{"id":122216,"date":"2009-07-01T12:00:00","date_gmt":"2009-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2009\/07\/held-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:37:38","modified_gmt":"2023-08-23T21:37:38","slug":"held-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2009\/07\/held-3\/","title":{"rendered":"Preise und Kosten der Schweizer Tourismuswirtschaft im internationalen Vergleich"},"content":{"rendered":"<p>Zwischen 2000 und 2007 hat sich die preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweizer Tourismuswirtschaft deutlich verbessert. Dennoch hat der Schweizer Tourismus im internationalen Vergleich nach wie vor mit erheblichen Kosten- und Preisnachteilen zu k\u00e4mpfen. Der nachfolgende Beitrag liefert einen systematischen Preis- und Kostenvergleich aus volkswirtschaftlicher Sicht. Zudem wird aufgezeigt, wie sich Ver\u00e4nderungen der Rahmenbedingungen und der Produktionsstrukturen der Schweizer Tourismuswirtschaft auf die preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit auswirken. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200907_21_Held_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"242\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Schweizer Tourismus ist das Preis- und Kostenniveau ein Dauerthema. H\u00f6here Preise werden als zentraler Nachteil im internationalen Wettbewerb angef\u00fchrt und bei der Lohngestaltung steht h\u00e4ufig das Argument der im internationalen Vergleich \u00fcberdurchschnittlichen Schweizer Arbeitskosten im Zentrum der Diskussionen. Vor diesem Hintergrund untersuchte Bakbasel im Auftrag von Hotelleriesuisse und unterst\u00fctzt durch Innotour die Kosten und Preise der Schweizer Tourismuswirtschaft.\u00a0Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, f\u00fcr die Schweizer Tourismuswirtschaft einen systematischen internationalen Preis- und Kostenvergleich durchzuf\u00fchren. Zudem werden die Resultate von Szenarioanalysen aufgef\u00fchrt, welche die Auswirkungen von Ver\u00e4nderungen bei den Rahmenbedingungen und bei den Produktionsstrukturen der Schweizer Tourismuswirtschaft aufzeigen. Basierend auf den identifizierten Preis- und Kostendifferenzen sowie auf den Resultaten der durchgef\u00fchrten Simulationen werden zum Schluss einige wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen abgeleitet.&#13;<\/p>\n<h2>Nach wie vor erhebliche Preisdifferenzen&#8230;<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer internationale Vergleich der Preise in der Schweizer Tourismuswirtschaft zeigt auf, dass nach wie vor erhebliche Preisdifferenzen bestehen. So ergibt sich zum Mittelwert der EU4 (Deutschland, Italien, Frankreich, \u00d6sterreich) im Jahr 2007 eine Preisdifferenz von 12 Prozentpunkten; d.h., die Preise in der Tourismuswirtschaft liegen in den umliegenden vier L\u00e4ndern um durchschnittlich 12% unter denjenigen in der Schweiz. Die gr\u00f6ssten Preisdifferenzen (-15%) zeigen sich im Vergleich mit \u00d6sterreich.\u00a0Analysiert man die einzelnen touristischen Branchen, stellt man deutliche Unterschiede fest. Beim Gastgewerbe (Beherbergung und Restauration) sowie bei den Freizeitdienstleistungen sind die Preisdifferenzen zwischen der Schweiz und den umliegenden vier L\u00e4ndern mit 13% bzw. 16% \u00fcberdurchschnittlich gross. Im touristischen Bereich des Detailhandels sind die Preisunterschiede zwischen den EU4-L\u00e4ndern und der Schweiz mit 8% deutlich kleiner. Am geringsten fallen die Preisunterschiede mit nur 7% im Verkehrssektor aus.&#13;<\/p>\n<h2>&#8230;wenn auch deutlich geringer als 2000<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine dynamische Betrachtung der relativen Preisentwicklung zeigt, dass sich die touristischen Preisdifferenzen zwischen der Schweiz und den umliegenden L\u00e4ndern in der j\u00fcngeren Vergangenheit deutlich verringert haben. Die Preisdifferenzen gingen zwischen 2000 und 2007 um rund 13 Prozentpunkte zur\u00fcck. Dies bedeutet, dass die preislichen Wettbewerbsnachteile der Schweizer Tourismuswirtschaft um mehr als die H\u00e4lfte abgebaut werden konnten &#8211; und zwar gegen\u00fcber s\u00e4mtlichen Nachbarl\u00e4ndern. Ein Teil der Verbesserung der preislichen Wettbewerbsf\u00e4higkeit ist auf die Ver\u00e4nderung des Wechselkursverh\u00e4ltnisses zwischen dem Schweizer Franken und dem Euro zur\u00fcckzuf\u00fchren. Aber auch ohne Wechselkurseffekt w\u00fcrde sich immer noch eine Reduktion der Preisdifferenzen um knapp 9 Prozentpunkte ergeben.\u00a0Auf der Ebene der einzelnen touristischen Branchen konnte im Gastgewerbe der gr\u00f6sste Abbau der Preisdifferenzen realisiert werden (-15,6 Prozentpunkte). Auch im tourismusrelevanten Teil des Detailhandels gingen die Preisdifferenzen um knapp 14 Prozentpunkte zur\u00fcck. Im Verkehrssektor (-8,1 Prozentpunkte) und bei den Freizeitdienstleistungen (-9,1 Prozentpunkte) fiel der Abbau der Preisdifferenzen etwas geringer, aber immer noch beachtlich hoch aus.&#13;<\/p>\n<h2>Deutlich h\u00f6here Arbeits- und Vorleistungskosten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nFasst man die beiden wichtigsten Kostenbl\u00f6cke der Tourismuswirtschaft (Vorleistungs- und Arbeitskosten) zusammen, so zeigt sich f\u00fcr die Tourismuswirtschaft der umliegenden L\u00e4nder im Durchschnitt ein Kostenvorteil von 20%. Die Arbeitskostenunterschiede &#8211; gemessen an den Lohnst\u00fcckkosten (vgl.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 2<\/b>&#13;<br \/>\nBei der Analyse der unterschiedlichen Kostenfaktoren stehen die Vorleistungs- und Arbeitskosten im Mittelpunkt. Hierbei wird im Wesentlichen auf zwei Datenquellen zur\u00fcckgegriffen: die internationalen Branchendaten aus der \u00abIB Database\u00bb von Bakbasel und die Arbeitskostenstatistik von Eurostat.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVergleich der Vorleistungskosten&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAusgangspunkt beim Vergleich der Vorleistungskosten ist die Frage nach den relativen Preisen der Branchen, von denen die Tourismuswirtschaft ihre Vorleistungen bezieht. Im Gegensatz zur Berechnung von PPP mit Konsumentenpreisen (\u00abExpenditure-Approach&nbsp;\u00bb) stehen hier die relativen Produzentenpreise (\u00abIndustry-of-Origin-Approach\u00bb) im Mittelpunkt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVergleich der Arbeitskosten&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei der Analyse der Arbeitskosten m\u00fcssen neben den Bruttol\u00f6hnen und -geh\u00e4ltern auch die Lohnnebenkosten mit einbezogen werden. Gerade hier bestehen im internationalen Vergleich substanzielle Unterschiede. Zu den Lohnnebenkosten z\u00e4hlen u.a. die gesetzlichen, tariflichen, vertraglichen und freiwilligen Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge des Arbeitgebers sowie direkte Sozialleistungen wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine reine Betrachtung der nominalen Kosten greift bei der Analyse des Faktors Arbeit allerdings zu kurz. Die Bedeutung hoher Arbeitskosten f\u00fcr die Rentabilit\u00e4t eines Unternehmens kann erst dann beurteilt werden, wenn neben den Kosten auch die \u00abLeistung\u00bb des Faktors Arbeit in die Analyse mit einbezogen wird. Dies geschieht durch den Vergleich der so genannten Lohnst\u00fcckkosten. Sie sind definiert als Arbeitskosten pro Outputeinheit und sagen aus, wie hoch die Arbeitskosten bei der Produktion einer Outputeinheit im Wert von einem Franken sind. \u00dcberdurchschnittliche Lohnst\u00fcckkosten k\u00f6nnen ihre Ursache entweder in \u00fcberh\u00f6hten Arbeitskosten pro Stunde oder in einer unterdurchschnittlichen Stundenproduktivit\u00e4t haben. ) &#8211; fallen dabei viel deutlicher aus als die Differenzen bei den Vorleistungskosten. Die h\u00f6heren Lohnst\u00fcckkosten in der Schweizer Tourismuswirtschaft sind sowohl auf die h\u00f6heren Lohnkosten als auch auf die im internationalen Vergleich niedrigere Arbeitsproduktivit\u00e4t zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die deutlichsten Nachteile ergeben sich im Vergleich mit der \u00f6sterreichischen Tourismuswirtschaft, welche mit 44% tieferen Arbeitskosten und 16% tieferen Vorleistungskosten wirtschaften kann.\u00a0Betrachtet man die Entwicklung der Kostenunterschiede zwischen 2000 und 2007, so stellt man bei den Kostenfaktoren Vorleistungen und Arbeitskosten eine gegenl\u00e4ufige Entwicklung fest. Bei den Vorleistungskosten konnten die Nachteile der Schweizer Tourismuswirtschaft zwischen 2000 und 2007 um erfreuliche 9 Prozentpunkte abgebaut werden. Bei den um die Stundenproduktivit\u00e4t bereinigten Arbeitskosten (Lohnst\u00fcckkosten) musste hingegen eine Verschlechterung f\u00fcr die Schweizer Tourismuswirtschaft um 5 Prozentpunkte hingenommen werden.&#13;<\/p>\n<h2>Analytische Zerlegung der touristischen Hochpreisinsel Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Synthese der Preis- und Kostenvergleiche zeigt, dass ein Grossteil der beobachteten Preisunterschiede mit den analysierten Kostenfaktoren sowie der Mehrwertsteuerdifferenz erkl\u00e4rt werden kann. Im EU4-Schnitt sind die Unterschiede in den untersuchten Kostenfaktoren insgesamt \u00e4hnlich wie die Preisunterschiede.\u00a0Grafik 4 zeigt f\u00fcr die einzelnen Kostenfaktoren, welchen Beitrag sie zur \u00abHochpreisinsel\u00bb leisten, d.h., um wie viel Prozent die Preise in der Schweizer Tourismuswirtschaft ceteris paribus jeweils hypothetisch sinken k\u00f6nnten, wenn der betrachtete Kostenfaktor dasselbe Preisniveau wie der EU4-Durchschnitt aufweisen w\u00fcrde. Die Zerlegung der Hochpreisinsel Schweiz in die einzelnen Komponenten impliziert, dass die Konsumentenpreise in der Tourismuswirtschaft in den umliegenden L\u00e4ndern Deutschland, Frankreich, \u00d6sterreich und Italien gegen\u00fcber der Schweiz im Durchschnitt: \u00a0&#8211; um 11% tiefer sind aufgrund niedrigerer Arbeitskosten;\u00a0&#8211; um 9% tiefer sind aufgrund niedrigerer Vorleistungskosten;\u00a0&#8211; um 6% h\u00f6her sind aufgrund h\u00f6herer Mehrwertsteuers\u00e4tze;\u00a0&#8211; um 2% h\u00f6her sind aufgrund sonstiger Faktoren.&#13;<\/p>\n<h2>Szenarioanalysen zu Freihandel und Deregulierung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie bisherigen Ausf\u00fchrungen haben gezeigt, dass die kostenbedingten Wettbewerbsnachteile der Schweizer Tourismuswirtschaft im internationalen Vergleich sehr deutlich ausfallen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie sich verschiedene wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Ver\u00e4nderungen auf die Preis- und Kostenunterschiede zwischen der Schweizer Tourismuswirtschaft und derjenigen der umliegenden L\u00e4nder auswirken w\u00fcrden.\u00a0Hierzu wurden drei Szenarien entwickelt und durchgerechnet. Das Szenario \u00abFreihandel\u00bb geht von einer vollst\u00e4ndigen Eliminierung der Importbarrieren im Nahrungsmittelbereich aus. Das Szenario \u00abFreihandel und Deregulierung\u00bb geht zus\u00e4tzlich zum Abbau der Importbarrieren von einer Deregulierung auf dem Binnenmarkt in den vier gr\u00f6ssten Deregulierungsbranchen Verkehr, Telekommunikation, Energie und Landwirtschaft aus. Das Szenario \u00abH\u00f6here Produktivit\u00e4t in der Tourismuswirtschaft\u00bb zeigt auf, welche Effekte eine Produktivit\u00e4tssteigerung auf die Preise der Tourismuswirtschaft haben k\u00f6nnte.\u00a0Die Resultate der Szenariorechnungen zeigen, dass eine Eliminierung der Importbarrieren die Preisunterschiede zwischen der Schweizer Tourismuswirtschaft und derjenigen der umliegenden L\u00e4nder um 1,4 Prozentpunkte reduzieren w\u00fcrde, wenn die erzielten Kostensenkungen vollst\u00e4ndig an die Kunden weitergegeben w\u00fcrden. Bei einer zus\u00e4tzlichen Liberalisierung des Binnenmarktes ergeben sich deutlich h\u00f6here Kostensenkungspotenziale. Der Preissenkungsspielraum der Schweizer Tourismuswirtschaft gegen\u00fcber den vier umliegenden L\u00e4ndern w\u00fcrde sich in diesem Szenario auf 5,2 Prozentpunkte belaufen. Bei einer gleichzeitigen aussenwirtschaftlichen \u00d6ffnung und einer Deregulierung des Binnenmarktes w\u00fcrde sich somit die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweizer Tourismuswirtschaft deutlich verbessern. \u00a0Im dritten Szenario, einem Anstieg der Produktivit\u00e4t im Schweizer Gastgewerbe auf das Niveau in den umliegenden L\u00e4ndern, erg\u00e4be sich ebenfalls eine deutliche Verbesserung der Wettbewerbsposition der Schweizer Tourismuswirtschaft. Der Preissenkungsspielraum gegen\u00fcber dem EU4-Durchschnitt d\u00fcrfte sich in diesem Szenario auf 1,9 bis 4,8 Prozentpunkte belaufen.&#13;<\/p>\n<h2>Schlussfolgerungen und Empfehlungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweizer Tourismuswirtschaft weist hinsichtlich internationaler preislicher Wettbewerbsf\u00e4higkeit Schw\u00e4chen auf, welche sich auf ung\u00fcnstige kostenseitige Produktionsbedingungen zur\u00fcckf\u00fchren lassen. Die kostenseitigen Nachteile der Schweizer Tourismuswirtschaft basieren sowohl auf den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als auch auf branchenendogenen Faktoren. Zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweizer Tourismuswirtschaft gilt es demnach, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zu verbessern und Strukturreformen in der Tourismuswirtschaft in die Wege zu leiten.&#13;<\/p>\n<h3>Verbesserung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nZur Verbesserung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen braucht es sowohl eine m\u00f6glichst weitgehende Liberalisierung des internationalen Warenhandels als auch eine Liberalisierung und Deregulierung des Schweizer Binnenmarktes. Bei der Liberalisierung des internationalen Warenhandels geht es aus Sicht der Tourismuswirtschaft um den Abbau von Z\u00f6llen (v.a. Agrarz\u00f6lle) sowie den Abbau von nichttarif\u00e4ren Handelshemmnissen. Beim Schweizer Binnenmarkt stehen Liberalisierungsmassnahmen in wichtigen Deregulierungsbranchen wie Energie, Verkehr, Kommunikation und Landwirtschaft im Vordergrund.&#13;<\/p>\n<h3>Strukturreformen in der Tourismuswirtschaft<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nBei den notwendigen Strukturreformen in der Schweizer Tourismuswirtschaft steht die Steigerung der Arbeitsproduktivit\u00e4t &#8211; insbesondere im Gastgewerbe &#8211; im Zentrum. Dazu braucht es verschiedene Massnahmen: Der Arbeitseinsatz sollte flexibilisiert und die Qualifikationsstruktur erh\u00f6ht werden. Gleichzeitig gilt es, die Investitionst\u00e4tigkeit zu erh\u00f6hen und Gr\u00f6ssenersparnisse zu realisieren. Eine weitere wichtige Handlungsachse zur Steigerung der Arbeitsproduktivit\u00e4t ist die Steigerung der Auslastung der Produktionskapazit\u00e4ten. Dazu d\u00fcrfen Marktaustritte nicht konkurrenzf\u00e4higer Betriebe nicht behindert werden, und es ist ein intensiver Wettbewerb zwischen den einzelnen touristischen Leistungserbringern sicherzustellen. Wesentlich f\u00fcr eine erh\u00f6hte Auslastung ist zudem eine intensive und effiziente Bearbeitung der touristischen Nachfragem\u00e4rkte mittels geeigneter Marketing- und Verkaufsinstrumente.&#13;<\/p>\n<h3>Reformpaket anstelle von Einzelmassnahmen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Effekte der einzelnen Liberalisierungsschritte beim wirtschaftspolitischen Umfeld und die Strukturreformen durch die Tourismuswirtschaft selbst liefern alle einen Beitrag zur Verbesserung der internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Tourismuslandes Schweiz. Ihre gesamthafte Wirkung l\u00e4sst sich hingegen nur dann maximieren, wenn sie koordiniert geplant und umgesetzt werden. Anstelle einzelner Massnahmen w\u00e4re daher die Formulierung eines eigentlichen Reformpakets mit m\u00f6glichst verbindlichen Inhalten und Umsetzungszeitpl\u00e4nen (Reformagenda) zu bevorzugen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abRelatives Preisniveau in der Tourismuswirtschaft, 2000 und 2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abVer\u00e4nderung der relativen Konsumentenpreise in der Tourismuswirtschaft, 2000-2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abDie wichtigsten Kostenfaktoren der Tourismuswirtschaft\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 4 \u00abZerlegung der touristischen \u00abHochpreisinsel\u00bb Schweiz\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Methodische Grundlagen zum Preisvergleich<\/b>&#13;<br \/>\nDer vorliegende internationale Preisvergleich der Schweizer Tourismuswirtschaft wurde anhand der relativen Konsumentenpreise durchgef\u00fchrt. Die Berechnung der relativen Konsumentenpreise basiert auf den von den nationalen statistischen \u00c4mtern erhobenen relativen Preisen, auch Kaufkraftparit\u00e4ten oder Purchasing Power Parities (PPP) genannt. Das Vorgehen bei der Erhebung der Preise ist hierbei vom europ\u00e4ischen Statistikamt Eurostat (in Kooperation mit der OECD) f\u00fcr alle Teilnehmerstaaten festgelegt. Ein PPP von 1,9 CHF\/\u20ac im Vergleich mit Deutschland bedeutet beispielsweise, dass ein repr\u00e4sentativer Warenkorb, der in Deutschland 100&nbsp;\u20ac kostet, in der Schweiz f\u00fcr 190 Franken angeboten wird. Um das Preisniveau in den beiden L\u00e4ndern vergleichen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen zus\u00e4tzlich die tats\u00e4chlichen Devisenwechselkurse ber\u00fccksichtigt werden. Dieses relative Preisniveau wird \u00fcblicherweise indexiert dargestellt, d.h., das Referenzland (in unserem Fall die Schweiz) erh\u00e4lt den Wert 100. In der Literatur wird das relative Preisniveau \u00fcblicherweise Comparative Price Level (CPL) genannt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTourismusspezifische Auswertung Die PPP auf der untersten Produktebene weisen einen sehr hohen Spezifikationsgrad auf. Die Produktliste umfasst insgesamt 2500 Konsumg\u00fcter und Dienstleistungen. F\u00fcr die tourismusspezifische Auswertung wurde ein typischer Schweizer Tourismus-Warenkorb unterstellt. Der f\u00fcr diese Untersuchung zusammengestellte \u00abSchweizer Tourismus-Warenkorb&nbsp;\u00bb besteht aus den insgesamt vier tourismusrelevanten Bereichen Gastgewerbe, Verkehr, Freizeitdienstleistungen und Detailhandel. F\u00fcr diese Bereiche wurden aus den verschiedenen bei den PPP-Statistiken ausgewiesenen Warengruppen touristische Warenk\u00f6rbe zusammengestellt. Dabei wurden nicht nur Hauptwarengruppen verwendet, sondern es wurde sehr genau darauf geachtet, dass nur diejenigen Waren und Warengruppen ber\u00fccksichtigt werden, die f\u00fcr die Tourismuswirtschaft relevant sind.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 2: Methodische Grundlagen zum Kostenvergleich<\/b>&#13;<br \/>\nBei der Analyse der unterschiedlichen Kostenfaktoren stehen die Vorleistungs- und Arbeitskosten im Mittelpunkt. Hierbei wird im Wesentlichen auf zwei Datenquellen zur\u00fcckgegriffen: die internationalen Branchendaten aus der \u00abIB Database\u00bb von Bakbasel und die Arbeitskostenstatistik von Eurostat.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVergleich der Vorleistungskosten&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAusgangspunkt beim Vergleich der Vorleistungskosten ist die Frage nach den relativen Preisen der Branchen, von denen die Tourismuswirtschaft ihre Vorleistungen bezieht. Im Gegensatz zur Berechnung von PPP mit Konsumentenpreisen (\u00abExpenditure-Approach&nbsp;\u00bb) stehen hier die relativen Produzentenpreise (\u00abIndustry-of-Origin-Approach\u00bb) im Mittelpunkt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVergleich der Arbeitskosten&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei der Analyse der Arbeitskosten m\u00fcssen neben den Bruttol\u00f6hnen und -geh\u00e4ltern auch die Lohnnebenkosten mit einbezogen werden. Gerade hier bestehen im internationalen Vergleich substanzielle Unterschiede. Zu den Lohnnebenkosten z\u00e4hlen u.a. die gesetzlichen, tariflichen, vertraglichen und freiwilligen Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge des Arbeitgebers sowie direkte Sozialleistungen wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine reine Betrachtung der nominalen Kosten greift bei der Analyse des Faktors Arbeit allerdings zu kurz. Die Bedeutung hoher Arbeitskosten f\u00fcr die Rentabilit\u00e4t eines Unternehmens kann erst dann beurteilt werden, wenn neben den Kosten auch die \u00abLeistung\u00bb des Faktors Arbeit in die Analyse mit einbezogen wird. Dies geschieht durch den Vergleich der so genannten Lohnst\u00fcckkosten. Sie sind definiert als Arbeitskosten pro Outputeinheit und sagen aus, wie hoch die Arbeitskosten bei der Produktion einer Outputeinheit im Wert von einem Franken sind. \u00dcberdurchschnittliche Lohnst\u00fcckkosten k\u00f6nnen ihre Ursache entweder in \u00fcberh\u00f6hten Arbeitskosten pro Stunde oder in einer unterdurchschnittlichen Stundenproduktivit\u00e4t haben.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen 2000 und 2007 hat sich die preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweizer Tourismuswirtschaft deutlich verbessert. Dennoch hat der Schweizer Tourismus im internationalen Vergleich nach wie vor mit erheblichen Kosten- und Preisnachteilen zu k\u00e4mpfen. 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