{"id":123121,"date":"2008-07-01T12:00:00","date_gmt":"2008-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/07\/haisch-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:40:52","modified_gmt":"2023-08-23T21:40:52","slug":"haisch-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/07\/haisch-3\/","title":{"rendered":"Die Ostschweiz &#8211; eine starke Region mit Wachstumsschw\u00e4che"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200807_13_Haisch_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie BAK-Grossregion Ostschweiz ist ein geografisch zusammenh\u00e4ngendes Gebiet. Neben St.Gallen als wirtschaftlichem Zentrum gibt es in der Grossregion weitere sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich bedeutende Standorte. Als Ausgangspunkt f\u00fcr eine vertiefte regionalwirtschaftliche Analyse dienen die drei klassischen Indikatoren Bruttoinlandprodukt (BIP), Erwerbst\u00e4tige und Bev\u00f6lkerung, mit welchen die Region hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Leistungskraft grob eingeordnet werden kann.&#13;<\/p>\n<h2>Unterdurchschnittliches BIP pro Kopf<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Ostschweiz erwirtschaftete im Jahr 2007 9,4% des nationalen BIP. Es arbeiteten 10,8% der Erwerbst\u00e4tigen in dieser Region, in welcher 11,7% der Schweizer Bev\u00f6lkerung leben. Aufgrund dieser Werte wird schnell klar, dass der Ostschweiz im Vergleich zu anderen Regionen eine eher untergeordnete Bedeutung f\u00fcr die Schweizer Volkswirtschaft zukommt.\u00a0Die Grossregion Ostschweiz wies in den Jahren 1990 bis 2007 ein BIP-Wachstum von durchschnittlich 1,2% auf und konnte damit nicht ganz mit der gesamtschweizerischen Entwicklung (1,4%) mithalten (siehe Grafik 1). Die Betrachtung dieser relativ langen Zeitspanne und des Durchschnittswertes ist allerdings tr\u00fcgerisch: Bis zum Jahr 1995 wuchs die Ostschweizer Wirtschaft \u00fcberdurchschnittlich. Eine Erkl\u00e4rung hierf\u00fcr liefert die industriegepr\u00e4gte Branchenstruktur in der Ostschweiz, welche weniger vom Rezessions-Schock Anfang der Neunzigerjahre betroffen war als Regionen mit einem hohen Anteil an Dienstleistungen. Allerdings verlangsamte sich ab 1996 das Wachstum und fiel unter den Schweizer Durchschnitt. Der Grund hierf\u00fcr liegt ebenfalls in der Wirtschaftsstruktur der Region, die sich dem aktuellen rasanten Strukturwandel nur schwer anpassen kann. Die industriell gepr\u00e4gte Wirtschaftsstruktur, aus der die Region Anfang der Neunzigerjahre einen komparativen Vorteil zog, wurde seit Mitte der Neunzigerjahre zu einem Wettbewerbsnachteil. Die strukturellen Anpassungsprobleme sind vor allem an der neueren Entwicklung deutlich erkennbar: In den Jahren von 1997 bis 2007 wuchs die Ostschweizer Wirtschaft um 1,6%, w\u00e4hrend das gesamtschweizerische Wachstum bei 2% lag.\u00a0Die Entwicklung der Erwerbst\u00e4tigenzahlen folgte in den Neunzigerjahren zeitverz\u00f6gert dem Muster des BIP. Bis 1998 entwickelte sich der Arbeitsmarkt der Ostschweiz \u00fcberdurchschnittlich gut. Ab 1999 verlor die Region im Vergleich zur Schweizer Entwicklung jedoch an Dynamik. \u00a0Durch die Konzentration an Industriebranchen, welche den Rezessionsschock etwas abfederten, wurden in der Ostschweiz in den Jahren 1990 bis 1998 mehr Stellen geschaffen als in anderen Regionen. Allerdings ist auch hier der strukturelle Anpassungsdruck deutlich sp\u00fcrbar. In j\u00fcngster Vergangenheit (1999 bis 2007) wuchs die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen in der Ostschweiz (0,7%) im Vergleich zur gesamten Schweiz (0,9%) nur unterdurchschnittlich.&#13;<\/p>\n<h2>Sinkende relative Attraktivit\u00e4t als Wohn- und Arbeitsort<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin aussagekr\u00e4ftiger Indikator f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t einer Region als Wohn- und Arbeitsort ist die Entwicklung der Bev\u00f6lkerung (siehe Grafik 2). Eine Grossregion wie die Ostschweiz w\u00e4chst bev\u00f6lkerungsm\u00e4ssig vor allem durch Migration. Die nat\u00fcrliche Bev\u00f6lkerungsentwicklung hat demgegen\u00fcber kaum einen Einfluss. In der Bev\u00f6lkerungsentwicklung der Ostschweiz kann ein deutlicher Wachstumsschub im Zeitraum von 1990 bis 1994 ausgemacht werden, in welchem die Bev\u00f6lkerung um durchschnittlich 1,3% wuchs (verglichen mit 1% des gesamtschweizerischen Wachstums). Die Migration in diesem Zeitraum kann durch die \u00fcberdurchschnittliche BIP-Entwicklung und die positive Entwicklung des Arbeitsmarktes erkl\u00e4rt werden. In den drei Folgejahren 1996 bis 1998 war die Ostschweiz so attraktiv wie ihre Schweizer Konkurrenzregionen, wohingegen sie in den Jahren ab 1999 an relativer Attraktivit\u00e4t verlor. Die Begr\u00fcndung liegt im starken Wachstum vor allem von unternehmensorientierten Dienstleistungen in anderen Schweizer Grossregionen, die in der Region Ostschweiz lediglich unterdurchschnittlich stark vertreten sind. \u00a0Die Wachstumsraten des BIP, der Erwerbst\u00e4tigen und der Bev\u00f6lkerung zeigen, dass die Ostschweiz seit Mitte der Neunzigerjahre mit strukturellen Problemen zu k\u00e4mpfen hat. Als Erstes verlangsamte sich das BIP-Wachstum, die Bev\u00f6lkerungsdynamik folgte ein Jahr und die Erwerbst\u00e4tigenzahl drei Jahre sp\u00e4ter.&#13;<\/p>\n<h2>Industriesektor als Zugpferd<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Analyse der Branchenstruktur dient im Folgenden zum besseren Verst\u00e4ndnis des volkswirtschaftlichen Charakters der Region und liefert einen Erkl\u00e4rungsansatz f\u00fcr die aktuellen Wachstumsschwierigkeiten der Ostschweiz.\u00a0Wie oben bereits erw\u00e4hnt, wird die Ostschweizer Wirtschaftsstruktur vom industriellen Sektor dominiert (siehe Grafik 3). Neben dem \u00f6ffentlichen Sektor sind es vor allem die Investitionsg\u00fcterindustrie und der \u00fcbrige sekund\u00e4re Sektor, welche mit einem Wertsch\u00f6pfungsanteil von zusammen knapp 28% das Gros der wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit der Region bestimmen. \u00a0Neben dem Beitrag zur Wertsch\u00f6pfung ist es ebenfalls aufschlussreich, die Konzentration von Branchen und damit die wirtschaftsstrukturelle Spezialisierung der Region genauer zu betrachten.&#13;<\/p>\n<h3>Konzentration der Maschinenbau- und Elektroindustrie<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Analyse der Spezialisierung von Branchen innerhalb der Region zeigt eine deutliche Konzentration des sekund\u00e4ren Sektors in der Ostschweiz. Sowohl die Investitionsg\u00fcterindustrie als auch der \u00fcbrige sekund\u00e4re Sektor sind im Vergleich zum Schweizer Durchschnitt st\u00e4rker vertreten. Innerhalb der Investitionsg\u00fcterindustrie sind es vor allem der Maschinenbau und die Metallverarbeitung, welche wertm\u00e4ssig am st\u00e4rksten ins Gewicht fallen, gefolgt von den Branchen \u00abFeinmechanik und Optik\u00bb sowie \u00abGer\u00e4te der Elektrizit\u00e4tserzeugung und Nachrichtentechnik\u00bb. Etwas weniger bedeutend ist hingegen der Fahrzeugbau. Innerhalb des \u00fcbrigen sekund\u00e4ren Sektors sind es vor allem die Nahrungsmittelindustrie, das Verlags- und Druckgewerbe sowie die Holzverarbeitung, welche wertm\u00e4ssig am wichtigsten sind.\u00a0Im Vergleich zur Branchenspezialisierung der Schweiz ist der Finanzsektor in der Region Ostschweiz stark untervertreten. Auch die unternehmensbezogenen Dienstleistungen und die Branche \u00abVerkehr und Nachrichten\u00fcbermittlung\u00bb weisen eine deutliche negative Differenz gegen\u00fcber dem Schweizer Durchschnitt auf.&#13;<\/p>\n<h2>Entwicklungspotenzial<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas vergangene Wertsch\u00f6pfungswachstum ist ein Indiz f\u00fcr aufstrebende Branchen und damit f\u00fcr zuk\u00fcnftiges Potenzial. Betrachtet man den Zeitraum 1990 bis 2007, hat sich die chemisch-pharmazeutische Industrie in der Region Ostschweiz mit einem Wachstum der realen Bruttowertsch\u00f6pfung von 7,2% am dynamischsten entwickelt (siehe Grafik 4). Dennoch bleibt sie damit knapp unter der gesamtschweizerischen Wachstumsdynamik. Erfreulich entwickelte sich in derselben Zeitperiode auch die Uhrenindustrie, welche mit einem Wachstum von 4,3% um gut 1% st\u00e4rker wuchs als der Schweizer Durchschnitt. Dabei ist zu beachten, dass die beiden Branchen zum jetzigen Zeitpunkt noch relativ unbedeutend f\u00fcr die Performance der Ostschweizer Wirtschaft sind. Dennoch geht von ihnen ein zuk\u00fcnftiges Entwicklungspotenzial f\u00fcr die Region aus, das nicht untersch\u00e4tzt werden darf.\u00a0Auch der terti\u00e4re Sektor &#8211; und dort vor allem der Finanzsektor und der Bereich Verkehr\/Kommunikation &#8211; entwickelte sich im betrachteten Zeitraum dynamisch, wenn auch nie besser als der Schweizer Schnitt. Lediglich der \u00f6ffentliche Sektor wuchs dynamischer.\u00a0Die f\u00fcr die Ostschweizer Wirtschaft wichtige Investitionsg\u00fcterindustrie und der \u00fcbrige sekund\u00e4re Sektor wuchsen mit 1,6% und 0,2% \u00fcberdurchschnittlich stark. Das relativ geringe Wachstum dieser Branchen &#8211; im Vergleich zur chemisch-pharmazeutischen Industrie &#8211; kann durch das bereits existierende hohe Niveau dieser Sektoren in der Region Ostschweiz erkl\u00e4rt werden. \u00a0Einen Wachstumsr\u00fcckgang mussten hingegen das Gastgewerbe (-2,5%), die \u00fcbrigen Dienstleistungen (-2,1%), die Landwirtschaft (-0,7%) sowie das Baugewerbe (-0,5%) hinnehmen. W\u00e4hrend die Landwirtschaft analog zum Schweizer Mittel schrumpfte, verlor das Gastgewerbe \u00fcberdurchschnittlich stark.&#13;<\/p>\n<h2>Internationaler Vergleich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm Erkenntnisse \u00fcber die Konkurrenzf\u00e4higkeit der Region Ostschweiz im internationalen Standortwettbewerb zu erlangen, ist es sinnvoll, die Region mit anderen internationalen Regionen zu vergleichen. Daf\u00fcr wurden Regionen ausgew\u00e4hlt, welche ebenfalls eine industriell gepr\u00e4gte Branchenstruktur aufweisen.\u00a0Als aussagekr\u00e4ftige Indikatoren f\u00fcr die wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit dienen das BIP pro Kopf und das BIP-Wachstum im Zeitraum 1990 bis 2006. Hier zeigt sich, dass die Region Ostschweiz im Vergleich der europ\u00e4ischen Industrieregionen zwar zusammen mit dem Espace Mittelland das h\u00f6chste BIP pro Kopf aufweist, in Bezug auf das Wachstum aber hinterher hinkt: Die Ostschweiz befindet sich zusammen mit Mailand, Antwerpen, dem Espace Mittelland und K\u00f6ln auf den hintersten R\u00e4ngen (siehe Grafik 5). Besser stehen hingegen die Regionen Rhein-Neckar, Karlsruhe, Lyon, Randstad und Steiermark da. \u00a0Warum schneidet die Ostschweiz im Vergleich der Industrieregionen hinsichtlich der Dynamik so schlecht ab? Und was machen die dynamischeren Regionen besser als die Ostschweiz? Die dynamischen Regionen setzen auf Innovationen im Hochtechnologiebereich, was sich in deren Namen und Image &#8211; wie zum Beispiel Technologieregion Karlsruhe oder der High-Tech-Region Rhein-Neckar &#8211; widerspiegelt. In diesen Hochtechnologieregionen ist die privatwirtschaftliche und universit\u00e4re Forschung stark mit der Industrie vernetzt, und das starke Wirtschaftswachstum spricht f\u00fcr ein intaktes regionales Innovationssystem. Das schwache regionale Wachstum der Ostschweizer Wirtschaft deutet demgegen\u00fcber auf ein defizit\u00e4res regionales Innovationssystem hin. Hier k\u00f6nnte angesetzt werden, um der auch im internationalen Vergleich zu beobachtenden Wachstumsschw\u00e4che nachhaltig entgegenzuwirken.&#13;<\/p>\n<h2>Stark zersplitterte Ostschweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Analyse des BIP- und des Bev\u00f6lkerungswachstums im Zeitraum 1990 bis 2006 auf Gemeindeebene gibt einen Einblick in die intraregionale Struktur und Dynamik der Ostschweizer Wirtschaft. Diese kleinr\u00e4umige Betrachtungsweise erm\u00f6glicht es, funktional zusammenh\u00e4ngende Einheiten zu identifizieren, und zeigt auf, welche R\u00e4ume von der wirtschaftlichen Entwicklung und von der Entwicklung als Wohnstandorte abgeschnitten sind. \u00a0Betrachtet man zun\u00e4chst das Wachstum des realen BIP pro Kopf, ergibt sich ein stark zersplittertes Bild der Region (siehe Grafik 6). Einzig das Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle innerhalb der Region sticht ins Auge, entwickelten sich die Gemeinden im Norden des Kantons St. Gallen, im Norden der beiden Appenzell sowie im Kanton Thurgau doch deutlich dynamischer als die s\u00fcdlicher gelegenen Gemeinden und jene des Kantons Glarus. Im Norden des Kantons St. Gallen und der beiden Appenzell sind es vor allem die Gemeinden des Rheintals, welche ein \u00fcberdurchschnittliches Wachstum von \u00fcber 2,4% im betrachteten Zeitraum aufwiesen. Das Rheintal, welches sich als \u00abHightech-Tal\u00bb bezeichnet und sich von Thal im Norden bis nach R\u00fcthi im S\u00fcden erstreckt, scheint eine eigene funktionale Kleinregion zu bilden. Der auch im internationalen Vergleich niedrige Steuersatz f\u00f6rdert hier die Ansiedlung von Unternehmen mit Sogwirkung in Richtung Deutschland und \u00d6sterreich. Zudem profitieren die dort angesiedelten Hochtechnologieunternehmen &#8211; wie Leica Geosystems &#8211; von den an der technischen Hochschule in Buchs ausgebildeten Fachkr\u00e4ften und dem dort produzierten Wissen. Die gute Verkehrsanbindung durch die N\u00e4he zum Flughafen Altenrhein und durch Autobahnanschl\u00fcsse an die Nachbarl\u00e4nder tr\u00e4gt ebenfalls dazu bei.\u00a0Ein weiterer Wachstumsbogen spannt sich von Gossau aus entlang den Gemeinden Oberb\u00fcren und Zuzwil in Richtung Nordwesten bis in den Kanton Thurgau. Weiterhin weisen alle Gemeinden, die direkt an den Kanton Z\u00fcrich grenzen, ein \u00fcberdurchschnittliches Wachstum auf. Hier wird eines deutlich: St. Gallen als Zentrum der Region lahmt.\u00a0Insgesamt kann man festhalten, dass die Region Ostschweiz keinen funktional zusammenh\u00e4ngenden Wirtschaftsraum darstellt. Vielmehr gibt es innerhalb der Grossregion einzelne, intakte und funktional zusammenh\u00e4ngende Kleinregionen. Dies ist auch der Grund f\u00fcr die Wachstumsschw\u00e4che der Region. W\u00fcrde man einzelne Unterregionen betrachten, erg\u00e4be sich wohl ein ganz anderes Bild.\u00a0Betrachtet man die Dynamik der Bev\u00f6lkerung im Zeitraum 1990 bis 2006, ist ein \u00e4hnliches Muster erkennbar wie bei der wirtschaftlichen Entwicklung (siehe Grafik 7). Dort, wo die Wirtschaft w\u00e4chst, entwickeln sich auch die Bev\u00f6lkerungszahlen positiv. Besonders attraktive Wohnregionen sind zudem die Gemeinden am Walensee, Z\u00fcrichsee und Bodensee, welche ein \u00fcberdurchschnittliches Wachstum aufweisen. Ein relativ starkes Wachstum weisen ebenso einige Gemeinden des Kantons Appenzell-Innerrhoden auf, was vermutlich durch die niedrigen Steuers\u00e4tze bedingt ist.&#13;<\/p>\n<h2>Gefahr des Verlustes von Wettbewerbsvorteilen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie verschiedenen Analysen zeigen eine wirtschaftlich erfolgreiche Region, die jedoch droht, im nationalen und internationalen Wettbewerb den Anschluss zu verlieren. Die schwache wirtschaftliche Dynamik der Ostschweiz in den letzten 10 Jahren ist auf verschiedene strukturelle Schw\u00e4chen der Region zur\u00fcckzuf\u00fchren: Die industriell gepr\u00e4gte Wirtschaftsstruktur ist zwar verantwortlich f\u00fcr das hohe regionale BIP pro Kopf, hat jedoch auch zu Wachstumsproblemen gef\u00fchrt. Die industrielle Pr\u00e4gung ist an sich kein Standortnachteil, wie man im internationalen Vergleich der Industrieregionen erkennen kann. Vielmehr kann die Region Ostschweiz ihr vorhandenes Potenzial nicht vollumf\u00e4nglich aussch\u00f6pfen. Die starke intraregionale Zersplitterung der Region und die Isolation von einzelnen Gebieten schaffen Entwicklungsbarrieren, die es zu \u00fcberwinden gilt. Eine bessere Vernetzung der Forschungs- und Entwicklungsaktivit\u00e4ten sowie der Verkehrsinfrastruktur &#8211; innerhalb der Region, aber auch regions\u00fcbergreifend &#8211; w\u00e4ren eine M\u00f6glichkeit, die Funktionalit\u00e4t in der Region herzustellen und als Grossregion zu wachsen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abEntwicklung des realen Bruttoinlandprodukts und der Erwerbst\u00e4tigen der Region Ostschweiz,1990-2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abEntwicklung von Bev\u00f6lkerung und Volkseinkommen der Region Ostschweiz, 1990-2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abRegionale Branchenstruktur der Region Ostschweiz, 2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 4 \u00abBranchenwachstum der Region Ostschweiz,1990-2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 5 \u00abOstschweiz im Vergleich mit anderen Regionen\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 6 \u00abReales BIP-Wachstum der Region Ostschweiz nach Gemeinden, 1990-2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 7 \u00abBev\u00f6lkerungswachstum der Region Ostschweiz nach Gemeinden, 1990-2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Online-Datenportal<\/b>&#13;<br \/>\nDie wichtigsten Grundlagedaten des vorliegenden Artikels sind auf der Homepage von BAK Basel Economics visualisiert aufbereitet ( <a href=\"http:\/\/www.bakbasel.com\">www.bakbasel.com<\/a> ).<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; &#13; Die BAK-Grossregion Ostschweiz ist ein geografisch zusammenh\u00e4ngendes Gebiet. 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