{"id":122151,"date":"2009-09-01T12:00:00","date_gmt":"2009-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2009\/09\/schenker-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:36:56","modified_gmt":"2023-08-23T21:36:56","slug":"schenker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2009\/09\/schenker\/","title":{"rendered":"Wie haben die Schweizer Universit\u00e4ten die Hochschulreformen der letzten zehn Jahre gemeistert?"},"content":{"rendered":"<p>Im vorliegenden Beitrag wird mittels einer Data Envelopment Analysis (DEA) untersucht, wie sich die Effizienz der einzelnen Universit\u00e4ten in den Jahren 1999-2007 entwickelt hat und welche Universit\u00e4ten im Vergleich zu anderen Ineffizienzen aufweisen. Die meisten Schweizer Universit\u00e4ten haben &#8211; nach gewissen Anfangsschwierigkeiten, welche sich in Effizienzr\u00fcckg\u00e4ngen niederschlugen &#8211; die anspruchsvollen Reformprozesse der letzten zehn Jahre gut bew\u00e4ltigt. Hochschulen, die zus\u00e4tzlich interne Restrukturierungen zu bew\u00e4ltigen hatten, mussten h\u00f6here Effizienzeinbr\u00fcche hinnehmen und brauchten l\u00e4nger, um den Anpassungsprozess erfolgreich abschliessen zu k\u00f6nnen.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200909_09_Schenker_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Nationale und internationale Universit\u00e4tsreformen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSeit den 1990er-Jahren hat im deutschsprachigen Raum in der Hochschulpolitik ein eigentlicher Paradigmenwechsel stattgefunden: Das Modell der staatlichen Steuerung und Kontrolle wurde vom Modell der staatlichen Aufsicht abgel\u00f6st. Den Universit\u00e4ten wurde seitens ihrer Tr\u00e4ger mehr Autonomie gew\u00e4hrt, verbunden mit Globalbudgets, Leistungsvereinbarungen und einer ver\u00e4nderten Reportingpflicht. Wesentlich f\u00fcr diesen Paradigmenwechsel waren neue Trends aus dem Bereich des New Public Management Vgl. Schenker-Wicki (2004), S. 107. &#8211; insbesondere die Vermutung einer Effizienzsteigerung, die vor allem auf der Annahme beruhte, dass ein mit den notwendigen finanziellen und organisatorischen Freiheiten ausgestattetes Gemeinwesen seine Interna weit besser zu regeln vermag als ein weit entferntes Ministerium. Diesen positiven Einfluss vor Augen, sprach die Politik damals von einer \u00abAutonomiedividende\u00bb, welche es erlauben sollte, mit weniger Aufwand einen gr\u00f6sseren Ertrag zu generieren.\u00a0Etwa zeitgleich zu den nationalen Universit\u00e4tsreformen begann mit der Unterzeichnung der Bologna-Deklaration im Jahr 1999 die hochschulpolitische Neugestaltung Europas. Das Ziel des Bologna-Prozesses war und ist es dazu beizutragen, dass Europa zu einer der wettbewerbsf\u00e4higsten Wissensgesellschaften der Welt wird. Mit einem bis 2010 zu schaffenden einheitlichen Hochschulraum sollte Europa im globalen Wettbewerb an Attraktivit\u00e4t gewinnen und konkurrenzf\u00e4hige Hochschulsysteme in den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern etablieren, um nicht zuletzt die Wirtschaftskraft auszubauen und die Besch\u00e4ftigung in Europa zu sichern.\u00a0Um die Rahmenbedingungen f\u00fcr den Bologna-Prozess festzulegen, trafen sich die Bildungsminister der verschiedenen europ\u00e4ischen L\u00e4nder in einem zweij\u00e4hrigen Turnus. Dabei wurden die relevanten Themen diskutiert und analysiert, wie z.B. die Vergleichbarkeit von Studienabschl\u00fcssen, die Einf\u00fchrung eines gestuften Systems f\u00fcr Bachelor-, Master- und Doktoratsprogramme sowie die institutionalisierte externe \u00dcberpr\u00fcfung der Qualit\u00e4t der universit\u00e4ren Leistungen bzw. der universit\u00e4tseigenen Qualit\u00e4tssicherungssysteme. Mehr hierzu in der Bologna-Deklaration (1999) sowie in den Communiqu\u00e9s von Prag (2001) und Berlin (2003). \u00a0Die Schweiz geh\u00f6rt im europ\u00e4ischen Vergleich zu jenen L\u00e4ndern, welche die Bologna-Reformen sehr schnell umgesetzt haben. Bologna-Richtlinien wurden f\u00fcr die Universit\u00e4ten seitens der Schweizerischen Universit\u00e4tskonferenz (SUK) 2003 bzw. f\u00fcr die Fach- und P\u00e4dagogischen Hochschulen seitens der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) 2002 und 2005 erlassen. So werden gem\u00e4ss aktuellen Hochrechnungen bis 2010\/11 mehr als 95% der Studierenden in den neuen Bachelor- und\/oder Masterprogrammen eingeschrieben sein. Vgl. Bologna Process Stocktaking Report (2007).&#13;<\/p>\n<h2>Empirisches Design<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Bestimmung der technischen Effizienz folgt dem von Shephard entwickelten Ansatz der Distanzfunktion, Vgl. Shephard (1953, 1970). welche entweder unter Annahme einer Inputoder einer Output-Orientierung gesch\u00e4tzt werden kann. Auf diese Weise k\u00f6nnen Ineffizienzen auf der Inputoder der Outputseite identifiziert werden. F\u00fcr ein inputorientiertes Modell, welches f\u00fcr diese Untersuchung gew\u00e4hlt wurde, gilt die Annahme, dass die Inputs bei konstantem Output minimiert werden. Analog dazu wird bei einer Outputorientierung die Maximierung des Outputs f\u00fcr einen exogen gegebenen Input angenommen. Diese Modellannahme k\u00f6nnte insbesondere im Hochschulbereich zu Fehlanreizen &#8211; und damit zu Qualit\u00e4ts- und Reputationsproblemen &#8211; f\u00fchren (vgl. Fandel 2003). Dies sowie die Tatsache, dass auch in der Schweiz im \u00f6ffentlichen Bereich die Gelder eher knapp sind, spricht f\u00fcr die Verwendung eines inputorientierten Modells. Folglich produziert eine Hochschule dann effizient, wenn sie bestrebt ist, mit m\u00f6glichst geringem Ressourceneinsatz einen gegebenen Output zu generieren.\u00a0Zur Sch\u00e4tzung der Distanzfunktion findet die Methode der Data Envelopment Analysis (DEA) Anwendung. Die DEA erm\u00f6glicht als nicht-parametrisches Verfahren auf Basis einer schrittweisen linearen Programmierung, f\u00fcr die keinerlei Annahmen \u00fcber die zugrunde liegende Form der Produktionsfunktion erforderlich sind, die Bestimmung der bestm\u00f6glichen Kombination von Input- und Outputfaktoren. Vgl. Charnes et al. (1978). Diese Produktionsgrenze wird durch die Daten aller in den Effizienzvergleich einbezogenen Analyseeinheiten &#8211; den sogenannten Decision Making Units (DMU) &#8211; definiert; d.h. s\u00e4mtliche Beobachtungen der Input- und Outputkombinationen werden durch die Grenze effizient produzierender Einheiten sozusagen umh\u00fcllt. Aus der relativen Position bzw. der Distanz der einzelnen DMU zu diesem Rand erfolgt schliesslich die Bestimmung der Effizienzwerte aller nicht auf der Produktionsgrenze operierenden DMU. Dabei sei unterstellt, dass die DMU mit variablen &#8211; d.h. zunehmenden, konstanten oder abnehmenden &#8211; Skalenertr\u00e4gen produzieren. Das verwendete Modell ist \u00abgutm\u00fctig\u00bb, da die Input-Output-Struktur einer bestimmten Einheit immer mit einer vergleichbaren Input-Output-Struktur einer anderen Einheit verglichen wird. Vgl. Banker et al. (1984). \u00a0Da alle Abweichungen von der Produktionsgrenze als Ergebnis ineffizienter Produktion identifiziert werden, ist im Sinne valider Effizienzergebnisse die \u00dcberpr\u00fcfung von Datenausreissern Vgl. Wilson (1993). sowie Verzerrungen, welche durch die Gr\u00f6sse der Stichprobe bedingt sind, notwendig. F\u00fcr eine detaillierte Beschreibung des Modells zur Outlier Correction von Wilson und des von Simar und Wilson f\u00fcr non-parametrische Verfahren weiterentwickelte Bootstrapping vgl. Wilson 1993 und Simar\/Wilson 1998, 2000a, 2000b. Die Kontrollrechnungen haben gezeigt, dass zum einen das volle Sample zugrunde gelegt werden kann und zum anderen die Standard-Effizienzwerte der Ausgangssch\u00e4tzung ohne Korrekturen f\u00fcr die Analysen verwendet werden sollten.&#13;<\/p>\n<h2>Daten und Modellspezifikation<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Datensatz umfasst Angaben zu den zehn kantonalen Universit\u00e4ten der Schweiz sowie den zwei Eidg. Technischen Hochschulen (ETH Z\u00fcrich und EPF Lausanne) f\u00fcr den Zeitraum 1999 bis 2007. S\u00e4mtliche Daten, die in dieser Studie verwendet wurden, stammen aus der offiziellen Hochschulstatistik des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS). In Anbetracht der geringen Anzahl der Beobachtungen in einem Jahr wurde ein Pooled Model, welches jedes Jahr als unabh\u00e4ngige Beobachtung annimmt, \u00fcber den gesamten Zeitraum gerechnet. Damit gehen insgesamt 108 Beobachtungen in die Sch\u00e4tzung ein. Eine Unterteilung in Fachdisziplinen wurde nicht vorgenommen, da die Universit\u00e4ten als Ganzes interessieren und nicht einzelne Fachbereiche.\u00a0Analog zu einer \u00e4hnlichen Studie von Schenker-Wicki und H\u00fcrlimann aus dem Jahr 2006 wurden folgende Input- und Outputvariablen verwendet: Als Inputvariablen fliessen die Anzahl der Studierenden sowie des wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Personals &#8211; gemessen in Vollzeit-\u00c4quivalenten (VZ\u00c4) &#8211; in die Berechnungen ein. Als Outputvariable f\u00fcr die Lehre dient die Anzahl der Abschl\u00fcsse (Diplome, Bachelor, Master); als Outputvariable f\u00fcr die Forschung werden die Anzahl der Dissertationen sowie die Forschungsaktivit\u00e4t &#8211; definiert als Total der eingeworbenen SNF-Mittel &#8211; herangezogen. Insofern mit zunehmender Anzahl der Inputs und Outputs die Faktorkombinationen der Produktion exponentiell ansteigen und mithin die Anzahl der DMU, die den effizienten Rand der Produktion bilden, werden immer mehr Beobachtungen als effizient identifiziert. Sinnvolle Aussagen werden damit schwer m\u00f6glich. Dieser Umstand hat zu verschiedenen Faustregeln bez\u00fcglich der Beziehung zwischen der Anzahl der Beobachtungen und der Anzahl der Effizienzkriterien gef\u00fchrt, so z.B. Cooper et al. (2006) und Dyson et al. (2001), die f\u00fcr die vorliegende Untersuchung getestet wurden und erf\u00fcllt sind.&#13;<\/p>\n<h2>Resultate und Diskussion<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn Tabelle 1 sind die Ergebnisse der Effizienzanalyse zusammengestellt: Eine effiziente Produktion erfolgt bei einem Wert 1, w\u00e4hrend Werte zwischen 0 und 1 auf m\u00f6gliche Ineffizienzen verweisen. So bedeutet beispielsweise der Effizienzwert einer Universit\u00e4t von 0,6, dass die Best-Practice-Universit\u00e4t f\u00fcr die gleiche Outputmenge 40% weniger Input einsetzen m\u00fcsste.&#13;<\/p>\n<h3>Universit\u00e4ten mit stabilen, hohen Effizienzwerten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nSehr hohe Effizienzwerte mit nur geringen Schwankungen weisen insbesondere die Universit\u00e4ten von Z\u00fcrich, Basel, Bern und Genf sowie die beiden Eidg. Technischen Hochschulen auf, welche in einzelnen Jahren teilweise die Benchmark f\u00fcr eine effiziente Produktion bilden. F\u00fcr die EPF Lausanne, die in den letzten Jahren neue Schwerpunkte aufgebaut hat und neben den verschiedenen Hochschulreformen mit internen Umstrukturierungen befasst war, sind in den Jahren 2002 und 2003 Ineffizienzen auszumachen. Sie vermochte sich im Zeitraum 2004-2007 jedoch erfolgreich zu stabilisieren, was sich in einer kontinuierlichen Effizienzsteigerung zeigt. Eine \u00e4hnliche Entwicklung ergibt sich auch f\u00fcr die Universit\u00e4t Genf (Ineffizienzen in den Jahren 2000 und 2001) und die ETH Z\u00fcrich (Ineffizienzen in den Jahren 2002-2004). Am Ende des Beobachtungszeitraums wiesen sie jedoch alle wieder einen Effizienzwert von 1 aus.&#13;<\/p>\n<h3>Universit\u00e4ten mit Effizienzschwankungen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEine ausgesprochen grosse Effizienzsteigerung l\u00e4sst sich f\u00fcr die Universit\u00e4t Freiburg feststellen, die noch in den Jahren 2002 und 2003 erhebliche Ineffizienzen aufwies. Ein Grund daf\u00fcr k\u00f6nnte &#8211; neben den Hochschulreformen &#8211; die unterschiedliche Entwicklung der Studierendenzahlen in den einzelnen Fakult\u00e4ten gewesen sein. W\u00e4hrend sich im Beobachtungszeitraum deutlich mehr Studierende f\u00fcr geistes- und sozialwissenschaftliche Studieng\u00e4nge entschieden, entwickelten sich die Studierendenzahlen f\u00fcr den Bereich der Naturwissenschaften unterdurchschnittlich. Die gestiegenen Studierendenzahlen f\u00fchrten zu einer Erh\u00f6hung des Inputs, ohne zeitgleich den Output &#8211; die Abschl\u00fcsse &#8211; zu erh\u00f6hen, was vor allem in den Jahren 2002 und 2003 die Effizienzkennzahl verschlechterte. Zudem ist zu ber\u00fccksichtigen, dass der Personalbestand als Bestandsgr\u00f6sse hinsichtlich solcher Entwicklungen eher inflexibel ist. In der Zwischenzeit gelang es der Universit\u00e4t Freiburg, sich zu konsolidieren, sodass sie im Jahr 2007 als effiziente Universit\u00e4t identifiziert werden kann.\u00a0Grosse Effizienzschwankungen zeigt auch die Universit\u00e4t Luzern, die erst im Jahre 2000 das Universit\u00e4tsstatut erhielt und damit die j\u00fcngste universit\u00e4re Hochschule der Schweiz ist. Trotz Aufbauarbeiten hat sie sich in der Zwischenzeit konsolidiert und weist f\u00fcr 2007 einen Effizienzwert von 1 auf. Im Gegensatz dazu ist es der Universit\u00e0 della Svizzera Italiana (USI) &#8211; gegr\u00fcndet im Jahr 1996 und damit die zweitj\u00fcngste Universit\u00e4t in der Schweiz &#8211; bislang nicht gelungen, an die Effizienzwerte von Luzern anzuschliessen. Ungeachtet dessen l\u00e4sst sich f\u00fcr die USI eine positive Performance-Entwicklung verzeichnen. \u00a0Die sehr spezielle Geschichte der Universit\u00e4t Lausanne widerspiegelt sich nicht zuletzt in ihren Effizienzkennzahlen: Sie hat in den letzten Jahren einen Restrukturierungsprozess durchlaufen, der in seiner Radikalit\u00e4t schweizweit einmalig war. Ganze Abteilungen wurden an die EPF Lausanne und die Universit\u00e4t Genf transferiert; zudem wurden zwei neue Schwerpunkte in den Bereichen Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Life Sciences gebildet. Nach Effizienzschwankungen in den Jahren 2002-2004 hat nun auch diese Universit\u00e4t in den Jahren 2005-2007 ihre Effizienz kontinuierlich steigern k\u00f6nnen und d\u00fcrfte die Effizienzgrenze in K\u00fcrze erreichen. Sowohl die Hochschulreformen als auch der Restrukturierungsprozess wurden somit erfolgreich durchlaufen.\u00a0Eine gleich bleibend hohe Effizienz in den Jahren 1999-2005 weist auch die Universit\u00e4t St. Gallen auf. Allerdings zeigte sich in den Jahren 2006 und 2007 ein leichter R\u00fcckgang der Effizienzwerte, welcher sich mit der Abnahme eingeworbener SNF-Mittel sowie der Abnahme der Zahl der Dissertationen im Zeitverlauf erkl\u00e4ren l\u00e4sst. Vermutlich sind diese ung\u00fcnstigen Output-Parameter vor allem auf die attraktive Wirtschaftslage in den vergangenen Jahren (bis 2007) zur\u00fcckzuf\u00fchren, welche dazu beitrug, dass einerseits die Zahl der Dissertationen abnahm und andererseits die privatwirtschaftlich eingeworbenen Forschungsgelder zunahmen. Letztere stehen in einem direkten Wettbewerb zu den SNF-Mitteln &#8211; nicht zuletzt deshalb, weil sie oft einfacher und unb\u00fcrokratischer eingeworben werden k\u00f6nnen. Allerdings m\u00fcssten vertieftere Analysen durchgef\u00fchrt werden, um diese Hypothesen zu validieren.&#13;<\/p>\n<h3>Universit\u00e4ten mit tiefen Effizienzwerten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAls einzige Universit\u00e4t zeigt die Universit\u00e4t Neuenburg \u00fcber den betrachteten Zeitraum keine wesentlichen \u00c4nderungen in ihrer Performance. Ihre &#8211; im Vergleich zu allen anderen Universit\u00e4ten &#8211; relativ niedrigen Effizienzwerte deuten auf ein erhebliches Potenzial f\u00fcr Effizienzsteigerungen hin. Um die Gr\u00fcnde f\u00fcr die hohen Ineffizienzen im Detail zu analysieren, m\u00fcsste eine DEA-Analyse auf Fakult\u00e4tsebene durchgef\u00fchrt werden. Dieses Vorgehen w\u00fcrde es erm\u00f6glichen, Ineffizienzen struktureller Art ad\u00e4quat zu ber\u00fccksichtigen.&#13;<\/p>\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Ergebnisse zeigen, dass acht von zw\u00f6lf Universit\u00e4ten zum Ende des Beobachtungszeitraums im Jahr 2007 als effizient identifiziert werden k\u00f6nnen, n\u00e4mlich die Universit\u00e4ten Basel, Bern, Genf, Z\u00fcrich, Freiburg und Luzern sowie die ETH Z\u00fcrich und die EPF Lausanne. Bei all diesen kann davon ausgegangen werden, dass sie die Umsetzung der inl\u00e4ndischen Hochschulreformen sowie der Bologna-Reformen &#8211; wenn auch zum Teil mit gewissen Effizienzschwankungen &#8211; gut gemeistert haben. Die Universit\u00e0 della Svizzera Italiana sowie die Universit\u00e4t Lausanne, welche neben den verschiedenen Hochschulreformen umfangreiche Aufbaubzw. Restrukturierungsmassnahmen durchlaufen haben, weisen eine positive Entwicklung ihrer Effizienz auf; Mit Ausnahme des Jahres 2007 f\u00fcr die Universit\u00e4t in Lugano. dennoch bleiben gewisse Ineffizienzen, die noch abgebaut werden k\u00f6nnten. Hohe Effizienzwerte sind bis 2005 auch f\u00fcr die Universit\u00e4t St. Gallen zu beobachten, gefolgt von einer leicht r\u00fcckl\u00e4ufigen Entwicklung in den Jahren 2006 und 2007. Hier liegt die Vermutung nahe, dass diese Entwicklung nicht endogen, sondern exogen bedingt ist.\u00a0Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse kann davon ausgegangen werden, dass eine stabile, gut etablierte Universit\u00e4t keine gr\u00f6sseren Schwierigkeiten zeigte, die Reformen umzusetzen: Grosse Effizienzeinbr\u00fcche waren im zu Grunde liegenden Sample nicht zu verzeichnen. Universit\u00e4ten, die neben den verschiedenen Reformen zus\u00e4tzlich interne Restrukturierungsprojekte zu bew\u00e4ltigen hatten, mussten h\u00f6here Effizienzeinbr\u00fcche hinnehmen und brauchten l\u00e4nger, um ihr Change Management erfolgreich abschliessen zu k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Literatur<\/b>&#13;<br \/>\n&#8211; Banker, R. D., Charnes, A., Cooper, W. W. (1984), Some Models for Estimating Technical and Scale Inefficiencies in Data Envelopment Analysis, Management Science 30(9), S. 1078-1092.- Berlin Communiqu\u00e9 (2003), Realising the European Higher Education Area. Communiqu\u00e9 of the Conference of Ministers responsible for Higher Education in Berlin on 19 September 2003.- Bologna Declaration (1999), The European Higher Education Area. Joint Declaration of the European Ministers of Education Convened in Bologna on the 19th of June 1999. &#8211; Bologna Process Stocktaking (2007), Report From a Working Group Appointed by the Bologna Follow-up Group to the Ministerial Conference in London, Mai 2007.- Charnes, A., Cooper, W. W., Rhodes, E. L. (1978), Measuring the Efficiency of Decision Making Units, European Journal of Operational Research 2(6), S. 429-444- Cooper, W. W., Seiford, L. M., Tone, K. (2006), Introduction to Data Envelopment Analysis and Its Uses, New York 2006.- Dyson, R. G., Allen, R., Camanho, A. S., Podinovski, V. V., Sarrico, C. S., Shale, E. A. (2001), Pitfalls and protocols in DEA, European Journal of Operational Research, Vol. 132 (2), S. 245-259.- Fandel, G. (2003), Zur Leistung nordrhein-westf\u00e4lischer Universit\u00e4ten: Gegen\u00fcberstellung einer Verteilungsl\u00f6sung und der Effizienzmasse einer Data Envelopment Analysis, in Backes-Gellner, U., Schmidtke, C. (Hrsg.), Hochschul\u00f6konomie &#8211; Analysen interner Steuerungsprobleme und gesamtwirtschaftlicher Effekte, Schriften des Vereins f\u00fcr Socialpolitik, Neue Folge, Duncker &amp; Humblot, Berlin, S. 33-50.- Prague Communiqu\u00e9 (2001), Towards the European Higher Education Area. Communiqu\u00e9 of the meeting of European Ministers in charge of Higher Education in Prague on May 19th 2001. &#8211; Schenker-Wicki, A., H\u00fcrlimann, M. (2006), Wirkungssteuerung von Universit\u00e4ten &#8211; Erfolg oder Misserfolg. Eine ex post Analyse, in: Weiss, M. (Hrsg.), Evidenzbasierte Bildungspolitik, Schriften des Vereins f\u00fcr Socialpolitik, Neue Folge 313, Duncker &amp; Humblot, Berlin, S. 73-91. &#8211; Schenker-Wicki, A. (2004), Das System der Hochschulfinanzierung in der Schweiz &#8211; ein weiterf\u00fchrender Ansatz f\u00fcr Deutschland, in: F\u00e4rber, G., Renn, S. (Hrsg.), Zehn Jahre Hochschulreformen seit dem Eckwertepapier &#8211; Anst\u00f6sse, Massnahmen, Erfolg, Duncker &amp; Humblot: Berlin, S. 107-122- Shephard, R. W. (1953), Cost and Production Functions, Princeton University Press, Princeton, New Jersey.- Shephard, R. W. (1970), Theory of Cost and Production Functions, Princeton University Press, Princeton, New Jersey.- Simar, L., Wilson, P. W. (1998), Sensitivity Analysis of Efficiency Scores: How to Bootstrap in Nonparametric Frontier Models, Management Science 44(1), S. 49-61.- Simar, L., Wilson, P. W. (2000a), Statistical Inference in Nonparametric Frontier Models: The State of the Art, Journal of Productivity Analysis 13(1), S. 49-78.- Simar, L., Wilson, P. W. (2000b), A General Methodology for Bootstrapping in Non-Parametric Frontier Models, Journal of Applied Statistics 27, S. 779-802.- Wilson, P.W. (1993), Detecting Outliers in Deterministic Nonparametric Frontier Models with Multiple Outputs, Journal of Business and Economic Statistics, 11, S. 319-23.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1: Ergebnisse der technischen Effizienz schweizerischer Universit\u00e4ten, 1999\u20132007<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im vorliegenden Beitrag wird mittels einer Data Envelopment Analysis (DEA) untersucht, wie sich die Effizienz der einzelnen Universit\u00e4ten in den Jahren 1999-2007 entwickelt hat und welche Universit\u00e4ten im Vergleich zu anderen Ineffizienzen aufweisen. Die meisten Schweizer Universit\u00e4ten haben &#8211; nach gewissen Anfangsschwierigkeiten, welche sich in Effizienzr\u00fcckg\u00e4ngen niederschlugen &#8211; die anspruchsvollen Reformprozesse der letzten zehn Jahre [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3334,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[],"post_content_subject":[122],"acf":{"seco_author":3334,"seco_co_author":[3333,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Prof. Dr. Dr. h.c., Rektorin der Universit\u00e4t Basel","seco_author_post_occupation_fr":"Rectrice de l\u2019universit\u00e9 de B\u00e2le","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":3333,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut f\u00fcr Strategie und Unternehmens\u00f6konomik, Universit\u00e4t Z\u00fcrich","seco_co_author_post_occupation_fr":"Collaboratrice scientifique, Institut de strat\u00e9gie et d'\u00e9conomie d'entreprise, universit\u00e9 de Zurich"}],"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":122154,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8089","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55a62ff9873f4"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122151"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3334"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=122151"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122151\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127891,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122151\/revisions\/127891"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3333"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3334"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=122151"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=122151"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=122151"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=122151"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=122151"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=122151"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}