{"id":123266,"date":"2008-05-01T12:00:00","date_gmt":"2008-05-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/05\/minsch-12\/"},"modified":"2023-08-23T23:41:48","modified_gmt":"2023-08-23T21:41:48","slug":"minsch-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/05\/minsch-11\/","title":{"rendered":"Entwicklungszusammenarbeit und Aussenwirtschaftspolitik erg\u00e4nzen sich"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13;<\/p>\n<h2>Wirtschaftswachstum reduziert Armut<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Globalisierung schafft Wohlstand. Die positiven Auswirkungen der weltweiten Integration der M\u00e4rkte beschr\u00e4nkt sich nicht nur auf Industriel\u00e4nder. Viele Entwicklungsl\u00e4nder profitieren von internationalem Handel, Direktinvestitionen und Wettbewerb. Nach einzelnen ostasiatischen Volkswirtschaften partizipieren neuerdings auch immer mehr L\u00e4nder Lateinamerikas und Afrikas stark am Wachstum der Weltwirtschaft. Diese erfreuliche Entwicklung hat den Anteil an Menschen, die in extremer Armut leben m\u00fcssen, in allen Regionen wirksam reduziert. Am ausgepr\u00e4gtesten ist die Entwicklung in Ostasien: W\u00e4hrend 1981 mehr als die H\u00e4lfte der Menschen mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen musste, sank dieser Anteil bis ins Jahr 2004 auf rund 10%. Dass dies so ist, hat indessen wenig mit westlicher Hilfe, sondern vielmehr mit Reformen im Innern und wirtschaftlicher \u00d6ffnung zu tun. \u00a0In den Seco-Schwerpunktl\u00e4ndern \u00c4gypten, Ghana, Indonesien, Kolumbien, Peru, S\u00fcdafrika und Vietnam ist Armut immer noch stark verbreitet. Die Schweiz kann durch eine aktive Aussenwirtschaftspolitik und durch die Entwicklungszusammenarbeit einen Beitrag dazu leisten, dass der Wachstumspfad dieser L\u00e4nder in den n\u00e4chsten Jahren stabil ist und dadurch die Armut reduziert werden kann.&#13;<\/p>\n<h2>Trotz gegenseitigem Interesse&#8230;<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schwerpunktl\u00e4nder sind f\u00fcr die Schweizer Wirtschaft von untergeordneter Bedeutung: Lediglich 1,14% aller Schweizer Exporte gingen 2007 in diese L\u00e4nder. Trotzdem ist es grunds\u00e4tzlich zu begr\u00fcssen, dass mit einigen dieser L\u00e4nder im Rahmen der Efta Verhandlungen \u00fcber ein Freihandelsabkommen laufen oder ein solches bereits abgeschlossen werden konnte. Solche Abkommen sind im gegenseitigen Interesse und stellen eine Chance f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder dar, sich erfolgreich in die Weltwirtschaft zu integrieren. Die Schweiz eignet sich aus zwei Gr\u00fcnden besonders: Erstens ist unsere Volkswirtschaft im Vergleich zur EU oder USA klein; eine wirtschaftliche \u00d6ffnung \u00fcberfordert daher die lokale Wirtschaft nicht. Ein Entwicklungsland kann ohne grosse Risiken testen, wie sich ein Abkommen auf die inl\u00e4ndische Wirtschaft auswirkt. Zweitens bietet die Schweizer Wirtschaft meist komplement\u00e4re G\u00fcter an. Die spezialisierten Schweizer Konsum- und Ausr\u00fcstungsg\u00fcter konkurrenzieren die Produkte der Entwicklungsl\u00e4nder in der Regel kaum. Die Voraussetzungen f\u00fcr gegenseitige Handelsgewinne sind entsprechend gross.&#13;<\/p>\n<h2>&#8230;keine verkappte Exportf\u00f6rderung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nTrotz der guten Voraussetzungen f\u00fcr positive Auswirkungen der wirtschaftlichen \u00d6ffnung darf nicht verschwiegen werden, dass Entwicklungsl\u00e4nder oft Schwierig-keiten haben, ihre Waren erfolgreich auf den Weltm\u00e4rkten zu verkaufen. Auch sind die Wirtschaften meist wenig diversifiziert; Finanz- und Kapitalm\u00e4rkte sind kaum ausgebildet und Infrastrukturen fehlen oder haben eine zu geringe Kapazit\u00e4t. Die Entwicklungszusammenarbeit des Seco kann in den Schwerpunktl\u00e4ndern wertvolle Hilfe leisten, damit die Chancen der Globalisierung rascher und erfolgreicher genutzt werden k\u00f6nnen. In diesen L\u00e4ndern ist ein gewisses Mass an guter Regierungsf\u00fchrung vorhanden, so dass die wirtschafts- und handelspolitische Unterst\u00fctzung Erfolg haben kann. \u00a0Die Schweizer Wirtschaft hat aber kein unmittelbares Interesse an der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit. Es handelt sich offensichtlich nicht um eine verkappte Exportf\u00f6rderung. Trotzdem ist die Entwicklungszusammenarbeit im wohlverstandenen Eigeninteresse der Schweiz: W\u00e4chst der Wohlstand in diesen L\u00e4ndern in den n\u00e4chsten Jahren, sollten auch die Exporte in diese L\u00e4nder in der Zukunft gesteigert werden k\u00f6nnen. Gelingt dieses Unterfangen, tr\u00e4gt die Entwicklungszusammenarbeit nachhaltig zur Armutsreduktion bei. Der Seco-Ansatz ist erfolgversprechend.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13; Wirtschaftswachstum reduziert Armut &#13; Die Globalisierung schafft Wohlstand. Die positiven Auswirkungen der weltweiten Integration der M\u00e4rkte beschr\u00e4nkt sich nicht nur auf Industriel\u00e4nder. Viele Entwicklungsl\u00e4nder profitieren von internationalem Handel, Direktinvestitionen und Wettbewerb. Nach einzelnen ostasiatischen Volkswirtschaften partizipieren neuerdings auch immer mehr L\u00e4nder Lateinamerikas und Afrikas stark am Wachstum der Weltwirtschaft. 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Dieser Vorwurf verkennt die wirtschaftlichen Realit\u00e4ten gr\u00fcndlich und verschliesst die Augen davor, dass die Integration in die Weltwirtschaft der zentrale Motor f\u00fcr die Armutsreduktion ist. Die Abstimmung der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit mit der Aussenwirtschaftspolitik in Form von Freihandelsabkommen ist ein erfolgversprechendes Entwicklungsmodell.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":123269,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8779","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55b71f004e4b9"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123266"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3151"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=123266"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123266\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128111,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123266\/revisions\/128111"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3151"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=123266"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=123266"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=123266"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=123266"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=123266"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=123266"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}