{"id":123176,"date":"2008-06-01T12:00:00","date_gmt":"2008-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/06\/frick-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:40:57","modified_gmt":"2023-08-23T21:40:57","slug":"frick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/06\/frick\/","title":{"rendered":"Effizienz der kantonalen Ausgaben f\u00fcr die Berufsbildung"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZiel der Studie Die ausf\u00fchrliche Studie (Frick 2008) ist Teil eines vom Seco in Auftrag gegebenen Projekts, mit welchem ein Quervergleich der G\u00fcte der durch die Kantone oder Gemeinden ausschliesslich oder dominant offerierten Leistungen erbracht werden soll. Sie dient auch der Aktualisierung und Vertiefung einer fr\u00fcheren Untersuchung der \u00f6ffentlichen Berufsbildungsausgaben (vgl. Frick\/Staib 1999)., welche dem nachfolgenden Artikel zugrunde liegt, war es, eine Rangordnung nach der H\u00f6he der Ausgaben pro Sch\u00fcler\/-in auf Sekundarstufe II (siehe Kasten 1 Die Sekundarstufe II des schweizerischen Bildungssystems schliesst an die obligatorische Schulbildung (Primarschule, Sekundarstufe I) an und ist in eine berufsbildende sowie eine allgemein bildende Richtung unterteilt, wobei hier nur die berufsbildende interessiert.a Die berufliche Grundbildung auf der Sekundarstufe II kann als Berufslehre in einem Betrieb oder als rein schulische Berufsbildung absolviert werden. Die Hauptform der beruflichen Grundbildung in der Schweiz ist die Berufslehre; dabei wird der praktische Teil der Ausbildung in einem Lehrbetrieb absolviert und durch fachkundlichen und allgemeinen Unterricht an einer Berufsfachschule sowie teilweise durch \u00fcberbetriebliche Kurse erg\u00e4nzt (duales bzw. triales System). Mehr als drei Viertel der Jugendlichen in einer beruflichen Ausbildung befinden sich in solchen Lehrg\u00e4ngen. Rein schulische Berufsbildungen werden vor allem in Vollzeitschulen und zu einem geringeren Teil als Teilzeitausbildung absolviert.Die Kosten der betrieblichen Ausbildung in der Berufslehre werden durch die Lehrbetriebe getragen. Die Ausgaben der Kantone (inkl. Gemeinden) f\u00fcr die Berufsbildung dienen dagegen gr\u00f6sstenteils der Deckung der Kosten f\u00fcr die schulische Berufsbildung; auch die Bundesbeitr\u00e4ge fliessen zum gr\u00f6ssten Teil in die kantonalen Budgets ein. Sie werden in dieser Studie in Relation zur Teilnahme am berufsbildenden Unterricht gesetzt. In diesem Text wird deshalb f\u00fcr die Auszubildenden generell der Begriff \u00abSch\u00fcler\/in\u00bb verwendet, unabh\u00e4ngig davon, ob diese eine Betriebslehre oder eine rein schulische Berufsbildung absolvieren.) zu erstellen, welche sich im Sinne unterschiedlicher Kosteneffizienz interpretieren l\u00e4sst (Benchmarking). Dabei war einerseits die Qualit\u00e4t der diesem Vergleich zugrunde liegenden Daten der \u00f6ffentlichen Finanzstatistik und der Sch\u00fcler- und Sch\u00fclerinnenstatistik kritisch zu beurteilen. Anderseits waren die Faktoren zu ber\u00fccksichtigen, welche &#8211; wie die strukturellen Merkmale der kantonalen Bildungssysteme oder unterschiedliche Inputkosten &#8211; die H\u00f6he der kantonalen Bildungsausgaben beeinflussen, ohne Ausdruck von Effizienzunterschieden zu sein. Darauf basierend wurde schliesslich eine stochastische Ausgabenfrontierfunktion gesch\u00e4tzt, mit der ein optimales Ausgabenniveau und die Abweichungen der Kantone davon bestimmt werden k\u00f6nnen. Vgl. Coelli et al. 2005. Aus Datengr\u00fcnden wurde nicht &#8211; wie in Effizienzstudien sonst \u00fcblich &#8211; eine Produktionsoder Kostenfrontierfunktion, sondern eine Ausgabenfrontierfunktion gesch\u00e4tzt. Keine Ber\u00fccksichtigung finden &#8211; mangels entsprechender Daten &#8211; allf\u00e4llige Unterschiede in der Qualit\u00e4t der Bildungsergebnisse bzw. -systeme. Somit ist kein Urteil dar\u00fcber m\u00f6glich, wieweit die unterschiedliche H\u00f6he der Ausgaben allenfalls durch solche Qualit\u00e4tsunterschiede gerechtfertigt wird.&#13;<\/p>\n<h2>Kantonale Ausgabenunterschiede<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Kantone weisen bez\u00fcglich ihrer Ausgaben pro Sch\u00fcler\/in \u00fcber den betrachteten Zeitraum von 1990 bis 2004 eine relativ stabile Rangordnung auf. Da einzelne Kantone in einigen Jahren irregul\u00e4re Ver\u00e4nderungen aufweisen, ist es sinnvoll, auf einen mehrj\u00e4hrigen Durchschnitt abzustellen; dabei kann allerdings die aktuelle Position einzelner Kantone verf\u00e4lscht werden. Auf eine Analyse nach einzelnen Berufsrichtungen wurde verzichtet: Die Daten weisen zu grosse L\u00fccken und Irregularit\u00e4ten auf, als dass ein sinnvoller Vergleich m\u00f6glich w\u00e4re. Der Anteil der einzelnen Berufsgruppen an den Auszubildenden figuriert allerdings als erkl\u00e4rende Variable im Modell. Irregul\u00e4re Ver\u00e4nderungen gibt es auch bei den Investitionsausgaben. Die Analyse konzentrierte sich deshalb auf die laufenden Ausgaben f\u00fcr die Sekundarstufe II insgesamt. \u00a0Die meisten Kantone liegen innerhalb einer Bandbreite von +\/-25% um das gesamtschweizerische Mittel. Deutlich h\u00f6here Kosten weisen namentlich die Kantone GE und NE auf; deutlich niedriger sind die Kosten in den Kantonen GL, SZ und UR (siehe Grafik 1). Bei einigen Kantonen haben sich die Ausgaben pro Sch\u00fcler\/in im Zeitablauf deutlich erh\u00f6ht (z.B. BS, TG) oder verringert (z.B. GE und ZH). Die Streuung der Kantone um den Mittelwert hat sich im Zeitablauf wenig ver\u00e4ndert. Nach 2002 ist sie etwas zur\u00fcckgegangen; die Abnahme geht aber nicht \u00fcber das Ausmass hinaus, das angesichts der generellen Sparanstrengungen in jener Zeit erwartet werden kann. Sie kann somit nicht ohne Weiteres als Vorwirkung des neuen, auf Anfang 2004 in Kraft getretenen Berufsbildungsgesetzes interpretiert werden. Das neue Berufsbildungsgesetz sieht die Umstellung der finanziellen Beteiligung des Bundes an den Berufsbildungsausgaben von anteilsm\u00e4ssigen Beitr\u00e4gen am Aufwand zu leistungsorientierten Pauschalen vor. Damit sollte der Anreiz zur kosteng\u00fcnstigen Bereitstellung von Angeboten der Berufsbildung erh\u00f6ht werden.&#13;<\/p>\n<h2>Inkonsistenzen in den Daten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin Teil der feststellbaren Unterschiede der Ausgaben pro Sch\u00fcler\/in zwischen den Kantonen ist auf Inkonsistenzen in der Datenbasis zur\u00fcckzuf\u00fchren. So enthalten die Finanzdaten der Kantone in unterschiedlichem Masse schulfremde Ausgaben (z.B. L\u00f6hne der Auszubildenden im Gesundheitswesen), f\u00fcr deren Ausschluss die Datenbasis zu wenig detailliert war. Auch die Beitr\u00e4ge an private Institutionen in anderen Kantonen lassen sich nicht ausscheiden, was dazu f\u00fchrt, dass die Ausgaben pro Sch\u00fcler\/in in den Beitr\u00e4ge leistenden Kantonen zu hoch und in den Empf\u00e4ngerkantonen zu niedrig ausgewiesen werden. Andererseits werden teilweise Infrastrukturkosten (z.B. Miete) nicht als Ausgaben verbucht. Schliesslich kann es zu Diskrepanzen zwischen der Finanz- und der Sch\u00fclerstatistik bei der Einteilung in die Sekundar- und die Terti\u00e4rstufe kommen. Eine Verbesserung der Datenqualit\u00e4t in den letzten Jahren konnte nicht festgestellt werden. \u00a0Es stellt sich die Frage, wie stark diese Datenprobleme die Rangordnung der Kantone beeinflussen. Gegen einen entscheidenden Einfluss spricht ein Vergleich mit den Ergebnissen einer von PricewaterhouseCoopers (PwC) im Auftrag des Bundesamtes f\u00fcr Berufsbildung und Technologie (BBT) durchgef\u00fchrten eigenst\u00e4ndigen Erhebung der Berufsbildungsausgaben und der Grundbildungsverh\u00e4ltnisse. Vgl. PwC (2002). Obschon das methodisch andere Vorgehen bei der PwC-Erhebung dazu f\u00fchren sollte, dass die M\u00e4ngel in unserer Datenbasis weitgehend vermieden werden, decken sich die Ergebnisse mit unseren Daten relativ gut (die Korrelation betr\u00e4gt 0,79 f\u00fcr die Jahre 2004\/05). Zudem sollte im Rahmen der \u00f6konometrischen Untersuchungen f\u00fcr statistische M\u00e4ngel zumindest teilweise kontrolliert werden k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h2>Strukturelle Bestimmungsfaktoren der Ausgabenunterschiede<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm f\u00fcr die strukturellen Faktoren der Unterschiede bei den Ausgaben pro Kopf zu kontrollieren, wurde ein \u00f6konometrisches Modell gesch\u00e4tzt, welches verschiedene Strukturmerkmale der Kantone sowie Dummy-Variablen f\u00fcr die einzelnen Kantone und Jahre enth\u00e4lt (siehe Tabelle 1). Die Auswahl der erkl\u00e4renden Gr\u00f6ssen erfolgte pragmatisch nach der Verf\u00fcgbarkeit von Daten. \u00a0Bei den Berufsrichtungen stellt sich die Frage, ob diese mit einem unterschiedlichen Aufwand verbunden sind. Die Anteile der Sch\u00fcler\/innen nach Berufsrichtung fangen aber m\u00f6glicherweise auch das Problem schulfremder Ausgabenpositionen auf. Der Anteil der Sch\u00fclerinnen k\u00f6nnte ein weiterer Indikator f\u00fcr Unterschiede in der Berufsstruktur sein. Der Anteil ausl\u00e4ndischer Sch\u00fcler\/innen ist m\u00f6glicherweise ein Indikator f\u00fcr Integrationsmassnahmen. Weiter sind Vollzeitausbildungen teurer als die Berufslehre oder Teilzeitausbildungen &#8211; dies wegen der h\u00f6heren Anzahl Schulstunden, aber auch weil z.B. in Lehrwerkst\u00e4tten Kosten f\u00fcr den praktischen Unterricht anfallen, die bei einer Berufslehre vom Ausbildungsbetrieb getragen werden. Wird f\u00fcr den Anteil Vollzeitsch\u00fcler\/innen kontrolliert, indem die Sch\u00fclerzahlen auf Vollzeit\u00e4quivalente hochgerechnet werden, halbiert sich die Streuung der Abweichungen der Kantonswerte vom gesamtschweizerischen Durchschnitt. Die Belegung der einzelnen Schuljahre kann als Indikator f\u00fcr die Dauer der Ausbildung genutzt werden. Es wird vermutet, dass l\u00e4ngere Ausbildungen anspruchsvoller sind und deshalb h\u00f6here Ausgaben verursachen. \u00a0Ein Einfluss des Anteils Sch\u00fcler\/innen in subventionierten Privatschulen auf die Ausgaben kann ein Hinweis auf Unterschiede in der Effizienz der Leistungserstellung sein. Die Public-Choice-Literatur l\u00e4sst vermuten, dass privat gef\u00fchrte Schulen kosteng\u00fcnstiger arbeiten als staatliche. Ein negativer Einfluss des Anteils von Sch\u00fcler\/innen in privaten subventionierten Schulen k\u00f6nnte aber auch darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, dass bei \u00f6ffentlichen Schulen die Ausgaben nach dem Bruttoprinzip verbucht werden, w\u00e4hrend bei privaten Schulen die Subvention nach dem Nettoprinzip erfolgt. Die Relation zwischen Sch\u00fcler\/innen in privaten, nicht subventionierten Schulen und Sch\u00fcler\/innen in \u00f6ffentlichen oder subventionierten Schulen dient als Indikator f\u00fcr einen Konkurrenzdruck durch private Schulen.\u00a0Bei der Ausgabenstruktur stellt sich die Frage, ob sich hohe Ausgaben in einer bestimmten Sachgruppe besonders niederschlagen. Mit der Ber\u00fccksichtigung der laufenden Beitr\u00e4ge an Dritte kann ebenfalls dem Problem der Transfers in andere Kantone Rechnung getragen werden. Eine hohe Relation der Investitionen zu den laufenden Ausgaben kann zu Verdr\u00e4ngungseffekten, aber auch zu h\u00f6heren laufenden Folgeausgaben f\u00fchren. \u00a0Bei den Beitr\u00e4gen von anderen Gebietsk\u00f6rperschaften wird vermutet, dass sie die Ausgabenneigung der Kantone erh\u00f6hen, da diese die Steuerzahlenden im betreffenden Kanton nicht belasten. Allerdings ist zu ber\u00fccksichtigen, dass die Bundessubventionen unter dem alten Berufsbildungsgesetz an die Finanzkraft der Kantone gekoppelt waren und deshalb in jenen Kantonen hoch sind, die aufgrund einer geringen Finanzkraft weniger in der Lage sind, hohe Bildungsausgaben zu t\u00e4tigen.\u00a0Von den m\u00f6glichen Kostenfaktoren (L\u00f6hne, Kapitalkosten, Mieten etc.) konnten hier aus Gr\u00fcnden der Datenverf\u00fcgbarkeit nur die L\u00f6hne ber\u00fccksichtigt werden. Aus den Angaben zu den Mindest- und den Maximall\u00f6hnen wurden ein Durchschnitt sowie die Spannweite berechnet. Die Daten wurden uns vom Lehrerinnen- und Lehrerverband (LCH) zur Verf\u00fcgung gestellt.\u00a0Zur Erfassung von Skaleneffekten diente die Zahl der Sch\u00fcler\/innen; Skaleneffekte liegen dann vor, wenn diese Zahl einen negativen Einfluss auf die Ausgaben pro Kopf aus\u00fcbt. Die Relation zwischen Bev\u00f6lkerung und Zahl der Sch\u00fcler\/innen k\u00f6nnte ein Indikator f\u00fcr Zentrumsvorteile sein, indem der betreffende Kanton Sch\u00fcler\/innen aus anderen Kantonen anzieht, was Ausdruck einer Spezialisierung sein k\u00f6nnte. F\u00fcr die Schulgr\u00f6sse (Zahl der Sch\u00fcler\/innen pro Schulhaus) und die Heterogenit\u00e4t des Bildungsangebots (Zahl der Berufe) konnten nur Daten f\u00fcr das Jahr 2004 verwendet werden.\u00a0Schliesslich wurden verschiedene polit-\u00f6konomische Indikatoren ber\u00fccksichtigt, welche einen Einfluss auf das Ausgabenverhalten haben k\u00f6nnen. Beim Index der direkten Demokratie ist die Hypothese, dass ein hohes Mass an direkter Demokratie zu einem sparsamen Umgang mit Steuermitteln f\u00fchrt. Die Daten stammen von K\u00fcttel (2001) und Fischer (2005). Der Finanzkraftindex der EFV misst das Steuerpotenzial der Kantone; vermutet wird, dass eine hohe Finanzkraft tendenziell zu h\u00f6heren Ausgaben f\u00fchrt. Zur Charakterisierung der finanziellen Lage der Kantone berechnen Soguel et al. (2007) einen \u00dcbersichtsindikator. Eine g\u00fcnstige Finanzlage k\u00f6nnte einen positiven Einfluss auf die Ausgaben haben oder aber Ausdruck eines zur\u00fcckhaltenden Ausgabengebahrens sein. Eine Dummy-Variable zur Sprachregion k\u00f6nnte unterschiedlichen kulturellen Pr\u00e4gungen der kantonalen Schulsysteme Rechnung tragen.\u00a0Gesch\u00e4tzt wurde ein Basismodell sowie ein um einige Variablen erweiteres Modell (siehe Tabelle 1). Mit diesen Modellen gelang eine gute Anpassung an die Daten (R2: 0,93 bzw. 0,94). Ein grosser Teil der Varianz wurde dabei durch die Kantonsdummies aufgefangen. Diese widerspiegeln jedoch nicht nur Effizienzunterschiede zwischen den Kantonen, sondern auch weitere kantonsspezifische Faktoren. Werden die Kantonsdummies ihrerseits auf die ausgew\u00e4hlten Strukturfaktoren regressiert, verm\u00f6gen diese \u00fcber 90% der Varianz zu erkl\u00e4ren.&#13;<\/p>\n<h2>Ausgabenfrontiersch\u00e4tzung weist auf Effizienzreserven hin<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn einem weiteren Schritt wurde eine stochastische Ausgabenfrontierfunktion gesch\u00e4tzt, mit der das optimale Ausgabenniveau in Abh\u00e4ngigkeit der erkl\u00e4renden Variablen (nun ohne Kantonsdummies) sowie die relative Position der einzelnen Kantone zu dieser optimalen Grenze bestimmt wurden. Die zu erkl\u00e4rende Variable ist in diesem Fall die logarithmierte Summe der laufenden Ausgaben, nicht die Ausgaben pro Sch\u00fcler\/in wie in der vorherigen Sch\u00e4tzung. Zur Erfassung von Skaleneffekten dient als Rechtshandvariable in dieser Gleichung das Quadrat der (logarithmierten) Zahl der Sch\u00fcler\/innen. Einen signifikant positiven Einfluss auf die Ausgaben weisen der Anteil Vollzeitsch\u00fcler\/innen und die L\u00f6hne der Lehrkr\u00e4fte, der Anteil der Sachausgaben und der laufenden Beitr\u00e4ge am Ausgabentotal (gegen\u00fcber der Referenzgr\u00f6sse Personalausgaben) und der Anteil Sch\u00fclerinnen auf, einen negativen Einfluss der Anteil Sch\u00fcler\/innen in privaten, subventionierten Schulen am Sch\u00fclertotal und die Relation Sch\u00fcler\/innen pro Bev\u00f6lkerung. Von den Berufsrichtungen wirken der Anteil der Gesundheits- und Sozialberufe und der Anteil \u00fcbrige Berufe gegen\u00fcber der Referenzgr\u00f6sse der industriell-gewerblichen Berufe positiv, die Anteile der landwirtschaftlichen und der kaufm\u00e4nnischen Berufe negativ auf die Ausgaben. Der negative Einfluss der (quadrierten) Zahl der Sch\u00fcler\/innen deutet auf das Vorliegen von positiven Skaleneffekten hin.\u00a0Werden diese Ergebnisse mit dem vorherigen Regressionsmodell bzw. der Sch\u00e4tzung der Kantonseffekte verglichen, scheint der positive Einfluss des Anteils Vollzeitsch\u00fcler\/innen gut gesichert. Eine Best\u00e4tigung fin-den auch der positive Einfluss des Anteils der Gesundheits- und Sozialberufe, der Anteil Sch\u00fclerinnen, der Anteile der Sachausgaben und der laufenden Beitr\u00e4ge am Total der laufenden Ausgaben und des Verh\u00e4ltnisses von Bev\u00f6lkerung zur Zahl der Sch\u00fcler\/innen sowie der negative Einfluss des Anteils der Sch\u00fcler\/innen in subventionierten Schulen. Die Zahl der Sch\u00fcler\/innen als Hinweis auf Skaleneffekte und der positive Einfluss der Lohndifferenz erhalten in der Sch\u00e4tzung der Kantonseffekte das umgekehrte Vorzeichen, was deren Einfluss etwas relativiert. Weniger gut gesichert ist der Einfluss der \u00fcbrigen Variablen.\u00a0Die Abweichungen der Kantone von der Ausgabengrenze implizieren, dass in den meisten Kantonen ein unausgesch\u00f6pftes Potenzial f\u00fcr eine Steigerung der Kosteneffizienz besteht (siehe Grafik 2). Die ber\u00fccksichtigten Strukturmerkmale vermindern die Streuung der Kantonswerte lediglich um einen Drittel. Besonders ausgepr\u00e4gt ist die Abweichung in den Kantonen NE und JU, w\u00e4hrend die Kantone UR, SZ und OW sehr nahe bei der Ausgabengrenze liegen. Da statistische Verzerrungen bei den kleinen Kantonen vermutlich st\u00e4rker ins Gewicht fallen als bei den grossen, ist allerdings fraglich, ob die Kantone UR, OW und SZ als Orientierungspunkt dienen k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h2>Weitere Untersuchungen notwendig<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuch die gesch\u00e4tzten Abweichungen von der Ausgabengrenze sind vermutlich keine reinen Effizienzmasse da nicht auszuschliessen ist, dass sie immer noch den Einfluss nicht oder unzureichend kontrollierter Struktureffekte und Datenm\u00e4ngel enthalten. Sie sind deshalb mit geb\u00fchrender Vorsicht zu behandeln. Die Ergebnisse sollten somit lediglich Ausgangspunkt f\u00fcr weitere Abkl\u00e4rungen sein, die auch die Berufsbildungsverantwortlichen in den Kantonen miteinbeziehen, wie es das Benchmarking-Verfahren vorsieht. Auf diese Weise sollten weitere Hinweise auf vernachl\u00e4ssigte Bestimmungsfaktoren und statistische Probleme gewonnen werden, deren Ber\u00fccksichtigung in Zukunft zu verl\u00e4sslicheren Sch\u00e4tzergebnissen f\u00fchren k\u00f6nnte. W\u00fcnschbar w\u00e4ren f\u00fcr weitere Untersuchungen zudem Daten, welche Aussagen \u00fcber die Qualit\u00e4t der Outputs der Berufsbildungen zulassen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abLaufende Ausgaben pro Sch\u00fcler\/in, Berufsbildung insgesamt: Abweichung vom gesamtschweizerischen Mittel in&nbsp;%, Durchschnitt 1990-2004\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abAbweichungen von der Ausgabengrenze und Ausgaben pro Sch\u00fcler\/in\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00ab\u00dcbersicht der Einflussfaktoren und Modelle\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Berufsbildung auf der Sekundarstufe II Die Sekundarstufe II des schweizerischen Bildungssystems schliesst an die obligatorische Schulbildung (Primarschule, Sekundarstufe I) an und ist in eine berufsbildende sowie eine allgemein bildende Richtung unterteilt, wobei hier nur die berufsbildende interessiert.a Die berufliche Grundbildung auf der Sekundarstufe II kann als Berufslehre in einem Betrieb oder als rein schulische Berufsbildung absolviert werden. Die Hauptform der beruflichen Grundbildung in der Schweiz ist die Berufslehre; dabei wird der praktische Teil der Ausbildung in einem Lehrbetrieb absolviert und durch fachkundlichen und allgemeinen Unterricht an einer Berufsfachschule sowie teilweise durch \u00fcberbetriebliche Kurse erg\u00e4nzt (duales bzw. triales System). Mehr als drei Viertel der Jugendlichen in einer beruflichen Ausbildung befinden sich in solchen Lehrg\u00e4ngen. Rein schulische Berufsbildungen werden vor allem in Vollzeitschulen und zu einem geringeren Teil als Teilzeitausbildung absolviert. Die Kosten der betrieblichen Ausbildung in der Berufslehre werden durch die Lehrbetriebe getragen. Die Ausgaben der Kantone (inkl. Gemeinden) f\u00fcr die Berufsbildung dienen dagegen gr\u00f6sstenteils der Deckung der Kosten f\u00fcr die schulische Berufsbildung; auch die Bundesbeitr\u00e4ge fliessen zum gr\u00f6ssten Teil in die kantonalen Budgets ein. Sie werden in dieser Studie in Relation zur Teilnahme am berufsbildenden Unterricht gesetzt. In diesem Text wird deshalb f\u00fcr die Auszubildenden generell der Begriff \u00abSch\u00fcler\/in\u00bb verwendet, unabh\u00e4ngig davon, ob diese eine Betriebslehre oder eine rein schulische Berufsbildung absolvieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Literatur &#8211; Coelli, T.J., D.S. Prasada Rao, C.J. O&#8217;Donnell and G.E. Battese (2005): An Introduction to Efficiency and Productivity Analysis, Springer, New York.- Fischer, J.A.V. (2005): The Impact of Direct Democracy on Society, Dissertation Nr. 3074, Universit\u00e4t St. Gallen, Bamberg.- Frick, A. (2008): Benchmarking \u00f6ffentlicher Leistungen anhand des Fallbeispiels \u00abBerufsbildung\u00bb: Vergleich der kantonalen Ausgaben f\u00fcr die Berufsbildung, Untersuchung im Auftrag des Staatssekretariates f\u00fcr Wirtschaft SECO, Bern. &#8211; Frick, A. und D. Staib (1999): \u00d6ffentliche Finanzierung der Berufsbildung in der Schweiz, Studie im Auftrag des Bundesamtes f\u00fcr Berufsbildung und Technologie BBT, KOF ETH Z\u00fcrich.- K\u00fcttel, D. (2001): Fiscal Policy, Economic Performance and Institutions of Swiss Cantons, Dissertation, Universit\u00e4t Basel, dissertation.de, Berlin.- PwC (2002): Finanzierung der Berufsbildung, C. Strausak und B. Blaser, PricewaterhouseCoopers, Bern.- Soguel, N., G. Bizzozero und F. Chatagny (2007): Vergleich 2006 der Kantons- und Gemeindefinanzen, Cahier de l&#8217;IDHEAP 232\/2007, Chavannes-Lausanne.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13; &#13; Ziel der Studie Die ausf\u00fchrliche Studie (Frick 2008) ist Teil eines vom Seco in Auftrag gegebenen Projekts, mit welchem ein Quervergleich der G\u00fcte der durch die Kantone oder Gemeinden ausschliesslich oder dominant offerierten Leistungen erbracht werden soll. 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