{"id":123151,"date":"2008-07-01T12:00:00","date_gmt":"2008-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/07\/zimmermann-6\/"},"modified":"2023-08-23T23:40:55","modified_gmt":"2023-08-23T21:40:55","slug":"zimmermann-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/07\/zimmermann-5\/","title":{"rendered":"Direktinvestitionen &#8211; aktuelle Entwicklungen in Theorie,Praxis und Politik"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200807_04_Zimmermann_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"278\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Bedeutung der ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen (Definition siehe&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1<\/b>&#13;<br \/>\nDie international anerkannte Definition von Direktinvestitionen befindet sich in der OECD Benchmark Definition of Foreign Direct Investment ( <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/daf\">www.oecd.org\/daf<\/a> , \u00abInternational Investments\u00bb, \u00abInvestment Statistics and Analysis\u00bb). Die vierte Ausgabe ist im April 2008 erschienen. Kurz gefasst bezeichnen ausl\u00e4ndische Direktinvestitionen (Foreign Direct Investment; FDI) jene Investitionen im Ausland, die mit der Absicht einer strategischen, langfristigen Beziehung zum Unternehmen, in das investiert wird, get\u00e4tigt werden. Dabei soll ein signifikanter Einfluss des Investors auf die F\u00fchrung des Unternehmens sichergestellt werden. Die Dauerhaftigkeit des Interesses an diesem Engagement ist gegeben, sofern der Direktinvestor mindestens 10% der Stimmrechte im Direktinvestitionsunternehmen besitzt. Unterschiedliche Transaktionstypen fallen unter den Begriff der Direktinvestitionen &#8211; von der Er\u00f6ffnung einer unselbstst\u00e4ndigen Zweigstelle \u00fcber das Engagement in einem Joint Venture und die Gr\u00fcndung von Tochtergesellschaften bis hin zu Unternehmensk\u00e4ufen und Fusionen.Im Gegensatz zu den Direktinvestitionen stellt Einflussnahme auf die Leitung des ausl\u00e4ndischen Unternehmens bei so genannten Portfolioinvestitionen kein Ziel dar. Bei Letzteren stehen die Ertr\u00e4ge aus dem Erwerb, Halten und Verkauf von Aktien und anderen Wertpapieren ohne Kontrolloder Einflussmotive im Vordergrund.) hat in den letzten Jahrzehnten markant zugenommen: Die Direktinvestitionsfl\u00fcsse stiegen nominal von 13,4 Mrd. US-Dollar im Jahr 1970 um mehr als das Hundertfache auf zuletzt 1537 Mrd. US-Dollar im Jahr 2007 (Datenquellen siehe&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 2<\/b>&#13;<br \/>\nEinen guten \u00dcberblick \u00fcber die internationale Direktinvestitionst\u00e4tigkeit bietet der j\u00e4hrlich erscheinende World Investment Report der United Nations Conference on Trade and Development (Unctad). Der erste Teil des Berichts bietet in der Regel einen \u00dcberblick \u00fcber aktuelle Entwicklungen und Daten, w\u00e4hrend sich der zweite Teil des Berichts einem j\u00e4hrlich wechselnden Schwerpunktthema widmet. Die ab 1991 erschienenen Berichte k\u00f6nnen im Internet frei unter der Adresse <a href=\"http:\/\/www.unctad.org\">www.unctad.org<\/a> , \u00abProgrammes\u00bb, \u00abForeign Direct Investment Statistics\u00bb, \u00abWorld Investment Directory\u00bb heruntergeladen werden. Zahlreiche L\u00e4nderprofile zur Direktinvestitionst\u00e4tigkeit sind ebenfalls \u00fcber die Unctad-Webseite zug\u00e4nglich: <a href=\"http:\/\/www.unctad.org\">www.unctad.org<\/a> , \u00abProgrammes\u00bb, \u00abForeign Direct Investment Statistics\u00bb, \u00abSearch by country\/ecomony\u00bb.Ausserdem betreibt die Unctad im Internet ein Statistikportal zu Direktinvestitionen: <a href=\"http:\/\/www.unctad.org\">www.unctad.org<\/a> , \u00abStatistics\u00bb, \u00abStatistical databases on-line\u00bb, \u00abForeign Direct Investment\u00bb oder http:\/\/stats.unctad.org\/FDI.Die Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bietet eine Datenbank mit Statistiken zur grenz\u00fcberschreitenden Direktinvestitionst\u00e4tigkeit an. F\u00fcr freigeschaltete Nutzer von \u00abSourceOECD\u00bb ist die Datenbank \u00fcber die Adresse <a href=\"http:\/\/www.sourceoecd.org\">www.sourceoecd.org<\/a> zug\u00e4nglich. Daneben bietet die OECD \u00fcber ihr neues Statistikportal derzeit einen offenen Zugriff auf zahlreiche Statistiken, darunter auch auf Statistiken zu Direktinvestitionen: http:\/\/stats.oecd.org. Daten zu den Direktinvestitionen in der Schweiz bzw. aus der Schweiz heraus werden j\u00e4hrlich im Dezember von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ver\u00f6ffentlicht. Sie sind im Internet zug\u00e4nglich unter <a href=\"http:\/\/www.snb.ch\">www.snb.ch<\/a> , \u00abStatistiken\u00bb, \u00abStatistische Publikationen\u00bb, \u00abDirektinvestitionen\u00bb. Die einzelnen Datentabellen sowie lange Zeitreihen k\u00f6nnen unter <a href=\"http:\/\/www.snb.ch\">www.snb.ch<\/a> , \u00abStatistiken\u00bb, \u00abStatistische Publikationen\u00bb, \u00abStatistisches Monatsheft (Serie S)\u00bb abgerufen werden. ). Rund zwei Drittel dieser Kapitalfl\u00fcsse gingen in Industriel\u00e4nder und etwa ein Drittel floss in Entwicklungs-, Schwellen- und Transitionsl\u00e4nder (siehe Grafik 1 ). Weshalb sind Direktinvestitionen f\u00fcr Unternehmen so attrak-tiv?&#13;<\/p>\n<h2>Theorie der Direktinvestitionen: Vielf\u00e4ltige Ans\u00e4tze<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie wirtschaftswissenschaftliche Literatur hat eine Vielzahl von Erkl\u00e4rungsans\u00e4tzen f\u00fcr Direktinvestitionen erarbeitet (siehe&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 3<\/b>&#13;<br \/>\n&#8211; Zum Erkl\u00e4rungsansatz der internationalen Kapitalbewegungen: Iversen, Carl: Aspects of the Theory of International Capital Movements, Kopenhagen: Levin and Munksgaard\/London: Oxford University Press, 1935.- Zum industrie\u00f6konomischen Ansatz: Hymer, Stephen H. (1960\/1976): The International Operations of National Firms: a Study of Direct Foreign Investment, Dissertation, Cambridge, Mass.: The MIT Press; Caves, Richard E. (1971): Industrial Corporations: The Industrial Economics of Foreign Investment, in: Economica, Bd. 38, Nr. 149, S. 1-27.- Zur Produktlebenszyklustheorie: Vernon, Raymond (1966): International Investment and International Trade in the Product Cycle, in: The Quarterly Journal of Economics, Bd. 80, Nr. 2, S. 190-207. &#8211; Zum strategischen Oligopolistenverhalten bei Direktinvestitionen: Knickerbocker, Frederick T. (1973): Oligopolistic Reaction and the Multinational Enterprise, Cambridge, Mass.: Harvard University Press.- Zu Internalisierungsvorteilen durch Direktinvestitionen: Buckley, Peter J. and Mark Casson (1976): The Future of the Multinational Enterprise, London: Macmillan &#8211; Zum Diversifizierungsmotiv als Erkl\u00e4rungsansatz: Rugman, Alan M. (1979): International Diversification and the Multinational Enterprise, Lexington, Mass.: D. C. Heath, Lexington Books.- Zum \u00abOLI-Ansatz\u00bb (eklektischer Ansatz): Dunning, John H. (1980): Toward an Eclectic Theory of International Production &#8211; Some Empirical Tests, in: Journal of International Business Studies, Bd. 11, Nr. 1, S. 9-31.- Zu neueren Ans\u00e4tzen: Conner, Kathleen R. (1991): A Historical Comparison of Resource-Based Theory and Five Schools of Thought Within Industrial Organization Economics: Do We Have a New Theory of the Firm?, in: Journal of Management, Bd. 17, Nr. 1, S. 121-154; Prahalad, C. K. and Yves L. Doz (1987): The Multinational Mission, New York: The Free Press; Bartlett, Christopher A. and Sumantra Ghoshal (1989): Managing Across Borders &#8211; The Transnational Solution, Boston, MA: Harvard Business School Press. ). Ein einheitliches Theorieger\u00fcst konnte dabei bislang nicht geschaffen werden. \u00a0 Fr\u00fche Ans\u00e4tze &#8211; wie die Theorie der Kapitalbewegungen &#8211; setzen Direktinvestitionen im Wesentlichen noch mit Portfolioinvestitionen gleich und begr\u00fcnden sie mit internationalen Zinsdifferenzen, d.h. mit dem Motiv der Erzielung einer h\u00f6heren Kapitalrendite. In den Sechzigerjahren r\u00fccken Marktunvollkommenheiten in den Vordergrund der Analysen: Die resultierenden industrie\u00f6konomischen Ans\u00e4tze sehen Direktinvestitionen vor allem als Instrument zur Ausnutzung monopolistischer Vorteile eines Unternehmens (z.B. Wissen) im Ausland. Ebenfalls aus den Sechzigerjahren stammt die Produktlebenszyklustheorie, die Direktinvestitionen im Ausland als Produktionsform f\u00fcr reife Produkte interpretiert. Weitere Ans\u00e4tze erkl\u00e4ren Direktinvestitionen mit strategischem Verhalten oder dem Streben nach Risikodiversifizierung. \u00a0 Der bis heute dominierende Ansatz zur Erkl\u00e4rung von Direktinvestitionen geht auf John H. Dunning zur\u00fcck. In seinem 1980 publizierten \u00abeklektischen\u00bb Ansatz (oder \u00abOLI-Ansatz\u00bb) hat er verschiedene theoretische Ans\u00e4tze integriert. Nach Dunning werden das Ausmass, die geografische Verteilung und die Struktur der internationalen Produktionsaktivit\u00e4t eines multinationalen Unternehmens (MNU) durch drei zentrale Gr\u00f6ssen bestimmt: eigentumsspezifische Vorteile des Unternehmens (O = Ownership), Standortvorteile einzelner L\u00e4nder (L = Location) sowie Vorteile aus der Internalisierung von Transaktionen innerhalb des Unternehmens (I = Internalization). \u00a0 Neuere Ans\u00e4tze stellen Managementaspekte in den Vordergrund oder versuchen, eine evolution\u00e4re Komponente einzubauen, etwa indem Ver\u00e4nderungen von eigentumsspezifischen Vorteilen im Zeitablauf ber\u00fccksichtigt werden. \u00a0 Die unterschiedlichen Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze spiegeln die vielf\u00e4ltigen und sich wandelnden Parameter von Direktinvestitionen in der Praxis wider. Hierzu geh\u00f6ren: \u00a0 &#8211; Unterschiedliche Investitionsmotive (z.B. ressourcenorientiert, absatzmarktorientiert, kostenorientiert oder strategisch) und Restriktionen (Kontroll-, Ressourcen- und Risikoerw\u00e4gungen) der Unternehmen; \u00a0 &#8211; unterschiedliche Akteure aus unterschiedlichen Branchen, z.B. multinationale Unternehmen (MNU), Klein- und Mittelunternehmen (KMU) am Beginn ihrer Internationalisierung, Staatsunternehmen, Investitionsvehikel wie Staatsfonds, Hedge Funds und Private-Equity-Gesellschaften; \u00a0 &#8211; unterschiedliche Marktformen, Wettbewerbsstrukturen (z.B. Monopole, Oligopole, monopolistische oder atomistische Konkurrenz), Marktgr\u00f6ssen und Reifegrade; \u00a0 &#8211; unterschiedliche Gesch\u00e4fts- und Managementmodelle, Organisationsformen und Kulturen (sowohl in Bezug auf die Unternehmen als auch auf die Herkunfts- und Ziell\u00e4nder); \u00a0 &#8211; unterschiedliche handels- und investitionspolitische Regulierungsans\u00e4tze und Standortbedingungen.&#13;<\/p>\n<h2>Trends in der Praxis<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Wandel der Parameter, welche Direktinvestitionen beeinflussen, schl\u00e4gt sich auch in globalen Trends nieder. Einige der wesentlichen Entwicklungen werden nachfolgend skizziert.&#13;<\/p>\n<h3>Starke Zunahme der Direktinvestitionen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWie erw\u00e4hnt, sticht zun\u00e4chst die starke Zunahme der Direktinvestitionst\u00e4tigkeit insbesondere seit den Neunzigerjahren hervor.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>1<\/b>&#13;<br \/>\nAngaben zur Bedeutung der Direktinvestitionen f\u00fcr die Schweiz enth\u00e4lt der Beitrag von Atteslander auf S. 14ff in der vorliegenden Ausgabe.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Gr\u00fcnde hierf\u00fcr liegen zum einen in der wirtschaftlichen Globalisierung und den sie begr\u00fcndenden Faktoren: die Integration neuer M\u00e4rkte in die Weltwirtschaft (ex-kommunistische Staaten, Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4nder), die Markt\u00f6ffnung nach dem Abschluss der Uruguay-Runde, die Schaffung regionaler Integrationsr\u00e4ume und das allgemeine Wachstum von Wirtschaft und Handel. Entsprechend besteht eine gewisse Parallelit\u00e4t zwischen FDI und der Dichte von Handelsbeziehungen, wobei die Kausalit\u00e4t teilweise offen ist. Auch unternehmerische Expansions- und Internationalisierungsstrategien f\u00fchren zu vermehrten FDI. \u00a0 Zum anderen ist der Anstieg Ausdruck steigender Transaktionswerte bei grenz\u00fcberschreitenden Unternehmensk\u00e4ufen und -zusammenschl\u00fcssen aufgrund der B\u00f6rsenentwicklung. Die Entwicklung der Direktinvestitionen reflektiert daher auch die Entwicklung an den Aktienm\u00e4rkten.&#13;<\/p>\n<h3>Starke Investitionst\u00e4tigkeit im Dienstleistungs- und Rohstoffsektor<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nBez\u00fcglich der sektoralen Zusammensetzung der Direktinvestitionen ist zun\u00e4chst die steigende Bedeutung des Dienstleistungssektors zu nennen. Flossen im Jahr 1990 noch rund 46,6% der FDI-Zufl\u00fcsse in den Dienstleistungssektor, betrug dessen Anteil im Jahr 2005 bereits rund 67%. \u00a0 Daneben verdient der erneut steigende Anteil des Rohstoffsektors Erw\u00e4hnung. Dieser erreichte um das Jahr 2003 mit sch\u00e4tzungsweise rund 7% nach einem jahrzehntelangen R\u00fcckgang die Talsohle und konnte bis im Jahr 2005 wieder auf rund 9% zulegen. Dieser Anstieg d\u00fcrfte sich in den letzten beiden Jahren beschleunigt haben. Das neuerliche Interesse an diesem Sektor d\u00fcrfte vor allem auf die erh\u00f6hte Rohstoffnachfrage und steigende Preise zur\u00fcckgehen. Neben Unternehmen aus Industriel\u00e4ndern treten zunehmend Unternehmen aus Schwellenl\u00e4ndern (China, Russland, Indien) als Investoren auf. Investive Engagements im Rohstoffbereich erlauben &#8211; im Gegensatz zum reinen Import &#8211; eine bessere Kontrolle der Ressourcen. Zugleich sind die Investoren ausl\u00e4ndischen Politikmassnahmen aber auch st\u00e4rker ausgesetzt, wie Enteignungen im Rohstoffsektor (z.B. in Bolivien) zeigen. Es verwundert deshalb kaum, dass in diesem \u00abpolitisierten\u00bb Sektor staatliche und staatsnahe Unternehmen besonders aktiv sind. Die Bem\u00fchungen der MNU werden oft durch die Aussen- und Entwicklungspolitik ihrer Herkunftsl\u00e4nder flankiert, wie das zunehmende Engagement Chinas in Afrika vor Augen f\u00fchrt.&#13;<\/p>\n<h3>Zunahme der Investitionen von Hedge Funds und Private Equity Funds<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas in den letzten Jahren g\u00fcnstige Zinssumfeld und der &#8211; bis zum Ausbruch der Finanzkrise &#8211; hohe Risikoappetit von Investoren und Fremdkapitalgebern haben eine besondere Form der Direktinvestitionen beg\u00fcnstigt: Unternehmensk\u00e4ufe und -zusammenschl\u00fcsse (Mergers and Acquisitions; M&amp;A). Allein im Jahr 2006 wurden 172 \u00abDeals\u00bb im Wert von jeweils \u00fcber 1 Mrd. US-Dollar durchgef\u00fchrt. Wurden solche Transaktionen im M&amp;A-Boom der Neunzigerjahre vor allem \u00fcber den Austausch von Aktien vollzogen, fanden in der letzten Boomphase vor allem schulden- und barfinanzierte M&amp;A statt. Damit einher ging ein verst\u00e4rktes Auftreten neuer Akteure wie Hedge Fonds und Private-Equity-Gesellschaften am Markt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>2<\/b>&#13;<br \/>\nDie Engagements dieser neuen Akteure weisen teilweise \u00e4hnliche Charakteristika auf wie Portfolioinvestitionen (siehe Kasten 1 zur Abgrenzung von Direkt- und Portfo-lioinvestitionen). Vgl. auch den Beitrag von Gerber und Schmuki auf S. 29ff in dieser Ausgabe.&#13;<\/p>\n<h3>Mehr Investoren aus Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie zunehmende Integration der Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4nder in die Weltwirtschaft hat sich in den letzten Jahren auch in einer Internationalisierung des Unternehmenssektors dieser L\u00e4nder manifestiert. Immer mehr MNU haben ihren Sitz in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern. Von den 100 gr\u00f6ssten MNU aus Entwicklungsl\u00e4ndern kommen 78 aus Asien und je 11 aus Afrika und Lateinamerika. Branchenm\u00e4ssig sind die Aktivit\u00e4ten dieser Unternehmen stark diversifiziert; die wichtigste Einzelbranche ist die elektrische\/elektronische Industrie.&#13;<\/p>\n<h2>Volkswirtschaftliche Bedeutung von Direktinvestitionen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWenngleich Direktinvestitionen in erster Linie Ausfluss unternehmensindividueller Entscheidungen sind, ist das Ausmass der Kapitalstr\u00f6me volkswirtschaftlich von Relevanz &#8211; und zwar f\u00fcr die Heimatstaaten der MNU ebenso wie f\u00fcr die Gaststaaten, in denen die Investitionen get\u00e4tigt werden. \u00a0 Direktinvestitionen erlauben eine effiziente Aufspaltung der Wertsch\u00f6pfungskette und eine weitergehende Arbeitsteilung. Die dabei entstehenden Spezialisierungsgewinne und Skaleneffekte k\u00f6nnen einen Beitrag zur Steigerung des Wohlstands in den beteiligten Volkswirtschaften leisten. Direktinvestitionen k\u00f6nnen zudem zur Stabilisierung der Zahlungsbilanz eines Landes beitragen, etwa indem ein Aussenhandelsdefizit durch ausl\u00e4ndische Direktinvestitionen ausgeglichen oder umgekehrt Handelsbilanz\u00fcbersch\u00fcsse im Ausland investiert werden. \u00a0 Industriel\u00e4nder mit einer alternden Bev\u00f6lkerung partizipieren durch Direktinvestitionen am Wachstum von Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern und der dort in aller Regel h\u00f6heren Kapitalrendite. Aus Sicht der Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder stellen Direktinvestitionen Kapitaleinfuhren dar, die der Schaffung produktiver Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr die Massen an jungen Arbeitskr\u00e4ften dienen, welche aufgrund der demografischen Entwicklung auf die Arbeitsm\u00e4rkte dr\u00e4ngen. \u00a0 Direktinvestitionen sind zudem ein Transfermechanismus f\u00fcr Technologie und Management-Know-how. Dadurch werden Produktivit\u00e4tssteigerungen ausgel\u00f6st, die \u00fcber das investierende Unternehmen hinaus auf lokale Unternehmen wirken k\u00f6nnen. Solche positiven externen Effekte k\u00f6nnen sich etwa durch die Beziehungen des MNU zu lokalen Firmen des Gastlandes oder durch Mitarbeiterfluktuation ergeben. Schliesslich verbessern Direktinvestitionen durch den so genannten \u00abIntra-Unternehmenshandel\u00bb (d.h. Handelsstr\u00f6me innerhalb eines MNU) auch die Exportm\u00f6glichkeiten der Gaststaaten. \u00a0 Die Aktivit\u00e4ten von MNU werden von der \u00d6ffentlichkeit aufmerksam verfolgt. Gerade Investitionen in Entwicklungsl\u00e4ndern stehen h\u00e4ufig pauschal in der Kritik. Urs\u00e4chlich sind oft Medienberichte \u00fcber Verfehlungen von MNU wie die Missachtung von Arbeitnehmerrechten, Umweltverschmutzung oder die Zusammenarbeit mit autorit\u00e4ren Regimes. Die teilweise berechtigte Kritik an Einzelf\u00e4llen droht jedoch, den generellen Beitrag von MNU an die Entwicklung ihrer Gaststaaten in den Hintergrund zu r\u00fccken: MNU transferieren neben Kapital und Technologie h\u00e4ufig auch \u00abweiche Faktoren\u00bb wie Qualit\u00e4ts-, Ausbildungsoder Schutzstandards in ihre Gaststaaten. Sie bieten den Arbeitskr\u00e4ften vor Ort zumeist bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen als lokale Arbeitgeber.&#13;<\/p>\n<h2>Investitionspolitik: Zwischen Liberalisierung und Neoprotektionismus<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie zunehmende Bedeutung der Direktinvestitionen hat auch das Interesse der Politik an Investitionsfragen aufleben lassen. In der Investitionspolitik dominierte in den letzten Jahrzehnten eine Tendenz der \u00d6ffnung und Liberalisierung: Im Bestreben um m\u00f6glichst gute Standortbedingungen haben zahlreiche L\u00e4nder ihre M\u00e4rkte f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investoren ge\u00f6ffnet. Konvertibilit\u00e4ts- und Kapitalverkehrsbeschr\u00e4nkungen fielen. Ebenso wurden Beschr\u00e4nkungen &#8211; wie Nationalit\u00e4tserfordernisse bei Kapitaleignern, sektorale Beschr\u00e4nkungen oder H\u00f6chstgrenzen f\u00fcr ausl\u00e4ndische Kapitalbeteiligungen &#8211; abgebaut. Grafik 2 verdeutlicht die internationalen Entwicklungen im rechtlichen Bereich. \u00a0 Diese Liberalisierung vollzog sich ohne einen einheitlichen Rechtsrahmen f\u00fcr internationale Investitionen auf multilateraler Ebene. Der Versuch der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Schaffung des Multilateralen Abkommens \u00fcber Investitionen (MAI) scheiterte im Jahr 1998. Gleichwohl befassen sich heute verschiedene multilaterale Gremien mit ausgew\u00e4hlten Fragen der Investitionspolitik, so unter anderem: \u00a0 &#8211; die OECD (z.B. Leits\u00e4tze f\u00fcr MNU); \u00a0 &#8211; die Unctad ( siehe&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 2<\/b>&#13;<br \/>\nEinen guten \u00dcberblick \u00fcber die internationale Direktinvestitionst\u00e4tigkeit bietet der j\u00e4hrlich erscheinende World Investment Report der United Nations Conference on Trade and Development (Unctad). Der erste Teil des Berichts bietet in der Regel einen \u00dcberblick \u00fcber aktuelle Entwicklungen und Daten, w\u00e4hrend sich der zweite Teil des Berichts einem j\u00e4hrlich wechselnden Schwerpunktthema widmet. Die ab 1991 erschienenen Berichte k\u00f6nnen im Internet frei unter der Adresse <a href=\"http:\/\/www.unctad.org\">www.unctad.org<\/a> , \u00abProgrammes\u00bb, \u00abForeign Direct Investment Statistics\u00bb, \u00abWorld Investment Directory\u00bb heruntergeladen werden. Zahlreiche L\u00e4nderprofile zur Direktinvestitionst\u00e4tigkeit sind ebenfalls \u00fcber die Unctad-Webseite zug\u00e4nglich: <a href=\"http:\/\/www.unctad.org\">www.unctad.org<\/a> , \u00abProgrammes\u00bb, \u00abForeign Direct Investment Statistics\u00bb, \u00abSearch by country\/ecomony\u00bb.Ausserdem betreibt die Unctad im Internet ein Statistikportal zu Direktinvestitionen: <a href=\"http:\/\/www.unctad.org\">www.unctad.org<\/a> , \u00abStatistics\u00bb, \u00abStatistical databases on-line\u00bb, \u00abForeign Direct Investment\u00bb oder http:\/\/stats.unctad.org\/FDI.Die Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bietet eine Datenbank mit Statistiken zur grenz\u00fcberschreitenden Direktinvestitionst\u00e4tigkeit an. F\u00fcr freigeschaltete Nutzer von \u00abSourceOECD\u00bb ist die Datenbank \u00fcber die Adresse <a href=\"http:\/\/www.sourceoecd.org\">www.sourceoecd.org<\/a> zug\u00e4nglich. Daneben bietet die OECD \u00fcber ihr neues Statistikportal derzeit einen offenen Zugriff auf zahlreiche Statistiken, darunter auch auf Statistiken zu Direktinvestitionen: http:\/\/stats.oecd.org. Daten zu den Direktinvestitionen in der Schweiz bzw. aus der Schweiz heraus werden j\u00e4hrlich im Dezember von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ver\u00f6ffentlicht. Sie sind im Internet zug\u00e4nglich unter <a href=\"http:\/\/www.snb.ch\">www.snb.ch<\/a> , \u00abStatistiken\u00bb, \u00abStatistische Publikationen\u00bb, \u00abDirektinvestitionen\u00bb. Die einzelnen Datentabellen sowie lange Zeitreihen k\u00f6nnen unter <a href=\"http:\/\/www.snb.ch\">www.snb.ch<\/a> , \u00abStatistiken\u00bb, \u00abStatistische Publikationen\u00bb, \u00abStatistisches Monatsheft (Serie S)\u00bb abgerufen werden. ); \u00a0 &#8211; die Welthandelsorganisation WTO (z.B. die Verpflichtungen unter dem Allgemeinen Abkommen \u00fcber den Handel mit Dienstleistungen Gats &#8211; oder das Abkommen \u00fcber handelsbezogene Investitionsmassnahmen Trims); \u00a0 &#8211; das Internationale Zentrum f\u00fcr die Beilegung von Investitionsstreitigkeiten ICSID; \u00a0 &#8211; die Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur (Miga) unter dem Dach der Weltbank (Angebot von Garantien gegen nicht-kommerzielle Risiken); \u00a0 &#8211; der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) . \u00a0 \u00a0 Vor allem im regionalen und bilateralen Rahmen bestehen gem\u00e4ss Angaben der Unctad weltweit Tausende von Abkommen, welche Direktinvestitionen erleichtern sollen. In dieses Abkommensgeflecht sind auch viele Entwicklungsl\u00e4nder eingebunden, obschon diese einem Regelwerk auf multilateraler Ebene bisher ablehnend gegen\u00fcberstanden. Weltweit wurden alleine zwischen 1980 und 2006 insgesamt 2460 bilaterale Investitionsschutzabkommen ausgehandelt. Diese beinhalten Bestimmungen zu Themen wie Meistbeg\u00fcnstigung, Inl\u00e4nderbehandlung oder Enteignungen und Entsch\u00e4digungen. Investitionsregeln finden sich ebenso in neueren Freihandelsabkommen. Relevant aus Sicht der MNU sind zudem die Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung, von denen weltweit zwischen 1980 und 2006 insgesamt 2124 abgeschlossen wurden. \u00a0 Neben diesem generellen Trend zu mehr Regelbindung und Liberalisierung in der Investitionspolitik ist in j\u00fcngerer Zeit aber auch eine gegenl\u00e4ufige Tendenz zu mehr Interventionismus und Regulierung auszumachen. So haben Venezuela und Bolivien Verstaatlichungen ausl\u00e4ndischer Unternehmen im Rohstoffsektor und in anderen Branchen in Angriff genommen. Russland hat restriktivere Regelungen f\u00fcr die Zulassung ausl\u00e4ndischer Investoren erlassen. Deutschland, Frankreich und weitere L\u00e4nder erarbeiten Abwehrdispositive gegen die zunehmenden Aktivit\u00e4ten ausl\u00e4ndischer staatlicher Investitionsfonds (Sovereign Wealth Funds, SWF). Vgl. hierzu die Beitr\u00e4ge von Schmid und B\u00fcrki auf S. 22ff sowie Riesen auf S. 26ff in dieser Ausgabe. Die USA wiederum wollen ihren \u00dcberpr\u00fcfungsmechanismus (Screening) f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investitionen st\u00e4rken. Die Liste liesse sich lange fortsetzen. \u00a0 Im Fokus der neuen Regulierungen stehen vor allem Sektoren, die als strategisch angesehen werden, wie beispielsweise die Rohstoff-, Infrastrukturoder Technologiebranche. Die Ursachen dieses Regulierungstrends sind vielf\u00e4ltig. Dazu geh\u00f6rt das erh\u00f6hte Sicherheitsbed\u00fcrfnis nach dem 11 . September 2001. Weiter bestehen diffuse \u00c4ngste vor neuen Investoren wie MNU aus Schwellenl\u00e4ndern, Hedge Fonds, Private-Equity-Gesellschaften (Stichwort Heuschreckendebatte) oder ausl\u00e4ndischen Staatsfonds. Im Rohstoffbereich d\u00fcrfte auch der zunehmende Verteilungskampf angesichts steigender Preise und wahrgenommener Verknappungstendenzen eine Rolle spielen. Generell d\u00fcrfte ein Teil der Abwehrreflexe auch in einem unbestimmten \u00ab\u00f6konomischen Nationalismus\u00bb wurzeln, wie er in letzter Zeit auch in anderen Bereichen zu beobachten ist. Dass die daraus resultierenden Regulierungen der Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Unternehmen und Volkswirtschaften in den seltensten F\u00e4llen dienlich sein d\u00fcrften, geht im politischen Aktionismus bisweilen unter.&#13;<\/p>\n<h2>Schlussfolgerungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie gegenw\u00e4rtige Finanzkrise, strengere Kreditvergabestandards und eine Abk\u00fchlung des Weltwirtschaftswachstums d\u00fcrften kurzbis mittelfristig zu einem geringeren Wachstum der internationalen Direktinvestitionen f\u00fchren. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die Aktivit\u00e4ten von Hedge Funds und Private-Equity-Gesellschaften im M&amp;A-Bereich. Fundamentale Trends &#8211; wie die wirtschaftliche Expansion der Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder, die fortgesetzte Internationalisierung des Unternehmenssektors sowie die Renaissance der Rohstoffbranche &#8211; deuten indessen l\u00e4ngerfristig auf einen weiteren Anstieg der Direktinvestitionst\u00e4tigkeit hin. \u00a0 Auch das Interesse der Politik an den Direktinvestitionen d\u00fcrfte ungebrochen bleiben, wobei die Liberalisierungstendenz der letzten Jahrzehnte allm\u00e4hlich einer st\u00e4rkeren \u00abRe-Regulierung\u00bb Platz machen oder zumindest durch eine solche flankiert werden k\u00f6nnte. Das Fehlen eines umfassenden multilateralen Rahmens f\u00fcr Direktinvestitionen hat sich in Zeiten des investitionspolitischen Liberalismus kaum negativ auf die grenz\u00fcberschreitende Investitionst\u00e4tigkeit ausgewirkt. Sollte der Trend zur Re-Regulierung anhalten, k\u00f6nnten auch wieder vermehrt Rufe nach einem multilateralen Regelwerk f\u00fcr Direktinvestitionen erschallen. Direktinvestitionen bleiben somit ein interessantes The-ma &#8211; f\u00fcr die Wirtschaft ebenso wie f\u00fcr Politik und Wissenschaft.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abWeltweite Direktinvestitionsfl\u00fcsse nach Gaststaaten, 1970-2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abRechtliche \u00c4nderungen im Direktinvestitionsbereich, 1992-2006\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Definition der ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen<\/b>&#13;<br \/>\nDie international anerkannte Definition von Direktinvestitionen befindet sich in der OECD Benchmark Definition of Foreign Direct Investment ( <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/daf\">www.oecd.org\/daf<\/a> , \u00abInternational Investments\u00bb, \u00abInvestment Statistics and Analysis\u00bb). Die vierte Ausgabe ist im April 2008 erschienen. Kurz gefasst bezeichnen ausl\u00e4ndische Direktinvestitionen (Foreign Direct Investment; FDI) jene Investitionen im Ausland, die mit der Absicht einer strategischen, langfristigen Beziehung zum Unternehmen, in das investiert wird, get\u00e4tigt werden. Dabei soll ein signifikanter Einfluss des Investors auf die F\u00fchrung des Unternehmens sichergestellt werden. Die Dauerhaftigkeit des Interesses an diesem Engagement ist gegeben, sofern der Direktinvestor mindestens 10% der Stimmrechte im Direktinvestitionsunternehmen besitzt. Unterschiedliche Transaktionstypen fallen unter den Begriff der Direktinvestitionen &#8211; von der Er\u00f6ffnung einer unselbstst\u00e4ndigen Zweigstelle \u00fcber das Engagement in einem Joint Venture und die Gr\u00fcndung von Tochtergesellschaften bis hin zu Unternehmensk\u00e4ufen und Fusionen.Im Gegensatz zu den Direktinvestitionen stellt Einflussnahme auf die Leitung des ausl\u00e4ndischen Unternehmens bei so genannten Portfolioinvestitionen kein Ziel dar. Bei Letzteren stehen die Ertr\u00e4ge aus dem Erwerb, Halten und Verkauf von Aktien und anderen Wertpapieren ohne Kontrolloder Einflussmotive im Vordergrund.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 2: Informations- und Datenquellen zu Direktinvestitionen<\/b>&#13;<br \/>\nEinen guten \u00dcberblick \u00fcber die internationale Direktinvestitionst\u00e4tigkeit bietet der j\u00e4hrlich erscheinende World Investment Report der United Nations Conference on Trade and Development (Unctad). Der erste Teil des Berichts bietet in der Regel einen \u00dcberblick \u00fcber aktuelle Entwicklungen und Daten, w\u00e4hrend sich der zweite Teil des Berichts einem j\u00e4hrlich wechselnden Schwerpunktthema widmet. Die ab 1991 erschienenen Berichte k\u00f6nnen im Internet frei unter der Adresse <a href=\"http:\/\/www.unctad.org\">www.unctad.org<\/a> , \u00abProgrammes\u00bb, \u00abForeign Direct Investment Statistics\u00bb, \u00abWorld Investment Directory\u00bb heruntergeladen werden. Zahlreiche L\u00e4nderprofile zur Direktinvestitionst\u00e4tigkeit sind ebenfalls \u00fcber die Unctad-Webseite zug\u00e4nglich: <a href=\"http:\/\/www.unctad.org\">www.unctad.org<\/a> , \u00abProgrammes\u00bb, \u00abForeign Direct Investment Statistics\u00bb, \u00abSearch by country\/ecomony\u00bb.Ausserdem betreibt die Unctad im Internet ein Statistikportal zu Direktinvestitionen: <a href=\"http:\/\/www.unctad.org\">www.unctad.org<\/a> , \u00abStatistics\u00bb, \u00abStatistical databases on-line\u00bb, \u00abForeign Direct Investment\u00bb oder http:\/\/stats.unctad.org\/FDI.Die Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bietet eine Datenbank mit Statistiken zur grenz\u00fcberschreitenden Direktinvestitionst\u00e4tigkeit an. F\u00fcr freigeschaltete Nutzer von \u00abSourceOECD\u00bb ist die Datenbank \u00fcber die Adresse <a href=\"http:\/\/www.sourceoecd.org\">www.sourceoecd.org<\/a> zug\u00e4nglich. Daneben bietet die OECD \u00fcber ihr neues Statistikportal derzeit einen offenen Zugriff auf zahlreiche Statistiken, darunter auch auf Statistiken zu Direktinvestitionen: http:\/\/stats.oecd.org. Daten zu den Direktinvestitionen in der Schweiz bzw. aus der Schweiz heraus werden j\u00e4hrlich im Dezember von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ver\u00f6ffentlicht. Sie sind im Internet zug\u00e4nglich unter <a href=\"http:\/\/www.snb.ch\">www.snb.ch<\/a> , \u00abStatistiken\u00bb, \u00abStatistische Publikationen\u00bb, \u00abDirektinvestitionen\u00bb. Die einzelnen Datentabellen sowie lange Zeitreihen k\u00f6nnen unter <a href=\"http:\/\/www.snb.ch\">www.snb.ch<\/a> , \u00abStatistiken\u00bb, \u00abStatistische Publikationen\u00bb, \u00abStatistisches Monatsheft (Serie S)\u00bb abgerufen werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 3: Wirtschaftswissenschaftliche Basisliteratur zu Direktinvestitionen<\/b>&#13;<br \/>\n&#8211; Zum Erkl\u00e4rungsansatz der internationalen Kapitalbewegungen: Iversen, Carl: Aspects of the Theory of International Capital Movements, Kopenhagen: Levin and Munksgaard\/London: Oxford University Press, 1935.- Zum industrie\u00f6konomischen Ansatz: Hymer, Stephen H. (1960\/1976): The International Operations of National Firms: a Study of Direct Foreign Investment, Dissertation, Cambridge, Mass.: The MIT Press; Caves, Richard E. (1971): Industrial Corporations: The Industrial Economics of Foreign Investment, in: Economica, Bd. 38, Nr. 149, S. 1-27.- Zur Produktlebenszyklustheorie: Vernon, Raymond (1966): International Investment and International Trade in the Product Cycle, in: The Quarterly Journal of Economics, Bd. 80, Nr. 2, S. 190-207. &#8211; Zum strategischen Oligopolistenverhalten bei Direktinvestitionen: Knickerbocker, Frederick T. (1973): Oligopolistic Reaction and the Multinational Enterprise, Cambridge, Mass.: Harvard University Press.- Zu Internalisierungsvorteilen durch Direktinvestitionen: Buckley, Peter J. and Mark Casson (1976): The Future of the Multinational Enterprise, London: Macmillan &#8211; Zum Diversifizierungsmotiv als Erkl\u00e4rungsansatz: Rugman, Alan M. (1979): International Diversification and the Multinational Enterprise, Lexington, Mass.: D. C. Heath, Lexington Books.- Zum \u00abOLI-Ansatz\u00bb (eklektischer Ansatz): Dunning, John H. (1980): Toward an Eclectic Theory of International Production &#8211; Some Empirical Tests, in: Journal of International Business Studies, Bd. 11, Nr. 1, S. 9-31.- Zu neueren Ans\u00e4tzen: Conner, Kathleen R. (1991): A Historical Comparison of Resource-Based Theory and Five Schools of Thought Within Industrial Organization Economics: Do We Have a New Theory of the Firm?, in: Journal of Management, Bd. 17, Nr. 1, S. 121-154; Prahalad, C. K. and Yves L. Doz (1987): The Multinational Mission, New York: The Free Press; Bartlett, Christopher A. and Sumantra Ghoshal (1989): Managing Across Borders &#8211; The Transnational Solution, Boston, MA: Harvard Business School Press.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; &#13; Die Bedeutung der ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen (Definition siehe&#13; &#13; Kasten 1&#13; Die international anerkannte Definition von Direktinvestitionen befindet sich in der OECD Benchmark Definition of Foreign Direct Investment ( www.oecd.org\/daf , \u00abInternational Investments\u00bb, \u00abInvestment Statistics and Analysis\u00bb). Die vierte Ausgabe ist im April 2008 erschienen. 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