{"id":122751,"date":"2008-12-01T12:00:00","date_gmt":"2008-12-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/12\/hildebrand-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:39:17","modified_gmt":"2023-08-23T21:39:17","slug":"hildebrand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/12\/hildebrand\/","title":{"rendered":"Finanzstabilit\u00e4t und die Rolle der Schweizerischen Nationalbank"},"content":{"rendered":"<p>Finanzm\u00e4rkte erf\u00fcllen wichtige volkswirtschaftliche Funktionen. Sie f\u00fchren das knappe Kapital der effizientesten Verwendung zu und \u00fcbertragen Risiken aus unternehmerischer T\u00e4tigkeit auf diejenigen Personen und Institutionen, die bereit sind, diese zu \u00fcbernehmen. Banken als wichtige Akteure auf den Finanzm\u00e4rkten wandeln kurzfristige Verbindlichkeiten in Form von Depositen in langfristige Forderungen wie beispielsweise Gesch\u00e4ftsoder Hypothekarkredite um. Dadurch versorgen sie die Volkswirtschaft mit Liquidit\u00e4t und leisten einen wichtigen Beitrag f\u00fcr das Wirtschaftswachstum. Das reibungslose Funktionieren von Banken und Finanzm\u00e4rkten ist zentral f\u00fcr die Realwirtschaft. Der Autor dankt Yves Schneider f\u00fcr die wertvolle Unterst\u00fctzung bei der Vorbereitung dieses Artikels. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200812_06_Hildebrand_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"233\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Schweizerische Nationalbank (SNB) f\u00fchrt die Geld- und W\u00e4hrungspolitik im Gesamtinteresse des Landes. Dies beinhaltet den Auftrag, zur Stabilit\u00e4t des Finanzsystems beizutragen. Nationalbankgesetz, Art. 5, Abs. 2 Bst. E. Die SNB arbeitet bei der Erf\u00fcllung ihres Stabilit\u00e4tsauftrags eng mit der f\u00fcr die Bankenaufsicht zust\u00e4ndigen Eidgen\u00f6ssischen Bankenkommission (EBK) zusammen. Im Gegensatz zur EBK, die sich letztlich um den Gl\u00e4ubigerschutz k\u00fcmmert, befasst sich die SNB jedoch grunds\u00e4tzlich nicht mit den einzelnen Banken, sondern mit dem Bankensystem als Ganzes.&#13;<\/p>\n<h2>\u00dcberdurchschnittlich grosser Schweizer Bankensektor<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweizer Wirtschaft ist gepr\u00e4gt durch einen im internationalen Vergleich \u00fcberdurchschnittlich grossen Bankensektor. Die Summe aller Aktiven des Schweizer Bankensektors ist rund neunmal gr\u00f6sser als das j\u00e4hrliche BIP. Unter den G10-L\u00e4ndern ist dies bei Weitem das gr\u00f6sste Verh\u00e4ltnis. Zum Vergleich: Die Aktiven des US-Bankensektors entsprechen knapp dem j\u00e4hrlichen BIP der USA. Zu dieser \u00fcberdurchschnittlich grossen Bedeutung des Bankensektors f\u00fcr die Schweizer Wirtschaft kommt eine \u00fcberdurchschnittlich hohe Konzentration im Schweizer Bankensektor. Der an der Bilanzsumme gemessene Marktanteil der UBS betr\u00e4gt in der Schweiz knapp 50%, derjenige der Credit Suisse knapp 30%. Die gr\u00f6sste US-Bank Citigroup hat demgegen\u00fcber lediglich einen Marktanteil in den USA von rund 15%. Auch im inl\u00e4ndischen Kreditgesch\u00e4ft verzeichnen die beiden Schweizer Grossbanken zusammen mit rund 35% den gr\u00f6ssten Marktanteil. Dies entspricht ungef\u00e4hr dem Marktanteil aller Kantonalbanken am inl\u00e4ndischen Kreditgesch\u00e4ft. \u00a0 Obwohl sich die SNB im Prinzip auf systemische Aspekte der Finanzstabilit\u00e4t beschr\u00e4nkt, stellen die beiden Schweizer Grossbanken einen Grenzfall dar. Aufgrund ihrer dominanten Stellung kommt bereits einer einzigen Grossbank systemische Bedeutung zu. Deshalb beobachtet die SNB nicht nur das Finanzsystem als Ganzes, sondern auch die UBS und die Credit Suisse individuell.&#13;<\/p>\n<h2>Regulierungsmotive: Verletzlichkeit und Ansteckungsgefahr<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNeben der bereits erw\u00e4hnten grossen volkswirtschaftlichen Bedeutung des Bankensektors gibt es zwei weitere bankenspezifische Regulierungsmotive. Erstens sind die einzelnen Banken von ihrem Gesch\u00e4ftsmodell her fragiler als andere Unternehmen und zweitens ist die Ansteckungsgefahr zwischen Banken gr\u00f6sser als zwischen Unternehmen in anderen Branchen. \u00a0 Die erste Besonderheit des Bankensektors ist auf die Fristeninkongruenz zur\u00fcckzuf\u00fchren. Banken finanzieren ihre tendenziell langfristigen Investitionen durch kurzfristige Verbindlichkeiten, wie beispielsweise durch Einlagen von Kunden oder durch kurzfristige Kredite auf dem Geldmarkt. Durch diese Fristeninkongruenz versorgen Banken die \u00d6konomie mit Liquidit\u00e4t, setzen sich selbst jedoch einem Liquidit\u00e4tsrisiko aus. Gen\u00fcgen die liquiden Mittel einer Bank nicht, um den Abgang von kurzfristigen Kundengeldern zu kompensieren (im Extremfall: Bank Run), oder kann die Bank ihre kurzfristigen Kredite nicht erneuern, wird die Bank illiquid. In dieser Situation kann selbst eine solvente Bank nicht gen\u00fcgend Liquidit\u00e4t auf dem Markt beschaffen, da die Marktteilnehmer aufgrund asymmetrischer Information die Solvenz der Bank nicht hinreichend gut beurteilen k\u00f6nnen. Die Liquidit\u00e4tsprobleme k\u00f6nnen schliesslich zum Konkurs der Bank f\u00fchren. \u00a0 Die zweite Besonderheit des Bankensektors ergibt sich aus dem sogenannten Domino-Effekt: Krankheiten sind bei Banken hoch ansteckend. Probleme k\u00f6nnen sich rasch von einer Bank auf die andere \u00fcbertragen, n\u00e4mlich durch Firesale-Effekte, enge Interbankmarkt-Beziehungen und informationsbasierte Effekte: \u00a0 &#8211; Firesale-Effekte treten auf, wenn einige Banken gezwungen sind, grosse Best\u00e4nde an Verm\u00f6genswerten zu verkaufen. Dies reduziert den Marktpreis dieser Best\u00e4nde und hat Bewertungskorrekturen bei allen Banken zur Folge. Sind diese Bewertungsverluste gen\u00fcgend gross, sehen sich weitere Banken gezwungen, Teile ihres Portfolios zu liquidieren. \u00a0 &#8211; Die Vernetzung der Banken via Interbankmarkt oder via Finanzvertr\u00e4ge &#8211; wie beispielsweise Credit Default Swaps (CDS) oder Mortgage Backed Securites (MBS) &#8211; ist eine weitere Quelle f\u00fcr Ansteckungsgefahr. Eine enge Vernetzung der Banken \u00fcber den Interbankmarkt erlaubt ihnen, individuelle Liquidit\u00e4tsschocks zu absorbieren, ohne dass jede Bank selber eine hohe und teure Liquidit\u00e4tsreserve halten muss. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass die Banken vom reibungslosen Funktionieren des Interbankmarktes abh\u00e4ngig sind. So kann es durch weit verbreitete Unsicherheit \u00fcber den finanziellen Zustand der Banken zu einer Austrocknung des Interbankmarktes kommen. Die einzelnen Banken ziehen es in solchen F\u00e4llen vor, ihre \u00fcbersch\u00fcssige Liquidit\u00e4t vor\u00fcbergehend selber zu behalten, statt sie via Interbankmarkt anderen Banken zur Verf\u00fcgung zu stellen. \u00a0 &#8211; Letztlich k\u00f6nnen Domino-Effekte auch auf rein informationeller Ebene entstehen. Beobachten Einleger bzw. Kreditgeber einer Bank einen Run auf eine andere Bank, so k\u00f6nnten diese aus dieser Beobachtung den &#8211; m\u00f6glicherweise falschen &#8211; Schluss ziehen, dass die eigene Bank auch in Schwierigkeiten steckt und als Folge davon die eigenen Einlagen zur\u00fcckfordern. Der Run auf eine Bank f\u00fchrt dadurch zu einem Run auf eine andere Bank. Die Fragilit\u00e4t einer einzelnen Bank f\u00fchrt \u00fcber diesen Informationskanal zur Fragilit\u00e4t des gesamten Bankensystems.&#13;<\/p>\n<h2>Bankenkrisen sind nichts Neues &#8211; aber teuer<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Stabilit\u00e4t des Finanzsystems ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. Dies veranschaulicht nicht erst die aktuelle Krise. Obwohl die Finanzm\u00e4rkte meistens reibungslos funktionieren, kam es in den letzten Jahren zu zahlreichen Finanzbzw. Bankenkrisen. In einem aktuellen IMF-Arbeitspapier Vgl. Laeven, Luc und Fabian Valencia (2008), Systemic Banking Crises: A New Database, IMF Working Paper, 08\/224. werden zwischen 1970 und 2007 insgesamt 124 systemische Bankenkrisen gez\u00e4hlt. Systemische Krisen sind Episoden, in welchen eine grosse Zahl von Unternehmen im Finanz- und Realsektor einer \u00d6konomie in Zahlungsverzug ger\u00e4t. Reinhart und Rogoff (2008) Vgl. Reinhart, Carmen M. und Kenneth Rogoff (2008), \u00abIs the 2007 U.S. Sub-Prime Financial Crisis so Different? An International Historical Comparison\u00bb, in: NBER Working Paper, W13761. beschr\u00e4nken sich auf 18 Bankenkrisen zwischen 1977 und 1995 und vergleichen sie mit der aktuellen Krise. Sie stellen fest, dass im Vorfeld von Krisen die Verm\u00f6genswerte markant ansteigen, die Verschuldung zunimmt und das zuvor starke Wirtschaftswachstum abflacht. Oft gehen auch so genannte \u00ab&nbsp;Innovationen&nbsp;\u00bb den Krisen voraus. In der Russlandkrise (LTCM, 1998) waren dies beispielsweise neue Absicherungsinstrumente. Vor der Dotcom-Krise waren es Unternehmen, die sich mit neuen, internetbasierten Produkten auf neuen, unbekannten M\u00e4rkten zu etablieren suchten. In der aktuellen Krise ist es die Verbriefung von Kreditrisiken. Gem\u00e4ss den Autoren wurden gerade diese Mortgage Backed Securities (MBS) im Vorfeld der Krise als Grund daf\u00fcr vorgebracht, weshalb die \u00fcber die letzten Jahre verzeichnete Zunahme der H\u00e4userpreise keine irrationale Blase, sondern eine auf Fundamentals abgest\u00fctzte Preisentwicklung darstelle. \u00a0 Die volkswirtschaftlichen Kosten von Bankenkrisen sind hoch. Laeven und Valencia Vgl. IMF (2008), S. 24. weisen durchschnittliche Fiskalkosten von 13% des BIP aus. H\u00f6chstwerte erreichen sogar 55%. Gem\u00e4ss Hoggarth, Reis und Saporta (2002) Vgl. Hoggarth, Glenn, Ricardo Reis und Victoria Saporta (2002), Costs of banking system instability: Some empirical evidence, in: Journal of Banking &amp; Finance, 26, S. 825-855. betragen die Fiskalkosten der gr\u00f6ssten Bankenkrisen seit den 1980er-Jahren ca. 12% des BIP, und sie dauern durchschnittlich 5,5 Jahre. \u00a0 Da es sich bei den Fiskalkosten vorwiegend um Transfers von Steuerzahlern zu den Stakeholdern der Finanzinstitute handelt, sind diese als Indikator f\u00fcr die \u00f6konomischen Kosten von Krisen umstritten. Alternativ k\u00f6nnen die Kosten als Abweichung des tats\u00e4chlichen Outputs vom Trend-Output gemessen werden. Dabei wird die Differenz zwischen dem tats\u00e4chlich produzierten Wohlstand und dem Wohlstand, der produziert worden w\u00e4re, falls es zu keiner Krise gekommen w\u00e4re, gesch\u00e4tzt. Gem\u00e4ss Laeven und Valencia Vgl. IMF (2008), S. 24. betragen die so gemessenen Kosten einer Bankenkrise durchschnittlich 20% des BIP. Boyd, Kwak und Smith (2005) Vgl. Boyd, John H., Sungkyu Kwak und Bruce D. Smith (2005), The Real Output Losses Associated with Modern Banking Crises, in: Journal of Money, Credit, and Banking, 37(6), S. 977-999. geben sogar Kosten in der H\u00f6he von 60% bis 300% des BIP des letzten Jahres vor der Krise an.&#13;<\/p>\n<h2>Krisenmanagement<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAufgrund dieser hohen Kosten von Banken- und Finanzkrisen und der grossen volkswirtschaftlichen Bedeutung des schweizerischen Bankensektors sind die Beh\u00f6rden in einer Krise gefordert. Die Rahmenbedingungen f\u00fcr ein aktives Krisenmanagement durch die SNB sind durch die geldpolitischen Richtlinien klar vorgegeben. Die SNB kann durch Zufuhr von Liquidit\u00e4t das schweizerische Finanzsystem unterst\u00fctzen. Dazu kann sie einerseits den gesamten Markt und andererseits einzelne, systemrelevante Banken mit Liquidit\u00e4t versorgen. In beiden F\u00e4llen wird Liquidit\u00e4t nur solventen Banken und nur gegen ausreichende Sicherheiten gew\u00e4hrt. \u00a0 Damit eine aktive Beteiligung der SNB am Krisenmanagement nur in Ausnahmef\u00e4llen notwendig wird, ist eine nachhaltige Krisenpr\u00e4vention n\u00f6tig. Die aktuelle Krise hat einige M\u00e4ngel an der bestehenden Krisenpr\u00e4vention aufgezeigt. Der n\u00e4chste Abschnitt fasst zusammen, welche Massnahmen getroffen werden m\u00fcssen, um die F\u00e4higkeit der Banken zu verbessern, Krisen selbst zu meistern.&#13;<\/p>\n<h2>Lehren aus der aktuellen Bankenkrise: bessere Krisenpr\u00e4vention<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie aktuelle Krise hat die Grenzen der Risikomodelle aufgezeigt. Die in Banken verwendeten Risikomodelle weisen m\u00f6glichen k\u00fcnftigen Entwicklungen aufgrund von Ereignissen aus der Vergangenheit Wahrscheinlichkeiten zu und leiten daraus die Risiken f\u00fcr ein gegebenes Portfolio ab. Dabei wird nicht ber\u00fccksichtigt, dass das Risikomodell an sich mit Unsicherheit behaftet ist: die Unsicherheit \u00fcber die Korrektheit des verwendeten Modelles. So implizieren beispielsweise die verwendeten Modelle der Banken, dass die Wahrscheinlichkeit der tats\u00e4chlich erlittenen Verluste geringer ist als die Wahrscheinlichkeit eines gr\u00f6ssten anzunehmenden Unfalls (GAU) in einem schweizerischen Kernkraftwerk. \u00a0 Um die Banken gegen diese nicht quantifizierbare Modellunsicherheit besser zu sch\u00fctzen, m\u00fcssen die Stossd\u00e4mpfer der Banken gest\u00e4rkt werden. Konkret heisst das: Es braucht mehr Kapital und mehr Liquidit\u00e4t. Dabei geht es nicht darum, die Risiken auf null zu reduzieren. Das Eingehen von Risiken ist das Kerngesch\u00e4ft der Banken und entsprechend auch erw\u00fcnscht. Wichtig ist jedoch, dass die Risiken kontrolliert eingegangen werden und tragbar sind. \u00a0 Betreffend Kapital unterst\u00fctzt die SNB das laufende Vorhaben der EBK, die bestehende Eigenkapitalregulierung f\u00fcr die Schweizer Grossbanken durch zwei tief greifende Massnahmen anzupassen. Als erste Massnahme werden die risikogewichteten Eigenmittelvorschriften versch\u00e4rft. Dabei werden durch einen angemessenen Multiplikator die Eigenmittelanforderungen gem\u00e4ss Basel II erh\u00f6ht. Als zweite Massnahme wird der Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) begrenzt. Diese Vorschrift soll garantieren, dass bei den Grossbanken der Anteil von Eigenmitteln an der Bilanzsumme mindestens 3% bis 5% betr\u00e4gt. Dies entspricht den Gr\u00f6ssenordnungen, welche bereits seit l\u00e4ngerem in der amerikanischen Bankenregulierung verankert sind. \u00a0 Die beiden erw\u00e4hnten Kapitalmassnahmen wirken komplement\u00e4r. Die risikogewichteten Vorschriften stellen eine bestm\u00f6gliche Risikosensitivit\u00e4t der Eigenmittel-anforderungen sicher. Zus\u00e4tzlich garantiert eine Leverage Ratio einen minimalen Eigenmittel-Sicherheitspuffer, der nicht von komplexen Modellen abh\u00e4ngt. Somit stellt die Leverage Ratio einen Schutz gegen unerwartete Schocks dar, die durch die gewichteten Vorschriften ungen\u00fcgend abgedeckt werden. Auf internationaler Ebene &#8211; namentlich im Rahmen des Basler Ausschusses f\u00fcr Bankenaufsicht &#8211; gibt es ebenfalls Bestrebungen, Basel II mittels komplement\u00e4rer Instrumente robuster zu machen. Dieser Prozess wird jedoch erfahrungsgem\u00e4ss noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. In der Schweiz ist aufgrund der eingangs erw\u00e4hnten einzigartigen Situation des Bankensektors ein rascheres Vorgehen notwendig. Wenn in Zukunft ein internationaler Konsens gefunden wird, der auch der Schweizer Situation gerecht wird, kann die jetzige L\u00f6sung der Schweizer Beh\u00f6rden bei Bedarf angepasst werden. \u00a0 Betreffend Liquidit\u00e4t ist die SNB zusammen mit der EBK daran, eine grundlegende Reform der Liquidit\u00e4tsvorschriften f\u00fcr die Grossbanken umzusetzen. Ziel dieser Reform ist eine Abkehr von kennzahlenbasierter Regulierung hin zu einer szenariobasierten Regulierung. Dazu geben die EBK und die SNB verschiedene Szenarien vor, und die Banken haben den Beweis zu erbringen, dass sie in diesen Szenarien \u00fcber ausreichend Liquidit\u00e4t verf\u00fcgen. Dabei k\u00f6nnen die Banken auf ihre eigenen, internen Methoden und Instrumente des Liquidit\u00e4tsmanagements zur\u00fcckgreifen.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie j\u00fcngsten Ereignisse haben die SNB veranlasst, aktiv und umfangreich an der Krisenbew\u00e4ltigung mitzuwirken. Die besondere Bedeutung des Bankensektors f\u00fcr die Schweizer Wirtschaft, die systemische Stellung der UBS und die potenziell hohen Kosten von Finanzkrisen haben die Liquidit\u00e4tshilfe an die UBS n\u00f6tig gemacht. Um solche Massnahmen in Zukunft zu verhindern, soll eine verbesserte Kapital- und Liquidit\u00e4tsregulierung die Schweizer Banken resistenter gegen Krisen jeglicher Art machen. Im Brennpunkt der Regulierung m\u00fcssen einfache und grundlegende Vorschriften sein. Denn die n\u00e4chste Krise kommt bestimmt, und sie wird uns m\u00f6glicherweise unerwartet treffen. Sind die Banken jedoch mit gen\u00fcgend Kapital- und Liquidit\u00e4tsreserven ausgestattet, dann sollten sie in der Lage sein, k\u00fcnftige Krisen aus eigener Kraft zu meistern.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Finanzm\u00e4rkte erf\u00fcllen wichtige volkswirtschaftliche Funktionen. 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