{"id":121996,"date":"2009-10-01T12:00:00","date_gmt":"2009-10-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2009\/10\/babey-8\/"},"modified":"2023-08-23T23:36:11","modified_gmt":"2023-08-23T21:36:11","slug":"babey-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2009\/10\/babey-7\/","title":{"rendered":"Arbeitslosenversicherung im Jahr 2008"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 2008 wurde ein vorl\u00e4ufiger Tiefpunkt der Arbeitslosigkeit erreicht. Im Jahresdurchschnitt waren 101&nbsp;725 Personen als arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Abnahme um 7464 Personen im Vergleich zum Jahr 2007 und einem R\u00fcckgang der Arbeitslosenquote von 2,8% auf 2,6%. Im zweiten Quartal 2008 kam das Wirtschaftswachstum in der Schweiz zum Erliegen, was sich ab Herbst bereits in einem deutlichen Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl niederschlug. In diesem und im n\u00e4chsten Jahr ist mit einem fortgesetzten Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen.&#13;<\/p>\n<h2>Entwicklung der Arbeitslosigkeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer R\u00fcckgang der Arbeitslosigkeit, welcher Mitte 2005 eingesetzt hatte, lief Anfang 2008 allm\u00e4hlich aus. Zwischen Januar und August 2008 lag die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl fast konstant knapp unter 100&nbsp;000, was einer Arbeitslosenquote von 2,5% entspricht. Im Zuge der Abschw\u00e4chung der Wirtschaftsentwicklung im Jahresverlauf nahm die Arbeitslosigkeit ab September auf saisonbereinigter Basis zu, und diese Tendenz beschleunigte sich bis Ende Jahr laufend. Ende Dezember 2008 lag die Arbeitslosenquote saisonbereinigt bereits bei 2,8%. Im Jahresdurchschnitt 2008 erreichte die Arbeitslosenzahl 101&nbsp;725 und lag damit noch rund 7% unter dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote erreichte 2,6%. \u00a0Fast parallel zur Arbeitslosigkeit entwickelte sich auch die Zahl der Stellensuchenden, d.h. die Summe von registrierten Arbeitslosen und registrierten nicht arbeitslosen Stellensuchenden. Auf saisonbereinigter Basis sank diese leicht von rund 155&nbsp;000 im Januar 2008 auf ca. 151&nbsp;000 im August 2008 und stieg danach bis im Dezember auf 163&nbsp;000 an. Im Jahr 2008 belief sich der durchschnittliche Bestand registrierter Stellensuchender auf 154&nbsp;438 Personen, was gegen\u00fcber dem Vorjahreswert einer Abnahme von 8% entspricht. \u00a0Die Zahl der Langzeitarbeitslosen &#8211; d.h. Arbeitslose mit einer Dauer der Arbeitslosigkeit von mehr als einem Jahr &#8211; nahm von durchschnittlich 20&nbsp;465 im Jahr 2007 auf 15&nbsp;731 im Jahr 2008 ab. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen am Total aller Arbeitslosen unterschritt mit 15% den Vorjahreswert von 19% deutlich. Ein Teil dieses R\u00fcckgangs ist allerdings durch die starke Zunahme der Neueintritte in die Arbeitslosigkeit ab Herbst zu erkl\u00e4ren und somit keine positive Nachricht. Gegen Ende des laufenden Jahres ist leider mit einer deutlichen Zunahme der Langzeitarbeitslosigkeit zu rechnen.&#13;<\/p>\n<h3>Auswirkungen der Wirtschaftskrise<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm zweiten Quartal 2008 kam das Wirtschaftswachstum in der Schweiz zum Erliegen, was sich ab Herbst bereits in einem deutlichen Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl niederschlug. Die aktuelle Wirtschaftskrise wird zu einer markanten und relativ lange anhaltenden Verschlechterung der Arbeitsmarktlage f\u00fchren. In diesem und im n\u00e4chsten Jahr muss daher mit einem fortgesetzten Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet werden. Die Arbeitslosenquote k\u00f6nnte im Jahr 2010 mit 5,5% einen neuen H\u00f6chstwert erreichen.&#13;<\/p>\n<h2>Aufsichtskommission ALV<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Mitgliederbestand der Aufsichtskommission des Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung blieb 2008 konstant. Als Nachfolger des zur\u00fcckgetretenen Arbeitgebervertreters Herr Peter L\u00fcscher nahm Herr Peter Zumbrunn vom Arbeitgeberverband Basel Einsitz. Herr Claude Jeanrenaud, Vertreter der Wissenschaft, wurde durch Herrn Walter Schmid, Rektor an der Hochschule Luzern &#8211; Soziale Arbeit, ersetzt.\u00a0Die Aufsichtskommission \u00fcbernimmt im Bereich der Arbeitslosenversicherung \u00dcberwachungs-, Beratungs- und Entscheidfunktionen. Sie trat im Berichtsjahr zu insgesamt 4 Sitzungen (Vorjahr ebenfalls 4 Sitzungen) zusammen. Die Kommission befasste sich unter anderem mit folgenden Themen: \u00a0&#8211; Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AVIG); \u00a0&#8211; Neukonzeption Arbeitsvermittlung und Arbeitsmarktstatistik (Avam);\u00a0&#8211; Anpassung der Verordnung \u00fcber die Verg\u00fctung von arbeitsmarktlichen Massnahmen (AMM);\u00a0&#8211; Studie Aeppli \u00abWiedereingliederungschancen f\u00fcr Sozialhilfebez\u00fcger\u00bb. \u00a0Die Subkommission Finanzen ber\u00e4t die Aufsichtskommission in finanziellen Fragen der ALV. Sie stellt sicher, dass die gesetzlichen Aufgaben der Aufsichtskommission in diesem Bereich wahrgenommen werden. Alle Antr\u00e4ge der Ausgleichsstelle zu Budget und Jahresrechnung sowie zur Informatiksteuerung gem\u00e4ss Reglement werden von der Subkommission Finanzen begutachtet. Die Subkommission Finanzen richtet Empfehlungen an die Aufsichtskommission und kann eigene Antr\u00e4ge stellen. Als Vorinstanz der Aufsichtskommission befasste sie sich unter anderem mit der Jahresrechnung und Voranschl\u00e4gen, der Rechnungsf\u00fchrungspr\u00fcfung und dem Controlling der Informatikkosten. Weiter befasste sich die Subkommission Finanzen priorit\u00e4r mit den finanziellen Aspekten der Neukonzeption Avam und behandelte eine Anwendungsarchitekturstrategie. Begleitet wurde ferner die Erarbeitung der Leistungsvereinbarung der Arbeitslosenkassen 2009-2013.&#13;<\/p>\n<h2>Finanzen<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3>Beitr\u00e4ge der Versicherten und Arbeitgeber<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nBei einem Beitragssatz von 2% beliefen sich die Beitr\u00e4ge der Versicherten und Arbeitgeber im Berichtsjahr auf 4997,5 Mio. Franken (2007: 4680,2 Mio. Fr.). Diese haben gegen\u00fcber dem Vorjahr um 317,3 Mio. Franken oder 6,8% zugenommen.&#13;<\/p>\n<h3>Arbeitslosenentsch\u00e4digungen inkl. Taggelder aus arbeitsmarktlichen Massnahmen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Berichtsjahr sind brutto insgesamt 3066,4 Mio. Franken (2007: 3279,9 Mio. Fr.) Entsch\u00e4digungen an Arbeitslose ausgerichtet worden, das heisst 213,5 Mio. Franken oder 6,5% weniger als im Vorjahr. Es wurden somit durchschnittlich je Monat rund CHF 255,5 Mio. Franken ausbezahlt.&#13;<\/p>\n<h3>Arbeitsmarktliche Massnahmen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAn individuellen arbeitsmarktlichen Massnahmen sind im Berichtsjahr 130,4 Mio. Franken (2007: 153,8 Mio. Fr.) ausbezahlt worden; das sind 23,4 Mio. Franken bzw. 15,2% weniger als im Jahr zuvor. Die kollektiven arbeitsmarktlichen Massnahmen haben sich gegen\u00fcber dem Vorjahr um 23,5 Mio. Franken oder 6,0% auf 369,8 Mio. Franken vermindert (2007: 393,3 Mio. Fr.).&#13;<\/p>\n<h3>Beitragsr\u00fcckerstattungen an Nachbarstaaten f\u00fcr Grenzg\u00e4nger<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDabei handelt es sich um erhobene ALV-Beitr\u00e4ge von Grenzg\u00e4ngern, die in der Schweiz arbeiten, jedoch im Ausland wohnen. Die Schweiz als Besch\u00e4ftigungsstaat \u00fcberweist den Nachbarstaaten gem\u00e4ss den einzelnen Abkommen diese Beitr\u00e4ge zur Abdeckung des Risikos der Ganzarbeitslosigkeit. Im Berichtsjahr betrugen diese \u00dcberweisungen 242,0 Mio. Franken (2007: 214,0 Mio. Fr.).&#13;<\/p>\n<h3>Beitragsr\u00fcckerstattungen Kurzaufenthalter<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nMit der Einf\u00fchrung der bilateralen Vertr\u00e4ge per 1. Juni 2002 mit den EU-Staaten und der Efta-Konvention wurde die Schweiz verpflichtet, die Retrozessionen der ALV-Lohnbeitr\u00e4ge der Kurzaufenthalter, die zu wenig Beitragszeit f\u00fcr einen Bezug von Arbeitslosenentsch\u00e4digung in der Schweiz aufweisen, einzuf\u00fchren (ohne Lichtenstein). Seit dem 1. April 2006 sind auch die 10 neuen EU-L\u00e4nder dazugekommen. Im Berichtsjahr betrugen diese Beitragsr\u00fcckerstattungen 29,9 Mio. Franken (2007: 36,8 Mio. Fr.).&#13;<\/p>\n<h2>Ergebnis<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Rechnung schloss im Berichtsjahr mit einem \u00dcberschuss von 617,7 Mio. Franken ab (2007: \u00dcberschuss von 21,5 Mio. Fr.).&#13;<\/p>\n<h2>Bundestresoreriedarlehen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Berichtsjahr konnten 700 Mio. Franken Tresoreriedarlehen an den Bund zur\u00fcckbezahlt werden. Ende Jahr belaufen sich diese Darlehen total auf 4100,0 Mio. Franken (2007: 4800,0 Mio. Fr.).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abAuszahlungen der Arbeitslosenkassen, 1999-2008\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abAusgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung: Bilanz per 31. Dezember 2008\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 2 \u00abAufteilung individuelle arbeitsmarktliche Massnahmen (in Mio. Fr.)\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 3&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 4<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2008 wurde ein vorl\u00e4ufiger Tiefpunkt der Arbeitslosigkeit erreicht. Im Jahresdurchschnitt waren 101&nbsp;725 Personen als arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Abnahme um 7464 Personen im Vergleich zum Jahr 2007 und einem R\u00fcckgang der Arbeitslosenquote von 2,8% auf 2,6%. 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