{"id":122306,"date":"2009-06-01T12:00:00","date_gmt":"2009-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2009\/06\/klein-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:37:33","modified_gmt":"2023-08-23T21:37:33","slug":"klein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2009\/06\/klein\/","title":{"rendered":"Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder in der globalen Krise"},"content":{"rendered":"<p>Die derzeitige Krise ist jetzt ohne Zweifel die gr\u00f6sste seit rund 70 Jahren. Das Zentrum des wirtschaftlichen \u00abErdbebens\u00bb lag in den USA. Die folgende Flutwelle erfasst die ganze Welt in einer Weise, wie sie heutige Entscheidungstr\u00e4ger noch nie erlebt haben. Zurzeit ist das Ende der Krise nicht abzusehen. Viele Entwicklungsl\u00e4nder wurden erst in den letzten Monaten davon erfasst; und manche werden noch st\u00e4rker davon betroffen sein. Um zu verhindern, dass sich die Krise zur grossen Depression ausweitet, muss vermieden werden, dass die politischen Entscheidungstr\u00e4ger die Fehler der 1930er-Jahre wiederholen.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200906_23_Klein_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"269\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Chronologie der Krise<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Krise entfaltete sich im Zeitlupentempo, unterbrochen von abrupten Einbr\u00fcchen in Teilen der Wirtschaft. Schon im Jahre 2006 nahm das Konsumwachstum in den USA ab. Haushalte sparten mehr und begannen Schulden abzubauen. Das globale Wachstum war davon kaum beeintr\u00e4chtigt. Selbst in den USA wurde das Wachstum durch Exporte nach Asien und Europa gest\u00fctzt. Im August 2007 begannen die ersten Eruptionen auf den Finanzm\u00e4rkten. Die Bankenpanik um Northern Rock in England war ein fr\u00fches Zeichen f\u00fcr das Drama, das sich anbahnte. Massive Interventionen der grossen Notenbanken schien die Lage zu entsch\u00e4rfen. Im M\u00e4rz 2008 folgten weitere dramatische Kollapse, insbesondere jener von Bear Stearns, und erneute massive Interventionen der Notenbanken.\u00a0Mitte September 2008 kam es in Reaktion auf die Insolvenz von Lehman Brothers und der Versicherungsgruppe AIG zum kompletten Zusammenbruch der Interbanken-M\u00e4rkte in den USA und anderen bedeutenden OECD-L\u00e4ndern. Von da an wurde es klar, dass die Krisenbek\u00e4mpfung durch die Zentralbanken nicht ausreichte. Die reichen L\u00e4nder ergriffen radikale Massnahmen, um die Liquidit\u00e4t m\u00f6glichst aufrechtzuerhalten. Eingeschlossen waren weit reichende Garantien von Giro- und Spareinlagen.\u00a0Zus\u00e4tzlich stellte sich nun das Problem der Insolvenz von grossen Teilen des Finanzsystems. Als der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) im Fr\u00fchjahr 2008 eine Sch\u00e4tzung von schlechten Krediten (\u00abbad assets\u00bb) in den USA in H\u00f6he von 900 Mrd. US-Dollar vorlegte, wurde er von Regierungen wegen Schwarzmalerei angegriffen. Bis April 2009 erh\u00f6hte der IWF diese Sch\u00e4tzungen auf 2700 Mrd. US-Dollar f\u00fcr die USA und 4000 Mrd. US-Dollar weltweit. Heute werden die IWF-Sch\u00e4tzungen nicht mehr angezweifelt. Vielmehr bef\u00fcrchten viele, dass es noch schlimmer kommen k\u00f6nnte und ganze Banksysteme insolvent sein k\u00f6nnten. Viele L\u00e4nder &#8211; inklusive die USA &#8211; haben Schwierigkeiten, Banken mit neuem Kapital zu versorgen und das Problem massiver Kreditverluste abzuarbeiten.\u00a0Im Herbst 2008 schwappte die Krise vollends vom Finanzsektor auf die Realwirtschaft \u00fcber. Die Welt erlebte einen dramatischen, unvorhergesehenen Einbruch in der industriellen Produktion und im Welthandel, der bis heute anh\u00e4lt. Auch L\u00e4nder, die keine Finanzsektorprobleme hatten und ausserdem vorsichtige Haushaltspolitiken betrieben hatten, wurden ergriffen. Besonders betroffen sind Exportnationen &#8211; wie z.B. Ostasien inklusive der chinesischen Ostprovinzen oder Deutschland &#8211; und Rohstoffexporteure aller Art.&#13;<\/p>\n<h2>Wie wird sich die Krise weiterentwickeln?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nExistierende Vorhersagemodelle sind nicht in der Lage, mit derart ungew\u00f6hnlichen Ereignissen klarzukommen. So heisst es denn im Weltwirtschaftsbericht des IWF vom April 2009, dass Risiken einer weiteren Verschlechterung bedeutend bleiben. Wechselwirkungen zwischen Bankenproblemen, steigender Arbeitslosigkeit und fallender Produktion haben das Potenzial, weitere \u00abvicious circles\u00bb zu entfalten. \u00a0Bereits ist absehbar, dass der Anstieg von Arbeitslosigkeit weltweit zu noch mehr Nachfrager\u00fcckgang f\u00fchren wird. Weitere Produktionsausf\u00e4lle sind unvermeidlich. Kreditverluste bei Firmen und Haushalten werden steigen, was die Bilanz von Finanzinstitutionen weiter schw\u00e4chen wird. Diese Welle der Krise baut sich gerade auf. Heute gehen offizielle Prognosen davon aus, dass es im Jahre 2010 wieder aufw\u00e4rts gehen wird, wenn auch langsam. Es kann aber auch noch l\u00e4nger dauern. M\u00f6glicherweise wird die ganze Welt ein Jahrzehnt ohne nennenswertes Wachstum sehen. \u00a0Zwei Entwicklungen sind ziemlich wahrscheinlich: \u00a0&#8211; Konsumenten und Firmen weltweit werden vorsichtig und sparen. Entsprechend wird Nachfragewachstum ein Problem bleiben. \u00a0&#8211; Die Finanzsysteme der gr\u00f6ssten L\u00e4nder m\u00fcssen Kredite abbauen und Eigenkapital erh\u00f6hen. \u00a0\u00a0Insgesamt wird es weniger Kredit geben. Notenbanken und \u00f6ffentliche Haushalte stemmen sich sinnvollerweise dagegen. L\u00e4nder, die zu viel konsumiert haben, werden aber auf Dauer mehr sparen m\u00fcssen. Andere haben die Chance, einen gr\u00f6sseren Anteil ihres Einkommens zu konsumieren. Finanzsysteme in vielen reichen L\u00e4ndern k\u00f6nnen auch langfristig weniger Kredit vergeben. \u00a0Was zurzeit im Finanzsektor und in der Realwirtschaft geschieht, erinnert in gewisser Weise an die grosse Depression der 1930er-Jahre. Bisher ist die Reaktion der wirtschaftspolitischen Entscheidungstr\u00e4ger allerdings deutlich besser. Geld- und fiskalpolitisch wird mehr getan, um die Krise zu bew\u00e4ltigen. Richtiger Protektionismus ist noch nicht ausgebrochen. Es ist jetzt entscheidend, dass Politiker den Kurs halten und weitere unterst\u00fctzende Massnahmen ergreifen.&#13;<\/p>\n<h2>Die Ausgangslage der Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn den Jahren vor der Krise haben viele Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4nder eine umsichtige Haushalts- und Geldpolitik betrieben. Relativ zu fr\u00fcheren Jahrzehnten sind sie besser f\u00fcr eine Krise positioniert. Im Jahre 2009 k\u00f6nnen reiche L\u00e4nder dankbar sein: Alles, was global an Wachstum zu sehen sein wird, kommt aus Entwicklungsl\u00e4ndern. Zwar ist die Wirtschaftsentwicklung dieser L\u00e4nder &#8211; entgegen einiger \u00fcberzogener Hoffnungen &#8211; nicht vollkommen von derjenigen der reichen L\u00e4nder abgekoppelt. Aber sie haben insgesamt hinreichend Dynamik, um ein gewisses Wachstum zu generieren. \u00a0Allerdings gibt es gewaltige Unterschiede innerhalb der Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder. Manche haben grosse Binnenm\u00e4rkte, auf die sie z\u00e4hlen k\u00f6nnen (z.B. China und Indien). Einige verf\u00fcgen \u00fcber grosse W\u00e4hrungsreserven, die es ihnen erm\u00f6glichen k\u00f6nnten, die globale Liquidit\u00e4tskrise einigermassen glimpflich zu \u00fcberstehen (wiederum China, evtl. Russland). Eine gr\u00f6ssere Zahl von L\u00e4ndern ging hingegen bereits geschw\u00e4cht in die Krise. Der Kredit-Boom, der zur Krise gef\u00fchrt hat, trieb auch die Preise in Rohstoff- und Nahrungsmittelm\u00e4rkten nach oben. Es ist schon fast vergessen, dass 2007\/2008 die Nahrungsmittel- und Erd\u00f6lkrise stattfand, von der rund 30 der \u00e4rmsten L\u00e4nder besonders betroffen waren, darunter viele in Afrika. Inflation und Haushaltsdefizite begannen wieder zu steigen; die Finanzierung von Importen wurde prek\u00e4r. Der IWF sch\u00e4tzte im April 2008, dass 33 L\u00e4nder mit niedrigem Einkommen W\u00e4hrungsreserven f\u00fcr Importe f\u00fcr weniger als drei Monate zur Verf\u00fcgung hatten. \u00a0Ob gut oder weniger gut positioniert &#8211; von der Krise sind alle Entwicklungsl\u00e4nder betroffen:\u00a0&#8211; Exporteure sehen den Verfall ihrer Absatzm\u00e4rkte. Das betrifft industrielle Produktion ebenso wie Rohstoffe. \u00a0&#8211; F\u00fcr L\u00e4nder mit Zahlungsbilanzschwierigkeiten &#8211; sowie Haushalte und Firmen in diesen L\u00e4ndern &#8211; ist es schwieriger, Kredit aufzunehmen oder zu finanzieren. Nur die besten Kreditrisiken haben eine Chance; doch selbst diese m\u00fcssen als Konsequenz der massiven Anleihen der reichsten L\u00e4nder h\u00f6here Margen zahlen. Die Weltbank zahlt derzeit ca. 65 Basispunkte mehr f\u00fcr Kredite &#8211; relativ zu konkurrierenden Krediten reicher L\u00e4nder &#8211; als noch vor einem halben Jahr. \u00a0&#8211; Die Wirtschaftskrise in reichen L\u00e4ndern f\u00fchrt zu Arbeitslosigkeit oder Einkommensausfall von Emigranten, die wiederum weniger an Verwandte daheim schicken (sog. Remittances). Eine Reihe von Entwicklungsl\u00e4ndern ist stark von Remittances abh\u00e4ngig. In Tadschikistan etwa machen diese 45% des Bruttosozialprodukts aus. \u00a0&#8211; Schliesslich besteht die Gefahr, dass reiche L\u00e4nder mit Hinweis auf die Probleme im eigenen Land Entwicklungshilfegelder streichen.&#13;<\/p>\n<h2>Verwundbarkeit verschiedener Regionen der Welt&#8230;<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVor kurzem hat der IWF den Versuch unternommen, die Verwundbarkeit verschiedener Regionen der Welt zu charakterisieren. Dazu wurden Indikatoren wie die Exportlage, die Auslandsverschuldung, Abh\u00e4ngigkeit von Remittances usw. verwendet (siehe Grafik 1). Gem\u00e4ss dieser Sch\u00e4tzung z\u00e4hlen die L\u00e4nder Ost- und Mitteleuropas sowie Zentralasiens mit einem Anteil von 79% zu den am meisten verwundbaren. In diesen Regionen haben lokale Boom-Ph\u00e4nomene die Inlands- und Auslandsverschuldung deutlich versch\u00e4rft. Fast alle L\u00e4nder, die bislang den IWF um Nothilfe gebeten haben, befinden sich in dieser Region (Lettland, Rum\u00e4nien, Serbien, Ukraine, Ungarn und Weissrussland). Die Region Lateinamerika und Karibik folgt mit einem Anteil von 75% &#8211; dies, obwohl die meisten L\u00e4nder vor der Krise eine sehr vorsichtige Wirtschaftspolitik betrieben hatten. Aber der Einbruch bei Exporten macht sich in dieser rohstoffexportierenden Region stark bemerkbar, sodass kein einziges Land der Region als wenig verwundbar gilt.\u00a0In Afrika sind der Einsch\u00e4tzung des IWF zufolge 42% der L\u00e4nder stark verwundbar. Aber fast alle L\u00e4nder (93%) sind zumindest als verwundbar eingestuft. Afrikanische Staaten leiden zum Teil unter Einbruch der Exportm\u00e4rkte f\u00fcr Rohstoffe und zum Teil unter den Nachwirkungen der Nahrungsmittelkrise. Vergleichsweise weniger prek\u00e4r scheint die Lage in S\u00fcdasien und im Mittleren Osten sowie in Ostasien. In einer weiteren Sch\u00e4tzung geht die Weltbank davon aus, dass die Refinanzierung von 370-700 Mrd. US-Dollar Auslandsschulden in Entwicklungsl\u00e4ndern im Jahre 2009 sehr unsicher ist.&#13;<\/p>\n<h2>&#8230;und die Wachstumsprognosen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDen Einfluss der Krise auf Entwicklungsl\u00e4nder verdeutlichen schliesslich die derzeitigen Wachstumsprognosen f\u00fcr 2009. Im Vergleich zu 2007 sagt der IWF f\u00fcr die reichen L\u00e4nder (\u00abadvanced economies\u00bb) eine Wachstumsverringerung von 6,5% voraus (von 5,2% auf -1,3%). F\u00fcr die Gruppe der Entwicklungsl\u00e4nder insgesamt geht der IWF-Wachstumsabfall von 6,7% aus (von 8,3% auf 1,6%). Am st\u00e4rksten betroffen sind die L\u00e4nder der ehemaligen Sowjetunion mit einem Abfall von 13,7%, gefolgt von Ost- und Mitteleuropa mit 9,1%, Lateinamerika (7,2%), Asien (inklusive China und Indien) mit 5,8%, Afrika s\u00fcdlich der Sahara (5,2%) und dem Mittleren Osten mit 3,8%.&#13;<\/p>\n<h2>Politikmassnahmen zur Unterst\u00fctzung von Entwicklungsl\u00e4ndern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSollen Entwicklungsl\u00e4nder speziell unterst\u00fctzt werden? Und wenn ja, wie? Insgesamt ist es im Eigeninteresse aller L\u00e4nder, die Weltwirtschaft aufrechtzuerhalten. Sowohl die Unterst\u00fctzung der globalen Nachfrage als auch die Aufrechterhaltung des Aussenhandels helfen allen L\u00e4ndern. Das bedeutet auch, dass die Kreditvergabe an Entwicklungsl\u00e4nder nicht zusammenbrechen sollte, insbesondere Aus- und Einfuhrkredite. Gleichzeitig muss man der haushaltspolitischen Lage in reicheren L\u00e4ndern Rechnung tragen.&#13;<\/p>\n<h3>Finanzhilfe f\u00fcr Schwellenl\u00e4nder<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Refinanzierungsbed\u00fcrfnisse von Schwellenl\u00e4ndern werden am besten abgesichert, indem ihre Diskriminierung auf den Finanzm\u00e4rkten so weit wie m\u00f6glich verhindert wird. Dar\u00fcber hinaus w\u00e4re eine Aufstockung der Ressourcen von IWF und anderen internationalen Finanzinstitutionen besonders hilfreich, da diese Institutionen derzeit f\u00fcr Unterst\u00fctzung von Entwicklungsl\u00e4ndern eine zentrale Bedeutung haben. Die Weltbank wird in diesem Jahr die Kreditvergabe an Schwellenl\u00e4nder von 13,5 Mrd. US-Dollar im Vorjahr auf etwa 35 Mrd. US-Dollar erh\u00f6hen. Die International Finance Corporation (IFC) verdoppelt ihre Exportfinanzierungsprogramme f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder von 1,5 auf 3 Mrd. US-Dollar. Die IFC bietet auch spezielle Fonds f\u00fcr Rekapitalisierung von Banken, f\u00fcr Infrastrukturprogramme und Mikrofinanzunternehmen, die von der Krise besonders betroffen werden. Gemessen an den ungedeckten Refinanzierungsbed\u00fcrfnissen von mehreren 100 Mrd. US-Dollar sind diese Summen zwar immer noch gering; aber jeder Penny z\u00e4hlt.&#13;<\/p>\n<h3>Finanzhilfe f\u00fcr die \u00c4rmsten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie \u00e4rmsten L\u00e4nder &#8211; besonders in Afrika &#8211; sind von der Krise stark betroffen. Der R\u00fcckgang im Wirtschaftswachstum hat \u00e4hnliche Ausmasse wie in reichen L\u00e4ndern. Allerdings m\u00fcssen sich die Menschen auf sehr viel niedrigerem Lebensstandard mit der Krise auseinandersetzen. Millionen von Menschen werden durch die Krise wieder in extreme Armut zur\u00fcckgestossen. Da die \u00e4rmsten L\u00e4nder in dieser Krise fast keinen Zugang zu Kapitalm\u00e4rkten haben und ohnehin in st\u00e4rkerem Umfang auf externe Hilfe angewiesen sind, w\u00e4re ein spezielles Hilfspaket angezeigt. Die Weltbankgruppe bietet hier Billigkredite (IDA) und spezielle Fonds von Nahrungsmittelbis Infrastrukturhilfe an. Diese k\u00f6nnen jedoch nur durch Zuwendungen von Regierungen in reichen L\u00e4ndern erh\u00f6ht werden.&#13;<\/p>\n<h3>Hilfe durch Beratungsleistungen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nSchliesslich ist es gerade in der Krise besonders wichtig, wirtschaftspolitische Massnahmen wirksam zu gestalten. Eines der derzeit gefragtesten Angebote der Weltbank sind Krisenmanagement-Simulationen, die den Aufsichts- und Haushaltsbeh\u00f6rden helfen, m\u00f6glichst gezielt und effektiv z.B. mit Bankenproblemen umzugehen. \u00a0Ein anderer Beratungsbereich f\u00fcr Krisenmanagement betrifft Insolvenzverfahren. Die Masse der potenziellen Kreditprobleme in Entwicklungsl\u00e4ndern ist ein Problem von Firmen. Vern\u00fcnftige Insolvenzverfahren, die es erm\u00f6glichen, so viel wie m\u00f6glich an Firmen und Arbeitspl\u00e4tzen zu erhalten, sind besonders wichtig. Auch hier versucht die Weltbankgruppe, ihre Beratungsangebote mit Hilfe von Geberl\u00e4ndern zu intensivieren. \u00a0An Bedeutung gewinnen wird schliesslich die Gestaltung der Rahmenbedingungen, die es Unternehmen erm\u00f6glichen, wieder zu wachsen. In der Krise erh\u00f6hen sich Arbeitslosigkeit und Staatsschulden. Da braucht es die Schaffung produktiver Arbeitspl\u00e4tze, die nicht auf Subventionen angewiesen sind, und Steuereinnahmen. Beides kann nur erreicht werden, wenn die private Wirtschaft wiederbelebt wird. Beratungsleistungen f\u00fcr die Gestaltung eines guten Investitionsklimas sind hier zentral.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abVerwundbarkeit der L\u00e4nder nach Regionen\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die derzeitige Krise ist jetzt ohne Zweifel die gr\u00f6sste seit rund 70 Jahren. Das Zentrum des wirtschaftlichen \u00abErdbebens\u00bb lag in den USA. Die folgende Flutwelle erfasst die ganze Welt in einer Weise, wie sie heutige Entscheidungstr\u00e4ger noch nie erlebt haben. Zurzeit ist das Ende der Krise nicht abzusehen. 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