{"id":123041,"date":"2008-09-01T12:00:00","date_gmt":"2008-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/09\/hunziker-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:40:15","modified_gmt":"2023-08-23T21:40:15","slug":"hunziker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/09\/hunziker\/","title":{"rendered":"S\u00fcdschweiz &#8211; Tourismushochburg und vieles mehr"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200809_16_Hunziker_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Unterdurchschnittliche wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie S\u00fcdschweiz macht fl\u00e4chenm\u00e4ssig gut ein Drittel der Schweiz aus, beherbergt aber mit rund 800000 Einwohnern lediglich 11% der Schweizer Bev\u00f6lkerung. 2007 erwirtschafteten die 450000 Erwerbst\u00e4tigen der S\u00fcdschweiz rund 9% des nationalen Bruttoinlandprodukts (BIP). Die Analyse dieser Kerngr\u00f6ssen l\u00e4sst erste Aussagen \u00fcber die wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit der S\u00fcdschweiz im Vergleich zum nationalen Durchschnitt zu: Die S\u00fcdschweiz weist eine unterdurchschnittliche Erwerbsquote (55%) auf. Die Arbeitsproduktivit\u00e4t ist vergleichsweise niedrig und das BIP pro Kopf liegt mit rund 58000 Franken deutlich unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt (vgl. Tabelle 1). Innerhalb der Grossregion zeigen sich aber deutliche Unterschiede. So liegt beispielsweise das BIP pro Kopf im Tessin auf dem Niveau der Gesamtschweiz, w\u00e4hrend dieser Wert im Kanton Graub\u00fcnden um rund 10% und im Wallis gar um knapp 20% tiefer liegt. \u00a0Seit 1990 ist das Gef\u00e4lle zwischen der S\u00fcdschweiz und der Gesamtschweiz gr\u00f6sser geworden. Der Zuwachs des BIP betrug zwischen 1990 und 2007 im Durchschnitt lediglich 0,9% pro Jahr, w\u00e4hrend in der Schweiz eine Wachstumsrate von 1,4% zu beobachten war (vgl. Grafik 1). Ein Grund hierf\u00fcr liegt in der Rezession Mitte der Neunzigerjahre, von welcher die S\u00fcdschweiz st\u00e4rker und l\u00e4nger betroffen war als die Gesamtschweiz. Insbesondere der Einbruch der stark konjunkturabh\u00e4ngigen touristischen Nachfrage machte der S\u00fcdschweiz heftig zu schaffen. Zudem wurden im Industriesektor aufgrund des zunehmenden Globalisierungsdrucks tief greifende Restrukturierungsmassnahmen notwendig. Die Krise erreichte ihren H\u00f6hepunkt 1997, als die Arbeitslosenquote in der S\u00fcdschweiz mit 6,3% ihr Allzeithoch erreichte. Zwar konnte das Wirtschaftswachstum in der S\u00fcdschweiz auch ab 1998 nicht ganz mit demjenigen der Gesamtschweiz mithalten. Das Gef\u00e4lle hat sich aber nicht mehr so stark vergr\u00f6ssert wie zuvor.\u00a0Die unterdurchschnittliche Wirtschaftsentwicklung der S\u00fcdschweiz spiegelt sich auch bei den Erwerbst\u00e4tigenzahlen wider. Die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen ist von 1990 bis 2007 durchschnittlich nur gerade um 0,3% pro Jahr gestiegen (Schweiz: +0,6%). Erst im Jahr 2005 wurde das Besch\u00e4ftigungsniveau von 1990 wieder erreicht.&#13;<\/p>\n<h2>Attraktive Wohnregion mit erfreulichem Bev\u00f6lkerungswachstum<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei dieser ern\u00fcchternden wirtschaftlichen Entwicklung ist es umso erfreulicher, dass die Bev\u00f6lkerung eine relativ ausgepr\u00e4gte Wachstumsdynamik aufzeigt. Die Bev\u00f6lkerungszahl ist in der S\u00fcdschweiz zwischen 1990 und 2007 j\u00e4hrlich um durchschnittlich 0,9% &#8211; und damit um 0,2 Prozentpunkte st\u00e4rker &#8211; angestiegen als in der Gesamtschweiz (vgl. Grafik 2). Speziell zu Beginn der Neunzigerjahre legte die Bev\u00f6lkerungszahl kr\u00e4ftig zu. W\u00e4hrend im Wallis und im Kanton Graub\u00fcnden in erster Linie die nat\u00fcrliche Bev\u00f6lkerungsentwicklung f\u00fcr das Wachstum verantwortlich war, erh\u00f6hte sich die Bev\u00f6lkerungszahl im Tessin in erster Linie als Folge von Wanderungseffekten. Besonders f\u00fcr Rentnerinnen und Rentner n\u00f6rdlich der Alpen \u00fcbt das angenehme Tessiner Klima eine grosse Anziehungskraft aus. So liegt denn auch der Anteil der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen im Tessin mit 19% deutlich \u00fcber dem gesamtschweizerischen Durchschnitt.&#13;<\/p>\n<h2>Tourismus als Schl\u00fcsselbranche<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm die volkswirtschaftliche Analyse zu vertiefen und die Wirtschaftskraft der S\u00fcdschweiz besser zu erfassen, ist die Branchenstruktur ein sehr hilfreiches Instrument. Wie in den meisten Schweizer Regionen z\u00e4hlen in der S\u00fcdschweiz der \u00f6ffentliche Sektor, der Handel und der Finanzsektor zu den wichtigsten Branchen (vgl. Grafik 3). Der relativ hohe Anteil des Finanzsektors ist dabei vor allem auf den starken Finanzplatz Lugano zur\u00fcckzuf\u00fchren. Dennoch sind die drei gr\u00f6ssten S\u00fcdschweizer Branchen im Vergleich zum nationalen Durchschnitt unterrepr\u00e4sentiert, was f\u00fcr eine Berg- und Randregion aber nicht sehr \u00fcberrascht.\u00a0Im Vergleich zur Gesamtschweiz \u00fcberdurchschnittlich vertreten sind hingegen das Gastgewerbe, der Immobiliensektor, die Bauwirtschaft, der Verkehr und der Detailhandel. All dies sind Branchen, welche direkt oder indirekt stark vom Tourismus profitieren. Zusammen machen sie knapp ein Drittel der Wertsch\u00f6pfung in der S\u00fcdschweiz aus. Zum Vergleich: In der Gesamtschweiz erwirtschaften diese Branchen lediglich 23% der gesamten Wertsch\u00f6pfung. Die Bedeutung des Tourismus geht also weit \u00fcber die rund 5% Wertsch\u00f6pfungsanteil des Gastgewerbes hinaus. Wertsch\u00f6pfungsstudien aus den Kantonen Wallis und Graub\u00fcnden verdeutlichen die Stellung des Tourismus als Schl\u00fcsselbranche in der S\u00fcdschweiz. Im Wallis wird der Anteil des BIP, der auf die direkten und indirekten Effekte des Tourismus zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, auf rund ein Viertel gesch\u00e4tzt. F\u00fcr Graub\u00fcnden wird gar von einem Wertsch\u00f6pfungsanteil von 30% ausgegangen. F\u00fcr die Tessiner Tourismuswirtschaft existieren zwar keine entsprechenden Studien. Experten gehen aber davon aus, dass dieser Anteil im Tessin bei rund 15% liegt.&#13;<\/p>\n<h2>\u00dcberdurchschnittliche Binnenorientierung im sekund\u00e4ren Sektor<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie S\u00fcdschweiz scheint keine Hochburg der Exportg\u00fcterindustrie zu sein. W\u00e4hrend der sekund\u00e4re Sektor in der S\u00fcdschweiz rund 9,5% des Schweizer Industriesektors ausmacht, f\u00e4llt der Anteil der wertm\u00e4ssigen Warenexporte mit lediglich 7% deutlich niedriger aus. Die st\u00e4rkere Binnenorientierung der S\u00fcdschweizer Industrie l\u00e4sst sich durch die im Vergleich zum nationalen Durchschnitt abweichende Branchenstruktur erkl\u00e4ren. So ist beispielsweise der stark binnenorientierte Bausektor \u00fcbervertreten, w\u00e4hrend die exportorientierte Investitionsg\u00fcterindustrie deutlich untervertreten ist. Trotzdem spielt die Investitionsg\u00fcterindustrie mit einem Wertsch\u00f6pfungsanteil von 6,5% in der S\u00fcdschweiz eine wichtige Rolle. In Teilregionen &#8211; wie zum Beispiel dem unteren Pr\u00e4ttigau (GR), in der Region um Steg (VS) oder im Bezirk Mendrisiotto (TI) &#8211; nimmt die Investitionsg\u00fcterindustrie gar eine dominierende Stellung ein.\u00a0Auch die chemisch-pharmazeutische Industrie ist in der S\u00fcdschweiz mit einem Wertsch\u00f6pfungsanteil von 4,4% prominent vertreten. Vor allem im Wallis (z.B. Lonza und Syngenta) ist die chemisch-pharmazeutische Industrie mit einem Anteil von 8,6% ein gewichtiger Sektor. \u00dcberdurchschnittlich stark vertreten ist in der S\u00fcdschweiz der Sektor Energie- und Wasserversorgung, was in erster Linie mit den f\u00fcr die Erzeugung von Spitzenenergie (Speicherkraftwerke) g\u00fcnstigen topografischen Voraussetzungen zusammenh\u00e4ngt.&#13;<\/p>\n<h2>Chemie\/Pharma und Finanzsektor als Wachstumstreiber<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNeben der Branchenstruktur spielt bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit einer Region auch die Analyse der Wachstumsperformance der Branchen eine wichtige Rolle. Als wichtigster Wachstumstreiber im beobachteten Zeitraum (1990-2007) zeichnete sich die chemisch-pharmazeutische Industrie aus. Sie erreichte in der S\u00fcdschweiz ein Wachstum von stolzen 7% pro Jahr.\u00a0Auch der Finanzsektor konnte der S\u00fcdschweizer Wirtschaft wichtige Wachstumsimpulse verleihen. Im Untersuchungszeitraum konnte die Wertsch\u00f6pfung j\u00e4hrlich um durchschnittlich 3,7% gesteigert werden. Zugpferd war dabei der Tessiner Bankensektor, der in der zweiten H\u00e4lfte der Neunzigerjahre von einer markant steigenden Nachfrage in der Verm\u00f6gensverwaltung profitieren konnte. \u00a0Eine sehr positive Entwicklung weist auch die S\u00fcdschweizer Uhrenindustrie auf. Sie ist allerdings in Bezug auf die Gesamtwirtschaft relativ unbedeutend und konnte daher kaum grosse Wachstumsimpulse liefern. Bedeutender waren diesbez\u00fcglich die Beitr\u00e4ge der Bereiche Verkehr und Kommunikation, Investitionsg\u00fcterindustrie sowie Energie- und Wasserversorgung (vgl. Grafik 4).&#13;<\/p>\n<h2>Tourismus: Von der Wachstumsbremse zum Wachstumstreiber?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie S\u00fcdschweizer Tourismuswirtschaft musste seit 1990 empfindliche Verluste hinnehmen. So lag die 2007 registrierte Zahl der Hotel\u00fcbernachtungen um rund 5% tiefer als noch im Jahr 1990. Vor allem Mitte der Neunzigerjahre und zu Beginn des neuen Jahrtausends nahmen die Einbr\u00fcche ein gravierendes Ausmass an. Gr\u00fcnde f\u00fcr die Baisse in der S\u00fcdschweizer Tourismuswirtschaft waren unter anderem in den fehlenden Investitionen in der Hotellerie und in der zunehmenden Konkurrenz durch Fernm\u00e4rkte zu finden. Zus\u00e4tzlich machten der S\u00fcdschweizer Tourismuswirtschaft die kostenbedingten Preisnachteile und die mangelnde Zusammenarbeit der touristischen Leistungstr\u00e4ger zu schaffen. Vom R\u00fcckgang waren nicht nur das Gastgewerbe, sondern auch tourismusnahe Branchen sowie die Vorleistungsbranchen &#8211; wie beispielsweise das Baugewerbe &#8211; betroffen. Die schwache Performance der Schl\u00fcsselbranche Tourismus erkl\u00e4rt auch einen grossen Teil der gesamtwirtschaftlich unbefriedigenden Entwicklung.\u00a0Die j\u00fcngste Vergangenheit l\u00e4sst aber auf einen Aufschwung hoffen. Zwischen 2005 und 2007 hat die Zahl der Hotel\u00fcbernachtungen j\u00e4hrlich um rund 3% zugenommen, und auch die Investitionen in die Tourismuswirtschaft haben sp\u00fcrbar zugelegt. Die mittelfristigen Wachstumschancen sind f\u00fcr die S\u00fcdschweizer Tourismuswirtschaft durchaus intakt. Die lange touristische Tradition, die erwiesenermassen hohe Attraktivit\u00e4t der Landschaft und des touristischen Angebotes sowie die zentrale Lage im Herzen Europas bieten die dazu notwendigen Voraussetzungen. Auch bei der preislichen Wettbewerbsf\u00e4higkeit haben sich deutliche Verbesserungen eingestellt. Die gegenw\u00e4rtigen Anstrengungen in Bezug auf die Destinationsbildungsprozesse deuten darauf hin, dass die Problematik der mangelhaften Zusammenarbeit der touristischen Leistungstr\u00e4ger angegangen wird.&#13;<\/p>\n<h2>Wenig schmeichelhafter internationaler Vergleich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZur internationalen Positionierung der S\u00fcdschweizer Wirtschaft ist ein Vergleich mit Regionen, die eine \u00e4hnliche Struktur aufweisen, hilfreich. Die Auswahl fiel entsprechend auf neun touristisch gepr\u00e4gte Vergleichsregionen aus dem Alpenraum. Zus\u00e4tzlich wurde mit Katalonien eine Tourismusregion aus dem Mittelmeerraum ausgew\u00e4hlt. Als aussagekr\u00e4ftige Indikatoren f\u00fcr die wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit dienen das BIP pro Kopf im Jahr 2006 und das BIP-Wachstum im Zeitraum von 1990 bis 2006. Um die internationale Vergleichbarkeit zu gew\u00e4hrleisten, wurden die jeweiligen Werte zu Kaufkraftparit\u00e4ten (PPP) umgerechnet.\u00a0Die S\u00fcdschweiz f\u00e4llt als Schlusslicht bei der langfristigen Wachstumsdynamik auf. Zusammen mit der Nachbarregion Piemont ist sie die einzige Region, deren reales BIP weniger als 1% pro Jahr gewachsen ist. Gemessen am BIP pro Kopf liegt die S\u00fcdschweiz zusammen mit der Zentralschweiz im besseren Mittelfeld (vgl. Grafik 5).\u00a0Die Wachstumsleader sind die beiden Regionen Slowenien und Katalonien. Das hohe Wachstum in Slowenien wird durch das tiefe Niveau relativiert und ist aufgrund der Landesgeschichte Anfang der Neunzigerjahre nur schwer mit den anderen Regionen vergleichbar. Katalonien hat vom Boom der zu Beginn der Neunzigerjahre sanierten Metropole Barcelona und von einer starken demografischen Expansion profitiert. Die h\u00f6chsten BIP-pro-Kopf-Werte werden in den Regionen Tirol und Trentino-Alto Adige registriert. Die beiden Regionen sind auch bez\u00fcglich der Wachstumsdynamik gut positioniert. In Trentino-Alto Adige konnte der Tourismus f\u00fcr die gesamte Wirtschaft sp\u00fcrbare Wachstumsimpulse aussenden. Im Tirol hingegen zeigt sich das Wachstum breit abgest\u00fctzt. Das Tirol profitierte &#8211; wie die meisten \u00f6sterreichischen Regionen &#8211; von den Wachstumsimpulsen, welche der EU-Beitritt und der damit verbundene einfachere Marktzugang mit sich brachten.&#13;<\/p>\n<h2>Wachstumszentren im Einzugsgebiet der Metropolen und Cluster<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNeben dem internationalen Vergleich bietet sich auch ein intraregionaler Vergleich f\u00fcr die Analyse der Wirtschaftsregion S\u00fcdschweiz an. Die subregionale Analyse zeigt, dass die Wachstumszentren der S\u00fcdschweiz vor allem im Einzugsgebiet von Metropolregionen und Wirtschaftsclustern liegen (vgl. Grafik 6). Dies gilt in besonderem Ausmass f\u00fcr die Region um Monthey, aber auch f\u00fcr das gesamte Unterwallis, das im erweiterten Einzugsgebiet des dynamischen Metropolitanraumes Genf-Lausanne-Vevey\/Montreux liegt. Im Tessin ist ein \u00e4hnliches Ph\u00e4nomen zu beobachten: Besonders in den Gemeinden im Einzugsgebiet des Finanzzentrums Lugano konnte das reale BIP zwischen 1990 und 2007 deutlich gesteigert werden. Zus\u00e4tzlich zeigt auch eine Reihe von Gemeinden am S\u00fcdportal des Gotthards eine positive Wachstumsdynamik. In diesem stark durch die Bauwirtschaft dominierten Gebiet hat insbesondere der zurzeit laufende Bau des Gotthard-Basistunnels stark zur BIP-Entwicklung beigetragen (Sondereffekt). Die dynamischsten Gebiete des Kantons Graub\u00fcnden liegen im B\u00fcndner Rheintal und im unteren Pr\u00e4ttigau. Sie profitieren dabei von den Wachstumsimpulsen des Technologie-Clusters im Rheintal.\u00a0Die Regionen mit dem st\u00e4rksten Bev\u00f6lkerungswachstum decken sich weitgehend mit den oben identifizierten Wirtschaftswachstumsr\u00e4umen. Eine \u00fcberdurchschnittliche demografische Entwicklung weisen zudem einige Tourismuszentren &#8211; wie beispielsweise Zermatt, Saas-Fee, Verbier oder das Oberengadin &#8211; auf (vgl. Grafik 7). Diese international bekannten Destinationen sind nicht nur als Ferien-, sondern auch als Wohnregionen f\u00fcr Wohlhabende aus der ganzen Welt beliebt.&#13;<\/p>\n<h2>Neat als Chance<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie vorangehende Analyse hat gezeigt, dass die wirtschaftliche Entwicklung der S\u00fcdschweiz unterdurchschnittlich ausf\u00e4llt. Die S\u00fcdschweiz hat als Rand- und Bergregion mit strukturellen Defiziten zu k\u00e4mpfen. Um in Zukunft einen dynamischeren Wachstumspfad einnehmen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen die durchaus vorhandenen Potenziale optimal gen\u00fctzt werden. F\u00fcr die Talregionen gilt es, die Wachstumsimpulse der angrenzenden Metropolitanr\u00e4ume und Wirtschaftscluster optimal zu nutzen. In den Berggebieten gibt es insbesondere im Tourismus und im Energiesektor noch brachliegende Potenziale. Eine grosse Chance f\u00fcr die S\u00fcdschweiz bietet die Neat. Sie bringt die S\u00fcdschweiz n\u00e4her zum bev\u00f6lkerungsreichen Schweizer Mittelland und er\u00f6ffnet daher &#8211; nicht nur im Tourismus &#8211; neue Wachstumschancen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abEntwicklung des realen Bruttoinlandprodukts und der Erwerbst\u00e4tigen der S\u00fcdschweiz,1990-2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abEntwicklung von Bev\u00f6lkerung und Volkseinkommen der S\u00fcdschweiz, 1990-2005\/07\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abRegionale Branchenstruktur der S\u00fcdschweiz, 2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 4 \u00abRegionales Branchenwachstum der S\u00fcdschweiz, 1990-2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 5 \u00abDie S\u00fcdschweiz im Vergleich mit anderen Regionen\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 6 \u00abReales BIP-Wachstum der S\u00fcdschweiz nach Gemeinden, 1990-2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 7 \u00abBev\u00f6lkerungswachstum der S\u00fcdschweiz nach Gemeinden, 1990-2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abS\u00fcdschweiz &#8211; Kennzahlen 2007\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; Unterdurchschnittliche wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit &#13; Die S\u00fcdschweiz macht fl\u00e4chenm\u00e4ssig gut ein Drittel der Schweiz aus, beherbergt aber mit rund 800000 Einwohnern lediglich 11% der Schweizer Bev\u00f6lkerung. 2007 erwirtschafteten die 450000 Erwerbst\u00e4tigen der S\u00fcdschweiz rund 9% des nationalen Bruttoinlandprodukts (BIP). 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Der Fokus liegt auf der aktuellen Positionierung der Region und auf der wirtschaftlichen Entwicklung seit 1990. Als Erkl\u00e4rungsvariablen dienen die regionale Branchenstruktur, der Vergleich mit internationalen Konkurrenzregionen sowie die intraregionalen Wachstumsunterschiede. Dank wundersch\u00f6nen Landschaften, einer langen touristischen Tradition und attraktiven touristischen Infrastrukturen ist die S\u00fcdschweiz die Ferienregion der Schweiz schlechthin. Es \u00fcberrascht deshalb nicht, dass der Tourismus die eigentliche Leitbranche darstellt. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der S\u00fcdschweiz zeigt sich unterdurchschnittlich. 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