{"id":123076,"date":"2008-09-01T12:00:00","date_gmt":"2008-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/09\/schaltegger-14\/"},"modified":"2023-08-23T23:40:43","modified_gmt":"2023-08-23T21:40:43","slug":"schaltegger-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/09\/schaltegger-13\/","title":{"rendered":"Ressourcensicherung durch Nachhaltigkeitsmanagement"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNachhaltigkeit soll so mit dem Kerngesch\u00e4ft verkn\u00fcpft werden, dass der Unternehmenserfolg nachvollziehbar durch entsprechende Massnahmen gest\u00e4rkt wird. Hierzu kann das Management die Aktivit\u00e4ten identifizieren, die einen Business Case for Sustainability schaffen.&#13;<\/p>\n<h2>Unternehmensstrategien zur Bew\u00e4ltigung von Knappheit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie drei wesentlichen Knappheitsbew\u00e4ltigungsans\u00e4tze sind Konsistenz-, Suffizienz- und Effizienzstrategien.\u00a0Konsistenzstrategien haben oft einen technischen Charakter. Ihr Fokus liegt auf der Substitution von knappen, umweltsch\u00e4dlichen durch reichlich vorhandene, umweltfreundliche Ressourcen, die auch in nat\u00fcrlichen Stoffkreisl\u00e4ufen h\u00e4ufig vorkommen. Konsistenzstrategien werden in den Forschungsbereichen \u00abIndustrial Ecology\u00bb und \u00abEco-Design\u00bb intensiv bearbeitet. In Sinne eines \u00abCradle to cradle\u00bb besteht das Ziel darin, industrielle Stofffl\u00fcsse in ihrer Zusammensetzung so zu \u00e4ndern, dass sie den nat\u00fcrlichen entsprechen und Endprodukte sowie Abf\u00e4lle in einem vollst\u00e4ndigen Kreislauf wieder zu Ressourcen f\u00fcr neue Produkte werden. Die Ressourcensubstitution erfolgt hin zu biologisch abbaubaren Materialien und \u00e4ussert sich z.B. in kompostierbarem Kunststoff und daraus produzierten M\u00f6beln.\u00a0Suffizienzstrategien sind verhaltensorientiert und stellen die Frage, auf welche Produkte oder Komponenten verzichtet werden kann. Ein Extrembeispiel w\u00e4re der Verzicht auf eine Ferienreise und ihr Ersatz durch Yoga zu Hause. F\u00fcr Unternehmen kommt in der Regel nur der Verzicht von Angebotsteilen, nicht aber von gesamten Produkten in Frage. Der Verzicht auf ein t\u00e4gliches Wechseln von Handt\u00fcchern hat in der Hotelbranche einen solchen beispielhaften Charakter.\u00a0Effizienzstrategien sind die heute in der Unternehmenspraxis bedeutendsten Ans\u00e4tze zur Bew\u00e4ltigung von Ressourcenknappheit und bezwecken eine Reduktion des relativen Ressourcenverbrauchs (z.B. pro Produkt oder pro Franken Umsatz). Ressourceneffizienz will das Verh\u00e4ltnis von Wertsch\u00f6pfung zu Ressourcenverbrauch verbessern.&#13;<\/p>\n<h2>Im Fokus: Optimierung von Materialfl\u00fcssen und Materialeffizienz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Erh\u00f6hung und Operationalisierung von Ressourceneffizienz setzt bei einer Analyse der Materialfl\u00fcsse und Materialflusseffizienz (Produkteinheit\/induzierter Materialfluss) an. \u00a0Die Optimierung kann unter folgenden Perspektiven erfolgen:\u00a0&#8211; Produktionseffizienz: Mit meist technischen Optimierungen von Produktionsprozessen wird der Material- und Energieverbrauch eines definierten Prozesses verbessert. Das Kosteneinsparungspotenzial ist hier besonders gross in materialintensiven Industrien und in Branchen, die mit sehr teuren Materialien arbeiten. \u00a0&#8211; Produkteffizienz: Produkteffizienz kann aus Hersteller-, Nutzer- und Produktlebenszyklussicht oder aus wertsch\u00f6pfungsketten\u00fcbergreifender Sicht betrachtet werden. In allen F\u00e4llen geht es um eine Verbesserung des Verh\u00e4ltnisses von Ressourcenverbrauch pro Produkteinheit (z.B. Uhr) oder Produktteil (z.B. Uhrwerk). Produkteffizienz kann unter Zuhilfenahme von \u00d6kobilanzen, Life Cycle Costing und Supply Chain Management verbessert werden. \u00a0&#8211; Funktionseffizienz: Eine weitergehende Betrachtung fragt danach, welche Produkte oder Dienstleistungen eine bestimmte Funktion am ressourcensparendsten erf\u00fcllen. Welches Produkt (Bus, Strassentram usw.) erf\u00fcllt die Funktion des Transports vieler Menschen von A nach B in einer Stadt am ressourceneffizientesten? Mehrere unterschiedliche Produkte k\u00f6nnen diese Funktion erf\u00fcllen, so dass auch ein Wechsel eines Produkts oder Produktsystems bewusst mitbedacht wird. \u00a0&#8211; Bed\u00fcrfniseffizienz: Am weitesten geht die Analyse, welche Bed\u00fcrfnisse eigentlich hinter dem Konsum oder Einsatz bestimmter Produkte stehen und wie diese Bed\u00fcrfnisse am nachhaltigsten erf\u00fcllt werden k\u00f6nnten. So kann eine Gesch\u00e4ftsreise gegebenenfalls durch E-Mail-Verkehr oder eine Videokonferenz substituiert werden. Oder wenn es um Erholung geht, kann ein Ferienpark mit Spassschwimmbad in der N\u00e4he eine weite Reise ersetzen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13; &#13; Nachhaltigkeit soll so mit dem Kerngesch\u00e4ft verkn\u00fcpft werden, dass der Unternehmenserfolg nachvollziehbar durch entsprechende Massnahmen gest\u00e4rkt wird. 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Unternehmen k\u00f6nnen Ressourcenknappheiten beheben, indem sie weniger Ressourcen verbrauchen oder andere einsetzen. Ansatzpunkte sind Substitution, Verzicht oder Effizienzsteigerung. Die Bew\u00e4ltigung von Ressourcenknappheit ist in Unternehmen eine zentrale Aufgabe des Nachhaltigkeitsmanagements und dient sowohl einer nachhaltigen Organisationsentwicklung als auch einer nachhaltigen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft durch unternehmerische Leistungen. In der Praxis k\u00f6nnen Unternehmen Ressourcenknappheiten meist durch kombinierte Innovationen aus Konsistenz-, Suffizienz- und Effizienzans\u00e4tzen am wirksamsten bew\u00e4ltigen.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":123079,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8883","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55b205331d46a"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123076"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4278"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=123076"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123076\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128074,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123076\/revisions\/128074"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4278"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=123076"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=123076"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=123076"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=123076"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=123076"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=123076"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}