{"id":122981,"date":"2008-10-01T12:00:00","date_gmt":"2008-10-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/10\/salame-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:40:00","modified_gmt":"2023-08-23T21:40:00","slug":"salame-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/10\/salame-3\/","title":{"rendered":"Klimastrategie der Weltbank: Eine Chance f\u00fcr Schweizer Know-how"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200810_14_Salame_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"271\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Weltbank hat den Einsatz gegen den Klimawandel zu einem Hauptpfeiler ihres Entwicklungsauftrags erkl\u00e4rt. Im Rahmen der Bonner Konferenz von 2004 hatte sie schon beschlossen, ihre Finanzmittel im Bereich der erneuerbaren Energien zu erh\u00f6hen: f\u00fcr Solarenergie, Geothermie, Biomasse sowie Wasserkraftwerke (&amp;lt;_10 MW). Das Ziel, ihr Portfolio im Bereich Energieeffizienz um j\u00e4hrlich 20% zu erh\u00f6hen, hat sie zwischenzeitlich sogar \u00fcbertroffen. Mitte Oktober 2008 wurde den Gouverneuren ein strategischer Rahmen f\u00fcr Klimawandel und Entwicklung (Strategic Framework for Climate Change and Development, SFCCD2) pr\u00e4sentiert. Die Neuausrichtung beinhaltet die F\u00f6rderung erneuerbarer Energien, die Verbesserung der Energieeffizienz F\u00fcr mehr Informationen siehe World Bank, Catalyzing Private Investment for a Low-Carbon Economy. World Bank Group Progress on Renewable Energy and Energy Efficiency in Fiscal 2007, Washington DC, 2008. sowie die F\u00f6rderung des CO2-Emissionshandels (Carbon Finance). Beim SFCCD baut die Weltbank auf den Erfahrungen des Clean Energy Investment Framework (Ceif)4, das 2005 lanciert worden war, nachdem die G8 in Gleneagles an die Weltbank appelliert hatte, ihr Engagement im Bereich des Klimawandels zu verst\u00e4rken (siehe Kasten 1 Das Ceif basiert auf drei S\u00e4ulen: &#8211; Verbesserter Zugang zu Energie, insbesondere in Afrika s\u00fcdlich der Sahara; &#8211; \u00dcbergang zu weniger CO2-intensiven Wirtschaftsformen; &#8211; Anpassung an den Klimawandel. Die Umsetzung von Ceif ist auf guten Wegen. So hat die Weltbank bereits das Ziel von 10 Mrd. US-Dollar an Darlehen im Energiesektor in der Periode FY06-08a \u00fcbertroffen (FY03-05: 7 Mrd. US-Dollar). In Afrika haben sich die Verpflichtungen im Energiesektor zwischen FY06 und FY07 praktisch verdoppelt.Die Finanzierung von Energien mit geringem CO2-Anteil hat sich zwischen FY03 und FY07 vervierfacht. Zu jedem US-Dollar, der von der IFC in erneuerbare Energien und Energieeffizienz investiert wurde, hat die Privatwirtschaft 5 US-Dollar hinzugef\u00fcgt. Studien f\u00fcr ein Wirtschaftswachstum mit geringer CO2-Intensit\u00e4t wurden zu China, Indien, Brasilien und Mexiko durchgef\u00fchrt. Die Frage der Anpassung an den Klimawandel wird in den l\u00e4nderspezifischen Unterst\u00fctzungsstrategien gegen klimatische Risiken vermehrt ber\u00fccksichtigt. So wurde etwa die Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility (CCRIF) geschaffen, um den betroffenen L\u00e4ndern im Falle von Erdbeben oder Hurrikanen Soforthilfe leisten zu k\u00f6nnen. Die IFC erarbeitet zurzeit ein Instrument zum Zweck der Entwicklung parametrischer Versicherungen f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder (Girif).).\u00a0Die neue Klimastrategie verleiht dem Engagement der Weltbank gegen den Klimawandel eine neue Dimension: W\u00e4hrend sich das Ceif auf den Bereich Energie konzentriert, erstreckt sich der SFCCD zus\u00e4tzlich auf die Landwirtschaft, das Transportwesen und die Forstwirtschaft. Der SFCCD betrifft auch die anderen Institutionen der Weltbankgruppe: die International Finance Corporation (IFC) Siehe <a href=\"http:\/\/www.ifc.org\">www.ifc.org<\/a> . Der IFC ist bereits daran, seine entsprechenden Aktivit\u00e4ten zu verst\u00e4rken und eine am SFCCD ausgerichtete Strategie im Bereich Klima zu erarbeiten. und die Multilateral Investment Guarantee Agency (Miga). Siehe <a href=\"http:\/\/www.miga.org\">www.miga.org<\/a> . Damit k\u00f6nnen die Instrumente der Gruppe geb\u00fcndelt eingesetzt werden, was eine effizientere Zusammenarbeit von privatem und \u00f6ffentlichem Sektor erlaubt. Angesichts der Vielf\u00e4ltigkeit und Komplexit\u00e4t der mit dem Klimawandel verbundenen Probleme ist dies zwingend.&#13;<\/p>\n<h2>Leitlinien der Klimastrategie<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Erarbeitung und Umsetzung von globalen Klimapolitiken f\u00e4llt in die Zust\u00e4ndigkeit der Mitglieder der UNO-Klimarahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC). Die Aktivit\u00e4ten der Weltbank verstehen sich als neutral und sollen mit einem Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll, wie es gegenw\u00e4rtig verhandelt wird, kompatibel sein.\u00a0Die Weltbankgruppe ist nur einer von vielen Akteuren im Bereich Klimawandel und Entwicklung. Der strategische Rahmen basiert auf Konsultationen der interessierten Parteien, d.h. Partnerl\u00e4nder, Entwicklungsinstitutionen (UNO-Organisationen, regionale Entwicklungsbanken, bilaterale Institutionen) sowie Vertreter der Zivilgesellschaft und des privaten Sektors. Bei der Umsetzung wird &#8211; wenn immer m\u00f6glich &#8211; der Weg der Partnerschaften gew\u00e4hlt. Damit werden die Koh\u00e4renz verbessert, Synergien genutzt und Doppelspurigkeiten vermieden.\u00a0Die Aktivit\u00e4ten der Weltbank sind Teil der Agenda zur Armutsk\u00e4mpfung und Entwicklung. Damit sie wirksam ist, sind einerseits die Treibhausgasemissionen zu reduzieren (Mitigation) und andererseits die notwendigen Anpassungen (Adaptation) voranzutreiben, zumal die Folgen des Klimawandels bereits sichtbar sind. \u00a0Die Finanzierung der Massnahmen gegen den Klimawandel darf aber nicht zulasten der Ressourcen gehen, die f\u00fcr Aktivit\u00e4ten zur Armutsreduktion budgetiert sind.&#13;<\/p>\n<h2>Sechs Handlungsfelder<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAus den Leitlinien ergeben sich folgende Handlungsfelder:\u00a01. Unterst\u00fctzung nationaler Aktivit\u00e4ten zugunsten des Klimaschutzes im Rahmen des Entwicklungsprozesses;\u00a02. Mobilisierung von zweckgebundenen und innovativen Geldmitteln; \u00a03. Erleichterung der Entwicklung neuartiger Marktmechanismen;\u00a04. Stimulierung des Engagements des Privatsektors;\u00a05. Unterst\u00fctzung der technologischen Entwicklung;\u00a06. Weiterf\u00fchrung der Analysearbeiten und Verst\u00e4rkung der Kapazit\u00e4ten.\u00a0\u00a0Handlungsfeld 1 legt den Akzent auf das Primat des \u00abl\u00e4nderspezifischen Modells\u00bb sowie der Nachfrage der Partnerl\u00e4nder als Beg\u00fcnstigte der Weltbankprogramme. Massnahmen zugunsten des Klimaschutzes werden &#8211; auf deren Anfrage hin &#8211; in die nationalen Unterst\u00fctzungsprogramme eingebaut.\u00a0Handlungsfelder 2, 3 und 4 unterstreichen den enormen Finanzierungsbedarf und die entscheidende Rolle des Privatsektors. Die Bek\u00e4mpfung des Klimawandels wird finanzielle Mittel in noch nie da gewesener H\u00f6he ben\u00f6tigen. Die Investitionen, die notwendig sind, um die Treibhausgaskonzentration in der Atmosph\u00e4re auf ein tragbares Mass zu reduzieren, belaufen sich auf \u00fcber 200 Mrd. US-Dollar pro Jahr. Einige Sch\u00e4tzungen gehen sogar von bis zu 1000 Mrd. US-Dollar pro Jahr aus. Hinzu kommen j\u00e4hrlich 10 Mrd. US-Dollar f\u00fcr die Anpassung an den Klimawandel. Es ist davon auszugehen, dass rund 80% des Investitionsbedarfs privat finanziert werden m\u00fcssen. Die Herausforderung besteht darin, dem privaten Sektor attraktive rechtliche Rahmenbedingungen und Finanzinstrumente zu bieten. Die Weltbankgruppe ist gehalten, das Potenzial der bestehenden Instrumente Darlehen, Garantien und Zuwendungen der IDA sowie die Darlehen und Garantien der IBRD richten sich an die \u00f6ffentlichen Sektoren der \u00e4rmsten L\u00e4nder und der L\u00e4nder mit mittlerem Einkommen. IFC und Miga bieten Finanzinstrumente f\u00fcr den privaten Sektor. Hinzu kommen spezifische Fonds wie der Globale Umweltfonds (GEF) zur Finanzierung von erneuerbaren Energien ( <a href=\"http:\/\/www.gefweb.org\">www.gefweb.org<\/a> ). m\u00f6glichst optimal zu nutzen und den Emissionshandel innovativ voranzutreiben (siehe Kasten 2 Die Weltbank hat mit der Lancierung des Prototype Carbon Fund im Jahr 2002 eine Pionierrolle im Bereich Emissionshandel eingenommen. Seither wurden dessen Aktivit\u00e4ten ausgebaut: Der Fonds verwaltet gegenw\u00e4rtig 1,2 Mrd. US-Dollar, verteilt auf 10 Fonds. 16 L\u00e4nder und 66 private Unternehmen sind beteiligt. Die Weltbank hat 2005 Carbon Finance Assist geschaffen, ein Programm zur St\u00e4rkung der Kapazit\u00e4ten f\u00fcr die technische Unterst\u00fctzung, an dem auch die Schweiz \u00fcber die Handelsf\u00f6rderung finanziell beteiligt ist. Auf der Basis der gewonnenen Erfahrungen beabsichtigt die Weltbank, in drei Richtungen vorzugehen, um die Entwicklung der Carbon Finance voranzutreiben und deren Kontinuit\u00e4t \u00fcber den Zeitraum des Kyoto-Protokolls hinaus zu sichern: 1. Programmatischer Approach: Dank der Carbon Partnership Facility, einem neuen Mechnismus, der in Bali Ende 2007 lanciert worden ist, wird es m\u00f6glich sein, den projektbezogenen Ansatz mit seinen h\u00f6heren Transaktionskosten zu \u00fcberholen. 2. Erweiterung des CO2-Marktes auf neue Bereiche: Entwaldung und Waldsch\u00e4digung waren bisher als grosse Treibhausgasproduzenten im CO2-Markt nicht mit einbezogen. Diese L\u00fccke wurde mit der FCPF, welche ebenfalls in Bali lanciert worden war und an der die Schweiz \u00fcber das Seco beteiligt ist, geschlossen. 3. Entwicklung eines Risikomanagements im Emissionshandel: Die IFC schl\u00e4gt eine Liefergarantie von Emissionsreduktionszertifikaten vor, deren Potenzial besser ausgesch\u00f6pft werden soll.). Siehe auch <a href=\"http:\/\/www.carbonfinance.org\">www.carbonfinance.org<\/a> . Auch die Einrichtung der von der Weltbank betriebenen Climate Investment Funds (CIF) stellt einen wichtigen Schritt zur Mobilisierung zus\u00e4tzlicher Ressourcen dar (siehe unten). \u00a0Handlungsfeld 5 tr\u00e4gt der Rolle der Innovation und des Technologietransfers Rechnung. Die Entwicklung neuer Technologien Z.B. zur Erh\u00f6hung der landwirtschaftlichen Produktivit\u00e4t oder zur Abscheidung und Lagerung von CO2. und deren Verbreitung stellen ein Schl\u00fcsselelement im Kampf gegen die Klimaerw\u00e4rmung dar. Da die Weltbank selber nicht Forschung und Entwicklung (F&amp;E) betreiben kann, sieht sie ihre Rolle eher darin, die Entwicklung und Verbreitung der Technologien zu unterst\u00fctzen.\u00a0Handlungsfeld 6 ist darauf ausgerichtet, das Wissen um den Klimawandel und die Kapazit\u00e4ten, die es braucht, um dagegen anzuk\u00e4mpfen, zu vergr\u00f6ssern. Das Forschungsprogramm der Weltbank wird entsprechend erweitert. Prim\u00e4r geht es darum, die klimatischen Risiken besser zu verstehen sowie die Folgen einer Begrenzung des Treibhausgasausstosses auf das Wirtschaftswachstum abzukl\u00e4ren. Ausserdem sind die Methoden und Instrumente eines klimatischen Fingerabdrucks der wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten zu entwickeln. Diese Arbeiten werden dazu dienen, den politischen Dialog mit den Partnerl\u00e4ndern zu untermauern. Die Weltbank beabsichtigt, mit Forschungsinstituten vor Ort zusammenzuarbeiten und Programme zur St\u00e4rkung der nationalen Kapazit\u00e4ten zu finanzieren.\u00a0Die Handlungsfelder widerspiegeln die Philosophie und St\u00e4rken der Weltbank: B\u00fcndelung der Mittel, Dialog mit den wichtigsten Stakeholdern, operationelle Erfahrung, grosse Bandbreite von Instrumenten zur Abdeckung der Bed\u00fcrfnisse des privaten und \u00f6ffentlichen Sektors sowie grosse Innovations- und Analysekompetenz. Dank Partnerschaften mit der Weltbank kann hier die Schweiz ihre Pr\u00e4senz und ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit verst\u00e4rken sowie ihre Fachkenntnisse im Bereich des Klimawandels einbringen.&#13;<\/p>\n<h2>Synergien und Opportunit\u00e4ten f\u00fcr die Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAls Mitglied des Exekutivrates hat die Schweiz die Ausarbeitung der Klimastrategie mitgestaltet und darauf hingewirkt, dass die Weltbank auf ihre St\u00e4rken setzt und ihre Aktivit\u00e4ten mit den anderen multilateralen Entwicklungsinstitutionen koordiniert. Sie hat die Weltbank dazu ermuntert, ihre Aktivit\u00e4ten in den Bereichen erneuerbare Energien und neue saubere Technologien zu verst\u00e4rken, wobei Marktverzerrungen m\u00f6glichst zu vermeiden seien.\u00a0Im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) beteiligt sich die Schweiz an der Finanzierung zahlreicher Projekte, Fonds und Anl\u00e4sse, die von den diversen Weltbank-Institutionen im Zusammenhang mit dem Klimawandel durchgef\u00fchrt werden. Die Aktivit\u00e4ten zielen auf die Mobilisierung des \u00f6ffentlichen Sektors, der Industrie und des Finanzmarktes und ber\u00fccksichtigt die drei S\u00e4ulen des Seco-Entwicklungsprogramms im Bereich Klimaschutz:\u00a0&#8211; St\u00e4rkung des CO2-Marktes;\u00a0&#8211; Technologietransfer und Entwicklung sauberer Technologien;\u00a0&#8211; Entwicklung neuer Finanzinstrumente, welche die Anpassung an den Klimawandel erleichtern.&#13;<\/p>\n<h3>St\u00e4rkung des CO2-Marktes<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweiz unterst\u00fctzt aktiv die F\u00f6rderung des Emissionshandels &#8211; und zwar \u00fcber Carbon Finance Assist (CFA) der Weltbank (siehe Kasten 3 Beim Carbon Finance Assist (CFA), der im M\u00e4rz 2005 von der Weltbank gegr\u00fcndet wurde, handelt es sich um ein Programm zur St\u00e4rkung der Kapazit\u00e4ten und zur technischen Unterst\u00fctzung mit dem Ziel, den Entwicklungs- und Transitionsl\u00e4ndern die Teilnahme an den flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls zu erm\u00f6glichen. Das Programm strebt die Schaffung eines f\u00fcr die nationalen und lokalen Institutionen g\u00fcnstigen Umfeldes an, in dem die Einsparung von Treibhausgasen und deren Platzierung auf dem CO2-Markt m\u00f6glich wird. Es steht allen Entwicklungsl\u00e4ndern offen, die Mitglieder der Weltbank sind, wobei ein Schwerpunkt auf die Sub-Sahara-L\u00e4nder gelegt wurde. 2007 und 2008 wurden durch den CFA \u00fcber 260 Projekte im Rahmen des Clean Development Mechanism (CDM) in \u00fcber 16 L\u00e4ndern erarbeitet und f\u00fcr die Teilnahme am CO2-Markt vorbereitet. Zudem konnten \u00fcber 5000 Personen von einer Ausbildung im Rahmen globaler und regionaler Aktivit\u00e4ten profitieren.Der CFA ist ein treuh\u00e4nderischer Fonds, der von verschiedenden Gebern &#8211; darunter auch der Schweiz &#8211; alimentiert wird. Zur Gesamtsumme von 13,4 Mio. US-Dollar tr\u00e4gt das Seco im Rahmen der Handelsf\u00f6rderung 2,5 Mio. US-Dollar bei. Als Mitglied des Direktoriums hat die Schweiz einen bedeutenden Einfluss auf die Verwendung der vorhandenen Mittel. Sie kann dadurch ihre bilateralen Erfahrungen einfliessen lassen und gleichzeitig von den spezifischen Kompetenzen der Weltbank profitieren. Das Seco hat schweizerischen Beratern die Teilnahme an vom CFA finanzierten Projekten erm\u00f6glicht. Insbesondere ging es dabei um Registrierungsmethoden f\u00fcr CDM-Projekte im Transportsektor. Zudem hat das Seco die Durchf\u00fchrung des Workshops Carbon Finance in Emerging Mega Cities of the South vom 11. November 2008 in Basel angeregt. Dieses Forum bezweckt, Klimaschutzprojekte in den Grossst\u00e4dten der Entwicklungsl\u00e4nder zu identifizieren und zu strukturieren.); seit Kurzem ist sie zudem an einem neuen Instrument im Forstbereich beteiligt, n\u00e4mlich am Forest Carbon Partnership Facility (FCPF). Dieses Instrument wurde von der Weltbank geschaffen, um eine L\u00fccke im CO2-Markt zu schliessen: die Reduktion der Emissionen aus Entwaldung und Waldsch\u00e4digung in den Entwicklungs- und Transitionsl\u00e4ndern sowie die F\u00f6rderung der nachhaltigen Waldnutzung (Reducing emissions from deforestation and forest degradation, Redd). Dieses Instrument wird es den Entwicklungsl\u00e4ndern erm\u00f6glichen, den forstwirtschaftlich betriebenen Klimaschutz zu quantifizieren und zu monetarisieren sowie diesen Bereich in den CO2-Markt zu integrieren. Die Weltbank kann auf diese Weise die Vertragsstaaten des UNFCCC dazu animieren, eine auf den Wald ausgerichtete Regelung nach 2012 ins Auge zu fassen. Vgl. Anita Gordon, Fonds de partenariat pour la r\u00e9duction des \u00e9missions de carbone forestier, Unit\u00e9 de financement des fonds carbone, Banque mondiale.\u00a0Unmittelbar nach der Lancierung des Fonds hat das Seco entschieden, sich mit einem Betrag von 7 Mio. US-Dollar daran zu beteiligen. Das Seco hat wertvolle Erfahrungen im Bereich Redd und nachhaltige Waldnutzung gesammelt &#8211; insbesondere im Austausch mit Experten und Schweizer NGO sowie durch die Initiierung von Projekten der International Tropical Timber Organization (Itto). Diese erlauben nun, eine aktive Rolle im neuen Fonds einzunehmen.&#13;<\/p>\n<h3>Technologietransfer und Entwicklung sauberer Technologien<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nUm den riesigen Investitionsbedarf zu decken, den die Treibhausgasreduktion und die Anpassung an den Klimawandel hervorrufen wird, hat der Exekutivrat der Weltbank k\u00fcrzlich der Gr\u00fcndung von Climate Investment Funds (CIF) zugestimmt. Diese sollen eine Vorreiterrolle einnehmen und innovative Finanzierungsinstrumente &#8211; wie eine Kombination von Darlehen und Zuwendung oder von privaten und \u00f6ffentlichen Geldern &#8211; pr\u00e4sentieren, um die daf\u00fcr notwendigen Mittel zu generieren. Die CIF bestehen aus zwei verschiedenen Fonds: dem Clean Technology Fund (CTF), zust\u00e4ndig f\u00fcr Investitionen in Technologien mit geringem CO2-Ausstoss, und dem Strategic Climate Fund (SCT), dessen Ausrichtung breiter und flexibler ist und der Programme zur Erprobung neuer Ans\u00e4tze im Bereich des Klimawandels finanzieren soll. Die Kapitalisierung beider Fonds d\u00fcrfte sich auf rund 6 Mrd. US-Dollar belaufen. \u00a0Das Seco beabsichtigt, sich am CIF finanziell zu beteiligen und beim Aufbau eines Programms f\u00fcr den Transfer sauberer Technologien mitzuhelfen, um den Zugang zu Energie zu erh\u00f6hen.&#13;<\/p>\n<h3>Neue Finanzinstrumente zur Absicherung klimatischer Risiken<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAngesichts der Bedeutung der Finanzm\u00e4rkte bei der Treibhausgasreduktion und der Anpassung an den Klimawandel sowie des diesbez\u00fcglich in der Schweiz vorhandenen Know-hows legt das Seco den Schwerpunkt auf die Entwicklung innovativer Produkte, speziell im Versicherungsbereich. Es unterst\u00fctzt deshalb die Commodity Risk Management Group Vgl. www-esd.worldbank.org\/crmg\/home.htm. der Weltbank bei ihren Tests f\u00fcr Versicherungsprodukte im Agrarbereich, die auf meteorologischen Indexen basieren. Daneben untersucht das Seco andere M\u00f6glichkeiten der Zusammenarbeit mit der Weltbank im Bereich der parametrischen Versicherungen, wie etwa mit der Global Index Reinsurance Facility (Girif) der IFC.\u00a0Das Seco hat ausserdem das Symposium Financing for Climate Vgl. www.sustainability-zurich.org. vom 11. und 12.September 2008 in Z\u00fcrich &#8211; zusammen mit der IFC und Swiss Re &#8211; organisiert. Experten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit trafen sich mit Privatinvestoren und F\u00fchrungspersonen aus der Industrie und einer Vertreterin des Bundesrates, Bundesr\u00e4tin Doris Leuthard, um \u00fcber neueste Finanzinstrumente zu informieren und m\u00f6gliche Formen der Zusammenarbeit und Finanzierung sauberer Technologien in den Entwicklungsl\u00e4ndern zu diskutieren.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDank ihres Know-hows, ihrer Investitionskraft und ihres breiten Aktionsfeldes ist die Weltbank in einer guten Position, um den durch den Klimawandel verursachten Herausforderungen zu begegnen und einen gewichtigen Beitrag zu leisten. Die Wirksamkeit der Aktionen h\u00e4ngt indes wesentlich von den internationalen Abkommen ab, welche die UNFCCC f\u00fcr die Post-Kyoto-Zeit beschliessen wird. Wichtig wird zudem sein, dass die von der Weltbank entwickelten Finanzinstrumente auf die Bed\u00fcrfnisse der armen Bev\u00f6lkerungsschichten zugeschnitten sind. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit des Seco hat mit seinen Schl\u00fcsselthemen im Bereich Klima &#8211; CO2-Markt, saubere Technologien und Einbezug des privaten Sektors F\u00fcr mehr Informationen zu den Vertragsabschl\u00fcssen der Weltbank siehe: <a href=\"http:\/\/www.worldbank.org\">www.worldbank.org<\/a> , \u00abResources for Business\u00bb. &#8211; gemeinsame Handlungsfelder mit der Klimastrategie der Weltbank, sodass sich viel versprechende Perspektiven der Zusammenarbeit ergeben.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Clean Energy Investment Framework (Ceif) Das Ceif basiert auf drei S\u00e4ulen: &#8211; Verbesserter Zugang zu Energie, insbesondere in Afrika s\u00fcdlich der Sahara; &#8211; \u00dcbergang zu weniger CO2-intensiven Wirtschaftsformen; &#8211; Anpassung an den Klimawandel. Die Umsetzung von Ceif ist auf guten Wegen. So hat die Weltbank bereits das Ziel von 10 Mrd. US-Dollar an Darlehen im Energiesektor in der Periode FY06-08a \u00fcbertroffen (FY03-05: 7 Mrd. US-Dollar). In Afrika haben sich die Verpflichtungen im Energiesektor zwischen FY06 und FY07 praktisch verdoppelt.Die Finanzierung von Energien mit geringem CO2-Anteil hat sich zwischen FY03 und FY07 vervierfacht. Zu jedem US-Dollar, der von der IFC in erneuerbare Energien und Energieeffizienz investiert wurde, hat die Privatwirtschaft 5 US-Dollar hinzugef\u00fcgt. Studien f\u00fcr ein Wirtschaftswachstum mit geringer CO2-Intensit\u00e4t wurden zu China, Indien, Brasilien und Mexiko durchgef\u00fchrt. Die Frage der Anpassung an den Klimawandel wird in den l\u00e4nderspezifischen Unterst\u00fctzungsstrategien gegen klimatische Risiken vermehrt ber\u00fccksichtigt. So wurde etwa die Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility (CCRIF) geschaffen, um den betroffenen L\u00e4ndern im Falle von Erdbeben oder Hurrikanen Soforthilfe leisten zu k\u00f6nnen. Die IFC erarbeitet zurzeit ein Instrument zum Zweck der Entwicklung parametrischer Versicherungen f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder (Girif).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Weltbank und CO2-Markt Die Weltbank hat mit der Lancierung des Prototype Carbon Fund im Jahr 2002 eine Pionierrolle im Bereich Emissionshandel eingenommen. Seither wurden dessen Aktivit\u00e4ten ausgebaut: Der Fonds verwaltet gegenw\u00e4rtig 1,2 Mrd. US-Dollar, verteilt auf 10 Fonds. 16 L\u00e4nder und 66 private Unternehmen sind beteiligt. Die Weltbank hat 2005 Carbon Finance Assist geschaffen, ein Programm zur St\u00e4rkung der Kapazit\u00e4ten f\u00fcr die technische Unterst\u00fctzung, an dem auch die Schweiz \u00fcber die Handelsf\u00f6rderung finanziell beteiligt ist. Auf der Basis der gewonnenen Erfahrungen beabsichtigt die Weltbank, in drei Richtungen vorzugehen, um die Entwicklung der Carbon Finance voranzutreiben und deren Kontinuit\u00e4t \u00fcber den Zeitraum des Kyoto-Protokolls hinaus zu sichern: 1. Programmatischer Approach: Dank der Carbon Partnership Facility, einem neuen Mechnismus, der in Bali Ende 2007 lanciert worden ist, wird es m\u00f6glich sein, den projektbezogenen Ansatz mit seinen h\u00f6heren Transaktionskosten zu \u00fcberholen. 2. Erweiterung des CO2-Marktes auf neue Bereiche: Entwaldung und Waldsch\u00e4digung waren bisher als grosse Treibhausgasproduzenten im CO2-Markt nicht mit einbezogen. Diese L\u00fccke wurde mit der FCPF, welche ebenfalls in Bali lanciert worden war und an der die Schweiz \u00fcber das Seco beteiligt ist, geschlossen.3. Entwicklung eines Risikomanagements im Emissionshandel: Die IFC schl\u00e4gt eine Liefergarantie von Emissionsreduktionszertifikaten vor, deren Potenzial besser ausgesch\u00f6pft werden soll.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 3: Carbon Finance Assist Beim Carbon Finance Assist (CFA), der im M\u00e4rz 2005 von der Weltbank gegr\u00fcndet wurde, handelt es sich um ein Programm zur St\u00e4rkung der Kapazit\u00e4ten und zur technischen Unterst\u00fctzung mit dem Ziel, den Entwicklungs- und Transitionsl\u00e4ndern die Teilnahme an den flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls zu erm\u00f6glichen. Das Programm strebt die Schaffung eines f\u00fcr die nationalen und lokalen Institutionen g\u00fcnstigen Umfeldes an, in dem die Einsparung von Treibhausgasen und deren Platzierung auf dem CO2-Markt m\u00f6glich wird. Es steht allen Entwicklungsl\u00e4ndern offen, die Mitglieder der Weltbank sind, wobei ein Schwerpunkt auf die Sub-Sahara-L\u00e4nder gelegt wurde. 2007 und 2008 wurden durch den CFA \u00fcber 260 Projekte im Rahmen des Clean Development Mechanism (CDM) in \u00fcber 16 L\u00e4ndern erarbeitet und f\u00fcr die Teilnahme am CO2-Markt vorbereitet. Zudem konnten \u00fcber 5000 Personen von einer Ausbildung im Rahmen globaler und regionaler Aktivit\u00e4ten profitieren.Der CFA ist ein treuh\u00e4nderischer Fonds, der von verschiedenden Gebern &#8211; darunter auch der Schweiz &#8211; alimentiert wird. Zur Gesamtsumme von 13,4 Mio. US-Dollar tr\u00e4gt das Seco im Rahmen der Handelsf\u00f6rderung 2,5 Mio. US-Dollar bei. Als Mitglied des Direktoriums hat die Schweiz einen bedeutenden Einfluss auf die Verwendung der vorhandenen Mittel. Sie kann dadurch ihre bilateralen Erfahrungen einfliessen lassen und gleichzeitig von den spezifischen Kompetenzen der Weltbank profitieren. Das Seco hat schweizerischen Beratern die Teilnahme an vom CFA finanzierten Projekten erm\u00f6glicht. Insbesondere ging es dabei um Registrierungsmethoden f\u00fcr CDM-Projekte im Transportsektor. Zudem hat das Seco die Durchf\u00fchrung des Workshops Carbon Finance in Emerging Mega Cities of the South vom 11. November 2008 in Basel angeregt. Dieses Forum bezweckt, Klimaschutzprojekte in den Grossst\u00e4dten der Entwicklungsl\u00e4nder zu identifizieren und zu strukturieren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; &#13; Die Weltbank hat den Einsatz gegen den Klimawandel zu einem Hauptpfeiler ihres Entwicklungsauftrags erkl\u00e4rt. Im Rahmen der Bonner Konferenz von 2004 hatte sie schon beschlossen, ihre Finanzmittel im Bereich der erneuerbaren Energien zu erh\u00f6hen: f\u00fcr Solarenergie, Geothermie, Biomasse sowie Wasserkraftwerke (&amp;lt;_10 MW). 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