Lohn, der unter dem Betrag der letzten Sozialhilfe lag. In der Stadt St.Gallen erreichten drei Viertel ein im Vergleich zum Betrag der letzten Sozialhilfe h\u00f6heres Erwerbseinkommen; in Biel waren es nur 63% und in Lausanne 64%. \u00a0F\u00fcr sehr viele Personen mit Arbeit reichte der Verdienst nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. 46% der Personen mit Arbeit erzielen einen zu geringen Verdienst &#8211; am meisten in Biel (55%) und am wenigsten in der Stadt St.Gallen (35%). Ein Drittel der Personen mit Arbeit erzielte ein pers\u00f6nliches Erwerbseinkommen zwischen 500 und 2000 Franken pro Monat. Dies betrifft 16% der befragten Personen, also erheblich mehr als die 12% Personen, die zus\u00e4tzlich zum Lohn noch Sozialhilfe beziehen. In Biel gab es mit einem Anteil von 41% am meisten Personen, die zwischen 500 und 2000 Franken verdienten. Einen Lohn von \u00fcber 5000 Franken erzielten im Durchschnitt nur 7% aller Personen mit Arbeit.\u00a0Mehr als ein Drittel der Personen mit Arbeit gab an, dass die gegenw\u00e4rtige Stelle nur teilweise oder gar nicht ihren Vorstellungen und W\u00fcnschen zu Beginn der Arbeitsuche entspr\u00e4che. Der Anteil dieser Personen ist in Biel mit 45% am h\u00f6chsten und in Lausanne mit 26% am geringsten. Als h\u00e4ufigster Grund, warum die jetzige Arbeit teilweise oder gar nicht den Vorstellungen und W\u00fcnschen entspricht, wurde der zu tiefe Lohn genannt. 71% der Personen, deren Arbeit teilweise oder gar nicht den Vorstellungen und W\u00fcnschen entsprach, waren mit dem Lohn unzufrieden. In der Stadt Luzern geben sogar 82% dieser Personen an, ihr Lohn sei zu tief. Der zweith\u00e4ufigste Grund der Unzufriedenheit war, dass die ausge\u00fcbte Arbeit nicht der Ausbildung entsprach. 56% der Personen, deren Arbeit teilweise oder gar nicht den Vorstellungen und W\u00fcnschen entsprach, mussten eine Stelle annehmen, die ihrer Ausbildung nicht gerecht wurde.&#13;<\/p>\n<h2>Lebensstandard, fr\u00fcherer Bezug von Sozialhilfe und fr\u00fchere Arbeitslosigkeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWir fragten alle Personen, die sich von der Sozialhilfe abgemeldet haben, wie hoch ihr jetziger Lebensstandard im Vergleich zum Zeitpunkt, als sie Sozialhilfe bezogen, sei. F\u00fcr die H\u00e4lfte dieser Personen lag der aktuelle Lebensstandard h\u00f6her als zur Zeit, als sie Sozialhilfe bezogen. F\u00fcr 14% lag der Lebensstandard tiefer und f\u00fcr 35% ist er gleich geblieben. Die H\u00e4lfte der Personen, die von der Sozialhilfe abgemeldet sind, erlebt also keine Verbesserung des Lebensstandards (siehe Grafik 1).\u00a038% aller Befragten beanspruchten schon vor dem Jahre 2005 einmal Sozialhilfe. Der Anteil ist mit 47% in Biel bzw. 44% in Basel am h\u00f6chsten, in Lausanne mit 27% am niedrigsten. Mehr als drei Viertel aller Befragten hatten sich schon einmal oder mehrmals bei einem RAV als arbeitslos gemeldet. Es ist anzunehmen, dass die meisten von ihnen als Ausgesteuerte zur Sozialhilfe gelangten. Diese Befunde deuten darauf hin, dass der Dreht\u00fcreffekt (Wechsel zwischen Arbeit, Arbeitslosenversicherung und Sozialhilfe) weit verbreitet ist. In Lausanne und in Luzern waren mit einem Anteil von 84% bzw. 83% am meisten Personen vorher arbeitslos, in Biel mit einem Anteil von 72% am wenigsten.&#13;<\/p>\n<h2>Aktivierende Integrationsmassnahmen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nRund ein Drittel aller Befragten besuchte eine externe Integrationsmassnahme, die von der Sozialhilfe der betreffenden Stadt angeboten wurde. Dabei handelte es sich vor allem um Besch\u00e4ftigungsprogramme und Kurse, welche die Integrationschancen in die Arbeitswelt verbessern sollen. In Luzern und in Biel absolvierten mit einem Anteil von 35% am meisten Personen solche Massnahmen, in Lausanne mit einem Anteil von 22% am wenigsten.\u00a0Die Absolventen von Integrationsmassnahmen finden anteilsm\u00e4ssig weniger oft eine neue Arbeit als die Personen ohne solche Massnahmen. Von den Absolventen fanden 45% eine neue Stelle, von den Personen ohne Massnahme 55%. Das heisst noch nicht automatisch, dass die Integrationsmassnahmen keine Wirkung zeitigen. Zur korrekten Ermittlung der Wirkung ist ein Verst\u00e4ndnis dar\u00fcber zu gewinnen, nach welchen Kriterien Massnahmen zugeteilt werden. Eine Vermutung ist, dass solche Massnahmen vor allem Personen empfohlen werden, die erhebliche Integrationsdefizite aufweisen. Personen, die gute Chancen haben, wieder in der Arbeitswelt Fuss zu fassen, kommen eher weniger in den Genuss von Massnahmen. Solche Arten von Selektionsverzerrung sind zu ber\u00fccksichtigen. Vgl. dazu den Artikel von Thomas Ragni auf S. 59 dieser Ausgabe.&#13;<\/p>\n<h2>Nicht finanzielle Unterst\u00fctzungsleistungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nViele Sozialhilfebez\u00fcger haben soziale und berufliche Defizite. Sie wissen nicht oder nicht mehr, wie man sich erfolgreich um Stellen bewirbt. Sie haben nicht gelernt, mit Geld umzugehen, haben Schulden und brauchen eine Schuldenberatung. Sie haben pers\u00f6nliche Probleme, die besprochen werden sollten, wissen aber nicht, an welche Stelle sie sich wenden sollen. Das Sozialamt gew\u00e4hrt deshalb seinen Klienten nicht nur finanzielle Unterst\u00fctzung zur Bestreitung des Lebensunterhalts, sondern auch nicht-finanzielle Unterst\u00fctzungen, die das Amt auch selber erbringt. Die nicht-finanziellen Unterst\u00fctzungen stehen neben der monet\u00e4ren Sozialhilfe als zentrales Element im Sinne einer umfassenden \u00absozialen Hilfe\u00bb. Unter den nicht-finanziellen Unterst\u00fctzungen wurde die Abrechnung mit der Krankenkasse mit einem Anteil von fast der H\u00e4lfte am meisten beansprucht. An zweiter und dritter Stelle folgen das direkte Ausf\u00fchren der Mietzahlungen und das Besprechen von pers\u00f6nlichen Problemen mit einem Anteil von je einem Drittel. Weitere oft beanspruchte nicht-finanzielle Dienstleistungen sind das Vermitteln von Integrationsmassnahmen wie Besch\u00e4ftigungsprogramme und Kurse mit einem Anteil von einem Viertel, das Festlegen von Zielvereinbarungen mit 18%, die Information \u00fcber passende offene Stellen mit 17%, die kooperative Begleitung und Unterst\u00fctzung mit ebenfalls 17% und die Hilfe beim Schreiben von Bewerbungen und beim Verfassen des Lebenslaufs mit 16%. Es besteht also ein reges Interesse an den nicht-finanziellen Unterst\u00fctzungen. Ob sie allerdings auch im Sinne einer \u00abaktivierenden\u00bb Sozialhilfe n\u00fctzlich sind, l\u00e4sst sich erst beurteilen, wenn auch hier eine Selektionsbereinigung durchgef\u00fchrt worden ist. Die Resultate dazu werden im vorausgehenden Artikel von Th. Ragni vorgestellt.&#13;<\/p>\n<h2>Zukunftsaussichten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDrei von f\u00fcnf der Personen, die Arbeit gefunden haben, beurteilen ihre beruflichen Zukunftsaussichten als gut oder sehr gut. Unter den weiterhin arbeitslosen Personen ist es dagegen nur eine von f\u00fcnf, die gute oder sehr gute Aussichten sieht, wieder eine Stelle zu finden. Wer Arbeit hat, sch\u00e4tzt auch ganz allgemein seine Zukunftsaussichten wesentlich optimistischer ein. Die Arbeit hat immer noch einen zentralen Stellenwert in unserer Gesellschaft.&#13;<\/p>\n<h2>Die m\u00f6glichen Auswirkungen der Wirtschaftskrise<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Befragung fand von September 2008 bis Januar 2009 statt. Mindestens bis in den November 2008, als die Arbeitslosenquote noch bei 2,7% lag, schlug die Wirtschaftskrise noch nicht auf den Arbeitsmarkt durch. Es muss deshalb betont werden, dass der gute Erfolg bei der Stellensuche zum Teil der damaligen noch guten Arbeitsmarktlage zu verdanken ist. \u00a0F\u00fcr die kommenden Monate wird allgemein ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet. Die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Z\u00fcrich rechnet z.B. in ihrer Sommerprognose vom 9. Juni 2009 mit einer Arbeitslosenquote von 3,9% f\u00fcr 2009 und von 5,8% f\u00fcr 2010. Damit wird auch die Zahl der Aussteuerungen erheblich zunehmen, was eine grosse Nachfrage nach der Unterst\u00fctzung durch die Sozialhilfe ausl\u00f6sen wird. In dieser Zeit m\u00fcssen wir damit rechnen, dass auch die Reintegration von Sozialhilfebez\u00fcgern schwieriger werden wird. Hinweise darauf, wie das Ziel der Arbeitsmarktintegration besser erreicht werden kann, sind also dringlicher denn je. Die vorliegende Untersuchung soll dazu in einem bislang erst wenig erforschten Gebiet zus\u00e4tzliche Erkenntnisse liefern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abLebensstandard der von der Sozialhilfe abgemeldeten Personen\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abVerteilung der antwortenden Personen nach Abl\u00f6sung von der Sozialhilfe und Dauerhaftigkeit der Erwerbst\u00e4tigkeit, Total und nach St\u00e4dten\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 2 \u00abTotal Basel Luzern St.Gallen Lausanne Biel\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Angaben zur Studie Untersuchungsgebiet und Grundgesamtheit: Das in die Umfrage einbezogene Untersuchungsgebiet umfasste die f\u00fcnf St\u00e4dte Basel, Luzern, St.Gallen, Lausanne und Biel. Die Grundgesamtheit der Studie bildeten alle Personen, die sich in den Jahren 2005 und 2006 bei der Sozialhilfe der f\u00fcnf St\u00e4dte anmeldeten. Stichprobe: In den St\u00e4dten Luzern, St.Gallen und Biel wurden alle Personen der Grundgesamtheit in die Untersuchung einbezogen, in Basel und Lausanne eine repr\u00e4sentative Zufallsstichprobe. Den Zielpersonen wurden ein Informationsschreiben des Sozialamtes der betreffenden Stadt und ein Brief des Projektleiters zugestellt, in denen die Befragung angek\u00fcndigt und zur Teilnahme motiviert wurde. Methode: Computergest\u00fctzte Telefonbefragung (CATI) in den f\u00fcnf Sprachen Deutsch, Franz\u00f6- sisch, Italienisch, Albanisch und T\u00fcrkisch aufgrund eines Fragebogens. Anzahl Interviews 1529 Aussch\u00f6pfung: In Prozent der telefonisch erreichbaren Personen (Netto-Stichprobe): 70%. Befragungszeitraum: September 2008 bis Januar 2009. Telefonbefragung durchgef\u00fchrt von Konso AG, Institut f\u00fcr Konsumenten- und Sozialanalysen, Basel.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Definition der dauerhaften Erwerbsarbeit Die Definition der dauerhaften Erwerbsarbeit erarbeiteten wir zusammen mit den Mitgliedern der Begleitgruppe. Die dauerhafte Erwerbsarbeit zeichnet sich dadurch aus, dass ihr ein unbefristeter Arbeitsvertrag zu Grunde liegt. Ausserdem muss eine gewisse Best\u00e4ndigkeit vorhanden sein. Wir verlangen deshalb zus\u00e4tzlich, dass die betreffende Person mindestens schon sieben Monate die gleiche unbefristete Stelle halten muss, damit diese als dauerhafte Erwerbsarbeit gilt. Ausserdem muss die betreffende Person ihren Lebensunterhalt aus eigenen Kr\u00e4ften bestreiten, also von der Sozialhilfe abgemeldet sein. Wer alle drei Kriterien erf\u00fcllt, gilt hier als dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 3: Literaturhinweise &#8211; Aeppli, Daniel C.: Die Ausgesteuerten. Situationsbericht &#8211; dritte Studie. Bern, Verlag Paul Haupt, 2000.- Aeppli, Daniel C.: Die Situation der Ausgesteuerten in der Schweiz. Vierte Studie im Auftrag der Arbeitslosenversicherung. Bern, SECO, 2006, <a href=\"http:\/\/www.seco.admin.ch\">www.seco.admin.ch<\/a> .- Aeppli, Daniel C., Ragni, Thomas: Ist Erwerbsarbeit f\u00fcr Sozialhilfeempf\u00e4nger ein Privileg? &#8211; Welche Sozialhilfebez\u00fcger finden in der Schweiz eine dauerhafte Erwerbsarbeit? Bern, SECO, 2009, <a href=\"http:\/\/www.seco.admin.ch\">www.seco.admin.ch<\/a> .<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine neue Untersuchung f\u00fcr f\u00fcnf Schweizer St\u00e4dte beleuchtet die Frage, wie viele und welche Personen, die sich bei der Sozialhilfe anmelden, in einem Zeitraum von zwei bis vier Jahren eine Erwerbsarbeit aufnehmen und sich damit von der Sozialhilfe abl\u00f6sen. 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