{"id":122851,"date":"2008-11-01T12:00:00","date_gmt":"2008-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/11\/daum-8\/"},"modified":"2023-08-23T23:39:32","modified_gmt":"2023-08-23T21:39:32","slug":"daum-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/11\/daum-7\/","title":{"rendered":"Standortvorteil Personenfreiz\u00fcgigkeit"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13;<\/p>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit von qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Verf\u00fcgbarkeit von qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften ist ein entscheidender Standortfaktor in unserem Lande. Die Bedeutung hat mit dem markanten Wandel in den Besch\u00e4ftigungsstrukturen noch zugenommen. W\u00e4hrend die anspruchsvollen und selbstst\u00e4ndigen Arbeiten stark zunehmen, gehen die einfachen und repetitiven T\u00e4tigkeiten zur\u00fcck. Die Statistiken zeigen zudem auf, dass die Zuwanderung dem Wandel der Besch\u00e4ftigungsstrukturen weitgehend folgt. Die \u00d6ffnung des schweizerischen Arbeitsmarkts zur EU unterst\u00fctzt also die qualitative Weiterentwicklung unserer Volkswirtschaft.\u00a0Die Nachfrage der schweizerischen Unternehmen nach qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften wird weiter zunehmen, weil unsere Wirtschaft wegen der hohen Arbeitskosten vor allem im oberen bzw. obersten Leistungsbereich wachsen muss und \u00fcberdurchschnittlich stark in Know-how-intensiven Branchen aktiv ist. Das erfordert auf der Personalseite eine grosse Zahl von qualifizierten und spezialisierten Arbeitskr\u00e4ften, f\u00fcr deren Rekrutierung der schweizerische Arbeitsmarkt mit seinen 3,9 Mio. Besch\u00e4ftigten zu klein ist. Der Zugriff auf den europ\u00e4ischen Arbeitsmarkt bietet hier die n\u00f6tige Erg\u00e4nzung.&#13;<\/p>\n<h2>Wichtige Mobilit\u00e4t der schweizerischen Arbeitnehmenden<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der Bewertung des Freiz\u00fcgigkeitsabkommens ist auch die \u00d6ffnung des europ\u00e4ischen Arbeitsmarkts f\u00fcr schweizerische Arbeitskr\u00e4fte zu beachten. Sie erweitert nicht nur die beruflichen Optionen der Betroffenen, sondern n\u00fctzt ebenso den exportorientierten bzw. international aktiven Unternehmungen. Diese sind bei der Kundengewinnung, Offertstellung, Projektentwicklung und Projektrealisierung ebenso auf den freien Zugang ihrer Mitarbeitenden zu den Auslandm\u00e4rkten angewiesen wie bei der Anwenderunterst\u00fctzung und beim Unterhalt. Einfache und verl\u00e4ssliche &#8211; d. h. von keinerlei Transferhindernissen gest\u00f6rte &#8211; Kundenbeziehungen sind im heutigen Gesch\u00e4ft von entscheidender Bedeutung.&#13;<\/p>\n<h2>Ungen\u00fcgende einseitige \u00d6ffnung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEinseitige Zugangsregeln sind f\u00fcr den schweizerischen Arbeitsmarkt keine valable Alternative zur Personenfreiz\u00fcgigkeit. Ein solches Zugangsregime br\u00e4chte f\u00fcr alle Beteiligten mehr Aufwand und Unsicherheit und w\u00e4re f\u00fcr ausl\u00e4ndische Arbeitnehmende nicht sehr einladend. Mit einseitigen Regeln w\u00e4re zudem der Zugang der schweizerischen Arbeitskr\u00e4fte zum europ\u00e4ischen Arbeitsmarkt nicht sichergestellt. Ohne Freiz\u00fcgigkeitsabkommen entfielen auch die europaweit geltenden Regeln \u00fcber die Koordination der Sozialversicherungen und die Diplom-anerkennung. Die Mobilit\u00e4t der schweizerischen und ausl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4fte, die immer h\u00e4ufiger in verschiedenen Gastl\u00e4ndern t\u00e4tig sind, w\u00fcrde dadurch entscheidend behindert. \u00a0W\u00e4hrend also mit den bilateralen Vertr\u00e4gen (etappenweise) praktisch ein einheit-licher Arbeitsmarkt Schweiz\/EU geschaffen wird, verm\u00f6chten unilaterale Zugangsregeln die Rekrutierungs- und Mobilit\u00e4tsbed\u00fcrf-nisse der Arbeitgeber und Arbeitnehmenden nicht zu befriedigen. Unter einem einseitigen Zugangsregime w\u00fcrde zudem die Allokation der Arbeitskr\u00e4fte (wieder) durch beh\u00f6rdliche Entscheidungen (Selektion der Entsende-l\u00e4nder, Zuteilung der Kontingente etc.) statt durch die Nachfrage der Unternehmen gesteuert, was ein bedauerlicher R\u00fcckschritt in der schweizerischen Arbeitsmarktpolitik w\u00e4re.&#13;<\/p>\n<h2>Entkr\u00e4ftete Bef\u00fcrchtungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEntgegen h\u00e4ufig ge\u00e4usserten Bef\u00fcrchtungen f\u00fchrte die Personenfreiz\u00fcgigkeit nicht zu negativen Verwerfungen auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt. Die Zuwanderung erfolgt kontrolliert nach den Bed\u00fcrfnissen der Wirtschaft, und es sind keine Verdr\u00e4ngungseffekte festzustellen. Die Freiz\u00fcgigkeit dient nicht dem \u00abImport\u00bb von Billigarbeitskr\u00e4ften, sondern wird vor allem von qualifizierten und spezialisierten Arbeitskr\u00e4ften in Anspruch genommen. Die Lohnentwicklung wird nicht negativ beeinflusst. Und vereinzelte F\u00e4lle von Lohndumping konnten dank der flankierenden Massnahmen weitgehend korrigiert werden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13; Verf\u00fcgbarkeit von qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften &#13; Die Verf\u00fcgbarkeit von qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften ist ein entscheidender Standortfaktor in unserem Lande. Die Bedeutung hat mit dem markanten Wandel in den Besch\u00e4ftigungsstrukturen noch zugenommen. W\u00e4hrend die anspruchsvollen und selbstst\u00e4ndigen Arbeiten stark zunehmen, gehen die einfachen und repetitiven T\u00e4tigkeiten zur\u00fcck. 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Sie erlaubt der schweizerischen Wirtschaft, ihren Bedarf an qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften zu decken und ist einseitigen Zugangsregeln zum schweizerischen Arbeitsmarkt klar \u00fcberlegen. Nachdem \u00fcberdies negative Verwerfungen auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt ausgeblieben sind, muss der bilaterale Weg aus arbeitsmarktlicher Sicht unbedingt fortgesetzt werden. Nach einer Umfrage des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes und Economiesuisse messen \u00fcber 80% der Branchen dem Freiz\u00fcgigkeitsabkommen einen entscheidenden Stellenwert f\u00fcr ihr Wachstum in den vergangen Jahren bei. 85% bezeichnen den Zugriff auf den europ\u00e4ischen Arbeitsmarkt als wichtig bis sehr wichtig f\u00fcr die Rekrutierung qualifizierter Arbeitskr\u00e4fte. Alle Branchen fordern eine Fortf\u00fchrung der Personenfreiz\u00fcgigkeit.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":122854,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8929","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55b0aba1da39c"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122851"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2876"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=122851"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122851\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128031,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122851\/revisions\/128031"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2876"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=122851"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=122851"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=122851"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=122851"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=122851"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=122851"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}