{"id":122516,"date":"2009-04-01T12:00:00","date_gmt":"2009-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2009\/04\/peter-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:38:31","modified_gmt":"2023-08-23T21:38:31","slug":"peter-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2009\/04\/peter-3\/","title":{"rendered":"Optimierung der \u00f6ffentlichen Arbeitsvermittlung &#8211; Umsetzung von Studienerkenntnissen in die Vollzugspraxis"},"content":{"rendered":"<p>Die Wirkungen der schweizerischen Arbeitsmarktpolitik wurden ab 2006 in einer Reihe von Studien umfassend beurteilt. Um die Resultate der Studien an die Kantone weiterzugeben, wurde eine Arbeitsgruppe damit beauftragt, aus den Studien Optimierungspotenziale f\u00fcr den Vollzug zu destillieren. Gleichzeitig wurden die Kantone dazu aufgefordert, geeignete Massnahmen zur Steigerung der Effektivit\u00e4t und Effizienz der Arbeitsvermittlung in ihren Kantonen zu entwickeln und dem Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) zu melden. Es wurden nicht weniger als 250 Massnahmen gemeldet, von denen 87% bereits umgesetzt sind. Im folgenden Artikel werden die Aktivit\u00e4ten der Arbeitsgruppe beschrieben sowie drei konkrete Projekte in den Kantonen St.Gallen, Bern und Aargau vorgestellt.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200904_20_Peter_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBedingt durch einen bis dahin unbekannten Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Schweiz erfolgte Mitte der Neunzigerjahre eine markante Neuorientierung der Arbeitsmarktpolitik hin zu einer aktivierenden Arbeitsvermittlung. Mit dem Aufbau der heute wohlbekannten Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) erreichte die Arbeitslosenversicherung (ALV) die dazu notwendige Professionalisierung. \u00a0F\u00fcr das System der \u00f6ffentlichen Arbeitsvermittlung bedeutete dies einen gewaltigen Entwicklungsschritt, aber auch einen entsprechend hohen finanziellen und personellen Aufwand. Umso wichtiger war und ist es, jederzeit sicherzustellen, dass die vorhandenen Mittel sinnvoll und zielgerichtet eingesetzt werden. Dazu werden das Vollzugssystem des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (Avig) sowie die im Vollzug eingesetzten Instrumente &#8211; z.B. arbeitsmarktliche Massnahmen (AMM) &#8211; periodisch einer kritischen W\u00fcrdigung unterzogen. Dies erfolgt durch eine Wirkungsevaluation, wobei die ALV \u00fcber ein Ausschreibungsverfahren Forschungsauftr\u00e4ge an externe Institutionen vergibt. 2006 begann das Seco im Auftrag der ALV-Aufsichtskommission damit, die Wirkungen der Arbeitsmarktpolitik mit einer Follow-up-Evaluation Vgl. dazu Arbeitsmarktliche Massnahmen und ihre Wirkungen, Monatsthema in: Die Volkswirtschaft, 10-2006, S. 3-37. Davon unabh\u00e4ngig sind die Effizienz\u00fcberpr\u00fcfungen durch die Forschungsstelle f\u00fcr Arbeits- und Industrie\u00f6konomik FAI der Universit\u00e4t Basel, mit denen die reine Performancebzw. Effizienzentwicklung der \u00f6ffentlichen Arbeitsvermittlung ermittelt wird (vgl. dazu Sheldon, G.: Performance der \u00f6ffentlichen Arbeitsvermittlung der Schweiz im Zeitraum 1998-2007, in: Die Volkswirtschaft 11-2008, S. 52 ff.). durch sechs Studien umfassend beurteilen zu lassen. Die Wirkungsanalysen bezweckten unter anderem, den Leistungserbringern der ALV (Bund und Kantone) Informationen zur Verbesserung ihrer Steuerungsbzw. Vollzugst\u00e4tigkeit bereitzustellen. Der Zeitpunkt war passend gew\u00e4hlt: Die zunehmende Reife der Institutionen des Avig-Vollzugs sowie das gute konjunkturelle Umfeld boten optimale Grundlagen f\u00fcr nachhaltige Lerneffekte.&#13;<\/p>\n<h2>Das Projekt Optimierung der \u00f6ffentlichen Arbeitsvermittlung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNach Abschluss der Evaluation wurde eine Arbeitsgruppe des Seco beauftragt, aus den Studien Optimierungspotenziale f\u00fcr den Vollzug zu destillieren. Die Arbeitsgruppe sollte auch dazu Sorge tragen, dass die erkannten Potenziale durch die Vollzugsorgane realisiert werden, um die Effektivit\u00e4t und Effizienz des Gesamtsystems nachhaltig zu steigern. Das daraufhin ausgel\u00f6ste Projekt stand vor folgenden Fragestellungen: \u00a0&#8211; Die Studien des Follow-Up deckten die gesamte Breite des Avig-Vollzugs ab. Mit verschiedenen Evaluationsinhalten, Forschungszielen und Methoden zeichneten sie sich aber jeweils durch eine grosse Eigenst\u00e4ndigkeit aus, wodurch kein einheitliches Bild entstand. \u00a0&#8211; F\u00fcr den Vollzug des Avig zeichnen die Kantone verantwortlich. Der Bund \u00fcbt lediglich die Oberaufsicht aus (siehe Kasten 1 Seit 2000 wird der Vollzug der Artikel 85 Abs. 1, 85b und 85c Avig \u00fcber eine wirkungsorientierte Vereinbarung geregelt. Weitere Rechtsgrundlagen dazu sind: Art. 92 Abs. 7 Avig, Art. 122c Aviv, die Verordnung \u00fcber die Entsch\u00e4digung der Kantone f\u00fcr den Avig-Vollzug VKE, die Verordnung \u00fcber die Verg\u00fctung der AMM sowie die Art. 24, 26, 27 und 28 des Arbeitsvermittlungsgesetzes (AVG). Die Vereinbarung definiert die anzustrebenden Ziele und Wirkungen und legt die Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen fest; sie umfasst sowohl Elemente des Wettbewerbs als auch der interkantonalen Koordination. Zentraler Bestandteil der Vereinbarung ist die laufende Messung der Wirkungen der RAV und der Vergleich der Kantone im Rahmen eines Benchmarking. Auch Elemente des gegenseitigen Wissenstransfers finden in der Vereinbarung Platz, wie z.B. der j\u00e4hrlich durchgef\u00fchrte Erfahrungsaustausch, ein Treffen \u00fcber spezifische Vollzugsthemen mit Vertretern aus allen Kantonen zur Weitergabe von Best Practices. Im Rahmen der rechtlichen Bestimmungen sind die Kantone bei der Ausgestaltung und F\u00fchrung der RAV weitgehend autonom. Der stark f\u00f6derale Vollzug bedingt einen grossen Gestaltungs- und Organisationsfreiraum, impliziert aber ebenso eine grosse Eigenverantwortung der Kantone.). Aus diesem Grund wird den kantonalen Vollzugsbeh\u00f6rden ein sehr grosser organisatorischer Freiraum gew\u00e4hrt. Damit wird erreicht, dass der Avig-Vollzug in den regionalen Arbeitsm\u00e4rkten gut verankert ist. Eine Folge davon ist jedoch, dass in den Kantonen unterschiedliche Organisations- und F\u00fchrungsmodelle &#8211; wenn nicht sogar unterschiedliche Vollzugsphilosophien &#8211; zu finden sind.\u00a0&#8211; Aufgrund der Vollzugsvielfalt gibt es keine Allheilmittel. Was f\u00fcr einen einzelnen Kanton oder ein einzelnes RAV effizienzsteigernd sein kann, ist f\u00fcr den Nachbarkanton bzw. das benachbarte RAV vielleicht gerade der falsche Weg. \u00a0&#8211; Hinzu kommt, dass die wirkungsorientierte Vereinbarung zur Erreichung guter Wirkungen zwar einen durchaus erw\u00fcnschten Wettbewerb zwischen den Kantonen ausl\u00f6st, den ebenfalls erw\u00fcnschten Austausch zwischen den Kantonen aber eher weniger f\u00f6rdert. \u00a0Wie sollen nun unter diesen Rahmenbedingungen die notwendigen Informationen an die Vollzugstr\u00e4ger weitergegeben werden? Wie k\u00f6nnen bei mangelnder Vergleichbarkeit von Studien und Organisationen Optimierungen empfohlen werden? Auf welche Weise werden die mittel- und langfristigen Resultate spezifischer Optimierungen ermittelt? \u00a0Hier erwies sich die wirkungsorientierte Steuerung des Avig-Vollzugs als Gl\u00fccksfall: Durch die j\u00e4hrliche Wirkungsmessung und die Darstellung der kantonalen Wirkungen in einem Benchmark werden die Kantone dazu angeregt, sich laufend Gedanken \u00fcber die Verbesserung ihrer Wirkungen zu machen. Das bedeutet, dass sie kontinuierlich Praxisverbesserungen mit entsprechenden Effizienzsteigerungen erreichen m\u00fcssen, wollen sie im Vergleich mit den anderen Kantonen nicht zur\u00fcckfallen. Dem Seco erlaubte dies, das Projekt an den Regelungen der wirkungsorientierten Vereinbarung auszurichten. Damit konnte ein Weg gefunden werden, der sowohl die Freir\u00e4ume der Kantone respektierte, aber auch die Interessen des Bundes bez\u00fcglich Transparenz und nachhaltiger Effizienzsteigerung einschloss: \u00a0&#8211; kontinuierliche Information der Kantone bzw. des Verbandes der schweizerischen Arbeits\u00e4mter (VSAA) \u00fcber den Projektstand;\u00a0&#8211; qualitative Erarbeitung von Optimierungspotenzialen und Handlungsempfehlungen aus den Studien durch das Seco und Weitergabe an die kantonalen Arbeits\u00e4mter;\u00a0&#8211; Definition des eigenen Optimierungsbedarfs auf der Basis der Potenziale durch die Kantone und Durchf\u00fchrung geeigneter Massnahmen zur Potenzialrealisierung;\u00a0&#8211; Koordination der Umsetzung und der Erfolgsmessung durch eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Kantone, des VSAA und des Seco;\u00a0&#8211; Erhebung der Aktivit\u00e4ten der Kantone und \u00dcberpr\u00fcfung der Umsetzung nach 12 Monaten durch das Seco.&#13;<\/p>\n<h2>Von den Optimierungspotenzialen zu den Massnahmen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Studienanalyse arbeitete das Seco die wesentlichen Aussagen und Erkenntnisse sowie &#8211; darauf aufbauend &#8211; die vorhandenen Optimierungspotenziale heraus. Die Analyse ergab 28 Potenziale mit \u00fcber 100 Handlungsempfehlungen. Die identifizierten Potenziale wurden anschliessend f\u00fcnf abgrenzbaren Handlungsbereichen zugeordnet. Diese ganzheitliche Betrachtung erm\u00f6glichte, \u00e4hnliche Aussagen aus unterschiedlichen Studien zu b\u00fcndeln sowie m\u00f6gliche Zielkonflikte aufzuzeigen. F\u00fcr jeden Handlungsbereich wurde jeweils eine Hauptbotschaft synthetisiert: \u00a0&#8211; Organisation und Leitung RAV: Weiterentwicklung der Organisation RAV und des RAV-Personals sowie verst\u00e4rkte Kundenorientierung;\u00a0&#8211; Beratung: Zielgerichteter Instrumenteneinsatz im Rahmen der konsequenten Umsetzung der Beratungsstrategie zur Aktivierung der Stellensuchenden und zur Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit unter Ber\u00fccksichtigung m\u00f6glicher Zielgruppen;\u00a0&#8211; Vermittlung und Arbeitgeber: Qualitativer und quantitativer Ausbau der Zusammenarbeit mit Arbeitgebern und Verbesserung der Vermittlungsqualit\u00e4t;\u00a0&#8211; AMM: Vermehrte bedarfs- und marktgerechte Ausrichtung des Angebots, vorrangiger Einsatz der AMM zur Verbesserung des Suchverhaltens sowie deren systematische Evaluierung;\u00a0&#8211; Interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ): Weitere Intensivierung der IIZ sowie weitere F\u00f6rderung der Zusammenarbeit zwischen ALV, IV und Sozialdiensten unter erweitertem Einbezug von Bildungsinstitutionen.\u00a0Die Ergebnisse der Analyse wurden anschliessend den Kantonen mit der Aufforderung \u00fcbermittelt, Massnahmen zur Potenzialrealisierung zu entwickeln und dem Seco zu melden. Die Anzahl der kantonalen Massnahmen \u00fcberraschte. \u00dcber 250 Aktivit\u00e4ten wurden gemeldet, wobei eine Fokussierung auf die Kerngesch\u00e4fte Organisation, Beratung und Vermittlung zu Tage trat (siehe Grafik 1). Der individuellen Bed\u00fcrfnislage der Vollzugsstellen entsprechend unterschieden sich die Massnahmen sehr stark hinsichtlich ihrer inhaltlichen Ausrichtung und des zu erwartenden Umsetzungsaufwandes. Die Bandbreite reichte von leichten Praxis\u00e4nderungen (z.B. fr\u00fchzeitigem Beraterwechsel bei erfolgloser Vermittlung oder die Pr\u00fcfung gewisser arbeitsmarktlicher Massnahmen) \u00fcber zeitlich begrenzte Projekte (u.a. Pilotprojekt zur Vorselektion aller Neuanmeldungen f\u00fcr eine gezieltere Vermittlung) bis hin zu wesentlichen Reorganisationen (wie dem Aufbau eines kantonsinternen Prozess- und Qualit\u00e4tsmanagements inkl. Audits der RAV). \u00a0Das Seco untersuchte die kantonalen Aktivit\u00e4ten bez\u00fcglich ihrer Relevanz f\u00fcr das Vollzugssystem. Tiefergehende Pr\u00fcfungen oder gar Besuche vor Ort beschr\u00e4nkten sich auf Einzelmassnahmen, die zeitlich fortgeschritten waren, sich durch eine besondere Tragweite und\/oder Innovationsleistung auszeichneten und dadurch f\u00fcr alle Vollzugsstellen von grossem Interesse waren. Ausgew\u00e4hlte Projekte und deren aktuelle Ergebnisse wurden im November 2008 an einem nationalen Erfahrungsaustausch diskutiert (Beispiele dazu siehe Kasten 2 Drohende Langzeitarbeitslosigkeit ist eine der schwierigsten Aufgaben, mit denen die Personalberatenden der RAV laufend konfrontiert werden. Die professionelle Beratungst\u00e4tigkeit und die damit verbundenen intensiven Vermittlungsbem\u00fchungen der zust\u00e4ndigen Personalberaterinnen und Personalberater in den RAV werden mit zunehmender Dauer der von Erwerbslosigkeit betroffenen Personen schwieriger. Ein gross angelegtes Pilotprojekt in zwei RAV des Kantons Aargau soll Aufschluss \u00fcber m\u00f6gliche Optimierungen der RAV-Aufgaben geben. Als Grundlage f\u00fcr dieses Pilotprojekt diente die im April 2007 ver\u00f6ffentlichte Amosa-Studiea zum Thema Langzeitarbeitslosigkeit.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGibt es besonders gef\u00e4hrdete Zielgruppen?&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nJede f\u00fcnfte in einem der RAV registrierte Person meldet sich erst nach einem Jahr oder sp\u00e4ter bei der \u00f6ffentlichen Arbeitsvermittlung wieder ab und ist damit gem\u00e4ss Definition langzeitarbeitslos. Die Amosa- Studie hat aufgrund fundierter statistischer Erhebungen sowie einer gr\u00f6sseren Anzahl von Interviews mit Personalberatenden, privaten Stellenvermittlern, Arbeitgebern und anderen im Arbeitsmarkt involvierten Personen in h\u00f6herem Masse gef\u00e4hrdete Zielgruppen erkannt. Langzeitarbeitslosigkeit basiert h\u00e4ufig auf einer vorliegenden Mehrfachproblematik, so z.B. dem Alter und der fehlenden beruflichen Qualifikation. Das Risiko, langzeitarbeitslos zu werden, liegt f\u00fcr eine \u00fcber 60 Jahre alte stellensuchende Person bei fast 60%, wogegen das Risiko mit 40 Jahren nur etwa 25% betr\u00e4gt. Ohne fundierte Grund- und Weiterbildung steigt das Risiko bei beiden gegen\u00fcbergestellten Altersgruppen noch einmal an. Amosa konnte aufgrund der Erhebungen die st\u00e4rksten Defizite von Langzeitarbeitslosen ihrer Wichtigkeit nach geordnet definieren. 1. physische Gesundheit; 2. realistische Einsch\u00e4tzung der eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt; 3. Motivation f\u00fcr die Stellensuche; 4. psychische Gesundheit; 5. Belastbarkeit.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAls weitere m\u00f6gliche Defizite erkannt wurden auch Inhalte der Arbeitszeugnisse, mangelnde Leistungsbereitschaft, fehlende Stabilit\u00e4t des privaten Umfelds, Konfliktf\u00e4higkeit sowie formelle Qualifikation bei T\u00e4tigkeiten im Suchbereich. Die Beratenden der RAV k\u00f6nnen aufgrund der hohen Anzahl ihrer Dossiers bei den Stellensuchenden nicht alle vorg\u00e4ngig aufgef\u00fchrten Defizite fr\u00fchzeitig erkennen, um dann rechtzeitig geeignete Massnahmen einleiten zu k\u00f6nnen. Die \u00dcbungsanlage unseres Pilotprojektes hat demzufolge auch das Ziel verfolgt, beeinflussbare Defizite m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig zu identifizieren und an deren Behebung zu arbeiten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNeue Wege in den RAV Baden und Brugg&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie ersten vier Monate der Erwerbslosigkeit sind entscheidend. Gem\u00e4ss der Amosa-Studie k\u00f6nnen sich in diesem Zeitraum bereits 50% der Stellensuchenden wieder von der Arbeitsvermittlung abmelden. Die rasche und intensive Arbeit mit den Stellensuchenden in den ersten vier Monaten der Arbeitslosigkeit ist ein Kernelement des Pilotprojektes geworden. Die im Pilotprojekt durch einen Zufallsgenerator ausgew\u00e4hlten Stellensuchenden im Alter von 45-62 Jahren, haben zwei Beratungsgespr\u00e4che pro Monat. Der Einsatz eines speziell konzipierten Standortbestimmungskurses erfolgt so rasch als m\u00f6glich. Die stellensuchende Person wird \u2013 neben den verdoppelten Beratungsintervallen auf dem RAV \u2013 vom Kursanbieter der Standortbestimmung w\u00e4hrend zehn Wochen intensiv begleitet und bei der Stellensuche unterst\u00fctzt. Fragebogen, welche regelm\u00e4ssig durch die betroffenen Stellensuchenden, den zust\u00e4ndigen Personalberatenden sowie den Kursleitenden auszuf\u00fcllen sind, sollen Aufschluss \u00fcber den Erfolg der intensiven und aufw\u00e4ndigen Massnahmen geben. Das Pilotprojekt, an dem rund 400 Stellensuchende und 10 Personalberatende (bis Ende 2008) teilgenommen haben, wurde im Januar 2008 gestartet und wird bis Ende 2009 weiterlaufen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nErste Ergebnisse&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine erste Zwischenevaluation des Pilotprojektes nach 8 Monaten hat bereits erstaunliche Resultate aufgezeigt. In den ersten 10 Wochen der Erwerbslosigkeit haben sich weniger Stellensuchende, welche am Pilotprojekt teilgenommen haben, von der Arbeitsvermittlung abgemeldet als in einer Kontrollgruppe, welche nach \u00abkonventioneller Art\u00bb beraten wurde. Diesen Umstand f\u00fchren wir auf den sogenannten Lock-In-Effekt zur\u00fcck. Der intensive und l\u00e4ngere Standortbestimmungskurs hat die Stellensuchenden stark besch\u00e4ftigt und ihr Bewerbungsverhalten auch diesbez\u00fcglich beeinflusst. Nach diesen 10 Wochen konnten wir jedoch eine gravierende Umkehr der Situation feststellen. Nach 20 Wochen waren noch 45% der am Pilotprojekt Teilnehmenden auf dem RAV angemeldet. Bei der vergleichbaren Kontrollgruppe mussten im gleichen Zeitraum noch 55% der Stellensuchenden die Leistungen der RAV in Anspruch nehmen. Eine n\u00e4chste Zwischenevaluation ist auf Fr\u00fchsommer 2009 geplant. Die Schlussevaluation wird Mitte 2010 die definitiven Ergebnisse des Pilotprojektes aufzeigen. Die wissenschaftliche Begleitung des Pilotprojektes erfolgt w\u00e4hrend der ganzen Dauer durch die Universit\u00e4t in Lausanne.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nRaphael Weisz&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nStv. Sektionsleiter Arbeitsmarktliche Integration, Amt f\u00fcr Wirtschaft und Arbeit, Kanton Aargau&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\na Die Ergebnisse der Studie sind unter www.amosa.net abrufbar. , Kasten 3 Die durch das Seco erhobenen Wirkungswerte lagen f\u00fcr den Kanton Bern ab 2000 auf einem unbefriedigenden, zu tiefen Niveau. Der Kanton Bern beantragte deshalb 2003 eine freiwillige, besondere Lagebeurteilung durch das Seco. Im Rahmen dieser Lagebeurteilung wurden Defizite in drei Bereichen festgestellt: \u2212 unterschiedliche Vollzugspraxis, insbesondere in den Bereichen Vermittlung, Sanktionspraxis, Einsatz arbeitsmarktlicher Massnahmen und in der Beratungsstrategie; \u2212 Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern: Die Akquisitionsquote f\u00fcr offene Stellen lag deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt; \u2212 Ausbildungsstand der Personalberatenden: 2004 waren nur knapp 10% der Personalberatenden im Besitz des eidg. Fachausweises f\u00fcr Personalberatende. Strategieanpassungen Aufgrund dieser Defizite lancierte der Kanton Bern \u2013 teilweise schon vor der Lagebeurteilung \u2013 vier Projekte von strategischer Bedeutung: Ausbau des Arbeitgebersupportes, Bildungsoffensive zur Qualifizierung der Personalberatenden und des Kaders, Standardisierung der Kernprozesse sowie Aufund Ausbau einer Fachstelle f\u00fcr Qualit\u00e4tsmanagement. Im Rahmen einer Evaluation durch die Firma Interface wurde schwergewichtig die Anwendung der standardisierten Kernprozesse untersucht. Die Evaluatoren gelangten durchwegs zu positiven Ergebnissen: \u00abBestehende Diskrepanzen im Vollzug konnten sehr stark reduziert werden. Die von einer grossen Mehrheit der Mitarbeitenden getragenen Kernprozesse haben zu einer einheitlicheren Arbeitsweise gef\u00fchrt\u00bb. Im Rahmen derselben Evaluation wurde auch der Auf- und Ausbau des Arbeitgebersupportes ausgewertet. Die Evaluatoren beurteilten die Konzeption und Umsetzung der Arbeitsmarktsupportstellen mit Ankn\u00fcpfung an die vier RAV-Regionen positiv. Auch die Bildungsoffensive war erfolgreich. So waren Ende 2008 \u00fcber 90% der Personalberatenden im Besitz des eidg. Fachausweises f\u00fcr Personalberatende oder einer gleichwertigen Ausbildung nach Art. 119f Aviv. Fachstelle Qualit\u00e4tsmanagement Nach diesen ermutigenden Ergebnissen ging es darum, die erlangten Ergebnisse zu konservieren bzw. weiterzuentwickeln. Dies wurde mit der Fachstelle Qualit\u00e4tsmanagement (QM) umgesetzt. Die Fachstelle QM nahm ihren Betrieb per Mitte 2005 auf. Sie hat folgende Ziele: \u2212 Die Fachstelle unterst\u00fctzt die RAV-Mitarbeitenden in ihrer T\u00e4tigkeit im Hinblick auf die Erf\u00fcllung des Seco-Leistungsauftrags im Allgemeinen und die Erreichung der geforderten Wirkungswerte im Speziellen. \u2212 Sie macht Qualit\u00e4t in ihren verschiedenen Auspr\u00e4gungen sichtbar und stellt damit den Linienverantwortlichen zus\u00e4tzliche F\u00fchrungsinstrumente zur Verf\u00fcgung. \u2212 Sie kommuniziert die erzielten Resultate in geeigneter Weise. Die Arbeitsweise des QM ist transparent und f\u00fcr alle Beteiligten nachvollziehbar. Im Vordergrund stehen dabei die Kernprozesse und die dazu geh\u00f6renden Arbeitsinstrumente. Diese werden durch die Fachstelle QM im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) \u00fcberwacht, gepr\u00fcft und aufgrund der in der Anwendung erlangten Erkenntnisse laufend verbessert und angepasst. Ebenfalls werden \u00c4nderungen in den gesetzlichen Grundlagen und in der Leistungsvereinbarung mit dem Seco sowie Erkenntnisse aus der Forschung und aus Studien und Projekten des Seco betreffend Zielerreichung bzw. Strategielegung laufend in die Prozesse eingearbeitet. Controlling und Reporting Die quantitative und qualitative \u00dcberwachung der Prozesse und die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden zum einen in einem quantitativen Controlling und Reporting festgehalten und den Mitarbeitenden zur Verf\u00fcgung gestellt. Die quantitativ messbaren Aspekte der Prozesse werden durch Kennzahlen \u00fcberwacht und bewertet. Dies erm\u00f6glicht den Vorgesetzten, zur rechten Zeit die richtigen Massnahmen zu ergreifen. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf dem qualitativen Controlling (interne Audits). Die qualitativen Untersuchungen und deren Auswertungen haben das Ziel, den Linienverantwortlichen aufzuzeigen, wo und in welchem Umfang in ihren Bereichen Handlungsbedarf besteht, um die Qualit\u00e4t der erbrachten Dienstleistungen nachhaltig zu verbessern. Gleichzeitig werden damit auch die Einhaltung der Prozesse und der Einsatz der Instrumente \u00fcberwacht. RAV-Audit Ab 2006 wurden die Audits durch die Fachstelle QM in allen bernischen RAV durchgef\u00fchrt. 2007 erhielt die Fachstelle QM den Auftrag, die Audits neu zu konzipieren, sodass diese durch die jeweiligen RAV-Verantwortlichen selber durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Ziel war es, die Eigen- und Mitverantwortung der RAV-Leitenden und Spartenverantwortlichen durch eine starke Einbindung in den Auditierungsprozess zu f\u00f6rdern. Ein weiterer Vorteil der Audits ist, dass die RAV-Verantwortlichen mehr und detailliertere Kenntnisse \u00fcber die Qualit\u00e4t der Beratungsdienstleistung ihrer Mitarbeitenden erhalten. Die Audits werden nach einem fest vorgegebenen Fragekatalog seit Mitte 2007 durchgef\u00fchrt. Die Fachstelle QM stellt hierf\u00fcr die geeigneten Instrumente zur Verf\u00fcgung. Die gewonnen Daten werden elektronisch erfasst und ausgewertet. Die RAV-Verantwortlichen ziehen nach der Auswertung die n\u00f6tigen Schl\u00fcsse und halten diese in einem Massnahmenplan fest. Die Massnahmen k\u00f6nnen sich sowohl auf einzelne Personalberatende als auch auf das ganze RAV beziehen. Die R\u00fcckschl\u00fcsse und die einzuleitenden Massnahmen sind, sofern diese das ganze RAV betreffen und durch den verantwortlichen Regionalleitenden freigegeben wurden, dem RAV-Team zu kommunizieren. Massnahmen, welche einzelne Personalberatende betreffen, sind diesen pers\u00f6nlich mitzuteilen. Die RAV-Leitenden sind daf\u00fcr verantwortlich, dass die Massnahmen umgesetzt werden. Was wird auditiert? Die Audits werden monatlich (Ausnahme Dezember) durchgef\u00fchrt; pro Jahr und RAV ergeben sich somit 11 Audits. Je Personalberatende und Monat werden mindestens 3 Dossiers von Stellensuchenden auditiert. Die Auswahl der zu auditierenden Dossiers beschr\u00e4nkt sich auf Stellensuchende, welche in der vierten Kontrollperiode der aktuellen Rahmenfrist sind, damit die drohende Langzeitarbeitslosigkeit aktiv bek\u00e4mpft werden kann. Dabei wird jeweils ein Dossier je Personalberatende durch die Fachstelle QM vorgegeben. Die von der Fachstelle QM vorgegebenen Dossiers werden den RAV-Leitenden jeweils per Monatsanfang bekanntgegeben. Die beiden anderen Dossiers werden durch den RAV-Leiter bzw. die RAV-Leiterin bestimmt. Das Audit wird von den RAV-Leitenden zusammen mit den Spartenverantwortlichen durchgef\u00fchrt. Die detaillierte Planung der Durchf\u00fchrung obliegt den RAV-Verantwortlichen. Die Fachstelle QM steht dabei beratend zur Seite. Ein spezielles Audit-Tool dient zur Durchf\u00fchrung des Audits. Dabei wird besonders auf die folgenden Punkte eingegangen: Vermittlung des Klienten (Qualit\u00e4t\/Aktualit\u00e4t des Bewerbungsdossiers des Klienten, Vereinbarung \u00fcber die pers\u00f6nlichen Arbeitsbem\u00fchungen, Kontrolle der Arbeitsbem\u00fchungen, Zuweisungsverhalten, Vermittlungsrelevanz der Avam-Eintr\u00e4ge); Beratung des Klienten (Strategie und Zielsetzungsprozess, Einsatz von AMM, Gespr\u00e4chskadenz); administrative Aufgaben (Datenqualit\u00e4t Avam, Struktur und Inhalt Avam-Protokoll).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nStephan Winzeler Leiter Fachstelle Qualit\u00e4tsmanagement, beco Berner Wirtschaft, Kanton Bern und Kasten 4 \u00c4ltere Menschen sind nicht h\u00e4ufiger von Erwerbslosigkeit betroffen als j\u00fcngere. Doch wenn sie einmal erwerbslos sind, erweist sich eine Integration in den Arbeitsmarkt als deutlich schwieriger. Das Amt f\u00fcr Arbeit des Kantons St.Gallen hat aufgrund einer von ihr in Auftrag gegebenen Studiea zum Thema Wirkungsvolle Massnahmen f\u00fcr Erwerbslose \u00fcber 50 im Jahr 2007 zwei konkrete Massnahmen zur Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit \u00e4lterer Stellensuchender zwischen 50 und 64 Jahren lanciert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTandem 50plus \u2013 ein Mentoring-System&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTandem 50plus ist ein Mentoring-Projekt des Amtes f\u00fcr Arbeit \u2013 in Zusammenarbeit mit Benevol, Pro Senectute und Migros Kulturprozent \u2013 mit dem Ziel, die Chancen Erwerbsloser \u00fcber 50 auf dem Arbeitsmarkt zu erh\u00f6hen. Aufbauend auf dem bereits bestehenden Mentoring-Projekt Tandem f\u00fcr junge Erwachseneb konnte im April 2008 ein Pilot gestartet werden. Mentoring bezeichnet in der Regel ein Beziehungsnetz zwischen einer erfahrenen, \u00e4lteren Person (Mentorin\/Mentor) und einer unerfahreneren j\u00fcngeren Person (Mentee). Der Pilot Tandem 50plus richtet sich jedoch an Stellensuchende \u00fcber 50. Das Prinzip des Mentoring bleibt jedoch gleich. Der Mentor oder die Mentorin unterst\u00fctzt und ber\u00e4t die Stellensuchenden und f\u00fchrt sie freiwillig in (berufliche) Netzwerke ein. Die beiden Personen stehen in einer besonderen Beziehung zueinander, indem beide gleichermassen voneinander lernen und ihre Kompetenzen erweitern k\u00f6nnen. Der Erfolg von Tandem 50plus wird daran gemessen, ob die Erwerbslosen \u00fcber 50 schneller und dauerhafter in den Arbeitsmarkt integriert werden als eine vergleichbare Gruppe, die am Pilot nicht teilnahm. Von den 29 teilnehmenden Stellensuchenden im Jahr 2008 fanden 16 oder rund 55% nach Beendigung des Pilots eine Anschlussl\u00f6sung (Feststelle, Selbst\u00e4ndigkeit, Zwischenverdienst). In der Vergleichsgruppe betrug diese Erfolgsquote rund 45%.c Dank diesem Erfolg wird das Tandem 50plus als arbeitsmarktliche Massnahme \u2013 neben dem Tandem f\u00fcr junge Erwachsene \u2013 weitergef\u00fchrt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVermittlung 50+&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrundlage des Projekts Vermittlung 50+ ist die enge Zusammenarbeit mit ausgew\u00e4hlten privaten Arbeitsvermittlern. In einer Rahmenvereinbarung wurden im Fr\u00fchjahr 2008 die Kriterien der Zusammenarbeit sowie die Rahmenbedingungen einer Erfolgspr\u00e4mie festgehalten. Die Teilnehmenden m\u00fcssen folgende Hauptbedingungen erf\u00fcllen: \u00e4lter als 50 Jahre; Stellensuche und Leistungen der ALV seit mindestens sechs Monaten; Programm zur vor\u00fcbergehend Besch\u00e4ftigung (PvB) absolviert und im Bildungsteil ein Kompetenzenportfolio erarbeitet. Die Stellensuchenden sind motiviert, k\u00f6nnen sich in deutscher Sprache verst\u00e4ndigen und beteiligen sich an der begleitenden Evaluation. Pro erfolgreiche und nachhaltige Vermittlung in eine unbefristete Arbeitsstelle bezahlt das Amt f\u00fcr Arbeit insgesamt 6500 Franken. Dieser Betrag setzt sich wie folgt zusammen: 500 Franken als allgemeine Entsch\u00e4digung f\u00fcr nachgewiesene Beratungs- und Abkl\u00e4rungsaufw\u00e4nde; 3000 Franken bei erfolgreicher Unterzeichnung eines festen Arbeitsvertrages innerhalb der ersten sechs Monate nach Auftragserteilung durch das RAV; 1500 Franken nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit; 1500 Franken bei ungek\u00fcndigter Anstellung nach sechs Monaten. Gesamthaft sind 14 Teilnehmende \u00fcberwiesen worden. Davon haben 8 das Projekt abgeschlossen, ohne dass es zu einer Anstellung kam; 6 Personen sind zurzeit noch im Projekt. Das Pilotprojekt hat Antworten gegeben. Das erwartete Resultat ist aber nicht eingetreten. Dies gleich aus mehreren Gr\u00fcnden: Die \u00fcberwiesenen Teilnehmenden wurden \u00fcberwiegend als schwerer vermittelbar eingestuft. Die Aktivit\u00e4ten der privaten Arbeitsvermittler waren \u2013 nicht zuletzt aufgrund der sich verschlechternden Arbeitsmarktlage \u2013 bescheiden. Knackpunkte waren aber auch die Stellensuchdauer von sechs Monaten und das Absolvieren eines Programms zur vor\u00fcbergehenden Besch\u00e4ftigung mit Bildungsteil. Wegen der Finanzierung aus dem kantonalen Arbeitsmarktfond musste auch das Mengenger\u00fcst klein gehalten werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWalter Abderhalden&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nLeiter Pr\u00e4vention &amp; Qualit\u00e4t, stv. Leiter Amt f\u00fcr Arbeit, Kanton St.Gallen&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nJean-Pierre Gubser&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nLeiter RAV St.Gallen&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\na Susanne Schmugge, Kilian K\u00fcnzi, J\u00fcrg Guggisberg, Wirkungsvolle Massnahmen f\u00fcr Erwachsene \u00fcber 50, B\u00fcro BASS, 28. Februar 2007.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nb Internet: www.tandem-online.ch.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nc Thomas Oegerli, Schlussbericht zur Evaluation des Pilotprojekts 2008, Fachstelle f\u00fcr Statistik des Kantons St.Gallen, Januar 2009. ), was unter den Teilnehmenden zu angeregten Debatten \u00fcber weitere Optimierungsm\u00f6glichkeiten f\u00fchrte. \u00a0Schliesslich zeigte das quantitativ ausgerichtete Reporting, dass 87% der kantonalen Massnahmen realisiert wurden (siehe Tabelle 1). Zus\u00e4tzlich beurteilten die Kantone 80% &#8211; und damit eine Mehrzahl der umgesetzten Massnahmen &#8211; als erfolgreich. Bei weiteren 40 Massnahmen war die Erfolgsbeurteilung zum Zeitpunkt der Erhebung noch nicht abgeschlossen. Folglich wurden nur 33 Massnahmen nicht umgesetzt. Grund daf\u00fcr waren meist fehlende Ressourcen infolge eines konjunkturell bedingten Personalabbaus. Der Personalbestand der Avig-Vollzugsstellen folgt der Arbeitsmarktsituation und wurde w\u00e4hrend der Projektdauer der guten Konjunktur entsprechend abgebaut.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer \u00dcbertrag der Studien der Wirkungsevaluation der \u00f6ffentlichen Arbeitsvermittlung kann im Grossen und Ganzen als gelungen angesehen werden. Die Zuversicht ist gross, dass dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess der \u00f6ffentlichen Arbeitsvermittlung ein neuerlicher Schub verliehen werden konnte, damit die ALV ihre Dienstleistungen auch unter den gegenw\u00e4rtigen Herausforderungen wirksam und wirtschaftlich erbringen kann. \u00a0Ein Wermutstropfen verbleibt jedoch: Aufgrund der Organisationsvielfalt war es nicht m\u00f6glich, Effizienzsteigerungen einzelner Massnahmen zu quantifizieren oder gar finanzielle Einsparungen zu beziffern. Derartige Schlussfolgerungen k\u00f6nnen h\u00f6chstens im Rahmen der Wirkungsmessungen der n\u00e4chsten Jahre erfolgen. Diesbez\u00fcglich werden auch die Ergebnisse der n\u00e4chsten wissenschaftlichen Effizienz\u00fcberpr\u00fcfungen interessant sein. \u00a0F\u00fcr die Zukunft w\u00e4re es w\u00fcnschenswert, im Avig-Vollzug eine nationale Wissens-, Erfahrungs- und Innovationsplattform zu schaffen. Dies w\u00fcrde nicht nur die Tradierung von Studienergebnissen in die Vollzugspraxis erleichtern, sondern es auch erm\u00f6glichen, dass gute Erfahrungen und konkrete L\u00f6sungen einzelner Vollzugsstellen m\u00f6glichst ohne Umwege allen Interessenten zur Verf\u00fcgung gestellt werden k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abAnteile der gemeldeten kantonalen Massnahmen nach Handlungsbereichen\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abMassnahmen und Reporting\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Die wirkungsorientierte Vereinbarung Seit 2000 wird der Vollzug der Artikel 85 Abs. 1, 85b und 85c Avig \u00fcber eine wirkungsorientierte Vereinbarung geregelt. Weitere Rechtsgrundlagen dazu sind: Art. 92 Abs. 7 Avig, Art. 122c Aviv, die Verordnung \u00fcber die Entsch\u00e4digung der Kantone f\u00fcr den Avig-Vollzug VKE, die Verordnung \u00fcber die Verg\u00fctung der AMM sowie die Art. 24, 26, 27 und 28 des Arbeitsvermittlungsgesetzes (AVG). Die Vereinbarung definiert die anzustrebenden Ziele und Wirkungen und legt die Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen fest; sie umfasst sowohl Elemente des Wettbewerbs als auch der interkantonalen Koordination. Zentraler Bestandteil der Vereinbarung ist die laufende Messung der Wirkungen der RAV und der Vergleich der Kantone im Rahmen eines Benchmarking. Auch Elemente des gegenseitigen Wissenstransfers finden in der Vereinbarung Platz, wie z.B. der j\u00e4hrlich durchgef\u00fchrte Erfahrungsaustausch, ein Treffen \u00fcber spezifische Vollzugsthemen mit Vertretern aus allen Kantonen zur Weitergabe von Best Practices. Im Rahmen der rechtlichen Bestimmungen sind die Kantone bei der Ausgestaltung und F\u00fchrung der RAV weitgehend autonom. Der stark f\u00f6derale Vollzug bedingt einen grossen Gestaltungs- und Organisationsfreiraum, impliziert aber ebenso eine grosse Eigenverantwortung der Kantone.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Mit raschen und intensiven Massnahmen Langzeitarbeitslosigkeit verhindern &#8211; ein Pilotprojekt im Kanton Aargau Drohende Langzeitarbeitslosigkeit ist eine der schwierigsten Aufgaben, mit denen die Personalberatenden der RAV laufend konfrontiert werden. Die professionelle Beratungst\u00e4tigkeit und die damit verbundenen intensiven Vermittlungsbem\u00fchungen der zust\u00e4ndigen Personalberaterinnen und Personalberater in den RAV werden mit zunehmender Dauer der von Erwerbslosigkeit betroffenen Personen schwieriger. Ein gross angelegtes Pilotprojekt in zwei RAV des Kantons Aargau soll Aufschluss \u00fcber m\u00f6gliche Optimierungen der RAV-Aufgaben geben. Als Grundlage f\u00fcr dieses Pilotprojekt diente die im April 2007 ver\u00f6ffentlichte Amosa-Studiea zum Thema Langzeitarbeitslosigkeit.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGibt es besonders gef\u00e4hrdete Zielgruppen?&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nJede f\u00fcnfte in einem der RAV registrierte Person meldet sich erst nach einem Jahr oder sp\u00e4ter bei der \u00f6ffentlichen Arbeitsvermittlung wieder ab und ist damit gem\u00e4ss Definition langzeitarbeitslos. Die Amosa- Studie hat aufgrund fundierter statistischer Erhebungen sowie einer gr\u00f6sseren Anzahl von Interviews mit Personalberatenden, privaten Stellenvermittlern, Arbeitgebern und anderen im Arbeitsmarkt involvierten Personen in h\u00f6herem Masse gef\u00e4hrdete Zielgruppen erkannt. Langzeitarbeitslosigkeit basiert h\u00e4ufig auf einer vorliegenden Mehrfachproblematik, so z.B. dem Alter und der fehlenden beruflichen Qualifikation. Das Risiko, langzeitarbeitslos zu werden, liegt f\u00fcr eine \u00fcber 60 Jahre alte stellensuchende Person bei fast 60%, wogegen das Risiko mit 40 Jahren nur etwa 25% betr\u00e4gt. Ohne fundierte Grund- und Weiterbildung steigt das Risiko bei beiden gegen\u00fcbergestellten Altersgruppen noch einmal an. Amosa konnte aufgrund der Erhebungen die st\u00e4rksten Defizite von Langzeitarbeitslosen ihrer Wichtigkeit nach geordnet definieren. 1. physische Gesundheit; 2. realistische Einsch\u00e4tzung der eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt; 3. Motivation f\u00fcr die Stellensuche; 4. psychische Gesundheit; 5. Belastbarkeit.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAls weitere m\u00f6gliche Defizite erkannt wurden auch Inhalte der Arbeitszeugnisse, mangelnde Leistungsbereitschaft, fehlende Stabilit\u00e4t des privaten Umfelds, Konfliktf\u00e4higkeit sowie formelle Qualifikation bei T\u00e4tigkeiten im Suchbereich. Die Beratenden der RAV k\u00f6nnen aufgrund der hohen Anzahl ihrer Dossiers bei den Stellensuchenden nicht alle vorg\u00e4ngig aufgef\u00fchrten Defizite fr\u00fchzeitig erkennen, um dann rechtzeitig geeignete Massnahmen einleiten zu k\u00f6nnen. Die \u00dcbungsanlage unseres Pilotprojektes hat demzufolge auch das Ziel verfolgt, beeinflussbare Defizite m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig zu identifizieren und an deren Behebung zu arbeiten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNeue Wege in den RAV Baden und Brugg&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie ersten vier Monate der Erwerbslosigkeit sind entscheidend. Gem\u00e4ss der Amosa-Studie k\u00f6nnen sich in diesem Zeitraum bereits 50% der Stellensuchenden wieder von der Arbeitsvermittlung abmelden. Die rasche und intensive Arbeit mit den Stellensuchenden in den ersten vier Monaten der Arbeitslosigkeit ist ein Kernelement des Pilotprojektes geworden. Die im Pilotprojekt durch einen Zufallsgenerator ausgew\u00e4hlten Stellensuchenden im Alter von 45-62 Jahren, haben zwei Beratungsgespr\u00e4che pro Monat. Der Einsatz eines speziell konzipierten Standortbestimmungskurses erfolgt so rasch als m\u00f6glich. Die stellensuchende Person wird \u2013 neben den verdoppelten Beratungsintervallen auf dem RAV \u2013 vom Kursanbieter der Standortbestimmung w\u00e4hrend zehn Wochen intensiv begleitet und bei der Stellensuche unterst\u00fctzt. Fragebogen, welche regelm\u00e4ssig durch die betroffenen Stellensuchenden, den zust\u00e4ndigen Personalberatenden sowie den Kursleitenden auszuf\u00fcllen sind, sollen Aufschluss \u00fcber den Erfolg der intensiven und aufw\u00e4ndigen Massnahmen geben. Das Pilotprojekt, an dem rund 400 Stellensuchende und 10 Personalberatende (bis Ende 2008) teilgenommen haben, wurde im Januar 2008 gestartet und wird bis Ende 2009 weiterlaufen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nErste Ergebnisse&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine erste Zwischenevaluation des Pilotprojektes nach 8 Monaten hat bereits erstaunliche Resultate aufgezeigt. In den ersten 10 Wochen der Erwerbslosigkeit haben sich weniger Stellensuchende, welche am Pilotprojekt teilgenommen haben, von der Arbeitsvermittlung abgemeldet als in einer Kontrollgruppe, welche nach \u00abkonventioneller Art\u00bb beraten wurde. Diesen Umstand f\u00fchren wir auf den sogenannten Lock-In-Effekt zur\u00fcck. Der intensive und l\u00e4ngere Standortbestimmungskurs hat die Stellensuchenden stark besch\u00e4ftigt und ihr Bewerbungsverhalten auch diesbez\u00fcglich beeinflusst. Nach diesen 10 Wochen konnten wir jedoch eine gravierende Umkehr der Situation feststellen. Nach 20 Wochen waren noch 45% der am Pilotprojekt Teilnehmenden auf dem RAV angemeldet. Bei der vergleichbaren Kontrollgruppe mussten im gleichen Zeitraum noch 55% der Stellensuchenden die Leistungen der RAV in Anspruch nehmen. Eine n\u00e4chste Zwischenevaluation ist auf Fr\u00fchsommer 2009 geplant. Die Schlussevaluation wird Mitte 2010 die definitiven Ergebnisse des Pilotprojektes aufzeigen. Die wissenschaftliche Begleitung des Pilotprojektes erfolgt w\u00e4hrend der ganzen Dauer durch die Universit\u00e4t in Lausanne.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nRaphael Weisz&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nStv. Sektionsleiter Arbeitsmarktliche Integration, Amt f\u00fcr Wirtschaft und Arbeit, Kanton Aargau&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\na Die Ergebnisse der Studie sind unter www.amosa.net abrufbar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a class=\"box-link\">Kasten 3: Freiwillige Lagebeurteilung im Kanton Bern<\/a> Die durch das Seco erhobenen Wirkungswerte lagen f\u00fcr den Kanton Bern ab 2000 auf einem unbefriedigenden, zu tiefen Niveau. Der Kanton Bern beantragte deshalb 2003 eine freiwillige, besondere Lagebeurteilung durch das Seco. Im Rahmen dieser Lagebeurteilung wurden Defizite in drei Bereichen festgestellt: \u2212 unterschiedliche Vollzugspraxis, insbesondere in den Bereichen Vermittlung, Sanktionspraxis, Einsatz arbeitsmarktlicher Massnahmen und in der Beratungsstrategie; \u2212 Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern: Die Akquisitionsquote f\u00fcr offene Stellen lag deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt; \u2212 Ausbildungsstand der Personalberatenden: 2004 waren nur knapp 10% der Personalberatenden im Besitz des eidg. Fachausweises f\u00fcr Personalberatende.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nStrategieanpassungen&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAufgrund dieser Defizite lancierte der Kanton Bern \u2013 teilweise schon vor der Lagebeurteilung \u2013 vier Projekte von strategischer Bedeutung: Ausbau des Arbeitgebersupportes, Bildungsoffensive zur Qualifizierung der Personalberatenden und des Kaders, Standardisierung der Kernprozesse sowie Aufund Ausbau einer Fachstelle f\u00fcr Qualit\u00e4tsmanagement. Im Rahmen einer Evaluation durch die Firma Interface wurde schwergewichtig die Anwendung der standardisierten Kernprozesse untersucht. Die Evaluatoren gelangten durchwegs zu positiven Ergebnissen: \u00abBestehende Diskrepanzen im Vollzug konnten sehr stark reduziert werden. Die von einer grossen Mehrheit der Mitarbeitenden getragenen Kernprozesse haben zu einer einheitlicheren Arbeitsweise gef\u00fchrt\u00bb. Im Rahmen derselben Evaluation wurde auch der Auf- und Ausbau des Arbeitgebersupportes ausgewertet. Die Evaluatoren beurteilten die Konzeption und Umsetzung der Arbeitsmarktsupportstellen mit Ankn\u00fcpfung an die vier RAV-Regionen positiv. Auch die Bildungsoffensive war erfolgreich. So waren Ende 2008 \u00fcber 90% der Personalberatenden im Besitz des eidg. Fachausweises f\u00fcr Personalberatende oder einer gleichwertigen Ausbildung nach Art. 119f Aviv.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nFachstelle Qualit\u00e4tsmanagement&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNach diesen ermutigenden Ergebnissen ging es darum, die erlangten Ergebnisse zu konservieren bzw. weiterzuentwickeln. Dies wurde mit der Fachstelle Qualit\u00e4tsmanagement (QM) umgesetzt. Die Fachstelle QM nahm ihren Betrieb per Mitte 2005 auf. Sie hat folgende Ziele: \u2212 Die Fachstelle unterst\u00fctzt die RAV-Mitarbeitenden in ihrer T\u00e4tigkeit im Hinblick auf die Erf\u00fcllung des Seco-Leistungsauftrags im Allgemeinen und die Erreichung der geforderten Wirkungswerte im Speziellen. \u2212 Sie macht Qualit\u00e4t in ihren verschiedenen Auspr\u00e4gungen sichtbar und stellt damit den Linienverantwortlichen zus\u00e4tzliche F\u00fchrungsinstrumente zur Verf\u00fcgung. \u2212 Sie kommuniziert die erzielten Resultate in geeigneter Weise. Die Arbeitsweise des QM ist transparent und f\u00fcr alle Beteiligten nachvollziehbar. Im Vordergrund stehen dabei die Kernprozesse und die dazu geh\u00f6renden Arbeitsinstrumente. Diese werden durch die Fachstelle QM im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) \u00fcberwacht, gepr\u00fcft und aufgrund der in der Anwendung erlangten Erkenntnisse laufend verbessert und angepasst. Ebenfalls werden \u00c4nderungen in den gesetzlichen Grundlagen und in der Leistungsvereinbarung mit dem Seco sowie Erkenntnisse aus der Forschung und aus Studien und Projekten des Seco betreffend Zielerreichung bzw. Strategielegung laufend in die Prozesse eingearbeitet.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nControlling und Reporting&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie quantitative und qualitative \u00dcberwachung der Prozesse und die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden zum einen in einem quantitativen Controlling und Reporting festgehalten und den Mitarbeitenden zur Verf\u00fcgung gestellt. Die quantitativ messbaren Aspekte der Prozesse werden durch Kennzahlen \u00fcberwacht und bewertet. Dies erm\u00f6glicht den Vorgesetzten, zur rechten Zeit die richtigen Massnahmen zu ergreifen. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf dem qualitativen Controlling (interne Audits). Die qualitativen Untersuchungen und deren Auswertungen haben das Ziel, den Linienverantwortlichen aufzuzeigen, wo und in welchem Umfang in ihren Bereichen Handlungsbedarf besteht, um die Qualit\u00e4t der erbrachten Dienstleistungen nachhaltig zu verbessern. Gleichzeitig werden damit auch die Einhaltung der Prozesse und der Einsatz der Instrumente \u00fcberwacht.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nRAV-Audit&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAb 2006 wurden die Audits durch die Fachstelle QM in allen bernischen RAV durchgef\u00fchrt. 2007 erhielt die Fachstelle QM den Auftrag, die Audits neu zu konzipieren, sodass diese durch die jeweiligen RAV-Verantwortlichen selber durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Ziel war es, die Eigen- und Mitverantwortung der RAV-Leitenden und Spartenverantwortlichen durch eine starke Einbindung in den Auditierungsprozess zu f\u00f6rdern. Ein weiterer Vorteil der Audits ist, dass die RAV-Verantwortlichen mehr und detailliertere Kenntnisse \u00fcber die Qualit\u00e4t der Beratungsdienstleistung ihrer Mitarbeitenden erhalten. Die Audits werden nach einem fest vorgegebenen Fragekatalog seit Mitte 2007 durchgef\u00fchrt. Die Fachstelle QM stellt hierf\u00fcr die geeigneten Instrumente zur Verf\u00fcgung. Die gewonnen Daten werden elektronisch erfasst und ausgewertet. Die RAV-Verantwortlichen ziehen nach der Auswertung die n\u00f6tigen Schl\u00fcsse und halten diese in einem Massnahmenplan fest. Die Massnahmen k\u00f6nnen sich sowohl auf einzelne Personalberatende als auch auf das ganze RAV beziehen. Die R\u00fcckschl\u00fcsse und die einzuleitenden Massnahmen sind, sofern diese das ganze RAV betreffen und durch den verantwortlichen Regionalleitenden freigegeben wurden, dem RAV-Team zu kommunizieren. Massnahmen, welche einzelne Personalberatende betreffen, sind diesen pers\u00f6nlich mitzuteilen. Die RAV-Leitenden sind daf\u00fcr verantwortlich, dass die Massnahmen umgesetzt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWas wird auditiert?&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Audits werden monatlich (Ausnahme Dezember) durchgef\u00fchrt; pro Jahr und RAV ergeben sich somit 11 Audits. Je Personalberatende und Monat werden mindestens 3 Dossiers von Stellensuchenden auditiert. Die Auswahl der zu auditierenden Dossiers beschr\u00e4nkt sich auf Stellensuchende, welche in der vierten Kontrollperiode der aktuellen Rahmenfrist sind, damit die drohende Langzeitarbeitslosigkeit aktiv bek\u00e4mpft werden kann. Dabei wird jeweils ein Dossier je Personalberatende durch die Fachstelle QM vorgegeben. Die von der Fachstelle QM vorgegebenen Dossiers werden den RAV-Leitenden jeweils per Monatsanfang bekanntgegeben. Die beiden anderen Dossiers werden durch den RAV-Leiter bzw. die RAV-Leiterin bestimmt. Das Audit wird von den RAV-Leitenden zusammen mit den Spartenverantwortlichen durchgef\u00fchrt. Die detaillierte Planung der Durchf\u00fchrung obliegt den RAV-Verantwortlichen. Die Fachstelle QM steht dabei beratend zur Seite. Ein spezielles Audit-Tool dient zur Durchf\u00fchrung des Audits. Dabei wird besonders auf die folgenden Punkte eingegangen: Vermittlung des Klienten (Qualit\u00e4t\/Aktualit\u00e4t des Bewerbungsdossiers des Klienten, Vereinbarung \u00fcber die pers\u00f6nlichen Arbeitsbem\u00fchungen, Kontrolle der Arbeitsbem\u00fchungen, Zuweisungsverhalten, Vermittlungsrelevanz der Avam-Eintr\u00e4ge); Beratung des Klienten (Strategie und Zielsetzungsprozess, Einsatz von AMM, Gespr\u00e4chskadenz); administrative Aufgaben (Datenqualit\u00e4t Avam, Struktur und Inhalt Avam-Protokoll).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nStephan Winzeler&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nLeiter Fachstelle Qualit\u00e4tsmanagement, beco Berner Wirtschaft, Kanton Bern&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 4: Zukunft 50+: Massnahmen zur Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit \u00e4lterer Stellensuchender \u00c4ltere Menschen sind nicht h\u00e4ufiger von Erwerbslosigkeit betroffen als j\u00fcngere. Doch wenn sie einmal erwerbslos sind, erweist sich eine Integration in den Arbeitsmarkt als deutlich schwieriger. Das Amt f\u00fcr Arbeit des Kantons St.Gallen hat aufgrund einer von ihr in Auftrag gegebenen Studiea zum Thema Wirkungsvolle Massnahmen f\u00fcr Erwerbslose \u00fcber 50 im Jahr 2007 zwei konkrete Massnahmen zur Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit \u00e4lterer Stellensuchender zwischen 50 und 64 Jahren lanciert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTandem 50plus \u2013 ein Mentoring-System&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTandem 50plus ist ein Mentoring-Projekt des Amtes f\u00fcr Arbeit \u2013 in Zusammenarbeit mit Benevol, Pro Senectute und Migros Kulturprozent \u2013 mit dem Ziel, die Chancen Erwerbsloser \u00fcber 50 auf dem Arbeitsmarkt zu erh\u00f6hen. Aufbauend auf dem bereits bestehenden Mentoring-Projekt Tandem f\u00fcr junge Erwachseneb konnte im April 2008 ein Pilot gestartet werden. Mentoring bezeichnet in der Regel ein Beziehungsnetz zwischen einer erfahrenen, \u00e4lteren Person (Mentorin\/Mentor) und einer unerfahreneren j\u00fcngeren Person (Mentee). Der Pilot Tandem 50plus richtet sich jedoch an Stellensuchende \u00fcber 50. Das Prinzip des Mentoring bleibt jedoch gleich. Der Mentor oder die Mentorin unterst\u00fctzt und ber\u00e4t die Stellensuchenden und f\u00fchrt sie freiwillig in (berufliche) Netzwerke ein. Die beiden Personen stehen in einer besonderen Beziehung zueinander, indem beide gleichermassen voneinander lernen und ihre Kompetenzen erweitern k\u00f6nnen. Der Erfolg von Tandem 50plus wird daran gemessen, ob die Erwerbslosen \u00fcber 50 schneller und dauerhafter in den Arbeitsmarkt integriert werden als eine vergleichbare Gruppe, die am Pilot nicht teilnahm. Von den 29 teilnehmenden Stellensuchenden im Jahr 2008 fanden 16 oder rund 55% nach Beendigung des Pilots eine Anschlussl\u00f6sung (Feststelle, Selbst\u00e4ndigkeit, Zwischenverdienst). In der Vergleichsgruppe betrug diese Erfolgsquote rund 45%.c Dank diesem Erfolg wird das Tandem 50plus als arbeitsmarktliche Massnahme \u2013 neben dem Tandem f\u00fcr junge Erwachsene \u2013 weitergef\u00fchrt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVermittlung 50+&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrundlage des Projekts Vermittlung 50+ ist die enge Zusammenarbeit mit ausgew\u00e4hlten privaten Arbeitsvermittlern. In einer Rahmenvereinbarung wurden im Fr\u00fchjahr 2008 die Kriterien der Zusammenarbeit sowie die Rahmenbedingungen einer Erfolgspr\u00e4mie festgehalten. Die Teilnehmenden m\u00fcssen folgende Hauptbedingungen erf\u00fcllen: \u00e4lter als 50 Jahre; Stellensuche und Leistungen der ALV seit mindestens sechs Monaten; Programm zur vor\u00fcbergehend Besch\u00e4ftigung (PvB) absolviert und im Bildungsteil ein Kompetenzenportfolio erarbeitet. Die Stellensuchenden sind motiviert, k\u00f6nnen sich in deutscher Sprache verst\u00e4ndigen und beteiligen sich an der begleitenden Evaluation. Pro erfolgreiche und nachhaltige Vermittlung in eine unbefristete Arbeitsstelle bezahlt das Amt f\u00fcr Arbeit insgesamt 6500 Franken. Dieser Betrag setzt sich wie folgt zusammen: 500 Franken als allgemeine Entsch\u00e4digung f\u00fcr nachgewiesene Beratungsund Abkl\u00e4rungsaufw\u00e4nde; 3000 Franken bei erfolgreicher Unterzeichnung eines festen Arbeitsvertrages innerhalb der ersten sechs Monate nach Auftragserteilung durch das RAV; 1500 Franken nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit; 1500 Franken bei ungek\u00fcndigter Anstellung nach sechs Monaten. Gesamthaft sind 14 Teilnehmende \u00fcberwiesen worden. Davon haben 8 das Projekt abgeschlossen, ohne dass es zu einer Anstellung kam; 6 Personen sind zurzeit noch im Projekt. Das Pilotprojekt hat Antworten gegeben. Das erwartete Resultat ist aber nicht eingetreten. Dies gleich aus mehreren Gr\u00fcnden: Die \u00fcberwiesenen Teilnehmenden wurden \u00fcberwiegend als schwerer vermittelbar eingestuft. Die Aktivit\u00e4ten der privaten Arbeitsvermittler waren \u2013 nicht zuletzt aufgrund der sich verschlechternden Arbeitsmarktlage \u2013 bescheiden. Knackpunkte waren aber auch die Stellensuchdauer von sechs Monaten und das Absolvieren eines Programms zur vor\u00fcbergehenden Besch\u00e4ftigung mit Bildungsteil. Wegen der Finanzierung aus dem kantonalen Arbeitsmarktfond musste auch das Mengenger\u00fcst klein gehalten werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWalter Abderhalden&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nLeiter Pr\u00e4vention &amp; Qualit\u00e4t, stv. Leiter Amt f\u00fcr Arbeit, Kanton St.Gallen&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nJean-Pierre Gubser&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nLeiter RAV St.Gallen&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\na Susanne Schmugge, Kilian K\u00fcnzi, J\u00fcrg Guggisberg, Wirkungsvolle Massnahmen f\u00fcr Erwachsene \u00fcber 50, B\u00fcro BASS, 28. Februar 2007.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nb Internet: www.tandem-online.ch.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nc Thomas Oegerli, Schlussbericht zur Evaluation des Pilotprojekts 2008, Fachstelle f\u00fcr Statistik des Kantons St.Gallen, Januar 2009.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wirkungen der schweizerischen Arbeitsmarktpolitik wurden ab 2006 in einer Reihe von Studien umfassend beurteilt. Um die Resultate der Studien an die Kantone weiterzugeben, wurde eine Arbeitsgruppe damit beauftragt, aus den Studien Optimierungspotenziale f\u00fcr den Vollzug zu destillieren. Gleichzeitig wurden die Kantone dazu aufgefordert, geeignete Massnahmen zur Steigerung der Effektivit\u00e4t und Effizienz der Arbeitsvermittlung in [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3261,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[76],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3261,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Ressort AVAM, RAV, LAM, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft SECO, Bern","seco_author_post_occupation_fr":"Services PLASTA, ORP, LMMT, Secr\u00e9tariat d'\u00c9tat \u00e0 l'\u00e9conomie (SECO), Berne","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":122519,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8657","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55a8c4ed78557"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122516"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3261"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=122516"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122516\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127964,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122516\/revisions\/127964"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3261"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=122516"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=122516"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=122516"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=122516"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=122516"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=122516"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}