{"id":122281,"date":"2009-06-01T12:00:00","date_gmt":"2009-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2009\/06\/buerki-6\/"},"modified":"2023-08-23T23:37:18","modified_gmt":"2023-08-23T21:37:18","slug":"buerki-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2009\/06\/buerki-5\/","title":{"rendered":"R\u00fcck\u00fcberweisungen von Migranten: Was sind die Folgen f\u00fcr die armen L\u00e4nder?"},"content":{"rendered":"<p>Millionen von Haushalten in Entwicklungsl\u00e4ndern werden von einem ihrer Familienmitglieder, die im Ausland arbeiten, finanziell unterst\u00fctzt. Diese R\u00fcck\u00fcberweisungen &#8211; sogenannte Remittances &#8211; sind h\u00e4ufig \u00fcberlebenswichtig f\u00fcr die Ern\u00e4hrung, den Zugang zu Bildung, die Verbesserung der Wohnsituation oder den Aufbau einer Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit. Der Umfang der R\u00fcck\u00fcberweisungen betr\u00e4gt weltweit das Doppelte der \u00f6ffentlichen Entwicklungshilfe (ODA) und stellt somit f\u00fcr viele L\u00e4nder eine wesentliche Devisenquelle dar. In den letzten Jahren war ein kontinuierliches Wachstum der R\u00fcck\u00fcberweisungen zu verzeichnen. Im Zuge der weltwirtschaftlichen Abk\u00fchlung aufgrund der Finanzkrise droht dieser Fluss &#8211; wenn auch nur leicht &#8211; abzunehmen. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200906_23_Buerki_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"246\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMigrantinnen und Migranten sind in der aktuellen Lage nicht nur pers\u00f6nlich von Arbeitsplatzverlust bedroht. Hinzu kommt die Unsicherheit bez\u00fcglich ihrer Familien in den Herkunftsl\u00e4ndern. In den \u00e4rmsten L\u00e4ndern &#8211; wie Tadschikistan oder Haiti &#8211; droht ein Einbruch der R\u00fcck\u00fcberweisungen die Fortschritte bei der Armutsbek\u00e4mpfung der letzten Jahre zunichte zu machen. Ebenso verheerend w\u00e4re eine massenhafte R\u00fcckkehr von Migranten in ihre Herkunftsl\u00e4nder: Der heimische Arbeitsmarkt k\u00f6nnte dies kaum verkraften. Die Folge w\u00e4ren grosse soziale Spannungen. Ist damit zu rechnen, dass die Krise derartige Auswirkungen haben wird? Die Analysen und Zahlen der Weltbank geben differenzierte Antworten auf diese Frage. Vgl. Revised Outlook for Remittance Flows 2009-2011, Migration and Remittances Team, Development Prospects Group, the World Bank, March 2009; Economic Implications of Remittances and Migration, Global Economic Prospects 2006, The World Bank.&#13;<\/p>\n<h2>Migration heute<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGegen 200 Mio. Menschen leben ausserhalb ihres Geburtslandes. Das entspricht etwa 3% der Weltbev\u00f6lkerung. Es sind haupts\u00e4chlich Einkommensunterschiede und Bev\u00f6lkerungsdruck, welche das Ausmass der internationalen Migrationsstr\u00f6me erkl\u00e4ren; politische Faktoren spielen eine untergeordnete Rolle. Entgegen der verbreiteten Meinung lebt die Mehrzahl der Migranten nicht etwa in den reichen L\u00e4ndern, sondern in Entwicklungsl\u00e4ndern &#8211; ein Ph\u00e4nomen, das in Sub-Sahara-Afrika besonders ausgepr\u00e4gt ist (72%). Diese S\u00fcd-S\u00fcd-Dimension der Migration wird allzu oft ignoriert. Zu betonen ist auch, dass die internationalen Migrationsstr\u00f6me grossmehrheitlich freiwillige Ortswechsel aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden darstellen. Fl\u00fcchtlinge und Asylsuchende machen durchschnittlich nur gerade 7% der Migranten aus.\u00a0Die internationale Migration schafft einen vielf\u00e4ltigen wirtschaftlichen Nutzen &#8211; und zwar sowohl f\u00fcr die Migranten und ihre Familien als auch f\u00fcr die Herkunfts- und die Ziell\u00e4nder. Aber auch die damit einhergehenden Kosten und Risiken d\u00fcrfen nicht untersch\u00e4tzt werden. So erleben Migranten oft einen Kulturschock, sind prek\u00e4ren Arbeitsbedingungen sowie Ausbeutung ausgesetzt und leiden unter der dauernden Trennung von ihren Familien. Die Herausforderungen &#8211; oder gar \u00c4ngste &#8211; f\u00fcr die Ziell\u00e4nder liegen dagegen in der Bek\u00e4mpfung der illegalen Einwanderung, der sozialen Absicherung der Migranten oder der Bew\u00e4ltigung von Sicherheitsproblemen.&#13;<\/p>\n<h2>Remittances &#8211; ein wesentlicher Beitrag zur Entwicklung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer wirtschaftliche Nutzen der Migration f\u00fcr die Entwicklungsl\u00e4nder ist betr\u00e4chtlich. Der Umfang der R\u00fcck\u00fcberweisungen von Migranten in ihre Herkunftsl\u00e4nder wird im Jahr 2008 offiziell auf 305 Mrd. US-Dollar gesch\u00e4tzt. Das bedeutet eine Steigerung um 9% gegen\u00fcber dem Vorjahr. Diese Zahlen ber\u00fccksichtigen nicht die informellen Kan\u00e4le, auf denen zum Teil betr\u00e4chtliche Summen transferiert werden. So fand eine Studie des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) zum Migrationskorridor Schweiz-Serbien aus dem Jahr 2007 heraus, dass 80% der R\u00fcck\u00fcberweisungen \u00fcber informelle Kan\u00e4le &#8211; insbesondere die zwischen beiden L\u00e4ndern zirkulierenden Buschauffeure &#8211; abgewickelt werden. Vgl. R\u00fcck\u00fcberweisungen von Migrantinnen und Migranten am Beispiel Schweiz-Serbien, in: Die Volkswirtschaft 1\/2-2007, S. 63ff. Diese Summen stellen betr\u00e4chtliche Ressourcen dar (siehe Grafik 1). In Lateinamerika und der Karibik entspricht die H\u00f6he der j\u00e4hrlichen R\u00fcck\u00fcberweisungen beinahe dem Zufluss an ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen und \u00fcbersteigt den Betrag der ODA um das Achtfache. Die wichtigsten Ursprungsl\u00e4nder der R\u00fcck\u00fcberweisungen sind die USA, Saudi-Arabien und die Schweiz.\u00a0Die Verteilung von R\u00fcck\u00fcberweisungen auf die Ziell\u00e4nder ist gleichm\u00e4ssiger als diejenige von privatem Kapital und Auslandinvestitionen, die sich tendenziell auf Schwellenl\u00e4nder konzentrieren. R\u00fcck\u00fcberweisungen machen durchschnittlich 3,6% des BSP von armen L\u00e4ndern, von L\u00e4ndern mit mittlerem Einkommen etwa das Doppelte aus. F\u00fcr sehr fragile oder konfliktbelastete L\u00e4nder &#8211; wie Somalia oder Haiti &#8211; haben sie den Stellenwert einer \u00dcberlebenshilfe f\u00fcr die \u00e4rmsten Bev\u00f6lkerungsschichten. In L\u00e4ndern, die von den Schwankungen der Rohstoffpreise stark betroffen sind, \u00fcben sie de facto die Funktion eines informellen Mechanismus zur Finanzstabilisierung aus. \u00a0Die von den Migranten \u00fcberwiesenen Mittel verbessern direkt das Einkommen und den Lebensstandard der Haushalte. Ihr Einfluss auf die Reduktion der Armut wurde in verschiedenen Studien best\u00e4tigt. Eine Erh\u00f6hung der R\u00fcck\u00fcberweisungen um 10% bewirkt durchschnittlich eine Reduktion des Armutsniveaus in den Ziell\u00e4ndern um 3,5%. Zus\u00e4tzlich zur Stabilisierung des Konsumniveaus der Haushalte sorgen sie f\u00fcr eine Diversifizierung der Einkommensquellen &#8211; und damit der Risiken &#8211; und leisten so einen entscheidenden Beitrag zu Ersparnissen sowie Investitionen (z.B. M\u00f6bel). R\u00fcck\u00fcberweisungen korrelieren direkt mit den Ausgaben der Haushalte f\u00fcr Gesundheit und Bildung sowie mit der Entwicklung von Kleingewerbe. All dies sind Bereiche mit hoher sozialer Wertsch\u00f6pfung.\u00a0Zahlreiche Fallstudien best\u00e4tigen diese Tendenzen. So wurde beispielsweise f\u00fcr Mexiko, Guatemala, Nicaragua und Sri Lanka aufgezeigt, dass Kinder in Haushalten, welche Geld von Verwandten aus dem Ausland erhalten, ein h\u00f6heres Geburtsgewicht und bessere Gesundheitswerte aufweisen als andere Kinder. Auch der Anteil der Schulabschl\u00fcsse ist h\u00f6her. R\u00fcck\u00fcberweisungen aus den USA machen 20% des investierten Kapitals der Mikrounternehmen in den urbanen Regionen Mexikos aus.\u00a0Zwischen R\u00fcck\u00fcberweisungen und Entwicklungshilfe werden intuitiv Parallelen gezogen, die es allerdings zu nuancieren gilt. Zwar steht bei beiden die Absicht der Armutsreduktion im Zentrum. W\u00e4hrend aber die Entwicklungshilfe \u00f6ffentliche Gelder sind und zum Beispiel f\u00fcr den (Wieder-)Aufbau der Infrastrukturen, die St\u00e4rkung des \u00f6ffentlichen Finanzhaushalts oder die Verbesserung des Gesundheitswesens eines Landes eingesetzt werden, stammen die R\u00fcck\u00fcberweisungen aus privaten Quellen und dienen ausschliesslich privaten Zwecken. Das eine kann das andere nicht ersetzen. Es geht vielmehr darum, mittels einer geeigneten Sozial- und Wirtschaftspolitik die Komplementarit\u00e4t beider Quellen zu optimieren.\u00a0R\u00fcck\u00fcberweisungen sind auch kein Ersatz f\u00fcr Handelsbeziehungen, private Kapitalfl\u00fcsse oder Direktinvestitionen. Ungeachtet ihres grossen Beitrags zur Reduktion von Armut und sozialen Disparit\u00e4ten ist ihr direkter Beitrag zum Wirtschaftswachstum nach wie vor schwer zu beziffern. Die Diaspora kann die Wirtschaftsentwicklung in ihren Herkunftsl\u00e4ndern aktiv unterst\u00fctzen, etwa indem sie die Wirtschaftsbeziehungen sowie den Wissens- und Technologietransfer erleichtert.&#13;<\/p>\n<h2>Die Kehrseite der Medaille<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie bedeutenden wirtschaftlichen Vorteile der R\u00fcck\u00fcberweisungen von Migranten f\u00fcr die armen L\u00e4nder verm\u00f6gen indes die heiklen Fragen, welche die Migration f\u00fcr einige dieser L\u00e4nder aufwirft, nicht zu \u00fcberdecken. Grafik 2 zeigt, wie gross der Anteil von R\u00fcck\u00fcberweisungen am BIP einzelner L\u00e4nder ist. Dadurch kann es zu einer Aufwertung des realen Wechselkurses und in der Folge zu einem Verlust an internationaler Wettbewerbsf\u00e4higkeit kommen, wie die Beispiele von Moldawien, El Salvador und Kenia in den letzten Jahren zeigen.\u00a0Abgesehen von den makro\u00f6konomischen Risiken wirft die Migration auch eine Reihe von heiklen politischen und sozialen Fragen auf. In Tadschikistan verdienen 30% der M\u00e4nner im erwerbsf\u00e4higen Alter ihren Lebensunterhalt im Ausland, haupts\u00e4chlich als Bauarbeiter in Russland (\u00fcber 90% der Auswanderer). Auch in Haiti ist der Anteil der Emigranten sehr hoch (1 Mio. resp. 10% der Bev\u00f6lkerung). Das Hauptproblem ist jedoch der Verlust eines grossen Teils der qualifizierten Arbeitnehmerschaft, was besonders im Gesundheits- und Bildungswesen ins Gewicht f\u00e4llt. Dieser massive \u00abBrain Drain\u00bb stellt speziell f\u00fcr kleine, einkommensschwache L\u00e4nder &#8211; wie Haiti oder Jamaika, wo acht von zehn Hochschulabsolventen im Ausland leben &#8211; ein Dilemma dar.\u00a0Kurzfristig wirkt die Auswanderung regulierend auf die Arbeitslosigkeit im Inland; sie vermag gar den heimischen Arbeitsmarkt wieder zu dynamisieren. \u00dcber die Transfers sind die Auswanderer eine wichtige Devisenquelle zur Unterst\u00fctzung des Konsums und der Importe der armen L\u00e4nder. L\u00e4ngerfristig bleibt das Modell jedoch verletzlich und nicht \u00fcberall lebensf\u00e4hig. Denn bei jedem Ereignis, das eine Massenr\u00fcckwanderung verursacht, drohen die W\u00e4hrungsreserven der L\u00e4nder dramatisch zu schwinden und die Spannungen auf dem Arbeitsmarkt aus dem Ruder zu laufen. \u00a0Den Entwicklungsl\u00e4ndern bleibt also nichts anderes \u00fcbrig, als die notwendigen Reformen weiterzuf\u00fchren, um m\u00f6glichst schnell auf einen wirtschaftlichen Wachstumspfad zu finden und den heimischen Arbeitsmarkt zu erweitern. Trotz all den in diesem Bereich erzielten Fortschritten bleibt noch viel zu tun. Wird die aktuelle Finanzkrise diese Anstrengungen zunichte machen und Millionen von Migranten zur R\u00fcckkehr in ihre Heimatl\u00e4nder bewegen? Gl\u00fccklicherweise d\u00fcrfte dies nicht der Fall zu sein.&#13;<\/p>\n<h2>Auswirkungen der Krise<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNach mehreren Jahren eines kontinuierlichen Wachstums bei den R\u00fcck\u00fcberweisungen im zweistelligen Bereich ist im zweiten Semester 2008 eine deutliche Verlangsamung eingetreten. F\u00fcr 2009 ist gar ein R\u00fcckgang zu erwarten. Hauptgrund ist die Versch\u00e4rfung der Wirtschaftskrise in den USA und Europa, aus denen zwei Drittel der R\u00fcck\u00fcberweisungen an Entwicklungsl\u00e4nder stammen. Die S\u00fcd-S\u00fcd-Transfers sind von den Auswirkungen der Krise in Russland, S\u00fcdafrika, Indien und Malaysia ebenfalls betroffen (siehe Grafik 3).\u00a0Der Abschwung wird sich voraussichtlich weiter versch\u00e4rfen. Im Jahr 2009 ist mit einem R\u00fcckgang der R\u00fcck\u00fcberweisungen um 5%-8% zu rechnen; sie d\u00fcrften noch 280-290 Mrd. US-Dollar erreichen. Dieser Betrag ist im Vergleich zu den privaten Kapitalfl\u00fcssen, die wohl um die H\u00e4lfte einbrechen werden, immer noch relativ hoch. Damit best\u00e4tigt sich die langfristige Beobachtung, dass R\u00fcck\u00fcberweisungen die stabilste Devisenquelle f\u00fcr die Entwicklungsl\u00e4nder darstellen. W\u00e4hrend die privaten Kapitalfl\u00fcsse prozyklisch reagieren, verringern R\u00fcck\u00fcberweisungen tendenziell die konjunkturellen Ausschl\u00e4ge der Herkunftsl\u00e4nder. Historisch gesehen haben sie aber auch eine grosse Widerstandsf\u00e4higkeit gegen\u00fcber Rezessionsphasen in Empf\u00e4ngerl\u00e4ndern gezeigt.\u00a0F\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen gibt es eine Reihe von Erkl\u00e4rungen, von denen an dieser Stelle drei genannt werden sollen:\u00a0&#8211; Erstens stammen die R\u00fcck\u00fcberweisungen in der Regel aus einer langfristigen Migration. Erst wenn diese \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum unterbrochen sind, wird ein Einfluss auf die Transfers sp\u00fcrbar.\u00a0&#8211; Zweitens machen die Transfers nur einen bescheidenen Teil des Einkommens der Migranten aus, sodass sie auch weitergef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, wenn die Ressourcen schwinden.\u00a0&#8211; Drittens hat die Verst\u00e4rkung der Regulierung und der Kontrollen in den Empf\u00e4ngerl\u00e4ndern dazu gef\u00fchrt, dass die illegale oder opportunistische Migration signifikant zur\u00fcckgegangen ist. Migranten bleiben \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume sesshaft, was die Regelm\u00e4ssigkeit und Stabilit\u00e4t der Transfers beg\u00fcnstigt.&#13;<\/p>\n<h2>Die Weltbank engagiert sich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuch wenn lokale Gegebenheiten oder Krisen das Ausmass und den Rhythmus der Migration beeinflussen k\u00f6nnen, ist sie doch ein Ausdruck der Globalisierung und damit ein komplexes und kontrovers diskutiertes Ph\u00e4nomen. Im fortw\u00e4hrenden politischen Dialog zur internationalen Migration stellen sich folgende Fragen: Wie k\u00f6nnen die durch massenhafte Bev\u00f6lkerungsbewegungen erzeugten Unruhen auf ein Minimum reduziert werden? Und wie kann gleichzeitig wirtschaftlicher Nutzen maximiert sowie die Wirkung der Mittelfl\u00fcsse in den betroffenen Staaten optimiert werden? \u00dcber die \u00f6konomischen, politischen, psychologischen und sozialen \u00dcberlegungen hinaus &#8211; sowohl in den Empf\u00e4ngerwie auch in den Herkunftsl\u00e4ndern &#8211; ist auch das weite Feld der globalen Zusammenh\u00e4nge in die Erw\u00e4gungen mit einzubeziehen &#8211; angefangen bei der Erhebung von Daten zur Analyse der Faktoren und Herausforderungen bis hin zur Optimierung des Finanzsystems, um die Transaktionskosten und die formalen Anforderungen der Transfers zu reduzieren.\u00a0All diese Fragen und Herausforderungen sprengen den Handlungsrahmen der einzelnen L\u00e4nder und verlangen eine globale und koordinierte Vorgehensweise. Genau dies ist das bevorzugte Terrain einer multilateralen Institution wie der Weltbank, deren Kompetenzbereiche Forschung, Expertise, Dienstleistungen und Finanzierungen auf globaler Ebene beinhalten. Die Weltbank hat denn auch die bisher umfassendste Datenbank zur Migration von qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften geschaffen. Ihr Forschungsprogramm ist darauf ausgerichtet, den Einfluss der Migration auf die Entwicklung zu erfassen und zu analysieren, um sowohl f\u00fcr die Herkunftswie auch f\u00fcr die Ziell\u00e4nder eine Grundlage zu schaffen, auf der die Politiken, Regulierungen und institutionellen Reformen zur Verbesserung der Resultate definiert werden k\u00f6nnen.\u00a0Die Weltbank ist auch im Bereich der internationalen Partnerschaft und Koordination aktiv, etwa indem sie das Co-Pr\u00e4sidium einer Arbeitsgruppe zur internationalen Koordination des Zahlungssystems f\u00fcr R\u00fcck\u00fcberweisungen inneh\u00e4lt und eine Datenbank \u00fcber die R\u00fcck\u00fcberweisungskosten geschaffen hat. Zusammen mit anderen multilateralen Organisationen ist sie Mitglied der Global Migration Group (GMG). Zudem ist sie aktiv an den Diskussionen und an Untersuchungen der G-20 zur Mobilit\u00e4t der Arbeitskr\u00e4fte und zur Demografie beteiligt.\u00a0Dieser breite Aktionsradius zeigt den Vorteil einer multilateralen Organisation wie der Weltbank. Sie kann als solche die Rolle einer Plattform zur Koordination, Forschung, Analyse und Beratung im Bereich der globalen G\u00fcter \u00fcbernehmen. Auch wenn keine einfachen L\u00f6sungen existieren, geben die grossen unternommenen Anstrengungen und die bereits erzielten Fortschritte doch Anlass zur Hoffnung, dass sich die Welt eines Tages kollektiv organisieren, gemeinsame Regeln akzeptieren und an Erfolgsmodellen orientieren wird. Denn nur so k\u00f6nnen die Herausforderungen der Migration sowie der Mobilit\u00e4t von Arbeit zum Wohle aller bew\u00e4ltigt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abDie zehn Empf\u00e4ngerl\u00e4nder mit den h\u00f6chsten R\u00fcck\u00fcberweisungen (in absoluten Zahlen), 2008\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abDie zehn Empf\u00e4ngerl\u00e4nder mit dem h\u00f6chsten BSP-Anteil von R\u00fcck\u00fcberweisungen, 2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abWachstum der R\u00fcck\u00fcberweisungen an Entwicklungsl\u00e4nder, 2006-2010\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Millionen von Haushalten in Entwicklungsl\u00e4ndern werden von einem ihrer Familienmitglieder, die im Ausland arbeiten, finanziell unterst\u00fctzt. 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