{"id":123066,"date":"2008-09-01T12:00:00","date_gmt":"2008-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/09\/mordasini-6\/"},"modified":"2023-08-23T23:40:48","modified_gmt":"2023-08-23T21:40:48","slug":"mordasini-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/09\/mordasini-5\/","title":{"rendered":"Stark gestiegene Nahrungsmittelpreise und ihre Auswirkungen auf die \u00e4rmsten L\u00e4nder"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200809_09_Mordasini_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"246\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Vielf\u00e4ltige Ursachen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\n\u00dcber die Ursachen des starken Anstiegs der Nahrungsmittelpreise wird intensiv diskutiert. Die kritischsten Stimmen f\u00fchren dazu die folgenden Gr\u00fcnde an:\u00a0&#8211; Versagen der Agrar- und Handelspolitik in den Entwicklungsl\u00e4ndern;\u00a0&#8211; inad\u00e4quate Investitionen zur Steigerung der Produktivit\u00e4t und zur F\u00f6rderung der Agrarforschung;\u00a0&#8211; Liberalisierung der Importe von Nahrungsmitteln.\u00a0\u00a0Stimmen, die sich eher auf die Gesetze des Marktes berufen, vertreten die Auffassung, dass die politischen Strategien zur Einschr\u00e4nkung der Importe keine Steigerung, sondern eine Abnahme der weltweiten Nahrungsmittelproduktion zur Folge hatten. Gem\u00e4ss Weltbank wirkte sich auch die Produktion von Biotreibstoffen auf die Nahrungsmittelpreise aus. Sie fordert die amerikanischen und europ\u00e4ischen Regierungsverantwortlichen auf, ihre Politik in diesem Bereich zu \u00fcberdenken.\u00a0\u00dcber eine Tatsache scheinen sich alle einig zu sein: Insgesamt konnte die Nahrungsmittelproduktion mit der zunehmenden Nachfrage nicht Schritt halten. Dazu haben Faktoren wie die Kombination der hohen Preise von Energietr\u00e4gern und D\u00fcngemitteln, welche die Landwirte benachteiligen, die ung\u00fcnstigen klimatischen Bedingungen sowie die bereits erw\u00e4hnte Zunahme der Biotreibstoffproduktion in den USA und Europa beigetragen. Die weltweiten Getreidevorr\u00e4te werden Ende 2008 den tiefsten Stand seit 25 Jahren erreicht haben. Andere Stimmen sehen schliesslich auch die expansive Geldpolitik der letzten Jahre, den Wertverfall des US-Dollars und &#8211; in einem geringeren Ausmass &#8211; die Spekulation an den Rohstoffm\u00e4rkten als Gr\u00fcnde f\u00fcr den Preisanstieg.\u00a0Zu dieser Kombination von strukturellen Ursachen kommen protektionistische Massnahmen hinzu, die von bedeutenden Exportl\u00e4ndern &#8211; wie Indien, China, Argentinien und Russland &#8211; beschlossen wurden. Um die Auswirkungen der Versorgungskrise auf ihre inl\u00e4ndischen M\u00e4rkte in Grenzen zu halten, schr\u00e4nkten diese L\u00e4nder ihre Exporte ein. Dies hatte entsprechende Konsequenzen f\u00fcr das weltweite Angebot und bewirkte einen noch ausgepr\u00e4gteren Mangel an Nahrungsmitteln. Damit beschleunigte sich die Inflationsspirale. W\u00e4hrend sich alle dar\u00fcber einig sind, dass der Preisanstieg auf mehrere Faktoren zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, sind die Kausalzusammenh\u00e4nge zwischen diesen Faktoren sowie deren Abfolge und Bedeutung f\u00fcr die Entstehung und Versch\u00e4rfung der Krise nach wie vor Gegenstand von heftigen Kontroversen.&#13;<\/p>\n<h2>Verheerende Auswirkungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWas auch immer die Ursachen der Krise sind: F\u00fcr die Menschen weltweit sind es deren Auswirkungen, die Besorgnis und Fragen ausl\u00f6sen. In den am wenigsten entwickelten L\u00e4ndern nimmt die Lage besonders dramatische Ausmasse an. Nach Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen werden Dutzende von Millionen Menschen von Unterern\u00e4hrung betroffen sein. Hinzu kommen jene 850 Mio. Menschen, die bereits zuvor unter Nahrungsmittelknappheit litten. Diese pessimistischen Prognosen wurden von der Weltbank indirekt best\u00e4tigt: Sie geht davon aus, dass f\u00fcr 105 Mio. Menschen die Gefahr besteht, unter die Schwelle der extremen Armut zu fallen (weniger als 1 US-$ pro Tag).\u00a0Die Gr\u00fcnde dieser Prognosen liegen leider auf der Hand: In L\u00e4ndern, in denen mehr als die H\u00e4lfte des Budgets der armen Haushalte f\u00fcr Nahrungsmittel verwendet wird, kann ein direkter Zusammenhang zwischen dem Anstieg der internationalen Getreidepreise, dessen Auswirkungen auf die inl\u00e4ndischen Preise und der Entwicklung des Armutsindexes hergestellt werden. Die Weltbank bef\u00fcrchtet, dass die in den letzten zehn Jahren erzielten Fortschritte bei der Reduktion der Armut in der Welt durch die gegenw\u00e4rtigen inflationistischen Tendenzen in mehreren armen L\u00e4ndern vollst\u00e4ndig zunichte gemacht werden k\u00f6nnten.\u00a0Selbst L\u00e4nder mit starkem Wachstum &#8211; wie Indien &#8211; bleiben von der Krise nicht verschont. Durch den Anstieg der Nahrungsmittelpreise nehmen die Ungleichheiten \u00fcberall zu. Die hohen Preise zwingen viele Haushalte mit geringem Einkommen, die Zahl der t\u00e4glichen Mahlzeiten zu reduzieren oder die verf\u00fcgbaren Mittel f\u00fcr Produkte mit einem tieferen N\u00e4hrwert auszugeben. Nach Sch\u00e4tzungen der Unicef besteht in Indien das Risiko, dass zus\u00e4tzliche 2 Mio. Kinder an Unterern\u00e4hrung leiden werden. Im Vergleich mit den afrikanischen Staaten s\u00fcdlich der Sahara (24%) sind von diesem Problem in Indien bereits jetzt doppelt so viele Kinder betroffen (47%).\u00a0F\u00fcr die betroffenen Regierungen wird es immer schwieriger, eine geeignete L\u00f6sung f\u00fcr diese Situation zu finden. Ihre Reserven und Anpassungskapazit\u00e4ten sind durch die Dauer der Krise und deren Verbindung mit der Energiekrise langsam, aber sicher ersch\u00f6pft. W\u00e4hrend die Auswirkungen der \u00d6lpreisschocks von 2003\/2005 und des Anstiegs der Nahrungsmittelpreise bis letztes Jahr dank g\u00fcnstigeren makro\u00f6konomischen Bedingungen gemildert werden konnten, weisen die Indikatoren nun auf beunruhigende Ungleichgewichte hin. Die staatlichen Budgets werden auf eine harte Probe gestellt, um eine Senkung der Zollgeb\u00fchren oder der Abgaben auf Getreideimporte zu kompensieren, eine Preiskontrolle einzurichten oder zus\u00e4tzliche soziale Massnahmen f\u00fcr die wirtschaftlich schw\u00e4chsten Menschen zu finanzieren.\u00a0Als Folge verschlechtert sich die Zahlungsbilanz der meisten betroffenen L\u00e4nder. Die Inflation und die Zinsen steigen, und das Wachstum der Exporte und des Bruttosozialprodukts (BSP) verlangsamt sich deutlich. \u00dcberdies leiden zahlreiche Entwicklungsl\u00e4nder unter einem nach wie vor sehr eingeschr\u00e4nkten Zugang zum Kapitalmarkt und unter oft unbest\u00e4ndigen ausl\u00e4ndischen Investitionen. Vor diesem Hintergrund besteht f\u00fcr diese Staaten die Gefahr eines bedeutenden wirtschaftlichen und sozialen Schocks. Gef\u00e4hrdet sind auch die Millenium-Ziele der Entwicklungshilfe, die insbesondere darauf ausgerichtet sind, die extreme Armut bis ins Jahr 2015 zu halbieren. Angesichts der Herausforderungen, die sich kurz- und mittelfristig stellen, sind klare, energische und koordinierte Massnahmen erforderlich.&#13;<\/p>\n<h2>Engagement der Weltbank<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Zusammenhang mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten wurden in diesem Jahr in \u00fcber 30 L\u00e4ndern gewaltt\u00e4tige Demonstrationen verzeichnet. Dies zeigt, dass die Nahrungsmittelkrise mit dem Risiko einer politischen Destabilisierung verbunden ist. Es deutet nichts darauf hin, dass in Bezug auf die Preisentwicklung kurzfristig eine massgebliche \u00c4nderung des gegenw\u00e4rtigen Trends zu erwarten ist (siehe Tabelle 1). Gleichzeitig verf\u00fcgen die Regierungen der armen L\u00e4nder nur \u00fcber eingeschr\u00e4nkte M\u00f6glichkeiten, um die Auswirkungen der Krise zu mildern. \u00a0Die Reaktionen der internationalen Gemeinschaft nehmen schrittweise Gestalt an. W\u00e4hrend die bilateralen Initiativen die Solidarit\u00e4t zwischen einzelnen Nationen betonen, besteht die Rolle der multilateralen Institutionen darin, zum einen die globale Dimension der Krise anzugehen und zum anderen eine Plattform f\u00fcr die Koordination der Leistungen anzubieten. Damit soll die Wirksamkeit der Unterst\u00fctzung verbessert werden. Die Weltbank ist ihrer Rolle als Kompetenzzentrum und als Institution f\u00fcr die Mobilisierung von Mitteln f\u00fcr die Entwicklung treu geblieben. Sie engagiert sich seit mehreren Monaten an vorderster Front und befasst sich mit den kurz- und mittelfristigen Auswirkungen der Nahrungsmittelkrise in den Entwicklungsl\u00e4ndern.\u00a0Kurzfristig besteht die gr\u00f6sste Herausforderung darin, die betroffenen L\u00e4nder dabei zu unterst\u00fctzen, die betr\u00e4chtlichen Risiken eines makro\u00f6konomischen Ungleichgewichts zu kontrollieren. Gleichzeitig muss Soforthilfe f\u00fcr die wirtschaftlich schw\u00e4chsten Schichten der Bev\u00f6lkerung geleistet werden. Ausserdem ist ein angemessenes Investitionsvolumen zu gew\u00e4hrleisten, um die strukturellen Faktoren der Krise zu beseitigen und die n\u00e4chsten Ernten bestm\u00f6glich vorzubereiten. Gemeinsam mit der UNO geht die Weltbank von einem Finanzierungsbedarf von 14,5 Mrd. US-Dollar aus, um die folgenden Aufgaben zu erf\u00fcllen (siehe Tabelle 2):\u00a0&#8211; Realisierung der Programme f\u00fcr Sozial- und Nahrungsmittelhilfe;\u00a0&#8211; Unterst\u00fctzung des Budgets der am st\u00e4rksten betroffenen Staaten;\u00a0&#8211; Erm\u00f6glichung des Zugangs zu Saatgut und D\u00fcngemitteln f\u00fcr kleine und mittlere Landwirtschaftsbetriebe;\u00a0&#8211; Unterst\u00fctzung einer rascheren Umsetzung von Reformen f\u00fcr die Verbesserung der Rahmenbedingungen und der Produktivit\u00e4t im Agrarsektor.\u00a0\u00a0Alle multilateralen Institutionen lancierten eine gemeinsame Aktion bei den Geldgebern, um die ben\u00f6tigten finanziellen Mittel zu beschaffen. Im letzten Mai genehmigte der Verwaltungsrat der Weltbank die Freigabe von 1,2 Mrd. US-Dollar f\u00fcr ein finanzielles Nothilfeprogramm. Dieses umfasst auch 200 Mio. US-Dollar f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der \u00e4rmsten L\u00e4nder (Haiti, Djibouti, Liberia, Tadjikistan und Jemen waren die ersten beg\u00fcnstigten Staaten). Bis Ende 2009 wird die Weltbank ihr j\u00e4hrliches finanzielles Engagement im Agrarbereich um 50% auf 6 Mrd. US-Dollar pro Jahr steigern. Gepr\u00fcft werden auch neue Produkte f\u00fcr Garantien und zur Deckung von Risiken. Damit sollen beispielsweise die Partnerl\u00e4nder unterst\u00fctzt werden, um sich besser vor den Risiken von Trockenperioden oder ausserordentlich ung\u00fcnstigen klimatischen Bedingungen zu sch\u00fctzen.&#13;<\/p>\n<h2>Langfristige Perspektive<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie schlimmsten Auswirkungen der Krise scheint man kurzfristig mit der finanziellen und humanit\u00e4ren Hilfe der internationalen Gemeinschaft bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen. Bez\u00fcglich der l\u00e4ngerfristigen Konsequenzen bestehen hingegen weiterhin grosse Bedenken. Da mit einer raschen Abnahme der Nahrungsmittel- und Energiepreise kaum zu rechnen ist, darf die Not- und Soforthilfe nicht zur Norm werden. Strukturelle und institutionelle Massnahmen sind unerl\u00e4sslich, um die eigentlichen Ursachen der Krise anzugehen. Dabei wird das ehrgeizige Ziel verfolgt, in Zukunft das Nahrungsmittelangebot auf unserem Planeten mit der entsprechenden Nachfrage in Einklang zu bringen.\u00a0Dieser Weg ist steinig, doch es bestehen m\u00f6gliche Stossrichtungen. Dazu geh\u00f6rt als Erstes die Lancierung von Investitionen zur Steigerung der Produktivit\u00e4t und zur F\u00f6rderung der Forschung im Agrarbereich. Auf diese Weise kann die Nahrungsmittelsicherheit in den armen L\u00e4ndern garantiert werden. Die aktuelle Versorgungskrise hat zweifellos dazu beigetragen, dass die Diskussionen \u00fcber dieses Thema wieder in Gang kommen sind. \u00abDie Landwirtschaft ist ein [&#8230;] entscheidendes Instrument f\u00fcr die Umsetzung der Jahrtausendziele der Entwicklungshilfe, die darauf ausgerichtet sind, den Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben und unter chronischem Hunger leiden, bis 2015 zu halbieren.\u00bb Diese Erkl\u00e4rung des Pr\u00e4sidenten Robert Zoellick im Vorwort des World Development Report 2008 der Weltbank ist eine Zusammenfassung der zu bew\u00e4ltigenden Herausforderung. Drei Viertel der armen Menschen leben in l\u00e4ndlichen Gebieten, haupts\u00e4chlich in kleinen Landwirtschaftsbetrieben.\u00a0In diesem Zusammenhang m\u00fcssen die Fehler der Vergangenheit eingestanden werden. Die rasche Liberalisierung der Agrarpolitik in den Entwicklungsl\u00e4ndern ging nicht mit gen\u00fcgend privaten Investitionen in diesen Sektor einher. Im Gegenteil: Durch die tiefen Rohstoffpreise w\u00e4hrend der letzten 20 Jahre und das Ausbleiben von Fortschritten bei den multilateralen Verhandlungen \u00fcber Handelsfragen wurde der Ausbau des Agrarsektors in den armen L\u00e4ndern erheblich eingeschr\u00e4nkt. Die Agrarsubventionen der OECD-L\u00e4nder, deren Volumen f\u00fcnfmal gr\u00f6sser ist als die \u00f6ffentliche Entwicklungshilfe dieser Staaten, bilden bei bestimmten Produkten &#8211; wie beispielsweise Baumwolle und Zucker &#8211; ein vielfach un\u00fcberwindliches Hindernis f\u00fcr die Exporte aus armen L\u00e4ndern. Diese Faktoren trugen dazu bei, dass die Investitionen in Forschung, technische Neuerungen und Agrarinfrastruktur zur\u00fcckgingen. Noch entt\u00e4uschender ist der Umstand, dass sich dieser Trend durch einen R\u00fcckgang der internationalen Hilfe verst\u00e4rkt hat. Von 1980 bis 2005 nahmen die Unterst\u00fctzungsgelder f\u00fcr den Agrarbereich um beinahe 50% ab. In Afrika liegt die offizielle Hilfe f\u00fcr den Agrarbereich (1,2 Mrd. US-$) heute auf dem Stand von 1975.&#13;<\/p>\n<h2>Unerl\u00e4ssliche Trendumkehr<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm die Krise zu bew\u00e4ltigen, muss somit k\u00fcnftig eine Umkehr dieser Entwicklung erreicht werden. Der Wille und die Mittel dazu sind vorhanden. Die neuen Technologien und Entwicklungsstrategien sind auf eine vermehrte Dezentralisierung und Beteiligung der betroffenen K\u00f6rperschaften ausgerichtet. Diese Chancen gilt es zu nutzen. Gleichzeitig wird deutlich, dass in Bezug auf die Institutionen und die Steuerung des Agrarsektors ein gewisser Reformbedarf besteht. Nur auf dieser Grundlage k\u00f6nnen die Rahmenbedingungen verbessert und private Initiativen und Investitionen gef\u00f6rdert werden. Die erforderlichen Anstrengungen m\u00fcssen in erster Linie von den betreffenden L\u00e4ndern unternommen werden. Den in diesem Zusammenhang bereits eingegangenen Verpflichtungen m\u00fcssen vermehrt auch Taten folgen. So setzen trotz der ab 2003 eingegangenen Verpflichtungen gegenw\u00e4rtig nur 6 von 24 afrikanischen L\u00e4ndern mindestens 10% ihres Budgets f\u00fcr den Agrarsektor ein.\u00a0Auch die weltweite Steuerung muss weiterentwickelt werden. Der Klimawandel, die Erhaltung der Umwelt, der Umgang mit den Wasserressourcen und die internationale Zusammenarbeit im Forschungsbereich sind Herausforderungen, die mit der Verbesserung der Produktivit\u00e4t im Agrarbereich zusammenh\u00e4ngen und globale, gegenseitig abgestimmte Massnahmen erfordern. Der internationale Handel muss &#8211; insbesondere mit einer Liberalisierung des Handels mit Agrarprodukten und dem Abbau der exorbitant hohen Agrarsubventionen in den OECD-L\u00e4ndern &#8211; so reguliert werden, dass die Entwicklungsl\u00e4nder einen angemessenen Zugang zu neuen M\u00e4rkten erhalten und ihre Agrarproduktion gef\u00f6rdert wird.\u00a0Die Nahrungsmittelkrise ist symptomatisch f\u00fcr unsere heutige Welt. Durch ihre vielf\u00e4ltigen Dimensionen kommt zum Ausdruck, in welchem Masse die globalen Herausforderungen die Handlungskapazit\u00e4t einzelner Staaten \u00fcbersteigen. F\u00fcr die Mobilisierung des politischen Willens, der finanziellen Ressourcen und der technischen Kapazit\u00e4ten ist mehr denn je ein multilaterales System erforderlich, damit globale und gemeinsame Massnahmen zur L\u00f6sung der Probleme ergriffen werden k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abEntwicklung der Rohstoffpreise, Febr. 2000-Mai 2008\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abAuswirkungen des Anstiegs der Nahrungsmittel- und Energiepreise\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abPrognose f\u00fcr die Realpreise von Nahrungsmitteln\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 2 \u00abKurz- und mittelfristiger Finanzierungsbedarf\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; Vielf\u00e4ltige Ursachen &#13; \u00dcber die Ursachen des starken Anstiegs der Nahrungsmittelpreise wird intensiv diskutiert. 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Aufgrund der Auswirkungen dieser Preisentwicklung auf die Unternehmen, Arbeitnehmenden und Konsumenten ist die Stabilit\u00e4t der Weltwirtschaft in hohem Masse gef\u00e4hrdet. Vom Inflationsschub, der durch die Krise im Bereich der Nahrungsmittelpreise ausgel\u00f6st wird, sind wir alle betroffen. F\u00fcr Millionen von Menschen ist die Situation sogar dramatisch. Welche Entwicklung ist zu verzeichnen? Und was kann dagegen unternommen werden? Mit diesen Fragen befassten sich die internationalen Finanzinstitutionen in den letzten Monaten. Mittlerweile sind sie gut positioniert, um die Ressourcen und Anstrengungen zu mobilisieren, die n\u00f6tig sind, um die Auswirkungen der Krise - insbesondere in den am meisten gef\u00e4hrdeten L\u00e4ndern - zu mildern. 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