{"id":123141,"date":"2008-07-01T12:00:00","date_gmt":"2008-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/07\/schmid-12\/"},"modified":"2023-08-23T23:41:12","modified_gmt":"2023-08-23T21:41:12","slug":"schmid-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/07\/schmid-11\/","title":{"rendered":"Die Bedeutung von Staatsfonds f\u00fcr die Schweiz"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200807_08_Schmid_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"245\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Kein neues Ph\u00e4nomen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSWF sind kein neues Ph\u00e4nomen. Schon in den F\u00fcnfzigerjahren wurden solche Fonds von L\u00e4ndern wie Kuwait aufgebaut. Konkret handelt es sich um staatliche Investitionsvehikel, die mit Devisenreserven finanziert und getrennt von den geld- und w\u00e4hrungspolitischen Reserven verwaltet werden. Sie weisen erhebliche Unterschiede bez\u00fcglich Transparenz, Anlageziele und Risikoneigung auf. Einzelne SWF verwalten auch Pensionskassengelder, was in der Regel eher zu einem risikoscheuen Anlageansatz f\u00fchrt. Auch gewisse Staatsbanken werden zum Ph\u00e4nomen SWF hinzugez\u00e4hlt, besonders seit solche als Financiers von Bankenfusionen in Erscheinung getreten sind. Manche Zentralbanken verwalten Mittel aus Devisenreserven, welche &#8211; \u00e4hnlich wie SWF &#8211; \u00fcber das geld- und w\u00e4hrungspolitisch Notwendige hinausgehen. Finanzanalysten betrachten SWF, Hedge Fonds und Private Equity oft als gemeinsames Ph\u00e4nomen der \u00abneuen Power Broker\u00bb auf dem globalen Finanzmarkt, deren Finanzmittel im Jahr 2012 70% der von Pensionskassen verwalteten Mittel erreichen d\u00fcrften.\u00a0Zwei Drittel der von SWF gehaltenen Mittel entfallen auf ostasiatische (Singapur, China) und arabische Staaten (Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien). Die SWF aus rohstoffreichen L\u00e4ndern alimentieren sich durch Deviseneinnahmen aus Rohstoffverk\u00e4ufen, die asiatischen Fonds vorwiegend durch Handelsbilanz\u00fcbersch\u00fcsse. Etwa 16% der weltweiten SWF-Verm\u00f6gen werden von SWF aus OECD-Staaten gehalten.&#13;<\/p>\n<h2>Haltung der Empf\u00e4ngerstaaten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBisher t\u00e4tigten SWF zum gr\u00f6ssten Teil Portfolioinvestitionen, die in den Ziell\u00e4ndern als Liquidit\u00e4tsquelle in der Regel willkommen sind. Seit SWF vermehrt auch als Direktinvestoren auftreten, ist die Haltung in verschiedenen Ziell\u00e4ndern kritischer geworden. Nach Jahrzehnten fortschreitender Liberalisierung der grenz\u00fcberschreitenden Investitionen sind in letzter Zeit einige Staaten zu einer defensiveren Haltung \u00fcbergegangen. Neben den USA werden namentlich in den G7-Staaten Deutschland, Frankreich, Japan und Kanada sowie in China und Russland protektionistische Massnahmen diskutiert oder sind bereits getroffen worden. Dabei sind grunds\u00e4tzlich zwei Ans\u00e4tze zu unterscheiden:\u00a0&#8211; Beim ersten Ansatz werden Beteiligungen ausl\u00e4ndischer Investoren an Unternehmen in bestimmten Wirtschaftssektoren &#8211; meist ab einer gewissen Schwelle &#8211; ausgeschlossen. \u00a0&#8211; Beim zweiten Ansatz haben sich ausl\u00e4ndische Investitionsvorhaben beim Marktzutritt unter bestimmten Umst\u00e4nden einem generellen \u00dcberpr\u00fcfungsverfahren zu unterziehen. \u00a0\u00a0Derartige Screening-Verfahren f\u00fchren zwar nur selten zur formellen Verweigerung des Marktzutritts. Sie schaffen aber Raum f\u00fcr politische Einflussnahme und k\u00f6nnen einen betr\u00e4chtlichen Abschreckungseffekt haben. \u00a0Wirtschaftlich ebenfalls erfolgreiche Staaten &#8211; wie die Niederlande, Schweden, \u00d6sterreich, das Vereinigte K\u00f6nigreich und die Schweiz &#8211; nehmen von solchen Massnahmen weiterhin Abstand, wenngleich auch sie die Entwicklungen aufmerksam pr\u00fcfen. Auch die EU-Kommission will auf legislatorische Massnahmen verzichten, ruft aber die Pflicht zur Transparenz der SWF in Erinnerung.&#13;<\/p>\n<h2>Offene Kapitalm\u00e4rkte als Chance f\u00fcr die Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nKaum ein Land hat ein derart vitales Interesse an offenen Investitionsm\u00e4rkten wie die Schweiz. Schweizer Unternehmen geh\u00f6ren zu den aktivsten internationalen Investoren. Eine Spitzenstellung nehmen sie bei den Direktinvestitionen im Ausland ein (2006: 632 Mrd. Franken; mit 130% weltweit gr\u00f6sster Bestand im Verh\u00e4ltnis zum BIP). Auch schweizerische Staatsunternehmen investieren im Ausland, so z. B. Swisscom in die italienische Fastweb oder Elektrizit\u00e4tswerke in Energieerzeugungsanlagen. Per Saldo flossen 2006 aus Direktinvestitionen im Ausland rund 70 Mrd. Franken Kapitalertr\u00e4ge in die Schweiz, was \u00fcber 12% des Bruttosozialprodukts (BSP) entspricht. Der Kapitalbestand der ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen in der Schweiz ist ebenfalls bedeutend (266 Mrd. Franken) und tr\u00e4gt wesentlich zur Produktivit\u00e4t unseres Landes bei. \u00a0Ein m\u00f6glichst freier, nicht-diskriminierender und transparenter Kapitalverkehr ist Voraussetzung f\u00fcr eine kosteng\u00fcnstige Finanzierung und einen funktionierenden \u00abMarket for Corporate Control\u00bb. Der freie Kapitalverkehr ist deshalb ein zentrales Anliegen der Schweiz. SWF z\u00e4hlen zu den kapitalkr\u00e4ftigsten, langfristig ausgerichteten ausl\u00e4ndischen Investoren. Der Standort Schweiz muss sich im internationalen Wettbewerb um Finanzmittel und Investitionen g\u00fcnstig positionieren. Eine offene Politik der Schweiz mindert zudem das Diskriminierungsrisiko f\u00fcr Schweizer Unternehmen im Ausland.&#13;<\/p>\n<h2>Risiken der SWF als Direktinvestoren?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSWF weisen Gemeinsamkeiten mit Hedge Fonds und Private-Equity-Firmen auf, indem sie in ihren Herkunftsl\u00e4ndern im Vergleich zu anderen Anlageformen relativ geringen regulatorischen Anforderungen unterliegen und deshalb \u00fcber einen besonders breiten Anlagespielraum verf\u00fcgen. Auf diese Parallele wird von den SWF-Staaten gegen\u00fcber der Kritik an ihrer mangelnden Transparenz verwiesen. Verschiedene dieser Fonds sind bez\u00fcglich Eigent\u00fcmerstruktur, Aufsicht, Portefeuilles und Anlagestrategien wenig transparent. Hingegen unterscheiden sie sich von den Hedge Fonds und den meisten Private-Equity-Firmen unter anderem durch einen l\u00e4ngeren Anlagehorizont. Die Nachverfolgbarkeit der Kapitalfl\u00fcsse wird durch den Trend der SWF erschwert, zunehmend auch \u00fcber Hedge Fonds und Private-Equity-Firmen zu investieren.\u00a0SWF versorgen die Weltwirtschaft t\u00e4glich mit rund 2 Mrd. US-Dollar g\u00fcnstigem Risikokapital und tragen durch ihren grunds\u00e4tzlich langfristigen Anlagehorizont zur Stabilisierung der M\u00e4rkte bei. Aufgrund der umfangreichen Mittel sind die SWF f\u00fcr die internationale Finanzstabilit\u00e4t aber als systemrelevant anzusehen, was mit entsprechenden Risiken verbunden ist. So z.B. das Risiko grenz\u00fcberschreitender Verzerrungen von Aktienkursen bei grossen Portfolioumschichtungen eines SWF, welche durch Herdenverhalten anderer Investoren verst\u00e4rkt werden k\u00f6nnen.\u00a0Es ist davon auszugehen, dass SWF in Zukunft vermehrt auch auf dem Schweizer Markt investieren werden, und zwar sowohl in Form von Portfoliowie auch von Direktinvestitionen. Soweit keine spezialgesetzlichen Regeln den Zutritt ausl\u00e4ndisch beherrschter Investoren beschr\u00e4nken, ist die Schweiz auch f\u00fcr Investitionen von SWF offen. F\u00fcr in der Schweiz t\u00e4tige SWF gelten dieselben Gesetze und Regulierungen wie f\u00fcr alle anderen in- und ausl\u00e4ndischen Investoren. Diese offene Investitionspolitik birgt neben den vorerw\u00e4hnten bedeutenden Chancen auch gewisse Risiken, die zu entsprechenden Bef\u00fcrchtungen Anlass geben: \u00a0&#8211; Bei spezialgesetzlich oder durch Staatsbesitz der ausl\u00e4ndischen (und privaten inl\u00e4ndischen) Kontrolle entzogenen Unternehmen U. a. in den Sektoren R\u00fcstung, Energiegewinnung und -transport, Telekommunikation, \u00f6ffentlicher Verkehr und \u00f6ffentliche Dienstleistungen. d\u00fcrfte das Risiko der \u00abgrenz\u00fcberschreitenden Wiederverstaatlichung\u00bb bei allf\u00e4lligen Privatisierungen von Staatsunternehmen im Vordergrund stehen. Diesem Risiko kann mit Vorschriften bez\u00fcglich Eigent\u00fcmerstruktur und Verhaltensauflagen f\u00fcr zu privatisierende Unternehmen begegnet werden. \u00a0&#8211; SWF k\u00f6nnten ihre Finanzkraft nutzen, um mittels \u00dcbernahmen an Schl\u00fcsseltechnologien (z.B. in der Hightechoder Pharmaindustrie) oder anderweitiges spezielles geistiges Eigentum (z.B. Know-how von Finanzspezialisten) heranzukom-men. Damit unterscheiden sie sich allerdings nicht von privaten Investoren, die ebenfalls in \u00dcbernahmen investieren, um Know-how zu erwerben. Zudem ist geistiges Eigentum auch ohne Firmen\u00fcbernahmen handelbar und nicht standortgebunden. Um im Innovationswettbewerb bestehen zu k\u00f6nnen, muss Standortf\u00f6rderung somit ohnehin \u00fcber innovationsfreundliche Rahmenbedingungen betrieben werden.\u00a0&#8211; SWF k\u00f6nnten Schweizer Unternehmen \u00fcbernehmen, um Arbeitspl\u00e4tze ins Herkunftsland zu verlagern. SWF d\u00fcrften per se aber kaum st\u00e4rker als andere in- und ausl\u00e4ndische Investoren Anreiz haben, Arbeitspl\u00e4tze ins Ausland zu verlagern. Die Wahl von Produktionsstandorten wird durch unterschiedliche komparative Vorteile und Marktbedingungen (z.B. Verf\u00fcgbarkeit von qualifiziertem Personal, Lohnkosten) bestimmt. Arbeitsplatzverlagerungen, welche diese missachten, werden nicht nachhaltig sein und in der Regel scheitern. Arbeitspl\u00e4tze werden am wirkungsvollsten durch eine wettbewerbsfreundliche Regulierung und eine Bildungspolitik gesichert, welche die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des eigenen Wirtschaftsstandorts st\u00e4rkt. Dies bewirkt, dass Investitionen in der Schweiz bleiben.\u00a0&#8211; Weiter k\u00f6nnten SWF, welche Staatsunternehmen ihrer Herkunftsl\u00e4nder beherrschen oder finanziell unterst\u00fctzen, versucht sein, Konkurrenten derselben in anderen L\u00e4ndern, darunter auch in der Schweiz, zu \u00fcbernehmen, um sich eine bessere Marktposition zu verschaffen. Bei M\u00e4rkten mit freiem Marktzugang d\u00fcrfte ein solches Vorgehen allerdings nicht zielf\u00fchrend sein, da der SWF bzw. das von ihm gesponserte Unternehmen kaum verhindern k\u00f6nnte, dass neue Wettbewerber in die L\u00fccke springen w\u00fcr-den. \u00a0Entsprechend ihrem Zweck, Staatsverm\u00f6gen bestm\u00f6glich anzulegen, ist davon auszugehen, dass sich SWF grunds\u00e4tzlich nach \u00f6konomischen Prinzipen verhalten. Dies impliziert, dass sie &#8211; wie andere Investoren &#8211; ihre finanziellen Mittel dort anlegen werden, wo sie den besten Ertrag erwarten. Zudem setzen SWF immer mehr auf ein professionelles Management durch international ausgewiesene Fachleute. SWF haben selbst ein ausgepr\u00e4gtes Interesse an offenen Investitionsm\u00e4rkten und haben deshalb einen starken Anreiz, Handlungen zu unterlassen, die protektionistischen Tendenzen in den Zielstaaten Auftrieb geben k\u00f6nnten. \u00a0Es ist denn auch derzeit kein Fall bekannt, wo eine durch SWF get\u00e4tigte Investition die Bedenken bez\u00fcglich milit\u00e4rische Sicherheit, Versorgungssicherheit, Transfer von Schl\u00fcsseltechnologie oder Verlagerung von Arbeitspl\u00e4tzen best\u00e4tigt h\u00e4tte. Dennoch kann nicht vollst\u00e4ndig ausgeschlossen werden, dass sich ein SWF in einem konkreten Fall nicht als \u00abnormaler\u00bb Investor verh\u00e4lt, sondern (auch) politische Ziele seines Heimatstaates verfolgt.&#13;<\/p>\n<h2>Rechtliche Rahmenbedingungen f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investitionen in der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Schweiz besteht kein allgemeines System von Eingangskontrollen f\u00fcr Auslandinvestitionen. Ein solches System w\u00e4re mit der Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV) kaum zu vereinbaren. Eine Reihe von Sektoren, in denen \u00dcbernahmen durch SWF kritisch sein k\u00f6nnten, sind aber in der Schweiz zur Wahrung \u00fcbergeordneter Ziele unter geltendem Recht gegen private und ausl\u00e4ndische Kontrolle gesch\u00fctzt. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Dienstleistungs- und Infrastruktursektoren. Als Beispiele seien die SBB oder die nationale Netzgesellschaft genannt. Letztere muss nach dem neuen Stromversorgungsgesetz von Kantonen und Gemeinden beherrscht sein. \u00dcber die Konzessionierung hat zudem das Gemeinwesen die M\u00f6glichkeit, z.B. bei der Energieproduktion Vorgaben zur Eigentumsstruktur des Konzession\u00e4rs zu machen. In den \u00fcbrigen Sektoren obliegt es den Unternehmen, sich gegen unliebsame inl\u00e4ndische oder ausl\u00e4ndische Investitionen zu sch\u00fctzen. So haben gem\u00e4ss schweizerischem Gesellschaftsrecht Unternehmen die M\u00f6glichkeit, in ihren Statuten Stimmrechtsbeschr\u00e4nkungen vorzusehen oder im Rahmen der gesetzlichen Vinkulierungsm\u00f6glichkeiten die \u00dcbertragbarkeit von Aktien zu beschr\u00e4nken. F\u00fcr Investitionen in kotierten Gesellschaften sind zudem die b\u00f6rsenrechtlichen Meldepflichten zu beachten. Der Grundst\u00fcckerwerb von Personen im Ausland ist der Bewilligungspflicht unterworfen, soweit der Erwerb nicht betriebsnotwendigen Zwecken dient. Auch sektorspezifische aufsichtsrechtliche Vorgaben &#8211; wie sie z.B. im Finanzsektor bestehen &#8211; m\u00fcssen f\u00fcr Direktinvestitionen aus dem Ausland beachtet werden.&#13;<\/p>\n<h2>Arbeiten auf internationaler Ebene<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVerschiedene Staaten haben in j\u00fcngster Zeit ihre Absicht bekundet, sich intensiver mit den Fragen der Transparenz, Aufsicht und Kontrolle der Staatsfonds zu befassen. Aus diesem Grund wurde der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) beauftragt, einen freiwilligen Verhaltenskodex f\u00fcr Staatsfonds zu erarbeiten, w\u00e4hrend sich die OECD auf Empfehlungen f\u00fcr die Vermeidung unn\u00f6tig restriktiver Marktzugangsbeschr\u00e4nkungen in den Ziell\u00e4ndern konzentrieren soll. \u00a0Konkret steht im IWF die Erarbeitung eines Verhaltenskodexes f\u00fcr SWF im Vordergrund. Zumindest f\u00fcr die Schaffung eines solchen Kodexes auf freiwilliger Basis (Best Practice f\u00fcr Struktur, Risikomanagement, Transparenz und Rechenschaftspflicht) d\u00fcrfte derzeit auf internationaler Ebene ein politisches Momentum gegeben sein. Solche Richtlinien k\u00f6nnten zum einen beinhalten, dass SWF so unabh\u00e4ngig von den Regierungen sein sollen, wie es Notenbanken im Idealfall sind, was sich durch einen klaren Leistungsauftrag und durch entsprechende statutarische Absicherungen erreichen liesse. Zweitens k\u00f6nnten Beteiligungslimiten gepr\u00fcft werden. Sollte dieser Punkt nicht im IWF geregelt werden k\u00f6nnen, k\u00f6nnte sich die OECD dieser Frage annehmen, da sich diese Organisation ohnehin mit den Investitionspolitiken der Ziell\u00e4nder befasst. \u00a0Die Schweiz beteiligt sich in beiden Organisationen aktiv an den Arbeiten. Ob und in welchem Zeitraum der IWF und die OECD konkrete Antworten auf diese Fragen geben k\u00f6nnen, ist offen und setzt einen Konsens auf internationaler Ebene voraus. Erste Ergebnisse werden beim IWF bis Ende 2008, bei der OECD bis Mitte 2009 erwartet. Die internationalen Arbeiten werden nicht alle Fragen hinsichtlich SWF beantworten k\u00f6nnen. Multilateral abgest\u00fctzte Richtlinien k\u00f6nnen aber als Hilfsmittel bei der Beurteilung von Risiken und eines allf\u00e4lligen Handlungsbedarfs durch die einzelnen Empf\u00e4ngerl\u00e4nder dienen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Haltung der Schweiz<\/b>&#13;<br \/>\nMit dem Auftreten der SWF als aktive Investoren sind in einer der Investitionsfreiheit verpflichteten Volkswirtschaft Chancen und Risiken verbunden. Die Schweiz als kleine, offene und auf einen starken Finanzplatz abgest\u00fctzte Volkswirtschaft hat ein besonderes Interesse an einem m\u00f6glichst freien, nicht-diskriminierenden und transparenten Kapitalmarkt sowie an einem funktionierenden \u00abMarket for Corporate Control\u00bb. Eine offene Politik der Schweiz gegen\u00fcber Investitionen aus dem Ausland sichert dem Wirtschaftsstandort Schweiz einen ausreichenden Zufluss von Kapital und Know-how, was Voraussetzung f\u00fcr dessen Wettbewerbsf\u00e4higkeit ist. Eine diesbez\u00fcglich offene Politik ist auch deshalb notwendig, weil sonst das Diskriminierungsrisiko f\u00fcr Schweizer Direktinvestitionen im Ausland zunehmen w\u00fcrde, was angesichts der grossen Bedeutung der Auslandinvestitionen f\u00fcr unsere Unternehmen und das Schweizer Volkseinkommen fatal w\u00e4re. Innerstaatliche Regulierungen d\u00fcrfen deshalb nicht nach Staatsangeh\u00f6rigkeit oder Status der Investoren unterscheiden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; Kein neues Ph\u00e4nomen &#13; SWF sind kein neues Ph\u00e4nomen. Schon in den F\u00fcnfzigerjahren wurden solche Fonds von L\u00e4ndern wie Kuwait aufgebaut. Konkret handelt es sich um staatliche Investitionsvehikel, die mit Devisenreserven finanziert und getrennt von den geld- und w\u00e4hrungspolitischen Reserven verwaltet werden. Sie weisen erhebliche Unterschiede bez\u00fcglich Transparenz, Anlageziele und Risikoneigung auf. 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SWF verf\u00fcgen gegenw\u00e4rtig \u00fcber ein weltweit angelegtes Verm\u00f6gen von rund 3 Bio. US-Dollar. Sch\u00e4tzung des Internationalen W\u00e4hrungsfonds IWF, Juli 2007. Die von SWF gehaltenen Mittel d\u00fcrften bis im Jahr 2015 auf \u00fcber 10 Bio. US-Dollar anwachsen. Das sind Gr\u00f6ssenordnungen, die aufhorchen lassen und aktuell auch in der Schweiz eine Diskussion ausgel\u00f6st haben. Der vorliegende Beitrag analysiert Chancen und Risiken von Direktinvestitionen von SWF f\u00fcr die Schweiz.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":123144,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8847","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55b5dd6cd8bd3"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123141"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3183"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=123141"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123141\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128087,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123141\/revisions\/128087"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3184"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3183"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=123141"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=123141"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=123141"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=123141"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=123141"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=123141"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}