{"id":123171,"date":"2008-06-01T12:00:00","date_gmt":"2008-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/06\/farsi-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:41:03","modified_gmt":"2023-08-23T21:41:03","slug":"farsi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/06\/farsi\/","title":{"rendered":"Verbundvorteile und Kosteneffizienz von schweizerischen Versorgungsunternehmen"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200806_09_Farsi_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern wird die lokale Versorgung der Haushalte und Industrien mit Gas, Strom und Wasser mit so genannten Querverbundunternehmen organisiert. In diesem Fall bietet ein einziges lokales Versorgungsunternehmen mehrere Produkte an. Solche Unternehmen arbeiten in Netzindustrien mit mehrstufigen Produktionsprozessen (Produktion, \u00dcbertragung, Verteilung, Handel). Dabei gilt der Netzbereich (\u00dcbertragung und Verteilung) als nat\u00fcrliches Monopol, w\u00e4hrend Stufen wie Produktion und Handel als potenzielle Wettbewerbsm\u00e4rkte &#8211; zumindest im Strom- und Gasbereich &#8211; gelten. Gegenw\u00e4rtig sind die Strom-, Gas- und Wasserm\u00e4rkte in vielen L\u00e4ndern einem grossen Umwandlungsprozess unterworfen. Ziel dieser Marktreformen ist generell, Wettbewerb zu schaffen sowie in der Verteilung und \u00dcbertragung neue Regulierungsinstrumente einzuf\u00fchren, um damit eine effizientere Industriestruktur zu erreichen. In der Schweiz wird zurzeit eine Reform des Elektrizit\u00e4tsmarktes eingef\u00fchrt, w\u00e4hrend die Reformen der Gas- und Wasserm\u00e4rkte noch in der Studienphase sind.&#13;<\/p>\n<h2>Entb\u00fcndelung und Quervergleiche mit \u00f6konomischen Problemen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn vielen L\u00e4ndern wurden Massnahmen ergriffen, um die unterschiedlichen Aktivit\u00e4ten der Versorgungsunternehmen aufzubrechen (Unbundling). Gleichzeitig wurden neue Regulierungsinstrumente zur Bestimmung des Preises der Netzbenutzung eingef\u00fchrt. Zur Preisbestimmung verwenden die Regulierungsbeh\u00f6rden, die f\u00fcr die Kontrolle der Monopolbereiche der Netzindustrien verantwortlich sind, zumeist Resultate von Leistungsvergleich-Analysen der Kosten einzelner Unternehmen (Benchmarking). Die Einf\u00fchrung des Unbundling und Quervergleiche der Kosten sind jedoch mit einigen \u00f6konomischen Problemen verbunden: Verlust von Verbundvorteilen und Ungenauigkeiten in der Meessung der Kosteneffizienz.\u00a0Durch eine organisatorische und gesellschaftsrechtliche Entb\u00fcndelung soll die Effizienz verbessert und der Wettbewerb gest\u00e4rkt werden, indem Eintrittsbarrieren und Quersubventionierungen abgebaut werden und die Transparenz erh\u00f6ht wird. Ein Nebeneffekt dieser Entb\u00fcndelung ist aber der Verlust von Verbundvorteilen, d.h. von Synergien, die &#8211; bei horizontaler Entflechtung &#8211; durch die gemeinsame Verteilung von Gas, Strom und Wasser erreicht werden (siehe Kasten 1 Von Verbundvorteilen spricht man, wenn die gemeinsame Produktion zweier unterschiedlicher G\u00fcter kosteng\u00fcnstiger ist als ihre separate Produktion. Ein Unternehmen produziert in diesem Fall mehrere G\u00fcter gemeinsam g\u00fcnstiger, als dies andere Unternehmen k\u00f6nnen, welche sich auf die Produktion je eines Gutes spezialisieren. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Existenz von Verbundvorteilen sind gem\u00e4ss Panzar (1989) die Nutzung gemeinsamer Inputs und die Unteilbarkeit von Ressourcen. So k\u00f6nnen Skalenertr\u00e4ge ausgenutzt werden, wenn derselbe Input f\u00fcr die Produktion mehrerer Outputs ben\u00f6tigt wird. Auch k\u00f6nnen gewisse Inputs den Charakter eines \u00f6ffentlichen Gutes aufweisen und daher f\u00fcr alle Produktionsprozesse zur Verf\u00fcgung stehen. Ist ein Inputfaktor nur schwierig teilbar, so kann eine m\u00f6gliche \u00dcberkapazit\u00e4t dieses Inputfaktors f\u00fcr die Produktion eines anderen Gutes verwendet werden. Zudem k\u00f6nnen Vorteile durch die geballte Reservehaltung (Economies of Massed Reserves) entstehen, indem bei der Produktion verschiedener G\u00fcter auf dieselbe Reservekapazit\u00e4t zur\u00fcckgegriffen werden kann. Verbundvorteile treten daher typischerweise in horizontal integrierten Industrien auf. So k\u00f6nnen im Infrastrukturbereich Querverbundunternehmen etwa aufgrund koordinierter Grabungsarbeiten oder einer gemeinsamen Verwaltung f\u00fcr die Organisation des St\u00f6rungsdienstes, der Z\u00e4hlerablesungen und der Fakturierungen Verbundvorteile aufweisen.). \u00a0Ein Benchmarking der Regulierungsbeh\u00f6rde wird oft durch die Tatsache erschwert, dass die Netzkosten der Netzbetreiber von verschiedenen Charakteristika der Versorgungsgebiete abh\u00e4ngen, welche von den Netzbetreibern nicht beeinflusst werden k\u00f6nnen und die zum Teil nicht beobachtbar sind oder nur schwer gemessen werden k\u00f6nnen, denen bei der Entgeltgestaltung aber Rechnung getragen werden sollte. Bei den in diesem Artikel vorgestellten empirischen Untersuchungen Vgl. Farsi, M., A. Fetz und M. Filippini (2008); Farsi, M. und M. Filippini (2007). gelangten mehrere \u00f6konometrische Methoden zur Anwendung, die zur L\u00f6sung des Problems der unbeobachtbaren Heterogenit\u00e4t der Unternehmen beitragen.&#13;<\/p>\n<h2>Methoden zur Erhebung der Kosteneffizienz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr das Benchmarking von Kosten der Firmen werden heute haupts\u00e4chlich zwei Methoden verwendet: parametrische (bzw. \u00f6konometrische) und nicht-parametrische Methoden. In dieser Studie haben wir uns auf die parametrischen Methoden konzen-triert. Diese basieren auf der Sch\u00e4tzung einer Kostenfunktion mittels multipler Regres-sionsanalyse. Die auf Basis der gesch\u00e4tzten Kostenfunktion ermittelten Normkosten k\u00f6nnen dann als Benchmark f\u00fcr die Berechnung der Abweichung der tats\u00e4chlichen Kosten von den optimalen Kosten herangezogen werden. Dieser Unterschied wird als Kostenineffizienz bezeichnet. \u00a0Je nach zugrunde liegenden Annahmen lassen sich deterministische oder stochastische Frontierkostenfunktionen unterscheiden. Bei der deterministischen Funktion wird eine einseitig verteilte, stets positive St\u00f6rvariable eingesetzt, mit der die Kostenineffizienz der Firmen gemessen werden soll. Auf diese Weise werden jedoch zuf\u00e4llige Fehler in den Beobachtungen nicht ber\u00fccksichtigt. Bei der stochastischen Funktion erfolgt durch eine Aufspaltung des St\u00f6rterms in zwei Komponenten &#8211; in eine stets positive St\u00f6rvariable und eine normalverteilte Zufallsvariable &#8211; eine Trennung zwischen Ineffizienz und \u00abstatistischem Rauschen\u00bb. Allerdings k\u00f6nnen auf diese Weise unbeobachtbare Charakteristika der Versorgungsgebiete und allf\u00e4llige Ineffizienzen der Unternehmen nicht unterschieden werden. Dieses Problem ist gravierender bei Unternehmen mit mehreren Produktionszweigen, da diese Bereiche verschiedene Typen von Kostentreibern mit spezifischen Charakteristika aufweisen k\u00f6nnen. Mit der Verwendung von Paneldaten und relativ neuen \u00f6konometrischen Modellen ist es aber m\u00f6glich, durch eine Aufspaltung des St\u00f6rterms in drei Komponenten &#8211; in eine stets positive St\u00f6rvariable, eine normalverteilte Zufallsvariable und in eine zeitinvariante Komponente, welche die unbeobachtbaren Charakteristika der Versorgungsgebiete ber\u00fccksichtigt &#8211; eine Trennung zwischen Ineffizienz, \u00abstatistischem Rauschen\u00bb und unbeobachtbarer Heterogenit\u00e4t zu realisieren.\u00a0F\u00fcr die \u00f6konometrische Sch\u00e4tzung der Frontierkostenfunktion (siehe Kasten 2 F\u00fcr die Bestimmung der Verbundvorteile und des Grades der Kosteneffizienz wurden sowohl eine quadratische als auch eine translog Multiproduktkostenfunktion mit unterschiedlichen \u00f6konometrischen Methoden f\u00fcr Paneldaten gesch\u00e4tzt. In dieser empirischen Analyse wurden Daten aus einer repr\u00e4sentativen Stichprobe von schweizerischen Versorgungsunternehmungen, die vorwiegend in st\u00e4dtischen Gebieten t\u00e4tig sind, beigezogen. Es handelt sich um einen unbalancierten Paneldatensatz der Jahre 1997 bis 2005. Die Modellspezifikationen basieren auf einer Kostenfunktion mit drei Outputs, vier Inputs sowie einer Outputcharakteristik. Die folgende generelle Modellspezifikation der Totalkostenfunktion wurde benutzt_C=C(q(1), q(2), q(3), w(1), w(2), w(3), w(4), CD), wobei C die Gesamtkosten darstellen und q(1), q(2) und q(3) die Outputs, n\u00e4mlich die Strom-, Gas- und Wasserabgabe; w(1) bis w(4) sind die Faktorpreise von Arbeit (1), Kapital (2), Stromeinkauf (3) und Gaseinkauf (4). DieVariable CD stellt als Outputcharakteristik die Kundendichte dar.) haben wir vier Modelle gesch\u00e4tzt: drei traditionelle Modelle, die durch die Aufspaltung des St\u00f6rterms in zwei Komponenten die Kosten-ineffizienz sch\u00e4tzen, sowie ein relativ neues, so genanntes True-Random-Effects-Modell (True-RE-Modell), welches die Sch\u00e4tzung der Kostenineffizienz aufgrund der Aufspaltung des St\u00f6rterms in drei Komponenten verfeinert.&#13;<\/p>\n<h2>Empirische Resultate<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie mit diesen vier Modellen erhaltenen Ineffizienzwerte sind in Tabelle 1 zusammengefasst. Wie erwartet liefert das True-RE-Modell im Vergleich zu den anderen Modellen tiefere Ineffizienzwerte. Gem\u00e4ss diesem Modell haben die Querverbundunternehmen im Durchschnitt um 6% \u00fcberh\u00f6hte Kosten im Vergleich zu einer effizienten Produktion, w\u00e4hrend die anderen Modelle \u00fcberh\u00f6hte Kosten zwischen 18% und 21% ermitteln. Die Median-Ineffizienz f\u00fcr das True-RE-Modell liegt bei 5%, f\u00fcr die anderen Modelle bei 20%. Es ist jedoch anzumerken, dass die Sch\u00e4tzergebnisse des True-RE-Modells die persistenten Ineffizienzen, welche \u00fcber die Zeit mehr oder weniger konstant bleiben, nicht enthalten (resp. dem Kostenfaktor \u00abunbeobachtbare Charakteristika der Versorgungsgebiete\u00bb zuschlagen). Wenn man davon ausgeht, dass gewisse Ursachen f\u00fcr die Ineffizienz in zeitinvariante, \u00fcberh\u00f6hte Kosten resultieren, dann sind die Sch\u00e4tzergebnisse dieses Modells als Untergrenze f\u00fcr die Ineffizienz der Unternehmen anzusehen. Andererseits wird in den anderen drei Modellen angenommen, dass alle zeitinvarianten Kostenunterschiede, welche durch die Heterogenit\u00e4t der Produktionsvoraussetzungen gerechtfertigt werden, durch die entsprechenden erkl\u00e4renden Variablen, welche im Modell enthalten sind, ber\u00fccksichtigt werden, sodass der Rest als Ineffizienz interpretiert werden kann. Daher k\u00f6nnen die Ineffizienzwerte aus diesen Modellen als Obergrenze f\u00fcr das wahre Niveau der Ineffizienz in diesem Sektor angesehen werden. \u00a0Um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob die Effizienzsch\u00e4tzungen eine konsistente Rangfolge zwischen den verschiedenen Modellen aufweisen, haben wir die Korrelationskoeffizienten zwischen den Sch\u00e4tzergebnissen untersucht. Sie zeigen eine hohe positive Korrelation zwischen den ersten drei Modellen. Jedoch besteht eine relativ tiefe Korrelation zwischen diesen Modellen und dem True-RE-Modell. Dieses Ergebnis verdeutlicht, dass ein nicht angemessenes Modell eine falsche Rangordnung der Unternehmen nach Effizienzwerten liefern kann. \u00a0Die empirische Analyse hat die Verbundvorteile in der Verteilung von Elektrizit\u00e4t, Gas und Wasser offenbart. Die Ergebnisse bez\u00fcglich der Verbundvorteile f\u00fcr repr\u00e4sentative Outputniveaus und f\u00fcr repr\u00e4sentative Gruppen von Unternehmen haben gezeigt, dass die Verbundvorteile besonders f\u00fcr kleine Unternehmen hoch sind (40% bis 50%). Mit steigender Gr\u00f6sse nehmen die Verbundvorteile ceteris paribus ab (siehe Tabelle 2). Dies best\u00e4tigt die Hypothese, dass bei grossen horizontal integrierten Unternehmen die Koordination erschwert wird. Jedoch weisen auch die gr\u00f6ssten Versorgungsunternehmen in der Schweiz mit \u00fcber 100000 Kunden noch substanzielle Verbundvorteile von \u00fcber 10% auf. \u00a0Aus den Ergebnissen geht ebenfalls hervor, dass f\u00fcr die Gas-, Strom- und Wasserverteilung sowohl produkt\u00fcbergreifende Skalenertr\u00e4ge als auch produktspezifische Skalenertr\u00e4ge bestehen. Die Analyse der Subadditivit\u00e4t der Kostenfunktion hat gezeigt, dass Verbundvorteile sowie produktspezifische Skalenertr\u00e4ge f\u00fcr die Strom-, Gas- und Wasserversorgung gegeben sind. Die Ergebnisse deuten somit darauf hin, dass der Strom-, Gas- und Wasserversorgungssektor als nat\u00fcrliches Monopol charakterisiert ist und parallele Netzinfrastrukturen nicht effizient sind; ein Side-by-Side-Wettbewerb ist also zu vermeiden.&#13;<\/p>\n<h2>Wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigen erstens, dass eine Entb\u00fcndelung von Querverbundunternehmen in separate Strom-, Gas- und Wasserversorgungsunternehmen zu betr\u00e4chtlichen Mehrkosten f\u00fchren w\u00fcrde, da die Verbundvorteile zwischen verschiedenen Sektoren nicht mehr genutzt werden k\u00f6nnen. Hingegen k\u00f6nnte eine separate Buchhaltung f\u00fcr die verschiedenen Bereiche &#8211; d.h. eine buchhalterische Entflechtung &#8211; zur Erh\u00f6hung der Transparenz der Unternehmen beitragen und die Effektivit\u00e4t der T\u00e4tigkeit des Regulators verbessern, w\u00e4hrend die Synergien nach wie vor genutzt werden k\u00f6nnten. Zweitens l\u00e4sst die gelieferte Evidenz der Gr\u00f6ssenvorteile in den drei Sektoren &#8211; und damit des nat\u00fcrlichen Monopols &#8211; darauf schliessen, dass eine parallele Netzinfrastruktur mit einem Side-by-Side-Wettbewerb im Strom-, Gas- und Wasserversorgungssektor nicht effizient ist. Drittens k\u00f6nnen auch grosse Querverbundunternehmen noch Skalenertr\u00e4ge nutzen. Deshalb sind gem\u00e4ss den Ergebnissen dieser Studie Zusammenschl\u00fcsse von Querverbundunternehmen vorteilhaft, sofern ein starkes und unabh\u00e4ngiges Regulierungssystem die Preise \u00fcberwachen und die produktive Effizienz sichern kann. Schliesslich indizieren die Resultate, dass schweizerische Querverbundunternehmen geringe bis moderate Kostenineffizienzen aufweisen. Um diese zu verringern, ist es \u00e4usserst wichtig, Kosteneffizienz von lokalen Monopolisten durch die Einf\u00fchrung eines Anreizregulierungssystems mit angemessenen Methoden des Benchmarkings zu sichern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abDeskriptive \u00dcbersicht der Kostenineffizienz\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 2 \u00abPunktsch\u00e4tzungen der Verbundvorteile und Skalenertr\u00e4ge\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Verbundvorteile Von Verbundvorteilen spricht man, wenn die gemeinsame Produktion zweier unterschiedlicher G\u00fcter kosteng\u00fcnstiger ist als ihre separate Produktion. Ein Unternehmen produziert in diesem Fall mehrere G\u00fcter gemeinsam g\u00fcnstiger, als dies andere Unternehmen k\u00f6nnen, welche sich auf die Produktion je eines Gutes spezialisieren. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Existenz von Verbundvorteilen sind gem\u00e4ss Panzar (1989) die Nutzung gemeinsamer Inputs und die Unteilbarkeit von Ressourcen. So k\u00f6nnen Skalenertr\u00e4ge ausgenutzt werden, wenn derselbe Input f\u00fcr die Produktion mehrerer Outputs ben\u00f6tigt wird. Auch k\u00f6nnen gewisse Inputs den Charakter eines \u00f6ffentlichen Gutes aufweisen und daher f\u00fcr alle Produktionsprozesse zur Verf\u00fcgung stehen. Ist ein Inputfaktor nur schwierig teilbar, so kann eine m\u00f6gliche \u00dcberkapazit\u00e4t dieses Inputfaktors f\u00fcr die Produktion eines anderen Gutes verwendet werden. Zudem k\u00f6nnen Vorteile durch die geballte Reservehaltung (Economies of Massed Reserves) entstehen, indem bei der Produktion verschiedener G\u00fcter auf dieselbe Reservekapazit\u00e4t zur\u00fcckgegriffen werden kann. Verbundvorteile treten daher typischerweise in horizontal integrierten Industrien auf. So k\u00f6nnen im Infrastrukturbereich Querverbundunternehmen etwa aufgrund koordinierter Grabungsarbeiten oder einer gemeinsamen Verwaltung f\u00fcr die Organisation des St\u00f6rungsdienstes, der Z\u00e4hlerablesungen und der Fakturierungen Verbundvorteile aufweisen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Methodologische Anmerkungen F\u00fcr die Bestimmung der Verbundvorteile und des Grades der Kosteneffizienz wurden sowohl eine quadratische als auch eine translog Multiproduktkostenfunktion mit unterschiedlichen \u00f6konometrischen Methoden f\u00fcr Paneldaten gesch\u00e4tzt. In dieser empirischen Analyse wurden Daten aus einer repr\u00e4sentativen Stichprobe von schweizerischen Versorgungsunternehmungen, die vorwiegend in st\u00e4dtischen Gebieten t\u00e4tig sind, beigezogen. Es handelt sich um einen unbalancierten Paneldatensatz der Jahre 1997 bis 2005. Die Modellspezifikationen basieren auf einer Kostenfunktion mit drei Outputs, vier Inputs sowie einer Outputcharakteristik. Die folgende generelle Modellspezifikation der Totalkostenfunktion wurde benutzt_C=C(q(1), q(2), q(3), w(1), w(2), w(3), w(4), CD), wobei C die Gesamtkosten darstellen und q(1), q(2) und q(3) die Outputs, n\u00e4mlich die Strom-, Gas- und Wasserabgabe; w(1) bis w(4) sind die Faktorpreise von Arbeit (1), Kapital (2), Stromeinkauf (3) und Gaseinkauf (4). DieVariable CD stellt als Outputcharakteristik die Kundendichte dar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 3: Literatur &#8211; Farsi, M. und M. Filippini (2007), Cost Efficiency and Scope Economies in Multi-output Utilities in Switzerland, final report submitted to the State Secretariat for Economic Affairs SECO, Bern.- Farsi, M., A. Fetz und M. Filippini (2008), Economies of Scale and Scope in the Swiss Multi-Utilities Sector, Energy Journal, forthcoming.- Panzar, J.C. (1989), Technological Determinants of Firm and Industry Structure, Handbook of Industrial Organization, R. Schmalensee and R. D. Willig, Amsterdam, Elsevier, Bd. 1, S. 3-59.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; &#13; In vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern wird die lokale Versorgung der Haushalte und Industrien mit Gas, Strom und Wasser mit so genannten Querverbundunternehmen organisiert. In diesem Fall bietet ein einziges lokales Versorgungsunternehmen mehrere Produkte an. Solche Unternehmen arbeiten in Netzindustrien mit mehrstufigen Produktionsprozessen (Produktion, \u00dcbertragung, Verteilung, Handel). 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