{"id":122321,"date":"2009-06-01T12:00:00","date_gmt":"2009-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2009\/06\/messer-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:37:58","modified_gmt":"2023-08-23T21:37:58","slug":"messer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2009\/06\/messer\/","title":{"rendered":"Weiterbildungsausgaben in der Schweiz &#8211; eine Hochrechnung"},"content":{"rendered":"<p>Bis heute gab es in der Schweiz keinerlei Informationen \u00fcber die Ausgaben im Bereich der Weiterbildung, obwohl die Finanzierung der Weiterbildung ein politischer Dauerbrenner ist. Eine Hochrechnung &#8211; basierend auf dem Weiterbildungsmodul der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung (Sake), erg\u00e4nzt um eine Erhebung bei Weiterbildungsanbietern &#8211; zeigt ein grosses Marktvolumen in der H\u00f6he von rund 1% des Bruttoinlandproduktes (BIP) oder 5,3 Mrd. Franken. Rund die H\u00e4lfte dieses Volumens wird von den Nachfragenden selbst bezahlt; f\u00fcr den Rest kommen die Arbeitgeber oder staatliche Institutionen auf. Die Autoren danken dem Bundesamt f\u00fcr Statistik f\u00fcr den Gebrauch der Sake-Daten sowie dem Bundesamt f\u00fcr Berufsbildung und Technologie und der Eidgen\u00f6ssischen Steuerverwaltung f\u00fcr die finanzielle Unterst\u00fctzung.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200906_19_Messer_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"244\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Zum ersten Mal gesch\u00e4tzt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDass eine Erhebung zu den Weiterbildungsausgaben f\u00fcr die Schweiz bisher fehlt, hat vor allem damit zu tun, dass eine solche Erhebung &#8211; wie immer sie auch durchgef\u00fchrt w\u00fcrde &#8211; mit erheblichen Schwierigkeiten und L\u00fccken verbunden ist (siehe&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1<\/b>&#13;<br \/>\nWeiterbildungsausgaben werden bislang in keiner Statistik der Schweiz erhoben. Dies hat nicht zuletzt damit zu tun, dass eine solche Erhebung nicht nur schwierig w\u00e4re, sondern je nach Erhebungsmethode immer L\u00fccken aufweisen w\u00fcrde. Eine Erhebung, die \u00fcber die Anbieter laufen w\u00fcrde, ist nicht m\u00f6glich, weil es kein Verzeichnis von Weiterbildungsanbietern gibt. Somit k\u00f6nnten zwar bei den erfassten Anbietern verl\u00e4ssliche Umsatzzahlen erhoben werden; aber \u00fcber die L\u00fccken &#8211; d.h. die quantitative Bedeutung der nicht erfassten Anbieter &#8211; k\u00f6nnte keine Aussage gemacht werden. Angesichts des auch bei den Anbietern sehr heterogenen Marktes w\u00e4re eine solche Erhebung als untauglich zu bezeichnen.Mit einer Erfassung bei den Weiterbildungsnachfragenden &#8211; sei es spezifisch zum Weiterbildungsverhalten \u00e4hnlich des hier gew\u00e4hlten Vorgehens oder \u00fcber die Haushaltsausgaben &#8211; k\u00f6nnten zwar pers\u00f6nliche Ausgaben erfasst werden, nicht jedoch die Ausgaben, die durch die Arbeitgeber direkt bezahlt worden sind. Eine Erhebung bei den Arbeitgebern h\u00e4tte das umgekehrte Problem. Beide Verfahren w\u00fcrden also mindestens die H\u00e4lfte der gesamten Weiterbildungsausgaben ausblenden.). \u00a0Die vorliegende Sch\u00e4tzung basiert auf dem Nachfrageverhalten, welches \u00fcber das Weiterbildungsmodul der Sake 2006 erhoben wurde. Mit diesem repr\u00e4sentativen Datensatz erh\u00e4lt man ein verl\u00e4ssliches Bild \u00fcber Frequenz, Inhalte, Volumen (Weiterbildungsstunden) und Finanzierungsquellen der Weiterbildung der \u00fcber 20-j\u00e4hrigen Wohnbev\u00f6lkerung in der Schweiz w\u00e4hrend der 12 Monate vor dem Befragungstermin. Was allerdings fehlt, sind Kostenangaben: Es bleibt unbekannt, wie viel die Weiterbildung gekostet hat. Dieses in der Sake fehlende Element wurde durch eine eigene Erhebung erg\u00e4nzt, welche bei rund 500 verschiedenen Weiterbildungsanbietern in der Schweiz Preisangaben zu fast 3000 verschiedenen Weiterbildungskursen sammelte. Die Sch\u00e4tzung der Weiterbildungsausgaben, welche auf Preisangaben der Anbieter fusst, kann eine Untersch\u00e4tzung unbestimmten Ausmasses mit sich bringen. Dies ist dort der Fall, wo der Staat Weiterbildungsaktivit\u00e4ten subventioniert, sodass die von den Anbietern verlangten Preise nicht kostendeckend sind. Mit diesen Preisangaben k\u00f6nnen Weiterbildungsausgaben f\u00fcr das Jahr 2007 abgesch\u00e4tzt werden. Das Muster der Weiterbildung wurde aus dem Weiterbildungsmodul der Sake 2006 berechnet und anschliessend auf das Volumen des Jahres 2007 hochgerechnet. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich, weil die Sake 2006 eine im Vergleich zum langfristigen Mittel nicht erkl\u00e4rbare Untersch\u00e4tzung des Weiterbildungsvolumens zeigt. Die Hochrechnung zeigt ein Marktvolumen von rund 5,3 Mrd. Franken, was knapp 1% des BIP entspricht. Wenn als weitere Vergleichsgr\u00f6sse die staatlichen Bildungsausgaben f\u00fcr das ganze Bildungswesen (vom Kindergarten bis zur Universit\u00e4t) herangezogen werden, entsprechen die Weiterbildungsausgaben fast einem F\u00fcnftel der bislang in der Bildungsfinanzierungsstatistik ausgewiesenen Betr\u00e4ge.&#13;<\/p>\n<h2>Die Schweiz lernt Sprachen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nFasst man die Weiterbildungsinhalte in Gruppen zusammen (siehe Grafik 1), stechen die Sprachkurse als drittgr\u00f6sste Ausgabenkategorie nach den berufsbezogenen Kursen und Arbeitgeberkursen In der Kategorie \u00abberufsbezogene Kurse\u00bb werden verschiedenste Weiterbildungsinhalte zusammengefasst, bei denen die grosse Mehrheit der Befragten angab, dass diese Kurse berufsbezogen waren, die Kurse aber nicht der Kategorie Sprachkurse oder IT-Kurse zugeordnet werden k\u00f6nnen. Entsprechend sind in der Rubrik \u00abfreizeitorientierte Kurse\u00bb all jene Kurse zusammengefasst, bei denen die Befragten angaben, dass diese Kurse nicht aus berufsbezogenen Gr\u00fcnden besucht wurden. Unter der Rubrik Arbeitgeberkurse wurden weitere Kursinhalte zusammengefasst, bei denen die Befragten mehrheitlich angaben, dass diese Kurse vollst\u00e4ndig durch die Arbeitgeber bezahlt wurden. hervor. Rund 1 Mrd. Franken werden gem\u00e4ss dieser Hochrechnung j\u00e4hrlich in das Erlernen von Sprachen investiert. Gerade die Sprachkurse zeigen die Heterogenit\u00e4t der Weiterbildungslandschaft und somit teilweise auch die Schwierigkeiten beim Erfassen der Ausgaben. \u00a0Viele der sich weiterbildenden Personen besuchen ihre Sprachkurse nicht bei den wenigen sehr grossen Anbietern, sondern bei selbstst\u00e4ndig erwerbenden Sprachlehrerinnen und Sprachlehrern. Letztere w\u00e4ren \u00fcber eine Anbieterstatistik schwer abzudecken. Ein weiterer wichtiger Teil der Kurse wird in Sprachschulen im Ausland absolviert. Dadurch kommt es zu einer potenziellen \u00dcbersch\u00e4tzung des gesamten Weiterbildungsmarktes in der Schweiz, wenn die Mittel ins Ausland fliessen. Wie hoch die Fehlsch\u00e4tzung ist, l\u00e4sst sich nicht beziffern, zumal die gew\u00e4hlte Erhebungsmethode auch die Ausgaben von Ausl\u00e4ndern nicht erfasst, die f\u00fcr eine Weiterbildung in die Schweiz kommen. Schliesslich kann bei Sprachkursen praktisch nie klar zwischen berufsbezogener und freizeitorientierter Weiterbildung unterschieden werden. Eine Sprache, die zur Zeit des Erlernens noch als reine Freizeitaktivit\u00e4t bezeichnet wurde, kann sich schon w\u00e4hrend dieser Zeit zur berufsbezogenen T\u00e4tigkeit wandeln, wenn sich beispielsweise ein Arbeitgeber findet, der diese Sprachkompetenz sucht. Diese praktische Unm\u00f6glichkeit der Einteilung in berufsbezogene und eher freizeitorientierte T\u00e4tigkeiten spielt nicht zuletzt f\u00fcr die steuerliche Behandlung von Weiterbildungsausgaben eine wichtige Rolle.&#13;<\/p>\n<h2>Wer bezahlt?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine Sch\u00e4tzung der Bedeutung der jeweiligen Finanzierungsquellen \u00fcber die konsumierte Weiterbildung ergibt im Total, dass rund 50% aller Weiterbildungsausgaben in der Schweiz von den Nachfragenden selbst finanziert werden (siehe Grafik 2). Rund 10% der Ausgaben k\u00f6nnen mangels Angaben nicht einer eindeutigen Finanzierungsquelle zugeordnet werden. Der Einfachheit halber, und weil sich keine Alternative zum gew\u00e4hlten Vorgehen aufdr\u00e4ngt, wird bei der Bestimmung des Anteils der bekannten Finanzierungsquellen angenommen, dass die fehlenden Angaben keinen Einfluss auf diese Anteile haben. Es folgen die Arbeitgeber mit rund einem Drittel der Weiterbildungsausgaben. Bei den durch die Arbeitgeber gedeckten Weiterbildungsausgaben spielt es keine Rolle, ob es sich um Weiterbildungen inneroder ausserhalb des Betriebes handelt, da bei der Berechnung des Finanzierungsvolumens alle Weiterbildungsaktivit\u00e4ten mit einem Preis bewertet wurden, den man auch einem externen Anbieter bezahlen m\u00fcsste. Das wahre Mass der finanziellen Beteiligung der Arbeitgeber an den Weiterbildungsausgaben wird in dem Sinne untersch\u00e4tzt, als diese nur Finanzierungsgutschriften an erwerbst\u00e4tige Personen leisten. Betrachtet man nur die erwerbst\u00e4tigen Personen, so steigt der Anteil der arbeitgeberfinanzierten Weiterbildung auf rund 50%. Weiter ist bei der Unterteilung in selbst- und arbeitgeberfinanzierte Weiterbildung auch der Faktor Zeit einzuschliessen, der bei einer rein monet\u00e4ren Betrachtung h\u00e4ufig unbeachtet bleibt. Viele Arbeitnehmende w\u00fcrden eine Beteiligung des Arbeitgebers an den Weiterbildungsaktivit\u00e4ten in Form von Arbeitszeit gegen\u00fcber einer R\u00fcckerstattung der Kursgeb\u00fchr vorziehen. Schliesst man die Kurszeit als weitere Finanzierungsform in die Analyse ein, ergibt sich, dass im Jahre 2006 lediglich 34% der Weiterbildungskurse von Erwerbst\u00e4tigen keine Beteiligung der Arbeitgeber in Form von Arbeitszeit, Geld oder beidem kannten. Im Jahr 1996 lag dieser Anteil noch bei 40%.&#13;<\/p>\n<h2>Frauen zahlen h\u00e4ufiger selber<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBetrachtet man die Finanzierungsmuster von erwerbst\u00e4tigen Personen nach Geschlecht, wird ein hohes Mass an Ungleichbehandlung von Frauen und M\u00e4nnern deutlich. Erwerbst\u00e4tige Frauen und M\u00e4nner geben zwar ungef\u00e4hr gleich viel Geld f\u00fcr Weiterbildung aus (je rund 1,8 Mrd. Franken); der Arbeitgeberanteil ist jedoch spiegelbildlich anders verteilt. Der selbstfinanzierte Anteil liegt bei den Frauen bei 60% (berechnet am Ausgabevolumen), w\u00e4hrend die Arbeitgeber bei den M\u00e4nnern \u00fcber 60% finanzieren. Sucht man Erkl\u00e4rungen f\u00fcr diesen Unterschied, gibt es drei verschiedene Quellen:\u00a0&#8211; Erstens arbeiten Frauen viel h\u00e4ufiger Teilzeit. Teilzeitarbeitende erhalten generell weniger arbeitgeberfinanzierte Weiterbildung. Ber\u00fccksichtigt man nur die vollzeiterwerbst\u00e4tigen Personen, liegt jedoch der Eigenfinanzierungsgrad bei den Frauen immer noch bei fast 60%, w\u00e4hrend bei den M\u00e4nnern 65% der Kosten von den Arbeitgebern \u00fcbernommen werden. \u00a0&#8211; Zweitens verteilen sich die Mittel der Arbeitgeber h\u00f6chst unterschiedlich auf die Mitarbeitenden in Abh\u00e4ngigkeit ihrer beruflichen Stellung (Hierarchie), der Dauer der Betriebszugeh\u00f6rigkeit, der Branche, der Ausbildung und anderen Merkmalen. Ber\u00fccksichtigt man diese Merkmale als m\u00f6gliche Erkl\u00e4rungen f\u00fcr den Unterschied, stellt man fest, dass rund 60% der geringeren Arbeitgeberfinanzierung bei Frauen dadurch nicht erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. \u00a0&#8211; Bleibt als dritte Erkl\u00e4rung, dass Frauen beim Zugang zu Finanzmitteln der Arbeitgeber f\u00fcr Weiterbildung diskriminiert werden.&#13;<\/p>\n<h2>Eine Ausbildungs- und Einkommensfrage<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWeniger gebildete Personen und Perso-nen mit tiefen Einkommen geben weniger f\u00fcr Weiterbildung aus. Diese Feststellung ist wenig \u00fcberraschend, da sie mit dem Mus-ter der Weiterbildungsbeteiligung \u00fcbereinstimmt. Geht man allerdings der Frage nach, ob sich die tieferen Ausgaben lediglich durch die tiefere Beteiligung begr\u00fcnden lassen, erkennt man, dass dies den Unterschied nur teilweise erkl\u00e4rt. Quantilsregressionen zeigen, dass bei den sehr hohen Ausbildungsausgaben (also nur unter den Personen, die sich \u00fcberhaupt weiterbilden) Personen mit terti\u00e4rem Bildungsabschluss signifikant h\u00e4ufiger zu finden sind. Interessanterweise befinden sich unter den Spitzenausgebern in der Weiterbildung auch signifikant h\u00e4ufiger nicht erwerbst\u00e4tige als erwerbst\u00e4tige Personen. Zu den signifikant sparsameren Konsumenten geh\u00f6ren bei den sich weiterbildenden Personen hingegen vor allem Leute mit kleinen Kindern. Die verf\u00fcgbare Zeit hat zwar einen Einfluss darauf, dass sich die eine Gruppe h\u00e4ufiger ausbildet als die andere; die Ausgabenunterschiede bei den Aktiven kann sie aber nicht vollst\u00e4ndig erkl\u00e4ren. Mit anderen Worten: Bei jungen Familien sind wohl eher anders gelagerte Finanzierungspriorit\u00e4ten und -verpflichtungen daf\u00fcr verantwortlich, dass selbst die weiterbildungsaktiven Familienv\u00e4ter und -m\u00fctter relativ wenig Geld f\u00fcr Weiterbildung ausgeben.&#13;<\/p>\n<h2>Auch Rentner bilden sich weiter<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNicht nur Nichterwerbst\u00e4tige im erwerbsf\u00e4higen Alter sind f\u00fcr den Weiterbildungsmarkt eine lukrative Zielgruppe (Ausgaben von ca. 1 Mrd. Franken pro Jahr). Die nicht mehr im erwerbsf\u00e4higen Alter stehenden Personen &#8211; d.h. die Rentnerinnen und Rentner &#8211; geben zwar im Durchschnittsvergleich nur 18% der Ausgaben eines Durchschnittsschweizers f\u00fcr Weiterbildung aus (siehe Grafik 3); ihre Ausgaben summieren sich aber immer noch auf stolze 700 Mio. Franken j\u00e4hrlich. Gleichzeitig darf angenommen werden, dass diese Ausgaben aufgrund des demografischen Wandels weiter wachsen werden. Die Marktrelevanz der Pensionierten wird dann deutlich, wenn man sich vergegenw\u00e4rtigt, dass Rentnerinnen und Rentner rund das Vierfache des j\u00e4hrlichen Umsatzes der Migros-Klubschulen f\u00fcr Weiterbildung ausgeben.&#13;<\/p>\n<h2>Bildungs- und wirtschaftspolitische Bedeutung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWeiterbildungsstatistiken haben bislang Auskunft \u00fcber die unterschiedlichen Beteiligungsmuster an Weiterbildung gegeben sowie die grosse Vielfalt der Inhalte und der Anbieter aufgezeigt. Die fehlenden Angaben \u00fcber die Ausgaben haben es aber verunm\u00f6glicht, die bildungs- und wirtschaftspolitische Bedeutung der bekannten Tatsachen vollst\u00e4ndig zu erfassen. Wenn sich derzeit Verwaltung und Gesetzgeber &#8211; nicht nur im Bildungsbereich, sondern beispielsweise auch bei den Steuerbeh\u00f6rden &#8211; sehr intensiv mit dem Thema Weiterbildung auseinandersetzen, muss man die bisherigen Diskussionen vor dem Hintergrund des Fehlens solcher Daten kritisch hinterfragen: Diese haben praktisch im luftleeren Raum stattgefunden. Staatliche Marktregulierungen oder Steuerabzugsm\u00f6glichkeiten in einem Milliardenmarkt sehen quantitativ und qualitativ in ihren Konsequenzen ganz anders aus als in einem \u00fcberschaubaren Anbietermarkt mit wenigen Mio. Franken Umsatz. Investitionen in die Weiterbildungsstatistik w\u00fcrden sich deshalb schon alleine hinsichtlich der Effektivit\u00e4t und Effizienz staatlichen Handelns in der Weiterbildungspolitik lohnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abWeiterbildungsausgaben nach Kursarten\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abFinanzierungsquellen der Weiterbildung\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abWeiterbildungsausgaben nach Altersstufen\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Wie erheben?<\/b>&#13;<br \/>\nWeiterbildungsausgaben werden bislang in keiner Statistik der Schweiz erhoben. Dies hat nicht zuletzt damit zu tun, dass eine solche Erhebung nicht nur schwierig w\u00e4re, sondern je nach Erhebungsmethode immer L\u00fccken aufweisen w\u00fcrde. Eine Erhebung, die \u00fcber die Anbieter laufen w\u00fcrde, ist nicht m\u00f6glich, weil es kein Verzeichnis von Weiterbildungsanbietern gibt. Somit k\u00f6nnten zwar bei den erfassten Anbietern verl\u00e4ssliche Umsatzzahlen erhoben werden; aber \u00fcber die L\u00fccken &#8211; d.h. die quantitative Bedeutung der nicht erfassten Anbieter &#8211; k\u00f6nnte keine Aussage gemacht werden. Angesichts des auch bei den Anbietern sehr heterogenen Marktes w\u00e4re eine solche Erhebung als untauglich zu bezeichnen.Mit einer Erfassung bei den Weiterbildungsnachfragenden &#8211; sei es spezifisch zum Weiterbildungsverhalten \u00e4hnlich des hier gew\u00e4hlten Vorgehens oder \u00fcber die Haushaltsausgaben &#8211; k\u00f6nnten zwar pers\u00f6nliche Ausgaben erfasst werden, nicht jedoch die Ausgaben, die durch die Arbeitgeber direkt bezahlt worden sind. Eine Erhebung bei den Arbeitgebern h\u00e4tte das umgekehrte Problem. 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