{"id":122126,"date":"2009-09-01T12:00:00","date_gmt":"2009-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2009\/09\/minsch-10\/"},"modified":"2023-08-23T23:37:02","modified_gmt":"2023-08-23T21:37:02","slug":"minsch-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2009\/09\/minsch-9\/","title":{"rendered":"Die Schweiz im Wettbewerb der Wissensgesellschaft: Was sind die Wirkungen des HFKG?"},"content":{"rendered":"<p>Bildungs-, Forschungs- und Innovationsaktivit\u00e4ten sind einem starken globalen Wettbewerb ausgesetzt. Ihr Erfolg und Misserfolg betrifft unmittelbar die Schweizer Wirtschaft und deren komparative Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Die Hochschullandschaft Schweiz steht gut da, hat aber dringenden Reformbedarf. Der Entwurf zum Bundesgesetz \u00fcber die F\u00f6rderung der Hochschulen und die Koordination im schweizerischen Hochschulbereich (HFKG) adressiert dies. Schafft er aber die notwendigen Grundlagen f\u00fcr einen \u00abwettbewerbsf\u00e4higen, durchl\u00e4ssigen und qualitativ hochstehenden Hochschulraum Schweiz\u00bb? Die Bilanz f\u00e4llt durchzogen aus. Damit die Schweiz in 20 Jahren zu den f\u00fcnf f\u00fchrenden Innovationsl\u00e4ndern der Welt geh\u00f6ren kann, sind grunds\u00e4tzliche Korrekturen am Gesetzesvorschlag notwendig. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200909_11_Minsch_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Stand und Herausforderungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas schweizerische Wissenschaftssystem hat offenkundige St\u00e4rken. Zusammen mit einer leistungsstarken und innovativen Wirtschaft legt es die Grundlage daf\u00fcr, dass die Schweiz jeweils in den vordersten R\u00e4ngen der Innovationsstatistiken rangiert. Innovation ist der Treiber f\u00fcr Wertsch\u00f6pfung und Wohlstand. Da die Innovationsstatistiken den politischen Weichenstellungen in der Bildungspolitik um Jahre nachhinken, w\u00e4re es jedoch falsch, sich auf den Lorbeeren der Vergangenheit auszuruhen: Dem Schweizer Hochschulsystem stehen grosse Herausforderungen bevor. Vgl. Gassmann, O., Perez-Freije, J. Enkel, E. (2006): Die Schweiz im Wettbewerb der Wissensgesellschaft. Economiesuisse, Z\u00fcrich. In den vergangenen Jahren hat sich ein Wandel im Technologieportfolio der Schweiz vollzogen. Es zeigt sich eine Verschiebung weg von den traditionellen Feldern hin zu den dynamischen, rasch wachsenden Bereichen wie z.B. Biotechnologie oder Informations- und Kommunikationstechnologie. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Entwicklung weitestgehend von den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) getragen wird, zum Teil mit einer stark internationalisierten Forschung und Entwicklung. Dieser Trend ist weiter zu forcieren. In der Schweiz bel\u00e4uft sich der Anteil an High- und Medium-Tech-Industrien am Bruttoinlandprodukt (BIP) auf 11,5%; im OECD-Mittel liegt der Anteil bei 8,8%. Dies widerspiegelt eine \u00fcberdurchschnittliche Ausrichtung auf wissens- und technologieintensive Branchen der Schweizer Industrie. Um internationale Spitzenforschung anzuziehen, sind Internationalisierungsgrad und Durchl\u00e4ssigkeit in der Forschung weiter zu erh\u00f6hen. Die f\u00fchrende Stellung bei Patenten und Publikationen pro Kopf ist nicht ausreichend; die Schweiz muss vielmehr die Wertsch\u00f6pfungstiefe in der Wissensgenerierung und -transformation beherrschen. \u00a0Die Leistungsf\u00e4higkeit des Schweizer Wissenschaftssystems liegt im internationalen Vergleich noch auf einem hohen Niveau. Da andere Volkswirtschaften im Wettbewerb der Wissensgesellschaft dem Hochschulsystem klare Priorit\u00e4ten und hohe finanzielle Mittel zuweisen, ist ein Positionsverlust der Schweiz vorprogrammiert, wenn sich die Schweizer Hochschulpolitik nicht auf die neuen Verh\u00e4ltnisse einstellt. Um unter den dynamisch-kompetitiven Bedingungen bestehen zu k\u00f6nnen, bieten die Leitprinzipien Exzellenz, Autonomie und Marktorientierung Hebel f\u00fcr eine grundlegende Reform der Forschung und Lehre (siehe&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1<\/b>&#13;<br \/>\nExzellenz&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nOberste Priorit\u00e4t f\u00fcr die Schweizer Hochschulen m\u00fcssen das Erreichen und die Sicherung der bestm\u00f6glichen Qualit\u00e4t in Forschung, Lehre und Technologietransfer haben. Die Organisationsund Leitungsstrukturen sind so auszugestalten, dass sie dieses Ziel nicht behindern, sondern im Gegenteil unterst\u00fctzen. Auch das HFKG ist darauf auszurichten, dass es die bestm\u00f6gliche Qualit\u00e4t an Hochschulen f\u00f6rdert. Das Erreichen von Exzellenz ist an zwei Bedingungen gekn\u00fcpft: Erstens entsteht Exzellenz nur dann, wenn sich Hochschulen vor allem durch Qualit\u00e4t, Leistung und Eigeninitiative unterscheiden und ihre eigenen wissenschaftlichen und strukturellen Profile entwickeln k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6rt, dass die Hochschulen ihre Priorit\u00e4ten aufgrund ihrer St\u00e4rken setzen und auf eine vollst\u00e4ndige Forschungsabdeckung verzichten. Mit anderen Worten sollen sich Hochschulen auf das spezialisieren k\u00f6nnen, was sie besonders gut machen. Zweitens ist die konsequente Ausrichtung auf Exzellenz damit verbunden, dass auch bei der Ressourcenallokation Priorit\u00e4ten gesetzt werden. Eine im politischen Prozess oft beobachtete Besitzstandwahrung und Opfersymmetrie ist hingegen hinderlich f\u00fcr die Qualit\u00e4tssteigerung im Hochschulbereich.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAutonomie&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNur autonome Institutionen haben die n\u00f6tige Freiheit, sich in einem vom Wettbewerb gepr\u00e4gten Umfeld mit eigenst\u00e4ndigen Strategien profilieren zu k\u00f6nnen. Dies bedeutet, dass die Hochschulen \u00fcber einen gr\u00f6sseren strategischen Handlungsspielraum verf\u00fcgen sollen. Dazu geh\u00f6ren in erster Linie eigene Entscheidungsbefugnisse in Lehre und Forschung sowie umfassende Kompetenzen im Personal- und Finanzbereich. Die heutige organisatorische Komplexit\u00e4t, welche den Wissenschaftsbetrieb l\u00e4hmt, ist zu reduzieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMarktorientierung&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBildung und Wissenschaft als marktf\u00e4hige Dienstleistungen zu begreifen, die sich an W\u00fcnschen und Bed\u00fcrfnissen eines Marktes orientieren, f\u00e4llt der Schweiz noch schwer. Die Forderung nach mehr Wirtschaftlichkeit und Marktorientierung im Hochschulbereich wurde vor nicht allzu langer Zeit mit der Begr\u00fcndung zur\u00fcckgewiesen, \u00d6konomisierung bedeute Dekultivierung. Im Zuge des globalen Wissenswettbewerbs sind jedoch Ver\u00e4nderungen zu beobachten. Wie die international renommiertesten Hochschulen demonstrieren, f\u00fchrt die Marktorientierung zu einer h\u00f6heren Bildungs- und Forschungsqualit\u00e4t. Der Wettbewerb im Bildungsbereich bedingt Marktorientierung. Die Logik des Marktes hingegen erfordert wiederum autonome Institutionen, die sich m\u00f6glichst frei bewegen und Entscheidungen frei treffen k\u00f6nnen. Die heutige Auffassung von Wissensschaffung, technologischem Fortschritt und Innovationen hebt die Rolle von Netzwerken zwischen Staat, Universit\u00e4ten und Wirtschaft hervor. Dies bedingt ein st\u00e4rkeres Bekenntnis des Staates zu mehr Wettbewerb und Deregulierung und somit eine zunehmende Marktorientierung im Hochschulbereich. ).&#13;<\/p>\n<h2>Was leistet das HFKG?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWerden dank dem HFKG die Schweizer Hochschulen exzellenter, autonomer und marktorientierter? Die Bilanz f\u00e4llt gemischt aus. Das HFKG hat zwei entscheidende Vorteile: \u00a0&#8211; Erstens f\u00fchrt es ein Referenzkostensystem ein, bei dem die Finanzierung der Hochschulen f\u00fcr ihre Lehrleistungen auf der Basis der durchschnittlichen Kosten erfolgt. Die Kosten f\u00fcr die Lehre werden durch dieses System zwischen den Hochschulen direkt vergleichbar. Diese Kostentransparenz wird dazu f\u00fchren, dass in der politischen Diskussion die Kosten-Nutzen-Analyse objektiver erfolgen kann und strategische Entscheide fundierter gef\u00e4llt werden k\u00f6nnen. \u00a0&#8211; Zweitens reduziert das HFKG die organisatorische Komplexit\u00e4t, indem die Zahl der Koordinationsorgane zwischen Bund und Kantonen stark verkleinert wird. Dies sind zwar wichtige Schritte zu einem kompetitiven Hochschulraum Schweiz, aber nicht ausreichende.&#13;<\/p>\n<h3>Zur Exzellenz<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie konkrete Ausgestaltung der Hochschulkonferenz als zentrales Steuerungsorgan gen\u00fcgt den Anforderungen nicht. Die Hochschulkonferenz mit einer schwachen Stellung des Bundes &#8211; gegen\u00fcber 14 bzw. 26 Vertretern der Kantone &#8211; mag aus regionalpolitischer Optik Sinn machen; f\u00fcr ein auf Exzellenz ausgerichtetes Hochschulsystem ist die gew\u00e4hlte Struktur aber ungeeignet. Es ist absehbar, dass unter der gew\u00e4hlten Entscheidstruktur die Besitzst\u00e4nde gewahrt und allf\u00e4llige Opfer symmetrisch unter den Hochschulstandorten verteilt werden. Die f\u00fcr den internationalen Wettbewerb der Wissensgesellschaften notwendige Ausrichtung auf Exzellenz wird damit nicht erreicht.&#13;<\/p>\n<h3>Zur Autonomie<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Autonomie der Hochschulen wird im HFKG gross geschrieben. Konkrete Schritte zur St\u00e4rkung der Autonomie werden aber keine unternommen. Die geplante Festlegung des Fachhochschulprofils durch den Hochschulrat widerspricht sogar dem Autonomiegedanken. Wie im Obligationenrecht die Organisationsformen der juristischen Personen vorgegeben werden, sollte auch das HFKG vorschreiben, wie die Hochschulen organisiert sein m\u00fcssen, damit sie akkreditiert werden. Die Autonomie der Hochschulen wird erst dann sichergestellt, wenn eine Good-Governance-Struktur von den Hochschultr\u00e4gern eingefordert wird: Die jeweiligen Kantone bzw. der Bund als Eigent\u00fcmer ihrer Hochschulen haben die strategische Ausrichtung \u00fcber Leistungsvertr\u00e4ge festzulegen. Die Leistungsvertr\u00e4ge sind von einem mit unabh\u00e4ngigen Personen besetzten Rat vorzubereiten und mit den Tr\u00e4gerkantonen abzuschliessen. Diesem Rat ist f\u00fcr das Erarbeiten der Strategie der notwendige gesetzliche Spielraum zu gew\u00e4hren. Ohne eine solche verbindliche Good-Governance-Struktur verkommt der im HFKG extensiv gebrauchte Begriff der Autonomie zum blossen Lippenbekenntnis.&#13;<\/p>\n<h3>Zur Marktorientierung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas HFKG ist auch in Bezug auf die Marktorientierung nur unzureichend. Da sich die Finanzierung nach der Anzahl Studierenden richtet, werden sich die Hochschulen zwar bem\u00fchen, ihre Attraktivit\u00e4t zu erh\u00f6hen. Allerdings richtet sich der Anreiz lediglich darauf, m\u00f6glichst viele Studierende anzuziehen. Die Bemessung der Finanzierung ausschliesslich aufgrund von Quantit\u00e4tskriterien f\u00f6rdert somit Masse statt Klasse: Die Eintrittsbarrieren an Hochschulen werden gesenkt und die Abschlussraten auf Kosten der Qualit\u00e4t erh\u00f6ht. Dringend notwendig sind daher zus\u00e4tzlich Qualit\u00e4tskriterien, die sich nicht auf den Input, sondern auf den Output beziehen. \u00a0Die Ausbildungsqualit\u00e4t liesse sich idealerweise durch den Kompetenzzuwachs der Studierenden an einer Hochschule oder durch den Vergleich der Kompetenzen zwischen den Hochschulen messen. Eine solche direkte Messung der Ausbildungsqualit\u00e4t auf Hochschulstufe ist aber kaum praktikabel, da die Ausbildung an Hochschulen &#8211; im Gegensatz etwa zu den Gymnasien &#8211; nicht vorwiegend Basiswissen, sondern ein hohes Mass an Spezialwissen beinhaltet. Allerdings besteht durchaus die M\u00f6glichkeit, die Ausbildungsqualit\u00e4t indirekt &#8211; d.h. \u00fcber die Qualit\u00e4t der Absolventen &#8211; zu messen: Diejenigen Studieng\u00e4nge, deren Absolventen im Arbeitsmarkt (Wirtschaft, Forschung, Verwaltung) gefragt sind, machen vieles richtig. Erfolg auf dem Arbeitsmarkt ist ein klares Indiz daf\u00fcr, dass die richtigen Kompetenzen vermittelt werden und die Ausbildungsqualit\u00e4t hoch ist. Wir empfehlen daher, indirekte Qualit\u00e4tskriterien einzuf\u00fchren: \u00c4hnlich den internationalen Rankings in der Executive Education (z.B. Financial Times) k\u00f6nnten der Einstiegslohn im Unternehmen sowie die Lohnentwicklung (z.B. nach f\u00fcnf Jahren) gemessen werden. Zudem sollte im Sinne einer raschen Erwerbsf\u00e4higkeit erfasst werden, wie lange ein Studierender nach Abschluss ben\u00f6tigt, bis er eine Stelle findet. Die Mitber\u00fccksichtigung des Arbeitsmarktes f\u00fchrt dazu, dass die Hochschulen einen Qualit\u00e4tswettbewerb starten. Der Wille zur Qualit\u00e4tsverbesserung ist eine entscheidende Voraussetzung f\u00fcr Exzellenz im Schweizer Hochschulbereich.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas HFKG orientiert sich stark am Status quo der heutigen Hochschullandschaft. Die Organisationsstruktur und die Finanzierungsart f\u00fchren dazu, dass Exzellenz, Autonomie und Marktorientierung nicht hinreichend gef\u00f6rdert werden. Damit wird eine grosse Chance verpasst, geht es doch darum, dass sich das Schweizer Wissenschaftssystem im internationalen Wettbewerb behaupten kann. Dabei kann und muss nicht jede Hochschule in der Champions League mitspielen. Es ist f\u00fcr die Wirtschaft und Gesellschaft genauso wichtig, dass Hochschulen eine qualitativ hoch stehende Ausbildung f\u00fcr den hiesigen Arbeitsmarkt anbieten. Es macht daher Sinn, regional-nationale Hochschulen f\u00fcr lokale Bed\u00fcrfnisse einerseits und europ\u00e4isch-globale Hochschulen mit hoher internationaler Reputation andererseits zu unterscheiden. Letztere sind typischerweise stark in Forschung und ziehen multinationale Unternehmen aus dem Ausland zu hoch spezialisierter Zusammenarbeit in Forschung, Ausbildung und Praxisprojekte an. Indikatoren f\u00fcr europ\u00e4isch-globale Hochschulen sind beispielsweise die Position in internationalen Rankings, der Zitationsimpact und die Drittmittelakquisition.\u00a0F\u00fcr die Wirtschaft &#8211; und damit den Wohlstand in diesem Land &#8211; ist die Exzellenz in der Forschung zentral. Nur dank dem Wissens- und Technologietransfer, der vor allem \u00fcber die Anstellung von exzellenten jungen Forscherinnen und Forschern erfolgt, k\u00f6nnen die Unternehmen in der Schweiz weiterhin hohe Innovationsleistungen erbringen. Notwendig ist somit eine durch strategische Ausrichtung und Leistungswettbewerb vorzunehmende Differenzierung von Hochschulen mit globalem oder europ\u00e4ischem Niveau und von nationalen Lehr- und Forschungshochschulen. Dieser Strukturwandel kann und soll nicht auf dem Reissbrett der Bildungsverwaltung oder politischer Gremien, sondern durch leistungsorientierte Finanzierung und Autonomie der Hochschulen erfolgen. Das HFKG adressiert diese Vision nur ungen\u00fcgend. Der Gesetzesentwurf ist daher so anzupassen, dass Exzellenz, Autonomie und Marktorientierung im Hochschulwesen gef\u00f6rdert werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Leitprinzipien f\u00fcr die Hochschulpolitik<\/b>&#13;<br \/>\nExzellenz&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nOberste Priorit\u00e4t f\u00fcr die Schweizer Hochschulen m\u00fcssen das Erreichen und die Sicherung der bestm\u00f6glichen Qualit\u00e4t in Forschung, Lehre und Technologietransfer haben. Die Organisationsund Leitungsstrukturen sind so auszugestalten, dass sie dieses Ziel nicht behindern, sondern im Gegenteil unterst\u00fctzen. Auch das HFKG ist darauf auszurichten, dass es die bestm\u00f6gliche Qualit\u00e4t an Hochschulen f\u00f6rdert. Das Erreichen von Exzellenz ist an zwei Bedingungen gekn\u00fcpft: Erstens entsteht Exzellenz nur dann, wenn sich Hochschulen vor allem durch Qualit\u00e4t, Leistung und Eigeninitiative unterscheiden und ihre eigenen wissenschaftlichen und strukturellen Profile entwickeln k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6rt, dass die Hochschulen ihre Priorit\u00e4ten aufgrund ihrer St\u00e4rken setzen und auf eine vollst\u00e4ndige Forschungsabdeckung verzichten. Mit anderen Worten sollen sich Hochschulen auf das spezialisieren k\u00f6nnen, was sie besonders gut machen. Zweitens ist die konsequente Ausrichtung auf Exzellenz damit verbunden, dass auch bei der Ressourcenallokation Priorit\u00e4ten gesetzt werden. Eine im politischen Prozess oft beobachtete Besitzstandwahrung und Opfersymmetrie ist hingegen hinderlich f\u00fcr die Qualit\u00e4tssteigerung im Hochschulbereich.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAutonomie&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNur autonome Institutionen haben die n\u00f6tige Freiheit, sich in einem vom Wettbewerb gepr\u00e4gten Umfeld mit eigenst\u00e4ndigen Strategien profilieren zu k\u00f6nnen. Dies bedeutet, dass die Hochschulen \u00fcber einen gr\u00f6sseren strategischen Handlungsspielraum verf\u00fcgen sollen. Dazu geh\u00f6ren in erster Linie eigene Entscheidungsbefugnisse in Lehre und Forschung sowie umfassende Kompetenzen im Personal- und Finanzbereich. Die heutige organisatorische Komplexit\u00e4t, welche den Wissenschaftsbetrieb l\u00e4hmt, ist zu reduzieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMarktorientierung&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBildung und Wissenschaft als marktf\u00e4hige Dienstleistungen zu begreifen, die sich an W\u00fcnschen und Bed\u00fcrfnissen eines Marktes orientieren, f\u00e4llt der Schweiz noch schwer. Die Forderung nach mehr Wirtschaftlichkeit und Marktorientierung im Hochschulbereich wurde vor nicht allzu langer Zeit mit der Begr\u00fcndung zur\u00fcckgewiesen, \u00d6konomisierung bedeute Dekultivierung. Im Zuge des globalen Wissenswettbewerbs sind jedoch Ver\u00e4nderungen zu beobachten. Wie die international renommiertesten Hochschulen demonstrieren, f\u00fchrt die Marktorientierung zu einer h\u00f6heren Bildungs- und Forschungsqualit\u00e4t. Der Wettbewerb im Bildungsbereich bedingt Marktorientierung. Die Logik des Marktes hingegen erfordert wiederum autonome Institutionen, die sich m\u00f6glichst frei bewegen und Entscheidungen frei treffen k\u00f6nnen. Die heutige Auffassung von Wissensschaffung, technologischem Fortschritt und Innovationen hebt die Rolle von Netzwerken zwischen Staat, Universit\u00e4ten und Wirtschaft hervor. Dies bedingt ein st\u00e4rkeres Bekenntnis des Staates zu mehr Wettbewerb und Deregulierung und somit eine zunehmende Marktorientierung im Hochschulbereich.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bildungs-, Forschungs- und Innovationsaktivit\u00e4ten sind einem starken globalen Wettbewerb ausgesetzt. Ihr Erfolg und Misserfolg betrifft unmittelbar die Schweizer Wirtschaft und deren komparative Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Die Hochschullandschaft Schweiz steht gut da, hat aber dringenden Reformbedarf. 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